Andrews – Eine Narzisstin wird zur Mörderin

Jane Andrews war eine ehemalige königliche Angestellte von Sarah Ferguson, Herzogin von York, die des Mordes an ihrem Liebhaber Tom Cressman während eines Aufsehen erregenden Prozess im Jahr 2001  verurteilt wurde. Jane Andrews kann als ein weiteres Beispiel für einen äußerlich netten und scheinbar unauffälligen Menschen gesehen werden, der aus seiner aufgestauten Kränkungswut eine grauenvolle Tat verübte. In ihrem Drang nach Liebe und Anerkennung verlor sie die Nerven und begann ein unglaubliches Verbrechen.

Bild: © mihakonceptcorn – Fotolia.com

Jane Andrews wurde 1967 in Cleethorpes, Lincolnshire, als jüngste von drei Kindern geboren. Ihr Vater arbeitete als Tischler und ihre Mutter war eine Sozialarbeiterin.  Andrews besuchte das Gymnasium, war eine fleißige Schülerin und überzeugte durch gute Leistungen. Aufgrund einer familären Krise musste die Familie aber in ein kleines Reihenhaus in der Nähe der Hafenstadt Grimsby umziehen, weshalb Jane auf die Secondary School wechselte.

Bereits in ihrer Jugend kämpfte Andrews mit verschiedenen psychischen Problemen wie Depressionen, Panikattacken und einer Essstörung. Bereits im Alter von 15 versuchte sie einen Selbstmord, mit 17 Jahren wurde sie schwanger und hatte eine Abtreibung. Seit ihrer Kindheit versuchte Andrews ihre Wurzeln aus der Arbeiterklasse hinter sich zu lassen und in ein gehobenes Milieu aufzusteigen.

Andrews hatte bereits als Kind einen unsteten Charakter

Sie gab sich nicht zufrieden mit dem was sie vorfand, sondern wollte mehr erreichen als ihre Eltern in dieser Zeit bieten konnten. Dabei ging sie meist sehr impulsiv vor und griff Gelegenheiten beim Schopf, wenn sie ihrem Wunsch nach Ansehen, Reichtum und Karriere erfüllten. In ihrem Vorgehen war sie weniger strategisch, sondern eher kurzentschlossen und instinktiv. Sie wollten mehr aus ihrem Leben machen, griff aber so manches Mal aber auch in ihrer unbedachten Vorschnelligkeit daneben, was sie meist in tiefe Verzweiflung über die eigenen Fähigkeiten stürzte.

Ursprünglich wollte Sie beruflich in der Mode-Branche Fuß fassen und bewarb sich dann auf eine anonyme Anzeige in „The Lady Magazin“ für die Position einer Assistentin. Sie hatte großes Glück und wurde von Sarah Ferguson, Herzogin von York, in den Buckingham Palast bestellt und zu ihrer persönlichen Dienerin ernannt. Zwar bekam sie nur ein bescheidenes Gehalt, dafür erhielt sie aber den ersehnten luxuriösen Lebensstil. Dieser Job brachte Andrews einen höheren Status und einen neuen Kreis von Freunde ein. Sie hatte nun Zugang zu den Mächtigen und Reichen des Landes und fühlte sich durch die Position in ihrer Person geehrt und aufgewertet.

Andrews hatte viele Affären 

Im August 1990 heiratet Jane Andrews bereits nach sehr kurzer Zeit Christopher Dunn-Butler, ein IBM-Manager, der 20 Jahre älter als sie war. Es ist als ein weiteres Zeichen ihres Ehrgeizes, aber auch ihrer Überheblichkeit zu deuten, lukrative Gelegenheiten unverzüglich zu nutzen. Doch das Paar wurde nach nur fünf Jahre wieder geschieden, weil die außerehelichen Affären von Andrews aufflogen. Es ging ihr eben weniger um ihren Mann als Person als vielmehr um den Status und den Luxus, den sie durch ihn genießen konnte.

Direkt nach der Scheidung ließ sie sich auf Dimitri Horne ein, Sohn eines griechischen Reeders. Hier konnte sie geradezu nahtlos an ihr Luxus-Leben anknüpfen. Diesmal aber wurde sie betrogen, was sie erneut in eine schwere Krise stürzten ließ. Die Ablehnung durch den Mann, den sie liebte, konnte sie nicht überwinden. Zu sehr kam sie wieder in Kontakt mit ihren eigenen Minderwertigkeitsgefühlen und dem Gefühl, wertlos zu sein und missbraucht wurden zu sein. Sie bekam schwere Depression, unternahm erneut einen Selbstmordversuch, aber überlebt. 

Gleichzeitig hatte während dieser Zeit die Herzogin Sarah Fergusen eine Affäre mit dem toskanischen Aristokraten Count Gaddo della Gherardesca. Doch er soll sich zeitgleich auch auf Andrews eingelassen haben. Für Jane Andrews war es eine weitere Bestätigung, dass sie nicht nur schöne und reiche Männer bekommen konnte, sondern auch die gleichen Geliebten wie ihre königliche Vorgesetzte. Andrews musste daraufhin ihre Position als Assistentin der Herzogin aufgeben, was der Buckingham Palace jedoch nach außen hin so aussehen ließ, als wäre die Kündigung ein Teil des allgemeinen Kostensparprogramms der Royal Family.

Das Gefühl von Bestätigung, geliebt zu werden, begehrenswert und besonders zu sein, war für Andrews stets die Motivation, sich interessanten und einflussreichen Männern um den Hals zu werfen. Sie konnte nicht verzichten, sie brauchte die Verführung zur Stabilisierung des eigenen Selbstwertgefühls. Offenbar zog sie ihren Wert als Person aus der Qualität der Männer, die sie erobern konnte.

Ihre Liebe zu Thomas Cressmann

Über einen gemeinsamen Bekannten lernte Andrews dann im Jahr 1998 den ehemaligen Börsenmakler Thomas Cressman kennen. Mittlerweile führte Cressmann ein erfolgreiches Geschäft in der Autozubehör-Branche und mischte in den oberen Rängen der Londoner Gesellschaft mit. Sehr schnell erwarb Andrews die Gunst des attraktiven Geschäftsmanns und machte unmissverständlich klar, dass er der Mann ihrer Träume war. Während der nächsten zwei Jahre bedrängte sie Cressmann immer wieder zur Hochzeit. Dieser lehnte jedoch ab und wollte nicht heiraten, was Andrews wieder an ihrer schmerzhaftesten Stelle traf. Je mehr sich Cressmann verweigerte, desto mehr führte dies in der Folge zu immer heftigeren Auseinandersetzungen mit dramatischen Eifersuchts-Szenen.

Aus ihrer Kränkungswut infolge der Ablehnung ihrer Person als Ehefrau und aufgrund der Drohung von Cressmann, sie zu verlassen, griff sie in einer Nacht zu einem Kricketschläger und schlug auf den Kopf ihres Freundes ein. Zudem stach sie mit einem Messer mehrmals auf ihn ein. Anschließend flüchtete sie und war Tage lang nicht zu finden, bis sie schließlich in ihrem Auto aufgefunden wurde. Sie hatte einen weiteren Selbstmordversuch unternommen. 

In dem Gerichtsverfahren erklärte sie, dass Cressmann sie während ihrer Beziehung missbraucht hätte. Hierzu führte sie eher widersprüchliche Angabe ohne klare Beweise auf und verwies zudem auf eine schwere Kindheit. Das Gericht nahm ihr die Begründungen und Motive nicht ab, weshalb sie des Mordes schuldig befunden und zu lebenslanger Haft verurteilt wurde. Andrews tötete ihren Geliebten aus Wut. Sie konnte es nicht ertragen, dass er sie ablehnte und nicht heiraten wollte. Mit dieser Enttäuschung konnte sie nicht umgehen und handelte einmal mehr ohne Verstand.

Ihre Eltern konnten sich das alles nicht erklären 

Ihre Eltern beteuerten immer wieder, dass sie stets unauffällig war und eine ganz normale Kindheit erlebte. Sie konnten sich die Tat ihrer Tochter nicht erklären und glaubten bis zum Schluss fest an ihre Unschuld. Doch vielleicht blieb den Eltern das zarte Seelenleben ihrer Tochter verborgen, die sich offenbar Zeit ihres Lebens in übertriebener Weise nach Anerkennung und Liebe sehnte. Die Eltern mögen sich vielleicht um ihr äußeres Wohl gekümmert und sie nach besten Gewissen versorgt haben, möglicherweise übersahen sie dabei die innere Not und den emotionalen Hunger ihrer Tochter., den sie nicht in der Lage waren, zu stillen. Über das Verhältnis zu den Eltern wurde nur sehr wenig berichtet, so dass hier nur Spekulationen möglich sind.

Oft ist es aber in solchen Fällen, dass die Eltern ihr Augenmerk ausschließlich darauf richten, dass die Kinder ihre Pflichten erfüllen und sich konform verhalten. Ihre wahren Gefühle und Bedürfnisse werden aber nicht ausreichend zur Kenntnis genommen und finden keine Resonanz. Die Eltern glaubten, in bester Absicht alles für das Kind zu tun, übersehen aber dabei, sich wirklich vertrauensvoll auf das Kind einzulassen und sich Zeit für dessen wirklichen Sorgen und Bedürfnisse zu nehmen. Zurück bleibt dann ein unverstandenes Kind, dass sich ein Leben lang nach dem Herz und den Armen der Eltern sehnt.

Sicherlich kann man im Fall von Jane Andrews nicht von einer Person ausgehen, die ihren Narzissmus offen, dominant und aggressiv ausgelebt hat. Sie gehört nicht zu den archetypischen Voll-Narzissten, die ihre Selbstverliebtheit und ihr arroganten Auftreten offen zur Schau stellen. Sie lebte den verdeckten, unterschwelligen Narzissmus. Gleichwohl ging es ihr ebenso um Anerkennung und Bewunderung für ihre Person und missbrauchte dafür wohlhabende und einflussreiche Männer, mit denen sie sich aufwerten und ihr Selbstwertgefühl steigern konnte. Sie ging zwar unscheinbarer in ihren Absichten vor und verhielt sich äußerlich unauffällig. Dennoch war sie nicht weniger berechnend und kaltblütig.

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