Den narzisstischen Elternteil pflegen

Eine besondere Herausforderung kommt auf die Kinder narzisstischer Eltern zu, wenn die Eltern im Alter bedürftig werden und ihr Leben nicht mehr alleine regeln können. Dann fühlen sich viele Kinder emotional aufgefordert, den Eltern zur Verfügung stehen zu müssen. Aber bei narzisstischen Eltern kann dies mit Wiederholungen von seelischen Verletzungen einhergehen.

Bild: © Monkey Business – Fotolia.com

Wird ein narzisstischer Elternteil plötzlich zum Pflegefall, sind die Kinder gefragt. Ein Elternteil erleidet eine schwere Krankheit, wie z. B. ein Schlaganfall, Rheuma, Demenz, Herzerkrankungen oder Parkinson und ist auf fremde Hilfe angewiesen, um den Alltag noch bewerkstelligen zu können. Plötzlich muss der Kontakt zum narzisstischen Elternteil aufgrund der Sachlage intensiviert werden.

Bei narzisstischen Eltern können aber auch andere Gründe vorhanden sein, weshalb sie die Hilfe und Betreuung der Kinder einfordern. Narzissten können nur sehr schwer die Einsamkeit ertragen. Sie brauchen in ihrem Leben immer andere Menschen, die sich um sie bemühen oder die ihnen ihre Großartigkeit spiegeln können. Werden die Kontakte plötzlich weniger, dann leiden sie extrem:

  • Der andere Partnerteil verstirbt und der narzisstische Elternteil weiß nun nichts mehr mit sich anzufangen und fragt ständig nach den eigenen Kindern und Enkelkindern.
  • Der Freundeskreis stirbt allmählich weg.
  • Hobbys oder andere sinnvolle Betätigungen können aufgrund von gesundheitlichen Einschränkungen nicht mehr ausgeführt werden.
  • Der narzisstische Elternteil tut sich schwer, Entscheidungen zu treffen und bittet um Hilfe. In Wahrheit geht es ihm aber gar nicht darum, eine Entscheidung zu treffen, sondern nur in Kontakt mit den Kindern zu bleiben. Allein aus diesem Grund kann dann eine Krankheit oder ein anderes Handicap besonders dramatisiert oder auch erfunden werden.
  • Es wird immer wieder Hilfe im Haushalt, bei Reparaturen und Besorgungen eingefordert, nur um Kontakt zu haben.

Dabei ist neben der eigentlichen Pflege und Hilfe die weitaus größere Belastung, dass die Kinder nun wieder mehr Zeit mit dem narzisstischen Elternteil verbringen und den ewigen Launen, Beleidigungen und Belehrungen ausgesetzt sind. Ist es vielleicht gelungen – nach einer oft langen Phase der inneren Aufarbeitung und Loslösung von den narzisstischen Eltern – einen Abstand zu finden und den Kontakt auf wenige Treffen zu beschränken, so hängt das erwachsene Kind nun wieder in den Fängen.

Die Eltern binden die Kinder durch Schuldgefühle

Die Hilfe und Betreuung an andere geschulte Pfleger abzugeben ist in vielen Fällen zu einfach und wird in aller Regel von dem narzisstischen Elternteil nicht akzeptiert: „Früher war ich für Dich da und nun kannst Du auch für mich da sein“ oder „Ich saß früher auch immer an Deinem Bett, wenn Du krank warst.“ Die alte Methode mit den Schuldgefühlen wird wieder herausgeholt und meistens landen die Eltern damit einen Treffer.

In einer Lebensphase, wo man sich selbst frei gemacht hat, in der die eigenen Kinder bereits aus dem Haus sind, das Leben in geordneten Bahnen verläuft und der Abnabelungsprozess von den Eltern gelungen ist, wird man plötzlich mit der Hilfsbedürftigkeit der Eltern konfrontiert und muss sich entscheiden, ob man den Forderungen und Erwartungen wieder bedingungslos nachkommen will, so wie man es bereits als kleines Kind tun musste und keine andere Wahl hatte.

Kinder empfinden zum Teil starkes Mitleid für ihre Eltern, aber gleichzeitig auch Ablehnung. Sie sind unsicher, weil sie auf der einen Seite helfen wollen und sich nichts nachsagen lassen möchten, auf der anderen Seite wollen sie endlich ein eigenbestimmtes Leben führen, ohne die negativen Kommentare und die Kontrolle der narzisstischen Eltern ertragen zu müssen.

Die Kinder sind hin- und hergerissen

Die Idealvorstellung basiert ja auf der Annahme, das erwachsene Kinder ihre Eltern zu pflegen haben, weil das Kind im Laufe seines Lebens etwas von seinen Eltern bekommen hat, was es später, wenn es selbst erwachsen ist, seinen Eltern zurückgeben kann. Doch was ist, wenn das Kind nicht wirklich etwas Gutes von den Eltern bekommen hat und wenn es gegen seinen Willen geschah? Was ist, wenn das Verhältnis ohnehin getrübt und belastet ist?

Die Kinder müssen sich mit ihren narzisstischen Eltern beschäftigen, zu denen sie in der Regel alles andere als ein neutrales Verhältnis haben. Selbst wenn die eigene Kindheit aufgearbeitet worden ist und die emotionale Befreiung von den Eltern gelungen ist, droht ein derart intensiver Kontakt wieder alte Wunden aufzureißen. Für Kinder narzisstischer Eltern stellt eine solche Situation eine besondere Herausforderung dar, regelrecht eine erneute Prüfung.

Alte Erinnerungen kommen wieder hoch

Die Gefahr, dass alte Familienangelegenheit wieder aufkochen und ein Streit entfacht, ist allgegenwärtig. Alte Erinnerung kommen hoch, längst verdrängte Bilder gelangen wieder ins Gedächtnis und die zahlreichen destruktiven Äußerungen der Eltern erinnern an den alten Schmerz vergangener Tage. Die Verletzungen, die Wut, die Enttäuschungen, alles ist wieder da, als wäre es gestern gewesen. Mit voller Wucht werden die erwachsenen Kinder mit den Schattenseiten ihrer Kindheit konfrontiert.

Als Kind musste sie lernen, dass sie sich bedingungslos dem Willen der Eltern unterzuordnen hatten. Auf ihre Wünsche und Bedürfnisse wurde nicht eingegangen, nach ihrer Meinung wurde nicht gefragt und auf ihre Gefühle wurde keine Rücksicht genommen. Sie durften nur so sein und funktionieren, wie es die Eltern verlangten. Ihre einzige Chance, sich emotional sicher zu fühlen, war es, den Eltern zu gehorchen und sie in ihrer Bedürftigkeit zu unterstützen.

Und nun ein déjà vu! Wieder sollen die Kinder ausschließlich den Eltern zur Verfügung stehen, wieder sollen die Kinder alles machen, was den Eltern recht ist, wieder haben sie willenlos zur Stelle zu stehen und die willkürliche und verletzende Behandlung der Eltern über sich ergehen zu lassen. Wieder geraten sie in den Zustand der Ohnmacht und werden dazu aufgefordert, für die Eltern die eigenen Bedürfnisse zurückzustellen und sich zu opfern.

Mehr Pflicht als Liebe?

Wie kann man ein aber ein Elternteil liebevoll versorgen, dass einen nie akzeptiert hat, dass ständig kritisierte, demütigte, sich überall einmischte, bestrafte und eventuell sogar schlug. Wie geht man damit um, dass man sich nun für die Eltern opfern soll, obwohl sie niemals in der Art und Weise für das Kind da waren, wie es das Kind gebraucht hätte?

Verzeihen ist eine wichtige Voraussetzung, um den hilfsbedürftigen Eltern helfen zu können. Wer nicht verzeihen kann, wird sich als Opfer fühlen und unentwegt mit seiner Ohnmacht und seinen Aggressionen konfrontiert werden. Die Liebe und die gegenseitige Akzeptanz, die für eine solche intensive Pflege notwendig wären, können nicht entstehen. Die Pflege wird eher mechanisch und lustlos aus einem Pflichtgefühl heraus heruntergespult. Da wird sogar der Hund liebevoller versorgt als die eigenen Eltern.

Die Kinder müssen bei der Pflege mit Demütigungen rechnen

Außerdem muss man damit rechnen, dass sich narzisstische Eltern keinen Zwang antun, ihr schlechtes Benehmen zu unterdrücken. Mit ihrer Grollsucht, die sich im Alter noch gesteigert haben dürfte, nörgeln die Eltern weiter an allem herum: Beschwerden über zu wenig Zeit, Kritik an der Pflegetätigkeit des Kindes, Bescheinigung von Unfähigkeit, Vorwürfe aus der Vergangenheit, schikanierende Forderungen, Intoleranz, Kleingeistigkeit, Besserwisserei und niemals ein Wort des Dankes.

Den Kindern schlägt mal wieder die volle Breitseite der Unzufriedenheit, Wut und Verbitterung der Eltern entgegen. Narzisstische Eltern haben durch das Alter ihre Attraktivität, ihre Unternehmungslust sowie ihre geistige und körperliche Beweglichkeit verloren. Die Säulen, für die sie früher bewundert wurden, sind nicht mehr da. Sie müssen sich eingestehen, von anderen abhängig zu sein, was einem Narzissten sehr schwerfällt. Als eine Person, die in ihrem Leben immer Macht und Kontrolle ausgeübt hat, ist es nur sehr schwer zu ertragen, wenn sie sich nun anderen fügen muss.

Daher wird einfach im alten Stil weitergemacht. Narzissten müssen auch im Alter noch das Kommando übernehmen und andere sagen, was sie zu tun haben. Aufgrund ihres hohen Mangels an Selbstreflexion sind sie auch kaum in der Lage zu erkennen, dass sich die Qualität der Pflege deutlich verbessern würde, wenn sie sich zurückhalten würden. Da aber die Eltern nach wie vor die Kontrolle haben wollen, müssen die Kinder nach der Pfeife der Eltern tanzen, was einen friedfertigen Umgang belastet.

Wie kann sich das Kind verhalten?

Wie können sich die erwachsenen Kinder für eine derart schwierige Lebenssituation motivieren? Auf der einen Seite wollen sie helfen, auf der anderen Seite wollen sie aber nicht wieder leiden. Sie wollen für die kranken Eltern da sein, aber nicht permanent mit scharfen Speerspitzen attackiert werden.

Welche innerlichen Voraussetzungen sollten geschaffen sein, um sich einem narzisstischen Elternteil im Alter widmen zu können?

  • Akzeptieren Sie, dass sich das narzisstische Elternteil nicht ändern und mit dem Psychoterror weitermachen wird.
  • Die eigene Kindheit sollte aufgearbeitet sein und dabei die destruktiven Verhaltensmuster des Narzissten erkannt worden sein, aber auch die eigenen Reaktionsmuster.
  • Sie sollten nicht versuchen, die narzisstischen Eltern ändern zu wollen.
  • Erwarten Sie keine Liebe, keine Eingeständnisse, kein Dank und keine Entschuldigung.
  • Erkennen Sie die seelische Bedürftigkeit und die Hilflosigkeit im Alter der Eltern.
  • Verzeihen Sie den Eltern für ihr Verhalten in der Kindheit – wenn möglich!

Während der Pflegezeit:

  • Fokussieren Sie sich nicht nur auf die Fehler und Schwächen der Eltern, sondern erinnern Sie sich auch an die schönen Zeiten.
  • Gehen Sie auf das Elternteil ein, hören Sie zu, nehmen Sie Ihre Eltern ernst und zeigen Sie Verständnis.
  • Hören Sie über negative Bemerkungen einfach hinweg.
  • Entwerfen Sie einen festen Ablaufplan, der fix ist und nur bei entsprechender Notwendigkeit verändert wird. Der Elternteil muss die Grenzen in der Pflege lernen zu akzeptieren und dass sich nicht jeden Tag alles ändert, so wie er es gerade haben möchte.
  • Bewahren Sie sich den eigenen Freiraum und nehmen Sie sich regelmäßig eine Auszeit und suchen den Kontakt zu anderen Menschen.
  • Besuchen Sie eventuell Selbsthilfegruppen, um ein besseres Bild und Verständnis von der Krankheit des Elternteils zu bekommen und mehr Informationen über den Umgang mit Kranken und dem Verhalten von Angehörige zu bekommen.

Wenn die emotionalen Verstrickungen jedoch noch zu stark sind und wenn die grausamen Handlungen der Eltern und der Missbrauch nicht verziehen werden kann, weil es einfach zu verletzend war, dann sollte man die Möglichkeit in Erwägung ziehen, die Pflege einem kompetenten Hilfsdienst in die Hände zu geben.

Unter Umständen kann das narzisstische Elternteil hier mehr Wärme und Fürsorge erfahren, als es das Kind im Stande zu leisten ist. Es würde ja nur aus einem inneren Zwang heraus die eigenen Eltern pflegen, ihre Behandlungsweisen viel zu persönlich nehmen und sich ständig und immer verletzt fühlen. Aus Eigenschutz sollte dann auf eine intensive Pflege, die nur ständig zu Konflikten führt, verzichtet werden.

Die Chance auf eine Aussprache

Manchmal kann die gemeinsame Zeit während der Pflege das Kind und das Elternteil emotional wieder enger zusammenführen und es ergeben sich Momenten, wo beide bereit sind, noch einmal auf die Vergangenheit zu schauen und sich auszusprechen. Manchmal hat das Alter die narzisstischen Eltern nachgiebiger, milder und zugänglicher gemacht, wenngleich es ihnen unmöglich bleibt, die ganze Tragweite ihres Handelns gegenüber den Kindern nachvollziehen und eingestehen zu können.

Mit einem Narzissten wird es wohl nie zu einer echten Aussprache kommen. In vielen Fällen erscheint es sinnlos, weil im Alter die Sturheit und Uneinsichtigkeit der narzisstischen Eltern sogar noch zugenommen hat. Sie stemmen sich gegen alle Vorwürfe und leugnen hartnäckig die Wahrheit. Sie werden niemals verstehen, was sie ihren Kindern angetan haben. Es scheint aussichtslos!

Viel öfter aber gehen die Kinder von vornherein einer Aussprache aus dem Weg, weil sie die kranken Eltern in ihrer Situation nicht noch weiter belasten wollen. So bleibt die Wahrheit über die vielen negativen Erlebnisse während der Kindheit weiterhin unter dem Teppich, weil sie es den Eltern als Kind nicht sagen konnten, aus Angst vor Bestrafungen und weil sie es nun als Erwachsene nicht sagen mögen, aus Angst vor dem gesundheitlichen Zustand. So bleibt der emotionale Konflikt bestehen und belastet die Pflege.


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Veröffentlicht in Blog, Familie und Erziehung
29 Kommentare zu “Den narzisstischen Elternteil pflegen
  1. Eimer Snit sagt:

    „Manchmal kann die gemeinsame Zeit während der Pflege das Kind und das Elternteil emotional wieder enger zusammenführen und es ergeben sich Momenten, wo beide bereit sind, noch einmal auf die Vergangenheit zu schauen und sich auszusprechen.“
    Schreiben Sie nicht an anderer Stelle, dass Narzissten emotional nicht für andere da sein können?
    Das beißt sich mit oben zitierten Ausführungen.

  2. Arianna sagt:

    Ich kann nur davon abraten, die Pflege zu übernehmen, außer man hat wirklich emotionalen Abstand erreicht. Meine eigene, narzisstisch gestörte Mutter hat ihre Eltern (die auch nicht gut zu ihr waren) „geehrt“ und sich immer brav um sie gekümmert. Sie hat sich zwar aufgebäumt, aber letztlich immer klein beigegeben.
    Resultat: sie ließ ihre innerlichen Schmerzen an mir aus. Ich war mit Anfang 20 ein psychisches Wrack und kurz vor dem Selbstmord.
    Wer sich ein entsprechend dickes Fell zulegen kann und von diesen Eltern auch nicht finanziell abhängig ist und keinen Rufmord und keine Intrigen befürchten muss, ist zu beneiden. Aber ich fürchte, das sind die wenigsten. Besser, man überlässt die Pflege ausgebildeten Fachkräften, die zu diesen Menschen keinen persönlichen Bezug haben und sich auch nicht einwickeln lassen.

    • Sonja sagt:

      Liebe Arianna, ich schließe mich Deiner Einschätzung an. Wer sich wie ich jahrzehntelang von einer narzisstischen Mutter hat misshandeln lassen, ist tatsächlich nicht in der Lage, ihre Pflege zu übernehmen. Nach vielen schwierigen Diskussionen übernehmen das in meinem Fall nun externe Dienste und auch meine Mutter ist mit dieser Lösung inzwischen zufrieden. Ich stehe begrenzt zur Verfügung für Besuche, Telefonate und Buchhaltung. Nur in dieser Form ist für mich ein respektvoller Kontakt überhaupt noch möglich. Aussprachen haben auf beiden Seiten nichts gebracht und ich habe mich inzwischen damit abgefunden, dass meine Mutter nicht anders kann und mit dieser Erkenntnis eine Art Frieden gefunden. Für mich war es wichtig und ein langwieriger schmerzhafter Prozess, herauszufinden was für mich in erster Linie richtig ist und nicht auch noch im letzten Lebensabschnitt bedingungslos zur Verfügung zu stehen und mich mehr um andere zu kümmern als um mich selbst.

  3. Hallo,

    wieder ein sehr guter Artikel, vor allem auch die Hinweise, wie man sich mit pflegebedürftigen Eltern verhalten kann. Allerdings wenn ich mir einige der Kommentare vorher durchlese werden diese Hinweise schwer umzusetzen sein. Ohne der nötigen inneren Distanz ein narzisstisches Elternteil zu pflegen ist gar nicht so einfach, da kommen vermutlich die ganzen alten Wunden wieder hoch.

    Wenn man das als Heilungprozess bewusste eingehen kann, dann geht es, leicht ist es aber nicht. Und man braucht bestimmt Rückenstärkung in dieser Zeit.

    Hier noch eine Anekdote von meiner hoch-narzisstischen Mutter zum Thema Pflege:
    Als wir bei einem Familienfest zusammen saßen, die Stimmung war gut und ausgelassen, und sie hat wieder mal ihre Spitzen und Boshaftigkeiten austeilte, habe ich um die Situation zu retten aus Spaß zu ihr gesagt:“Pass nur auf, dass du immer fit und gut zu Fuß bist. Wenn Du später mal im Rollstuhl sitzt und so frech bist, dann fahre ich dich auf deinen Balkon und mach die Tür zu bis du wieder brav bist.“

    Alle lachten nur meiner Mutter gefror das Lachen im Gesicht. In der Folgezeit hat sie dann alle ihre Unterlagen hinsichtlich ihrer Betreuung im Pflegefall zugunsten meines Bruders (der sich noch nie um sie gekümmert hat) geändert.

    Ich habe einige Therapien hinter mir und glaube durchaus das ich heute die Distanz hätte um meine Mutter betreuen und in einem gewissen Maß auch pflegen könnte. Das ist mir jetzt aber verwehrt 😉

    Spannend finde ich nur, dass sie anscheinend doch in irgendeiner gut versteckten Ecke ein schlechtes Gewissen zu haben schein. Immerhin hat sie mich die ersten 3 Jahre meines Lebens während ihrer Geschäftszeiten tagsüber alleine in meinem Kinderzimmer eingesperrt und die weitere Kindheit war auch nicht gerade liebevoll. Ich habe früher oft versucht mich mit ihr auszusprechen, was immer schief lief. Sie geht sofort zum Angriff über, bevorzugt auf meine Kinder. Sie sucht heute noch ganz gezielt die Stellen im anderen, die ihm weh tun.

  4. Silv sagt:

    Hallo Christina- und immer auch noch dieses Schuldgefühl…dem eig. Sohn gegenüber, ihm keine Großeltern bieten zu können.Und nicht raten zu können, wie er mit der Situation umgehen kann.
    Die Großeltern sind ohne Not weggezogen, dazu ohne zu überlegen in eine ärztlich untervetsorgte Gegend im Osten. Ich war 20 Jahre allein erziehend…nun haben die Eltern ihre Erwartungen. An Tochter und Enkel, ohne selvst nur annäherndes geleistet zu haben. Sehen sie natürlich anders- haben alles getan, soviel geopfert. In Wahrheit beschimpft und geschlagen. Mein Bruder wurde, daraus resultierend, drogenabhängig und hat sich mit 35 das Leben genommen. Nie werde ich vergessen, wie ich mich als ältere Schwester schützend vor ihn gestellt habe, wenn er verprügelt werden sollte
    So haben wir.beide Prügel bekommen.

    .

  5. Lambert Thomas sagt:

    Ich habe mich im Internet über Narzissmus und Einiges mehr über Psychiatrie und Psychologie informiert und muss leider erkennen:

    Narzissmus beider Eltern basierte auf kriegskindheitliche Traumata (zu F 62 chronifizierte F 43.1, die zur Emotional instabilen Störung impulsiver Typ F 60.30 komobierte). Dazu kam zeitregimebedingt beidelterlich ein solides Stockholmsyndrom, mein Großonkel väterlicherseits war im niederländischen Widerstand und Opa mütterlicherseits entging nur knapp samt Familie dem Erschießungskommando der SS: Die gesamte Kriegskindergeneration von Bj. 1930 – 40 ist versaut.

    Nein, ich bin kein Psychiater, sondern (F 84.5, Geek -Syndrom) Autodidakt, dessen Selbstdiagnose (zu F 62 chronifizierte F 43.1 als „Erbe“) fachärztlich rückbestätigt wurde. NPS (Psychopathie und Soziopathie unterscheiden!!!) ist wie Borderline und soziopathisch kausale F 60.2 eine seelische Verkrüppelung. Die gesamte Kriegskindergeneration ist posttraumatisch verstümmelt: In meiner Kindheit und Jugend gab es leider noch kein Internet, wo JEDER psychiatrisches Fachwissen downloaden, einsehen und ansehen kann, das
    heutige Fachärzte als Selbstdiagnose übernehmen.

    Heute ist den Kindern das Internet – Handy samt „Knopf im Ohr“ an den Fingern fest gewachsen. Wenn ich meine Eltern zu deren Lebzeiten und MÖGLICHST in meiner Kindheit und Jugend hätte informieren können, hätten sie ihre Verstümmelung erkannt und gegensteuern können.

    • Silv sagt:

      Es wäre aber nicht deine Rolle und Aufgabe gewesen, sie zu informieren. Und sinnlos dazu, da sie sich ja nicht als narzisstisch wahrnehmen konnten

    • Flora sagt:

      Mir gefällt was sie sagen, aber das ändert an unsren Schicksalen nichts. Ich kenne Eltern die trotzdem gut zu ihren Kindern waren. Sei es nun intuitiv oder aufgrund des selbst erlittenen Unrechts.

    • Renée sagt:

      Hallo Thomas,

      du wirst lachen…, ich kann mich noch sehr gut erinnern, als meine „kriegsversaute Frau Mutter“ mal nach einer Tracht Prügel zu meiner Nachbarin sagte:“Hach, ich wollte nicht die gleichen Fehler machen wie mein Vater und jetzt mache ich doch genau die gleichen Fehler…!“ Ja, die wusste genau, was sie tat und – glaube mir – ich habe mehrmals ältere Kolleginnen gefragt und ALLE bestätigten mir, dass man sehr wohl wusste, was man tat und es nicht richtig war… Nur, irgendwie mussten sie ihren Frust ja auch weitergeben. Auch zum Teil verständlich und teilweise auch nicht, denn ich würde meinem Kind sowas niemals antun!
      Schlimm finde ich nur, dass bis heute keine Entschuldigung oder Erklärung kommt sondern weiterhin Forderungen. Mich macht es lediglich fassungslos, wie narzisstische Elternteile nach allem wie selbstverständlich Ansprüche stellen ohne mal ihr mieses eigenes Verhalten aus der Vergangenheit zu hinterfragen. Aber die glauben doch allen Ernstes:“Aus, vorbei, vergessen, das war eine andere Zeit!“ Kenne viele, die sagen:“Ach, früher war das halt so, wir sind alle verprügelt worden.“ Nein, das sehe ich heute anders, mein Selbstwert ist über die Jahre auch gestiegen. Wo steht geschrieben, dass ich alles gut sein lassen soll? Wohin denn mit meiner Wut? Kann ich drauflos prügeln, weil ich gerade einen Frust schiebe? Eben! Wohin soll unsere Generation mit ihrem Frust? Da heißt es dann nur:“Och, geh mal in Sportverein und power dich aus…!“ Na, dankeschön auch… Das baut kurzfristig Frust ab, macht die Vergangenheit aber niemals ungeschehen! Liebe Grüße!

      • Arianna sagt:

        Ich denke auch nicht, dass bei diesen Menschen Einsicht hilft. Sie sind ja ihren Gefühlen ausgeliefert und werden nicht nüchtern darüber nachdenken, „Oh, ich habe eine narzisstische Störung und muss was dagegen tun.“ Im Gegenteil, sie werden diesen Makel erst recht kaschieren wollen, wenn sie ihn erkennen, oder ihn anderen Menschen zuschreiben. Die Erkenntnis über diese Persönlichkeitsstörungen kann allenfalls den Opfern helfen, um Abstand zu gewinnen und die Schuld nicht immer bei sich selbst zu suchen.
        Im übrigen glaube ich nicht, dass die „Kriegsgeneration“ der einzige Grund ist: der jahrhundertelange preußische Drill hat auch seinen Anteil daran. Menschen in anderen Ländern haben diesen nicht erlebt und sind trotz schlimmer Kriegs- und Nachkriegserlebnisse psychisch stabiler. Der Anteil an psychischen Störungen ist in keine europäischen Land höher als in Deutschland. Und die nachfolgenden Generationen sind oft nicht viel besser: anstatt ihre Kinder dauernd unter unerträglichen Druck zu setzen lassen sie ihnen oft alles durchgehen, was erst recht zu sozialen Störungen führt. Die typisch deutsche Angst, immer und unbedingt alles genau richtig machen zu müssen, tut ein übriges.
        Ein Teufelskreis… Wenn ich Kinder bekommen hätte, wäre ich sofort mit ihnen nach Italien zurückgekehrt.

      • Silv sagt:

        Hallo Renee,
        Ich als geprügeltes Kind habe aus der Erbfolge des erlernten Verhaltens auch nicht begonnen, meinen Sohn zu schlagen. Als ich meine gewalttätige Mutter damit konfrontierte, stritt sie erst alles ab und erklärte dann, im Brustton der Überzeugung,dass ‚wir (ich +Bruder) es dann sicher verdient hätten‘. Mein passiv-aggressiver Vater erklärte- als ich ihn mit seiner Ohnmacht den Zuständen gegenüber konfrontierte-dass Mutter es doch auch nicht anders erlebt hätte..auf die Idee, dass man trotzdem gegensteuern kann, kam er nicht. Meine Mutter hat mich über Jahre verprügelt und dann zur Erziehungsberatung geschleppt, weil ich so schwierig sei. Dort habe ich mich nicht getraut, mit 14, zu erzählen, dass. Meiner Mutter erzählte man was von Pubertätsquerelen. Der Therapeuton hat sie aber auch nichts von ihren Handlungen erzählt.

  6. Flora sagt:

    Als ich als Teeny(triefend vor Empathie)vor vielen Jahren meine Schwester
    (Krankenschwester später viele Jahre in der Altenpflege) fragt, warum die Kinder die Alten nicht besuchen, meinte die nur, aus jungen Miststücken werden alte Miststücke)Jaja wie wahr.

    Schon in der Bibel steht man soll denen vergeben die bereuen.. ohne echte Reue keine Vergebung.

    Soissas

    • Silv sagt:

      Hi Flora,
      Ja Persönlichkeitseigenschaften verändern sich im Alter oft noch mehr ins Negative.
      Dann kommt Erwartungshaltung den eig. Kindern gegenüber hinzu- ohne Diesen die selbsterwartete Zuwendung jemals entgegen gebracht zu haben. Ich habe vor lauter Vergebenwollen jahrelang verdrängt, misshandelt worden zu sein- emotional und körperlich. Als ich selbst in eine Krise geriet, durfte ich dann wieder nur Ablehnung und Vorwürfe ernten. Ich kann Die jetzt nicht mehr versorgen.

    • Wolfgang sagt:

      Ich frage mich auch immer, wie dem narzisstischen Vater zu vergeben sei, wenn doch überhaupt keine Einsicht da ist, allein schon die Idee, jemand müsse ihm vergeben, einfach nur undenkbar ist… Das Beste ist noch ignorieren. Vielleicht zeigt sich noch vor dem Tod ein letzte Rest von Menschlichkeit, wie bei Dart Vader… Star Wars hielt ich immer für ziemlich blöd, auch wenn die Inszenierung und die Effekte gefielen, aber tatsächlich steckt da in der Geschichte mehr dahinter, als man denkt.

      • Lina1 sagt:

        Ja, klar, ich frage mich seit Jahren, was der Qautsch mit dem Vergeben soll.

        Das Gebot… du sollst Vater und Mutter ehren, auf dass es dir wohl ergehe….wurde nur nötig, weil es solche Eltern gibt. Es wäre sonst völlig überflüssig. WEnn die Eltern natürlcihe Gefühle für die Kinder hättren, gäbe es so ein Gebot nicht! So aber muss man die Eltern vor den gepeinigten Kindern schützen, wenn sie eines Tages die Macht hätten, den Eltern Gleiches mit Gleichem zu vergelten.

        Aber gibt es auch ein solches Gebot, dass die Kinder im gleichen Maß von den Eltern geehrt werden sollen? Das wäre viel nötiger! In den christlichen Regeln gibt es das ncht, aber in der modernen Gesetzgebeung und in dem modernen humanistischen Gedankengut bei uns fängt es an.

        So aber hat die christlcihe Tradition ein Gebot, dass viele Kinder noch zu allem, was sie erlitten, zu einem schlechten Gewissen bringt, weil sie die Last des Vergebens auch noch schaffen sollen nach allem, was ihnen geschah. WEnn es ncht geht, und sie in Notwehr den Kontakt zu den narzisstischen Eltern abbrechen, sollen sie noch Schuldgefühle bekommen. Anstatt zu sagen, es ist so, die Eltern waren so, und nun haben sie im Alter die verdiente kalte Ernte, werden von den (erwachsenen) Kindern so viele schlaflose Nächte und Jahre mit Minderwertigkeitsgefühlen wegen des Nichtvergebenkönnens oder – wollens verschwendet. Es fehlt dann letztlich am sinnvollen Leben. Oder an der Kraft, denen die Zuwendung zu geben, die sie verdienen und einen nicht schlecht behandeln.

        Ist doch so, wenn man sich so viel mit den Wunden befasst, die nicht heilen, dann fehlt die kraft für Anderes.

        Ich würde ohne Hilfe noch jahrelang krank bleiben, selber narzisstisch in meiner Anpassung und Helfersyndrom, lieb und hübsch sein wollen, jammern und manipulieren…
        Aber ich habe mir Hilfe gesucht, und kämpfe hart, denn ich bin so nct geboren, also will ich meine Gefühle zurück!

        Allein schaffe ich es ncht und ich kenne keinen, der es schafft, die abgespaltenen gefühle weider zu finden, sich selbst wieder zu finden Ich kenne nur Co-Narzisten, die Opfer sind und es nicht nötig haben, den harten Weg zu gehen, den eigenen Narzissmus zu bekämpfen, immer nur mit dem Finger auf die andern, dabei machen sie (ich gehöre dazu) ihr Leiden auch selbst. Das ist ebenso krank und überflüssig und traurig, wie die ander Form des Narzissmus. Ebenso von sich selbst entfremdet.

        Aber die Gesellschaft braucht diese Leute mit Helfersyndrom und angeblichem Verzeihen (mit heimlichen Hass und Groll, anstatt sich der Wut zu stellen), die noch die pflegen, die sie bis aufs Blut gepeinigt haben. Daher wird Vergeben positiv bewertet, selbst, wenn es nicht erwartet werden dürfte.
        Von den gepflegten Narzissten wird es als Schwäche gewertet und nie als Stärke oder Reife des pflegenden und braven Kindes. Die Narzissten fühlen sich selbst dann noch überlegen.
        Die Co-narzisstischen, pflegenden, sich selbst verleugnenden Kinder fühlen sich übrigens auch überlegen 😉
        Anders geht es bei Narzissten auch nicht. Und wehe, es wird nicht anerkannt, wie man sich selber aufgibt, dann wird in Foren gejammert, dann haben wieder die andern Schuld.

        Lebt doch endlich euer Leben sinnvoll! Und nicht das Leben der Narzissten, wo euch die Hälfte der natürlichen Gefühle genommen sind!

  7. Klam sagt:

    Da kann ich nur zustimmen.
    Narzisstische Eltern nach diesen Misshandlungen, körperlich und seelisch, diese noch zu pflegen und ihn ein angenehmes Dasein zu ermöglichen und sich von ihnen trotzdem weiter erniedrigen zu lassen, wer das kann, ist selber schon tot, er weiss es bloß nicht.

    • Wolfgang sagt:

      Wenn man zur Vergebung gefunden hat (ich weiß auch nicht wie) und überhaupt nichts mehr erwartet, außer die Taktiken der Niedertracht, die man sehr gut kennen sollte, dann müsste es schon möglich sein. Ich würde zum Pflegen wie zur Beerdigung gehen. Erledigen und fertig. Aber gegenwärtig würde ich die Pflege abgeben, es wäre einfach viel zu belastend, eben weil ich die Vergebung nicht schaffe, schlimmstenfalls würde ich in Wut geraten und mich rächen.

    • Lina1 sagt:

      Les sich jetzt erst. Stimmt!

  8. Coco sagt:

    Ich habe mich vor anderthalb Jahren für den Kontaktabbruch entschieden und bin sogar über 800 km weit weg gezogen. Ich habe für mich ausserdem entschieden, dass sie für mich gestorben sind!
    Ich werde sie nicht pflegen und auch nicht zu ihrer Beerdigung gehen. Ich habe jetzt ein eigenes und selbstbestimmtes Leben und muss und will noch immer die ganzen Verletzungen verarbeiten. Das will ich nicht nochmal durchmachen!

    • Wolfgang sagt:

      Ich habe jemand im Verwandtenkreis, der nicht zur Beerdigung ging, weil sei Vater ein Alkoholiker und schlechter Mensch war. Im Nachhinein hat er es dennoch bereut. Auch ich überlege, ob ich gehen soll, sobald er stirbt. Ich werde die Beerdigung definitiv nicht bezahlen, außer er vererbt mir was, dann zahle ich meinen Anteil. Falls nichts vererbt wird und keiner zahlen will, dann ist es mir auch egal. Ansonsten nehme ich teil, an dieser letzten erbärmlichen Lüge, denn er war immer Katholik, pfiff aber auf Glauben und Kirche. Selbst im Tod noch ein Blender. Was mich betrifft, ich glaube zwar, aber aus der Kirche bin ich schon längst ausgetreten, eben wegen der unerträglichen Verlogenheit dort. Für ein Grab werde ich jedenfalls nicht zahlen.

      • Gabi sagt:

        Lieber Wolfgang, bist du sicher, dass du nicht von meinem Produzenten sprichst. Auch dein von dir beschriebene Schmerz, hört sich ident mit meinem an.

      • Lina1 sagt:

        Was willst du denn selber?
        Die umfangreichen Gedanken um das Grab halten dich von sinnnvollen positiven Dingen ab!

        Warum willst du zahlen, falls du erbst? Das Erbe ist deins, niemand kann bestimmen, was du damit machst oder was nicht. Ganz allein deine Angelegenheit! Wenn du ein Grab kaufen willst, dann mach es, wenn nicht, dann lass es und ansonsten kümmere dich um die Menschen, die gut zu dir sind! Und niemand braucht ein Grab. Wer eins haben will zum Hingehen und Gießen, kann ja eins kaufen. Damit wären meine Überlegungen zu Ende.

  9. Ingrid Gehrlach sagt:

    Hallo

    Ich pflege seit 10 Jahren nun meinen schwerbehinderten Sohn, er kamdurch Sauerstoffmangel bei Wiederbelebung ins Wachkoma inzwischen jedoch Loockedin Syndrom – er bekommt alles mit kann aber körperlich ao gut wie nichts tun.
    Ich liebe meinen Sohn – ich meine, ich liebe ihn im Sinne der Liebe und der
    Fürsorge.
    Und ich kann dazu nur das eine sagen,
    ich finde man muß Liebe für denjenigen haben um richtig und gut zu pflegen.
    Wenn diese Liebe nicht gegeben ist ist die Pflege zum einen sehr schlecht und zum anderen kann ich dann auch keine Liebe übermitteln.
    Ich weiß nun nicht wie das mit einem Narzististen Patienten funktioniert aber ich glaube nicht dass es lange bzw länger überhaupt möglich ist. Denn man kommt sehr schnell an Belastungsgrenzen die wirklich nur mit Liebe möglich sind damit längerfristig zu leben.

    viele Grüße Ingrid

    • Silv sagt:

      Halli Ingrid, hier geht es ja um die Pflege eines narz. Elternteils. Diese Eltern haben sich ja in der Kindheit nicht entsprechend ihren Kindetn gewidmet, sondern sie emotional oder sogar körperlich misshandelt..die Kinder tragen ihr ganzes Leben an dieser Bürde. Wie soll es möglich sein, lieblose Eltern liebevoll zu pflegen?

      • Renée sagt:

        Ja, genau! Das wäre auch meine Frage! Das eigene Leben durch den narzistischen Missbrauch versaut…, wo soll man jetzt noch Liebe für diesen „Täter aus der Vergangenheit“ aufbringen…? Das wäre in meinen Augen der Rest an Selbstzerstörung…

  10. Renée sagt:

    Hallo,

    größtenteils kann ich die Tipps in dem doch sehr interessanten Bericht sehr gut nachvollziehen, aber in mir sträubt sich alles…
    In mir wütend seit Jahren ein Gefühl, das so lautet:“Ja, mal wieder muss ich da durch, weil du nicht mehr kannst, aber hättest du auch Verständnis für meine Überforderung, weil du mal wieder auf meinen noch übrig gebliebenen Nerven herumtrampelst? Kann ich dich jetzt auch endlich mal nach Strich und Faden verprügeln bis dir das Mittagessen wieder hochkommt und ich dann noch mehr das „Recht“ habe, dich zu verdreschen? Hä? Willst du wissen, wie sich das anfühlt?“ Kannste haben…!
    Manchmal ist es besser, das Portemonnaie aufzumachen und diese „Drecksarbeit“, sorry, andere machen zu lassen, die werden noch ihr blaues Wunder erleben mit dieser „ach so groooooßartigen Diva“…
    Man sieht, Hass ist keine Basis…! Sich selbst mal wiiiieder unterordnen zu müssen auch nicht und was Verzeihen betrifft: hört sich so einfach an, aber ist nicht machbar, man muss nicht mehr alles verzeihen!

    Gruß, Renée

    • Silv sagt:

      Hallo Renee,
      Kann ich gut nachvollziehen deine Gefühle. Man kann als misshandeltes Kind nicht liebevoll pflegen- das kann und sollte man getrost Pflegediensten überlassen. Meine Eltern sind im Alter 700km freiwillig von einziger Tochter und Enkel weggezogen. Mit dem Anspruch, dass wir ja besuchen kommen könnten. Bedeutet konkret: ich bezahle Bahnkarten, früher zusätzlich für den Enkel, plus Unterkunft für eine Pension. Alles in Allem mehrere Hundert Euro pro Besuch.
      Bei jeder Gesundheitskatastrophe reiste ich von jetzt auf gleich hin. Aus dem Beruf heraus- denn die Eltern sind auch noch chron krank. In Urlauben bin ich auf eine Insel in ihrer Nähe gefahren, um sie zu besuchen…Intervention mit Verwandten, eine Versorgung zu.gewährleisten bzw zurück zur Familie zu ziehen, wurde barsch begegnet. Jahrelang wurde ich mit Briefen traktiert mit unsäglichen Inhalten. Mir wurde im Befehlston auf den AB geblökt.Als ich selbst eine Lebenskrise erlitt, erfuhr ich Ablehnung und Vorwürfe. Jetzt habe ich seit 10 Monaten Kontaktabbruch. Trotz Weihnachtsgeschenken von ihrer Seite. Und mir gehts deutlich besser

      • Christina sagt:

        Hallo Silv,
        und jetzt stell dir vor du musst deine Eltern pflegen… da sträuben sich bei mir (wie bei Renee)auch die Haare!
        Schaut auf euch! Ihr müsst am Ende eures Lebens sagen können: ja es war ok, ich habe mein bestes gegeben.
        Von unseren Eltern erfahren wir nur Negatives! Sie ziehen uns immer runter, machen uns schlecht und erzählen Lügen über uns – Entschuldigungen / Dankbarkeit… wie oben geschrieben gibt es die Wörter bei solchen Menschen nicht. Wie kann man solchen Leuten verzeihen? (Mir fehlt wahrscheinlich noch der nötige Abstand und Zeit).
        Falls meine Eltern pflege bräuchten würde ich alles tun um herum zu kommen. Es sei denn die können nicht mehr reden – verstehen aber alles 😉
        Gibt es ein Gesetz, dass man weder zahlen noch pflegen muss?

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