Der altruistische Narzisst

Narzissmus kann sich in vielen unterschiedlichen Gewändern zeigen, weshalb er oft lange Zeit nicht erkannt wird. Den arroganten, selbstherrlichen und protzigen Narzissten erkennt jeder schnell, doch manchmal äußert sich der Narzissmus auch in einer eher subtilen und verdeckten Form, so dass man die eigentliche Störung hinter einem scheinbar anständigen Verhalten nicht erkennen oder zuordnen kann. Hierzu gehört auch der altruistische Narzissmus.

Bild: © Drobot Dean – Fotolia.com

Letztlich braucht jeder Mensch die soziale Akzeptanz und Anerkennung aus seinem Umfeld und muss sich daher einen gewissen Grad an Narzissmus zulegen. Ein gesunder Narzissmus hilft bei der Aufrechterhaltung eines stabilen Selbstwertgefühls. Der Mensch wendet sich dann in positiver Form selbst zu, achtet auf seine eigenen Bedürfnisse und kann sich für seine Talente schätzen sowie seine Schwächen akzeptieren. Es ist die gesunde Form der Selbstliebe, die jeder Mensch benötigt, um eine gefestigte Persönlichkeit zu entwickeln und sich im Leben kraftvoll zu behaupten.

Insofern sind bei jedem Menschen mehr oder weniger narzisstische Züge zu beobachten, weil es eben für die Selbstwertregulierung unerlässlich ist. Manche Menschen haben aber ein erhöhtes Bedürfnis nach Anerkennung und Bewunderung, weil sie ein schwaches Selbstwertgefühl haben und daher andere Menschen benötigen, die ihnen das Gefühl für den eigenen Wert geben sollen. Sie sind abhängig von einer starken und positiven Resonanz ihres Umfelds und können ohne die äußere Bestätigung das eigene Selbstwertgefühl nicht aufrechterhalten.

Je nach der persönlichen Veranlagung und den prägenden Erfahrungen in der Kindheit wird jeder Mensch seine eigenen Strategien entwickeln, um sein Selbstwert maximal stabilisieren zu können und die Aufmerksamkeit und Akzeptanz seines sozialen Umfeldes zu erlangen. Menschen, die sich dabei in den Vordergrund stellen, die sich immer wieder hervortun müssen und mit allem angeben, was sie haben und können und andere abwerten, um selbst als besser zu erscheinen, werden in der Regel schnell als störend und belastend erkannt.

Der Narzisst als Gutmensch

Doch es gibt eben auch die unauffälligen Formen, die sich zunächst bescheiden, höflich und hochanständig äußern und wo soziale Absichten und edle Motive im Vordergrund zu stehen scheinen. In Wahrheit aber wird das übertriebene selbstlose und humane Verhalten nur eingesetzt, um sich selbst als ein menschliches Vorbild zu präsentieren und um auf diese Weise die Bewunderung anderer zu erlangen. Das Ziel ist die Selbsterhöhung und weniger der Nutzen für andere.

Der wahre Altruist zieht seine Befriedigung aus dem positiven Ergebnis seiner Arbeit. Der altruistische Narzisst hingegen zieht seine persönliche Befriedigung aus seiner Hilfsbereitschaft und der Anerkennung und Bewunderung seiner Mitmenschen.

Der altruistische Narzisst fällt durch eine scheinbare Uneigennützigkeit auf. Er nimmt sehr viel Rücksicht auf die Wünsche und Meinungen anderen, zeigt sich tolerant und verständnisvoll und opfert sich selbstlos für die Bedürfnisse seiner Mitmenschen. Seine eigenen Bedürfnisse scheint er mühelos zurückstellen zu können. Die Sorgen und Wünschen der anderen wird immer der Vortritt gewährt.

Auch kann er sehr bemüht sein, sich besonders korrekt an Regeln, Gesetze, Gebräuche und der guten Sitte zu halten. Er pflegt hohe moralische und ethische Ansprüche und verkörpert ein hohes Ideal, das nachahmenswert erscheint. Auch mahnt er oft seinen Mitmenschen, seinem Vorbild zu folgen und kann bei Abweichungen von seinem Ideal belehrend auftreten – wenn auch höflich und nachsichtig. Dennoch ist es ihm wichtig, dass seine Prinzipien als wegweisend anerkannt werden.

Der altruistische Narzisst setzt sich für eine gute und soziale Sache ein, ist engagiert und kann auf einem speziellen Gebiet in der Tat sehr vorbildlich wirken und sich scheinbar solidarisch verhalten. Das Glück, der Segen und der Nutzen anderer oder einer Gemeinschaft scheinen für ihn im Vordergrund zu stehen. Für dieses selbstloses Engagement kann er dann von seinen Mitmenschen geradezu angehimmelt werden und es bildet sich eine fanatische Fangemeinde mit ihm als leuchtenden Stern in der Mitte.

Zu viel Bescheidenheit muss skeptisch machen

Da aber kein Mensch allein vom Geben leben kann, muss man sich am Ende die Frage stellen, welche Motive sich möglicherweise wirklich hinter dieser Genügsamkeit verbergen. Dieser Mensch verspricht sich durch diese spezielle Handlungsweise einen persönlichen Vorteil – und je mehr es ihm auf seinen eigenen Vorteil ankommt und je mehr sich dieser Mensch bemüht, für sein selbstloses Handeln anerkannt und wertgeschätzt zu werden, desto stärker darf man dahinter narzisstische Motive vermuten und dass der persönliche Einsatz eher dem eigenen Nutzen als dem Nutzen anderer dienen soll.

Folgendes Verhalten kann den altruistischen Narzissten verraten:

  • Ein Dankeschön wird erwartet oder gefordert.
  • Ein Ausdruck der Wertschätzung wird benötigt.
  • Es wird aktiv danach gefragt, ob den anderen die eigene Leistung gefällt.
  • Andere werden daran erinnert, was man schon alles für sie getan hat.
  • Es wird eine Gegenleistung für die Hilfe erwartet.
  • Es wird übertrieben damit angeben, was man schon alles für andere getan hat.
  • Die eigenen Leistungen und Talente werden immer wieder betont.
  • Seine Einzigartigkeit wird als besonderes Prädikat immer wieder herausgestellt.
  • Möglichst viele sollen von den guten Taten erfahren.

Altruistische Narzissten nutzen die Bedürftigkeit, die Unwissenheit, den Glauben und das Vertrauen anderer Menschen, um diese an sich zu binden. Die Schutzlosigkeit dieser Menschen oder ihr Glaube an bessere Zeiten wird ausgenutzt, indem man sich scheinbar für sie opfert und Hilfe, Heilung oder Erlösung verspricht. In Wahrheit schwingt aber kein echtes Mitgefühl mit den Bedürftigen mit – es wird sogar verdeckt daran gearbeitet, dass diese Menschen bedürftig und somit für den Narzissten auch zukünftig verfügbar bleiben.

Der altruistische Narzisst verfolgt egozentrische Motive

Hinter der Hilfsbereitschaft und dem betonten Wohlwollen steckt das Bedürfnis, als Gutmensch gelten zu wollen und hierfür Bewunderung zu bekommen oder eine Ausgrenzung aus der Gemeinschaft zu verhindern. Es steckt aber auch das Bedürfnis nach Macht dahinter, indem man moralischen Druck auf andere ausübt, den ganzen Tag wie ein Sittenprediger mit erhobenen Zeigefinger herumläuft und sich selbst als leuchtendes Beispiel ausgibt. Im Vordergrund steht dabei die Darstellung des eigenen rühmenswerten Charakters, wobei der Nutzen der Arbeit selbst weniger wichtig ist.

Durch ein bescheidenes und humanes Auftreten gewinnt dieser Narzisst das Vertrauen seiner Mitmenschen, die dieser dann nach Belieben verführen und manipulieren kann. Weil es den Anschein hat, der Narzisst würde nur das Allerbeste für seine Mitmenschen wollen und sich dabei selbst so übertrieben uneigennützig, ehrenhaft und sozial verhält, folgen andere ihm bereitwillig. Auf diese Weise kann der altruistische Narzisst seine Opfer unter dem Vorwand der Tugendhaftigkeit zu  Handlungen motivieren, die diese selbst eigentlich gar nicht tun würden. Hier zeigt sich dann, wie heimtückisch und gefährlich diese Form des krankhaften Narzissmus sein kann.

Der altruistische Narzissmus ist besonders perfide

So können Menschen auf den unterschiedlichsten Gebieten auf einen altruistischen Narzissten hereinfallen. Selbst in der heiligen Kirche kann man dafür Beispiele finden. Für einige Geistige scheinen die Auflagen der 10 Gebote vielleicht doch ein wenig zu hoch zu sein. Wo im Namen Gottes Segen und Heilung versprochen und das Wort Christi gepredigt wird, betreiben manche heiligen Väter hinter den Kulissen aktiv Korruption, Intrigen und Bestechung.

Der altruistischen Narzissmus ist eine besonders perfide Form dieser Persönlichkeitsstörung und ist besonders schwer zu durchschauen, weil er zunächst in einem sehr positiven Gewand daherkommt. Solche Narzissten sind aber nur an ihrem eigenen Vorteil interessiert und bedienen sich lediglich einer Uneigennützigkeit und einer Wohlanständigkeit, um Menschen besser verführen und ausnutzen zu können.

Letztlich fliegen sie durch unrühmlichen Taten auf, die wenig mit ihren moralischen Predigten und christlichen Getue zu tun haben. Da die Handlungen nicht mit den wahren Motiven dieser Persönlichkeit einhergehen, weil sie anderes fühlen als wie sie handeln, müssen sich früher oder später Widersprüchlichkeiten offenbaren, die Außenstehende zum Nachdenken und zum Zweifeln anregen sollten.


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Veröffentlicht in Blog, Eigenschaften eines Narzissten
53 Kommentare zu “Der altruistische Narzisst
  1. Meisenkayser sagt:

    Alles hat seinen Sinn. Und wenn wir in unserem Leben narzisstische Menschen treffen und ihnen auf seelischer Ebene begegnen, so ist diese Begegnung nie rein zufällig. Jede Krise ist dadurch gekennzeichnet, dass das Bild was ich mir von meiner Leben und insbesondere von meinem Partnerschaft gezeichnet habe, der Realität nicht standhält und daher zerbricht. Das ist für die meisten Menschen in der Tat ein sehr schmerzlicher Moment. Der einzige sinnvolle Ansatz ist, sich mit der schicksalhaften Begegnung mit einem Narzissen konstruktiv auseinanderzusetzen. Und dazu gehört eben auch die Hinterfragung des eigenen Verhaltens und vor allem des eigenen Selbstbildes. Erst wenn man ganz bei sich ist, wird bewusst dass die Seele ein Bedürfnis nach echter Liebe spürt. Und diese kann der Narzisst nicht erfüllen.

  2. kurt ursuch sagt:

    selbst gefakter Altruismus muss da aufhoeren, wenn er die eigene Existenz gefaehrdet, wie es seit ca. 10 Jahren in Merkills Buntland passiert.
    Die ausgeflippten Jubeltypen um Merkel muessten trotz psyschicher Stoerungen laengst erkannt haben, was die Hexe oben mit ihnen vorhat.
    Wenn es zu spaet ist, das Joch abzuschuetteln, ist Eurabia Realitaet,
    es ist 5 Minuten vor 12, sich zu erheben.

  3. Achim sagt:

    Helfen bedeutet Selbstlosigkeit. Ohne eine Gegenleistung zu erwarten.

    Und so, wie hier viele meinen „Helfende“ kritisieren und diagnostizieren und zu müssen, dass die diese oder jene Absicht haben würden, gibt es ebenso viele, die meinen nur Hilfe annehmen zu können, wenn sie sich revanchieren können.
    Viele haben Probleme ein Geschenk anzunehmen (was Hilfe letztlich ja auch ist),weil sie im selben Moment drüber nachdenken, was sie dem Schenkenden denn zurückgeben können oder gar meinen, wenn sie ein Geschenk annehmen, dass sie das dann zu einem Gegengeschenk verpflichtet.

    Wer keine Hilfe annehmen kann, hinter jeder Hilfeleistung eines anderen etwas Negatives wittert, der ist genau so „gestört“, wie die, die hier kritisiert werden in diesem Forum, die angeblich „altruistische Narzissten“ sein würden.

    Das Beurteilen und Diagnostizieren von Persönlichkeitsstörungen steht ausschließlich entsprechenden Fachleuten zu!

    Hier in diesem Blog stört mich, dass der Blog nicht nur zum Austausch erlittener seelischen Verletzungen dient, sondern dass dieses Forum hier für viele mißbraucht wird, um andere Menschen, die anders denken, die andere Ansichten haben, die andere Meinungen vertreten, sofort stigmatisiert werden, sofort be- und verurteilt werden.

    Ich denke, der alte Spruch, dass man als erstes den Dreck vor der eigenen Tür weg kehren soll, hat nichts an seiner Aktualität verloren!

    Gegenseitiger Austausch, um sich gegenseitig zu helfen und zu unterstützen – JA! Aber nicht ständig andere zu verurteilen!
    Wieso kümmern sich die selbsternannten Opfer in erster Linie nicht um sich selbst? Anstatt ständig nur den bösen Narzissten beurteilen zu wollen?

  4. Achim sagt:

    Kann mich in gewisser Weise nur den Aussagen von Robert anschliessen. Hab das hier nun eine Weile mitgelesen, was der eine oder andere hier so von sich gibt.
    Erstaunlich kann ich da nur sagen! Erstaunlich wie viele Laien- und Hobby psychologen es hier gibt, die meinen nicht nur „ihren“ Narzissten diagnostizieren zu können!
    Dazu hier auch gleich noch Ferndiagnosen aufgestellt werden, von anderen, die persönlich gar nicht gekannt werden!
    Nur weil die hier was posten, was dem einen oder anderen nicht passt, wird der dann auch gleich zum „Narzissten“ abgestempelt.

    Ohne die negativen Erfahrungen des einen oder anderen hier runterspielen zu wollen, so würde ich mal zurufen wollen:“Hey, geht´s noch!“
    Meint jemand hier nen anderen einfach zu nen narzisstischen Monster „abstempeln“ zu können, dann ist derjenige doch selbst nicht besser!

    Und was ich ebenfalls als sehr störend empfinde, ist, dass hier viele die Schuld für ihre eigene Misere jemand anderen zuzuschieben versuchen. Schuld ist entweder der böse Narzisst oder die eigne schlimme Kindheit.

    Schon mal drüber nachgedacht, dass die eigne Kindheit sowas wie ein „Ablaufdatum“ hat, im Prinzip wie es auf nem Yoghurt oder so steht?
    Und dieses „Ablaufdatum“ im Leben von uns allen, normalerweise an dem Tag beginnt, wo ein Mensch zum Erwachsenen erklärt wird!
    Von dem Tag an jeder für sich selbst verantwortlich ist, was er aus seinem Leben macht, mit wem er sich abgibt und auf wen er sich einläßt!

    Blöde Kindheit hin oder her, die vermutlich viele von uns irgendwie hatte, eine nicht so tolle Kindheit! Aber irgendwann ist jeder für sich und sein Wohlergehen selbst verantwortlich.

    Auch der böse Narzisst ist nicht dafür verantwortlich, wenn der andere sich von ihm alles gefallen lässt!

  5. Sabrina sagt:

    Ja, ja. Deshalb habe ich meine narzisstische Oma seit 10 Jahren mit am Start. Sie hat sich mir quasi auf die Schultern gesetzt und gesagt, dass ich mich jetzt um sie kümmern müsse. Sie hat übrigens nicht dasselbe für ihre ach so geliebte Mutter getan, dass musste dann die Schwester machen, die auch schon die Tante bis zu deren Tod betreut hat. Sie hat mich als Kind bevorzugt vor meinen Geschwistern. Ich wurde mit Süßigkeiten bis zum Abwinken verwöhnt, Liebe oder Zuwendung haben wir so gut wie keine bekommen. Das macht sie übrigens bis heute, dass sie sich Aufmerksamkeit mit „Liebesgaben“ in Form von Essen erkaufen möchte. Aber ich sehe diese Menschen als bedauernswert und ein tristes Leben fristend an. Sie können nicht reflektieren und nicht raus aus ihrer Haut. Ich bin froh, dass ich meine Schattenseiten anerkennen und somit bearbeiten darf.

    • Achim sagt:

      Sei doch froh, dass Du für Deine Oma was tun kannst. Denn schliesslich hast Du es indirekt auch ihr zu verdanken, dass Du Dein Leben hast!
      Und warum die Oma verurteilen wollen, dass sie ihre Liebe nur durch Verwöhnen mit Süßigkeiten zeigen konnte? Vielleicht entspricht das eben der ihr eigenen Art Liebe zeigen zu können. Warum muss Deine Oma so sein, wie Du es Dir wünschst und vorstellst, wie es richtig sein würde Deiner Meinung nach?

      Du willst doch selbst auch so geliebt werden, wie Du bist! Wieso also nicht einfach ein bisschen Nachsicht und Mitgefühl und Liebe mit Deiner Oma, eben so, wie sie ist?
      Denn letztlich hat sie ja wohl nur das all das getan, wozu sie eben fähig ist und damit auch versucht irgendwie ihr Bestes zu geben. Warum nicht einfach ein bisschen Nachsicht haben mit der alten Frau?

      Du machst mit Sicherheit auch nicht alles richtig, verhältst Dich nicth immer richtig und trotzdem möchtest Du so angenommen und geliebt werden wie Du bist!
      Das, was Du für Dich einforderst, machst Du offensichtlich selbst nicht! Deiner Oma einfach mit Nachsicht und liebevoll zu begegnen!
      Fristest damit selbst ein bedauernswertes, tristes Leben!
      Wenn Du Deine Schattenseiten wirklich anerkennen und bearbeiten willst, dann fang doch vielleicht einfach damit an, Deiner Oma mit Liebe und herzlichen Gefühlen zu begegnen.

      Ich bin froh, dass ich meine Oma noch habe. Eine Frau, die schlimmes Zeiten in ihrem Leben erlebt hat und das hat sie auch irgendwie hart gemacht. Trotzdem ist es meine Oma, und ich weiss, dass sie mich auf ihre Weise liebt, auch wenn sie das vielleicht nicht immer so zeigen kann, ich auch eben Süßigkeiten oder mein Lieblingsessen gekocht bekam. Aber ich bin heute froh, dass ich meine Oma irgendwie heute mit auf meinen Schultern tragen kann, denn ohne sie würde ich gar nicht auf der Welt sein!

  6. Silvi sagt:

    Ich habe nicht den Eindruck, dass hier Begriffe leichtfertig benutzt werden. Zumeist geht dem Ganzen eine längere Leidensgeschichte und zahlreiche Gespräche voraus, mit Experten, manchmal auch mit Freunden. Eigentlich sollten die Gespräche mit Psychologen oder Psychotherapeuten von dem Narzissten geführt werden, aber diese Menschen scheut er wie der Teufel das Weihwasser; sie sind ja mehr oder weniger für ihn Scharlatane. Es dauert zumeist lange, sehr lange, bis man es wagt, einen Menschen mit einer Persönlichkeitsstörung zu bezeichnen. Und es gibt sie durchaus, diese Narzissten jeglicher Couleur. Nur wissen sie sich ausgesprochen gut zu tarnen und werden daher unzureichend erkannt.

    • Achim sagt:

      Silvi
      wieso sollen mit dem Psychotherapeuten und Psychlogen des Narzissten Gespräche geführt werden? Meinst Du, daß die nicht kompetent genug sind, selbst erkennen zu können, wen sie vor sich haben? Meinst Du wirklich, dass denen als Fachleuten erst von nem Laien erklärt werden müsste, was oder wer ein krankhafter Narzisst ist?

      Ich bin entsetzt, wie hier in diesem Blog Menschen, die anders denken, sich anders verhalten, als von dem einen oder anderen erwartet und für richtig empfunden wird, hier pauschal zum Narzissten stigamtisiert werden!
      Was ist das für eine kranke Gesellschaft, wo jeder Andersdenkende sofort abgeurteilt wird?
      Es steht für mich außer Frage, dass es Menschen gibt, die an einer Persönlichkeitsstörung leiden und dadurch auch andere in Mitleidenschaft gezogen werden können. Aber das ist jedes Mal ein individueller Fall und gehört zu einem Fachmann, einem echten Psychologen und Psychiater, und nicht zur Stigmatisierung von irgendwelchen selbsternannten Laienpsychologen und esoterischen Laienpsychologen!
      Es ist gefährlich, einen anderen Menschen als psychisch krank zu bezeichnen! Und das vielleicht auch nur, weil er ne andere Meinung und ne andere Denkweise vertritt!
      Haben die Nazi´s übrigens auch so gemacht und auch die Stasi hat sich solcher Methoden bedient. Wer anders dachte, sich anders verhalten hat, der wurde ausgegrenzt und sollte vernichtet werden.
      Und so fängts ja im Kleine an und im Großen wie bei den Nazi´s hörts dann auch! Widerlich!

      • Silvi sagt:

        Hallo Achim!
        Zwecks Richtig- und Klarstellung: ich habe nicht geschrieben, dass der Therapeut des Narzissten aufgesucht werden soll, sondern der Narzisst sich zu Gesprächen mit einem Therapeuten bereit erklären sollte. Aber das wird VOM IHM strikt abgelehnt! Siehe: scheut er wie der Teufel….Warum eigentlich, frage ich mich. Derartige Gespräche oder eine Mediation können durchaus hilfreich sein. Die Beiträge hier sollten korrekt gelesen werden, bevor sie kommentiert werden.
        Offenbar sind sowohl Robert als auch Achim noch nie einem Narzissten hautnah begegnet, und es ist ihnen auch nicht zu wünschen. Und ich frage mich, warum sie diesen blog hier lesen??
        Den Vergleich mit Nazideutschland und Stasimethoden finde ich so, wie er hier angeführt wurde, völlig daneben. Es geht nicht darum, andere zu stigmatisieren.

  7. Sabine sagt:

    Guten Tag.

    Ehrlich gesagt bin ich entsetzt darüber, dass hier Diagnosen gestellt und Menschen verurteilt werden.

    Ob ein Mensch eine Persönlichkeitsstörung hat kann meiner persönlichen Meinung nach nur ein Psychologe oder Psychiater feststellen.

    Auch ich war in einer Beziehung zu einem Mann, auf den fast alles zutraf, was ich über diverse Persönlichkeitsstörungen las.
    Da überlappte einiges.
    Trotzdem würde ich ihm bis heute keine Persönlichkeitsstörung unterstellen.

    Ich bin fast zugrunde gegangen in dieser “ Partnerschaft“.
    Heute habe ich Null Kontakt, weil das besser ist für mich.
    Weil ich mich schützen muss.

    Er hat mich leider in Schubladen gesteckt.
    Weil ich bestimmte Social Networks meide, weil ich eine bestimmte Airline nicht nutze, weil ich versuche, so gut ich kann einen bestimmten Lebensmittelkonzern und dessen Marken zu meiden.

    Da war ich der böse Gutmensch, der andere missionieren will.
    Nur: das habe ich nie getan. Das hat er so gedreht.
    Wenn ich das Wort „Gutmensch“ lese oder höre, gehen bei mir alle Alarmglocken an.

    Wenn ihr möchtet, könnt ihr ja mal in euch gehen und euch ehrlich fragen, ob es gut und richtig sein kann, als Laien Menschen zu diagnostizieren oder andere als Gutmensch zu bezeichnen.

    Quelle Wikipedia,
    Stand 28.08.2017, 20:00 Uhr:
    Bei Wahlen zum Unwort des Jahres in Deutschland erhielt das Wort für das Jahr 2011 den zweiten und für 2015 den ersten Platz.

    2011 war der Begriff Kandidat für das Unwort des Jahres in Deutschland. Der Begriff wurde – hinter Döner-Morde – auf Platz 2 gewählt. Dies begründete die Jury folgendermaßen:

    „Mit dem Ausdruck Gutmensch wird insbesondere in Internet-Foren das ethische Ideal des ‚guten Menschen‘ in hämischer Weise aufgegriffen, um Andersdenkende pauschal und ohne Ansehung ihrer Argumente zu diffamieren und als naiv abzuqualifizieren. Ähnlich wie der meist ebenfalls in diffamierender Absicht gebrauchte Ausdruck Wutbürger widerspricht der abwertend verwendete Ausdruck Gutmensch Grundprinzipien der Demokratie, zu denen die notwendige Orientierung politischen Handelns an ethischen Prinzipien und das Ideal der Aushandlung gemeinsamer gesellschaftlicher Wertorientierungen in rationaler Diskussion gehören. Der Ausdruck wird zwar schon seit 20 Jahren in der hier gerügten Weise benutzt. Im Jahr 2011 ist er aber in unterschiedlichen gesellschaftspolitischen Kontexten einflussreich geworden und hat somit sein Diffamierungspotential als „Kampfbegriff gegen Andersdenkende“ verstärkt entfaltet.“

    Für das Jahr 2015 war die Begründung, dass im Zusammenhang mit dem Flüchtlingsthema insbesondere auch diejenigen beschimpft werden, die sich ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe oder gegen die flüchtlingsfeindliche Angriffe in der Bundesrepublik Deutschland einsetzen.Die Wahl war beeinflusst durch das Flüchtlingsthema 2015.„Gutmensch“ wurde gewählt, weil der Begriff ‚Hilfsbereitschaft‘ pauschal als naiv, dumm und weltfremd diffamiere.Die Kritik richte sich nicht nur gegen Rechtspopulisten, sondern auch gegen Journalisten auch von Leitmedien, die das Wort „Gutmensch“ gebrauchen würden.
    (Zitat Ende)

    Schönen Abend noch.
    Sabine

    • PaMa sagt:

      @Sabine

      Der Grossteil der Schreiber in diesem Forum leben oder haben jahre- und jahrzehntelang mit Menschen zusammengelebt die mehr oder weniger ausgeprägte Narzisstische Züge aufweisen. Sie haben ihre Erfahrungen mit dem Verhalten dieser Menschen und diese sind geprägt von Manipulation, emotionalem Missbrauch, teilweise körperliche aber vorallem seelische Gewalt, Stalking nach dem Beziehungsende.
      Aussenstehende sehen diese Dinge nicht und können sich nicht vorstellen, dass sich hinter dieser sauberen und charmanten Fassade ein hässliches Monster versteckt.
      Meine Erfahrung ist, dass wir Betroffenen uns verdreht, verleugnet und selbst fast aufgegeben haben. Viele haben auch körperliche Beschwerden (Schmerzen, Bluthochdruck, massiver Gewichtsverlust…)

      Es war und ist für mich immer noch nicht ganz begreifbar wie, in meinem Fall ein Arzt, einen Menschen „absichtlich“ so zerstören kann mit dem einen Ziel sich als Superheld und Allwissend bestätigt zu sehen. Ich bin nicht die Einzigste, ich weiss von drei anderen Frauen die dasselbe mit diesem Menschen erlebt haben.

      Mir hat dieser Mensch über Jahre erklärt, ich müsse nun endlich meinen Narzissmus ausmerzen, er ist ja Arzt, er muss es ja wissen…bis ich irgendwann kapiert habe, dass nicht ich das Problem bin sondern er.
      Er ist hochgradig narzisstisch veranlagt…alle Versuche eine „Paartherapie“ zu machen hat er elegant abgelehnt oder unter anderen Vorwänden auf den Sankt-Nimmerleinstag verschoben…einen „Therapieversuch“ hätte er nur bei einer seiner Freundinnen gemacht, die natürlich soweit manipuliert ist, dass sie ihn gegen mich unterstütz hätte. Als ich das so formuliert habe wurde er wütend und laut und ich war wieder diejenige die alles Schwarz/Weiss sieht. Heute weiss ich, ich lag total richtig mit meiner Vermutung.
      Und warum; ein unabhängiger Therapeut hätte sein wahres Gesicht aufdecken können.

      Es geht hier nicht darum andere Menschen zu verurteilen. Es geht um einen Austausch mit Gleichgesinnten und es ist einfach eine Tatsache, dass sich die wenigsten Menschen die narzisstische Züge aufweisen therapieren lassen…diese Menschen haben aus ihrer Sicht keine Probleme, alle anderen Menschen sind hochgradig psychisch krank und benötigen dringend Therapien.

      Es gibt viele Bücher zu diesem Thema und wenn du dich länger mit diesem Thema befasst wirst du erkennen, dass es immer ähnliche Muster sind die diese Menschen aufweisen. Das hat wiederum nichts mit Schubladisieren zu tun, weil diese Verhaltensweisen extrem stark ausgeprägt sind und sich permanent wiederholen (z.B. Immer die gleichen Sätze; Schuldzuweisung an den anderen; manipulatives Geschwurbel; Schweigen als Bestrafung; Streitereien wegen einer Banalität wo am Ende der Betroffene die Schuld zugewiesen bekommt obwohl er vielleicht nur eine einfache Frage gestellt hat… usw. )
      Das alles können Betroffene nicht einfach unabhängig voneinander aufschreiben und erfinden.

      Es ist wichtig, dass über das Thema Narzissmus informiert wird. Viele Menschen sind in solchen Beziehungen gefangen, meinen sie seien die Einzigen die Leiden müssen und schämen sich dafür. Zu sehen dass es ganz viele gibt die genau diese Situationen kennen, helfen diesen Menschen sich aus solchen Beziehungen zu lösen und ihren Selbstwert wieder aufzubauen.

      • Robert sagt:

        Hallo Pam a,

        wenn ich hier das ganze lese, dann schwillt mir echt der Kamm, denn ich selbst habe narzisstische Züge und dennoch bin ich weder hochgradig Aggressiv noch in mich Selbstverliebt oder bin nur auf meine Vorteile bei jemanden aus, weil ich meine Lebensvision schon lange lebe und meinen Lebensweg kenne, meine erste Ehefrau hatte Phobien, meine zweite Gleichfalls und bei beiden war ich die treibende Kraft, das sie sich helfen lassen und ebenso sehe ich Kritik an mir positiv, nicht negativ! Ihr wird ja der Mensch an sich schon schlecht und Gesellschaftsunfähig geredet, man muss auch immer die Hindergründe dieser Persönlichkeitsstörung kennen bevor man darüber urteilt, da ich selbst kein Kind der Liebe war, von der Mutter, als Missgeschick der Zeit gesehen, vom Vater als Aushängeschild seines eigenen Egos, wenn ich Top Leistungen erbracht habe, aber von beide nie wirklich geliebt worden, da waren meine Geschwister besser dran, so und jetzt glaubt der halbwegs Normale Mensch, es macht Spaß mit so einer Veränderung der Persönlichkeit zu leben, obwohl ich nie Liebe von innigkeit erfahren habe, kann ich Liebe aus tiefsten Herzen geben! Bin jetzt fast 50ig!

        • kleiner Geist sagt:

          Es gibt Unterschiede.
          Narzissten, die erkennen, dass etwas falsch läuft (bei ihnen selbst!).
          Und Narzissten, die anderen immer die Schuld zuweisen.

          Erstere… keine Ahnung, ob sie Schaden anrichten oder nicht. Aber ich habe Hochachtung vor denen, die erkennen und handeln. Sich selbst reflektieren und denen bewusst ist, was sie sind. Und dann ihren Narzissmus in die richtige Richtung lenken (ja, ich denke, es gibt einen „gesunden“ Narzissmus – genau wie einen „gesunden“ Egoismus).

          Letztere… richten Schaden an, den man schwer bis gar nicht „nachweisen“ kann. Den man als Betroffene/r nur spürt, schwer erklären kann und dann doch zu hören bekommt „Ich weiß nicht… bei mir ist er immer so höflich und hilfsbereit…“

          Ich hatte so einen an meiner Seite. Habe ein gemeinsames Kind mit ihm – und kämpfe Tag für Tag. Erklärungen zu haben, zu wissen, womit ich es zu tun habe, hat mich unglaublich erleichtert.

  8. Silvi sagt:

    Hi, was macht ein altruistischer Narzisst, wenn er alt und älter wird und seine Hilfeleistungen immer rarer werden (müssen). Worauf konzentriert er sich dann?

  9. Blueberry sagt:

    Jeder gibt gerne.Aber auf seine Weise.Aber Diese Art von Narzisten geben dir vor wie du ihren Speichel lecken sollst.Sie schenken dir Dinge die sie selbst nicht brauchen, die du auch nicht gebrauchen kannst für jedes Danke und jede nur erdenklich kleine Wertschätzung.Und ganz schlimm ist wenn du dann erwähnst das du das Geschenk leider nicht gebrauchen kannst.Dann wird dir der Plunder aufgeschwatzt oder du bist undankbar.da werden einem Ganze Tätigkeiten aufgeschwatzt und deine Wohnung wird dann renoviert aber in der Farbe die er wollte.Dir werden sogar Geschenke vorgeworfen die er noch nicht mal geschenkt hat.Solche Leute entmündigen dann ändere und entscheiden bei Gericht ob der Mensch zurechnungsfähig ist oder nicht.oder arbeiten im Kindergarten, wo Kinder noch so schön ungefiltert anhimmeln. nur mit den Kindern der eigenen Partnerin ist das so ne Sache weil die eben nie brav genug sind und weit weg von dem sind was sie eigentlich sein könnten.diese FOrm von Narzismus ist wirklich die schlimmste, weil du Anfangs wirklich so überzeugt bist das sie wirklich nur das gute von dir wollen.Am Ende stehst du mit ner Menge Schulden ganz alleine da.Und begreift nur langsam was passiert.was ich am Anfang den Mann in Schutz genommen habe……obwohl ich längst wusste was er ist.ich hab den Fehler tatsächlich bei mir gesucht……

  10. Celine sagt:

    @ Lina2

    Hallo Lina2,

    Deine Ausführungen haben mich überzeugt.

    Hier noch ein paar Ergänzungen mit besonders abscheulichen Beispielen an heimtückischer Helferhaltung.

    In Spiegel online gibt es einen Artikel „Wenn Mütter zu Monstern werden“.

    Da geht es um das „stellvertretende Münchhausen-Syndrom“.

    Mir ist beim Lesen des Artikels fast übel geworden. Für solche abartigen Mütter, die ihre Kinder absichtlich krank machen und fast zu Tode quälen, und dann in den Krankenhäusern aufkreuzen, um sich dort als überaus besorgte, aufopferungsvolle Vollblutmütter zu inszenieren und in dieser Rolle um Aufmerksamkeit zu buhlen, scheint mir keine Strafe hoch genug zu sein. Diese Mütter sollen angeblich häufig aus Pflegeberufen kommen, sich gut in medizinischen Themen auskennen und führen daher besonders gekonnt Ärzte an der Nase herum. Dieses Täuschen der Ärtze verleiht ihnen dann noch ein zusätzliches Machtgefühl.

    Die Dunkelziffer soll recht hoch sein. Und da soll man noch an einen gerechten, gütigen Gott glauben???!!

    Dann gibt es noch die „barmherzigen“ Schwestern und Pfleger, die Hilflosen in Krankenhäusern und Pflegeheimen das Lebenslicht ausblasen – natürlich aus „Mitleid“ angesichts des Leidens der Abhängigen. Vor Gericht wird diesen „Barmherzigen“ meist ein narzisstische Persönlichkeitsstörung attestiert.

    Nun genug der Abartigkeiten, es gibt sie zweifellos, trotzdem möchte ich die Beschäftigung damit so gering wie möglich halten, was nicht heißen soll, dass ich im Alltag nicht sehr wachsam bin gegenüber Untaten. Wegsehen ist nicht mein Ding.

    • Lina2 sagt:

      Ja, den Artikel lesen ich gleich.

      Mir fiel noch die Mutter Theresa ein, die Heilige, die den Armen Medikamente verweigerte mit der Begründung, Schmerzen bringen einen näher zu Gott, selbst aber später in USA alles was schmerzlindernd war, gern in Anspruch nahm.
      Sie war Herrscherin über viele Schwarzkonten…

      Allerdings gab sie selber zu, dass das Helfen ihr tiefe Befriedigung verschaffe. Ich setze hinzu, zum Glück für sie kam nicht alles hoch, wie sie die von ihr Abhängigen quälte, und unbemerkt Gelder dahin fließen ließ, wo die Spender sie nicht haben wollten, gedeckt bis heute von der katholischen Kirche. Vorhandene Hilfe versagen,Macht ausüben Über Arme und Kranke und noch mit theologischer Begründung, wie infam!

      • Céline sagt:

        Das wusste ich gar nicht, dass Mutter Theresa so eine infame, verschlagene Person war!
        danke für die Info!

        Jetzt fällt mir noch ein ganz schönes Beispiel ein für Hilfe, wobei es bestimmt wieder manchen Irren geben dürfte, der diesen Menschen pathologisieren würde.
        Es handelt sich um den franz. Neurowissenschaftler David Servan-Schreiber.
        Dieser Mann war wahrlich von Mutter Natur reichlichst bedacht worden – hochbegabt, sehr gut aussehend, charismatisch, aus bester Familie (Sohn des Politikers Jean-Jacques Servan-Schreiber) und ein Herz aus Gold.
        Dieser Mann wurde mit Anfang 30 von einem Hirntumor befallen. Anstatt rumzuklagen, schrieb er 2 Bücher über den Umgang mit Krebs und ein zweites über die moderne Behandlung psychischer Leiden.
        Und er setzte seine ganze Kraft ein, um Krebserkrankten zu helfen, war Mitbegründer von Ärzte ohne Grenzen, war im Irakkrieg als Arzt vor Ort unter Einsatz seines eigenen Lebens, etc.
        Er verausgabte sich aber derart, dass sein Körper nach 20 Jahren höchster Verausgabung nicht mehr mitmachte und er den Kampf gegen den Krebs verlor.
        Als seine Brüder ihn auf dem Sterbebett fragten, ob er nicht vieles anders machen würde, sich zum Beispiel mehr schonen, würde ihm das Leben nochmals geschenkt, sagte er entschlossen, niemals, das Helfen habe ihn so unausprechlich glücklich gemacht, dass er alles genau nochmal so machen würde, lieber würde er mit Anfang 50 nach einem prallen, erfüllten Leben sterben, als ein langweiliges sinnentleertes Leben mit 90 zu beenden.
        Jedem seiner Patienten – auch schwerkranken – verschaffte er umgehend ein Ehrenamt. Anfangs waren die nicht begeistert, aber nach einiger Zeit blühten sie auf, und bedankten sich bei ihm.
        Sie waren wieder Teil einer Gemeinschaft geworden, sahen wieder einen Sinn in ihrem Leben.
        Genau das braucht der Mensch: Zugehörigkeit, Eingebettetsein in eine Gemeinschaft und das Gefühl, einen Beitrag zum Wohle anderer geleistet zu haben.

    • Corry sagt:

      Anmerkung :
      Das Münchhausen-Syndrom ist keine Abwandlung Unterform o.ä. der NPS.

      Manchmal werden mir die Kommentare, die „einfälle “ und Gedankensprünge mir das hier alles zu wild durcheinandergemischt und zu sehr Küchenpsychologisch dargeboten.
      Der oft polemische Hochmut einiger nervt.

      Nicht alle Narzissten sind “ böse “ , nicht jeder Egomane ist ein Narzisst.
      Punkt.
      Und eine Frau, die ihren Kindern “ Sowas “ antut, ist immer psychisch krank.
      Eine NPS ist einfach eine Persönlichkeitsstörung, keine psychische Krankheit im Sinne einer Diagnose laut ICD u.a.
      Eine vor Gericht dem Angeklagten zugestanden NPS hat keinen Einfluss auf das Strafmaß.

    • Achim sagt:

      Mütter, die ihre Kinder absichtlich krank machen und fast zu Tode quälen, und dann in den Krankenhäusern aufkreuzen, um sich dort als überaus besorgte, aufopferungsvolle Vollblutmütter zu inszenieren und in dieser Rolle um Aufmerksamkeit zu buhlen, brauchen keine BESTRAFUNG, sondern Hilfe! Hilfe in Form von Therapie!
      Denn diese Mütter tun das, was sie mit ihren Kindern tun nicht aus böser Absicht heraus, sondern aus ihrer eigenen Bedürftigkeit.
      Mütter, die so etwas machen, sind keine schlechten Menschen, sondern es sind kranke Menschen, die die Hilfe brauchen von Fachleuten, wie es geschulte Psychologen und Psychiater sind!

  11. Sahra sagt:

    Vielen Dank für diesen Artikel. Ich war ca. ein Jahr lang mit einem Narzissten zusammen und habe für meine Aufarbeitung sehr viel zum Thema gelesen. Einige Aspekte blieben aber für mich immer noch als Fragen offen, v.a. die Frage, ob ich die mitunter sehr schmerzhaften Auseinandersetzungen nicht hätte verhindern können. Mir blieb es ein Rätsel, wie dieser Mensch damals so lieb und so übermäßig hilfsbereit sein konnte und dann so kalt, herablassend und brutal. Dieser Widerspruch hinderte mich daran, ihn als nur destruktiven Menschen abzustempeln und innerlich loszulassen. Seine Hilfsbereitschaft hatte ich als Nebenprodukt seines Bedürfnisses nach Anerkennung gesehen: dass er aufopfernd und helfend auftrat, um sein positiv konstruiertes Eigenbild stützen und vor sich und anderen rechtfertigen zu können. Der Widerspruch zwischen seiner lieben und dann so eiskalten Seite hing mir aber am meisten nach. Ich hatte es mir bisher so erklärt, dass sein liebes Verhalten (ganz ausgeprägt „unschuldigen Wesen“ wie Kindern und Tieren gegenüber) auf sein im Kern gutes und liebendes Wesen hindeutete. Dass er im Kern ein guter Menschen war, der sehnlichst Liebe und Hilfe brauchte. Und trotz besseren Wissens über den Narzissmus kamen rückblickend gelegentlich Zweifel auf, ob es nicht doch die schwierigen Lebensumstände waren, die in ihm damals das Schlechteste zutage gefördert hatten.

    Der Begriff „altruistischer Narzissmus“ hat für mich den fehlende Puzzleteil geliefert, um die Dynamik und Ausprägung des Narzissmus in meiner erlebten Beziehung vollständig zu verstehen, insbesondere weil in der Behandlung von Narzissmus oftmals die überheblichen und berechnenden Züge von Narzissten erklärt werden. Wertvoll finde ich vor allem, wie stark altruistisches und liebes Verhalten mit dem „existentiellen“ Bedürfnis nach Macht, Kontrolle und Omnipotenz in Zusammenhang steht. Wie sehr es beim altruistisch ausgeprägten Narzissmus Bestandteil der narzisstischen Dynamik ist. Eine seine Hilfe bedürfende/annehmende und in seinen Augen somit schwächere Person, kann der Narzisst leichter nutzen, um sich aufzuwerten.

    Für mich hat sich wirklich etwas durch diesen Aspekt gelöst. Dennoch bleibt etwas in mir ratlos vor der Frage, wie es sein kann, dass ein Mensch so viel potentiell Wertvolles in sich hat, aber dennoch dazu keinen Zugang hat, und somit auch keinen Zugang zur Fähigkeit, sich und andere zu lieben. Wie stark muss die Angst sein, die untergründig erlebte Wertlosigkeit und Leere spüren zu müssen, dass sich derart starke Abwehrmechanismen etablieren konnten, um das konstruierte, schützende, aber so verzerrte Selbstbild unter keinen Umständen zu gefährden. Dass diese Personen ihre eigene Tragik nicht sehen können.

    • Lina2 sagt:

      Du hast Recht in einem Punkt, dass ihn die widrigen Umstände so werden ließen, so wird niemand geboren.

      Trotzdem nimmt ihm das nicht seine Verantwortung, sich darum zu kümmern, und nicht als A…. l… Durch die Welt zu gehen. Wenn nicht, sein Problem. Er wird genug Feedback von noch vielen bekommen, du wirst dazu nicht mehr herhalten müssen, wenn du es nicht mehr erlaubst. Es wäre sowieso umsonst.

      Du kannst da nichts machen, du kannst das höchstens verstärken, wenn er denkt, er bekommt den Rücken immer frei gehalten und wird verehrt, egal wie er sich benimmt.

      Und es nimmt dir auch nicht die Verantwortung, dich um dich zu kümmern, was dich dazu brachte, etwas, was keine Liebe ist, für Liebe zu halten.

      Er kann sich schon helfen, wirst sehen.
      Also konzentriere Dich mal auf dich, damit du nie wieder erlaubt, dass jemand dich so schlecht behandelt, daß hat keiner verdient, schwere Kindheit hin oder her.

      Sei gnädig zu dir.

  12. Céline sagt:

    Wenn man jemandem hilft und sich wohl dabei fühlt, und derjenige dem geholfen wird, fühlt sich ebenfalls wohl – so ist das eine klassische win-win-Situation – so what?
    Worüber beklagt Ihr Euch?

    • Aloha sagt:

      Beklagen kann man das vielleicht nicht nennen….
      Vielleicht ärgert man sich über sich selbst, dass man so lange gewisse „Spiele“ von eigentlichen Freunden oder Familienmitgliedern nicht erkannt hat. Man glaubte an ehrliche altruistische Motivation des Anderen und wurde immer wieder vor den Kopf gestoßen.
      Win win hat keine egoistischen und manipulativen Absichten.
      Bei Narzissten läuft ein bewusstes oder unbewusstes „Spiel“ ab. Und sie sind gnadenlose Spieler! Und nochmal: sie merken es meist selbst nicht, wie sehr sie andere manipulieren und benutzen.

    • Friedel sagt:

      Wer beklagt sich denn?

      Ein aufklärender Newsletter und Kommentare dazu.

      Nicht mehr und nicht weniger. Alles andere ist aus meiner Sicht eigene Interpretation.

    • Silv sagt:

      Cèline, mal wieder ne Runde provozieren?

      Was machst du hier?

      • Lina2 sagt:

        Silv, kannst du das mal ein wenig zurück halten, dass du regelmäßig andere runter machst? Es nervt.

        Celine, es ist ja eben keine Win-Win-Situation, irgendwann geht es dem, dem „geholfen“ wird ganz schlecht und das Schlimme ist, er weiß nicht warum und denkt, es liegt an ihm, bekommt vielleicht sogar
        Schuldgefühle, dass er sich gegen die Grenzüberschreitungen nicht wehren kann, weil er sie nicht erkennt als das was sie sind.

        • Céline sagt:

          Danke für Ihre zivilcouragierte Unterstützung.

          Natürlich kann unerbetenes Helfen die Absicht verfolgen, den andern klein- und abhängig zu halten und Macht und Kontrolle über ihn zu erlangen. Da haben Sie völlig recht.

          Aber das würde ich nicht als Altruismus bezeichnen. Die Wendung „Narzissten in der Rolle als falsche Helfer“ scheint mir da angemessener.

          Altruismus ist zunächst ja eine sehr schöne menschliche Eigenschaft, die in unserer kalten neoliberalen Wettbewerbsgesellschaft viel mehr gepflegt werden müsste. Im Tierreich auch unter Kleinkindern ist Altruismus bereits vorzufinden. Kindern wird aber eine kooperative, solidarische Haltung mit dem Älterwerden abtrainiert – vor allem in Deutschland. Jeder für sich und Gott gegen alle, ist hier die Devise, Freundlichkeit, Mitgefühl gelten als Schwäche.

          Die Hirnforschung konnte belegen, dass Gutsein glücklich macht, das Belohnungssystem im Gehirn wird aktviert. Es ist auch eine wunderbare Ressource gegen Sress und vielen würde ein Ehrenamt bessere therapeutische Dienste erweisen als ein Gang zum Therapeuten, wo die narzisstische Selbstbespiegelung ja geradezu gepflegt wird, so dass die meisten kaum noch Freunde finden angesichts ihrer von Therapeuten antrainierten egozentrischen neuen Haltung.
          Wie würde die Welt ohne ehrenamtliche Helfer im Flüchtlings-, Kriegs-, Erdbebengebieten wohl aussehen. Und diese Helfer sind bestimmt nicht die Unglücklichsten unter uns. Und wenn Sie ein Dankeschön und Anerkennung für ihre Hilfe erwarten – so what.

          Wer am neuesten wissenschaftlichen Forschungsstand zum Thema Altruismus interessiert ist, dem ist die Scobel-Sendung „Die Kraft des Guten“ zu empfehlen.
          Besonders die Beiträge der Neurowissenschaftlerin Tanja Singer vom Max-Planck-Institut und natürlich der wunderbare, weltbekannte Matthieu Ricard – Molekularbiologe und buddhistischer Mönch – dürfen mit ihren Beiträgen zum Thema „Altruismus, Mitgefühl, Emnpathie“ nicht vergessen werden.

          Ganz nebenbei bin ich mir mittlerweile sogar recht sicher, dass man mit dieser Haltung, sich dem Guten im Mitmenschen zuzuwenden, besonders schnell unangenehme, destruktive Menschen erkennt. Das Alarmsystem im Gehirn meldet sich sofort, wenn Widersprüche beim Gegenüber sich auftun – ein falsches Lächeln, eine unangenehme Stimme, Zweideutigkeiten in der Kommunikation, Widersprüche im Verhalten, etc.
          Außerdem macht man natürlich bessere zwischenmenschliche Erfahrungen, wenn man den Leuten zunächst mal einen Vertrauensvorschuss gibt. Man wirkt dann nicht mehr so bedürftig und der Narzisst läßt einen so eher links liegen.

          Wenn ich hingegen den Fokus immer nur auf die Schattenseiten der Menschen lege, wirke ich unzufrieden, verkrampft, isoliert, misstrauisch. All das macht sich der Narzisst zunutze, er spürt, die wird mir dieser Haltung wenig Freunde haben, die ist wahrscheinlich recht isoliert, umso schneller wird sie angesichts ein paar Schmeichelworten abhängig.

          • Lina2 sagt:

            Ja, ich finde es ja auch wundervoll, wenn Menschen zusammenhalten und sich gegenseitig helfen.

            Es gibt aber einen Unterschied in der Motivation des Helfer. Und der, dem geholfen wird, dem wird nur scheinbar geholfen, er dient manchmal nur als schlechtes Beispiel. Ich denke da an die Süchtigen und ihre Koabhängigen. Ich habe life erlebt, wie einem trockenen Alkoholiker von der Mutter Mundspray mit Alkohol verabreicht wurde, so schnell konnte der gar nicht gucken, ich stand daneben und es war so absurd schnell, dass ich auch nichts tun konnte. Ja, es war mein Narz. Und er tut mir auch oft leid, was die Mutter sonst noch so manipuliert bis heute. Auf einen sanften Hinweis von mir, dass er ja nicht ohne Grund als Junge abgehauen ist und nicht ohne Grund so weit weg von ihr wohnt, reagierte er aggressiv, mein laienhaftes Psychowissen hat nichts mit ihm zu tun. Na gut, ist ja nicht mehr mein Ding geworden, ist mein Ex.
            Aber ich kenne auch andere, die absichtlich klein gehalten werden, damit ein anderer erzählen kann, was man da schon wieder helfen musste.

            Das Wort „altruistisch“ müsste genauer ergänzt werden mit „scheinbar“ oder „scheinheilig“, aber eigentlich weiß man auch so, dass das Wortpaar paradox zusammengestellt wurde und so das Dilemma verkürzt auf den Punkt gebracht wird.
            Wirklich Altruistisch ist der Narzisst
            selten, ich glaube mit viel Achtsamkeit kann man den Unterschied spüren, und sich dann bald der narzisstischenHilfe entziehen, und sich Hilfe suchen, wo es ein gegenseitiges Geben und Nehmen gibt, ohne dass jemand zur Hilfe benutzt wird.

            Wenn du schreibst, dass es echte Warmherzigkeit
            immer weniger gibt, so ist meine Theorie: je narzisstischer die Gesellschaft, umso einsamer werden die Menschen.
            Das heißt doch aber, dass man dem Narzissmus gegensteuern muss und/oder sich Lebensbereiche mit echten Beziehungen (und echten Helfern) suchen muss und die bisherigen narzisstischen Systeme, in denen man vielleicht aufgewachsen ist, verlassen muss. Es gibt ja Alternativen, aber es ist schwer, sich aus diesem Geflecht zu befreien. Oder aufzuhören, einen anderen, der ja so eine schlimme Diagnose hat, retten zu wollen gegen seinen Willen.

            Ich sehe bei diesen narzisstischen Kollisionen oft Beziehungen, die man nur führt, um von sich selber abzulenken und um sicnicht mith
            sich selber zu befassen. Eine schwierige Beziehung ist sehr gut geeignet, keine
            Zeit für die eigenen Aufräumarbeiten zu haben.
            Und zu lernen, wie man echte Beziehungen gen führt, die Wachstum und die nicht Zerstörung bringen.

    • Andrea Mattausch sagt:

      Ja, ist es nicht völlig absurd, hinter Hilfsbereitschaft und liebevollem Handeln,und dem Versuch, Ideale umzusetzen, anstatt nur ethisch interesseante Reden zu halten, also zu labern, eine Negativität zu vermuten und zwar eine im Grunde zerstörerische, narzisstische Grundhaltung? Woher will man denn das so genau wissen und müssen jetzt Leute, die sich zur Abwechslung mal darüber in klaren sind, dass es nicht nur um Karriere und Macht geht.. gehen kann.. in unserer Welt, die in aller ihrer Vielfalt eben auch eine Menge Leid bereithält, Angst kriegen, ein Narziss Syndrom zu haben ? Es ist dabei auch sehr menschlich und nichts Schlimmes, wenn man sich etwas positive Resonanz wünscht. Natürlich gibt es in einigen Formen der Hilfsbereitschaft etwas wie Machtgehabe , aber dann hat dieser Alturismus keine wirkliche Grundlage und es ist leicht möglich, solche Spielchen aufzudecken.Und es ist auf jeden Fall besser, nur zu helfen, wenn man es wiklich will und empfindet

      • Lina2 sagt:

        Der narzisstischen Altruismus fühlt sich anders an für die, denen geholfen wird und ist kein echter Altruismus.

        Und er ist noch schwerer zu enttarnen als das was man sonst unter Narzissmus versteht.

        War der Unterschied oben im Text nicht klar?
        Es geht dabei nicht um echte Hilfe und Großherzigkeit, das Belehren, Macht ausübende und Erniedrigende kommt im Mantel des Helfersyndroms und des Gutmenschentums daher und ist eine Plage. Man kann sich lange nicht gegen diese Gaben wehren und die „Geholfenen“ wundern sich, warum es ihnen irgendwie damit schlecht geht.

        Wie gesagt, es gibt einen großen Unterschied, den man nur erkennt, wenn man das weiß, dass es sowas überhaupt gibt.

  13. yvonne sagt:

    Ja, wenn „Hilfe“ mit Machtmissbrauch, Missionieren, abhängig machen, kontrollieren,
    Drohungen, unerwünschten Ratschlägen verbunden wird, dann ist sie eben Machtmissbrauch und keine Hilfe. Davon können sicher alle „missionierten“ Indianer und andere abhängig gemachten Opfer (sogar Prostituierte und Sektenmitglieder) ein trauriges Lied anstimmen. Aber ob man dem wirklich altruistischer Narzissmus sagen kann, weiss ich nicht. Es kommt zu häufig vor. Fast in allen Helferberufen und Institutionen. In Religionsgemeinschaften, Sekten und Gruppen sowieso.

    • Friedel sagt:

      Aus meiner Sicht sind die Unterschiede sehr gut im Newsletter aufgeführt und mit dem
      Satz „der altruistische Narzisst verfolgt egozentrische Motive“ ist die Darstellung 1a auf den Punkt gebracht.

      Glücklicherweise sind auch die Menschen noch nicht ausgestorben, die aus ihrer Persönlichkeit, Lebenseinstellung heraus und Wertestellung, Unterstützung und Hilfestellung leisten eben nicht aus dem Grund egozentrischer Motive.

    • Lina2 sagt:

      Ja, dort sind sie öfter, Yvonne, denn dort sammeln sich diese Art von Menschen. Sie fühlen sich zu diesen Berufen hingezogen, weil es ihnen sehr gut entspricht.
      Außerdem reicht zum Vergiften der Atmosphäre, wenn nur wenige zwischen den normalen Menschen sind. Die verlassen eher noch die Abteilung, nicht die Narzissten gehen. So dass an manchen Stellen wirklich viele Narzissten sind, die die Machtpositionen über Hilfsbedürftige ja auch gar nicht aufgeben konnen.

  14. linaluna75 sagt:

    Viiielen Dank, eeendlich dieser Artikel!!!!!

    Beruflich im Pflegebereich ansässig (Fachkraft), habe ich jahrelang unter genau dem Beschriebenen gelitten; auch ich selbst habe wohl ehrlichst betrachtet phasenweise Derartiges an den Tag gelegt – allerdings rückblickend (Burnout letztes Jahr) mehr aus der absoluten Unfähigkeit heraus, mich selbst UNabhängig von Anerkennung durch übertriebenes Engagement, zahllose „ehrenamtliche“ Einsätze und Überstunden durch Dritte wert zu schätzen; jedoch muss man dazu sagen, dass Narzissmus väterlicherseits sei über drei Generationen in extremer Ausprägung auch eine Atmosphäre schafft, in der man / frau kaum je „auf natürliche Art und Weise“ narzisstischen Missbrauch als solchen erkennt, entlarvt und den schwierigen Weg der Befreiung und Gesundung geht…- geschweige denn, soetwas wie gesundes Selbstwertgefühl zu entwickeln – die eigene Wahrnehmung wird einem abtrainiert (was aus Selbsthass dann von einem selbst für den Narzissten praktischerweise weiter geführt wird) bzw per se der Missbrauch negiert – ist es doch das Wichtigste, den Narzissten um Gottes Willen nicht zu „provozieren“, zu kränken (und wir alle wissen, sie sind irgendwie PERMANENT gekränkt, beleidigt, empört,usw – während ihr Gegenüber durch Projektion und Abwertung zuverlässig kleingemacht und/oder -gehalten wird…
    WEHE, man leistet Gegenwehr, besonders, wenn es die engsten Verwandten sind, die man eigentlich liebt…- dann ist man „geisteskrank“, war „schon immer bedauernswerterweise ein Problemfall“ usw…)

    Besonders schlimm wird es aber, wenn, wie im obigen Artikel beschrieben, die eigene gesamte Vorvergangenheit verdrängt, negiert wird – und sich irgendwann der „Gutmensch“ entwickelt – gern in besonders hedonistischem Rahmen -, der dann plötzlich Vegetarier oder Veganer ist, durch Yoga und Freunde, die denselben Weg der Verdrängung beschreiten, angestachelt, genauso „chic“ sein zu wollen, nur noch teure Biobaumwoll-Klamotten kauft und sogar Geringverdiener abwertet, die sich aus finanziellen Gründen nunmal dann und wann bei Discountern oder Kik usw versorgen müssen – und ja alle plötzlich Schuld sind an menschlicher Ausbeutung usw…
    Ist er dann mal nach Monaten in der verachteten Kleinstadt und seine Mutter hat zur Feier dieses „Events“ viel Geld ihrer kleinen Rente für ein opulentes Festessen ihm zu Ehren abgeknappst und stundenlang gekocht – dann ist die mäkelig-muckschige erste Frage: „Ist das denn auch mindestens BIO-Fleisch?! Ist Dir etw egal, wie es den Tieren geht? Und DAS soll ICH jetzt essen?!!

    Das sind Momente, da möchte man als große Schwester wirklich grob werden, um es harmlos auszudrücken…!!!

    Wie seriös die jeweiligen Bio-Siegel sind, woher das Geld für teure Bio-Produkte kommen soll, ob es ethisch vertretbar ist, dass diese Gutmenschen aus Bequemlichkeit aber dennoch „reinen Gewissens“ weiter bei amazon einkaufen (welch Widerspruch!!!) u. Ä, das alles ist dann nur böswillige Auslegung von Leuten, die „neidisch“ auf ihre „guten Taten“ sind; die sich nicht integer genug benehmen, um mit ihnen mithalten zu können – ob man aber selbst seit 30 Jahren regelmäßig spendet, Angehörige gepflegt hat, beruflich sozial tätig ist, hart an sich arbeitet, um diesen Narzissten nicht „weh zu tun“, sich per se zurücknimmt, um nicht die Atmosphäre zu „zerstören“ und Vieles mehr – alles gelogen, ausgedacht, usw – oder man hat „schlechte Laune“, „alten Groll, den man bei Narzissten abladen will“, ist „neidisch auf seinen Erfolg als Künstler“, muss dringend in Therapie, oderoderoder…

    Mir hat einst eine Therapeutin erklärt, der Narzisst hat immer die schlimmsten Erfahrungen gemacht – auch, wenn gar nichts war, und der Missbrauch durch ihn, das Negieren der Vergangenheit, die Abgründe seiner Seele, seine offenen Wunden, SEINE Agressionen, die er erfolgreich auf sein Ggü projiziert, (…) – all das tut er einfach deshalb, weil er es KANN – und ihm niemand je Grenzen gesetzt hat!!!

    Trotzdem ist es für viele Opfer (auch wenn ich das Wort nicht mag als Anhänger der Eigenverantwortung – aber ich musste lernen, dass Narzissmus derart eigene Strukturen hat, die andere einfach zu Opfern macht, da die Perfidität des Missbrauches wenig Handlungsspielraum und erst spätes Erkennen impliziert – und dann noch nichtmal sicher ist, ob man der eigenen Wahrnehmung trauen darf – oder nicht doch selbst einfach nur böse, gemein, tolpatschig oder sonstwie „falsch“ ist…) auch nach Jahren und Jahrzehnten extrem schlimm, wider besseres Wissen nach wie vor, teils gefühlt UNgemindert, auf die destruktiven Muster und Abläufe des latenten Missbrauchs zu reagieren; Panik, Angstzustände, Depressionen, der Hang, über sämtliche eigenen Grenzen zu gehen, ja nichtmal wirklich welche zu „haben“ zu scheinen, UND gleichzeitig den Narzissten ja auch zu lieben (Geschwister, usw) – DAS ist extrem hart…!!!

    Aber wir dürfen die Hoffnung auf Heilung nicht aufgeben!!! :)))

    • Friedel sagt:

      Die Ausführung zu Vegetariern kommt mir doch sehr bekannt vor. Dies führte innerhalb der Familie sogar dazu, dass ein Kind nach sich (heimlicher und an der Mutter vorbei) stets wiederholender „Gehirnwäsche“ unter Verwendung abstruser Versprechungen zum Vegetarier erklärte für Jahre.

      Ein Vertrauensmissbrauch eines Narzissten, wie er nicht beispielhafter hätte sein können.

      Im altruistischem Narzissmus verbirgt sich eine hoch manipulative Gefahr und die Menschen, die dem von Kindheit an ausgesetzt sind, brauchen Jahre bis Jahrzehnte die eigene innere Freiheit zu finden und ihre eigene Persönlichkeit zu entwickeln.

  15. Lina2 sagt:

    Menschen, die so ticken lernen entsprechende Berufe. Oder üben entsprechende Ehrenämter aus.
    Daher ist es nur zu logisch, dass in sozialen Einrichtungen, in der Seelsorge oder caritativen Einrichtungen die Gutmenschen den Menschen, die es nicht des Lobes wegen tun, die Luft vergiften.

    Und denen, die in einem ungleichen Verhältnis auf Hilfe angewiesen sind wird ein Bärendienst erwiesen.

    Sie können sich nicht wehren, wenn die Macht missbraucht wird. Siehe Mutter Theresa. Mir stehen die Haare zu Berge, wie so ein Mensch heilig gesprochen werden kann.

    Macht ausüben ist so auch ziemlich farblosen und inkompetent Figuren möglich, die auf diesem Weg Anerkennung bekommen und nicht an sich arbeiten müssen. Ich kenne ehrenamtliche Seelsorger in niedrigen Ämtern, die das Leben ganzer Familien bestimmten, von Kleidungsvorschriften, über Berufswahl und Kindererziehung, bis hin zur absurdesten Eheberatung. Sie hatten kein Geld aber unglaubliche Macht.

    Das Schlimmste ist wirklich, dass man das kaum offiziell enttarnen kann. Und Helfer werden überall gebraucht. Die kommen immer wo unter, um ihr Unheil unter deDeckmantel der selbstlosen Hilfe zu tun.

    Was ich obendrauf noch entsetzlich finde, dass die Ratschläge oft wirklich dazu dienen, den anderen naiv und in Abhängigkeit zu halten.
    Schon Adam und Eva durften ja auch nicht vom Baum der Erkenntnis essen, und erwachsen werden, es war mit dem Tod bedroht. Ich wundere mich immer, wie die Schuld da verschoben werden kann auf den ganz falschen. Das Muster ist uralt und vertraut, und ist auch die Ursache, dass die Gutmenschen das so lange machen können.

    • Lina2 sagt:

      Auch toll: selbsternannte Berater in Lebensfragen, vielleicht noch esoterisch angehaucht, da kann man auch als Gutmensch sein Ding abziehen. Suchende und Verletzte gibt es genug, die gern das Heil suchen, wenn es doch bloß einer verspricht.
      Ich habe gerade einen guten Freund, Wissenschaftler, der nie religiös war, im Alter von fast 60 an so eine verschwirmelte Heilersekte verloren. Da hab ich gesehen, wie groß die Macht ist, wie sie auf die richtigen Knöpfe drücken, um ihre Verehrung von den Jüngern zu bekommen, denen ist nichts heilig.

      • Achim sagt:

        Kommt halt immer auf die eigene innere „Bedürftigkeit“ des jeweils Einzelnen an.
        Wenn es da ein Manko, ein inneres Loch in einem Menschen gibt, wonach sich gesehnt wird, dass es von aussen, von anderen „gefüllt“ werden soll, dann sind solche Menschen eben anfällig – die einen für ne Sekte, die anderen für nen pathologischen Narzissten.
        Denn ein bisschen Narzisst ist ein jeder von uns und das ist auch völlig ok, eine gesunde Portion Narzissmus, um im Leben sich behaupten zu können.

        Als Laie andere, bekannte oder fremde Menschen als krankhafte Narzissten meinen bezeichnen und diagnostizieren und stigmatisieren zu können, ist ebenfalls „boshaft narzisstisch!“

        Nicht jeder, der sich anderen gegenüber „Scheße“ verhält, muss deswegen ein krankhafter Narzisst sein! So jemand kann auch nur ein A… sein mit einem miesen Charakter!
        Und für Charakter ist bekanntlich jeder selbst verantwortlich!

    • yvonne sagt:

      Genau so ist es! Sehr weit verbreitet, leider!

  16. Aloha sagt:

    Es ist frustrierend, mit solchen Menschen umzugehen. Sie scheinen sozial, demütig und hilfsbereit. Tatsächlich merken sie selbst nicht, dass ihre Motivation eine ganz egoistische und eigennützige ist. Oh wie fühlen sie sich angegriffen und schlagen zurück, wenn man sie „entlarvt“.
    So was von beleidigt, wenn man ihnen den Spiegel vorhält!
    Dabei ist es so lächerlich, wie sie sich dauernd widersprechen.
    Sehen im anderen immer die Fehler – die sie selbst ganz überzeugt praktizieren. Aber wehe, man weist sie darauf hin…!!!

  17. Silvi sagt:

    Endlich… endlich ein Artikel über den altruistischen Narzissmus. Ich dachte, dass ich die Erlebnisse „falsch“ sehe. Und ich glaube, dass die meisten Mitmenschen lediglich die übertriebene Hilfsbereitschaft bemerken. Hat man jedoch näher mit diesem Menschen zu tun, nervt dieser „Gutmensch“ mit dem allseits erhobenen Zeigefinger sehr. Und allmählich wird diese Unnatürlichkeit offensichtlich. Trennung fällt dennoch schwer… und zu akzeptieren, dass all die vorgebrachten Argumente abprallen wie an einer Gummiwand, bzw. mir die Worte im Mund umgedreht wurden…zugegeben: auch schwer. Klingt komisch… ist aber so.

  18. Karen sagt:

    Narzisstische Gutmenschen tummeln sich gerne in Ehrenämtern. Ich kenne sie zur Genüge aus meinen Erfahrungen mit Umwelt- und Tierschützern: Sie kämpfen vordergründig altruistisch für den guten Zweck, es geht ihnen aber nicht wirklich um die Sache. Vielmehr nutzen sie ihr Ehrenamt als Mittel zum Zweck, um sich selbst ins rechte Licht zu setzen. Ihre „Arroganz der überlegenen Moral“ entlädt sich, sobald sie auf jemanden treffen, der nicht 100% mit ihnen auf derselben Linie ist. Schon bei kleinen Fehlern wurde ich bspw. übelst entwertet. Als ich daraufhin Kritik am Verhalten des vemeintlichen Gutmenschen übte und mir so eine Reaktion verbat, wurde es natürlich noch schlimmer. Da half nur: Sachen packen und weg!

    • Sandra sagt:

      Auch ich muss und musste ich immer wieder die Erfahrung mit „Gutmenschen“ machen,die geradezu panikartig und aggressiv reagieren, wenn man anderer Meinung ist! Geradezu als hätten sie Angst, dass man ihnen was wegnimmt!
      Allerdings machte ich meine Erfahrungen jenseits von Tier-und Umweltschützern,da habe ich sehr viel wirklich Gutes erfahren, Umeigennutz und Selbstlosigkeit – natürlich gibts auch andere! In jeder Gruppierung sind wieder solche „schwarzen Schafe“, die „Gott“ spielen, und nicht merken, dass Weniger manchmal Mehr ist! Es ist, so denke ich, keine Frage, aus welchen Ämtern man kommt!

  19. yvonne sagt:

    Da kenne ich jetzt aber Viele von denen….. Ich glaube jedoch, dass Jeder und Jede irgend wann auf irgend einen „Ausgleich“ hofft. Ich auf alle Fälle. Ich musste mich von vielen lieben Mitmenschen trennen, die sich einfach (sehr schnell) an meine Hilfsbereitschaft gehöhnt haben und dann wurde es plötzlich „eingefordert“. So als ewige Pflicht sozusagen. Gerade bei Frauen appelliert man gerne an die Hilfsbereitschaft, die Einfühlsamkeit und den Altruismus. Und irgendwann wolle Alle etwas von einem. Hilfe, Geld, Zuwendung, Trost, etc.etc. Wenn es dann halt zu einseitig in die Ausnützerei ausartet, muss man/frau rigoros den Schalter umlegen.
    Einseitiges Geben ohne Nehmen ist nämlich äusserst schädlich, für Beide.
    Ob das jetzt wirklich narzisstisches Verhalten ist, wage ich zu bezweifeln. eher vernünftig. Geben ohne Nehmen ist krank. Viele Frauen leiden an diesem Co-Verhalten bis sie ausgelutscht sind. Gerade eben auch aus der Angst heraus, ansonsten als Egoistin, resp. Narzisstin (oder unweiblich, unmütterlich) dazustehen. Die Gesellschaft (Politik) hat daraus einen riesigen Nutzen gezogen. Stichwort Care-Arbeit.
    Also sollte man jeden Fall genau anschauen, bevor man ihn in die Narzissmus-Ecke abschiebt. Ja, auch Frauen können ekelhaft und einseitig fordernd sein; und dann dem Andern Narzissmus um die Ohren hauen, wenn dieser aus dieser unguten Beziehung aussteigt. Es lässt sich nicht alles mit dem Narzissmus-Begriff erklären oder abtun. Und: Die Übergänge sind wie überall „fliessend“…….

    • Sandra sagt:

      yvonne, bin total deiner Meinung! Geben ohne Nehmen? Man muss sich das mal überlegen, was genau das heisst! WER erträgt das schon auf die Dauer!
      Ich glaube, dass hier die Extremform gemeint ist: „Ich schenke dir NUR was, damit DU mir danach auch was schenkst, und wenn möglich des, was ICH mag, denn klar – was ICH mag, des magst DU selbstverständlich auch….“, sonst ….tschüss“

      So in dem Sinne halt…

      • Sandra sagt:

        Ps: Also ich meinte es jetzt aus Sicht des Schwenkers, der DAS schenk, was IHM gefällt, und überzeugt ist,bzw. nicht daran zweifelt, dass das was IHM gefällt, auch dem Beschenkten gefallen wird

        • Lina2 sagt:

          Und schön auch Geschenke, die erziehen sollten oder erniedrigen… “ damit du auch mal was Schönes hast“ für geschmackloses Zeug, oder ungewollte Sportgutscheine für Ungelenkige,
          und dann immer noch nachfragen wo denn nun der alte Tisch, die hässliche Hausnummer oder die überflüssige Kaffeemaschine abgeblieben ist.
          Was habe ich unter Geschenken von manchen Menschen gelitten. Ich hätte alle, die mich klein machen sollten, ich hab’s ja am Herzrasen gespürt, sofort in die Tonne schmeißen müssen, oder bei ebay versteigern und schön essen gehen davon, weiß ich aber heute erst.

  20. Lilith sagt:

    Das ist die schlimmste Form von Narzissmus.Sie lässt einen den Glauben an die Menschheit verlieren.Es ist genau so, wie in Ihrem Artikel beschrieben. Einfach widerlich.

    • Friedel sagt:

      Dem schließe ich mich an. Diese perfide Form des Narzissmus ist über Jahre oder Jahrzehnte für das Nahumfeld kaum bis gar nicht erkennbar. Überaus zerstörerisch, vernichtend und hoch manipulativ.

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