Der falsche Therapeut

Ein Psychotherapeut kann helfen, die schlimmen Erfahrungen mit einem Narzissten aufzuarbeiten und dass sich Betroffene in dieser schweren Phase verstanden fühlen. Es kann aber auch sein, dass sich der Therapeut nicht von den einseitigen Schilderungen des Betroffenen beeindrucken lässt und er auf  das destruktive Verhalten des Narzissten und dessen Hauptschuld am Konflikt nicht weiter eingeht und daher den Tatbestand des narzisstischen Missbrauch fahrlässig ignoriert.

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Betroffene leiden oft jahrelang unter den destruktiven Einwirkungen eines Narzissten. Sie sind unglücklich, geschwächt, verzweifelt und ohne Lebensfreude. Ihnen fehlt eine positive  Zukunftsperspektive, die Aussicht auf bessere Zeiten. Irgendwie funktionieren sie nur noch für die Beziehung und versuchen, den emotionalen Angriffen des Narzissten so gut wie möglich auszuweichen – was manchmal gelingt, meistens allerdings nicht.

Neben dem seelischen Leid haben sich meist auch noch psychosomatische Beschwerden oder vielleicht sogar chronischen Krankheiten eingestellt und erschweren den Lebensalltag erheblich. Partner sehen aber selbst bei glasklaren Indizien oft die Hauptursache für ihr Leiden nicht in dem belastenden Verhalten des Narzissten, sondern schieben die Gründe auf andere Ursachen. Sie wollen nicht wahrhaben, dass sie vollständig dem Einfluss des Narzissten unterliegen und keine Chance haben, sich durchzusetzen und eigene Wünsche und Vorstellungen realisieren zu können.

In den meisten Fällen glauben sie auch, selbst Schuld an ihrem Kummer zu sein. Frei nach dem Motto: „Jeder ist seines Glückes Schmied“ meint der Partner, einen erheblichen Anteil an den Beziehungsproblemen zu haben und zerbricht sich fortan den Kopf, was er ändern sollte und was er besser machen könnte, um den Narzissten zufrieden zu stimmen. Indem der Narzisst stets seinem Partner die Schuld an allen negativen Umständen gibt, fühlt dieser sich ständig schuldig und verharrt auf diese Weise in einer defensiven Position.

Der Partner findet keine Lösung

Somit dreht sich die Welt des Partners im Kreis. Er versucht, immer besser für den Narzissten zu werden und der Narzisst verlangt immer mehr oder nimmt keine Rücksicht auf die Klagen des Partners. Für den Narzissten ist der Fall ja klar: Der Partner macht sich das Leben selbst schwer, weil er sich einfach nicht so verhält, wie es der Narzisst empfiehlt.

Der Partner muss erkennen, dass er Opfer eines narzisstischen Missbrauchs geworden ist und dass er sich gegen die perfiden Methoden des Narzissten zum einen nicht wehren kann und zum anderen auch keine Schuld an dessen Verhalten trägt. Der Partner lässt sich in die irreale Welt des Narzissten hineinziehen und findet sich dort nicht zurecht.

Dem Partner bleibt dann oft gar keine andere Möglichkeit, als sich von dem Narzissten zu trennen, um endlich wieder Ruhe zu bekommen. Da er aber oft genug keine Kenntnis über Narzissmus und der narzisstischen Persönlichkeitsstörung hat, kommt er auch nach der Trennung gedanklich und emotional nicht von dem Narzissten los und sucht weiterhin nach entlastenden Gründen für den Konflikt und dem egoistischen und rücksichtslosen Verhalten des Narzissten.

Der Partner sucht sich externe Hilfe

Da meistens Freunde auch keine befriedigenden Ratschläge anzubieten haben und die Nachbearbeitung der Beziehung in endlosen Grübeleien mündet, suchen Betroffene dann in ihrer Not bei einen Psychotherapeuten Hilfe, um über ihre Probleme reden zu können und um das Unverständliche endlich verstehen zu können.

So sinnvoll es erscheint, die Erlebnisse und bitteren Erfahrungen mit dem Narzissten  aufzuarbeiten und sich von einem fachkundigen Therapeuten begleiten zu lassen, so gefährlich kann es gleichzeitig sein. Abgesehen davon, dass man einen Therapeuten finden sollte, der sich mit narzisstischen Missbrauch auskennt – was selten genug der Fall ist – sollte man auch noch an einen Therapeuten geraten, der geeignete Methoden anwendet und zu dem man ein vertrauensvolles Verhältnis aufbauen kann. Man sollte sich in dessen Nähe wohlfühlen können, denn schließlich geht man eine längerfristige Beziehung ein und gibt sehr viele intime Informationen über sich preis.

Wird in einer Therapie das niederträchtige Verhalten des Narzissten vom Therapeuten nicht ausreichend bei der Betrachtung der Gesamtsituation berücksichtigt, besteht die Gefahr, dass Betroffene sich nicht ernst genommen fühlen, womöglich weitere Schuldzuweisungen erfahren und vom Therapeuten eher belächelt werden, weil dieser in den Klagen des Betroffenen dessen Unfähigkeit erkennen will, sich auf seinen narzisstischen Partner adäquat einstellen zu können. Dann wird plötzlich die mangelnde Bindungsfähigkeit des Betroffenen als Ursache benannt und der Narzisst wird sogar vom Therapeuten noch in Schutz genommen oder regelrecht verteidigt.

Auf welcher Seite steht der Therapeut?

Betroffene versuchen, sich gegen die Vereinnahmung des Narzissten zu wehren und die sonderbaren Verhaltensmuster zu verstehen und erhoffen sich aus diesem Grund Unterstützung durch einen Therapeuten, um entweder in der Beziehung besser agieren oder um die Beziehung nach der Trennung verarbeiten zu können. Nicht selten dürften sie aber dann mehr als erschrocken sein, wenn sie zu hören bekommen: “Kann es sein, dass sich Ihr Partner von Ihnen zurückgewiesen fühlt und deshalb so empfindlich reagiert?“

Sehr schnell finden sich Betroffene dann erneut in einer perversen Beziehung verstrickt, dieses Mal aber mit dem Therapeuten. Da wird ihnen das Wort im Mund herumgedreht und alles, was sie sagen und jedes Beispiel, das sie anführen, wird auf sie selbst zurückgeworfen. Immer wird der Verdacht erhoben, dass der Betroffene selbst Schuld an den Umständen und den Reaktionen des Narzissten sei oder zumindest eine nicht unerhebliche Mitverantwortung trägt.

Einige Psychotherapeuten weigern sich auch strikt dagegen, die Erfahrungen des Betroffenen in die Schublade des narzisstischen Missbrauchs zu stecken. Sie wollen sich nicht daran beteiligen, gemeinsam mit dem Betroffenen gegen den Narzissten zu wettern, weil sie von dem Standpunkt überzeugt sind: „Zum Streiten gehören immer zwei“.

Der Therapeut will neutral bleiben

Besonders tragisch ist es, wenn Betroffene von körperlicher Gewalt, Nötigung, Verleumdung oder Sadismus berichten und der Therapeut diesen Tatbeständen nur ungenügend Beachtung schenkt. Da es sich zunächst nur um die Aussagen des Betroffenen handelt, ohne dass der Therapeut hierfür sachliche Beweise zu sehen bekommt, tut sich der Therapeut schwer, einzuschätzen, was nun wirklich der Wahrheit entspricht und was der Betroffene gerne so sehen möchte. Opfer von Narzissten wird dann auf diese Weise eingeredet, dass sie alles zu emotional bewerten und sich weigern, objektiv zu bleiben.

Therapeuten fühlen sich verpflichtet, diskret und neutral zu bleiben und eine moralische Bewertung des Verhaltens des Narzissten wird um jeden Preis zu vermeiden. So fühlen sich Betroffene aber völlig alleingelassen und unverstanden. Die Wahrheit wird weiterhin unter den Teppich gekehrt und das Gesamtbild wird verdreht.

Natürlich sollte ein guter Therapeut den Patienten auch auf die eigenen Anteile lenken – aber erst in einem zweiten Schritt. Zunächst geht es darum, über seine Verletzungen sprechen zu können sowie die Trauer und Wut zulassen zu dürfen. Betroffene sollten das Gefühl bekommen, die Geschehnisse klar beim Namen nennen zu dürfen und dass der Therapeut auf der Seite des Opfers steht. Nur so kann sich ein Betroffener ernst genommen fühlen und Erleichterung erfahren.

Der narzisstische Therapeut

Es kann auch vorkommen, dass der Psychotherapeut selbst ein Narzisst ist. Man sollte nicht glauben, dass sich im psychologischen Gewerbe nicht auch Narzissten tummeln. Gerät man an einen narzisstischen Therapeuten, dann wird man ganz schnell wieder in die unterlegene und bittstellende Position gedrängt. Ohne das notwendige Fingerspitzengefühl wird der Sachverhalt von dem narzisstischen Missbrauch schnell analysiert und Betroffene werden in ihrer Unwissenheit und Hilflosigkeit auf eine falsche Bahn gelenkt. Der narzisstische Therapeut nutzt das Vertrauen von Betroffenen aus und ist dann mehr daran interessiert, sich mit seiner genialen Behandlungstechnik hervorzutun, als sich wirklich in die Lage des Betroffenen einzufühlen und sich auf ihn einzustellen.

Manchmal kann es daher besser sein, wenn man nicht auf Anhieb einen geeigneten Therapeuten findet, sich zunächst an eine gute Freundin oder einen guten Freund zu wenden, die den Narzissten kennen, die etwas von Narzissmus verstehen und die den Verlauf der Beziehung mit verfolgt haben. Oder man sucht nach Gleichgesinnten in Internetforen oder Selbsthilfegruppen, um sich auszutauschen. Oft kann man hier mehr Verständnis finden und entgeht auf diese Weise einer möglichen sekundären Traumatisierung durch einen ungeeigneten Psychotherapeuten.


Veröffentlicht in Blog, Hilfe für Opfer von narzisstischen Missbrauch
49 Kommentare zu “Der falsche Therapeut
  1. Mimi sagt:

    Vom Regen in die Traufe…

    wenn man in einer stark narzisstisch geprägten Familie aufwächst, erkennt man den Missbrauch als Erwachsener oft erst nach Jahrzehnten. Ich selbst bin nun 51 Jahre alt und war mein ganzes Leben lang auf der Suche danach, was in unserer Familie nicht stimmt. Der falsche Therapeut hat in meinem Fall dazu beigetragen, dass ich seinem Rat folgte und immer wieder das Gespräch mit meinen Eltern suchte. Der Satz: „sprechen Sie mit Ihren Eltern, beschreiben Sie ihnen, wie verletzt sie sich fühlen, was Sie sich von ihnen wünschen“. Dies habe ich immer und immer wieder getan, mit „normalen“ Menschen wäre das ja auch der richtige Lösungsansatz. Nicht so bei ausgewachsenen Narzissten. Die Verzweiflung und der Kummer über den nicht enden wollenden narzisstischen Missbrauch des (in meinem Fall erwachsenen) Kindes wird nicht gesehen, wie auch, wenn man keine Empathie empfinden kann. Statt dessen wird der Versuch, einen Lösungsansatz zu finden in erster Linie als Angriff auf die eigene Person empfunden, mit der Folge, dass ich nun seit Jahren der Feind bin und nur noch bekämpft und sabotiert werde. Dies nun noch zusätzlich zu dem jahrzehntelangen emotionalen und verbalen Missbrauch meiner Mutter. Vom Vater je nach Situation entweder stets geleugnet oder auch noch unterstützt. Was sich aus diesem ganzen Dilemma so alles entwickelt, ist einfach nur noch zum Heulen… unter Anderem eine hochtoxische Beziehung mit einem Mann, die mich alle Kraft gekostet hat und schwerst depressiv gemacht hat. Heute, ca. 15 Jahre später kann ich alles sehr gut verstehen und sehe auch meinen eigenen Anteil an dieser toxischen Beziehung. Bin ich doch stets in der Rolle derjenigen gewesen, die nur „geliebt“ wird, wenn sie ständige Grenzüberschreitungen hinnimmt und alles mit sich machen lässt. Vermeintliche Liebe. Jetzt strampele ich mich damit ab, mich selbst zu ändern, nicht mehr alles hin zu nehmen, sich nicht von Hinz und Kunz bevormunden und schlecht behandeln zu lassen. Das ist sehr sehr schwer, wenn man es nie gelernt hat. Herr Grüttefien, schreiben Sie doch mal einen Artikel über die möglichen Folgen eines narzisstischen Elternhauses und die Auswirkungen auf das Leben eines Menschen, der sich daraufhin nicht zu einem Narzissten entwickelt hat, sondern der stets der Sündenbock war und sich und andere recht gut einschätzen kann (Stichwort: Resilienz). Auf der Seite „Töchter narzisstischer Mütter“ wird dieses Thema angerissen, ich habe mich zu hundert Prozent wieder erkannt.

    • Friedel sagt:

      Liebe Mimi,

      oft dauert es Jahrzehnte. Jedoch nicht zu spät, den Weg wieder in das eigene Leben einzuschlagen.

      Auf diesem Wege wünsche ich Dir von tiefstem Herzen alles Gute!

      Friedel

    • Lise sagt:

      Das Überschreiten lassen von Grenzen kann auf die weibliche Form des Narzissmus hinweisen. Durch Leistung, Fleiß, Helfen, Lieb-sein, Hübsch-sein, Opfer-sein, oder andere kräftezehrende Verhaltens-und Denkmuster versuchen, Anerkennung und Zuneigung zu erzwingen, egal ob es seit Jahrzehnten nicht funktioniert.

      Kann man genau aber auch behandeln, wenn es erkannt und anerkannt wird, dass die Kindheit doch einige Überlebesnstrategien, die heute schaden, bewirkt hat

      • Maritt sagt:

        Vorsicht. Diese Aussage halte ich für sehr gefährlich und erinnert mich an „falsche Therapeuten“ die für noch mehr Verunsicherung bei Narzissmus-Opfer sorgen. Denn der Narzissmus, den Du mit „weiblichen Narzissmus“ beschreibst, ist genauso egoistisch, manipulierend und schädlich. Er führt nämlich z.B. dazu dass Kinder oder Partner in eine Abhängigkeit erzogen werden und es nicht mehr schaffen, die einfachsten Dinge im Leben selber zu bewältigen. Diese Art des Narzissmus nun mit dem Verhalten eines Narzissmus-Opfers in Verbindung zu bringen, das vom Narzissten zu diesem Verhalten „erzogen“ wird und nicht selber agiert sondern reagiert um schlichtweg die missbräuchliche Beziehung aushalten zu können, ist für mich schwer erträglich.

        • Lise sagt:

          Ja, stimmt, ich wollte auch nicht diagnostizieren. Von Laiendiagnosen halte ich auch gar nichts.
          Aber Narzissmus in der Familie macht was mit den Kindern, sie entwickeln Überlebensstrategien, die erstmal überleben lassen, weil sie aber selbstentfremdet sind, kosten die später unendlich viel Energie. Irgendwann ist man ausgebrannt, da fängt dann die Suche danach an, was wäre man eigentlich ohne das alles, was bin ich und was hat man mir gegen meinen Willen anerzogen.

          Ich bemerke, dass in meiner Familie scheinbar liebevolle Menschen andere bis aufs Blut Peiniger und ausnutzen können. Finden sich selber gefühlvoll und lieb, alles sehr aktive Christen, also voll überzeugt, gut zu sein. Aber die, die sich das komische Verhalten gefallen lassen, gehen seelisch am Stock.
          Das muss ja nicht Narzissmus sein, zerstörend ist es trotzdem für alle Beteiligten.

    • Peter sagt:

      @Mimi
      @“wenn man in einer stark narzisstisch geprägten Familie aufwächst, erkennt man den Missbrauch als Erwachsener oft erst nach Jahrzehnten. Ich selbst bin nun 51 Jahre alt und war mein ganzes Leben lang auf der Suche danach, was in unserer Familie nicht stimmt.“
      Das habe ich ebenfalls haargenau so erlebt.
      @“Der falsche Therapeut hat in meinem Fall dazu beigetragen, dass ich seinem Rat folgte und immer wieder das Gespräch mit meinen Eltern suchte. Der Satz: „sprechen Sie mit Ihren Eltern, beschreiben Sie ihnen, wie verletzt sie sich fühlen, was Sie sich von ihnen wünschen“. Dies habe ich immer und immer wieder getan, mit „normalen“ Menschen wäre das ja auch der richtige Lösungsansatz. Nicht so bei ausgewachsenen Narzissten.“
      Ich stimme Dir vollständig zu. Es ist wichtig, diese Weisung „Sprechen Sie mit X“ vollständig über Bord zu werfen, wenn X eine narzisstische Persönlichkeitsstörung (NPS) hat – und gleichzeitig diese Weisung beizubehalten bei allen anderen Menschen, wenn man ein guter, sozialer, authentischer Mensch bleiben will. Man muss sich leider von den Skrupeln lösen und bei NPS-Kranken anders handeln.
      Zu diesem Thema gehören auch andere im psychologischen Rahmen propagierte Einstellungen wie zum Beispiel „Ich bin OK, Du bist OK“ oder „Ich trage etwa die Hälfte der Verantwortung für alles, was zwischenmenschlich passiert“. Man kann sich selber fertig machen, wenn man diese Einstellungen im Kontext mit NPS-Kranken zu leben versucht. Ich finde, man fährt besser, wenn man im Kontext mit NPS-Kranken diese Einstellungen mit einer gewissen Skrupellosigkeit aufgibt. Diese Skrupellosigkeit muss wohlüberlegt sein, man soll sich Zeit lassen, Wochen, Monate, vielleicht ein Jahr – aber nicht Jahrzehnte.
      Es gibt übrigens auch Therapeuten, die bei den von Dir beschriebenen Konflikten mit Eltern Dinge sagen wie (1) „Versuchen Sie nicht, Ihre Eltern zu ändern, Sie können nur sich selber ändern“ oder (2) „Man kann Menschen über 60 nicht ändern“. Solche Sätze haben zunächst eine suggestive Plausibilität und lenken den Blick auf die Notwendigkeit, selber aktiv zu werden – so weit, so gut. Aber nach Jahrzehnten der Erfahrung lehne ich beide Sätze im Zusammenhang mit NPS-Kranken heute ab. Zu (1): Selbstverständlich ändern sich zwei Menschen in einer fruchtbaren Beziehung sogar STÄNDIG im Fortgang ihrer Beziehung, durch Konflikte, durch gemeinsame Erlebnisse, nehmen Ansichten von einander auf, modifizieren eigene Gewohnheiten und so weiter. Konkret zur Interaktion Kind-Eltern: Selbstverständlich habe ich außerhalb der eigenen Familie Kind-Eltern-Interaktionen erlebt, bei denen sich beide Teile ständig aufgrund der Interaktion verändert und fortentwickelt haben. Dasselbe in Paarbeziehungen. Überall, wo Menschen darauf bestehen, sich niemals ändern zu wollen, sitzt ein Wurm drin – und zwar bei denen, die auf ihrer Unveränderlichkeit beharren, nicht bei den anderen. Zu (2): Es gibt viele Märchen über ältere Menschen, die Verkrustung ist eines. Das Märchen ist vor allem eines: ein Vorwand. Selbstverständlich verändern sich viele Menschen im Alter genau so wie früher, gerade auch in Beziehungen und Maximen. Das Phänomen der Altersmilde ist ein gutes Beispiel dafür.
      Nach meiner Erfahrung über Jahrzehnte sind Sätze wie (1) und (2) vor allem Ausflüchte und suggestive Versuche des Therapeuten, dem Klienten mehr Verantwortung zu überbürden als in der Interaktion mit NPS-Kranken notwendig wäre – und das tut bloß unnötig weh. Ein guter Therapeut, der sich mit NPS auskennt, ersetzt die Sätze (1) und (2) ganz einfach mit: „Es lohnt sich nicht, mit Ihren Eltern in der üblichen sozialen Art Konflikte zu besprechen und Lösungen zu suchen, denn sie haben eine NPS. Verzichten Sie vollständig auf diesen Austausch auf Augenhöhe in der Ebene der Gefühle, NPS ist eine Krankheit und fast nicht zu therapieren. Wählen Sie stattdessen eine Distanznahme irgendwo zwischen Formalität und vollständigem Abbruch. So und so erkennt man Narzissten, weichen Sie diesen in Zukunft aus, und vertiefen Sie die Beziehungen zu allen anderen Menschen, wie Sie das ja eigentlich bereits bestens beherrschen.“
      @“Herr Grüttefien, schreiben Sie doch mal einen Artikel über die möglichen Folgen eines narzisstischen Elternhauses und die Auswirkungen auf das Leben eines Menschen, der sich daraufhin nicht zu einem Narzissten entwickelt hat, sondern der stets der Sündenbock war und sich und andere recht gut einschätzen kann (Stichwort: Resilienz).“
      Du gibst selber die Antwort mit „Töchter narzisstischer Mütter“, in meinem Falle war es „Der narzisstische Vater“ von S.G. Man könnte bei S.G. auch noch das Buch in Auftrag geben, wo Konstellationen von narzisstischen Eltern und narzisstischen Geschwistern zusammentreffen… Übrigens kein seltener Fall, denn Narzissmus hat gemäß aktuellem Forschungsstand eine hohe erbliche Komponente (43% oder mehr). Und man muss sich der Tatsache bewusst sein, dass man als Kind narzisstischer Eltern diese Gene ebenfalls zum Teil trägt – es ist also wichtig, dass man, wenn man sich in einem ersten Schritt mal von den NPS-kranken Eltern distanziert hat, wirklich auch an sich selber arbeitet und die eigenen NPS-Tendenzen prüft und Gegensteuer gibt. Damit sich das Drama wenigstens nicht wiederholt bei den eigenen Kindern.

  2. Susanne sagt:

    Hallo, ich bin momentan auf der Suche nach einem geeigneten Therapeuten in und um München. Weiß jemand einen Therapeuten?? Ich habe schon einige Adressen von Psychologen, aber welche ist der Richtige?

    LG

    • Lise sagt:

      Schau doch mal auf die Internetseite der kassenärztlichen Vereinigung. Da sind genauere Beschreibungen der Spezialgebiete des Therapeuten hinterlegt.
      Du kannst auch Filter einstellen und Borderline und Narzissmus einstellen. (weil Laien die Symptome verwechseln können)

      • Susanne sagt:

        Dankeschön.

      • Tat sagt:

        Ein sehr guter Kommentar! Ich selber habe das gleiche erlebt, ich habe auch herausgefunden, dass oh bin einer narzisstischen Familie groß wurde und der Schmerz, den ich jeden Tag erlebe ist furchtbar.
        Ich wusste auch nicht, was nicht mit mir stimmt, aber man hat mich meiner Identität geraubt. Das ist mir bewusst geworden. Ich hatte eine sehr dominante Mutter und jetzt weiß ich auch, dass mein Vater ein verdeckter Narzisst ist, nur materiell eingestellt.
        Jetzt versuche ich das alles aufzuarbeiten, es besteht kein Kontakt mehr. Deshalb würde ich mich auch gerne über einen Beitrag über ein narzisstische geprägtes Elternhaus informieren, denn ich denke immer ich bin nicht richtig, aber das ist falsch!

  3. Klam sagt:

    Mit solch einem Therapeuten hab ich auch meine Erfahrung gemacht
    Völlig hilflos über die Jahrzehnte langen Ereignisse suchte ich Hilfe.
    Seine Antworten waren:
    1.Es ist meine Schuld.
    2.Die Menschen haben das Recht mich so zu behandeln.
    3.Wollen Sie nur einen Krankenachein?
    Wäre ich zum damaligen Zeitpunkt völlig am Ende gewesen, wäre ich auf dem Heimweg gegen den nächsten Baum gefahren.
    Zum Glück hab ich mir selbst vertraut und einen neuen Therapeuten gefunden und dieser hat mich wieder aufgebaut, ohne Druck,ohne Vorwürfe und sich meinem Rhythmus angepasst.
    Es ist schwer den Richtigen zu finden, wenn der erste Eindruck nicht stimmt, funktioniert es nicht.

  4. Primel sagt:

    Auch ich habe die Erfahrung gemacht, dass Therapeuten gar nichts von narzisstischem Missbrauch wissen. Ich wurde dadurch immer unsicherer und meine SelbstzWeideland verstärkt. Der Nebel, der sich eigentlich lichten sollte wurde immer dicker. Ich bin zu Selbstkritik fähig und das war in diesem Falle absolut kontraproduktiv. Denn es trug zu meiner Verunsicherung durch die Therapeutin sehr bei. Man kann das, was sich in einer nartisstischen Missbrauchsbeziehung abspielt ja selbst kaum glauben. Zu dem Buch „Masken der Niedertracht“ meinte die Therapeutin, es wäre reißerisch.
    Es hat mich wertvolle 3!Jahre gekostet, mich wieder zu sortieren und an mich zu glauben. Therapie sollte einen stärker machen aber das Gegenteil ist oft der Fall. Ich denke, so wie mir geht es vielen Opfern, die dann aus ihrem Loch gar nicht mehr herausfinden, psychosomatische Krankheiten entwickeln und das Leben nur noch mit Psychopharmaka und Schmerzmitteln bewältigen.
    Ich habe es Gott sei Dank wieder geschafft, mir und meiner Wahrnehmung zu trauen. Vielen Dank für dieses Forum und speziell dieses Thema. Aufklärung tut Not!

  5. Maritta sagt:

    Ich habe leider auch schlechte Erfahrungen mit Therapeuten gemacht. Den ersten habe ich kontaktiert, weil ich kurz nach der Trennung von meinem Mann, mit dem ich 35 Jahre zusammen war, völlig verzweifelt war, nicht mehr weiter wusste und große Angst vor einer Depression hatte. Als ich im Erstgespräch erwähnte, dass ich denke, dass mein Mann ein Narzisst ist, ist bei ihm sofort „der Vorhang runter gegangen“. Ich konnte förmlich sehen wie er dachte, da kommt wieder so ein Schlauberger, der sein Internet-Wissen mit einem Fachmann diskutieren will. Auch er ist schon im Erstgespräch auf meine Kindheit los. Ob ich Gewalterfahrungen gemacht habe (hab ich nicht), weil ich seiner Ansicht nach sowenig konfliktfähig wäre. Mit dem zweiten Therapeuten habe ich mich sofort gut verstanden und habe deshalb soviel Hoffnung in ihn gesetzt. Aber die ersten 5 Sitzungen hat er versucht mich davon zu überzeugen, dass ich doch den Kontakt zu meinem Mann halten soll, mich mit meinem Mann treffen soll, um zu üben meinen Willen durchzusetzen. Er meinte, mein Mann wäre der ideale Übungspartner für mich, meinen eigenen Willen zu erkennen, diesen zu äußern und auch durchzusetzen. Ihm war nicht klar zu machen, dass dies gegenüber meinem Mann niemals möglich ist. Ich hab ihm auch gesagt, ich fühle mich wie ein Alkoholiker, dem die Schnapsflasche gereicht wird, mit dem Ratschlag, um geheilt zu werden, brauche er ja nur nicht zu trinken. Ich habe dann die Beratung abgebrochen. Das hat mich zusätzlich sehr viel Kraft gekostet, da ich soviel Hoffnung hinein gesetzt hatte. Ja, und auch heute noch, nach über einem Jahr Trennung und im vollen Bewusstsein, dass es keinen anderen Weg gibt, schaffe ich den völligen Kontaktabbruch nicht. Ich bin also wie das Pferd, das (aus eigener Kraft) schon am Wasser steht, es aber nicht schafft den Hals zu beugen, und zu trinken. Und genau hier würde ich mir Hilfe von einem Therapeuten erwarten. Aber nach diesen kraftraubenden Erfahrungen schaffe ich es nicht mich an Jemanden zu wenden. Ganz abgesehen davon, dass Termine unter mind. einem halben Jahr Wartezeit ohnehin nicht zu bekommen sind.

    • Lise sagt:

      Dann lass dich auf die Warteliste setzen…es gibt Therapeuten mit Nazissmuserfahrung und mit Conarzissmuserfahrung.

      Mit Gewalt in der
      Kindheit sind nicht nur große einschneidende erinnerbare Erfahrungen gemeint, sondern auch die unterschwellige Gewalt, mit der einem Kind der eigene Wille gebrochen wird, und wenn es nur um Essen oder Kleidungsvorschriften geht. Bei mir zb war es die Frisur (und absurde Kleidungsvoschriften und die weiteres wie Singeverbot, Kontaktverbote zu anderen Kindern, Ignorieren meiner berechtigten Bedürfnisse), zu der ich jahrelang trotz Tränen gezwungen wurde. Eltern und die sonstige Respektpersonen können ganz subtil und doch sehr schmerzhaft in das Seelenleben eingreifen, bis das Kind das normal findet, wie sehr ihm sein Eigenes genommen wurde. Es wird sagen, es hätte keine Gewalt erlebt, bloß weil Schläge zufällig nicht dabei waren. Gewalt ist es trotzdem, die Schmerzen sind so groß, dass man sie sich schönreden muss.
      man ist dann trainiert, sich alles Mögliche antun zu lassen, mit der Begründung, es wäre doch nur gut gemeint, dabei war es nur gemein und sinnlos.

  6. Petra sagt:

    Ich geriet nach der Trennung von einem Narzissten an einen ahnungslosen Therapeuten, der genau das tat: Er belächelte mich und gab mir die „Schuld“ an meinen Problemen. Damals wusste ich auch noch nicht das, was ich heute weiß. Über 2 Jahre mehr oder weniger verschwendete Zeit. Schade, denn ich wusste, dass da irgendetwas „falsch“ gelaufen war, ich es ohne Hilfe nur schwer schaffen würde und ging sofort zu diesem Therapeuten.
    Vor kurzem war ich in einer Reha und geriet an einen narzistischen Therapeuten. Das Leben lehrt … ich habe es sofort gemerkt und ihn – so schwer es mir fiel – als Übungsobjekt genommen. Ich muss noch viel lernen. Insbesondere auch deshalb, weil man mit manchen narzistischen Menschen einfach (beruflich) zu tun hat und ihnen nicht aus dem Weg gehen kann. Für mich war es aber schon ein Fortschritt, dass ich jetzt erkenne, mit wem ich es zu tun habe.

  7. Mike sagt:

    Selbst beim Besten Therapeuten darf man keine Wunder erwarten.

    Wer sich eine Therapie, mit dem Ziel „Hilf mir“ sucht, ohne überhaupt die Fakten erkannt zu haben und auch entsprechend zu handeln, der wird langfristig enttäuscht werden.
    Der Therapeut kann unterstützen und beraten, mehr aber auch nicht.
    Der Wille, die Einsicht und das Handeln muss von einem selbst kommen und das ist leider bei Vielen nicht der Fall.
    Da wird trotz seelischem Missbrauch, weiterhin dem N nachgetrauert, auf Kontaktversuche reagiert, etc.
    Und dann kann kein Therapeut helfen, sorry, auch wenn das hart ist.

    Man muss erst für sich selbst mit dem Thema „abschließen“ (im Sinne von „es ist vorbei, entgültig!“) und erkennen, was passiert ist. Das Warum oder wieso man das hat mit sich machen lassen ist erstmal vollkommen egal.

    Solange man aber noch anfällig für den N und seine Spielchen ist, rate ich dringend von einer Therapie ab, denn wo bitte soll der Therapeut da ansetzen? Wo wäre die Basis für eine langfristig erfolgreiche Therapie?

    Von daher kann ich, aus eigener Erfahrung, nur dringend raten, bevor ihr Euch einen Therapeuten sucht, seid Euch der Lage bewusst, erkennt, bewertet und schafft eine Basis für eine funktionierende Therapie.
    Die ist zum scheitern verurteilt, wenn ihr Euch immer wieder kontaktieren last oder selbst Kontakt zum N sucht, oder weiter an der Lügenzeit hängt.

    Denkt bitte immer dran, ein Therapeut ist kein Zauberer!

    • Lise sagt:

      Der Therapeut kann sehr wohl dabei helfen, die berechtigte Trauer über den Verlust der Träume zu verarbeiten und kann unterstützen, den Kontakt bruch durchzuhalten. Das schreibe ich aus eigener Erfahrung.

      Aber es stimmt: wenn man nicht bereit ist, sich selber zu ändern, seine eigenen Dogmen und Denkmuster zu hinterfragen, dem kann die Therapie nicht wirklich helfen. Der Therapeut kann aber sehr unterstützen, wenn man sich das traut, es ist sehr schmerzhaft und langwierig. Vor dem Schmerz will man sich aber mit allen Mitteln schützen, mir tun die Therapeuten bei manchen Patienten, die sich als Opfer aber völlig normal empfinden, manchmal Leid.

      Viele sagen ja auch, der Therapeut taugt nichts, Therapien taugen nichts, weil sie wussten, wenn sie ernsthaft da raus wollen, müssten sie ihr Leben komplett ändern, kann den Job, die Freunde, die Familie betreffen. Es gäbe ja die Alternativen, die bloß noch nicht gesehen werden können oder mit Angst besetzt sind. Sie entscheiden, es so zu lassen und weiter sich weh tun zu lassen, sagen das aber nicht so, sondern die anderen sind schuld.

      Eine Therapie lohnt nur langfrisstig, wenn man sich drauf einlassen kann. Es gibt viele antrainierte Mechanismen, die das verhindern können

      • Stella sagt:

        Absolut richtig!!

        Auch der beste, erfahrenste und fachlich versierteste Therapeut kann einem nicht helfen, wenn man sich nicht helfen lassen „will“, weil man Angst hat, alte Denk- und Beziehungsstrukturen zu verlassen. Wenn der Therapeut anfängt, beim Patienten an etwas zu rütteln, woran der nicht rütteln möchte (meist aus Angst), ist es leichter zu sagen, der Therapeut taugt nichts, als sich einzugestehen, dass man noch nicht so weit ist, wirklich etwas „sehen“ oder ändern zu wollen.

        Andererseits sollte ein guter Therapeut diese Angst erkennen und das Ganze etwas langsamer und vorsichtiger angehen. Meiner Therapeutin war, glaub ich, ziemlich schnell klar, dass mir meine Ehe (mit einem Narzissten) nicht guttut, aber lange habe ich das abgestritten, aus Angst, meine Familie aufzugeben und was das für Konsequenzen hätte. Sie hat das Thema dann fallen gelassen und stattdessen mit mir an meinem Selbstwertgefühl gearbeitet – das konnte ich zulassen und so kam schließlich irgendwann von allein meine Einsicht, dass ich mich so nicht mehr behandeln lassen will und nicht mehr mit so einem Mann zusammen sein will – Familie hin oder her.

        Ich will aber auch nicht verkennen, dass man evtl. auch tatsächlich „Pech“ haben kann, an einen Therapeuten zu geraten, der einem nicht guttut und nicht der richtige für die eigene Problematik ist. Ob es tatsächlich an dem ist oder man den Therapeuten nur aus Selbstschutz schlechtredet, muss wohl jeder Hilfesuchende für sich selbst beantworten…

        Letztlich gilt, was ich schon in meinem anderen Beitrag geschrieben habe: wenn es mir mit der Therapie langfristig nicht besser geht als vorher, sollte man es lassen und sich jemand anderes suchen – evtl. auch zu einem späteren Zeitpunkt, bis man „bereit“ ist; wenn es einem mit der Therapie hingegen langfristig besser geht, muss wohl etwas richtig gelaufen sein. 🙂

  8. Maria sagt:

    Meine persönlich erlebten Highlights von Therapeutenaussagen sind,
    “ man muss doch immer das Gute im Menschen sehen.“
    „Sie können doch dem anderen nicht die Schuld geben“
    Das Gute ist, dass wenn man den Narzisten und seine Spiele einmal durchschaut hat, dann fühlt das sich so richtig an, dass einen solche Aussagen nicht mehr aus der Ruhe bringen.

    • Lise sagt:

      Das hat ein echter studierte Therapeut gesagt?
      Oder war das ein Heilpraktiker oder einer von der Telefonseelsorge, wo nur Laien sitzen?

      • Maria sagt:

        Chefärztin einer psychiatrischen Klinik!!!!

        • Lise sagt:

          Oje. Sie konnte dich nicht da abholen wo du stehst.

          Das tut mir leid, du hättest wohl ganz andere Sätze gebraucht, die dich zu dir selber führen und dir bei deinem Schmerz helfen.

        • Corry sagt:

          Psychiater müssen nicht unbedingt eine Gesprächstherateilupeutische Schulung bzw Ausübung inne haben.
          Sie haben schlichtweg eine Facharzt in Psychiatrie.
          Persönlichkeitsszörungen ausser der Borderline PS spielen in de Psychotischen Klinik schlichtweg keine Rolle.
          Emotionaler Missbrauch ist dort wie ein Fremdwort.
          Ich schreibe das quasi als „Interne“.)
          MFG

          • Corry sagt:

            Meinte Gesprächstherapeutische
            Ausbildung.
            Diese absolvieren Dipl.Psychologen auch erst nach!ihrem Studium freiwillig und für viel Geld, um dann mit Kassen gegf.abrechnen zu koennen.
            Ein Studium sagt nicht alles…
            Nach Heilpraktiker hat mehr menschlichen Sachverstand mitunter bei aller dogmatischen Vertschrobenheit.
            Bin selbst ein “ Opfer “ und eben Fachfrau….
            Manchmal stüet mich hier das Jammern und mangelnde Selbsterkenntnis und das endlich „Ruhe geben“ einiger hier.Deswegen schreibe ich nur noch selten.
            Mir war es aber wichtigzu sagen,dass „Chefarzt“ nicht grundsätzlich bedeutet, kompetent Gewaltofern einer unsichtbarer Gewalt helfen zu koennen.
            MfG

          • Corry sagt:

            Siehe auch
            bei Peter
            weiter unten.

          • Flora sagt:

            Das ist in Deutschland schlicht Quatsch was du da erzählst.
            Ein Psychiater ist Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und on Top noch Arzt.

            Und was ist bitte eine psychotische Klinik?

            Und inwiefern intern? Patientin? Ärztin?

            Was für ein Interesse hast du hier solchen Quatsch zu verbreiten?

            Lese grad dein unten stehendes Posting. Dein mangelhafter, laienhafter,schriftlicher Ausdruck erweckt bei mir nicht den Eindruck eines Akademikers.

            Aber egal, wollte nur den Quatsch berichtigen und nach der psychotischen Klinik fragen, hab herzlich gelacht.

          • Lise sagt:

            Flora, das stimmt nicht, was du da schreibst. Psychiater und Psychologen müssen keineswegs eine gesprächstherapeutische Ausbildung haben. Sie können z.B. genau so gut in der Forschung arbeiten ode eine Klinik leiten oder Anderes.

            Dein herzliches Lachen ist mir im Übrigen völlig unverständlich, kennst du das Sprichwort vom Glashaus?

    • Flora sagt:

      Das kommt auf den Zusammenhang an in dem diese Sätze fallen. Es gibt guten Grund manchen Klienten auch das zu erklären.

      Wenn das denn das einzige ist was beim „Empfänger“ ankommt, mit anschließender Abwertung des Thera.. muss da noch was reifen. Es gibt in der Therapie keine verbotenen Worte.

  9. Peter sagt:

    Den Begriff „Narzisssmus“ gibt es in der Psychologie zwar schon seit 1908, aber das Verständnis des Phänomens im Sinne von „Umgang mit Narzissten“ gibt es leider erst seit Beginn des 21. Jh. Das heißt: Die meisten gegenwärtig tätigen Psychologen verstehen das Phänomen des Narzissmus, Dinge wie „Gaslighting“, „dunkle Triade“ usw. leider ganz einfach (noch) nicht. Aus meiner persönlichen Erfahrung, die groß genug ist für eine statistischee Aussage ;-), schätze ich, dass etwa 1 von 10 Psychotherapeuten sich mit Narzissmus im Sinne des 21. Jh. auskennen – ganz einfach, weil sie ihre Ausbildung noch im alten Jahrtausend absolviert haben. Selbst heute noch kommt Narzissmus längst nicht an jedem Psychologie-Studiengang im Vorlesungsverzeichnis vor.
    Leider muss ich die im Text gemachten Aussagen mit meiner Erfahrung zum größten Teil bestätigen. Im Grunde genommen muss man praktisch alles über Narzissmus bereits wissen, um die narzissmusverständige Psychologin bzw. den narzissmusverständigen Psychologen zu finden. Leider suchen viele Therapeuten aus vordergründig bewunderswerten Menschenliebe und an sich lobenswertem Respekt vor allen Menschen den Weg der Mediation, der im Falle von ersnthaftem Narzissmus leideer nicht nur fruchtlos ist, sondern das Problem für die leidende Person sogar (massiv) verstärken kann. Die erwähnte Haltung der sogenannten „Neutralität“ kenne ich bestens – natürlich ist sie bei normalen Beziehungsproblemen durchaus richtig, nicht aber bei Narzissmus. Viele Therapeuten ist es leider nicht möglich, sich vorzustellen, dass Narzissmus eine völlig andere Methodik erfordert als andere Beziehungsprobleme.
    Leider wird „Neutralität“ nicht nur unter Therapeuten hochgelobt, sondern auch im Freundeskreis. Es ist vielleicht schon verständlich, dass Freunde ohne den notwendigen Erfahrungsschatz sich aus einer Narzissmusgeschichte heraushalten wollen. Tatsächlich ist das aber bei schweren Fällen auf Dauer schlicht nicht möglich, und es kommt im Rahmen der Trennung und Heilung notgedrungen zur bitteren, vollständigen Lösung aus dem Kreis der einstigen gemeinsamen Freunde. Ich habe das selber erfahren, und ich habe dies bei Freunden mitverfolgen müssen. So nett das Wort „Neutralität“ klingt: Es funktioniert nach meiner Erfahrung nicht im Umfeld des Narzissmus.
    Und schließlich kenne ich auch den Fall des Therapeuten, der selber Narzisst ist. Gleichsam als Guru hat er sich in Gruppentherapien von seinen Jüngern genüsslich feiern lassen. Die Situation war allerdings so krass, dass ich die Situation auch ohne „Narzissmus-Ausbildung“ sofort erkannt habe und gleich wieder gegangen bin. Natürlich nicht ohne die üblichen Suggestionen und offenen Verunglimpfungen, die ein Narzisst, der verlassen wird, auf Lager hat.

    • linaluna75 sagt:

      Sehr guter Kommentar, wie ich finde!

      Es gibt (zB auf „re-empowerment.der“) immer wieder Hinweise, wann und warum sich (Paar-)Therapien im Falle von Narzissmus und/oder emotionalem Missbrauch selten lohnen bzw gar nicht gelingen KÖNNEN – eben, weil oftmals die 50/50-Annahme bzgl „Schuld“ an Paarnerschaftsproblemen seitens Therapeuten/Beratern besteht bzw Voraussetzung für eine „seriöse“ Herangehensweise ist/sei.

      Wie auch von Dir, Peter, schon sehr gut herausgestellt, ist aber genau DAS die Krux im Hinblick auf narz. Missbrauch für die Opfer – und aus eigener Erfahrung muss ich sagen:

      Ja, doch, eine Erfahrung war es auf jeden Fall – und ich bin nicht sicher, ob der Versuch, entgegen aller Warnungen, doch eine Paarberatung zu machen, nun naiv oder eben…eine Erfahrung war… 🙂

      Die Therapeutin (Dipl.-Psych. und Systemische Beraterin einer Wohlfahrtsorganisation mit bestem Ruf) war schon in der ersten Stunde wie verzaubert von meinem Partner, hakte bei seinem „Nö – seh ich alles anders, bei mir gibts absolut keine Probleme, immer alles harmonisch, Aggression kenne ich gar nicht!“ NICHT nach, beeilte sich sogar, OHNE jedwede Nachfrage oder klassisch therapeutische Basics ernsthaft (!) sofort lächelnd zu unterstützen:

      „Ja, das sehe ich genauso – mein Bauchgefühl und inneres Bild sind da ganz klar, dass hier ein total entspannter Mann unter einer fordernden, unzufriedenen Frau mit psychischen Problemen leidet – wie war das denn in IHRER Kindheit, Frau X, haben Sie sich auch da schon öfter ungerecht behandelt gefühlt, ohne dass es so war?“

      Wow.

      Und – wie die Kinder heutzutage so sagen: O-M-G! :)))

      Ich versuche es mit Humor zu nehmen. Aber es ist traurig.

      Dies als Anekdote zum Thema 🙂

      • Thomas sagt:

        Ich war 16 Jahre mit einer Narzisstin „verheiratet“ plus gemeinsamer Tochter. Im letzten Drittel der Zeit nahmen die altbekannten narzisstischen Verhaltensweisen , die ich damals noch nicht als Solche erkannte, zu. Erschwerend kamen das örtliche Wohnen in engstem Umfeld der Schwiegerfamilie die mich nie akzeptiert hat dazu. Die Familie und Dritte waren wichtiger als ich. Im letzten Jahr und zeitweise davor die von On/ Offs und Illoyalität wenns um Dritte ging dachte ich dass mit einer Paartherapie das Ruder rumzureissen sei. Ich ging allein oder mit ihr zusammen hin. Zum Einen fiel das dort Besprochene was Kommunikation, Paarleben und eheliche Loyalität auf unfruchtbaren Boden, zum Anderen hatte die Ex mit unschuldigem Rehblick und nur dort beschränktem Händchenhalten die Beraterin zu täuschen was ihr teilweise gelungen ist.
        Je stärker ich sie zur Verantwortung bringen wollte umso mehr wurden Versprechungen gemacht die nie eingehalten wurden. Stattdessen wurde hinter meinem Rücken nach Ersatz gesucht und als Dieser sich einfand wurde ich mit einem Berg an Vorwürfen telefonisch entsorgt. Der erste Ehemann wurde übrigens mit mir ausgetauscht.
        Resümee: Paarberatungen mit Narzissten ist Energie- und Geldverschwendung!

    • Flora sagt:

      The Mask of sanity ein Buch über die Cluster B Störungen aus dem Jahr 1941 behandelt diese Themen ganz gut. Da machte man sich noch nicht soviel Gedanken um die ganzen Wohlstandsneurosen und Psychosen, denen heute soviel Aufmerksamkeit geschenkt wird. Jeder Psychologe wird in seiner klinischen Zeit umfangreich nahezu alle Störungen behandelt und beobachtet haben. Dazu die eigene Therapie und die Supervision. Bildungsrückstand halte ich für ein Gerücht.

      Trotzdem gibt es wie in jedem Beruf gute und weniger Gute.
      Art und Umfang der Therapie hängen ab von der Therapiefähigkeit des Klienten. Sein Krankheitsbild und seine kognitiven und emotionalen Fähigkeiten spielen eine große Rolle.

      Ich mag den Spruch, „Man kann ein Pferd nur zum Wasser bringen, saufen muss es selbst“ sehr gern. Der Mensch hat die Wahl.

      Die Klienten bringen aber auch die eigenen Persönlichkeit mit, Vermeidungsstrategien, eigene Glaubenssätze und die tiefe Verletzung.

      Allein das sollten sich Klienten mal vor Augen halten, wie es ist, sich mehrfach täglich auf einen Klienten einzustellen. Bei aller Professionalität sollen sie „mitschwingen“ und sich dabei permanent selbst analysieren. Gewisse Störungen finden sehr schwer Therapieplätze. Auch Therapeuten sind nur Menschen, mir sagte mal eine mehr als zwei Borderliner die Woche erträgt sie nicht!!! Danach stellt sie ihre Klienten zusammen, sie hat null Probleme mit Suchtkranken, Angststörungen, Psychosen.

      Man muss den Therapeuten nicht lieben, man sollte ihm als Mensch vertrauen, klappt das nicht, hört auf euer Bauchgefühl und wechselt. Kein Thera ist darüber böse, es hilft dem Klienten und ihm. Er braucht die Vertrauensbasis zur Behandlung.

      • Peter sagt:

        @Flora
        Versteh mich ja nicht falsch, ich bin ein ausgesprochener Verfechter von Mediationen und Therapien, wenn zwei Menschen es alleine nicht schaffen. Es gibt aber mehrere Aber:
        „Man kann ein Pferd nur zum Wasser bringen, saufen muss es selbst“ – auf jeden Fall. Du sprichst die Verantwortung des Klienten an, und ich stimme Dir zu. Aber: Wenn einer der beiden Gesprächspartner wirklich ein hartnäckiger Narzisst ist, dann steht meiner Meinung nach der Therapeut in der Verantwortung, das zu diagnostizieren, die Diagnose klipp und klar allen Beteiligten zu kommunizieren, dem Narzissten-Partner klar zu machen, wie die (wenigen) Optionen lauten, ihn bei der (höchstwahrscheinlichen) Trennung beraten und an der Prävention fürs nächste Mal zu arbeiten. In der Metapher, die du sehr gern magst: Der Therapeut steht in der Verantwortung zu sagen, wo das Wasser ist und dass das Wasser gut ist gegen den Durst. Das ist die Aufgabe des Therapeuten, nur das Saufen ist die Aufgabe des Narzissten-Partners (und wenn ich „nur“ schreibe, dann weiß ich, dass das immer noch schwer genug ist).
        Das Buch „The Mask of sanity“ von 1941 in Ehren, aber es gibt mehrere Gründe, warum es in dieser Argumentation hier nicht reicht und warum es nicht dafür reicht, den Bildungsrückstand in Bezug auf Narzissmus als „Gerücht“ herunterzureden: (1) Das Buch hat es auch nach 75 Jahren nicht in den deutschen Sprachraum geschafft. (2) Das Buch handelt wohl von Cluster-B-Störungen, jedoch nur von den gravierenden Fällen in geschlossenen Anstalten. Es geht dem Autor – in den Kategorien der „Dunklen Triade“ gesprochen – vor allem um die beiden schwerwiegenderen Cluster-B-Varianten Machiavellismus und Psychopathie, aber nicht um jene Narzissten, um die es hier geht. (3) Die Narzissten, um die es hier geht, die Narzissten, die Ehen, Familien oder Arbeitsteams ruinieren, ohne dabei juristisch straffällig zu werden, gelangen eben gerade nicht in eine Psychotherapie, geschweige denn in ein klinisches Umfeld, wo Psychologen, die wirklich durch eine klinische Ausbildungsphase gehen (und das sind beileibe nicht alle), sie kennenlernen könnten. (4) Aber selbst wenn, dann werden Narzissten in der Klinik fast immer unter den Kategorien ihrer Symptome wahrgenommen, also z. B. als Depressive oder als Anorektiker, nicht aber als Narzissten.
        Ich nenne Dir ein Beispiel: Ein renommierter Facharzt für Psychologie und Buchautor therapiert einen Narzissten aus meinem näheren Umfeld geschlagene sieben Jahre lang, ohne zur Diagnose Narzissmus zu gelangen. Er weigert sich während dieser ganzen Zeit, die Partnerin einzubeziehen, und zwar mit der Begründung der ärztlichen Schweigepflicht. Der Patient wird sieben Jahre lang nicht konfrontiert mit der Diagnose Narzissmus, obwohl mehrere psychologisch geschulte Personen im Umfeld des Klienten eindeutig gravierenden Narzissmus feststellen. Nach sieben Jahren gibt der Facharzt ergebnislos auf, schafft es immerhin noch, den Patienten zu einer Familientherapie zu überreden, und diese schmeißt der Patient nach zwei Sitzungen dann hin, nachdem auch dieser (ebenfalls renommierte und erfahrene) Familientherapeut den Narzissten ebensowenig entlarvt. In der Folge gehen die Ehe, die Familie des Narzissten und auch die Herkunftsfamilie des Narzissten in die Brüche – und alle Beteiligten haben sich durch all die Jahre in tiefer Selbstreflexion zerfleischt, außer der Narzisst selber. Eine frühzeitige, klar ausgesprochene Diagnose hätte jahrelanges Leid verhindert. Auch wenn all die beteiligten Pferde natürlich das Wasser selber hätten saufen müssen…

        • Corry sagt:

          Super Danke Peter.
          Das ist ein Stückweit Realität.
          NPS ist keine relevante Diagnose.
          Interessiert nicht.
          Null.
          Nur mach junge aosychlogem schauen nicht mit grossen Augen, Psychiater wissen nicht was das ist. Selbstbetroffene schon mal gar nicht.

  10. Stefan sagt:

    @Silv
    Du hast natürlich vollkommen Recht.

    Aber viele erwarten, dass der Therapeut Wunder vollbringt und das ist eben nicht Möglich.
    Dafür muss man selbst was ändern wollen und sich seiner Probleme eben bewusst sein und das ist bei gefühlt 70% der Menschen leider noch nicht der Fall.
    Deswegen sag ich immer „man muss erst mal ganz unten ankommen“ und dann ist auch die Aufarbeitung möglich.

  11. Stella sagt:

    Ich lese regelmäßig die Artikel auf dieser Internetseite, aber dieser ist der erste, den ich kritisch betrachte… Ich habe in meinem Leben aus unterschiedlichen Gründen schon mehrere Psychotherapien gemacht und habe bisher keine negativen Erfahrungen gemacht, im Gegenteil. Die Therapeutin/der Therapeut waren zu dem jeweiligen Zeitpunkt gut und richtig für mich. Das kann natürlich auch „Glück“ gewesen sein, aber ich denke, dass ich immer nach dem wichtigsten Kriterium gegangen bin: fühle ich mich von der Therapeuten/dem Therapeuten verstanden und unterstützt sie/er mich dabei, EIGENSTÄNDIG meine Lebens- und Gefühlssituation zu verbessern? Fühle ich mich wohler und stärker – was nicht nach jeder Sitzung so sein muss (manchmal weint man ja auch viel), aber insgesamt als Tendenz?
    Und damit meine ich nicht, dass sie/er mir nur nach dem Mund redet, sondern manchmal kann es auch hilfreich sein, wenn man von ihr/ihm andere Sichtweisen präsentiert und manchmal auch den eigenen Spiegel vorgehalten bekommt und man dann für sich prüft, ob da was dran sein könnte oder nicht. Die Therapeutin muss das Fingerspitzengefühl haben, den Schmerz und die Verletzung zu würdigen, die Patientin aber nicht in dem Gefühl des „Opferseins“ verharren zu lassen, sondern zu unterstützen, konstruktive Wege daraus heraus zu finden. Dabei geht es meiner Erfahrung nach vor allem um die Stärkung des eigenen Selbstwertgefühls! Denn wenn das wieder erstarkt, ist man auch in der Lage, besser für sich einzustehen und zu sorgen sowie zu erkennen, was einem guttut und was nicht und Menschen, die einem nicht guttun, die Stirn zu bieten, Veränderungswünsche und -Prozesse anzustoßen und auch nicht ins Bodenlose zu stürzen bzw. wieder herauszukommen nach einer Trennung. Im Grunde sollte die Therapeutin, ob sie sich nun wer-weiß-wie gut mit Narzissmus auskennt oder nicht, wie eine fachlich versierte Freundin sein, denn echte Freunde meinen es immer gut mit einem und unterstützen einen, ohne immer nur Honig um den Bart zu schmieren oder immer wieder nur mitfühlend zu bestätigen, wie schwer man es doch hat, sondern sprechen manchmal auch Unangenehmes aus. Meine jetzige Therapeutin hat einmal zu mir gesagt: „Ich bin immer auf Ihrer Seite!“ und das Gefühl vermittelt sie mir auch, auch wenn sie manchmal Kritisierendes sagt.
    Sie hat übrigens in unserer allerersten Sitzung vor einigen Jahren gesagt: „Eine Psychotherapie soll dazu dienen, sich aus einem Gefühl oder Zustand der Schwäche und Angeschlagenheit heraus zu mehr Selbstwertschätzung, Stärke und innerer Stabilität zu entwickeln. In diesem Prozess kann vieles geschehen und sich vieles verändern und ich sage Ihnen gleich: es ist auch möglich, dass dabei Beziehungen zerbrechen.“ Und so ist es auch gekommen! Ich habe durch die Therapie endlich das nötige Selbstvertrauen und den Mut gewonnen, zu erkennen, dass mein Ehemann narzisstisch ist (ohne dass meine Therapeutin es mir explizit so gesagt hat) und mich letztlich von ihm zu trennen und nun den oftmals beschwerlichen, aber selbstbestimmten Weg einer alleinerziehenden Mutter zu gehen! Ich glaube kaum, dass das (regelmäßige) Ausquatschen bei/mit einer Freundin mich dazu gebracht hätte, da es ein langer Entwicklungsprozess war und ich schon professionelle Unterstützung brauchte, um mich langsam aus meiner Opferrolle und meinen Ängsten herauszuwagen, deshalb teile ich den letzten Absatz des Artikels auch nicht.

    • Hallo Stella,

      vielen Dank für Ihren Erfahrungsbericht! Ich möchte mit dem Artikel keineswegs zum Ausdruck bringen, dass eine psychotherapeutische Behandlung zwecklos ist und das sich Psychotherapeuten nicht mit narzisstischen Missbrauch auskennen. Natürlich gibt es hervorragende Psychotherapeuten und es kann eine große Hilfe für Betroffene sein, wenn sie endlich jemanden finden, der ihnen hilft und der sie versteht. Nicht zuletzt rate ich auch immer wieder zu einer psychotherapeutischen Behandlung und empfehle hierzu auch in regelmäßigen Abständen entsprechende Therapeuten. Ich wollte aber zum Ausdruck bringen, dass man eben – wie in jedem anderen Gewerbe auch – an einen falschen Fachmann geraten kann, der mehr Schaden als Nutzen anrichtet – obwohl er vielleicht das Beste versucht. Hier sollte man kritisch bleiben und den Mut finden, sich schnell wieder zu lösen.

    • Peter sagt:

      @Stella
      Auf jeden Fall soll ein Therapeut hart sein mit Dir, Dir den Spiegel vorhalten, Deine Aktivrolle ins Spiel bringen, Dir Tränen, Wut und andere (von vielen als negativ betrachtete) Gefühle bereiten, wenn Du persönlich vorwärts kommen willst. Da ist überhaupt nichts dagegen einzuwenden – falls es um normale Beziehungsprobleme geht.
      Nicht aber, wenn es um Menschen mit einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung geht. Da hilft nur eines: Der Therapeut sagt ohne Umschweife, was Sache ist, und versucht erst mal gar nicht, Dir den Spiegel vorzuhalten oder den Schwarzen Peter zu halbieren. Dieser klare Positionsbezug durch den Therapeuten ist es, der dem Gegenüber eines Narzissten unmittelbar „Selbstwertschätzung, Stärke und innerer Stabilität“ verschafft. Und vor allem eine immense Erleichterung! So sehr es in echten Beziehungen mit echten Konflikten darum geht, die halbe Verantwortung zu übernehmen, so wenig lohnt sich das bei narzisstischen Persönlichkeitsstörungen. Ist dann diese Diagnose Narzissmus gestellt, kommuniziert und die Trennung vollzogen (aber erst dann!), bleibt immer noch genug Arbeit, dem Klienten den Spiegel vorzuhalten und seinen aktiven Part zu mobilisieren, nämlich mit Fragen wie: Warum bist Du einem Narzissten auf den Leim gekrochen? Bist Du eine Co-Narzisstin? Was ist das Faszinierende an einem Narzissten? Woran erkennst Du ihn das nächste Mal, so dass Du ihm aus dem Weg gehen kannst?
      Zweiter Punkt: Hast Du Dir nie die Frage gestellt, warum Dir Deine Therapeutin nie explizit gesagt hat, dass Dein Mann ein Narzisst ist? Du brauchst die Therapeutin nicht grundsätzlich abwerten, Du hast ja viel gelernt bei ihr – aber es ist schon auch richtig, die Frage zu stellen: Warum hat sie es Dir nicht gesagt? Über fast alle Krankheiten des Partners darf offen geredet werden (Diabetes, Rückenbeschwerden, amputierte Beine…), aber über den Narzissmus des Partners nicht?! Bist Du denn ganz sicher, dass Deine Therapeutin weiß, was Narzissmus bedeutet? Mit allen Konsequenzen?
      Ein letzter Punkt, in die andere Richtung: Man darf natürlich auch nicht übertreiben und überall nur noch Narzissmus wittern. Es gibt sie schon auch, die ganz normalen Beziehungsprobleme, Übertragungen, Projektionen, Kolonialisierung usw. Ein geübter Therapeut sollte das eine vom anderen unterscheiden können. Blitzschnell.

  12. karoline sagt:

    Hallo

    Ich finde es sehr wichtig, dass das Thema Therapeut hier angesprochen wurde und es ist auch verständlich, dass unterschiedliche Erfahrungen gemacht wurde. Aber der Aspekt ist insofern wichtig, weil hier ein sehr konstruktives Moment eingebracht wird. Eine narzisstische Beziehung zu beenden – wobei ich für mich in diesem Kontext nicht von Beziehung sprechen will sondern eher von einem Manipulationssystem, das bewusst mangels alternativen Handlungsmustern gesetzt ist, es ist keine Beziehung zu einem anderen Menschen, der Partner nimmt nur eine Funktion, damit der Narzisst zu sich selber und seinen Befürnissen in Beziehung treten kann, eine Art Selbstbeziehung – ist schon eine Herausforderung für sich. Das hinterlässt tiefe und zum teil sehr traumatische Erlebnisse, die einem sehr lange und vielschichtig begleiten. Diese Erfahrungen sind sehr komplex und betreffen viele Facetten der Persönlichkeit. Ich habe die gesamte Phase der Trennung und die Zeit danach mit guter therapeutischer Begleitung durchlebt und bin sehr dankbar dafür. Erst jetzt nach vielen Monaten Abstand, kann ich erst alles langsam reflektieren und in die nächsten tiefen Schichten vordringen. Ich halte dies für wichtige Maßnahmen der Heilung und des Selbstschutzes und ich fürchte, dass es mich noch lange beschäftigen wird, auch wenn der narzisstische Expartner weder emotional, noch verbal präsent ist. Ich habe gelernt Verantwortung und Selbstschutz zu übernehmen. Ohne therapeutische Intervention wäre mir vielleicht die Trennung geglückt, aber nicht der Prozess der Heilung.
    Daher halte ich es für sehr legitim, Forderungen an den Therapeuten zu stellen und ihn gegebenenfalls auch in Frage zu stellen oder zu wechseln.

    • Stefan sagt:

      Man muss diese Bez. nicht nur beenden, man muss diese Person vollkommen aus seinem Leben streichen und verhindern, dass diese Einen jemals wieder kontaktieren oder manipulieren kann.
      Dann, und nur dann, ist eine Besserung des Zustands möglich.
      Ja, ich weiß, bei Familie sehr schwer.

      Ich hab auch den Fehler gemacht und hab paar Mal wieder Kontakt zugelassen und das war vollkommen falsch.
      dieser Schritt ist radikal, aber zwingend notwendig und dessen muss man sich bewusst warden.

  13. yvonne sagt:

    Nicht nur bei narzisstischem Missbrauch, sondern auch bei sexuellen, finanziellen und emotionalen Missbrauchssituationen, versuchen Therapeuten oft „zu vermitteln“. (Mediation), was die Leidenssituation noch zusätzlich unerträglich verlängert. Ausserdem noch mehr Selbstzweifel sät und zu eine Täter-/Opfer-Umkehr führen kann. Sehr schlimm. Das machen zudem auch einige Rechtsanwälte, Behörden und Polizisten bei Befragungen.
    Das Opfer fühlt sich so nicht nur nicht verstanden, sondern auch noch allein gelassen und auch noch verantwortlich für das was ihr (ihm) angetan worden ist.

  14. fggg sagt:

    Hallo,
    in meinem Fall hat der Missbrauch ca. 20 Jahre gedauert. Vor 19 Jahren habe ich mich an zwei Psychologen gewendet, die Situation nicht erkannt haben und mir nicht geholfen haben (ich wusste über Narzissmuss nicht, die beiden Therapeuten, gehe ich davon aus-auch nichts ).
    Erst nach fast 20 jahren habe ich die Situation dank Google erkannt. So habe ich bei mehreren Therapeuten angerufen und direkt gefragt: Ob Sie sich mit dem Thema auskennen?
    So bin ich an einen guten Therapeut gestossen, der mir geholfen hat, langsam zu verarbeiten. Der war sehr empatisch, mitfühlend und sogar hat sich weitere Literatur zum Thema geholt.(Raum Kassel )
    Hätten die ersten zwei Therapeuten mir am Anfang geholfen-hätte ich mich noch rechtszeitig gerettet.

  15. Stefan sagt:

    Meine bisher einzige Erfahrung mit einem Therapeuten:

    Nachdem ich fast 6 Monate innerlich nach der Trennung kaputtgegangen bin, hab ich mir einen Termin bei einer angeblich guten Therapeutin geholt. Wollte mal schauen, was die mir so rät.
    Die Erfahrung hätte ich mir auch schenken können, den wirklich interessiert und zugehört hat die nicht.
    Vielmehr wurde in pseudointerlektuellem Geschwalle versucht mir einzureden, dass ich ja selbst Schuld bin. Dass dies natürlich der Fall ist, weil ich wieder verziehen hab, dazu brauch ich keine Therapeutin.
    Dann wurden mir irgendwelche Erlebnisse meiner Kindheit versucht anzudichten, die mich ja erst soweit gebracht haben, dass ich auf eine Narzisstin reingefallen bin.
    Da war dann für mich der Punkt erreicht, wo ich gesagt habe, dass ich es nicht für sinnvoll halte, diese Sitzung weiterzuführen, da a) die sich Null für mich oder miene Probleme interessiert und mich abgefertigt hat, b) Dinge andichtet, die nicht wahr sind und c) einen dermassen lustlosen Eindruck gemacht hat, dass ich mir sowas nicht weiter geben muss.

    Ich will nicht pauschalisieren, das therapeuten generell scheiße sind, aber, sollte man ein schlechtes Grfühl haben, sollte man evtl. wechseln.
    das war meine einzigste Sitzung, zum Gluck.
    Ferner glaub ich kaum, dass irgendein therapeut etwas ausrichten kann, wenn man selbst da nicht raus will und auch was dafür tut. Die können keine Wunder vollbringen.
    Ich hab das jedenfalls ohne geschafft, weil ich keinen bock auf einen halbgaren Seelenklempner hatte und die Sache selbst angepackt habe!

    • Silv sagt:

      Hallo Stefan,
      Es ist wie bei Allem: es gibt Gute und weniger Gute. Wichtig ist Erfahrung mit Narzissten- die sollten aber eigtl alle Therapeuten zumindest in der Theorie haben.
      Und doch leider ists so: narzisstische Verhaltensmuster kennt man bereits aus der Kindheit. Da hat man die spezifische Reaktion darauf gelernt: abhängig von der Beziehung werden, sehr auf die Stimmung des Gegenüber ‚ horchen‘ bzw feine Antennen entwickeln,sich zuviel gefallen lassen.

    • yvonne sagt:

      Stefan, Genau! Das hat mich auch so fertig gemacht! Genau wie bei Sigi Freud wurde die ganze Gegenwart völlig ausgeblendet und nur in meiner Kindheit herumgestochert. (Lehrbuch Seite ?) Und Nein, ich bin weder krank, depressiv, noch borderline; und in meiner Kindheit wurde ich auch nicht geplagt….. Es sind/waren gewalttätige Übergriffe und Ausbeutung in der Beziehung,…und zwar hier und heute!
      Auch ich habe die Therapie abgebrochen. Diese Interpretationen der Fachleute nützen nichts, sondern verschlimmern allenfalls die Situation.

      • Doro sagt:

        Also wenn ich mich in einer Paarbeziehung derartig ausbeuten und gängeln lasse, wie du es beschreibst, dann stimmt bei mir tatsächlich etwas nicht. Dann fehlt vielleicht die Fähigkeit mich zu spüren und innerlich abzugrenzen, sowie für mich einzustehen und mich zu behaupten. Man wird nicht ohne Grund zum Opfer eines Narzissten. Dazu trägt man seinen Abteil bei, und die Ursachen für solche Defizite liegen eigentlich immer in der Kindheit. Aber es ist natürlich einfacher dem Therapeuten die Schuld zu geben als sich mit bitteren Erkenntnissen auseinanderzusetzen.

        • Lise sagt:

          Wird leider regelmäßig so gemacht, es ist schade, wenn solche denen die Therapieplätze wegnehmen, die tatsächlich an die schmerzhafte Ursachenforschung gehen und was ehrliches für sich und somit andere tun wollen.

          Aber das ist eine Binsenweisheit, ohne Einsicht und Arbeitseinsatz keine Heilung

    • Adrianna sagt:

      Stefan
      Wozu bist Du zu einem Therapeuten gegangen.
      Was hast Du von ihm und von der Therapie erwartet.

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