Der Narzisst hat Angst, wahnsinnig zu werden

Narzissten haben große Angst davor, die Selbstbeherrschung zu verlieren und von ihren Gefühlen überrollt zu werden. Daher sind sie extrem bemüht, niemals die Kontrolle zu verlieren und stets über den Dingen zu stehen. Unter gar keinen Umständen dürfen sie ihre Gefühle zulassen – sie setzen sie nur im Bedarfsfall zur Unterstützung ihrer Ziele ein. Mit Gefühlen, so glaubt der Narzisst, würde er die Kontenance verlieren.

Bild: © lassedesignen – Fotolia.com

Eine narzisstische Störung kann neben einer gewissen genetischen Veranlagung durch unglückliche Umstände und Einflüsse in der Kindheit und durch eine nachteilige Erziehungsform der Eltern entstehen. Erhält ein Kind von seinen Eltern zu wenig Zuwendung und wird es in seinen emotionalen Bedürfnissen vernachlässigt oder erfährt es sogar zu viel Zuwendung und wird zu sehr verwöhnt, dann kann sich – abhängig von der inneren Disposition des Kindes – eine narzisstische Persönlichkeitsstörung entwickeln.

Wenn der Narzisst in seiner Kindheit von seinen Eltern vernachlässigt und misshandelt wurde, war er gezwungen, unbewusst seine Gefühle zu unterdrücken oder zu leugnen, um seine geistige Gesundheit zu erhalten. Es war ein emotionaler Schutz vor den grauenvollen Erlebnissen, ohne den er wahrscheinlich wahnsinnig geworden wären. Er hat in seiner frühsten Kindheit grauenvolle Erlebnisse erfahren müssen, in denen er von seinem Vater oder von seiner Mutter unentwegt erniedrigt und gedemütigt wurde, in denen er wiederholt missachtet oder benachteiligt wurde, in denen er geschlagen und körperlich missbraucht wurde oder in denen seine Eltern von ihm Taten verlangten, die ihn seelisch überforderten.

Der Narzisst erfuhr eine gewalttätige Behandlung, ob nun verbal oder körperlich, die er sich nicht erklären konnte und die mit seinem unbewussten Bild von liebenden Eltern nicht einherging. Denn auch ein Baby hat bereits ein unbewusstes Gefühl dafür, wie seine Eltern idealerweise sein sollten, damit es sich sicher und geborgen fühlen kann. Ein kleines Kind kann nicht rational erklären, wie sich die Eltern ihm gegenüber verhalten sollten, es hat aber ein tiefes Empfinden dafür, was ihm guttun und was nicht.

Der Narzisst empfängt Gewalt statt Liebe von seinen Eltern

Und dann erfährt der Narzisst von seinen Eltern, die ihn eigentlich lieben, versorgen und beschützen sollten, das genaue Gegenteil. Die Eltern kümmern sich nicht um ihn, wenden sich nicht ihm und seinen Bedürfnissen zu, gehen nicht liebevoll und verständnisvoll mit ihm um, sondern beschimpfen ihn, misshandeln ihn und schlagen ihn. Statt Liebe erfährt er Gewalt. Wie soll ein kleines Kind damit umgehen? Was soll es davon halten?

Diese schmerzhaften Erlebnisse sind für ein Kind nicht zu ertragen. Die Diskrepanz zwischen dem Bild von liebenden Eltern, was das Kind in sich trägt, und dem tatsächlichen Bild von den aggressiven Eltern, was das Kind erfährt, muss das Kind an den Rand des Wahnsinns treiben, weil es dafür keine logische und einleuchtende Erklärung finden kann.

Der Narzisst kann das Verhalten seiner Eltern nicht begreifen

Als kleines Kind musste der Narzisst davon ausgehen, dass ihn seine Eltern gern haben würden und dann erlebte er unfassbare Augenblicke des Grauens. Konnte er nun seinen Eltern vertrauen oder nicht? Wollten ihn seine Eltern beschützen oder umbringen? Das unausgebildete Gehirn des Kindes kann die Feindseligkeit der Eltern nicht nachvollziehen und wird vor eine schier unlösbare Aufgabe gestellt. Das Kind muss das Gefühl entwickeln, wahnsinnig zu werden, weil es den Sinn des Verhaltens der Eltern nicht verstehen und erklären kann.

Selbst Erwachsene haben zuweilen das Gefühl, verrückt zu werden, wenn sie etwas erleben, was von ihrer inneren Wahrheit in einem erheblich Umfang abweicht. Wenn sie etwas als stark widersprüchlich erleben und keine Ahnung haben, was vor sich geht und nicht wissen, was sie glauben sollen, dann zweifeln sie an ihrer Wahrnehmung, an ihrem Verstand und an ihren Sinnen und suchen nach einem Anker, der ihnen wieder Halt und Stabilität verschafft. Sie wollen verstehen, um wieder beruhigt sein zu können.

Die Erlebnisse gehen nicht mit den Überzeugungen überein

Stellen Sie sich einmal vor, Sie sitzen an einem See und plötzlich kommt Ihnen eine Person von vorne entgegen, die auf dem Wasser läuft. Sie denken, dass Sie nicht richtig sehen, dass Ihre Brille beschlagen ist oder dass Sie zum Mittagessen zu viel Rotwein getrunken haben. Vielleicht glauben Sie auch, dass es sich nur um Zauberei handelt und dass sich ein Trick dahinter verbirgt.  Auf alle Fälle suchen Sie händeringend nach einer logischen Erklärung, damit die Welt für Sie wieder in Ordnung ist.

Was aber, wenn sich nichts von Ihren Vermutungen bestätigt und die Person noch stundenlang ohne jegliche Mühen auf dem Wasser läuft? Was passiert mit Ihnen, wenn plötzlich noch mehr Personen auf dem Wasser laufen? Was macht es mit Ihnen, wenn Sie feststellen, dass Sie plötzlich die einzige Person sind, die nicht auf dem Wasser laufen kann, obwohl Sie doch gelernt haben, dass man nicht auf Wasser laufen kann? Sie zweifeln an sich selbst, an Ihrem Glauben, an Ihre Überzeugungen und im schlimmsten Fall werden Sie wahnsinnig, weil sie einfach keine Theorie für Ihre Beobachtung finden. Sie bekommen Angst, weil Sie nicht wissen, zu welchen Taten diese Menschen noch fähig sind, wenn sie schon über Wasser gehen können. Sie wissen nicht, wie Sie damit umgehen sollen.

Und nun versetzen Sie sich einmal in die Haut eines kleinen Kindes, das permanent verbalen oder körperlichen Angriffen ausgesetzt ist, obwohl es doch davon ausgegangen ist, liebevolle und fürsorgliche Zuwendung zu erhalten. Es droht, wahnsinnig zu werden. Doch der menschliche Organismus hat für solche Fälle eine praktische Lösung gefunden: Um die psychische Verwirrung zu vermeiden, werden die grauenvollen Erlebnisse abgespalten und alle damit verbundenen Gefühle werden verdrängt. Mit anderen Worten musste der Narzisst zwangsläufig lernen, das Fühlen abzuschalten, um zu überleben und nicht „verrückt“ zu werden.

Die Verdrängung hat ihm das Leben gerettet

Der Narzisst musste als Kind die Angst vor den Eltern, die Wut auf die Eltern und seine Trauer über die schreckliche Kindheit verdrängen und leugnen, um mit der Wirklichkeit zurechtzukommen. Als Erwachsener unterdrückt er diese Gefühle weiterhin, weil er unbewusst glaubt, sich immer noch vor der Gefahr, die eigentlich nicht mehr besteht, schützen zu müssen. Außerdem hat er Angst davor, wenn er seine Gefühle wieder zulassen würde, verrückt zu werden, denn schließlich hat ihn ja die Unterdrückung der Gefühle vor dem Wahnsinn bewahrt.

Auf diese Weise spaltet er sein Selbst von dem Ich ab und zukünftig übernimmt sein Ich die alleinige Führung über seine Persönlichkeit. Da aber die unbewussten Vorgänge im Körper, wozu auch die Gefühle gehören, nicht beeinflusst und gesteuert werden können, muss er sie verdrängen, um nicht plötzlich von ihnen überrollt zu werden. Doch in seinem Innersten kocht die unverarbeitete Wut aus seiner Kindheit weiter. Zwar versucht sein Ich die Wut zu kontrollieren, um nicht unbedachte Handlungen zu begehen, die seinem Image schaden könnten, doch bei der Fülle an Wut und dem mangelnden Selbstgefühl für die eigenen Körperempfindungen, muss die Wut irgendwann explodieren. Je mehr Wut aufgestaut wird und je länger sie unterdrückt wird, desto stärker die Reaktion. Manchmal ist es dann – wenn sich der Narzisst nicht mehr beherrschen kann – als würde ein Vulkan ausbrechen.

Gefühle können nicht ein Leben lang unterdrückt werden

Daher kann man bei einem Narzissten auch nie sicher sein, wann der nächste Wutausbruch erfolgt. Plötzlich – meistens nur wegen Kleinigkeiten – platzt es aus dem Narzissten heraus. Eine Woge des Gefühls steigt aus dem Unterbewusstsein auf und kann von dem Ich nicht mehr beherrscht werden. Der Narzisst gerät in eine Raserei und kann sich nicht mehr bremsen.

Natürlich kann jeder von seinen Gefühlen überrollt werden und kurzweilig die Kontrolle über seine Handlungen verlieren. In der Regel ist sich aber ein gesunder Mensch noch über seine Reaktionen bewusst, da er ein gutes Selbstgefühl hat. Er bekommt sich nach einer Weile wieder in den Griff, noch bevor er einen Schaden anrichtet. Jeder kann einmal vorübergehend die Nerven verlieren.

Bei einem Narzissten kann aber der Ausbruch so stark werden, dass er den Kontakt zur Realität verliert und seine Beherrschung vollständig ablegt. Er wird jähzornig, tollwütig und schlägt um sich. Der Narzisst wird von seiner inneren Erregung derart überwältigt, dass es in der Tat den Anschein hat, als wäre er wahnsinnig.  In seinem Wahn bekommt er überhaupt nicht mehr mit, was gerade mit ihm geschieht.

Man kann aber auch bei dem Narzissten beobachten, wie er plötzlich in ein Tränenmeer ausbricht, obwohl das auslösende Ereignis im Grunde gar nicht so traurig war. Auch hier wird er von seinen innersten, aufgestauten Gefühlen überrollt, die er einfach nicht beherrschen kann. Das kontrollierende Ich wird vorübergehend in dem Rausch der Gefühle ertränkt und verliert den Bezug zur Realität.

Keine Gefühle bedeuten für ihn keine Schmerzen

Im tiefsten Unterbewusstsein hat der Narzisst Angst davor, wahnsinnig zu werden, wenn er seine Gefühle zulässt. Er hat gelernt, seine Gefühle zu verdrängen, um sich vor dem Wahnsinn zu schützen. Die grauenvolle Erfahrung aus der Vergangenheit hat ihn dazu gezwungen, sich um keinen Preis den eigenen Gefühlen zuzuwenden. Er hat nach wie vor sehr große Angst davor, von seiner Vergangenheit eingeholt zu werden und das Trauma noch einmal erleben zu müssen. Nach wie vor hat er große Angst vor Kritik, Demütigungen, Ablehnung, Bestrafungen und Gewalt. Er glaubt immer noch, der Gefahr von damals ausgesetzt zu sein und findet keine echte Sicherheit in seinem Leben.

Daher bedeutet es für ihn, wahnsinnig zu sein, wenn man seinen Gefühlen freien Lauf lässt. Er glaubt, dass Menschen, die ihren Gefühlen nachgeben, die Kontrolle verloren haben und daher wahnsinnig sein müssen. Dabei dürfte es eher als wahnsinnig bezeichnet werden, wenn man seine Gefühle vollständig unterdrückt und ein Leben ohne Gefühle führt.

Das Abspalten der inneren Gefühlswelt aufgrund von Traumatisierungen ist aber nicht nur ein Merkmal der narzisstischen Persönlichkeitsstörung. Auch bei anderen psychischen Erkrankungen oder Persönlichkeitsstörungen, wie z. B. Borderline, kann die Selbstwahrnehmung zeitweise oder dauerhaft beeinträchtigt oder blockiert sein. Daher entspricht eine gewisse Gefühlsarmut nicht automatisch einer narzisstische Persönlichkeitsstörung, sie ist aber neben zahlreichen anderen Merkmalen ein Erkennungszeichen des krankhaften Narzissmus.


Veröffentlicht in Blog, Eigenschaften eines Narzissten
69 Kommentare zu “Der Narzisst hat Angst, wahnsinnig zu werden
  1. Lani sagt:

    Vielen Dank, für diesen Artikel, das hilft wirklich, den Menschen zu sehen.

  2. Claudia2 sagt:

    Unsere Gesellschaft richtet ihr Augenmerk vor allem auf das Unglück.
    Es wird an der Zeit, dass wir uns mal mit denen beschäftigen, die es geschafft haben, verhältnismäßig unbeschadet mit schlimmsten Widrigkeiten des Lebens fertig zu werden – Stichwort Resilienz. Welche Faktoren haben sie stark gemacht?
    Menschen mit einer guten Resilienz übernehmen für ihr Leben und ihr Handeln die Verantwortung.
    Menschen mit einer geringen Widerstandskraft sehen sich hingegen oft in der Opferrolle.
    Auch besteht das professionelle Vorurteil darin, dass es bislang hieß: jemand der misshandelt wurde, misshandelt wieder. Dabei darf man aber nicht vergessen, dass Fachleute nur die „Problemfälle“ kennen. Die anderen, die es geschafft haben, gehen ihren Weg, ohne jemals mit Ärzten und Psychotherapeuten in Berührung zu kommen.
    Von dieser Gruppe spricht kein Mensch.

    • Silv sagt:

      Resilienz hilft nicht bei der heftigsten Form des Narzissmus:
      Der narzisstischen Persönlichkeitsstörung.Dem Partner nicht als Schutz.
      Es gibt Untersuchungen, wo festgestellt wurde, dass es Kinder gibt,die trotz widrigster Umstände zu ‚gesunden Menschen‘ heran wuchsen.Aber wie lange Diese wissenschaftlich begleitet wurden, weiß man nicht.
      In diesem Forum gehts aber eher um Menschen, die in eine Abhängigkeitsbeziehung zu einem narz. Veranlagten gerutscht sind. Und hier Hilfe und ggfs Austausch suchen.

    • Silv sagt:

      ‚Fachleute‘ haben auch ein Privatleben und erleben somit auch andere Menschen.
      Dir möchte ich sagen, dass deinen Statements hier zu entnehmen ist, dass du zumindest in einer Weise mit krankhaftem Narzissmus in Kontakt getreten bist, die evtl auch bei dir Spuren hinterlassen hat.

    • Leelith sagt:

      Das habe ich mich auch immer gefragt, wieso manche Menschen, trotz schlimmster Erlebnisse, noch schlimmere als ich sie z.B. hatte (ich litt unter eine extrem narzisstischen Mutter, und leide eigentlich bis heute und hab das auch bis heute nicht verarbeiten können und bin nun in der Fortsetzung dessen quasi, weil ich seit 12 Jahren mit einem extrem narzisstischen Mann zusammen bin). Jedenfalls hab ich mich das immer gefragt, wie es sein kann, daß manche trotz schlimmster Erlebnisse, besser klar kommen und ihr Leben auf die Reihe bekommen, als ich. Und ich hab dann angefangen auf Dinge zu achten bei diesen Menschen. Und dabei ist mir folgendes aufgefallen: Menschen, die trotz schlimmster Erlebnisse ihr Leben auf die Reihe bekamen, hatten ENTWEDER zumindest 1 Menschen von frühester Kindheit in ihrem Umfeld, der sowas wie ein Ersatz für die eigentlichen Bezugspersonen war. Die Oma, Tante oder sonst wen. Sie hatten zumindest 1 Menschen, der ihnen all das gab, was die missbrauchenden/mißhandelnden Eltern nicht fähig waren zu geben. Und wenn sie DAS nicht hatten, dann hatten sie einen Menschen, meistens 1 jüngeres Geschwisterteil, dem sie sich gegenüber so verantwortlich fühlten, daß sie sich verpflichtet sahen, ihr Leben auf die Reihe zu bekommen, stark zu sein damit diese jüngere Schwester oder Bruder nicht dasselbe erleben musste wie dieser Mensch selbst. Sie übernahmen die Rolle des verantwortungsbewussten älteren Geschwisterteils, und das war ihre Rettung. Es war aber auch nicht immer wegen der jüngeren Schwester oder so. Bei manchen haben andere Lebensumstände sie sehr früh Verantwortung übernehmen lassen müssen,manchmmal auch für ihre misshandelnden Eltern, die sonst auch nichts auf die Reihe bekamen (weil sie vielleicht Suchtprobleme hatten zusätzlich) und so lernten sie automatisch wie man ein verantwortungsbewusstes Leben führt und was es braucht um im Leben zu bestehen. 1 der beiden Dinge traf bei wirklich jedem zu, den ich in meinem Leben kennenlernte, und der ähnliches oder schlimmeres als ich erlebte, aber trotdem besser im Leben bestand als ich. Ich hatte das Pech, daß ich eine hoch maligne narzisstische Mutter hatte, die mich .. das eigentliche Opfer .. zum Täter machte, vor allen vor Menschen in unserem Umfeld. Und sie nahm mir über die Jahre jeden Menschen, der die ersten Jahre noch zu mir hielt. Erst meinen geliebten Vater, ihn beeinflusste sie auf perfideste hoch manipulative Art, und so unglaublich geschickt tat sie das immer bei den Leuten. Ich hab das auch erst so viele Jahre später durchschaut. Also mein Fall, der ist echt filmreif, weil dass das überhaupt so möglich war und wieviele Leute involviert sind, die sie über die Jahre gegen mich ausspielte hinter meinem Rücken (sogar Lehrer), indem sie heimlich bei den Eltern meiner Lebenspartner anrief hinter meinem Rücken, bei meinen Lehrern und wer weiß wo sonst noch. Bei meinen Freunden, Freundinnen, deren Mütter. Und nur 1 Mutter hat sie nicht geschafft zu beeinflussen, die meiner besten Freundin, die mich von kleinauf kannte und wusste was lief, sie sah es ja über 20Jahre jeden Tag mit an, wie ich abends heulend bei ihnen angerannt kam, weil zuhause mal wieder Psychoterror angesagt war. Und bei Psychatern hat es meine Mutter auch nie geschafft, obwohl sie sich sowas von ins Zeug gelegt hatte und alles aufbot was sie hatte an Manipulation (ich war aber auch nur bei 2..und das auch nur kurz). Jedenfalls hatte ich niemanden, habe niemanden bis heute. Und das dank meiner Mutter. Und der Knaller ist, sie sieht das nicht mal ein. Ich glaube andere hätten sich schon längst 10 Mal aufgehangen bei dem was ich erlebt habe. Das hat mir sogar schon ein Therapeut gesagt. Der mir aber auch sagte, daß meine Eltern mir einen großen Dienst erwiesen haben, ich habe etwas von frühester Kindheit gelernt wozu sie bis heute nicht fähig sind, und wodurch ich nicht wahnsinnig geworden bin: (Selbst-)Reflektion!!!

  3. Claudia2 sagt:

    Die schweren Traumata, denen der Narzisst ausgesetzt war, sollen das Erbgut verändern und sich dauerhaft in Körper und Verhalten niederschlagen. Schlimmer noch, sie werden sogar an den Nachwuchs vererbt.
    Erfreulicherweise sollen diese epigenetischen Veränderungen unter Umständen sogar rückgängig gemacht werden können, stellte ein Wissenschaftlerteam fest.
    Durch eine besonders angepasste stressarme Umgebung gelang es, das Verhalten im Erwachsenenalter wieder zu korrigieren – und auch die Nachkommen zeigten dann keine Spur des Traumas mehr.
    Faszinierend!

    • Silv sagt:

      ‚Durch eine besonders angepasste, stressarme Umgebung‘- wo steht das denn? Hattest du selbst eine Beziehung mit einem narz. Veranlagten oder bist du selbst solch eine(-r)?

      • FLORA sagt:

        Ist wieder nur blabla. Epigenetik. Leider belegt C nie woher sie ihre Weisheiten bezieht. Die Forschung arbeitet noch mit Ratten. Ich werde diesen Quatsch jetzt ignorieren.

    • Elena sagt:

      Ich glaube, dass es für NPS keine Heilung gibt. Erstens sind sie nicht motiviert. Zweitens fehlt meistens die Einsicht und der Leidensdruck.
      Sie sind viel zu sehr damit beschäftigt ihre Narzistischen Ziele zu erreichen. Sie investieren nicht viel oder sehr sparsam in ihre Bindungsökonomie. Sondern eher in ihre taktisch-strageische Vorgehensweise.
      Mein Ex-Freund war Psychiater und Chefarzt. Er hat keine, absolut keine Freunde gehabt. Wollte nur bewundert werden. Wichtig war für ihn, Menschen für seine Ziele zu manipulieren und einzubinden. Selbst Kinder und mich sowieso. Er hing an fast keinem Menschen. Sein Team wäre seine Familie, jedoch um von der Familie Distanz zu bekommen. Aber er hat nie zu dem Team eine Bindung aufgebaut. Ebenso auch nicht zu seinen Kollegen. Wer in seine narzistische Architektur nicht passte, hat gar nicht mehr existiert. Er war extrem bedürftig. Wichtig war Kontrolle, Manipulation und Bedeutung. Dafür hat er dann teure Essgelage im Team und bei Kollegen ausgegeben, aber nicht so sehr weil es ihm Spass gemacht hat. Sondern sich Bedeutung zu verleihen. Nach der Pensinierung hörte es schlagartig auf. Narzisten sind eigentlich arme, bedürftige Menschen, hoch kränkbar, ergo kritikunfähig, nicht bindungsfähig, ohne Empathie, können aber wenn es sein muss, extrem charmant auftreten. Schlechtes Selbstbild und ergo schlechtes Menschenbild. Das ist es, was sie so gefährlich macht. Sie sind sozial unverträglich, brauchen Beziehungen, sind jedoch nicht Beziehungsfähig. Man kann mit ihnen eine Schein-Beziehung eingehen, wenn man masochistisch ist, oder wenn man ein größerer Narzist it, als sie.

      • Sigrid sagt:

        Narzissten fühlen sich nicht krank und behandlungsbedürftig schon gar nicht.Das ist ja das Problem,
        das Problem der Mitmenschen, die ’normal‘ ticken.
        Man kann sich nicht vorstellen, wie jemand sein Leben damit verschwenden kann, seine Mitmenschen- seinen Lebenspartner- für die eigenen Zwecke, und nur für die eigenen Zwecke, dermaßen zu mißbrauchen.
        Mitleid ist für derartige Zeitgenossen unangebracht.
        Wir -FRAUEN- sind leider zu blöd erzogen worden und werden es noch immer. Wir lassen uns viel zuviel gefallen.

      • Silv sagt:

        Liebe Elena,Wie ich schon mal an anderer Stelle schrieb:es gibt durchaus auch narz. Therapeuten- was ein Psychiater ja ist.

    • Michelle sagt:

      Ich habe selten so einen Mist wie von Claudia2 gelesen, sorry, dass ich so ehrlich bin!

  4. Sigrid sagt:

    Was bin ich froh, dieses Forum entdeckt zu haben! Bei mir hat es volle 10 Jahre gedauert um zu erkennen was Sache war. Ich habe mich immer gefragt was wohl in ihrem Kopf vorgehen mag; es ist mir nie gelungen. Kunststück. Natürlich hab ich die Schuld bei mir gesucht und ich habe ihr „aus der Hand gefressen“. Welch Verschwendung von Lebenskraft. Danke an dieses Forum. Danke. Dadurch ist es für mich vorbei und ich habe ihr vor 1 Jahr schriftlich den Kontakt mit mir untersagt. Ein für Allemal. Guess what? Ich fühle mich großartig dabei und ich bereue es nicht!

    • Silv sagt:

      Besser spät als nie. Die Erkenntnis dass da zwei leider aufeinander Passende eine ungute Liaison miteinander eingegangen sind, ist hart. Aber die Auflösung letztendlich der einzige Weg.
      Und dann gilt noch: Verhinderung, nochnal in solch eine Abhängigkeits- Beziehung zu rutschen.

  5. Silv sagt:

    Oder überbehütenden….hieß es
    Erziehung durch Eltern/ Bezugspersonen hat doch einen entscheidend prägenden Einfluss?

    • Hilde sagt:

      Es gibt aber auch solche, die von ihren Eltern zu sehr verwöhnt wurden. Die meinen ihnen stehe das alles zu.
      Ich glaube in der heutigen Zeit kommt das viel öfter vor.
      Sie haben alles gekriegt und meinen ihnen stehe alles weiterhin zu.
      Alles und jeder muss sich um sie drehen.
      Gefühle für andere? nicht vorhanden.

  6. Sabbi sagt:

    Die meisten so geprägten Menschen, denke ich, äußern sich doch gar nicht dazu. Woher will man also so genau wissen, was und wie?
    Weil NPSler sich selbst schlecht fühlen können, ihre Gefühle teils abgespalten haben und sich da schlecht artikulieren können, können sie selbst m. E, schlecht sagen, was mit ihnen los ist.
    Da jer z. Bsp. etwas anderes unter lieben, Liebe versteht, woher will man wissen, wie und ob ein NPSler fühlt?
    Wenn ich jetzt sage, ich fühle stark und kann mich gut ausdrücken, ein anderer Mensch aber nicht und er meint, er liebt auch, wie will man so etwas messen? Was ist stark, was ist normal usw.?
    Das sind so meine Überlegungen…

    VG Sabbi

    • Silv sagt:

      Naja- Vorhandene oder fehlende Empathie spürt ‚man‘ schon in einer Beziehung. Empathie füreinander ist für mich auch ein ‚Liebeszeichen‘. Und Empathie- als Hintergrund in der Beziehung zu Liebespartner, Freund, Kind, Familie- endet auch nicht bei Meinungsverschiedenheiten. Da geht es dann nicht um ‚Vernichtung‘ sondern um ‚Wiederannäherung‘.

    • Flora sagt:

      Normal ist, dass jemand der liebt den Partner nicht zugrunde richtet, ihn nicht notorisch belügt, ausnutzt und für Psychospielchen benutzt.
      Cluster B Gestörte sehen empathische Menschen als minderwertig an, sind halt so blöd sich ausnutzen zu lassen und haben es nicht besser verdient.
      Ihr Mindsetting verbietet ihnen andere zu achten. Die sind einzig Mittel zur Bedürfnisbefriedigung.

      Selbst wenn man sich völlig unterwirft fordert dass ihren Sadismus heraus, damit beweist man ihnen, dass man nichts wert ist. Völlig Gaga

      • Silv sagt:

        Bei mir war es so: ein Partner, der auf ‚coole und starke‘ Frauen stand, dann aber nicht ertragen konnte, mal nicht im Mittelpunkt zu stehen. Dann begann das Abwerten und schlechtreden.
        Sprich, er versuchte, die starke Seite der Partnerin zu demontieren. Berichtete stolz, dass er bei den Exfreundinnen aber auch gie schwachen Seiten erkannt habe.

      • Silv sagt:

        Liebe Flora, eben beziehungsunfähig. Da helfen keine ‚geschickten Strategien im Umgang’oder ein ausgeglichenes Wesen
        Der narz Mensch wird solange ‚kitzeln‘ bis auch der letzte Hoffnungsfunken beim Partner erloschen ist.

  7. Arabiata sagt:

    …hätte da nochmal eine Frage an die Forumsteilnehmer, hat jemand auch festgestellt, dass Verlustängste durch das Auf und Ab entstanden sind, man misstrauisch, unsicher, eifersüchtig wird aufgrund von mangelnder Konsistenz? Wobei die Frage ist was war zuerst da die Henne oder das Ei. Wie manche hier richtig schreiben, reagieren auch ganz ,normale` Menschen genervt, wenn der Partner zu viel hinterfragt, unsicher ist, Verdächtigungen, Unterstellungen macht. Früher war ich aber nicht so. Das würde mich mal interessieren.

    • Silv sagt:

      Hallo Arabiata,
      die durch den narz Menschen in die Beziehung eingebrachte Unsicherheit( durch Fremdgehen und Flirten, Kontaktabbruch, empathieloses Verhalten…)machen dich, als Partner, eifersüchtig, misstrauisch, anklammernd
      Ich war immer sehr liberal und nie eifersüchtig aber durch das Dauerkontaktieren seiner Exfreindinnen und anderer Frauen ind flirten in meiner Gegenwart bin ich es dann geworden. So nen Menschen will ich nimmer mehr. Sie entwickeln in der Beziehung nicht die notwendige Loyalität

    • Hilde sagt:

      Hallo Arabiata.
      ich hate keine Verlustängste, er hat mir auch nie gedroht zu gehen. Ich hatte aber oft ein komisches Bauchgefühl und ihm gesagt, so gehe es nicht mehr weiter, ansonsten solle er gehen.
      Solange ich ihm noch nützlich war, lenkte er immer ein.
      Als er merkte, dass ich das nicht mehr mitmachen werde, suchte er sich Next. Und mittlerweile glaube ich gar nichts mehr.
      Ich habe ihm alle Freiheiten gelassen, nur kam immer weniger zurück. Ich weiß mittlerweile nicht mehr, was dieser Mensch wollte. Ich glaube nur, er weiß es selber nicht.
      Ich konnte tun was ich wollte, ich hatte keine Chance.

  8. Petra sagt:

    Sehr geehrter Herr Grüttefien! Ich danke ihnen für diesen hervorragenden Beitrag!! Das Beispiel mit dem Erlebnis was man hat, was nicht sein kann (Mann läuft über Wasser) was aber tatsächlich passiert…ist das nicht Alltag für uns alle?? Man sucht lange nach einer Erklärung warum das passiert, man findet aber keine und es passiert immernoch. Das kann einen in der tat wahnsinnig machen. Man muß es ausblenden um die Kontrolle zu behalten. Es passiert mir im Umgang mit anderen Menschen dauernd und das einzige was hilft ist ausblenden, isolation um nicht wahnsinnig zu werden…das geht nicht nur Narzissten so, geht es nicht uns allen so?? Gefühle ausblenden tut doch jeder und das ist die Ursache allen übel…

    • Hallo Petra,
      natürlich findet man dieses Anpassungsverhalten auch bei anderen Menschen, die keine NPS haben. Es ist ja grundsätzlich eine menschliche Reaktion, die in vielen Situation auch zum Überleben wichtig sind. Das Kontrollbedürfnis des Narzissten ist jedoch in besondere Weise ausgeprägt, so dass er sich selbst das Leben damit schwer macht und unnötige Wege geht, aber auch seinen Mitmenschen. Während es bei anderen Menschen situativ oder reaktiv auftritt, handelt es sich bei einem Narzissten um ein durchgängiges Muster.

      • Petra sagt:

        Sie haben recht wegen dem Kontrollbedürfmnis! Mein Narzisst geht sogar soweit daß er niemals Gefühle verbal auspricht oder auch nicht schreibt, wie zb „ich freue mich“, sowas oder ähnliches hört man nie von ihm. Erst recht spricht er niemals eine emotionale Regung über einen anderen Menschen aus, zb „das war ein schöner Tag mit dir“. Er kann aber durchaus Ärgernis ausprechen, alles andere aber nicht. Das ist so präzise, daß ich mich jedesmal wunder wie er das hinbekommt!
        Grundsätzlich stimmt genau was sie im Artikel beschrieben haben. Er hat von seinem Vater keine Zuwendung bekommen, von Mutter aber schon…er hatim Elternhaus schlimmes erlebt…was genau weiß ich nicht…

  9. Mia sagt:

    Meine Kindheit verlief wie in dem Beitrag beschrieben. Ich hatte eine narzisstische Mutter, die mich von klein an aufs Grausamste beschimpfte, wenn ich nicht das tat, was sie von mir wollte. Ihre Stimmungsschwankungen überforderten mich sehr, da sie nett sein konnte und im nächsten Moment mich auf die Seite stieß und ich wusste nicht, warum sie mir auf einmal mit so viel Ablehnung begegnete. Dass ich meine Gefühle ebenfalls abspaltete, so wie in dem Artikel beschrieben, verstehe ich soweit. Was ich nicht verstehe, ist, dass ich deshalb keine Narzisstin geworden bin, vielmehr eine Co-Narzissten, die es jedem recht machen möchte, um geliebt zu werden.
    Die Erlebnisse in meiner Kindheit decken sich mit dem Beitrag, meine weitere Entwickung jedoch nicht.

    • Hallo Mia,
      eine narzisstische Persönlichkeitsstörung entwickelt sich nicht aus der Tatsache, dass man in der Kindheit vernachlässigt wurde und grausame Erfahrungen mit den Eltern machen musste. Genauso gut kann auch zu viel Zuwendung zu dieser Störung führen. Besonders wichtig ist aber die individuelle Veranlagung, die jeder Mensch mit auf die Welt bringt. Die Zusammensetzung aus individuellen Anlagen, der Erziehungsform der Eltern sowie der günstige oder ungünstige Einfluss des weiteren Umfeldes können eine NPS auslösen.

      • FLORA sagt:

        Alice Müller sagt, dass wenn ein Kind eine vertraute konstante Person hat,Großseltern Tante,älteres Geschwisterkind, auch Lehrer, die ihm Zuneigung schenkt und ihm vor allem glaubt,die Weichen nicht zwangsläufig auf psychische Erkrankungen stehen.

        • Hilde sagt:

          ich weiße dass er wohl eine sehr liebe Mutter hatte. Sein Vater sei ein böser Mann gewesen, Aussage seiner älteren Halbschwestern, der ihm aber jeden Wunsch erfüllte.
          Wohl eine ganz fatale Konstellation. Er konnte so lieb sein wie seine Mutter, meinte aber immer alle seine Wünsche müssten erfüllt werden.
          Er fühlt sich als Mittelpunkt der Welt. Gefühle des Partners? Was ist das?

      • Mia sagt:

        Danke; das ist mir nun klar und bin wieder einen Schritt weiter.

  10. Coco sagt:

    Meine Mutter hatte eine solche Kindheit und hat eine NPS mit sadistischen Zügen. Das was sie erlebt hat sie weitergegeben! Das bedeutet, meine Kindheit war dementsprechend grausam.
    Ich Spalte auch Gefühle ab, habe aber keine NPS!
    Ich lasse aber keine negativen Gefühle zu, weil ich Angst habe so zu werden wie sie.
    Nun frage ich mich, warum können zwei Menschen so unterschiedlich reagieren!
    Desweiteren frage ich mich, warum man eine schlechte Kindheit als Erklärung nutzt.
    Jeder steht irgendwann vor der Entscheidung was richtig ist und was nicht. Sie wissen, dass das, was in ihrer Kindheit passiert ist, nicht richtig wahr, aber wenn sie es anderen antun, dann ist das okay?
    No Way! Für Mißbrauch in jeder Form gibt es keine Erklärung!
    Ich könnte das meinen Kindern nie antun!!!!

    • Petra sagt:

      Weil der verlauf der Kindheit immer unser späteres leben beeinflußt! Es gibt halt Menschen die dann eine anlage dafür haben, durch diese Erlebnisse, narzisstisch zu werden. Das wird dann dadurch ausgelöst. Ich hatte auch eine schlechte Kindheit aber ich habe kein negatives Verhalten entwickelt…es ist bei allen unterschiedlich…

  11. Claudia M. sagt:

    Danke für den Artikel!
    Er zeigt anschaulich und nachvollziehbar auf, wie ein Mensch zwangsläufig zum Narzissten werden muss.

    Es ist sehr traurig, dass Eltern ihr Kind so schlecht behandeln und damit ein krankes Individuum kreieren!
    Dennoch kann ich als Betroffene mitlerweile leider nur noch wenig bis gar kein Mitgefühl für einen Narzissten aufbringen. Der bei mir, meinem Kind und anderen Menschen immer wieder versucht, seine „Spielchen“ zu spielen sowie (erheblichen und teilweise irreparablen) Schaden anzurichten.

    Was ich dem Artikel noch hinzu fügen möchte:
    Bei dem Punkt „glauben wahnsinnig zu werden“ dachte ich kurz daran, dass ich in Vergangenheit (erst schwanger von einem Narzissten, dann Baby neu geboren – ich selber hing „in der Luft“, wurde hingehalten und „benutzt“) durch meine zahlreichen Erlebnisse irgendwann an einem Punkt war, wo ich das alles nicht mehr „fassen“ und „glauben“ konnte (bezogen auf meine eigene innere Wahrheit, meine inneren Werte und Überzeugungen). Damals konnte ich mir „keinen Reim“ auf die Geschehnisse machen, litt aber enorm darunter (und wollte nur noch weg).
    Heute kann ich dies alles gut nachvollziehen und erklären. Ein langer Weg des Leidens und der Erkenntnisse.
    Aber leider ist über mein Kind immer noch diese „latente Gefahr“ in meinem Leben. Ich alleine hätte es nie soweit kommen lassen und würde mich auch für immer von solch einem Menschen abwenden!

  12. Yvonne sagt:

    Irgendwie ist mir dies alles etwas zu einfach. Ich meine, Gefühle auszudrücken gehört jetzt nicht gerade zu unserer Kultur. Vor allem als Frau kann es einem da mies gehen. (hysterische Kuh, etc.) Manchmal ist es auch nicht angebracht, einfach allen Gefühlen freien Lauf zu lassen. Wenn jetzt Einer der Partner ständig insistiert, (meistens die Frau) kann der andere dann irgendwann irrational ausrasten. Auch wenn man den Partner zum 20sten Mal bei Lügen oder Betrügereien ertappt hat, kann es da zu ausrasten kommen.

    Ich kenne sog. Narzissten, die von ihren Partner(innen) so bezeichnet wurden und sogar von Psychologen, die in einem andern Setting völlig normal agierten und auch liebenswürdig, warm und gefühlvoll waren. (Oft bei späteren Partnern. )

    Also: Was hilft uns eigentlich diese Etiquette Narzissmus, samt Begründung? Andere selbsternannte betroffene Stubenpsychologen nennen es dann je nach Gusto: „Soziopathen, Psychopathen, Borderliner, ADHS’ler, Sadisten, Masochisten, Vollidioten,
    Milieugeschädigte, etc. etc.

    Etiquetten samt Begründungen nützen gar nichts, wenn der Betroffene nicht bei allen
    Leuten gleich „krank“ reagiert.

    Es gibt Leute, die ständiges Insistieren, Fragen, Weinen, Herumbrüllen, alles besser wissen, zuviel Nähe etc. einfach nicht ertragen.

    Deswegen sind die dann noch lange keine Narzissten oder Borderliner, oder weiss was.

    Man sollte immer den ganzen Kontext ansehen, bevor man da nicht einseitigen Psychiatriebegriffen um sich schlägt.

    Oft ist das ganze System gestört und der betroffene „Narzisst“ wehrt sich nur auf seine Art und Weise. Oft ist er auch einfach nur der der Ausrastet, resp. der Symtomträger ist. Bei Kindern weiss man das. Bei Erwachsenen ist es oft genau so.

    • Claudia2 sagt:

      Jeder, der heute googlen kann, drückt seinem mißliebigen Partner oder seiner alten kranken Mutter, eine Persönlichkeitsstörung aufs Auge, um als Opfer gut dazustehen oder um sich nicht um seine Mutter kümmern zu müssen im Alter.
      Das Phänomen „Narzissmus“ gibt es schon. Aber die wirklichen Opfer sind ja meist traumatisiert und schämen sich dafür, so in die Irre geführt worden zu sein. Die spielen das eher herunter, um nicht von ihren schmerzlichen Gefühlen erneut überschwemmt zu werden. Und wirkliche Opfer sehen natürlich auch eigene Anteile. Das hat sie ja häufig in die Beziehung zum Narzissten geführt, dass sie die Schuld immer nur bei sich suchen.
      Aber für manche – nicht für alle – in diesem Kommentarbereich ist es die einzige Möglichkeit, sich ein bisschen Aufmerksamkeit im Leben zu sichern, indem sie sich als Opfer stilisieren. Wahrscheinlich führen sie im Leben ein armseliges Schattendasein.
      Bedauernswerte Würstchen!

      • FLORA sagt:

        Wer hier wohl das Würstchen ist lol
        Sie projizieren. Was ich gerne selber tu, trau ich auch jedem anderen zu. Oder?

      • Yvonne sagt:

        Claudia 2, Danke, bin voll bei Ihnen. Ich sehe das auch so. War selber Opfer, habe geschwiegen, (bin fast drauf gegangen), aber was mich interessierte war nur, wie ich es nächstes mal vermeiden kann, an solche Leute zu gelangen. Seither ist meine Selbstachtung gestiegen und ich höre viel besser auf meinen Bauch. Tut es mir gut, tut es mir nicht gut, ist meine neue „Landkarte“. Ich brauche da auch keine „Namen“ mehr verteilen, denn ich war mit im System; und somit ein Teil davon. „Gesündere“ Leute als ich wäre viel früher ausgestiegen. Also, Mitschuld annehmen und nachher besser machen.

        • Claudia2 sagt:

          Ja, so geht es mir auch. Wenn ich anfange zu leiden in einer Beziehung, intressiert mich nur eins, wie komme ich da raus und wie vermeide ich, dass das nochmals passiert. Seien Sie nicht zu kritisch mit sich, indem Sie sagen, „gesündere“ Leute als Sie hätten den Ausstieg früher geschafft. Sie haben ihn geschafft, womöglich noch ohne Therapie. Da haben Sie allen Grund stolz auf sich zu sein. Akzeptieren Sie sich mit Ihren Stärken und Schwächen, das führt zur Selbstannahme und macht unabhängiger von der Akzeptanz durch andere.
          Das Lautstellen der inneren Stimmen ist sicherlich eine der allerwirksamsten Waffen zum Schutz vor destruktiven Menschen. Aber auch eine geschärfte, konzentrierte Aufmerksamkeit bei den ersten Begegnungen mit einem Menschen, können einem dazu verhelfen, dass man sich gar nicht erst in den „Falschen“ verliebt.
          Die Achtsamkeitsmeditation nach Kabat-Zinn ist ein hervorragendes Mittel, um die Wahrnehmung innerer Vorgänge zu schulen und um in Kontakt mit seinen Gefühlen zu kommen. Das ist eine lohnende Lebensaufgabe, die einem eigentlich in allen Lebensbereichen zugute kommt.

          • Flora sagt:

            So langsam nervt es, belesen Sie sich zu Double binding, Gaslightning, Stockholm syndrom, PTBS, Kognitive Dissonanz, Trauma bonding.

            Sie können es einfach nicht lassen die Opfer zu blamen, wie bei der Vergewaltigung, da sind auch immer Leute die sagen, da war wohl das Röckchen zu kurz. Schämen Sie sich.

          • Michelle sagt:

            Claudia2 = Troll?

      • Silv sagt:

        Claudia2-> da ist sie wieder

        • Silv sagt:

          Yvonne
          Um ‚Schuld‘ gehts eigentlich garnicht.
          Schuld ist das, was der narz veranlagte Mensch gern auf seinen Partner projiziert.
          Es finden sich in diesen Paarkondtellationen immer Narzisst und Conarzisst. Ein ‚gesunder’Partner gerät nicht in diese Abhängikeit sondern löst sich recht bald daraus.
          Und.Claudia2 hat sich jetzt bereits mehrfach.trollig dargestellt. Sie nimmt gerne die Gegenmeinung ein und verteidigt diese.mit ‚Zähnen und Klauen‘- ggfs auch narzisstisch.
          Es gibt auch Conarzissten die in anderer Paarkonstellation dann narzisstisch agieren. Also ‚Opfer‘->Täter‘

          • Yvonne sagt:

            Ja Silv, auch du hast Recht. Ich nenne diese Triangulationen (Opfer-Täter/Verfolger-Retter); wobei die Rollen ständig wechseln können für mich Bermuda -Dreieck. Ich habe darin mich, meine Würde, meine Identität, ja fast ALLES verloren. Jetzt merke ich SOFORT, wenn es ungesund wird. Meist fängt es mit Respektlosigkeiten und „kleinen“ Grenzverletzungen an. Abmachungen nicht einhalten, unangebrachte (gemeine) Bemerkungen, etc.
            Ich gehe dann sofort auf Distanz. Was jedoch nicht heisst, dass mein Kopf dann auch schon „frei“ ist. Aber es hilft doch sehr, sich gar nicht in diese Muster „reinzuhängen“ und eine dieser drei „Rollen“ einzunehmen.
            Watzlawick nennt diese Muster übrigens Erwachsenen-Spiele.
            Sehr destruktiv und äusserst schmerzhaft.

          • Silv sagt:

            Ja Yvonne, ich kann das mit dem ‚auf-Abstand-gehen‘ nach Respektlosigkeiten nachvollziehen. Das Spiel läuft oft so: der narz.Mensch levelt auf, die Grenzüberschreitungen werden häufiger, größer…um von dir dann doch noch eine (emotionale) Reaktion zu bekommen. Und du bist im Nähe-/Distanzspiel gefangen.Wenn man solche Konstellationen bemerkt, muss man sich ggfs lösen. Diese Art von Beziehungen sind schädlich.

    • Hilde sagt:

      Liebe Yvonne,
      Du warst wohl noch nicht mit einem zusammen.
      Wenn das der Fall sein wird, wirst Du es irgendwann erkennen.
      Glaube mir, ich wünsche mir, dass Du diese Erfahrung nie machen musst.

  13. Arabiata sagt:

    Diese Seiten sowie Kommentare sind jedes Mal wieder Augenöffner für mich. Was ich allerdings festgestellt hab, dass durch dieses Hin und Her (was sich auch über Jahre hinzog = weil die schönen Phasen ja soo schön sind und ich ja ,schuld` war an allem) bei mir massive Verlustängste entstanden sind. Entweder waren die vorher schon da oder sind reaktiviert worden durch die emotionale Achterbahnfahrt? Das kann ich nicht so genau sagen…

  14. Flora sagt:

    Wundere mich immer wieder warum die schlechte Kindheit als Entschuldigung für alles herhalten muss. Es gibt keine Entschuldigung dafür jemanden psychisch/physisch zu misshandeln, vielleicht ist es eine Erklärung, die aber an der Realität für das Opfer nichts ändert.

    Wollen Sie andeuten die Opfer hätten nicht genug Verständnis für die Misshandler? Und wenn man nur hart genug versucht würde sich vielleicht
    etwas ändern? Schade um die eigene Lebenszeit, Perlen vor die Sä…

    Mal ehrlich, wenn er/sie sich uns so vorstellen würden, wie sie wirklich sind, egoistisch, neidisch, parasitär,mitleidslos und kontrollierend,oft substanzabhängig, wer würde sich sowas ins Haus holen?

    • Silv sagt:

      Hi Flora,
      Das ist sicherlich letztendlich die Klärung für überzogenen Narzissmus: eine Störung, die in der Kindheit entstand. So zum Verständnis. Falls man sich fragt. Einem schweren Narzissmus kann man nicht umkehren durch Verständnis.

      • Flora sagt:

        Hallo Silv,

        mit den Alltagsnarzissten komme ich ganz gut klar, an mir haben die zu kauen 🙂 Der gesunde, bzw der leicht überzogene Narzisst ist ja oft funktionierend und klar, warum soll man nicht mal jemanden feiern der sich angestrengt hat. Unsere Gesellschaft leidet insgesamt an zu wenig Lob und zuviel Kritik.

        • Silv sagt:

          Nervig finde ich ständiges Mittelpunktseinmüssen, nach Anerkennung heischen, Gerüchte einsetzen zur Selbstaufwertung, Schwächere mobben. Und irgendwie bei mir das aufkommende Gefühl, das da Jemand ‚hinterfotzig😀’agiert.

          • Flora sagt:

            Ich sag ja Kleinkinder im Erwachsenenkörper.
            Der neueste Therapieansatz ist ja, die Therapiemethoden für Kinder anzuwenden. Ich kann das nur bestärken, als meine Kinder erwachsen waren, saß da einer der wollte es partout nicht werden.lol

        • Silv sagt:

          Ja Flora,
          Ein bisschen angenehmer Narzissmus steht Jeder/-m gut zu Gesicht.
          Ein echter Narzisst dagegen wirkt unbeirrbar zerstörerisch.Für den Narzissten Mitgefühl zu entwickeln, weil er nicht anders kann, bewirkt leider nur Negatives. Er fühlt sich dann schwach und das erträgt er auch nicht

    • Claudia2 sagt:

      und was sind Sie: natürlich das arme, so gute Opfer! Ganz grauenvoll – und vor allem narzisstisch – diese Haltung, eigene Ansteile völlig auszublenden. Wundert mich, dass die Kachelmann-Geliebten und Lisa-Gina Lohfink noch nicht aufgekreuzt sind im Kommentarbereich, um über ihre Erlebenisse zu sprechen.
      Werden wohl noch kommen.

    • Claudia2 sagt:

      Widerlich, diese menschenverachtende, abwertende Haltung!
      Narzisstischer geht kaum noch!

  15. Klam sagt:

    Eier Erlebnisse in der Kindheit sind der Schlüssel.
    Meine Kindheit war auch ein Albtraum und im Längen dramatischer als die meines Mannes.
    Er ist zum Narzissten mutiert und ich nicht.
    Jeder hat seine Kindheit, wir entscheiden selber wie wir damit umgehen und was wir daraus machen.

    • Silv sagt:

      Nee. Wir entscheiden bei psych Störungen nicht unbedingt selbst. Ob eine Störung entsteht hängt von vielen Dingen ab. Manche Menschen sind resilient und weniger psychisch verwundbar.

  16. Gila sagt:

    Von Wutanfällen, Messeratacken gegen sich selber, später Gewalt gegen mich…..dann nach Stundenlangem Streit, der von ihm provoziert wurde, bis ich nicht mehr konnte und weinte und laut schrie, fing mein Ex dann an zu weinen wie ein Kind….über sich, über mich, über die ganze Welt….
    Ich war immer auf Hochspannung, was kommt jetzt, oder dann oder morgen….ich konnte mich nie drauf einstellen, geschweige denn, mich einfach mal fallen lassen….
    Von jetzt auf nachher, ohne ersichtlichen Grund, ging er in die Luft. Selbst bei kleinigkeiten, die für mich völlig Grundlos waren…..

    Wenn er mir sagte : liebt mich und er ist froh, das ich da bin, glaubte ich ihm……….na, wie so vieles…..
    Aber Wut, Zorn und Hass, diese Gefühle hat er…..und das nicht wenig !!!

  17. sula15 sagt:

    Lieber Herr Grüttefien,
    ich lese schon länger Ihre aufschlussreichen Beiträge zum Thema Narzissmus. Was mich umtreibt ist die Festlegung, dass hauptsächlich die Partner eines Narzissten leiden, was ja auch stimmt. Bezüglich auf diese Beschreibung, wo es um die Gefühlswelt eines Narzissten geht, habe ich in meinem näheren Umfeld eine Dramatik erfahren, wenn ein Narzisst die Kontrolle verliert und darauf sein Leben aufs Spiel setzt.Traurigerweise ist es auch schlecht ausgegangen. Es ist für mich unbegreiflich, dass Narzissten so schlechte Verlierer sind, sobald ihr „Kopf“ sie im Stich lässt, stürzen sie ab. Dies passiert, wenn sie durchschaut werden und ihre Manipulationen nicht mehr greifen. Meine Tochter hatte eine Beziehung zu einem Narzissten,hat sich nicht blenden lassen (neureiches Elternhaus) Beziehung beendet und neuen Partner. Die Angst war dann da, die Angst vor dem Ansehen bei den Eltern und Freunden,die Überzeugung, dass sie keinen besseren finden könnte (aufs Materielle bezogen). Keine Macht mehr zu haben tut weh,und nun ist das Leben mit Mitte Zwanzig beendet. Soviel zu den Gefühlen…

    frdl. Gruß
    Sula

  18. Petra sagt:

    Der Narzisst hat nicht keine Gefühle sondern, er drückt sie nicht angemessen aus, nicht passend zur Situation oder übertrieben oder auch gar nicht. Emotional kann er in vielen Sitationen emotional nicht richtig reagieren und läßt deswegen Andere verwirrt zurück. Das emotionale durcheinader mußte ich selbst erleben. Man weiß eigentlich nie was als nächstes passiert. Das macht es so anstrengend.
    Mein Narzist hat sogar Gefühle für Frauen total unterdrückt, da passiert gar nichts, er hat panische Angst geliebt/gemocht zu werden. Daß jemand Gefühle für IHN haben kann ist für ihn schlecht, er kann damit nicht umegehen bzw erwiedern. Er wünscht sich im Umgang mit ihm, daß man keine Gefühle für ihn hat. ABER andereseits unternimmt er viel um Aufmerksamkeit zu erlangen, daß man ihn mag ist ihm wichtig aber wenn man es ihm sagt, wehrt er das ab…ein ständiges hin und her…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*