Ich bin immer der Idiot

Narzissten haben das besondere Talent, die Worte und Taten eines anderen abzuwerten oder zu bemängeln, während sie ihre eigenen als stets korrekt und ehrenhaft darstellen. Dabei sollte allein schon die große Diskrepanz zwischen der Bewertung des eigenen und der des fremden Verhaltens skeptisch machen. Kann es denn sein, dass der andere wirklich immer alles falsch macht?

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Narzissten wollen immer Recht behalten. Sie können sich keinen Fehler eingestehen, sie wollen in jeder Situation gut dastehen, sie können keine Kritik vertragen und werten sich anhand der Fehler und Schwächen der anderen auf. Sie können es nicht ertragen, zurückzustehen und nachzugeben, bei Fehler ertappt zu werden, weniger als ein anderer zu wissen oder zu können oder belehrt zu werden. In solchen Situationen kommen sie unmittelbar in Berührung mit ihrer Minderwertigkeit – ein Gefühl, das sie nicht aushalten können.

Daher sind sie unverzüglich in Verteidigungsbereitschaft, wenn sie spüren, dass ihr sorgsam gepflegtes Image angegriffen wird. Sie gehen unmittelbar in die Offensive, beleidigen und verletzen den oder die anderen oder versuchen die Quelle, von der der Angriff kam, anzuzweifeln, auszuschalten oder zu vernichten. Sie brauchen das Gefühl, immer als stark, überlegen und unantastbar zu gelten. Sie glauben, nur so von anderen respektiert und bewundert zu werden.

Daher ist auch in Partnerschaften zu beobachten, dass ein Narzisst alles daransetzt, den Partner möglichst schlecht aussehen zu lassen und sich selbst stets als perfekt zu inszenieren. Der Partner kann machen, was er will: Er hat immer Unrecht, er macht alles falsch und ist zu nichts zu gebrauchen. Und das nicht, weil es objektiv gesehen so ist, sondern weil es dem Narzissten mit seinen perfiden Methoden und Manipulationen immer wieder gelingt, den Partner in die Defensive zu drängen und diesen an sich selbst zweifeln zu lassen.

Der Narzisst ist der Held und der Partner ist der Idiot

In Diskussionen muss ein Narzisst immer Recht behalten. Ob es nun um den gemeinsamen Urlaub, die Planung einer neuen Wohnung, die Einladung von Gästen oder die Kindererziehung geht – er will bestimmen, was zu tun ist. Dabei werden die Vorschläge des Partners allesamt in den Wind geschlagen, indem dem Partner Inkompetenz, Unvermögen und Ungeschicklichkeit attestiert werden.

Vor allem zieht er sehr gerne Beispiele aus der Vergangenheit heran, um den eigenen Standpunkt zu untermauern. Vielleicht hat der Partner in früheren Situationen tatsächlich mal einen Fehler gemacht – was aber nicht bedeuten muss, dass er in einer ähnlichen Situation wieder scheitern wird. Der Narzisst aber schließt von der Vergangenheit auf die Zukunft und kann auf diese Weise den Partner sehr wirkungsvoll an seinen Fähigkeiten zweifeln lassen.

Außerdem prahlt er ständig mit seinem Wissen, seinen Fähigkeiten, seinen guten Kontakten, seinen finanziellen Möglichkeiten oder seiner Geschicklichkeit. Er stellt seine Vorzüge so überzogen dar, dass der Partner vor Ehrfurcht erstarren muss und kaum noch in der Lage ist oder wagt, Gegenargumente vorzubringen. Der Narzisst zählt hierbei natürlich nur Unternehmungen auf, bei denen er in der Vergangenheit erfolgreich war. Seine Misserfolge lässt er unerwähnt, weshalb man leicht annehmen könnte, dass er tatsächlich alles besser kann.

Diese Argumentationsweise schwächt den Partner massiv. Dieser wird immer nur mit seinen Schwächen und Misserfolgen konfrontiert, während der Narzisst nur seine Stärken und Erfolge hervorhebt. Diese einseitige Darstellungsweise soll dem Partner das Gefühl geben, immer alles falsch zu machen. Er soll sich im Vergleich zum Narzissten klein und unbedeutend fühlen.

Der Narzisst nutzt jede Gelegenheit, den Partner zu diffamieren

Daher werden auch sämtliche alltäglichen Situationen genutzt, in denen dem Partner ein Missgeschick passiert – das im Grunde meistens gar nicht der Rede und schon gar nicht einer Anklage wert ist – was der Narzisst als willkommene Gelegenheit ansieht, den Partner wieder einmal zu belehren, zu kritisieren, auszulachen und zu demütigen. Der Partner soll auf diese Weise kleingehalten und von anhaltenden Schuldgefühlen geplagt werden.

Bei solchen Anlässen wird dem Partner zum Beispiel beigebracht, wie man die Fernbedienung des Fernsehers richtig verwendet, wie man die richtige Telefonnummer wählt, wie man den ersten Gang im Auto einlegt, wie man anderen höflich Guten-Tag sagt, wie man ein Weinglas richtig hält oder wie man eine Glühbirne auswechselt. Immer spielt sich der Narzisst wie ein Oberlehrer auf, der dem kleinen, unerfahrenen Partner die große Welt erklären muss.

Der Partner muss sich in solchen Augenblicken vorkommen wie ein Auszubildender im ersten Lehrjahr. Leichte Handgriffe und Selbstverständlichkeiten, bei denen der Partner in seinem bisherigen Leben niemals Probleme hatte, werden ihm nun haarklein gezeigt, so als würde er das kleine Einmaleins erklärt bekommen. Dabei sind die Lösungen und Vorschläge des Narzissten nicht unbedingt besser und sinnvoller. Er tritt aber so dominant und überzeugend, schlagfertig und unverschämt auf, dass der Partner meist keinen Konter parat hat, weil er von so viel Dreistigkeit überrumpelt wird.

Doppelt ausgetrickst

Der Narzisst bringt es sogar fertig, den Partner doppelt hinters Licht zu führen: Zuerst bringt er ihn dazu, etwas zu machen, das dieser eigentlich gar nicht machen will und außerdem anders oder einfacher zu lösen wäre. Und dann, wenn der Partner endlich überzeugt ist und der Idee des Narzissten folgt, beschwert sich der Narzisst hinterher beim Partnern darüber, dass er in der von ihm verlangten Weise vorgegangen ist.

Der Narzisst will zum Beispiel, dass der Partner ein bestimmtes Bild in der Küche aufhängt, das dort aber völlig deplatziert ist. Dennoch lässt sich der Partner „breitschlagen“ und bringt es in der Küche an. Am nächsten Tag beschwert sich der Narzisst dann über das blöde Bild, das in der Küche hängt, und kann dabei so vorwurfsvoll klingen, dass sein Partner sogar zu weinen beginnt. Auf den Hinweis des Partners hin, dass er lediglich den Wunsch des Narzissten umgesetzt habe, kann dieser sich plötzlich an gar nichts mehr erinnern und empört sich sogar noch darüber, dass der Partner annehmen könnte, er würde so unsinnige Vorschläge machen.

Auch in Anwesenheit von Dritten kann er ganz unverfroren lügen. Zum Beispiel möchte er gerne, dass der Partner auf einer gemeinsamen Party den Freunden zur Begrüßung einen Cocktail anbietet. Der willigt ein, obwohl es ihm eigentlich zu viel Arbeit ist und er es auch für unsinnig hält. Als die Freunde kommen, wollen sie aber gar keinen Cocktail, sondern lieber ein Bier oder ein Glas Sekt. Daraufhin kann ein Narzisst ganz ungeniert sagen: „Schatz, wie kommst du denn auf die Idee, unseren Gästen einen Cocktail anzubieten? Du weißt doch, dass sie lieber Bier trinken.“

Der Partner wird vorgeführt

Der Narzisst kann eine Angelegenheit demonstrativ selbst in die Hand nehmen, ohne noch lange mit dem Partner über die richtige Lösung zu diskutieren. Er geht dann einfach zur Tat über, sagt gar nichts mehr, ist aber sehr angespannt und gereizt, weil er die Aufgabe selbst übernehmen muss. Dem Partner gibt er auf diese Weise das Gefühl, völlig unfähig zu sein und mit ihm nicht darüber reden zu können. Der Partner wird einfach übergangen und nicht ernst genommen.

Besonders, wenn der Partner in der Öffentlichkeit einen Fehler macht, greift der Narzisst ein und kritisiert, belehrt oder verspottet ihn vor versammelter Mannschaft. Dabei wird dann lauthals erzählt, wie ungeschickt sich der Partner immer anstellt und wie oft dieser schon jenen oder einen anderen Fehler gemacht hat. Dem Partner bleibt in einer solchen Situation oft nichts anderes übrig, als mit den anderen mitzulachen und dem Narzissten zuzustimmen, um nicht einen Streit vor allen anderen zu provozieren.

Kommando zurück!

Auch liebt es der Narzisst, plötzlich von seiner Entscheidung Abstand zu nehmen und eine andere Richtung einzuschlagen. Die Marschroute, die tags zuvor noch ausführlich besprochen wurde, wird dann von einem Moment auf den anderen komplett geändert. Plötzlich haben sich die Fakten geändert oder neue Aspekte, die man früher schon hätte erkennen können, haben dazu geführt. Er wirft dem Partner sodann vor, dieser könne sich nicht so schnell anpassen und stelle sich quer, einem neuen Weg zu folgen.

Der Narzisst baut bei diesen Gelegenheiten Druck auf: Die Situation habe sich geändert, es müsse schnell umgeschaltet werden und es gebe nun auch keine Zeit mehr für lange Diskussionen. Der Partner hat sich aber auf etwas anderes vorbereitet und gefreut, hat dafür vielleicht sogar sehr viele Mühen in Kauf genommen und einiges an Geld investiert. Das zählt nun aber nicht mehr. Der Narzisst erwartet, dass der Partner schweigt, sich flexibel zeigt und ihm folgt.

Blanke Ironie

Der Narzisst liebt versteckte Anspielungen, bei denen man ihm keine Böswilligkeit unterstellen kann, wie zum Beispiel: „Deine Freundin zieht sich aber immer sehr attraktiv an!“. Vordergründig handelt es sich nur um die Bewertung einer Person, tatsächlich jedoch ist dies eine Anspielung auf den nachlässigen Modestil des Partners. Aber kann man ihm das unterstellen? Der Narzisst würde sofort abstreiten, so etwas mit seiner Aussage gemeint zu haben.

Der Narzisst äußert beiläufig Kontrollfragen, bei denen sich der Partner vorkommen muss, als stünde er vor Gericht: „Hast du schon den Pflanzen im Garten Wasser gegeben, so wie es ich dir gezeigt habe?“ oder „Hast du schon die Nachbarn angerufen, so wie ich es dir gesagt habe?“. Vereinbarungen, die in früheren Gesprächen getroffen wurden und die natürlich nur für den Partner gelten, werden auf Herz und Nieren geprüft und jede Unkorrektheit sofort kritisiert. Solch eine Kontrolle dient nur dazu, Mängel aufzudecken und dem Partner wieder beweisen, dass er alles falsch macht.

Der Narzisst lobt den Partner gern auch vordergründig, wobei sich hinter diesem Lob in Wahrheit Kritik versteckt: „Heute hast du aber mal gut gekocht!“ – „Schön, dass du mich abends auch mal begrüßt!“ – „Ich habe mich sehr gefreut, dass du gestern Abend meinen Eltern auch mal etwas mehr Aufmerksamkeit geschenkt hast!“. Der Narzisst will im Grunde das Gegenteil ausdrücken von dem, was er sagt, um auf diese Weise dem Partner unauffällig einen kleinen Seitenhieb zu verpassen. Nicht an seinen Worten, sondern an seinem Tonfall bemerkt man die beißende Kritik.

Der Frust sitzt tief

Am Ende führt das destruktive Verhalten des Narzissten immer dazu, dass der Partner sich entschließt, gar nichts mehr zu sagen und zu machen. Entweder macht der Partner ja sowieso alles falsch und wird ständig korrigiert oder Abmachungen werden nicht eingehalten, Tatsachen werden verdreht oder es wird dreist gelogen. Was auch immer der Partner macht, führt nur zu Ärger und Frust und egal, wie sehr sich der Partner auch anstrengen mag, es ist nie genug und immer ist er am Ende der Idiot. Die Starre, in die der Partner dann aus Frust verfällt, wird ihm vom Narzissten auch noch zum Vorwurf gemacht, weil dieser nicht erkennen kann, dass die Reserviertheit und der Missmut des Partners etwas mit seinem Verhalten zu tun haben könnte.

Der Narzisst will ja letztendlich, dass der Partner scheitert und als Verlierer dasteht. Dadurch behält er die Oberhand in der Beziehung und kann nach Belieben verfahren und seine Launen ausleben. Daher sollten Partner in einer narzisstischen Beziehung früh lernen, sich keine Schuldgefühle einreden zu lassen und diese perfide Strategie zu durchschauen. Wer diese Verhaltensmuster nicht erkennt, beginnt zunehmend an sich selbst zu zweifeln und schwächt auf diese Weise sein Selbstwertgefühl. Die Aussagen, Vorschläge und Ideen des Narzissten sollten immer mit einem angemessenen Abstand geprüft werden, um mit seinen eigenen Überzeugungen, Bedürfnissen und Gefühlen in Kontakt zu bleiben und zu einer vernünftigen Einschätzung zu gelangen.


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Veröffentlicht in Beziehung mit einem Narzissten, Blog
36 Kommentare zu “Ich bin immer der Idiot
  1. Lise1 sagt:

    Ich hatte 2 solcher Beziehungen, eine 10 und eine 15 Jahre lang. Den ersten Mann nahm ich, weil ich eine gute Tochter sein wollte, von mir aus hätte ich den nie genommen. Das war nicht wirklich mein Ich, das die Wahl traf, sondern mein Vater, der mich manipulierte, obwohl ich schon erwachsen war.

    Eltern haben sehr viel Macht, die länger fortdauert, als man so meint. Ich habe das Leben meiner Eltern gelebt, später das meines Mannes und meiner Eltern. Ich selber habe mich irgendwann nicht mehr gespürt. Ohne es zu ahnen! Das ist das Verrückte!

    Dachte auch, Toleranz im Übermaß ist ein toller Wert. Ich hatte dann beides: Burn Out und Ausflippen, weil ich nie was sagen konnte, das war mir genommen, stand nicht mehr zur Verfügung (ist wieder da :)!). Bin streng christlich zur Gewaltlosigkeit erzogen worden und weiß heute, dass die Erziehung mir die kleine Person, das selbstbewusste kleine Kind, das ich mal war, genommen hat. Da ist ein Loch, das es neu zu füllen gilt. War den Eltern, Seelsorgern und Lehrern zu unbequem. Die Trauer über das viele nichtgelebte echte Leben ist immer noch in mir, aber auch der Wille, in so eine Falle nicht mehr zu kommen.

  2. klaus54 sagt:

    Ja das stimmt. Es ist so ein armseliges verhalten was die narzissten machen. Bin zum Glück sensibilisiert und gehe solchen Leuten immer aus dem weg

  3. Jasmin sagt:

    Ich frage mich ja auch so oft, warum ich mich so behandeln lasse. Und ein Grund wird vielleicht sein, dass mein Vater früher auch sehr unberechenbar und ungerecht war und mir oft das Gefühl gegeben hat, nicht richtig zu sein, wie ich bin. Und da gab es auch oft Sätze wie „so was blödes kann auch nur dir passieren“. Und Schläge gab es auch oft. Und dazu kommt wohl, dass meine Mutter eine schwache Person ist, die sich nie durchsetzen konnte. Ich liebe meine Eltern und wir haben heute ein gutes Verhältnis, aber sie haben mir dieses Beziehungsmuster schon vorgelebt. Nur nicht so extrem. Mein Vater hätte niemals meine Mutter geschlagen. Aber in die Richtung ging das schon manchmal.
    Fakt ist, ich sollte mir wirklich mal professionelle Hilfe suchen. Denn nur ich kann an meiner Situation etwas ändern.

    • Lise1 sagt:

      Ja, mach das. Es gibt Verzeichnisse der kassenärztlichen Vereinigung, wo du auch Therapeuten findest, die sich mit Narzissmus auskennen.

      Für mich war das die Rettung, obwohl ich vorher nicht so weit war wie du und an eine glückliche normale Kindheit glaubte, hatte ja keinen Vergleich.

  4. Bodo sagt:

    Habe alles wie hier beschrieben erlebt.
    Bei meiner Ex kam aber noch die Spaltung hinzu. Meine Frage an euch:
    Können Narzissten wie Borderliner auch spalten?
    Danke für die Antworten.

  5. Alex sagt:

    So, JETZT ist es an der Zeit, endlich mal nicht mehr der Idiot zu sein.
    Meine Ex hat sich nach 18 Monaten wieder gemeldet und will sich entschuldigen, etc. Dreist und unglaublich.
    Die alte Masche wenn sie verzweifelt ist, nur dismal lass ich sie auflaufen und mach nix!

    • Marlies sagt:

      Da sitzen wir im gleichen Boot – ich hab tatsächlich Ende letzter Woche aus heiterem Himmel eine Mail gekriegt von meinem Ex… nach gut einem Jahr versucht er es wieder… Unglaublich. Sie wissen einfach nicht, wann Schluss ist. Ich mach’s wie Alex: Einfach nicht reagieren.

      • Alex sagt:

        Letztes Jahr hat sie eine Wo versucht, mich auf diversen Ebenen zu kontaktieren. Ich Depp bin drauf eingegangen und direkt in die nächste Ehrernrunde geschleudert.
        Nachdem was dann passiert ist, habe ich dieser Frau nix mehr zu sagen. Gleiche Masche jetzt zum 5x.
        Was ist das eine arme, bemittleidenswerte,…was auch immer.
        Zum Gluck hab ich sie überall blockiert, was sie nicht davon abhält, mir einen Zettel ans Auto zu hängen.

    • Bodo sagt:

      Super Alex. Halte durch.

  6. Jörg sagt:

    Ich bin so dankbar für die Artikel auf dieser Seite. Sie waren mir bei der Bewältigung meines Traumas immer wieder hilfreich das Erlebte richtig ausleuchten zu können.

    Einmal reparierte ich ein Elektrogerät, Sie sah mich dabei so missbilligend an wie einen Wurm der einen Trick gelernt hat, vielleicht nützlich aber niederwertig. Als sie mal vorgab am Wochenende nicht kommen zu können, weil Sie Bauchscherzen hatte, besuchte Sie mich dann letztendlich doch Sonnabends und erzählte mir Sie müsse gleich wieder fahren und sich auskurieren. Am nächsten Tag fragte ich Sie, wie es Ihr ginge, Sie Antwortete mit freudiger heller Stimme.“weisst Du was?, als ich hundert Meter von Dir weg war, waren die Bauchschmerzen weg“. Oder als einmal bei Freunden ein Hackbraten nicht rechtzeitig fertig wurde, weil ich den Ofen nicht kannte, sagte Sie mir:“Hackbraten kann ich perfekt, ich ess das Zeug zwar nicht aber warum hast Du mich denn nicht gefragt?“ oder „Die Pfefferminzkräuter, die Du mir geschenkt hast sind eingegangen ich muss mir wohl selber welche kaufen“. Am Ende sagte ich Ihr sie sei eine Narzisstin, Antwort“ …du kennst mich ja gar nicht“. Sie fing an mich im Job zu diffamieren, das ging so weit, dass ich die Arbeitsstelle wechseln musste, es guckten mich alle nur noch schief an, keiner glaubte mir, das diese schöne erfolgreiche und scheinbar aufgeräumte Frau die Unwahrheit sagen könnte…das ist das Schlimme an der ganzen Geschichte…man hat keinen Arm gebrochen oder ein Messer im Rücken, die innerlichen Wunden sind nicht sichtbar…ich stiess nur auf Unverständniss und musste mir so Herzschmerzvorschläge anhören, darum ging’s doch gar nicht…
    Seit der Trennung sind 5 Monate vergangen, es wird langsam besser. Musste mein Leben von Grund wieder aufbauen. Manche Hobbies, die ich vorher schon Jahre gemacht hatte, kann ich allerdings heute nicht mehr ausführen, so sehr hat sie Dinge in mir zertrümmert und kleingeredet.

    • Thomas sagt:

      Kenn ich auch: Illoyalität, auch vor Dritten wenn man eine andere Meinung vertrat. Isolierung vor Dritten und ihrer Herkunftsfamilie die entweder ihr alles glaubten oder genauso ticken. Wozu die einen Partner brauchen, in deren Augen sind wir doch ohnehin Versager!

      • Alex sagt:

        Thomas, das Problem ist aber, dass viele Opfer genau das dann auch glauben und DAS ist das größte Problem.
        Das sind keine Versager, sondern die Glücklichen, weil sie aus dieser toxischen Beziehung endlich raus sind und ewieder ein normales Leben führen können.
        Dagher ist es wichtig, dass man das Gewesene verarbeitet und irgendwann beiseite legt, ansonsten versaut man sich sein komplettes Leben.
        Ich kann heute ohne irgendwelche Gefühle ganz neutral darüber sprechen und das ist gut so.
        Da muss Du auch hin und zwar schnell!

        • Thomas sagt:

          Soweit ich bei dir als schon gelesen habe warst du in einer relativ kurzen Beziehung ohne leiblichen Anhang Deinerseits. In meinem waren es 16 Jahre „Ehe“ mit leiblicher Tochter die gegen mich manipuliert wurde und wird. Sowie das die Tochter als Klägerin in einem haltlosen Gerichtsprozess instrumentalisiert auf „Diebstahl eines fünfstelligen geschenkten Geldes“ wurde. Was ich aber, auch mit Zeugen, entkräften konnte.- Das mit dem Versager war als Frage so gemeint: Wenn man denen eh nie genügt und mit einem unzufrieden sind wozu brauchen die Einen?

          • Alex sagt:

            Richtig, bei mir waren es „nur“ 20 Monate, ohne eigenes Kind.
            Ich möchte Deine Story auch in keinster Weise bewerten, aber ich sehe, wie sehr Du da noch drin bist. Ein komplettes Entkommen wird wegen Nachwuchs bei Dir eh nicht Möglich, aber lasse die Dinge los, die passiert sind und die Du eh nicht ändern kannst.
            diese Dinge kann und muss man loslassen und wieder anfangen zu leben, ansonsten sind 20 Jahre rum und man macht sich genau diese Vorwürfe.

    • Arianna sagt:

      „Du kennst mich doch gar nicht“… Habe ich mir von meiner Mutter auch anhören dürfen, nachdem sie mich jahrzehntelang mit ihrem persönlichen Krempel bei jeder Gelegenheit vollgequatscht und seelisch belastet hat und immer wieder damit anfing.
      Wenn wir sie WIRKLICH kennen würden, dann würden wir natürlich anbetend vor diesen Menschen niedersinken und sie um Vergebung bitten, weil wir sie nicht verstanden haben, klar…

  7. Andi sagt:

    ja, ich kann da auch nur zustimmen, ich habe das lange Zeit auch so in meiner Ehe erlebt, meine Frau hat kein gutes Haar an mir gelassen und war kurz davor Depressiv zu werden. Nun steht nächste Woche endlich die räumliche Trennung an und ich bin sehr froh darüber. Ich glaube nicht das Frau/Mann dauerhaft mit einem Narzissten zusammen leben kann

    • Alex sagt:

      Irgendwann kommt jede Lüge raus, mach Dir da mal keine Gedanken.
      Bei mir war’s ein kleiner dummer Zufall, dass die Machenschaften meiner Ex rausgekommen sind, und da war sie sogar selbst dran Schuld.

      • Melanie sagt:

        Das kann ich nur bestätigen – ich konnte durch Zufall (gibt es die?)
        ein mehrjähriges Doppelleben aufdecken und das Kartenhaus der permanenten Lügen ist zusammengefallen. Durch eine Unachtsamkeit von seiner Seite!

        • Alex sagt:

          Melanie, das Ding ist doch, wer die Wahrheit sagt, muss sich auch nicht an Aussagen erinnern.
          Wer lügt, und das zT auch noch auf verschiedene Art, der kommt irgendwann durcheinander und verrät sich von selbst.
          Wer sein ganzes Leben so war und dann, mit 37 Jahren, auf einmal sagt „Ich will Alles hinter mir lassen und neu anfangen“, wie lange wird das anhalten wenn man sich seiner Taten nie bewusst ist?
          Nicht ewig! Die fallen ins alte Muster zurück

          • Maria sagt:

            Hallo Alex,
            nicht jede Lüge kommt raus.
            und viele interessiert es einfach auch nicht, da sie nur oberflächlich mit diesen Leuten zu tun haben.
            Bei mir ist es so das viele sogar wissen das sie Lügner und Betrüger sind und trotzdem sagen sie nichts.
            Trotzdem werden diese Leute Eingeladen und trotzdem werden Geschäfte mit ihnen gemacht.
            Ich habe immer darauf gewartet das es viele erkennen und dann ist es vorbei.
            Aber das war eine Illusion.

  8. Claudia sagt:

    Und immer wieder geht mir bei Ihren Artikeln ein neues Licht auf! Für mich als Ungeübte waren die Anfänge leider nicht erkennbar, da war nur große Verwunderung über das folgende Verhalten: Als meine Schwiegertochter das erste Kind bekommen hatte, begann sie, mich plötzlich als doof zu behandeln. Die Krönung war, dass sie mir zeigte, wie man einen Knopf zumacht. Als ich mich darüber lustig machte, kam das nicht gut an und wurde meinem Sohn gepetzt.
    Als ich dann entnervt das Windelwechseln in Seitenlage (kennt sonst niemand von meinen vielen Mit-Omas) unter ihrer übermäßigen Kontrolle aufgab, und nachdem ich bei einem weiteren Thema widersprochen habe, hatte sie endlich einen Grund, mir komplett und schamlos das Vertrauen zu entziehen und sah Anlass zu Äußerungen wie „Du hast deine Kinder schlecht erzogen.“
    Ich war lange Zeit völlig am Ende, weil ich eigentlich nichts Schlimmes getan hatte, aber für alles Mögliche die Schuld bekam.
    Mein Sohn sagte mir vor einiger Zeit, ich solle sie einfach nicht ernst nehmen. Hätte ich diese Gebrauchsanweisung früher bekommen und hätte ich Ihren Artikel damals schon gelesen, hätte ich das Nicht-ernst-Nehmen vielleicht geschafft und würde jetzt nicht mit Totschweigen „behandelt“.
    So hilft nur noch eines: Völlig in meinen eigenen Interessen aufzugehen. Zuerst tat das alles sehr weh, aber mit der Zeit gewöhnte ich mich daran, keinen Kontakt mehr zu haben. Selber schuld, denke ich über sie und lebe endlich wieder weitestgehend unbelastet. Und das ist mittlerweile so angenehm wegen des Abwesenheit von Eiertanz, dass ich keine Lust mehr habe, es noch einmal mit ihr zu versuchen. Sie würde ja sowieso keine vorsichtige Wiederannäherung wollen, sondern sofort den vollen Zugriff.
    Ich vermute, dass sie gar nicht wahrnimmt, dass sie die Situation selber verursacht hat. Eigentlich tut sie mir aus meinem großen Abstand gesehen total Leid. Aber ihr Heischen um Mitleid wirkt bei mir auch nicht mehr. Schade, so viel Verlust an Lebensfreude und an Hilfe, die sie dadurch erleiden muss!

    • Lise sagt:

      Sie will keine Hilfe, das ist kein Verlust!
      Kein Grund für Mitleid!

      • Claudia sagt:

        Vielleicht brauchte sie tatsächlich niemals meine Hilfe, sondern wollte Macht über mich ausüben. Vorher, als sie mich einmal wöchentlich zu sich in eine 50 km entfernte Stadt bestellen wollte, „um meine Enkelin besser kennen zu lernen“, machte ich nicht wie gewünscht mit – schließlich habe ich ein ausgefülltes eigenes Leben. Besuche wurden auch immer unattraktiver für mich, weil ich dann bei allen Gelegenheiten über Trivialitäten „belehrt“ wurde. Das empfand sie wohl als totalen Machtverlust, Kontrollverlust, Liebesentzug, was auch immer in so einer Denkweise vorherrscht.
        Es geht offensichtlich nur kompromisslos Schwarz oder Weiß – entweder du machst es genau so wie ich will oder ich will dich nicht mehr sehen.

  9. Schauffel sagt:

    Der Artikel passt zu meine Situation in der ich mich befunden habe.Das sind Wörter die meine Frau immer benutzt hat um mich zu demütigen .Aber seit ich das erkannt habe das sie eine Narzisstin ist hat sich bei mir vieles geändert hat.Das leben ist jetzt fiel schöner.Die Artikel haben mir sehr fiel geholfen und mut gegeben.Ich bin für Sie sehr dankbar.

  10. Alex sagt:

    Und genau deshalb ist es wichtig, nein zwingend nötig, dass man, sobald genau dieser Fall auftritt, eben NICHT in die Mitleidsrolle verfällt und sagt „Das wird schon wieder“ sondern handelt.
    Ich musste auch ehrenrunden drehen, hätte das aber verhindern können, wenn ich das Offensichtliche hätte sehen wollen.

    Passiert Euch sowas zum Ersten Mal, seit wachsam und haltet die augen auf.
    War es ne einmalige Sache, gut, wenn nicht, trennt Euch, bevor das Ganze ausartet und Euch innerlich kaput macht.

    Erkennen => realisieren => handeln!

  11. Maritt sagt:

    Ja, genauso ist es. Und der erste Schritt ist damit getan, nämlich dieses Verhalten zu erkennen. Und der zweite Schritt ist, sich darüber klar zu werden, dass man solche haarsträubende Ungerechtigkeiten auf Dauer nicht durchhalten kann ohne verrückt oder krank zu werden.

    • Jasmin sagt:

      Das schlimmste ist eigentlich, dass man da so ganz langsam reinrutscht und es daher kaum selber mitbekommt. Man bemerkt viele Dinge noch nicht einmal mehr- da man sie inzwischen gewohnt ist. Bei mir ist mir das sehr aufgefallen, nachdem mich eine Bekannte nach zwei Besuchen darauf ansprach. Also wir hatten uns zweimal als Paar zum essen getroffen und als ich sie danach alleine besuchte, fragte sie, ob wir uns vorher gestritten hatten. Ich war erst wirklich irritiert und sagte „Nein, wie kommst Du darauf?“. Sie meinte, dass sie es sehr heftig gefunden hätte, wie mein Partner mit mir umgehen und sprechen würde. Sie wäre schon weinend weggelaufen. Erst da ist mir aufgefallen, dass er mich jetzt bereits vor anderen so klein macht. Schlimm. Auch über meine Familie zieht er permanent her- auch inzwischen vor anderen.
      Und ich kann natürlich auch nicht viel recht machen. Phasenweise ist alles gut und dann kommen wieder die „Klopfer“. Wegen belangloser Dinge, über die jeder „normale“ Mensch nur müde lächeln würde, rastet er aus und stellt mich als vollkommen „hirnlos“ dar. Aber wehe, ich wehre mich. Dann wird es richtig übel. Der Blick, mit dem er mich dann ansieht, ist einfach nur erfüllt von purer Verachtung. Regelrecht gruselig. Ich weiß inzwischen ja, dass das krankhaft ist. Aber irgendwie kann ich nicht realisieren, dass er es anscheinend nicht ändern kann. Wie kann man nur so denken und handeln?

      • Lise1 sagt:

        Ja, durch kleine Mini-Traumatisierungen, die kaum spürbar sind, erfolgt eine Gehirnwäsche. Du sagst es und so ist es auch!

      • Lise1 sagt:

        Die Verachtung im Blick ist Wahrheit, rede dir das nicht schön.

        Du schreibest so, wie eine Frau voller blauer Flecken, die sagt, aber mien Mann verprügelt mich doch nur 1x im Monat!

        Deine Seele wird geschlagen, noch viel schlimmer als man es mit dem Körper machen könnte. Aber wenn Kinder viel geprügelt werden, verlieren sie das Schmerzgefühl, um mit dem inneren Gemüt kann genau das Gleiche apssieren, du bist da schon mitten drin! Du fühlst den Schmerz schon nicht mehr, obwohl die Misshandlung klar und deutlich ist.

        Oft ist man durch früheres (oft vergessenes) Training in dieser Hinsicht schon vorgeprägt, da geht das noch schneller und noch unmerklicher.

        • Jasmin sagt:

          Liebe Lise,
          Du hast wahrscheinlich recht. Manchmal habe ich wirklich Angst, ich bin total abgestumpft. Letztens habe ich einen Artikel gelesen, wie oft Menschen durchschnittlich weinen würden. Da habe ich nur gedacht „Ups, ich weine höchstens 3x jährlich“. Und der Durchschnitt lag bei 30-64x für Frauen im Jahr. So viel habe ich zwar noch nie geweint, aber jetzt weine ich fast gar nicht mehr, obwohl ich noch nie so oft einen Grund dafür hätte. Und wenn es mich doch mal überkommt, dann habe ich erst immer das Gefühl regelrecht zu ersticken. Das kann ich ganz schlecht beschreiben.
          Manchmal denke ich, ich habe Glück und eine wahnsinnige Portion Resilienz. Und sicher werde ich auch wirklich eine gute Portion haben, denn die hatte ich auch schon vor dieser Beziehung. Aber dann habe ich auch große Angst, dass irgendwann einfach ein Zusammenbruch kommt. Und dann das ganze Kartenhaus in sich zusammen fällt und alle zurückgehaltenen Gefühle sich Bahn brechen…

          • Lise1 sagt:

            Resiliens hat man, wenn man sich Hilfe sucht. REsilienz ist innere Stärke, das bedeutet, dass man seine Integrität verteidigen kann. Das Aufgeben der eigenen Persönlichkeit ist das Gegenteil davon. Auch die inneohndene ERziehung zur freiwilligem Gehorsam, die bedeutet, dass der Wille zur Selbstbehauptung nicht mit angemessenen Mitteln verfügbar ist.
            Resilienz wird da oft als positive Eigenschaft davor gehalten, wie eine erwünschte Maske, aber das Gegenteil ist es. Der Gedanke, dass das Dulden und Verletzen lassen Stärke wäre, führt in die Sackkgasse, weil damit das
            Verhalten gestärkt wird als vermeintlich posititiv, abe es sit sselbst schädigend, kann nur deshalb zugelsssen werden, weil man denkt, andere haben das Recht dazu, man würde die Zuwendung der N. verlieren, was ja sogar stimmen könnte. Er würde sich neue, einfachere Opfer suchen, sobald eins sich nicht mehr den Grenzverletzungen aussetzt, nicht mehr allein sein Leben leben will.

            Das Verdrängen dessen, was einem geschieht, läuft bis irgendwann nichts mehr geht. Entweder man tut etwas, was nicht den wirklichen inneren Werten entspricht (ausflippen, was keiner, der einen kennt erwartet hätte „sie war doch immer so freundlich/zurückhaltend und nun sowas“)oder man schadet sich selber (Burn Out & Co zähle ich mal dazu). Man macht aus dem Herzen eine Mördergrube. Eine Mördergrube will ich aber nicht mehr in meinem Leben haben.

            Zum Trost will ich aber sagen, das es Möglkichkeiten gibt, dass man die Verhaltensweisen (neu) lernen kann, mit denen man seine berechtigten Interessen nach Nicht-Verletzt-Werden und Geachtet-Werden angemessen und ehrlich verteidigen kann.

            Unnötiges Leid sollte man nicht aushalten wollen, es ist keine heroische Tat, sondern Lieblosigkeit.

          • Jasmin sagt:

            Liebe Lise,
            danke für Deinen offenen Worte- Du hast ja Recht und mein Verstand weiß das auch. Alles andere schaffe ich auch noch….

            Wie lange warst Du in einer solchen Beziehung?

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