Ich dachte, sie wäre meine Seelenschwester

Katja B. berichtet von ihrem Erlebnis mit einer Freundin, die sich im Laufe der Beziehung immer mehr von ihrer unangenehmen Seite zeigte und die Freundschaft nur nutze, um sich selbst zu bereichern. Katja B. ging mit ehrlicher Zuwendung und freundschaftlichen Absichten in diese Beziehung und musste feststellen, wie sie von ihrer Freundin eiskalt ausgenutzt wurde.

Bild: © Jacob Lund – Fotolia.com

Ich bin Mutter von zwei erwachsenen Kindern und Mitte 40. Zeit meines Lebens habe ich mich nach einer (Seelen-)Schwester gesehnt. Vor fünf Jahren trat sie plötzlich in mein Leben. Eine Freundin brachte sie zu meiner Geburtstagsparty mit. Ich war auf der Stelle von ihr begeistert und angezogen. Sie hatte eine extrem charismatische Ausstrahlung: Humor, Intelligenz, die richtige Portion Verrücktheit und Lebensfreude.

Ich wollte sie sofort näher kennenlernen

Alles schien zu passen: Sie wohnte in der Nähe, ist auch Mutter und hat – wie ich auch – einen Hund. Ein Jahr lang bemühte ich mich, sie zu treffen, mit ihr einen Hundespaziergang zu machen oder einfach nur auf einen Klönschnack. Leider gelang es mir nicht, sie war immer beschäftigt und hatte keine Zeit – es wirkte aber nicht, als wären das Ausreden. Trotzdem gab ich meine Bemühungen irgendwann auf.

Ich feierte im folgenden Jahr wieder meinen Geburtstag, zu dem sie auch wieder mit ihrem Mann kam. Wir hatten wieder viel Spaß zusammen, und es fühlte sich so gut an. Zwei Wochen später nahm sich ihr Mann das Leben. Ich nahm Kontakt zu ihr auf und bot ihr meine uneingeschränkte Unterstützung an, die sie dankbar annahm.

Wir wurden beste Freundinnen

Ich bin ein sehr empathischer und sensibler Mensch, der in seiner Kindheit durch Fremdbetreuung im Säuglingsalter, Scheidung der Eltern, Suchtkrankheit und Narzissmus des Vaters hochgradig co-abhängig wurde. Meine Überlebensstrategie heißt: „Wenn du anderen nicht dienst, wirst du nicht geliebt.“

Allerdings war meine Liebe zu dieser Freundin wahrhaftig und keineswegs berechnend. Es fühlte sich beinahe an, wie wenn man sich verliebt – nur ohne sexuelle Aspekte.

Wir trafen uns mehrmals pro Woche zum Hundespaziergang – einfach so zum Reden und Teetrinken. Sie schüttete ihr Herz aus und erzählte mir ihre ganze Lebensgeschichte, und ich fing sie von Herzen auf. Ich hielt ihr Vertrauen in Ehren, fühlte mich gebraucht, geliebt und wertvoll. Es war eine gute Symbiose.

Um sie zu entlasten, nahm ich ihren Hund immer öfters zu mir. Unsere Hunde liebten sich vom ersten Kontakt an so sehr, dass es eine Freude war. Ich hatte nun ihren Hund sehr oft und auch tagelang am Stück, dass es schon beinahe mein Hund war.

Ich half ihr sooft ich konnte

Außerdem half ich ihr bei allen Dingen, die sonst noch so anfielen: Begleitung bei Wohnungsbesichtigungen, beim Umzug in eine kleinere Wohnung, bei der Renovierung der neuen Wohnung, Beratung in allen Lebensfragen, Versorgung mit Unmengen an Hausrat und Kleidung für sie und ihre Tochter aus dem Second-Hand-Shop, in dem ich arbeitete, Beschenkung mit allem, von dem ich dachte, sie könnte es brauchen oder es würde sie freuen.

Man könnte denken, das alles hätte sie erschlagen, aber im Gegenteil: Sie war das perfekte Gegenstück. Sie saugte alles auf wie ein Schwamm. Sie schmiss ihre eigenen Klamotten aus dem Schrank und hatte fast nur noch Sachen von mir oder die, die ich ihr aus dem Laden mitgebracht hatte. Sie wurde wie eine Zwillingsschwester von mir. Wir sehen uns sogar ziemlich ähnlich. Ähnliche Figur, beide glatte blonde Haare, und dann hatten wir auch fast die gleiche Frisur. Oft wurden wir für Schwestern gehalten, was uns beiden ein Kompliment war.

Wir sahen uns nun beinahe täglich

Nach der Arbeit fuhr ich meistens erst zu ihr und aß mit ihr und ihrer Tochter zu Abend, bevor ich nach Hause fuhr. Oft blieb ich auch über Nacht. Dann hatten wir wunderschöne Abende, tranken Wein, redeten über die ganze Welt, weinten, philosophierten, lachten, bis uns die Tränen kamen, und hatten einfach unvergessliche Momente miteinander.

Ich dachte, dass es nur so und nicht anders sein müsse, um eine glückliche Freundschaft zu haben. So verbunden habe ich mich in meinem ganzen Leben nicht mit einer Freundin gefühlt. Eine Seelenverwandtschaft! So hätte es immer bleiben mögen. Es war wie ein Rausch.

Dann kippte die Balance

Sie brauchte mich immer öfter und fing an, über mich zu verfügen. Erst war ihre Bedürftigkeit so groß, dass ich von mir aus meine Hilfe anbot, später fing sie an, meine Hilfe einzufordern und mich emotional zu erpressen. Ich dachte, es gäbe so etwas wie ein „Gefälligkeits-Konto“, und ich zahlte immer weiter fleißig ein, im Glauben, dass sie für mich ebenso da wäre, wie ich für sie.

Beispielsweise zog ich für ein paar Tage bei ihr ein, als sie eine schwere Grippe hatte, und pflegte sie, versorgte ihr Kind, kümmerte mich um ihren Hund und machte den Haushalt. Ihr Hund war weiterhin fast dauerhaft bei mir, wogegen sie meinen Hund inzwischen aber nicht mehr betreuen „konnte“, was sie anfangs ab und zu noch gemacht hatte.

Auch hatte sie immer weniger Zeit für mich. Keine gemeinsamen Spaziergänge mehr und keine Treffen mehr zum Klönen. Wenn ich bei ihr noch ab und zu übernachtete, wurde ich nur noch in den Tagesablauf integriert und „durfte“ ihr zur Hand gehen, anstatt dass sie sich Zeit für uns nahm.

Sie hatte plötzlich keine Zeit mehr für mich

Sie kam nun auch gar nicht mehr zu mir, außer um ihren Hund bei mir abzustellen. Dann durfte ich ihr einen Kaffee machen, den sie in aller Eile trank, während sie meistens pausenlos neben mir telefonierte, bevor sie wieder loshetzte. Falls ein bisschen Zeit zum Reden blieb, redete nur sie.

Überhaupt war sie neuerdings immer in Eile. Irgendwann sah es dann so aus, als wenn sie verspätet und in Eile zu mir kam, um ihren Hund loszuwerden, sich einen Kaffee machen ließ und telefonierte, bis sie – wieder verspätet und in Eile – los musste.

Ich war traurig, fühlte mich unwichtig und ungeliebt, war aber zu schüchtern, das auszusprechen. Ich wollte nicht aufdringlich, egoistisch oder bedürftig wirken und fraß meinen Kummer in mich hinein.

Ich stellte sie zur Rede

Irgendwann wurde das Gefühl, ausgenutzt zu werden, so schlimm, dass ich mich traute, ihr zu sagen, dass mir das viele Hundesitten zu viel würde. Sie versprach, mich nur noch in Notfällen zu bitten. Dass ich bedrückt war, nahm sie entweder nicht wahr oder sie ignorierte das schlichtweg.

Ab da hatte sie leider einen „Notfall“ nach dem anderen, und ich konnte sie nicht im Stich lassen. Ich hatte Schuldgefühle und Angst, ihr Freundschaft zu verlieren, fühlte mich aber auch erpresst. Dass ich ihre Freundschaft schon verloren hatte, war mir nicht bewusst. Ich opferte mich weiterhin für sie auf. Lustige Abende gab es gar nicht mehr. Wenn ich ihr nicht nützlich war, sagte sie unsere Verabredungen ab. Wenn ich wagte, ihr einen Gefallen abzuschlagen, reagierte sie aggressiv und gekränkt und warf mir Egoismus vor.

Mein Kummer wurde immer größer, und ich wurde auch aggressiv, traute mich aber trotzdem immer noch nicht, mich zu wehren. Meine Selbstachtung schwand. Wenn sie anrief, ging ich nicht mehr ans Telefon, sondern überlegte mir Ausreden, bevor ich sie zurückrief, denn sie meldete sich nur noch, wenn sie etwas von mir wollte.

Sie kam wieder auf mich zu

Weil sie merkte, dass sie vorsichtiger fordern musste, räumte sie mir kleine „Häppchen“ ein, in denen wir uns trafen, um zu reden und Zeit miteinander zu haben.

Leider redete in diesen „Slots“ nur sie. Ich kam nicht zu Wort. Sie fragte mich auch nicht, wie es mir ging, obwohl eigentlich jeder merken konnte, dass ich mich schlecht fühlte.

Obwohl ich bei diesen Treffen überhaupt nicht auf meine Kosten kam, nahm ich sie weiterhin wahr, weil ich so ausgehungert nach ihrer Nähe war und immer noch hoffte, es würde wieder so werden wie früher. Ich hoffte, wenn ich mich zurückzog, würde sie mich vermissen. Ich wurde schwarz bei der Warterei.

Sie rief nur an, wenn sie mich brauchte

Sie erbte dann viel Geld und kaufte sich ein Haus. Von da an sah ich sie gar nicht mehr, weil sie renovieren und umziehen musste.

In der Zeit hatte ich eine schwere Grippe. Sie wusste davon, meldete sich in diesen zwei Wochen aber kein einziges Mal, um sich nach mir zu erkundigen. Allerdings rief sie mich einmal an, um mich als Umzugshelfer zu rekrutieren. Obwohl man hören konnte, wie krank ich noch war, kam keine Frage nach meinem Befinden oder ob ich Hilfe brauche. Null Anteilnahme, null Hilfsangebote. Eher schien sie beleidigt, dass ich ihr nicht helfe.

Das traf mich so schlimm, dass ich in eine mehrwöchige Depression fiel, ich hatte keine Kraft mehr, konnte nicht essen und nicht schlafen und weinte nur noch.

Mein Mann fuhr zu ihr und versuchte ihr, meinen Zustand zu erklären. Sie zeigte sich ihm gegenüber kurzzeitig betroffen, aber mir gegenüber änderte sich nichts. Als mein Zustand besser wurde, musste ich wahrhaben, dass sie mir nicht die ersehnte Freundin war und schon gar nicht die, die sie anfangs zu sein schien. Meine Gefühle schwankten zwischen Trauer und Einsamkeit und extremer Wut. Ich fühlte mich betrogen, getäuscht und missbraucht.

Ich hörte, dass sie eine Baustellen-Putz-„Party“ veranstaltete, zu der sie, um sich eine Profi-Putzkolonne zu sparen, Freunde einlud und mit Bier und Grillwürsten entlohnte. Dabei zeigte sie ihnen ihre neue „Burg“ vor und bezeichnete sich selbst als „Burgfräulein“.

Es ging immer nur um sie

Einerseits ist sie äußerst großzügig, wenn sie selbst dabei glänzen kann und bewundert wird, andererseits spart sie auf Kosten ihrer Freunde. Wenn ihr jemand nicht nützlich ist, kann sie auch sehr abfällig werden. Ich habe sie sehr verletzende und entwertende Dinge zu und über Menschen sagen hören, wenn sie nicht mehr ganz nüchtern war und ihre Kontrolle nicht mehr funktionierte. Andererseits sonnt sie sich gerne im Glanz von „supertollen“ Menschen, und alles, was sie hat und erlebt ist entweder „sensationell“ oder „katastrophal“. Immer extrem jedenfalls.

Regelmäßig hat sie neue extreme, wichtige und supertolle Vorhaben, die groß angekündigt werden, dann aber meistens nicht stattfinden. Unsere Freundschaft war irgendwann Konkurrenz. Sie schien mir ständig beweisen zu wollen, wie toll sie ist und was sie alles kann oder hat. Kein Tiefgang mehr, nur Rivalität von ihrer Seite aus.

Ich bin inzwischen über dem Berg, habe akzeptiert, dass ich einer Illusion zum Opfer gefallen bin, dass es vorbei ist mit dem Traum der Schwesternschaft, und lasse nun mein Trauma heilen.

Ich brach den Kontakt ab und war wieder allein

Leider haben wir einen gemeinsamen Freundeskreis, deshalb ist es nicht ganz einfach, die Sache komplett abzuschließen, und ich bin bei vielen auf Unverständnis gestoßen, da die dunklen Aspekte für andere nicht erkennbar waren. Meinen engsten Freunden konnte ich mich erklären, aber von den anderen bekommt man keine Anteilnahme, und man bleibt mit seinem Schmerz allein.

Erschwerend kommt noch hinzu, dass sie intrigiert und Tatsachen verdreht und keinerlei Selbstreflexion besitzt. So hat sie mir unter anderem erzählt, ihr neuer Freund würde schlecht über mich sprechen, obwohl das nicht zu seinem Verhalten mir gegenüber passte. Als ich ihn irgendwann fragte, ob das wahr sei, fiel er aus allen Wolken und sagte, das hätte er nicht getan, und sich nur gewundert, warum ich so auf Distanz gegangen wäre.

Offenbar hat er sie daraufhin zur Rede gestellt, denn ich bekam von ihr einen so hasserfüllten Anruf, ich wolle sie und ihren Freund auseinanderbringen und ich solle mich von ihm fernhalten und überhaupt aus ihrem Leben verschwinden. Dieser Vorfall war der Abschluss der ganzen Geschichte.

Das ist nun also der aktuelle Stand der Dinge. Ich habe etwa zwei Jahre gebraucht, um gewahr zu werden, was passiert, und um meine Trauer zu bewältigen. Ich habe viel über mich selber gelernt, bin daran gewachsen und lasse mich nicht mehr ausnutzen und missbrauchen. Meine Menschenkenntnis und meine Selbstachtung sind jetzt so viel besser, und ich bin zum Glück endlich über diesen Schmerz hinweg.


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Veröffentlicht in Beziehung mit einem Narzissten, Blog
68 Kommentare zu “Ich dachte, sie wäre meine Seelenschwester
  1. Roland Weigel sagt:

    Glaubt ihr der Narzisst verletzt absichtlich und bewusst? Ich denke bei ihm ist es reiner Selbstschutz. Wenn man das erkennt, fällts einem auch leichter, die Angriffe des vermeitnlichen Narzissten nicht mehr auf sich zu beziehen.
    Ja ich weiß, Theorie und Praxis.
    Intellektuell wissen alle Bescheid, wären da nicht die blöden Gefühle und Emotionen, die einen teilweise impulsiv entgleisen lassen. Das ist zwar menschlich, aber trotzdem ist es auch verletzend, auch wenn man sich selber nur schützen wollte. Deswegen fehlt auch die Empathie für den anderen. Man wollte sich nur schützen, nicht den anderen verletzen und versteht dann oft nicht, warum der andere verletzt ist.

    • Katja sagt:

      es gibt 2 möglichkeiten, sich zu schützen:
      1. aus der situation rausgehen oder
      2. den anderen angreifen…
      der narzisst greift andere an und macht sie klein, um selber besser dazustehen, das ist nicht zu entschuldigen.
      andere zu verletzen, nur weil man selber verletzt ist, ist NICHT ok. der zweck heiligt nicht die mittel!
      es ist eine erklärung – ja, aber keine entschuldigung.
      wenn der narzisst nicht anders kann, als um sich zu beißen, sollte er das therapieren lassen, das wäre aktiver umweltschutz!

    • Friedel sagt:

      Ein Mensch mit einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung ist berechnend und in seiner Gefühlswelt kalt gegenüber dem Leid des Anderen.

      Ein Narzisst schickt den nicht narzisstischen und emotional emphatischen Partner zur Befriedigung seiner eigenen Macht -und Aufmerksamkeitsbedürfnisse durchaus bewusst in ein nebulöses Nirvana.

      Wir alle, hauptsächlich als traumatisierte Betroffene durch den Umgang mit Narzissten tauschen uns im Blog und Forum über körperliche Symptome und Schneisen der Verwüstung in unseren Leben „dank“ narzisstischer Machenschaften aus.

      Ich habe mal das Internet abgegrast, ob es denn auch eine vergleichbare Community für Menschen mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung gibt und bin nicht wirklich fündig geworden.

      Roland Weigel, ich habe Deine Beiträge im Blog verfolgt und laufe damit nicht konform.

      Alle Betroffenen mit oder ohne Kinder kämpfen je nach Erfahrungen mehr oder weniger damit ihr Leben zu regeln und nach einer toxischen Beziehung auf die Beine zu stellen.

      Aus Deinen Ausführungen lese ich immer wieder pro Narzisst, beispielsweise reiner Selbstschutz.

      So wie die Betroffenen sich wieder zurück kämpfen müssen im Leben, spreche ich einem erwachsenen Narzissten den Welpenschutz ab. Narzissten übernehmen aber keine Verantwortung sondern labern das Nah- und auch Fernumfeld in Grund und Boden mittels ihrer „Opferstrategie“.

      • The Great Narcissis sagt:

        Sie reden gerade selber wie ein Opfer Herr Friedel. Was sind sie Narzisst, Narzissmusopfer oder gar beides oder wissen sie nicht so recht, wo sie sich einordnen sollen? Sie werten hier andere ab, die anderer Meinung sind. Das geht so nicht. Bitte zügeln sie sich in ihrem Ton.

    • PaMa sagt:

      @Roland Weigel
      Zitat Roland Weigel, Blog „Verlorenes Ich“, Kommentar vom 18.08.2017, 11:42:
      „Ich bin bekennender Narzisst und ja, ich zeige dies auch offen. Wenn mich etwas kränkt, sage ich, dass mich das kränkt. (Meine Psychotherapeutin hat gesagt, dass ich ehrlich zu meinen Gefühlen stehen darf und diese nicht überdecken soll…“

      Und genau solche Bemerkungen, wie sie oben im Forum geschrieben haben, müssen sich Betroffene von Narzisstischem Missbrach permanent anhören. Und nein, ich lasse mich von einem Menschen der sich als Narzisst, wie sie sich selber beschreiben, nicht demütigen und schon gar nicht habe ich Mitleid oder Verständnis für solch ein Verhalten.

      Betroffene haben nicht keine Empathie, wie ihnen Sven Grüttefien bereits einmal geantwortet hat, sie grenzen sich bewusst von Menschen wie ihnen ab weil Menschen wie sie die Grenzen von anderen Menschen permanent überschreiten und den Betroffenen noch die Schuld/Verantwortung zuschieben für ihre Probleme und Defizite die sie im Leben haben und selber null Verantwortung für ihr Handeln übernehmen.
      Da hilft auch ein selber geschriebens Buch was im Herbst erscheinen soll nicht weiter.

  2. Katja sagt:

    Es wird hier ständig über die „Narzisstische Persönlichkeitsstörung“ diskutiert, die zu diagnostizieren für einen Laien vielleicht nicht angebracht ist.
    Es gibt aber auch Menschen mit „nur“ stark ausgeprägten narzisstischen Charakterzügen, die zu großem Leid und Scheitern von Beziehungen und Freundschaften führen. Um das zu erkennen, brauchts kein Uni-Studium, sondern ein Selbststudium:
    Werden BEIDE würde- und respektvoll behandelt? Gibt es langfristig eine Balance zwischen Geben und Nehmen („Energieausgleich“)?
    Ist die Beziehung unterm Strich (trotz natürlicher Krisen) eine beglückende?
    Ist die Hoffnung, dass es nach schlechten Zeiten wieder gut werden kann? Können BEIDE sich entschuldigen? Etc etc
    Es gibt eben auch für den Laien Indizien für narzisstische Charakterzüge, nur dauert es eben meistens sehr lange, bis genügend davon gesammelt wurden, diese zu erkennen und dann die einzig mögliche Konsequenz zu ziehen: Trennung (oder zumindest bestmöglichen Selbstschutz).

  3. Lina2 sagt:

    @Brigitte, was du heute geschrieben hast, da stimme ich dir zu. Es ist eine wichtige Sache, zu wissen oder zumindest zu suchen, was nicht stimmt. Dann hat man die Chance, nicht mehr so hin und her geschleudert zu werden von den widersprüchlichen Handlungen gen des Partners und ein wenig hilft es auch, zu wissen, dass egal wie sehr man sich bemüht, er sein Innersten nicht zeigen wird.

    Von der Ambivalenz zwischen Erleichterung und Sehnsucht kann ich auch ein Lied singen.

    Ich kann auch nicht aufhören, den verletzten Menschen zu sehen, eine große Erleichterung ist aber, dass ich begriffen habe, dass er sich selber helfen muss und niemand von außen das kann. Damit könnte ich mein Helfersyndrom kritisch sehen und mich auch mal um andere Dinge gedanklich kümmern.
    Dazu war es wichtig, zu schnallen, was uns geschehen ist. Und das anzunehmen und endlich kein Opfer mehr zu sein, weil ja auch ich weiß wie sehr ich den Narzissmus noch gefüttert habe.
    Unwissentlich, weil ich so erzogen wurde. Aber wenn man es weiß, kann man anfangen, das in kleinen Schritten zu ändern.

  4. simone sagt:

    Das könnte fast wortwörtlich meine Geschichte sein. Wie krass. Schon erschreckend wie lange vorher man die Situation erkennt, aber dennoch nicht das Weite sucht. Ich hatte immer die Hoffnung, dass sie vielleicht doch irgendwann so empfindet wie ich.

    • Katja sagt:

      Weil es am Anfang schön war, und man immer hofft, dass es wieder so wird. Erst wenn man die Hoffnung aufgibt, kommt man (unter Schmerzen) frei, und das kann dauern, denn „die Hoffnung stirbt zuletzt“. Man kann und will es einfach nicht glauben, dass dieser Mensch ein ganz anderer ist als der, den man kennengelernt hat.

      • Mike sagt:

        Der Trugschluss ist aber doch, dass selbst der „schöne Anfang“ nicht echt war. Also ist das, was man am Ende will, eh eine Lüge, bzw die Person war nicht sie selbst.

        Wenn man diese Erkenntniss erst einmal selbst hat, dann trauert man so einem Problemfall auch nicht länger hinterher.

  5. Anna sagt:

    ich denke, bevor man sich über derartige Zusammenhänge, wie in dem Bericht von Katja geschildert, eine eigene Meinung bilden kann und irgendwie dazu Stellung nehmen kann, muss man immer beide Beteiligten hören.
    Mich stört es, wie schnell viele Menschen meinen andere Menschen ver- oder vorverurteilen, bewerten oder gar eine narzisstische Persönlichkeitsstörug meinen bestätigen zu können.

    Ich kann nur für mich sprechen, aber ich persönlich würde mit alledem immer sehr vorsichtig umgehen, immer auch einschliessen, dass ich mich irren könnte, hinter gezeigten, irritierendem Verhalten anderer es auch gut möglich sein kann, dass sich andere Beweggründe hinter verbergen, und würde deswegen auch nie jemanden ruckzuck als bösartigen Narzissten abstempeln zu wollen.

    • Mike sagt:

      Mach das mal bei Narzissten und schildere mir, wie weit Du da dann kommst.

      Was du sagst, ist in der Theorie immer sehr einfach und selbst bei Konfrontation, wird vom Narzissten immer die Schuld weg auf jemand Anderen geschoben. Manchmal muss man eben niccht beide Seiten hören um den narzisstischen Missbrauch zu erkennen.

      In einer echten Freundschaft würde es entweder nie soweit kommen oder beide Parteien würden eine Lösung finden, was bei einem Narzissten niemals der Fall sein wird

    • Katja sagt:

      Beide Seiten anzuhören ist nur dann sinnvoll, wenn beide Seiten fähig zur Selbstreflektion und Empathie sind, genau das ist der Narzisst nicht. Bei ihm geht’s nur um Selbstdarstellung und ums Rechthaben.

      • Roland Weigel sagt:

        gehts doch bei Dir gerade auch. Du schilderst deine Sicht und willst Mitgefühl und Zuspruch haben. Und du sagst du wärst reflektiert. Deine Ex hat sicher eine eigene Meinung. Wer von euch beiden reflektierter ist, kewine Ahnung. Bei dir lese ich nur, was sie falsch gemacht hat und was du angeblich richtig machtest. Das ist auch nicht reflektierter in meinen Augen.

        • Katja sagt:

          MEINEN Fehler sehe ich sehr wohl:
          Offensichtliche Dinge nicht wahrhaben zu wollen und zu lange in schädlichen Beziehungen zu bleiben und mir zuviel gefallen zu lassen.
          Dass ich die Freundin schlecht behandelt hätte, kann ich mir jedenfalls nicht vorwerfen…
          (sie mich aber schon).
          Ja, auch der Leidende hat gewisse Verantwortung, nämlich sich nichts gefallen zu lassen bzw das Weite zu suchen.
          Genau DAS hab ich aus der Erfahrung gelernt.
          Leider haben andere nicht so viel Glück, dass es „nur“ eine Freundin ist, von der man sich relativ leicht trennen kann (auch wenn es verdammt weh tut!).

    • Roland Weigel sagt:

      Es ist so wunderschön einfach im Außen nach Narzissten zu suchen, als in sich selbst den Narzissten zu finden.
      Beinahe jeder Mensch hat schon Erfahrungen mit einem potentiellen Narzissten gemacht.
      Gesehen wird oft das Offensichtliche. Das wirklich Wichtige wird gerne übersehen. Man ist zu sehr damit beschäftigt, sich vor dem Narzissten zu schützen.
      Der Auslöser bleibt unbeachtet.
      Eine Aufarbeitung findet nicht statt.
      Trauma!
      Trennung!
      Schuldzuweisung!
      Zwei Opfer und kein Täter, der sich seiner Tat bewusst ist.
      Offensichtliche Uneinsichtigkeit.

      • Silv sagt:

        @Roland Weigel- du hast recht, in solchen länger währenden Beziehungen treffen sich Narzisst und Conarzisst. Und beide sollten schauen welche Anteile sie haben. Das ist aber nicht die Stärke von stark narzisstisch veranlagten Menschen. Die können es nicht und sehen es nicht. Und weisen sich die Schuld zu.

      • Katja sagt:

        Interessant, dass die Empathen (die „Opfer“) meistens in Therapie sind, um ihren Anteil zu bearbeiten, die Narzissten dagegen nicht (die haben es ihrer eigenen Meinung nach nicht nötig) – WER also arbeitet nicht an den Ursachen?

        • Roland Weigel sagt:

          Kann man das Wort „Opfer“ nicht einfach mal weglassen. Oder wurdest du vergewaltigt?
          Empathen sind genauso narzisstisch, weil sie sich mehr um andere kümmern, als um sich selbst, nur um ihren eigenen Selbstwert damit zu erhöhen und sich einzureden, alles richtig zu machen. Gerade Empathen leiden unter dem Helfersyndrom. Sie können sich selbst nicht retten, meinen aber indem sie andere retten, täten sie das Richtige. Und wenn ihre Hilfe abgelehnt wird, heulen sie rum, wie undankbar oder wie narzisstisch derjneige ist, dem sie doch nur helfen wollten. Katja… ich an deiner Stelle würde für immer Single bleiben. Du lernst sonst nur Menschen kennen, die dich ewig dazu verbannen, hier in diesem Forum dich auszukotzen. Deine letzten 4 Kerle, alles Narzissten? Und du? Du etwa nicht? Ist das nicht erstaunlich?

          • Es ist doch vollkommen in Ordnung, anderen Menschen helfen zu wollen und dafür selbst das Gefühl zurückzubekommen, liebenswert zu sein. Wie würde dieser Planet aussehen, wenn es nicht auch solche Menschen gäbe. Das ist ein völlig normaler und gesunder Mechanismus zur Stabilisierung des eigenen Selbstwertes und hat überhaupt nichts Krankhaftes. Krank oder gestört ist erst dann ein Verhalten, wenn derjenige selbst darunter leidet oder wenn andere unter seinem Verhalten leiden. Wenn Betroffene in einer Beziehung mit einem Narzissten leiden, dann nicht, weil es ihnen an narzisstischer Zufuhr mangelt, sondern weil sie respektlos und entwürdigend vom Narzissten behandelt werden. Die Ursache Ihres Leidens ist nicht in ihrem eigenen Verhalten zu suchen – dort ist nichts Krankhaftes, sondern in dem destruktiven Verhalten des Narzissten. Hier liegt eine Persönlichkeitsstörung vor und die hat schädigende Auswirkungen auf zwischenmenschliche Beziehungen.

          • Sarah sagt:

            Dass Du, Roland, keine ahnung davon hast, was seelischer oder emotionaler Missbrauch ist, hast Du mit Deinem unpassenden Kommentar grad kundgetan.
            So redet nur jemand, der sowas selbst noch nicht durchgemacht hat oder selbst Narzisst ist.

            Lustig auch, dass Du sofort persönlich wirst und ihr Dinge unterstellst; auch ein typisch narzisstisches Verhaltensmuster.

            Wenn doch Alle Opfer laut Dir selbst schuld sind, was suchst Du dann auf dieser Seite?

          • Katja sagt:

            @ Roland Weigel:
            Zur Info:
            Ich bin mit meinem Mann seit 25 Jahren glücklich zusammen (er ist kein Narzisst),
            und ich muss gar nicht Single WERDEN… – wozu?
            Ich habe einfach eine miese Erfahrung mit einer narzisstischen Freundin gemacht und diese erzählt, mehr nicht.
            Was hast DU damit für ein Problem?

          • Katja sagt:

            Hier ein sehr anschauliches Beispiel, wie sinnlos es ist, mit Narzissten diskutieren zu wollen:
            Der Narzisst beschuldigt und fightet und ist an einem konstruktiven Austausch nicht interessiert. Es geht ihm nur darum, Recht zu behalten und zu „gewinnen“, auch der Tonfall und die Wortwahl sind typisch. Aggressiv. Einfach nur sinnlos, sich auf solche Diskussionen einzulassen.

  6. Moni sagt:

    wow…..
    es ist immer wieder erschreckend für mich, solche Dinge zu lesen….mich selbst darin wieder zu finden….und mir nicht noch ständig selber hintenrein zu treten wegen meiner „Dummheit“ da ich so ähnliche Erfahrungen hinter mir habe.

    Allerdings mit einem Mann, rein freundschaftlich….also..auf meiner Seite….umgekehrt war mir schnell klar, dass er nie wirklich ein echter Freund für mich war oder sein konnte. 10 Jahre hab ich alles ausgehalten, seine Monologe, meine Wahrnehmung dass er niemals für mich da, seine Ansichten von Wahrheiten, seine Art mit einem umzugehen, seine Lügen……..und, und, und.

    Wie oft man selber an sich zweifelt in solchen einseitigen Beziehungen, wie sehr man dennoch kämpft….puh….grad kommt wieder alles hoch.
    Irgendwann hats mir gereicht …..da hat nur ein Satz von mir gelangt….Da hab ich ihn mal gefragt, warum er denn so beleidigt reagiere (auf ein Nein von mir), weil ich mal nicht gleich gesprungen bin……hahaha….tja….wieder Ausreden, Ausflüchte, Lügen…..aber das wars dann……er meldete sich lange nicht mehr, ich gar nicht mehr, bzw. hab ich nicht mehr geantwortet.

    Es kam eine tiefe Erleichterung über mich…..erst nach ca. 1,5 Jahren hab ich ihm einen Brief geschrieben, hab gemerkt, ich muss das tun, um endgültig abhaken zu können, also für mich….wohlwissend, dass er mich ja nicht vermisst hat, ich ja die „Böse“ war…die ihm mal die Stirn geboten hat.

    Ja, wie gesagt, ein netter, freundlicher aber ehrlicher Brief, per whats-app verschickt…..er las ihn und dann löschte er mich….der kranke Idiot……für mich wars aber dennoch gut….weil ich nicht mal mehr in seine Richtung sehe, wenn wir uns über den Weg laufen….

    Was mich aber dennoch immer wieder beschäftigt, ist irgendwie meine eigene Blödheit….also, erkannt hatte ich sein Problem ziemlich schnell, aber das so lange mit zu machen….das so lange auszuhalten…da musste ich auch tief in mich gehen und mein eigenes Seelenleben aufräumen….da muss ich schon noch weiter an mir arbeiten, naja, wir alle sicherlich.

    • Augustin sagt:

      Hast du ihn in deiner Abschiedsnachricht auch konkret auf seinen Narzissmus angesprochen?

      • Jade sagt:

        ja, mich würde das auch interessieren. Ich hab auch eine ähnliche Geschichte mit einem Mann erlebt und als ich ihm ebenfalls per What’s app ganz ehrlich die Meinung sagte und zu ihm meinte er hätte eine narzistische Persönlichkeitsstörung, hat er mich ebenfalls gelöscht…

        • Anna sagt:

          Hallo Jade, sorry, aber wenn mir jemand per What´sApp mitteilen würde, dass ich eine narzisstische Persönlichkeitsstörung hätte, den würde ich auch sofort löschen.

          Ich denke, Persönlichkeiten, gleich welche auch immer, können nur von kompetenten Fachleuten festgestellt werden.

          Ansonsten finde ich das ziemlich gefährlich, wenn Laien einen sich anmassen zu können, andere Menschen zu diagnostizieren.
          Ganz im Sinne von: Was ich nicht will, was man mir tu´, das füg ich auch nem anderen nicht zu.

          Oder würde es Dir gefallen, wenn Dich jemand diagnostiziert, als was auch immer, obwohl derjenige eigentlich Laie ist und gar keine Ahnung haben kann?

          • Anna sagt:

            meinen sich anmassen zu können, sollte es natürlich heissen

          • Roland Weigel sagt:

            Ich will dich immer noch heiraten Anna (Fox)

          • brigitte0809 sagt:

            Nun ich finde es nicht anmaßend. Ich habe das Verhalten meines Lebensgefährten lange nicht deuten können, als ich zufällig auf einen Artikel über narzisstische Persönlichkeitsstörung gestoßen bin und es mir wie Schuppen von den Augen fiel. Ich dachte bei den Verhaltensbeschreibungen darin, es würde die Rede von meinem Lebensgefährten sein. So irren kann man sich nicht. Natürlich waren einige Auffälligkeiten weniger ausgeprägt dafür andere wieder um so mehr, nicht jeder Mensch ist gleich. Doch ich war mir im Grundsätzlichen sicher!

          • Céline sagt:

            Meinen Sie allen Ernstes, dass Fachleute besser geeignet dazu sind, Diagnosen zu stellen bzw. Menschen beurteilen zu können.

            Wenn man mal deren jämmerliches Privatleben betrachtet, die Unmenge an gutachterlichen Fehldiagnosen in der Forensik, dann ist das doch der beste Beweis für eine schlechte Menschenkenntnis und mangelnde Beziehungsfähigkeit. Der gesunde Menschenverstand und das gesunde Bauchgefühl sind meist unwiderbringlich bei diesen Leuten zerstört. Sie haben sich dumm gelesen und sind dumm therapiert worden durch zuviel Pscholektüre bzw. zuviel Psychotherapie.

            Ich möchte nur mal an Gerd Postel erinnern, ehemaliger Briefträger, der es in der Psychiatrie mit gefälschten Titeln und Zeugnissen zu leitenden Funktionen als Arzt brachte. Der hat die ganze Zunft mal so richtig vorgeführt. Die merkten nicht mal, dass die Diagnosen, die er stellte, reine Phantasie-Wortschöpfungen waren.

            Am liebsten unterhalten ich mich über den Charakter von Menschen mit Leuten, die mit Psychologie möglichst wenig in Berührung kamen, dafür aber glückliche Ehen führen, einen guten Job und viele Freunde haben – kurz, die ein erfülltes Leben führen.

            In ihrem Urteil über Menschen liegen sie selten daneben.

          • Friedel sagt:

            @Celine

            Danke für das Beispiel Gerd Postel. Aus meiner Sicht hat dieser Briefträger keine Zunft vorgeführt, sondern einfach in seiner persönlichen Struktur getäuscht. Die bipolare Störung, umschrieben im Wortlaut Postel, ist keine eigene Erfindung oder Wortschöpfung, nur sehr geschickt verpackt.

            Viel erschreckender ist, wie die breite Masse nachfolgend zu Knast und Buch bezahlt Säle gefüllt hat, um sich vor Lachen auf die Schenkel unter den Ausführungen zu klatschen.

            You Tube gibt Auskunft.

            Ob die Angehörigen der Patienten dies wohl auch getan haben? Oder der Chefarzt, der eine Jahrzehnte lange Ausbildung gemacht und sicher einen Werdegang seiner Karriere zu verzeichnen hat, die innerhalb von 24 Monaten geschreddert wurde, aufgrund gefälschter Unterlagen und Vertrauen in darin.

            Narzissten haben die Gabe zu begeistern.

            Ich wünschte niemand hätte das Buch „Doktorspiele“ gekauft oder auch nur einen Cent investiert in Vorträge.

            Bei klarer Betrachtung hat Briefträger Postel unter Vortäuschung falscher Tatsachen als Oberarzt Patienten behandelt, sogar Gutachten geschrieben und über deren Leben entschieden.

            Aus meiner Sicht hat dieser Mann keinesfalls eine Zunft vorgeführt. Die meisten von uns in diesem Blog und Forum sind doch in eine Falle getappt.

            Und die Verantwortung liegt einzig und allein beim Aggressor.

      • Moni sagt:

        nein, ich hab das bei ihm natürlich nicht angesprochen, auch keine Vorwürfe oder Schuldzuweisungen oder so was gemacht….nein, nein, das bringt ja auch nichts. Es war ein netter Brief mit den besten Wünschen für seine Zukunft. Ich hatte auch keine andere Möglichkeit, diesen Brief als whatsapp zu versenden.

        Und zu dem was Anna schreibt: Ja klar, wir können uns irren, alle, und man hat schnell jemanden in eine Schublade gesteckt. Ich selbst kann für mich nur sagen, bei meinem Bekannten gab es ja die Diagnose, hatte diverse Gespräche mit seinen Ärzten, seiner Frau usw.

        Er ist und bleibt ein Psychopath, er ist bekannt. Und ich bin dann auch ein Mensch der sich selbst hinterfragt, also eigene Fehler und Macken, oder warum gibt man nicht so schnell auf….da gräbt man ja schon selbst zurück bis in seine eigene Kindheit….

        Ist ja aber vielleicht so, dass man ja doch gefühlsmäßig an jemandem hängt, glaubt, man kriegt das trotz allem hin, aber da kann man nur scheitern oder selber bei drauf gehen und Schäden davon tragen…..

        Es muss ja auch nicht jede narz. Störung ganz krass oder ganz böse sein. Manche, die so was haben, merken es ja manchmal nicht mal wirklich selbst wie sie bei anderen ankommen. Mein Bekannter ist 70….seine Probleme waren schon in der Kindheit….da war das ja alles nicht so bekannt, da hieß es halt, der spinnt, ist schwierig, nicht ganz dicht usw.
        Mit meinem Brief wollte ich nicht mit ihm abrechnen, hab ich ja auch nicht gemacht, ich wollte nur für mich innerlich abhaken….und das ist mir damit auch ein Stück weit gelungen.
        Am Rest muss ich noch arbeiten.

        Abe wie gesagt…manchmal dauert es, bis man begreift, warum man sich überhaupt auf jemanden eingelassen hat, das so lange mitgemacht hat….

        Na, für mich ist das ja vorbei, am Ende lernt man ja auch daraus und dann hats wieder etwas Gutes.

        • Roland Weigel sagt:

          Und ihr redet von Empathie? Also ehrlich, auch wenn ihr gefühlsmäßig echt viel Horro durch machen musstet (musste ich auch), frag ich mich ob ihr euch mal in euren angeblichen Narzissten versetzt habt? Welche Reaktion erwartet ihr? Also wenn mir jemand blöd kommt, blockier ich den auch. Ihr fordert Verständnis und Mitgefühl, entwertet aber den verletzten Narzissten und stellt ihn als Monster dar. Wo ist die Empathie für ihn?
          Man bekommt das, was man aussendet/ ausstrahlt.
          Und wer selbst nicht genug Empathie hat, kann auch keine Empathie erwarten (also man kann schon, man kann ja alles… aber das wäre dann echt dumm)

          • Opfer versuchen sich in die Haut des Narzissten zu vesetzen und setzen dafür oft jahrelang ihre ganze Empathie ein, um ihn zu verstehen. Meist bekommen sie aber nur widersprüchliche Aussagen und werden durch sein Verhalten nur weiter verwirrt. Leider tut ein Narzisst auch alles dafür, dass niemand selbst in bester Absicht an seine verletztlich Seiten herankommt. Der Narzisst stößt seinen Partner fort, wenn er Angst bekommt, dass ihn sein Partner auf Defizite ansprechen könnte. So kann natürlich keine gemeinsame Reflexion stattfinden und es findet keine Weiterentwicklung statt – der Narzisst blockiert jeden gutgemeinten Versuch und Betroffene suchen fortan die Schuld bei sich selbst. Die Bereitschaft des Partners, dem Narzissten Emapthie entgegenzubringen, wird von diesem zu leichtfertig als Unterwürfigkeit interpretiert, die man ausnutzen kann.

          • Mike sagt:

            Och bitte Roland.
            Wie kann man von jemandem, der keine Empathie hat erwarten, selbigem genau damit zu kommen?
            Die nutzen genau das doch aus!
            Wer emotional ohne Rücksicht auf Verluste Amok läuft, hat keine Empathie verdient.
            Jegliche Empathie kommt bei denen im Oberstübschen nämlich nicht an.
            Absolute Zeitverschwendung.

            Was hab ich diesbezüglich bei meiner Ex Alles versucht; jede Aktion umsonst!

          • Katja sagt:

            Das ist doch charakteristisch, dass Narzissten extrem viel Empathie bekommen, weil sie empathische Menschen anziehen.
            Ich glaube, jeder in diesem Forum, der eine Geschichte mit einem Narzissten hat(te), war viel zu lange empathisch mit diesem. Am Ende ist die (evtl unrmpathische) Reaktion auf den Narzissten nur noch reiner Selbstschutz.

          • Alex sagt:

            @Katja,
            sehe ich ähnlich. Narzissten ziehen Empathen an, weil sie selbst wenig oder gar keine Empathie besitzen.
            Und das wird ausgenutzt.
            Ichs time Dir auch zu, dass man, bzw ich hier, viel zu lanmge, zu empathisch war und am ende genau dafür die Packung kassiert habe.
            Von daher sollte jeder einem (seinem) Narzissten nicht mehr mit Empathie, sondern Ignoranz begegnen und ihn/sie komplett aus seinem Leben streichen

          • The Great Narcissis sagt:

            Die wissen nichtmal was Empathie ist. Die wissen auch nicht was Narzissmus ist, die finden diese Worte nur im Netz auf komischen Seiten und erkennen das stetig an anderen, aber nicht bei sich. Ich finde Euch alle süß und langweilig.
            Roland chill mal…

        • Corry sagt:

          @ Roland E.
          Dem,was du schteubst pflichte ich fast uneingeschränkt bei.
          Nun selber bin auch ich ein “ Opfer „, aber auch eben eines meiner Dummheit,Naivität und meiner Gefühle zu einem Mann gewesen der Mut deutlich und dann wieder suptil doch letztendlich mach der Idealisierungsphase mitgeteilt hat, dass ich nichts mehr bin aus eine Affäre an der er eben seine Entwertung abgelassen hat.
          Ich habe still gehalten.
          Auch nach fast 2 Jahren tut es mir sehr weh.
          Wenn ich jedoch den Aufsatz oben lese,sehe ich am ehesten eine Frau die verzweifelt der Aufmerksamkeit und Freundschaft einer anderen (evtl auch einer Narzisstin,mag
          Sein) hinterher gelaufen!!!! ist und nun die Quittung dafür bekommen hat.
          Das Wort Seelenschwester erscheint esoterischer Blödsinn und wirklich naiv.
          Zu hohe Erwartungen bringen stets den Fall auf den Boden der Realität mit sich.
          Dazu ist die Erfühlen verheiratet, eine Frau,die nach der Arbeit tglmbei der Freundin auftaucht,statt beim Ehemann finde ich ernsthaft schräg bis auffällig bedürftig, gelinde gesagt.
          Tut mir leid, das wird hier langsam ein Tummelplatz für vom ganz normalen Leben mal getroffene.
          Eine labile, Abhängige Persönlichkeitsstörung trifft auf ne starke Kälte Frau, war es vielleicht eher so?

          • Lina2 sagt:

            Ja, es ist doch klar, dass der Deckel, der auf einen schiefen Topf passt, auch schief sein muss.
            Aber warum muss das für eine Abwertung her halten?

            Wir sind seelisch so gewachsen, wie wir eben sind, zum Teil schief und krumm und zum Teil noch stolz drauf („😀hier bin ich, schaut, was ich kann), manche mit Hilfskrücken (Süchte, Kaufen, Abwertung, seltsame Therapien u. v. m. ) gestützt, damit sie nicht total abstürzen.

            Aber was sonst soll sein? Das geht fast jedem so und fast jeder denkt, nur die andern sind doof.
            Fragt mal Autofahrer, wie viel Prozent
            sagen, dass die anderen schlechter als er selbst fahren? Ein allgemeines Phänomen, ich weiß, dass es nötig ist in einer Welt mit ständiger Bewertung, die meist Abwertung ist, sein Selbstbildnis zu schützen.

            Mich nervt das ständige Daumen hoch oder runter, am besten noch anonym, obwohl ich es auch oft mache. Ich musste mich dafür schon ab und zu entschuldigen,
            weil ich das peinlich und verletzend fand im Nachhinein, aber gelernt ist gelernt und es ist schwer das abzugewöhnen, selbst wenn man es weiß.

            Da beißt dich übrigens die Katze in den Schwanz und mein Text ist paradox.

            Aber wie kann ich sagen, was mich bewegt, ohne nicht das gleiche Muster zu haben. Das überlege ich oft.

            Mund halten ist schwierig, weil ich das zu lange „tolerant“ und freundlich lächelnd gemacht habe.

            Ich versuche, Diagnosen anderer zu vermeiden, für mich ist es selbstverständlich, dass alle ihre Strategien lernten, sich gegen Verletzungen zu schützen und irgendwo dazu zu gehören, egal ob es gut tut.

            Immer wenn ich eine Abwertung durch Störungsfeststellung höre oder lese, denke ich sofort:“und selbst?“ auch bei mir übrigens. Ich hoffe, ich kann aufhören, andere damit zu verletzen, indem ich ihnen das Selbstverständlichste der Welt in Form einer Abwertung sagen muss.

          • brigitte0809 sagt:

            Liebe Lina2. Ich kann verstehen was du sagst, dennoch finde ich es wichtig, wenn man nicht mehr weiter weiß, über diese narzisstische Persönlichkeitsstörung Bescheid zu wissen. Wenn alle, ich sag mal, normalen Konfliktlösungsansätze, wenn alles Verständnis, jede Kompromissbereitschaft, jede Menge Emphatie und Hilfsbereitschaft keine Veränderung bringt, man aber dennoch liebt, hilft es und hat es mir geholfen nicht komplett abzustürzen. Man kann gehen ja, aber wenn man liebt, ist das nicht so leicht, er ist vor einem Jahr gestorben. Auf der einen Seite ist sehr viel Druck von mir abgefallen (er war die letzten Jahre krank und das war dopppelt extrem, denn er konnte sich damit nicht abfinden und hat ständig jede Hilfe abgelehnt und alles an mir ausgelassen) auf der anderen Seite hat er trotz allem eine Lücke hinterlassen. Es geht mir aber gut! Lg

          • Katja sagt:

            Das mit dem Ehemann ist nicht schräg, da die beiden Partner den Tag gemeinsam verbringen/arbeiten und deshalb die Abende gerne auch mal getrennt verbringen – immer noch (auch nach dem Bruch mit der „Freundin“). Es gibt eben auch andere Ehe-Modelle als das übliche Abend-Ehepärchen. Die Bezeichnung „oft“ ist relativ. Hier ist (was die Übernachtung betrifft) im Schnitt 1-2x pro Woche gemeint…

          • Roland Weigel sagt:

            Ich lese immer nur Geschichten mit Vorwürfen über andere, weil deren Liebe nicht genug erwiedert wurde. Ich bin selber Opfer einer narzisstischen Mutter, die selber auch Opfer einer narzisstischen Mutter ist usw… Na UND!! Niemand handelt absichtlich so. Nie3mand verletzt einen bewusst.Das meiste ist reiner Selbstschutz. Hier in diesem Forum werde ich beleidigt, weil ich eine andere Meinung habe. Ich spreche hier niemanden persönlich an. Wer sich angesporchen fühlt, reagiert- teils verletzt, teils im Verteidigungsmodus, genauso wie der Narzisst, der sich nur verteidigt und schützt vor zuviel Einfluss in seine Autonomie.
            Wer etwas über die Entstehung einer NPS weiß, was Herr G. hier ja auch beschrieben hat (unerfüllte, frustrierte kindliche Bedürfnisse), wird sagen: Also ich hatte eine schöne Kindheit, also kann ich auch kein Narzisst sein. Nun denn, ich wünsche jedem „Opfer“, baldige Heilung und die Erkenntnis „weniger ist mehr“. Wende ich mich meinen verletzten Anteilen zu, muss ich nimmer in Foren wie diesen den Beiträgen von Roland W folgen, der mich ja eh nur provozieren will und keine Empathie für mich über hat.

          • Sarah sagt:

            Ok Roland, wenn also jemand einen Anderen Menchen zB umbringt, kann er lso auch nix dafür? Ist ja reiner Selbstschutz, laut Deiner Aussage!
            Mir sind Deine Aussagen einfach zu banal, sorry das zu sagen, den wer wirklich eine narzisstische/emotionale Misshandlung hinter sich hat, der kann über Deine Statements eigentlich nur den Kopf schütteln

  7. Lambert Thomas sagt:

    Könnte man für so eine „Freundin“ dem mittelalterlichem Henker nicht ’nen Festmeter Kaminholz und ’n Feuerzeug spendieren?

    Als „Vsrhütungsmittel solcher Bekanntschaften empfehle ich ein Buch von Lillian Glass: „Sie sind durchschaut!“.

    Ein graphologisches Gutachten (so erstellt die Kripo Tätsrprofile) kostet etwa 300 Euto und ergibt ein ausführliches Persönlichkeitsprofil.

  8. Katja sagt:

    P.S.
    ich hatte gute Unterstützung von meinem Mann und zwei guten Freundinnen – alle anderen sagten nur: „Ihr hattet doch so eine gute Freundschaft, warum redet ihr und vertragt euch nicht? Streit gibts überall, das muss sich doch kären lassen.“
    Die meisten verstehen nicht, dass es kein Streit oder Konflikt ist. Außerdem muss man sehr aufpassen, dass einem selbst nicht üble Nachrede unterstellt wird (von den Menschen, die diese missbrauchende Art nicht sehen können, weil sie nicht offen sichtbar ist), denn sonst steht man am Ende nicht nur unverstanden da, man wird auch noch als intrigant angesehen (die Freundin ist doch sooo lieb)

    • Silv sagt:

      @Katja: ich hatte eine solche Kollegin mit der ich mich offb sehr gut verstand. Im nachhinein wurde mir klar, dass sie mich genutzt hat um sich ‚ Vorteile‘ zu verschaffen.
      Wir waren quasi ein prima Team, ich die formale Chefin. Bis ich eine Krise im privatem Bereich hatte und sie sich nicht mehr in meinem Schatten sonnen konnte und den Eondruck gewann, dass ich ihr nicht mehr Ansehen verschaffen könnte. Zudem wirkte sie plötzlich sehr konkurrierend. Ertrug meine Position nicht.
      Kollegen erklärten auch wir sollten reden. Verstanden nicht, dass es sich hier nicht um Streit handelte. Ich gab dann die Haltung für mich angenommen, dass man nicht befreundet sein muss um zusammen zu arbeiten. Ich habe dann cool zu meinen Schwächen gestanden ohne es zu übertreiben. Nun ists nach jetzt einem Jahr durch ein von mir initiiertes offizielles Gespräch geklärt. Sie sieht dass sie mich nicht los wird bzw ich meinen ( in allen 30Jahren gut verrichteten) Job behalte. Sie bemüht sich nun um
      einen anderen Wirkungskreis.

  9. Katja sagt:

    zu den Fragen:

    Die Trauer schien echt, dauerte aber nur ein halbes Jahr, bis Kontakt zu neuen Männern aufgenommen wurde – übrigens ziemlich penetrant.

    Der Ehemann war selber Narzisst und depressiv und seit Kindheit suizidgefährdet (mehrere Versuche) und nahm sich, als aufflog, dass er seine Firma mit 700000 € Schulden in den Ruin getrieben hat, mit akribischer wochenlanger Vorbereitung gezielt das Leben – so, dass es einen Showeffekt hatte, und er ging direkt vorher sogar noch ins Solarium, um post mortem nicht zu blass auszusehen…
    Die perfekte Inszenierung

    Die Monologe der Freundin wurden erst später so intensiv, anfangs hörte sie noch interessiert zu

    Im Freundeskreis und auch bei fremden Menschen gibt sie sich immer erst interessiert, aber sie ist sowieso sehr charismatisch, intelligent und witzig und zieht die Menschen in Begeisterung und Zuneigung. Die großartige Selbstdarstellung findet eher im privaten Zweierkontakt oder in loseren Gruppen (wo es nicht so direkt auffällt) statt. Deshalb wird es oft nicht so wahrgenommen – v.a. wenn man die Person nur selten sieht (man beurteilt Menschen ja – hoffentlich – nicht komplett nach nur einer Begegnung), im Gegenteil: sie wirkt angenehm positiv im Erstkontakt – besonders Männer sind sehr schnell verliebt bzw interessiert und werden nach kurzer Zeit (auch wenn sie nur Freunde geworden sind) zu Hilfsleistungen rekrutiert und emotional ausgenutzt

    • Lina2 sagt:

      Ach du je, der Mann war auch Narzisst? Was für ein elendes Leid damit gemacht wird in alle Richtungen.
      Dann können Partner sich ja noch gegenseitig in ihrer Störung hochpushen bis das ganze Umfeld Scherben liegt.

      Es ist wirklich gut, wenn man für sich spüren kann, dass man so etwas Schlimmes nicht mehr im Leben haben darf.

      Allerdings ist die Trauer berechtigt, denn man hat einen Traum verloren und da ist ein Trauerjahr angebracht, um wieder zu sich selber zurück zu finden.
      Das geht nicht schnell und ist bestimmt nicht leicht, denn die Träume hatte man nicht ohne Grund und es fühlte sich lange so gut an.

      Es ist auch nicht möglich, von sich auf einen Narzissten zu schließen und das misstrauische, feindliche und selbstzerstörende Verhalten zu verstehen. Im Grunde erreichen sie langfristig das Gegenteil von dem was sie brauchen, weil sie nicht langfristig denken können.

    • Roland Weigel sagt:

      Jeder Mensch ärgert sich im Durchschnitt einmal am Tag über sich oder andere. Sich über etwas oder irgendjemanden zu ärgern ist etwas ganz Normales. Verkehrs(un)tüchtige Rowdies im Straßenverkehr, der Zug/Bus der Verspätung hat, ein vergessener Jahres- oder Geburtstag, nicht wertgeschätzte Überstunden, eine spontan abgesagte Verabredung oder unabsichtlich übersehen worden (Warum hat er mich nicht zurück gegrüßt, der Arsch) z.B., denn Irgendwas ist ja immer.
      Für Menschen mit einem gesunden Selbstwert, mit sozusagen gesunden narzisstischen Zügen ist einmal in der Regel wie keinmal. Es belastet sie nicht. Kurz aufgeregt, dann schon vergessen. Das Leben geht seinen gewohnten Gang. Später kann er/sie eventuell darüber lachen. Gesund narzisstisch ausgeprägte Menschen können damit umgehen. Ihr Selbstwert bleibt gleich.
      Für einen narzisstisch gestörten Menschen aber ist einmal, schon einmal zu viel. Bekanntlich hatten es Menschen mit einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung wahrlich nicht einfach in ihrem bisherigen Dasein. Sie durften nicht sein, sondern sie mussten, bis sie am Ende sich nicht mehr zu helfen wussten.
      Die Welt ist voll von Triggern, von Auslösern, von existenziell bedrohenden Situationen. Die Chancen und Möglichkeiten, die diese real existierenden Schmerzen oder die Trauer bieten, werden überdeckt durch narzisstische Wut. Ein Narzisst ist immer auf Halbacht- Stellung. Er bewertet anders. Er bewertet extremer. Er ist verletzlich, hoch sensibel, hoch emotional, und dies alles oft zugleich und in einer Dimension, die für Außenstehende oft nicht zu erkennen ist. Gesehen wird die Reaktion. Gesehen wird alles, nur eben nicht das wirklich Wichtige, nämlich das richtige Gefühl. Stattdessen sieht man nur die Schatten, die Ersatzleidkleidträger, das Grandiose Größenselbst, das bemitleidenswerte und voller Komplexe geplagte Größenklein, das Schutzschild, der Panzer, der Täter, der sich in Wahrheit wie ein Opfer fühlt, den weiblichen und/ oder der männlichen Narzissten, den aggressiven Beschützer, den Richter und Ankläger, den angeblich Empathielosen, den bösen jähzornigen Mann, das falsche Selbst, das sich selber idealisierende Wesen, was sich augenscheinlich über andere stellt, der ungeliebte und dennoch salonfähige Mensch, stark, robust, männlich (Irren ist ja oft männlich), der Indianer, die Diva, der harte Kerl, die Kampflesbe, oder gar der mächtigste Politiker der Welt (man sagte doch, dass in jedem von uns ein kleiner Trump steckt; BULLSHIT). Warum nicht gleich alle Menschen?

  10. Klam sagt:

    Ich hatte auch mal solch eine“Freundin“.
    Kurzfassung:
    Ich sagte mal enttäuscht von zu ihr.“Wenn ich zu dir komme, hast du nur Aufträge für mich, die ich abarbeiten soll“.
    Antwort“ Na dafür hab ich dich doch!“
    Das war’s dann entgültig mit der Freundschaft, nach vielen anderen Äußerungen, die man bis dahin gar nicht so wahrgenommen hatte.

  11. Augustin sagt:

    Ein hochinteressanter Bericht!
    Das Ende der Beziehung ist auch sehr typisch. Hinterher wird sie bestimmt gesagt haben, ihre Freundin habe versucht, ihr den Freund auszuspannen und außerdem sei sie so schrecklich unzuverlässig (schließlich konnte sie nicht beim Umzug helfen und evtl. konnte sie mal (!) nicht auf den Hund aufpassen), sodass sie die Freundschaft gekündigt hat.
    Interessant wäre noch zu erfahren, inwiefern (bzw. wie gut) die Narzisstin das Trauern über den verstorbenen Ehemann vorgespielt hat.

    Ebenfalls interessant wäre es, ob der Redeanteil der Narzisstin schon von Anfang an so hoch war (und die Autorin hat es zu Beginn anders wahrgenommen) oder ob sich dies im Laufe der Beziehung erst änderte.

    Dass viele ihrer Freunde nichts vom Narzissmus der Frau wahrhaben wollen, könnte auch dafür sprechen, dass die Autorin viele Narzissten (oder zumindest Menschen mit narzisstischen Zügen) in ihrem Freundeskreis hat.

  12. Sabine Semmler sagt:

    Hallo Katja, gerade habe ich das, auf diesem Blog empfohlene Buch: Verlorenes Ich gelesen.
    Es beschreibt die narzisstische Entwicklung, gerade auch nach bester Freundschaft, sehr gut.
    Ich selbst war 23 Jahre mit einem narzisstischen Psychopathen verheiratet und habe vier Kinder.
    Gerade die Fragen, die sich nach einer Trennung immer wieder stellen, sind in diesem Buch sehr gut bearbeitet. Die Subtilität des Handelns, der Schmerz durch den Verlust einer „Illusion“,
    Die Wunden der emotionalen Verletzungen und wenn man es endlich verstanden hat, das Unverstehen sich selbst gegenüber.
    Ich hoffe, genau wie Du, viel gelernt zu haben.
    Das Wichtigste ist sicherlich die Fähigkeit in sich selbst zu ruhen, deutliche Grenzenzu setzen, wenn es das Bauchgehirn sagt und nichts tun, um geliebt zu werden.
    Und die Vergangenheit loslassen, sie ist vorbei…

  13. Cordula Schönherr sagt:

    Ich habe das genauso mit einer (besten) Freundin erlebt. Nur hat es sechs Jahre gedauert, bis ich unter Schmerzen kapiert habe, unter welchem krassen narzisstischen Missbrauch ich gelitten habe. Es läuft ja immer nach demselben Schema: erst Love bombing, dann vom Thron gestoßen werden, dann ständig kritisiert, ignoriert und entwertet zu werden, dann weggeworfen werden. Ein neues Opfer ist dann bereits oft schon da…Dass Liebe, in meinem Fall auch mit sexuellem Ausdruck, was die Sache noch schmerzhafter macht, meistens asymmetrisch ist hinzunehmen, aber hier geht es um seelische Vernichtung und da gibt es nur ein Mittel…wegrennen!

  14. Aino sagt:

    Liebe Katja, mich hat dein Bericht aus sehr berührt. Ich kann sehr nachfühlen, wie es dir geht und ging, und ich bin selbst sehr ähnlich „gestrickt“ und habe ähnliche Erfahrungen gemacht. Mich hat mein Weg dann zum Thema „verlorener Zwilling“ geführt. Es kommt vor, dass wir vorgeburtlich nicht alleine sind, aber nur ein Embryo die Schwangerschaft überlebt. Bei mir war das der Fall, wie Rückführungsarbeiten, Hinweise meiner Mutter auf den Verlauf der Schwangerschaft und auch meine Kinderbilder aus der Kindergartenzeit zeigen. Es kann eine tiefe Sehnsucht nach dieser harmonischen, symbiotischen Zeit bestehen bleiben, in der der Zwilling noch lebte. Insbesondere dann, wenn Bindungstraumatisierungen in der frühen Kindheit auftreten. So auch bei mir. Mir hat das Lesen von Literatur zum Thema und die Arbeit mit erfahrenen Therapeutinnen im Bereich pränatale Prägungen sehr geholfen.
    Alles Gute für dich! Aino

  15. MelanieH sagt:

    Liebe Katja,
    Deine Zeilen beschreiben 1:1 die Situation mit meinem Partner/ exPartner.
    Ich erkannte den Narzissmus schon vor langer Zeit, als ich Zweifel an meiner Wahrnehmung hatte und hätte nicht gedacht, das er so weit verbreitet ist. Und ich bin froh, diese Seite/ Forum hier gefunden zu haben, um zu wissen, das es Menschen gibt, die hier von Ihrem identischen Schmerz berichten, wie ich und viele andere Ihn erfahren müssen.
    Ich ziehe meinen Hut, das Du diese Geschichte Dir von der Seele schriebst und ermutigst mich dazu hier ebenso zu schreiben – DANKE!
    Dieser Schmerz und diese Entäuschung sind unerträglich und stimmen mich so traurig, das ich Angst habe, ebenso lange mit der Trauer leben zu müssen und bin am Boden zerstört von dieser Seelenqual, mit dem Messer mitten im Herz.

  16. Blackfox sagt:

    Ich danke Dir sehr für Deine Schilderung einer vermeintlichen Seelenverwandtschaft. Auch ich hatte diese Illusion, doch war es Liebe von meiner Seite aus.
    Vieles von deiner Geschichte kenne ich gut.

    Ich wünsche Dir gute Heilung.

  17. Lina2 sagt:

    Ich hoffe, du bist drüber hinweg! Es ist bitter.
    Ich Zucker I zwischen zusammen, wenn jemand von Seelenzwillingen & Co erzählt, dass es so etwas nicht geben kann bekommt man nicht gelehrt. So kann man zuerst romantisch träumen und muss später schmerzhaft die Realität suchen. Manche mehrmals. Das ist bitter.

    Danke, dass du auch deine Kindheit erklärt hast, so dass die Zusammenhänge zwischen der eigenen Verletzheit und der Suche nach perfekter (auch unsexueller) Liebe nachvollziehbar sind.

    Konnte es dir helfen, dass dein Mann oder andere dich verstanden?

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