Kann man die Beziehung mit einem Narzissten retten ?

Viele Betroffene, die sich in einer unglücklichen Beziehung mit einem Narzissten befinden, stellen sich immer wieder die Frage, ob sie durch bestimmte Maßnahmen fördernd auf den Narzissten einwirken und der Beziehung eine bessere Qualität geben können. Zwar spüren sie die Widerstände und sind sich ihrer einseitigen Bemühungen bewusst, die auch noch von dem Narzissten torpediert werden, doch sie wollen um jeden Preis an der Beziehung festhalten und sie irgendwie retten.

Bild: © antonioguillem – Fotolia.com

Doch wie realistisch ist die Hoffnung, dass sich eine Beziehung zu einem Narzissten noch zum Guten wenden kann ? Da die meisten hinter den Verhaltensmustern des Narzissten den krankhaften Narzissmus nicht erkennen, halten sie meist an der Theorie fest, dass sich der Narzisst ändern könnte oder dass sie selbst Schuld haben und sich mehr anstrengen müssen, um die Beziehung irgendwie zu verbessern.

Doch beide Ansätze führen ins Leere. Zum einen, weil sich der Narzisst gar nicht ändern will. Er ist ja zutiefst davon überzeugt, dass alles, was er macht, einzigartig und genial ist. Er sieht niemals das Problem in sich und noch weniger kann er erkennen, dass der andere unter seinem Verhalten leidet. Er ist nicht in der Lage sein Verhalten objektiv zu reflektieren und aus sich heraus eine zufriedenstellende Änderung herbeizuführen.

Zum anderen gibt der Narzisst seinem Partner die Schuld an allen Schwierigkeiten und nimmt sich selbst vollständig aus der Verantwortung heraus. Und da die meisten Partner von Narzissten einen natürlich Hang haben, sich schuldig zu fühlen, trifft der Narzisst auch auf fruchtbaren Boden. Auf diese Weise kann er so weitermachen wie bisher und der andere ist damit beschäftigt, seine Fehler auszumerzen und den Vorstellungen des Narzissten noch gerechter zu werden.

Wie soll man unter diesen Umständen der Beziehung eine neue Richtung geben ? Der eine sieht es nicht für notwendig an, irgendetwas zu ändern und der andere wird dazu verdonnert, alle Probleme auf sich zu nehmen und alleine zu lösen. Das Perfide dabei ist eben, dass der Partner in der Regel diese Last auf sich nimmt und sich ernsthaft mit einer Lösung beschäftigt, weil er eben die Sturheit und die wahren Motive des Narzissten nicht durchschaut.

Dabei müssen doch die wahren Wesenszüge des Narzissten, die in einer längeren Beziehung gar nicht verborgen bleiben können, zu einer Empörung führen:

  1. Der Narzisst ist egoistisch. Er denkt immer nur an seinen eigenen Vorteil und der Befriedigung seiner Interessen. Immer muss es nur um ihn gehen. An seiner Seite kommt jeder andere zu kurz, egal wie sehr er sich auch bemühen mag.
  2. Der Narzisst hat keine Empathie. Der seelische Schmerz seines Partners berührt ihn nicht wirklich. Bestenfalls täuscht er es vor und tut so, als wenn er Mitgefühl hätte. In Wahrheit aber verspricht er sich dann durch seine aufopferungsvolle Zuwendung nur wieder einen Vorteil, der aber dem Partner zunächst verborgen bleibt.
  3. Der Narzisst demütigt den Partner. Er kann seinen Partner nicht annehmen, wie er ist. Das verbietet ihm schon seine Sucht nach Selbsterhöhung. Neben ihm darf es niemanden geben, der besser sein könnte als er. Um einen möglichst hohen Abstand zwischen sich und seinen Partner zu halten, bedient er sich der  Methode der systematischen Entwertung. Auf diese Weise destabilisiert er jedes Mal seinen Partner und gewinnt die Oberhand.
  4. Der Narzisst misst immer mit zweierlei Maß. Während er sich selbst alles erlaubt, verbietet er seinem Partner selbst Kleinigkeiten. Diese Ungerechtigkeit ist nur sehr schwer auszuhalten.

Die Art und Weise, sich einfach über einen anderen Menschen zu erheben, ihn besitzen zu wollen, ihn wie selbstverständlich für die eigenen Zwecke zu missbrauchen, ihm nicht die Luft zum Atmen zu geben und jederzeit über ihn verfügen zu wollen, ist das wahre Wesen eines Narzissten. Ist man sich einmal dieser Verhaltensweisen bewusst, muss es doch zwangsläufig zu einer Lawine der Empörung führen. Da aber Partner diesen Konflikt sehr wohl spüren, ihn aber nicht wahrnehmen und benennen können oder im schlimmsten Fall sogar verleugnen, unterdrücken sie ihre Gefühle, was im Laufe der Zeit zu einem wahren Energie-Stau führen muss. Diese unterdrückte Energie kann nur heraus, wenn man es zulässt, indem man sich der nackten Wahrheit stellt.

So wie ein Löwe nun einmal Fleisch zur Nahrung braucht und deshalb Antilopen jagt und zerfleischt, so braucht der Narzisst andere Menschen zur Selbstwertregulierung. Da aber ein Narzisst im Kostüm einer Menschengestalt daherkommt, vermutet man unter seiner Haut kein gefährliches Raubtier. Partner versuchen eben die eigenen Maßstäbe auf den Narzissten zu übertragen und das kann niemals gelingen. Man muss den Narzissten sehen, als das was er in seinem Kern wirklich ist. Nur so kann man zu einer realistischen Einschätzung kommen, ob eine Beziehung zu einem Narzissten zu retten, zu verbessern oder überhaupt zu führen ist.

Der Partner bleibt mit seinen Sorgen allein

Dabei muss der Partner die Tatsache uneingeschränkt akzeptieren, dass sich der Narzisst pudelwohl mit seinen Eigenschaften fühlt, nicht den Hauch von Zweifel an seinem Verhalten verspürt und von dem Partner bewusst oder unbewusst die totale Anpassung an seinen Charakter verlangt. Der Narzisst wird sich nicht ändern. Nur die Partner können durch eine totale Anpassung bis hin zur Selbstaufgabe die Schikanen des Narzissten bestenfalls eindämmen. Andererseits kann die totale Unterwerfung auch dazu führen, dass die gemeinen und egoistischen Eigenschaften des Narzissten nur noch stärker ausbrechen, weil er ja nun überhaupt keinen Widerstand mehr erfährt.

Leistet der Partner jedoch Widerstand und lässt sich diese demütigende Behandlung nicht länger gefallen, dann wird er sich auf einen Dauerkrieg einstellen müssen. Der Narzisst wird nicht eher aufgeben, als bis er den Partner wieder unterdrückt hat oder er wird in die Distanz flüchten und schmollen, bis der Partner wieder bei ihm angekrochen kommt.

Selbst wenn der Narzisst zu Zugeständnissen bereit wäre, weil er den Wegfall seiner narzisstischen Quelle befürchtet, kann er sich für einen Moment reumütig zeigen und Besserung geloben. Es dient aber immer nur dazu, den Partner zunächst zu beschwichtigen, um später wieder wie gewohnt weiter zu verfahren.

Eine Partnerschaft zu einem Narzissten ist immer nur um den Preis einer starken Selbstbegrenzung möglich, durch den Verzicht auf echte innige Nähe, das Aushalten von Kränkungen und der permanenten Begegnung von Selbstzweifel. Auf eine Änderung seitens des Narzissten zu hoffen gleicht der Bemühung, den Wind aufhalten zu wollen. Der Partner benötigt sehr viel Disziplin und Aufmerksamkeit, um sich stets in jeder Situation der Reaktionsweisen und Motive des Narzissten bewusst zu sein. Nur auf diese Weise kann er die wahren Bedürfnisse des Narzissten erkennen und darauf angemessen eingehen. Der Partner muss sich aber auch der eigenen Reaktionsmuster und Bedürfnisse bewusst sein. Er muss sich seine Gefühle eingestehen können, ohne sie auf den Narzissten zu projizieren. Er muss in der Lage sein können, sich geeignete Verhaltensweisen zuzulegen,  ansonsten wird er den Narzissten nie erreichen.

Die Partner sehnen sich nach seiner Anerkennung

Sie lechzen nach Bestätigung, einem kleinen Wort der Aufmunterung, ein Bekenntnis der Liebe. Sie glauben, dass der Narzisst doch sehen müsste, wie sehr sich der Partner um ihn bemüht und dass er nicht alles falsch macht. Der Partner möchte unbedingt seine Bewunderung, mindestens aber seine Anerkennung. Sie wünschen es sich eben von ihm und von keinem anderen. 

Er soll mich anerkennen und wertschätzen ! Er soll mich sehen ! Erst dann fühle ich mich wieder gut !

Diese Anerkennung wird aber niemals kommen. Zum einen würde der Narzisst dann einen Teil seiner eigenen Großartigkeit, die er nur für sich reserviert, auf den anderen übertragen. Zum anderen würde er auf diese Weise nur völlig unnötig das Selbstwertgefühl des Partners stabilisieren. Womöglich würde der Partner durch die Anerkennung soviel Selbstvertrauen bekommen, dass er Macht über den Narzissten bekommen könnte. Und das wird der Narzisst niemals zulassen.

Daher ist die Hoffnung völlig illusorisch. Man wartet quasi am Heiligen Abend auf den wahrhaft lebendigen Weihnachtsmann, der aber niemals kommen wird, weil es ihn gar nicht gibt. Jedes weitere Ausharren und Hoffen ist nur ein weiterer Verlust an Lebensfreude, Lebensenergie und Zuversicht. In einer Beziehung mit einem Narzissten müssen Partner ihre Hoffnung begraben, ein partnerschaftliches Verhältnis auf Augenhöhe führen zu wollen. Sie dürfen nur das Leben des Narzissten leben, aber nicht ihr eigenes. Das Leben an der Seite eines Narzissten ist immer mit Selbstverzicht verbunden. Partner können bestenfalls die eigene Einstellung zu dieser Beziehung ändern, die aber fernab ihre Träume und Erwartungen liegen dürften.

Der Partner muss bereit sein, die Hoffnung aufzugeben und die innere Empörung über das zutiefst destruktive Verhalten zuzulassen. Das kann aber nur gelingen, wenn er den Narzissten so sieht, wie er in Wirklichkeit ist. Er darf ihn nicht mehr glorifizieren, er darf nicht mehr leugnen und er darf nicht mehr träumen. Er muss erkennen, dass er der einzige in der Beziehung ist, der sich unglücklich fühlt. Dem anderen geht es bestens.


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Veröffentlicht in Beziehung mit einem Narzissten, Blog
68 commenti su “Kann man die Beziehung mit einem Narzissten retten ?
  1. Gerti sagt:

    Hallo Herr Grüttefien, hallo an alle Betroffenen,

    bei der Suche nach Antworten über die vielen unerklärlichen Verhaltensweisen meines Partners bin ich auf dieser Webseite gelandet. Das Ergebnis: Ich war geschockt von der Wahrheit. Was hier geschrieben steht, traf fast alles auf unsere Beziehung zu. Ich war 16 Jahre mit diesem Menschen zusammen. Geschockt war ich hauptsächlich über die Aussichtslosigkeit, die Beziehung zu verbessern oder zu retten und die Konsequenzen für mich. Ich hielt für etwa vier Wochen inne, der Zustand war zeitweise lähmend. Danach versuchte ich wieder beide Beine auf den Boden zu bekommen. Dank den hervorragenden Tipps auf diesen Seiten konfrontierte ich meinen Partner nicht mit meiner Erkenntnis. Mein Bild von ihm änderte sich von Tag zu Tag. Ich sah in ihm allmählich den Menschen, der er tatsächlich war. Angenehm war das Erlebnis, dass seine Attacken nicht mehr in meinem Inneren ankamen. Denn – ich hatte endlich eine Erklärung dafür. Das war ein erster großer Erfolg für mich. Ich begann an Stärke zu gewinnen. Ein völlig neues und wunderbares Gefühl. Dann gab ich mir eine Frist von einem halben Jahr, um zu sehen, wie ich mit meinem neuen Standpunkt zurecht komme und zu prüfen, ob ich mich mit dieser halbherzigen Partnerschaft abfinden kann.
    Dann mischte das Schicksal auf grausame und gleichzeitig wohlwollende Art die Karten neu. Mein Partner verstarb plötzlich und unerwartet! Die Dankbarkeit über die Erlösung von außen ist größer als der Verlustschmerz! Ich denke, das sagt alles.
    An dieser Stelle spreche ich Herrn Grüttefien meinen ganz großen Dank aus. Seine Informationen halfen mir enorm vor dem Tod meines Partners und helfen mir jetzt, diesen „Verlust“ schneller zu verarbeiten.

    • Hallo Gerti,
      manchmal ist auch einfach das Schicksal dabei behilflich, eine unangenehme Situation aufzulösen. Wenigstens bleiben Sie nun nicht mehr mit Schuldgefühlen oder einer Sehnsucht zurück. Alles Gute!

    • gisela köneke sagt:

      Hallo Gerti, gerade lese ich Deine Zeilen….,die mich tief bewegten,,,.,Mittlerweile bin ich auch soweit, das die Attacken meines Freundes, nicht mehr treffen.Es ist wahrhaft ein gutes, gefreiendes Gefühl. Das Schicksal hat für Dich entschieden; der schwierige Weg der Trennung, sie auch wahrzumachen das bleibt Dir erspart. 1000mal und noch mehr hab ich versucht, mich von ihm loszusagen,,,,es ist mir nicht gelungen. Jedoch seit ich meine Einstellung geändert hab,,geht´s mir besser…Ob es so bleibt weiß ich nicht. Eine vollkommene Trennung wäre besser.,,,,Für Dich jedenfalls wünsche ich das Du ein Leben führen kannst, so wie Du es Dir wünscht,,,LG Gisela

  2. Eva sagt:

    Vieles der Kommentare kann ich Tausendfach bestätigen .
    Es gibt keine Chance in dieser Beziehung auf Augenhöhe zu kommen. Ich kenne dies seit 6 Jahren . Ein gestandener Mann , charismatisch , Anfang 50 ,als wir uns Kennenlernten , der Traummann !
    1,5 Jahre dieses idealisieren ,,,,doch immer wieder da schon Situationen in denen mein Bauchgefühl sagte ,hier stimmt was nicht…doch man verdrängt dies.
    Zum Glück habe ich einen Freund der mir gleich sagte mit dir ist alles in Ordnung , bei ihm stimmt es nicht…
    Jedes Mal wenn es auf Nähe ging , von seiner Seite der Rückzug aus heiterem Himmel…
    Getroffene Absprachen wurden gecancelt, ziemlich kurzfristig , oft aus Jobgründen oder ganz schlimm aufkommende Krankheiten , Migräne , Knieprobleme etc …ich hatte langsam das Gefühl es wurde bewusst eingesetzt .
    Meinerseits dann der Rückzug , dann wieder guten Morgen SMS …
    apropos Krankheiten seine waren immer ganz schlimm und ein Arztbesuch mindestens 3x im Monat …
    Hatte ich mal gesundheitliche Probleme hielt sich sein Mitgefühl in Grenzen oder er hatte sicher etwas schlimmeres …
    Es ist ein ewiger Kreislauf von „Komm her , geh weg “
    Nur wir selbst können diesen Kreislauf unterbrechen und uns nicht mehr demütigen lassen in Form von Ignoranz oder Besserwisserei, denn eine Konstruktives Gespräch ist einfach nicht möglich .
    Er entzieht sich allen Lösungsmöglichkeiten …
    Fazit :
    Entweder immer die devote Rolle einnehmen oder sich schütteln und sagen mit mir nicht , es gibt auch den Mann durchaus auf Augenhöhe!

  3. Luana sagt:

    Ich habe alle Beiträge spannend verfolgt und alles was hier über den klassischen Narzissten aufgeführt wird, entspricht den Tatsachen. Die meisten Narzissten sind gutaussehende, erfolgreich, sportliche und sehr intelligente Menschen, die ihre Mitmenschen mit Charme und Raffinesse manipulieren können. Solange ihre Bedürfnisse befriedigt werden, sind sie die liebsten und warmherzigisten Menschen der Welt(das Gute – Marlas Wort), aber wenn man ihnen einmal ans Bein gepinkelt hat, dann zeigen sie ihr wahres ( das Böse )Gesicht. Ich war nur 3 Monate mit einem Narzissten zusammen, aber in diesen 3 Monaten habe ich mehr up and downs gehabt, als zuvor in meiner 10jährigen Beziehung mit meinem Partner.gerne würde ich hier alles auszählen, was mir mir meinem Ex widerfahren ist, aber das würde hier alles sprengen. Mein Fazit ist nur: Narzissten sind antisozial, emotionslos, skrupellos, Lügner, Betrüger, rücksichtslos usw….jegliche emotionale Investition in eine Beziehung mit einem Narzissten ist schädlich für einen Selbst. LG

    • Luana sagt:

      Noch ein kurzer Vermerk zum Beitrag:
      Ich habe mich von meinem Freund getrennt, weil ich frühzeitig erkannt habe, was das für ein skrupelloser, rücksichtsloser und manipulativer Mensch ist.

    • Martina sagt:

      Hallo Luna,

      ich war 5 Monate mit einem Narzissten zusammen und damals auch noch beruflich mit ihm verbunden. 1,5 Jahre davor waren wir nur Geschäftspartner und Freunde. Er war der netteste, aufmerksamste und hilfsbereiteste Mensch, den ich kannte….. Bis wir privat zusammen kamen, dass war innerhalb kürzester Zeit die absolute Hölle und ich verstand nicht, wie sich ein Mensch sich so verwandeln kann, bis ich kapierte, dass er allen nach außen was vorspielt. Ich habe sehr lange gebraucht um davon weg zu kommen und zu verstehen, was da eigentlich passierte. Er versucht nach wie vor, immer wieder mich zurück zu holen…. Ich habe so ziemlich alles erlebt und nun endlich die Klarheit, wie sinnlos diese Neuanfänge sind und wie giftig für einen selber! Diese Hofnung auf Besserung, kann man vergessen, man ist und bleibt bei diesen Menschen lediglich ein Objekt! Im Übrigen fiel dieser Mann komplett aus dem üblichen Raster! Er war eher unscheinbar, unauffällig und auch nicht sportlich. Er sah auch nicht besonders gut aus aber glänzte mit seiner suveränen und sehr gewinnenden sympathischen Art. Nach außen der perfekte Gutmensch! Immer ein offenes Ohr, sehr viel Witz und immer offen für Gespräche, liebevoll, auf einen eingehend…… Im Gegenzug…. Cholerisch, selbstsüchtig, niederträchtig, emphatielos, unfair, Unverständnis, egoistisch, launisch….. Wenn man diese beiden Seiten im Wechselbad erlebt, fängt man irgendwann an seiner Wahrnehmung zu zweifeln, bis man merkt, was für eine kranke Seele dahintersteckt!

      Dir auch alles gute und all den anderen die Kraft aus diesen toxischen Beziehungen sich zu lösen!

      • silvi sagt:

        Liebe Martina – (leider) kann ich deine Eindrücke eins zu eins bestätigen. Auch mein „Schwarm“ entsprach nicht dem üblichen Bild – rein äußerlich. Aber in Gesellschaft der „perfekte Gutmensch“. Auch ich habe an meinen Wahrnehmungen und zudem an meinem Verstand gezweifelt, bis ich drauf kam, dass nicht ich „falsch“ tickte. Aber das hat lange gedauert … auch die Loslösung, bis ich kapiert habe, dass hier nicht unser Fühlen und Denken angesagt ist. Alles Gute dir! silvi

  4. silvi sagt:

    4 Jahre lebte ich mit einem Mann in einer Fernbeziehung. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich keine Ahnung, was Narzissmus bedeutet, geschweige denn kannte ich die Eigenschaften von einem Narzisst. Und wenn ich es rückblickend betrachte, hat mein „Bauch“ oft HALT geschrien, aber mein Kopf sagte immer: es muss doch gehen! Muss eine Lösung geben! Es gibt diverse Optionen: Gespräche, Austausch, Kompromisse … nach dem Motto: wo ein Wille ist, ist auch ein Weg!

    Die emotionale Trennung hat 3 Jahre und mehr gedauert, ja, dauert eigentlich immer noch an. Aber nunmehr kann ich die Eigenschaften von Narzissten fest machen, habe ich diese doch gefunden, kann sie jetzt endlich einordnen. Aber das Antreffen der folgenden geschilderten Eigenschaften ist dermaßen ungewöhnlich, unglaubhaft, – jedenfalls anfangs für mich – so dass ich in den seltensten Fällen darüber sprechen kann – weil ich von meinen Gesprächspartnern nicht verstanden werde und ich Angst habe, dass sie mich für „verrückt“ erklären. Das „nicht sprechen können“ ist für mich das Schlimmste und verlangsamt wohl den „Heilungsprozess“. Verstehen kann mich nur ein(e) Betroffener, der es am eigenen Leib gespürt hat und weiß, dass man nie gegen einen Narzissten gewinnen kann und die eigene Vorstellung von Toleranz aufgeben muss. So habe ich folgendes hautnah gespürt:

    Die Beziehung zu einem „Partner“ wird ungewöhnlich rasch aufgenommen und kommt damit einer Überrumpelung gleich.
    Zu Beginn einer Beziehung idealisieren sie den Partner, stellen ihn auf einen Thron, was der Betroffene genießt. Sie sind i.a. perfekt darin, die „richtigen Knöpfe“ im passenden Moment zu drücken. Intrigen sind ihnen nicht fremd.
    Sie sind Kommunikationsverweigerer. Somit häufen sich Probleme und Konflikte an, denn eine Lösung, die evt. helfen würde, wird nie diskutiert. Das lässt peu à peu verzweifeln.
    Immer sind die „Anderen“ die „Schuldigen“ – mit Sarkasmus und Zynismus wird auf sie „herabgesehen“.
    Nur der Narzisst selber ist der „Größte“ – ist quasi unfehlbar. Der Rest der Welt ist unfähig.
    Die Narzissten sind gut darin, „versteckt Spitzen“ zu verteilen, die dann „sitzen“. Zumeist kommen diese zur Unzeit – völlig unerwartet, so dass eine Reaktion des Partners schwer fällt, bzw. nicht stattfinden kann.
    Ein völlig überhöhter – oft nicht angebrachter – Sicherheitsanspruch zeichnet sie aus.
    Die Narzissten wollen ohn‘ Unterlass gelobt werden; sodann treten sie „gemäßigt“ in Gesellschaft auf und „erscheinen gesund“.
    Sie zeichnen sich durch Hilfsbereitschaft und „soziales Engagement“ aus, das jedoch nur nach außen hin dazu dient, „in gutem Licht“ zu erscheinen.
    Sie drehen dem Partner das Wort im Munde um, so dass dieser beginnt, an seinen eigenen Worten zu zweifeln.
    Sie sehen Neider, wo keine sind, gönnen dem „Partner“ jedoch keineswegs kreatives Schaffen, von Motivation und Ansporn ganz zu schweigen.
    Leid und Ängste sind ihnen fremd, werden nicht empfunden. Die Folge davon ist, dass auch Mitleid oder Mitgefühl Fremdwörter sind, von Empathie ganz zu schweigen. Es hat (zu) lange gedauert, bis ich begriff, dass Rücksichtnahme von meiner Seite aus fehl am Platze ist.

    Die genannten Eigenschaften treten nicht geballt auf sondern wohldosiert, aber sie kosten den „Partner“ auf Dauer Energie, die vampirartig gesogen wird und nie zurückgegeben wird! Mir hat es letztendlich sehr geholfen, Informationen verschiedener Art zu entdecken und aufzunehmen (auch Bücher). Alles wurde aufgenommen wie ein Schwamm. Jetzt konnte ich feststellen, dass es das wahrhaft gibt, und ich vor allem NICHT ALLEINE bin. Nichtsdestotrotz ist es ein langwieriger Prozess, und ich bin durch tiefe Täler gegangen. Ich hatte einen Menschen gesucht, dem ich vertrauen kann – ich habe ihn nicht gefunden. –

    Es ist verrückt! Ich habe mich schon einmal in diesen Mann (übrigens ein Klassenkamerad) verliebt – meine erste große Liebe mit 17 – auf einer Klassenfahrt in die Stadt der Liebe – nach Paris. Doch schon bald traf ich in ihm Dr. Jekyll und Mr. Hyde. Ich war völlig ahnungslos, habe jedoch nach 5 Jahren die Reißleine gezogen. Viele Jahre später hoffte ich – naiv wie ich war – die negativen Erelbnisse „auslöschen“ zu können – weit gefehlt! Aber heutzutage kann ich auch die längst vergangenen Vorkommnisse einordnen. Das ist für mich befreiend und erleichternd, weil ich zu keinem Zeitpunkt eine reelle Chance hatte.

    Die frei gewordene Energie kann in andere Kanäle gelenkt werden – hoffentlich in naher Zukunft!

    • Luana sagt:

      Liebe Silvi,
      Du sprichst mir aus der Seele. Ich habe alles erlebt, was du hier aufführst und dies in nur 3 Monaten. Gegen einen Narzissten hat man in keinster Weise eine Chance. Kapitulation und Unterwerfung inklusive Selbstaufgabe der Persönlichkeit sind die einzigen Bedingungen, die eine Beziehung zum Narzissten ermöglichen und das wird auf Dauer kein menschlichen Wesen durchhalten können. Alles Gute auf deinem weiteren Lebensweg. lg

  5. Thomas sagt:

    Am 11. Mai ist die Scheidung von meiner narzisstischen Ehefrau. Für sie ist es die Entsorgung des zweiten Ehemanns, 11 Jahre mit dem Ersten und jetzt 16 mit mir (beide durch Warmwechsel ausgetauscht) 3 Kinder mussten ohne ihre Väter aufwachsen. Der Kontakt zwischen Meiner Tochter (16) und mir wurde seitens der narzisstischen EX-Schwiegerfamilie samt EX zerstört. Bin nur noch als Zahlvater wichtig.
    Seit ich meiner minderjährigen Tochter das finanziele sowie verantwortunglose JA zu einem mehrwöchigen Südafrika-Aufenthalt, wo sie angeblich in einem Kinderheim arbeiten wollte, nicht gegeben hatte herrscht Schweigen auf der Seite der Tochter. Der Kontakt war seit meinem Auszug aus der ehelichen Wohnung im Haus der Schwiegerfamilie ohnehin recht mager.
    Was ich an vorherigen Demütigungen seitens dieser Familie plus EX erlitten habe war unbeschreiblich.
    Ich Dummkopf hatte die letzten 3 Jahre erfolglos eine Paartherapie in die Wege geleitet wo ausser leeren Versprechungen nur mein Geld verbrannt wurde.

  6. Martina sagt:

    Hallo zusammen,

    ich finde es sehr schön, eure offenen Beiträge hier zu lesen. Meine Situation ist ähnlich. Mein Mann – ich lebe gerade in Trennung und will die Scheidung – hat starke narzisstische Züge. Ob er ein wirklicher Narzisst ist, weiß ich nicht genau, aber ich nehme es aufgrund der hier beschriebenen Merkmale an.
    Die Trennung ging schnell – er hat nicht um mich gekämpft. Meine Familie hat meinen „Zerfall“ beobachtet, aber ich musste eben aus eigenen Stücken gehen. Das Interessante ist, dass ich meinem noch-Mann ja gar nicht die alleinige Verantwortung geben kann 🙂 Denn, mit etwas Abstand und Ehrlichkeit, und nach viel Heulerei, muss ich gestehen, dass ich mich einfach nicht genug selber respektiert habe, sondern ihm erlaubt habe, meine Grenzen zu überschreiten. Ich habe gejammert, aber ihm keine Konsequenzen gegeben. Genau wie ich es in der Sekte, in der ich vorher war, getan habe. Die habe ich dann verlassen und mich in die Beziehung zu meinem Mann begeben.

    Mein Traum von der perfekten Ehe ist geplatzt, aber ich beginne doch, langsam dankbar für die Erfahrungen zu sein. Nach dem Motto „Narzissmus als Chance“ muss ich gestehen, dass ich meine Lektion mehr zu mir und meinem Selbst zu stehen wohl noch nicht ausgelernt habe. Und das ist ok. Jetzt habe ich wieder ein Stück mehr über mich erfahren, und darf mir erstmal Zeit nehmen zu heilen, und dann an meinem Selbstwertgefühl arbeiten. Ich möchte wirklich lernen, mich nicht mehr über andere zu definieren.

    Und nein, ich denke die Beziehung zu einem Narzissten zu retten geht nur mit massiven Einbußen. Für meine Definition wäre es auch keine erfüllende Beziehung, wenn ich ständig gegen meine Natur und die meines Partners ankämpfen muss. Ich verstehe meine Eigenverantwortung in dieser Situation, und ich möchte daraus lernen, daran wachsen. Damit auch ich weniger (passiv) narzisstisch werde 😀 und vielleicht eines Tages eine gute Balance finde und eine gesunde Beziehung führen kann.

    Das wünsche ich uns allen hier – nicht aufgeben. Alles kann uns als Chance zum Besseren dienen 🙂

    • Anke sagt:

      Schön finde ich, dass du etwas Positives aus der Geschichte ziehen kannst, Martina. Ich denke, solche Menschen spüren einen auf, weil sie nur von selbst-unsicheren Menschen energetisch profitieren können.
      Sie zeigen uns, bzw. zwingen uns ja regelrecht, uns um uns selbst zu kümmern um nicht zu „verhungern“. Den notwendigen Egoismus zu lernen, und das Grenzen setzen.

  7. Heinz sagt:

    Auch ich finde die Darstellung einseitig. Es mag extreme Fälle geben, wie sie hier geschildert sind, und allgemein ist der Narzissmus sicher ein ernstes Problem. Und so eine Selbsthilfeseite mit Kommentarfunktion…gut, sie hat ja praktisch auch den Zweck (denke ich) Dampf abzulassen und bisweilen übers Ziel zu schießen.
    Meine Vermutung und Befürchtung: Manch einer der über die Seite stolpert, findet erlebtes wieder. Aber viele, reimen sich dann das eine oder andere zurecht, und erstellen eine Diagnose. Fällen fatale Entscheidungen, haben endlich eine Erklärung die angenehmerweise vermeintlich nichts mit Ihnen selbst, sondern nur mit dem Partner, dem Chef, den Eltern oder was weiß ich zu tun hat.Die Sprache und die Haltung, die vorherrscht, erscheint mir arg bitter, verroht und wenig empathisch (so ist jedenfalls mein eigenes Empfinden, mag täuschen). Und manches an Inhalt und Gestaltung der Seite trägt dazu bei, aber das sind dann auch gewisse allegemeine Folgen dieser Art der Kommunikation im www.
    Gut, es gibt eine Geschichte hinter jedem Beitrag, aber hier naturgemäß eben auch immer nur eine Sichtweise. Ich möchte das Problem nicht kleinreden, womöglich trägt seine Netzseite ja auch positiv zur Problemlösung bei, aber ich denke mehr, dass es zur Verhärtung beiträgt und Irrwege fördert mit oftmals mindestens gewagten Behauptungen und Mutmaßungen und dadurch einseitige Problemlösungsstrategien des „“Opfers““ auf Kosten des „“Kranken““. Mit Halbwissen und vermeintlicher Kompetenz, da man ja alles und nichts behaupten kann, überprüfbar ist in diesem Bereich nichts und man kann alles so und so auslegen, man findet immer renommierte Experten für alles, die interessante Gedanken und Theorien haben und hatten. Grundsätzlich glaube ich, dass in psychologischen Dingen nichts so festgeschrieben ist, wie hier oftmals behauptet wird.
    Wie auch immer, das dazu…Freundliche Grüße, Heinz

    • Gudrun sagt:

      Hallo, Heinz, was mich hier freut, sind die Meinungen, die gerade Narzissten hier einbringen.

      Ansonsten hast du Recht, im Internet kann jeder alles schreiben und Irrwege sind vorprogrammiert.
      Daher ist es wichtig, immer neu zu hinterfragen und nicht auf dem aktuellen Wissenstand stehen zu bleiben.

      Die absolute Wahrheit gibt es nicht, aber man kann versuchen, sich ihr anzunähern, um sein Leben bestehen zu können.

      Mein Ziel war es in meiner Beziehung, warmherzige tolerante und freie Liebe zu geben und zu bekommen. Warum es nicht ging, ist mir ein Rätsel gewesen. Aber Liebe kann man nicht erzwingen. So blieb sie dann irgendwann einseitig. Und ich begriff nie, warum ein Mensch so ohne Grund den Liebsten anlügt und hintergeht.
      Es wäre auch für den Lügner, der sich durch das Leben schummelt auf Kosten von anderen, einfacher offen und ehrlich zu sein und die Probleme und Herausforderungen des Lebens gemeinsam zu lösen.

      Dass es Menschen gibt, die das auf Teufel komm raus nicht können, war mir nicht bewusst. Aber hier lese ich das auch direkt von Narzissten, wie sie sich fühlen. Wenn mir das auch früher hätte bekannt sein sollen und es für meine Beziehung, die ich nie aufgegeben hätte, zu spät ist, so hilft es mir jedoch, schneller wieder ins eigene Leben zu finden. (muss ich ja, hilft ja alles nichts.)

  8. mona sagt:

    @ Holger, sehr gerne 🙂

  9. mona sagt:

    TV – Tipp, im Alpha-Programm
    “ Mensch bin ich toll.“ Es geht um Narzissmus.

    Heute 15.4. um 19 Uhr,
    Freitag 22.4. um 19 Uhr,
    Freitag 29.4. um 19 Uhr.
    Später in der Mediathek zu sehen.

  10. Gudrun sagt:

    Da niemand von außen einen Narzissten zu einer Therapie oder Änderung bringen kann, frage ich die Fachleute: gibt es denn irgend eine Situation, in der Narzissten von selber drauf kommen, dass sie eine Einsamkeitsstrategie fahren? Dass sie von sich aus etwas unternehmen wollen, um ein gesünderes Gemüt oder warme Zuneigung auf Dauer zu bekommen? Dass sie irgendwie wahrnehmen, dass sie über kurz oder lang als furchtbare Menschen gelten (ich habe schon die Bezeichnung Monster von einer Angehörigen gehört) und gerade aus ihre Angst nicht gut genug gefunden zu werden, als schrecklich gelten, nachdem sie die wenigen Leute, die zu ihnen halten wollten, ausgenutzt und bei Widerstand weggeworfen haben?

    Ich meine nicht, dass die Partner oder sonstigen Angehörigen etwas tun können. Aber vielleicht gibt es Erfahrungen, ob irgend ein äußerer Anlass irgendeinen einen Narzissten schon dazu gebracht hat, sich über die Scherben, die er hinterlässt, zu wundern und etwas zu ändern?

    • jack sagt:

      ja, irgendwann wird der leidensdruck zu groß. ich selbst habe wegen tödlichem liebeskummer eine therapie/transaktionsanalyse begonnen und kam mit einem strauß narzissmus wieder raus.
      die erkenntnisse über das eigene „monster-dasein“ kommen schritt für schritt. auflösen werden sie sich wahrscheinlich nie.
      das anstrengende ist, sich selbst immer wieder so stark zu regulieren.

    • jack sagt:

      es gibt einen blog, narzisstinnen,
      da wird der narzissmus von innen beleuchtet.

      • Gudrun sagt:

        Danke für die Antwort! Es ist bestimmt anstrengend für alles Seiten. Schön wenn ein Narzisst einen kleinen Teil des Schmerzes abnehmen kann. Zum Schluss wird er Lebensqualität gewinnen.

        • jack sagt:

          Letztlich, aber ohne die Verantwortung abgeben zu wollen, ist die narzisstische Persönlichkeitsstörung eine Krankheit und nicht „bloß“ eine übersteigerte Egozentrik oder Eitelkeit.
          Wenn Betroffene vorallem sowie auch Angehörige in Anteilen das verstehen, kann viel bewegt werden.

          • Gudrun sagt:

            Ja, ich war 17 Jahre mit einem Narzissten zusammen. Er war meine größte Liebe. Es wäre ein Traum für mich, noch heute, wenn er nur ansatzweise etwas bei sich hätte bewegen wollen.

      • Gudrun sagt:

        Jack, ich danke dir, hast mir sehr geholfen, habe weiter unten bei Marla ausführlicher noch einmal geschrieben.

        Jedoch hat deine Antwort, die ja zuerst kam, mich dazu gebracht, einiges aufzuschreiben und eine eventuelle Kontaktaufnahme seitens des Ex vorzubereiten.

        Die Erkenntnis, dass es keinen Anlass gibt, dass er sich ändert, war wichtig für mich, um mich vor weiterem Verletztwerden zu schützen und innerlich langsam von ihm Abschied zu nehmen, trotz meiner Liebe, die bleiben wird (aber das geht ihn nichts mehr an) So schwer es auch für mich ist. (für ihn auch? Aber egal, er hat es sich nun so ausgesucht)

    • Warzenmonster sagt:

      Liebe Gudrun,
      Das finde ich eine sehr gute Frage von dir. Das war meine letzte Hoffnung : dass er aus irgendeinem Grund zur Einsicht findet. Wenigstens ansatzweise. Wenigstens ein Mal etwas einsieht und sich ändert. Aus Liebe oder wenigstens aus Vernunft. Wenigstens in einer Kleinigkeit.
      Nein.
      Nichts hat diesen Menschen dazu gebracht. Nichts.
      Unbegreiflich war das für mich.
      Ein Narzisst definiert sich meiner Ansicht nach vor allem auch durch fehlende Einsicht. Sonst wäre er keiner. Also ist es denklogisch ausgeschlossen, dass er einsichtig wird. Durch irgendwas oder irgendwen.
      Das war die bitterste und traurigste Erfahrung meines Lebens bisher. Ich bin 51 Jahre alt, zweifache Mutter und berufstätig.

      LG Dagmar.

      • Claudia sagt:

        Ja, liebe Dagmar, so geht es mir auch.

        Mit die bitterste und traurigste Erfahrung meines Lebens (52, Mama von 14jährigen Zwillingen) ……….

        Herzliche Grüße
        Claudia

        • Petra Schwandtke sagt:

          Ja, dass schwerste in meinem Leben. War 5 Jahre mit so etwas zusammen.Schreibe nachher über Einsicht. Bis dann.Petra

    • Marla sagt:

      Ja, die Beziehung zu einem anderen Narzissten und die Erfahrungen, die damit verbunden sind. Jahrelang habe ich mich benommen wie es hier auf den Seiten beschrieben steht. Und zwar GANZ genauso: ich habe mich völlig im Recht gefühlt, nein mehr noch: als Opfer. Ich habe gelogen, ich habe betrogen, aber ich habe mich ja nur so benommen „weil du…“.

      Für mein Fehlverhalten hatte ich tausenderlei „gute Gründe“. Insgeheim war ich sogar noch stolz auf mein exzellentes „Organisationsvermögen“, wenn ich meinen außerehelichen Vergnügungen nachging. Gewissen? Nein. Ich hab doch „nur“…, das „bedeutete doch nichts“, es war ja nur „weil du…keine Zeit für mich hattest, das Geschirr nicht abgewaschen hast, die Sommerzeit nicht wusstest“ – die Gründe waren an Absurdität nicht zu übertreffen, aber für mich waren sie real. Das habe ich viele viele Jahre so gelebt. Und nein, ich kann nicht sagen, dass ich unglücklich dabei war, es hat ja funktioniert. Da war zwar dieses „Loch“ in mir, diese „Leere“, aber durch mein Verhalten konnte ich das ganz gut füllen und mich so balancieren.

      Nach Ende meiner zehnjährigen Ehe hatte ich zwei Beziehungen nacheinander mit Menschen, die mich in punkto Narzissmus tatsächlich noch übertrafen. Anfangs gab es einen Machtkampf nach den für Narzissten typischen Spielregeln – beide Male zog ich den kürzeren. Und dann war ich mal das Opfer. Nach der ersten Erfahrung habe ich es noch als „Karma“ verbucht. Erst bei der zweiten Beziehung fing ich an, mich mit mir selbst zu beschäftigen und erst im Rückblick konnte ich erkennen, dass ich eigentlich 1:1 nur das wiederbekommen habe, was ich selber einst ausgeteilt hatte.

      Heute lebe ich in einer ganz wundervollen Beziehung, wobei das auch nur möglich ist, weil ich keine „Spielchen“ spielen kann. Zwar bin ich mir meines Narzissmus bewusst und habe gelernt, mich durch Yoga, Meditation usw. gut auszubalancieren, ich muss aber auch aufpassen, nicht in alte Verhaltensmuster reinzurutschen, „dicht“ zu machen, trotzig zu werden, wenn es nicht nach meiner Nase läuft und mein Partner eigene Interessen anmeldet. Das ist ganz wichtig: ein Partner, der einem keinen Raum für Spielchen lässt und absolut erwachsen mit einem umgeht. Zumindest ist es bei mir so.

      Seid ihr erst einen Schritt zurück gewichen, habt ihr zugelassen, dass der Narzisst den Fuß in eurer Tür hat, dann ist es verbrannte Erde, da ist keine Augenhöhe mehr möglich. Zumindest werdet ihr es sehr schwer haben, da wieder hinzukommen. Für einen „Erfolg“ des Narzissten müsst ihr ungefähr 400 mal konsequent wieder euch selbst erfolgreich verteidigen, bis der Respekt wieder hergestellt ist. Wenn überhaupt. So war es bei mir, so sind meine eigenen Erfahrungen mit Narzissten.

      Beziehung zu einem Narzissten ist möglich, wenn man konsequent ist und auch den Mut hat, das ganze zu beenden, wenn er einem auf der Nase herum tanzt. Aber dann kann diese Beziehung eigentlich auch nicht lange dauern.

      • Marla sagt:

        Nachtrag: bis ich soweit war, die Verantwortung für mein Verhalten zu übernehmen, sind JAHRE vergangen! Und: keiner, den ich auf meinem Weg verletzt liegen lassen habe, hätte mir bei diesem Prozess helfen könne.

        • marcor sagt:

          Hallo Marla,

          Deine Ausführungen finde ich sehr interessant, ehrlich und nachvollziehbar beschrieben. Vielen Dank! Das ist, denke ich, wirklich sehr selten für einen echten Narzissten. Daher würde ich mich über ein paar Antworten auf ein paar freundlich gemeinte Fragen freuen:
          Hast Du Therapie gemacht? Wenn ja, welche und wie lange?
          Denkst Du, Du bist „nur“ narzisstisch, oder würdest Du selbst von einer Persönlichkeitsstörung reden? Glaubst Du eine solche ist „heilbar“?
          Hast Du Dich mit Ex-Partnern ausgesprochen?
          Bist Du heute empathischer als früher?
          Wie siehst Du das mit der Spaltung? Spaltest Du ggf. heute noch?
          Und eine letzte hoffentlich nicht zu persönliche Frage: Hast Du das Gefühl, dass Du zu Deinem jetzigen Partner eine wirklich „innige“ Beziehung hast? Denn Dein jetziger Partner scheint ein Glücksfall zu sein. Mit einem ausgewachsenen Narzissten kommt laut Literatur ja kaum jemand allzu lange klar. Und die „Gesunden“ würden sich mgw. auch eher gesündere Weggefährten suchen (?)).

          Liebe Grüße
          Marc

          • Marla sagt:

            Lieber Marc,

            das sind interessante Fragen, die ich mir so noch nicht gestellt habe und ich gebe dir gerne eine Antwort.

            Therapie: nein, habe ich nicht gemacht. Meine „Therapie“ waren die beiden Hardcore-Narzissten, die mich überhaupt erst mit dem Begriff Narzismuss konfrontiert haben. Sie haben mir die Erkenntnis quasi ins Gesicht geklatscht, und zwar sehr hart und kompromisslos. Nun bin ich auch in einem Beruf tätig, wo (Selbst)Reflexion zum täglichen Geschäft gehört. Durch das Studium und später durch Zusatzausbildungen wie NLP oder Coaching habe ich gelernt, mich und mein Verhalten zu reflektieren und – mal besser, mal schlechter – zu steuern. Mein bester Freund ist passenderweise Psychotherapeut, er hat mir auch sehr geholfen, Licht ins Dunkel zu bringen. Vor einer Therapie scheue ich mich (noch). Einerseits weil ich beruflich häufig mit Menschen zu tun habe, die geradezu „kaputt therapiert“ sind und wo ich den Eindruck habe, die Therapie hat alles nur schlimmer gemacht. Andererseits weiß ich nicht, wie tief ich gehen möchte und habe schlichtweg Angst. Das Thema Therapie wird also immer noch bewegt in mir und ich bin mir noch nicht sicher, ob ich eine machen möchte.

            Zu deiner Frage ob ich „nur“ narzisstisch bin oder ob ich von einer Persönlichkeitsstörung sprechen würde….puh, das ist schwierig. Ich kenne auch den Unterschied nicht so genau. Wenn ich mein Verhalten in frühen Jahren erinnere, da würde ich wohl nach meinem Kenntnisstand von einer Persönlichkeitsstörung sprechen. Mit zwanzig habe ich mich zum Beispiel auch sehr geritzt. Man könnte sagen ich bin „normaler“ geworden, je älter ich wurde. Heute bin ich wohl „nur“ noch narzisstisch. Wobei ich mit dieser Erkenntnis viele Fehler heute nicht mehr mache.

            Das passt zu deiner nächsten Frage: ist Narzissmus „heilbar“? Gute Frage. Manchmal denke ich, ich bin geheilt. Wenn es gut läuft, wenn ich gut in Balance bin. Aber dann gibt es wieder Situationen, da falle ich in alte Denkrinnen und Verhaltensmuster zurück. Meistens merke ich es und versuche dann, mit Achtsamkeit erstmal zu ergründen, was grade los ist. Aber ich würde meine Hand nicht für mich ins Feuer legen.

            Zu den Expartnern: ich habe mich nicht ausgesprochen. Ich habe darüber nachgedacht und gegenüber meinem Exmann habe ich mich tatsächlich mal entschuldigt. Wobei das länger her ist und ich mir nicht sicher bin, wie aufrichtig das überhaupt von mir gemeint war. Deshalb scheue ich auch heute noch die Aussprache – ich kenne meine eigenen Motive nicht. Viel in mir möchte einfach eine Absolution, es betrifft also eher mein eigenes Seelenheil. Es gibt einen Menschen, den ich wirklich zutiefst verletzt habe, ihm würde ich gerne sagen, dass ich aufrichtig bedauere. Aber ganz ehrlich: ich habe Angst vor mir selber. Das meine ich mit „verbrannte Erde“ – wen man einmal besessen hat, den lässt man nicht los.

            Ja, ich spalte auch heute noch. Mit den oben schon genannten Achtsamkeitsübungen kann ich da gegensteuern, aber ich mach ja auch nicht den ganzen Tag Achtsamkeit. Häufig ertappe ich mich dabei, wie ich wie ein Reptil durch die Gegend laufe – ich fühle nicht. Wobei das schwer zu erklären ist. Ich weine bei herzzerreißenden Filmen, ich kann mitfühlen, wenn jemand traurig ist, aber es ist irgendwie so, das ich erst eine Brücke schlagen muss und die Situation auf mich übertragen muss, um richtig mit zu fühlen. Wobei es eine Ausnahme gibt: bei meinen Kindern habe ich das nicht. Sie sind auch die einzigen, für die ich mich und meine Bedürfnisse zurück gestellt habe. Es gab nie einen Mann in meinem Leben, für den ich vergleichbares getan habe.

            Das ist eine gute Überleitung zu deiner nächsten Frage: die „Innigkeit“ meiner jetzigen Beziehung. Sehr interessante Frage! Es gibt einen signifikanten Unterschied zu den Beziehungen zu „meinen“ Narzissten: es findet keine Verschmelzung statt. Es gibt innige Momente, natürlich, aber wir beide sind und bleiben eigenständige Menschen. Ich habe keine Gelegenheit, in ihn „einzutauchen“, ihn zu okkupieren und dann von innen auszuhöhlen, weil er einfach stark und eigenständig ist. Ich komme da gar nicht „rein“, er hat seine Grenzen gut gesichert – und das ist gut so. Im Gegenzug habe ich bei ihm nie das Gefühl, zu „verlieren“ oder das Nehmen und Geben in einer Disbalance sind.

            Meinen eigenen Narzissmus erkläre ich damit, das ich von Geburt an eigentlich nie ein eigenständiger Mensch war. Ich wurde dazu erzogen, nicht zu fühlen, eigene Bedürfnisse zurück zu stellen, alles zu tun was andere sagten und dabei immer zu lächeln. Zu Beginn jeder Beziehung die ich hatte, habe ich genau das eingebracht: ich war charmant das die Luft vibrierte, habe meinem Gegenüber das Gefühl gegeben, das er der unglaublichste, wunderbarste Mensch auf diesem Planeten war – und wenn ich ihn dann hatte, wollte ich meinen „Einsatz“ zurück und noch viel mehr. Ich hatte ja viel mehr gegeben als ich hatte! Das ist doch nur fair! Dabei hätte mir niemand geben können, was ich brauche, um diese innere Leere zu füllen, ich war ein Fass ohne Boden.

            Auch heute noch ist es für mich „Arbeit“, mich zu fühlen, dazu muss ich mich konzentrieren. Genau wie Anteilnahme und Interesse an anderen. Mein Partner sagte einmal nach einem Telefonat das ich mit meinem Vater führte: „du fragst ihn nie, wie es ihm geht“ – seit dem achte ich darauf, die Menschen zu fragen, wie es ihnen geht. Manchmal komme ich mir vor wie ein Autist, der Sozialverhalten wie eine Technik einstudieren muss.

            Also: ich fühle – aber nur über Umwege. Ich kann mitweinen, wenn jemand weint und es berührt mich – aber ich bin nicht sicher, ob ich nicht um mich selbst weine. Es ist wirklich schwer, es zu erklären. Es ist, als hätte ich zwei Seiten in mir drin, die unabhängig voneinander ein Eigenleben führen. Ich HABE ja z.b. diese liebevolle und mitfühlende Seite in mir, aber eben genauso den Hyde. Gute Situationen sind die, in denen ich einen Zugang zu beiden Seiten habe und sie integrieren kann.

            Und zu guter letzt: ja, mein Partner ist ein echter Glücksfall. Er ist absolut bei sich und geht behutsam und respektvoll auf meine Eigenarten ein, ohne mir die Verantwortung dafür abzunehmen. Mittlerweile bin ich sehr umgänglich und viel bescheidener geworden, ich denke jetzt kann man ganz gut mit mir klar kommen 😉 Aber früher hätte ich mir selbst nicht begegnen wollen.

            Uli das war lang. Ich hoffe, es hilft.

            Liebe Grüße!

          • marcor sagt:

            Liebe Marla,

            Deine Worte haben mich sehr berührt und ich möchte Dir bald noch mal ausführlicher darauf antworten…

            … bis dahin alles Gute

            und liebe Grüße!

          • marcor sagt:

            Hallo Marla,

            nochmals vielen Dank für Deine sehr hilfreiche Antwort.
            Es freut mich, dass Du Dich so ausgiebig mit Dir und dem Thema beschäftigst – das erscheint wirklich untypisch für einen echten Narzissten. Na gut, Narzissten wird unterstellt, dass sie sich im Endeffekt fast ausschließlich mit sich selbst beschäftigen, aber das scheint in Deinem Fall anders zu sein. Und auch könnte manch einer denken: „so viel wie die Marla schreibt, will die doch wieder nur Anerkennung. Und mit ihrer grenzenlosen Selbstreflexion will sie ihrem Gegenüber doch nur jeglichen Wind aus den Segeln nehmen“. Doch so einfach ist das nicht!!! Ich denke, dass Deine Ausführungen für viele Leser wirklich sehr hilfreich sind und Anerkennung wollen wir ja alle – ich sowieso ;-). Wo die Grenzen zwischen dem gesunden menschlichen Bedürfnis nach Anerkennung und übersteigerter Selbstliebe liegt, hat Hr. Grüttefien in seinen Beiträgen ja sehr gut ausgearbeitet. Ich habe mich oft gefragt, wo die wesentlichen Unterschiede zwischen Narzissmus und Komplementärnarzissmus liegen und denke manchmal, ich hatte bei meiner Ex-Parnterin einfach nur Pech gehabt – so wie Du auch schon weiter unten erwähntest. Und dann frage ich mich, wie schwerwiegend das Thema „Sucht“ in diesen Beziehungen ist. Ich arbeite selbst seit sieben Jahren in der Suchthilfe und konnte mir eine andere Vorstellung darüber erarbeiten. Dass ich trotz der geistigen Einsicht so lange nach der Trennung davon noch Kopfkino hatte, führe ich auch darauf zurück. Das Prinzip „Zuckerbrot und Peitsche“, welches einem Partner von Narzissten und/oder Borderlinern widerfährt, trägt wohl maßgeblich dazu bei.

            Du schriebst, dass Du Dich mit Anfang 20 auch mal geritzt hattest. Hast Du für Dich auch mal sowas wie „Borderline“ in Betracht gezogen? Das ist differenzialdiagnostisch z.T. ja eh schwer auseinanderzuhalten. Und diese Begriffe werden diesen „Ansammlungen“ von so vielen ähnlichen Verhaltensmerkmalen manches mal kaum noch gerecht, denke ich.

            Für mich war es auch hilfreich zu lesen, dass Du das Spalten bei Dir selbst wahrnimmst.
            Nachdem ich innerhalb und nach meiner letzten gefährlichen Beziehung durch das Spiegelkabinett meiner eigenen Seele geführt wurde, kam ich manches mal an den Punkt, mich zu fragen, ob ich nicht selbst der Narzisst bin (dass der „krankhafte“ Partner die eigenen negativen Anteile auf den „Gesunden“ projeziert und diese sich dort z.T. tatsächlich zeigen, finde ich echt phänomenal. Meine damalige Partnerin unterstellte mir z.B. mangelnde Empathie, Egozentrik, oder die Unfähigkeit ihre Liebe anzunehmen. Meine Freunde und Kollegen attestierten mir zum Glück gegeteiliges. Und selbst das irritierte mich manches mal, da ich dachte „na gut, echte Narzissten schaffen es auch meistens, ihre nicht ganz so nahestehenden Freunde und das Arbeitsumfeld von ihrer Unfehlbarkeit zu überzeugen und glauben sich das sogar selbst“. Das empfand ich phasenweise als sehr verwirrend, doch eine Therapie half mir Licht ins Dunkel zu bringen. Ich weiß, dass auch ich kein lupenreines Selbstwertgefühl habe, doch ich weiß auch, dass ich nicht ständig und schon gar nicht in bedenklicher Weise manipuliere, kontrolliere, spalte, entwerte oder idealisiere etc. …
            In dem Zusammenhang haben mir Deine Zeilen also auch noch mal ausdrücklich geholfen. Denn es hat mir wieder einmal mehr gezeigt, dass insbesondere Partner mit einer Persönlichkeitsstörung o.ä. unbewusst oder sogar teil-/bewusst ein vortrefflicher Weg zum eigenen Selbst darstellen können … wenn man es denn zulässt, bzw. wenn man nicht auf dem Weg dorthin dabei drauf geht. Und letzteres ist in keine Richtung anklagend gemeint.
            Nach der Trennung fühlte ich mich damals auch lange Zeit identitätslos. Das war sehr schmerzhaft, aber im nachhinein auch sehr befreiend. In dem Zusammenhang haben mir die Werke von Neale Donald Walsh sehr geholfen, obgleich diese sich nur „maximal indirekt“ mit Persönlichkeitsstörungen auseinandersetzen.

            Irgendwo las ich mal, dass Narzissten und Borderliner die Aussprache mit dem zerstörten Partner deswegen scheuen, weil sie so große unbewusste Angst davor haben, in ihrem Anlitz ihre eigene zertörte Seele wiederzuerkennen. Das klingt vielleicht etwas verurteilend (was nicht meine Absicht ist), aber vielleicht ist dies ein ähnlich effektiver Weg in Richtung Heilung, wie sie dem Partner offen steht …? Das entspricht ja in etwa Deinen Ausführungen darüber. Ohne therapeutische Unterstützung ist das aber mgw. schwierig.

            So, ich muss erstmal zur Arbeit…

            Liebe Grüße

            Marc

          • marcor sagt:

            … kleiner Nachtrag: als ich schrieb „so viel wie die Marla schreibt … “ etc. wollte ich darin keine unterschwellige Kritik oder passive Aggressionen verstecken! Ich und andere schreiben hier zeitweilig auch recht viel. Und Du hast – zum Glück – viel mitzu’teilen‘, weil Du Dich offenbar wirklich lange Zeit sehr ernsthaft und schonungslos mit Dir auseinandergesetzt hast. Deine Beiträge empfinden hier ja viele als sehr wertvoll. Und das freut mich.

          • Marla sagt:

            Lieber Marc,

            in der Tat habe ich nach dem Schreiben gedacht: „huch, ist das denn jetzt nicht auch schon wieder total narzisstisch, dass ich so viel schreibe?“. Aber mach dir mal keinen Kopf, ich habe mich nicht von dir angegriffen gefühlt (ein Meilenstein! 😀 ). Und du musst dich auch nicht rechtfertigen (warum überhaupt? 😉 ). Ich denke wir sind alle hier, um Antworten auf quälende Fragen zu erhalten, und genauso geht es mir auch. Meine langen Texte haben mir geholfen, noch einmal zu sortieren, was es denn eigentlich ist, was da in mir wühlt und wo Gefahren lauern. Vor allem mit der Perspektive, die Fehler der Vergangenheit nicht zu wiederholen und meine (gesunde) Partnerschaft aufrecht zu erhalten. Und ich bin dankbar für alle Gedanken und Anregungen von „Opfern“ und „Tätern“ (wenn man in dieser Terminologie bleiben möchte), weil ich es als unglaublich hilfreich empfinde.

            Unterm Strich könnte man meine „Heilung“ (sofern sie denn stattgefunden hat) als nichts anderes bezeichnen als: Willensentscheidung. Es ist eine reine Willensentscheidung, mich nicht mehr narzisstisch zu verhalten. Die Gefühle (in erster Linie dieses unerträgliche „Zurückgewiesenfühlen“ wegen Nichtigkeiten, die aber in diesem Moment real sind) sind teilweise noch exakt die gleichen. Und die Willensentscheidungen sind das Ergebnis eines jahrelangen Bewusstwerdungsprozesses durch intensive Reflexion und durch Momente an den Grenzen meiner Belastbarkeit. Und eine Art märchenhafter Wunderglaube nach dem Motto: „wenn ich mich jetzt benehme, dann darf auch ich letztendlich Liebe erfahren“.

            Zum Teil haben meine eigenen Erlebnisse mit Narzissten dazu geführt, dass ich mal das „Opfer“ war und mich „einfühlen“ kann, was mein Verhalten anrichtet (der Umweg). Andererseits habe ich soziale Situationen gelernt wie Vokabeln (wie das erwähnte Nachfragen, wie es dem anderen geht). Es kommt nicht von „innen“ heraus, sondern ist schlichtweg antrainiert.

            Und eines kann ich in meinem Fall sagen: eine Beziehung mit mir war früher der Himmel auf Erden und gleichzeitig die Apokalypse. Heute empfinde ich mich fast als „langweilig“. Da vielleicht mal hindenken, wenn man die Beziehung mit einem Narzissten „retten“ will (was auch immer das heißen mag). Hätte die Beziehung zu einem meiner Narzissten gerettet werden können, einfach weil sie „einsehen“ und sich anders verhalten, weiß ich nicht, ob es noch lange gedauert hätte. Denn ich war gierig nach dieser „Verschmelzung“, nach den höchsten Höhen und nach dem unglaublichsten Sex, den man in diesen Momenten haben kann. Ohne diese unendlichen Höhen…ist man dann überhaupt bereit, diese Beziehung fortzusetzen? Für mich war es genau das, was ich wollte. Und genau dafür habe ich die tiefsten Tiefen in Kauf genommen, einfach, weil sie in mir etwas „angetriggert“ haben. Ohne das hätte eine Fortsetzung für mich keinen Sinn gehabt.

            Heute bin ich (fast) normal. Ich kann zuckersüß und spritzig und witzig sein – aber ich bin es nicht mehr oft. Einfach, weil ich keine Lust mehr dazu habe. Es „kickt“ mich nicht mehr, Menschen um den Finger zu wickeln. Das erinnert mich an das Lied von Hildegard Knef (für mich soll´s rote Rosen regnen). Zuerst sagt man „ich will“, später „ich möcht“ und heute noch „ich sollt`“…man wird einfach bescheidener im „Alter“ (ich bin jetzt 44). Mir guckt eben auch nicht mehr jeder Mann hinterher und das ist wahrscheinlich auch gut so. Obgleich es mich natürlich schmerzt. Ich arbeite dran.

            Dein Hinweis auf Borderline – ja, da habe ich hingedacht, gemeinsam mit meinem psychotheraupeutischen Freund. Was nicht dazu passt ist, dass ich ganz wunderbar mit mir alleine klar komme. Vielleicht ist es ja auch eine Mischung aus beidem, ich weiß es nicht. Was ich total sympatisch finde an meinem besten Freund: er tat sich während seiner gesamten Zeit als psychologischer Psychotherapeut schwer mit Diagnosen, weil sie etwas in Zement meißeln, was man nur sehr schwer wieder revidieren kann. Ich war die letzten Jahre im Zusammenhang mit meinem Erkenntnisprozess auch immer wieder sehr buddhistisch unterwegs und aus dieser Perspektive kann ich nur sagen: gefällt mir. Es wäre doch schlimm, wenn Menschen sich nicht ändern dürften. Denn – da schließt sich der Kreis – eigentlich ist „nur“ Erkenntnis nötig, die man hier gewinnen kann.

            Ich danke dir Marc und allen anderen für die Anregungen und ich finde es schade, dass wir uns hier nur so sporadisch über die Kommentarfunktion austauschen können. Es bringt mir unheimlich viel, auch – oder grade – weil es manchmal unbequem ist.

            Liebe Grüße,
            Marla

          • marcor sagt:

            Liebe Marla,

            unsere Unterhaltung hat mich insbesondere bzgl. des Themas Heilung noch mal nachdenklich gemacht.
            Dr. Birger Dulz z. B. erzählte (auch auf youtube) dass man eine Borderlinepersönlichkeitsstörung nicht heilen könne, wohl aber die Symptome. Bei der NPS ist es vermutlich ähnlich. Du schriebst, dass Du noch manches mal dieses „Zurückgewiesenfühlen“ in Dir hättest. Das ist wohl in der Tat für viele Betroffene sehr schwierig in diesem Zustand überhaupt reflektiert zu sein und zu bleiben. Überhaupt erstmal eine Krankheitseinsicht zu erlangen, ist ja oft schon schwer genug. Langjährige Verhaltenstherapie ist sicherlich sehr hilfreich. Und ich frage mich, ob die analytische Psychotherapie auf der Gefühlsebene wirklich mehr erreichen kann (die beiden Therapierichtungen haben sich nach meinen Beobachtungen mittlerweile ja doch irgendwie weitesgehend angenähert). In vielen Psychiatrien wird meiner Kenntnis nach immernoch so gearbeitet, dass die Persönlichkeitsstörungen analytisch/tiefenpsychologisch behandelt werden.

            … aber was mich in dem Zusammenhang eigentlich zum Nachdenken anregte, ist die Tatsache, dass Du als „Narzisstin“ offenbar ähnlich gelitten hast, wie ein „gewöhnliches Opfer“ eines Narzissten. In dem Beitrag „Weiblicher Narzissmus“ heißt es ja auch, dass die betroffenen Frauen lange Zeit nach einer Trennung an dem Ex-Partner hängen. Aber wieso greift da die Spaltung nicht…? Ich kann nur versuchen mich da hineinzufühlen, aber irgendwie krieg ich das nicht ganz zusammen.
            Vielleicht kannst Du mir noch mal auf die Sprünge helfen…

            Und ja, es ist wirklich schade, dass wir uns nur online austauschen können, aber hier wird wohl niemand seine Kontaktdaten preisgeben :-/ Obwohl in meinem Arbeitsumfeld unterschiedlichste Therapeuten arbeiten, ist es manches mal frustrierend zu erfahren, dass die Themen Emotionaler Missbrauch (+dessen Folgen und Therapiemöglichkeiten) sowie Behandlungsmöglichkeiten von Persönlichkeitsstörungen in Deutschland noch nicht viel Raum eingenommen hat.

            Liebe Grüße
            Marc

          • Marla sagt:

            Hallo Marc,

            ich kann irgendwie nicht direkt unter deiner Frage antworten, also mache ich es hier. Ja, ich habe als weibliche Narzisstin extrem unter dem männlichen Narzissmuss gelitten, wahrscheinlich genauso wie ein „gewöhnliches“ Opfer. Wieso die Spaltung da nicht greift? Ich glaube die Spaltung greift da schon. Also: wenn du die Spaltung bzw. die Einteilung des anderen als entweder „gut“ oder „böse“ meinst.

            In meinem Fall war es so: ich habe meine narzisstischen Partner natürlich eingeteilt in entweder gut oder böse. Dazwischen gab es eigentlich auch keinen Zustand. Wenn sie „gut“ waren in meinen Augen, dann war ich aufopferungsvoll, hab tolle Komplimente und teure Geschenke gemacht und sie mit meiner Liebe überschüttet. Wenn sie „böse“ waren (warum auch immer – und wir wissen, dass kann sehr abstrakt sein), habe ich versucht, sie mit meinen althergebrachten Strategien auf den von mir für sie vorgesehenen Platz zurück zu drängen (also Rückzug, Drama, vage Andeutungen die alles und nichts bedeuten können, Trennung usw.).

            Diese sind aber anders darauf eingegangen, als meine „normalen“ Partner zuvor. Eine Zurückweisung durch mich wurde abgestraft mit noch härteren „Sanktionen“ durch meine narzisstischen Partner. Wenn zwei Narzissten sich hochschaukeln, dann tobt wirklich das Armageddon. Es ist ein ständiger Machtkampf mit kleinen Auszeiten dazwischen (wenn der andere dann wieder „gut“ ist). Ich vermute übrigens, das geht dann beiden Seiten so, sowohl dem männlichen wie dem weiblichen Narzissten. Ich wurde ja von ihnen genauso eingeteilt in gut und böse.

            Und wenn der andere aber nun weg bleibt, die Trennung durchzieht, nicht das tut, was man will….ja, dann ist die Sehnsucht groß. Aber ist es die Sehnsucht nach dem Partner? Oder braucht man das erlösende „ich bin gut“? In meinem Fall wußte ich, dass eine Beziehung mit diesen beiden Menschen keinen Sinn hat, uns trennten in jeder Beziehung Welten.

            So gesehen hatte ich eigentlich nur aus narzisstischen Gründen Sehnsucht: ich wollte, dass sie mich gefäligst zurück wollten. Ich wollte, dass sie angekrochen kommen, mich um Vergebung bitten, ihr Unrecht einsehen und ICH dann diejenige bin, die sie zurückweist (Strafe). Ich wollte, dass sie sagen, dass ich „gut“ bin, nein – die BESTE! Weil ich doch so viel für sie getan hatte. Allein, dass ich mich auf sie eingelassen hatte, obwohl sie doch objektiv gesehen „Versager“ waren. Eigentlich habe ich sie genauso auf meinem Schachbrett hin und hergeschoben, wie sie mich. Ich habe genauso an ihnen herummanipuliert, versucht sie zurecht zu biegen, in eine bestimmte Richtung zu lenken. Sie sollten eben die Version werden, die ich für „gut“ halte. Und ich hatte nach der Trennung ja auch nur Sehnsucht nach meinen Expartnern in „gut“. Den guten wollte ich zurück, den bösen habe ich nicht ertragen. Also da ist Zweifelsohne bei mir die Spaltung weiterhin aktiv gewesen. Das macht die ganze Absurdität noch einmal deutlich: ich wollte ja gar nicht den ganzen Menschen, sondern nur bestimmte Teile.

            Übrigens stimmt mich grade ziemlich fröhlich, dass ich offenbar bei weitem nicht mehr so arg spalte wie früher. Das hat denke ich was damit zu tun, dass ich gelernt habe, die unangenehmen Gefühle anzuschauen und zu integrieren. Denn genau das war die Funktion meiner Spaltung: indem ich den anderen abwerte und für „böse“ befinde, wenn ich mich zurückgewiesen fühle, muss ich mich nicht der Scham und dem Ohnmachtsgefühl ausliefern, nicht gut genug zu sein.

            Wie oft habe ich die Trennung ausgesprochen, aber habe es in Wahrheit gar nicht so gemeint. Genau genommen wollte ich die Trennung von dem „Gefühl“, nicht von dem Menschen. Das ist dann der Moment, wo der Narzisst hinterher sagt: „Mensch hab dich doch nicht so, das meinte ich doch nicht so, ich liebe dich doch“. Man ist in diesen Momenten einfach nicht „bei sich“.

            Aber bevor ich hier falsche Hoffnungen wecke: dieses „bei sich sein“ ist eben genau das Problem des Narzissten. Da ist er noch lange und drei Tage nicht, wenn er sich nicht mit sich und seinen Abgründen auseinandersetzt. Und so lange er das nicht tut, wird er nicht damit aufhören, andere Menschen herabzusetzen, zu verletzen, zu entwürdigen, zu erniedrigen, um seine Vorstellung von sich aufrecht zu erhalten. Und die Motivation, zu „sich“ zu kommen, kann nur eine intrinische sein, die kann man von außen nicht einpflanzen.

            Vielleicht gibt es da auch einen Zusammenhang mit dem weiblichen und dem männlichen Narzissmuss. Eines konnte ich nämlich bei allem Größenwahn, den ich in der Vergangenheit gezeigt habe sehr gut: mich schuldig und verantwortlich fühlen. Ich habe mich wie alle anderen auch entweder als „gut“ oder als „böse“ empfunden, dazwischen gab es nichts. Vielleicht ist dieses sich verantwortlich fühlen zu einem Schlüssel nach draußen geworden – dann sehe ich allerdings schwarz für die männlichen Narzissten, die scheinen in deisem Punkt ja hart gesotten zu sein.

            So, lirum larum, das wird jetzt schon wieder sehr viel. Ich hoffe es hilft…

          • marcor sagt:

            … und in der Tat hat es geholfen, liebe Marla!
            Leider kann ich nicht immer zeitgleich antworten, da ich zurzeit sehr beschäftigt bin.

            Es ist mitunter schon frustrierend, dass die Schmerzen über die besagte Beziehung hin und wieder in mir auftauchen. Und das nach einem Jahr. Geholfen hat mir der Nullkontakt (Thema Sucht/Abstinenz), obwohl das teilweise schwer war, es durchzuhalten.
            Ich bin mir auch heute noch nicht gänzlich im Klaren darüber, inwieweit ich damals krankhaft komplimentärnarzisstisch drauf war. Hätte ich ein „unkaputtbares Selbstwertgefühl“, wäre ich dann überhaupt diese Beziehung eingegangen, bzw. hätte ich diese dann „rechtzeitig“ aufgegeben…?

            Und wenn zwei „Narzissten“ aufeinander treffen, ist die Parallele zu der Kombination Narzisst/Komplimentärnarzisst wohl sehr wahrscheinlich jene, dass in jedem Fall auf beiden Seiten aus einem mangelnden Selbstwertgefühl oder mangelnder Selbstliebe heraus gehandelt wird. Im ersten Fall stellt sich dann wohl ganz oft die simple Frage „wer ist eigentlich der größere „Dickkopf“?“

            Als Du schriebst, dass Du vor allem das Gefühl beenden wolltest, hat mich das daran erinnert, wie ich die Beziehung beendete. Sie meldete sich damals wieder mal wochenlang nicht, weil ich es wagte, meine Enttäuschung konstruktiv darüber auszudrücken, dass sie ganz spontan meine Geburtstagstour absagte, also nicht mitkam. Dieses Gefühl, an ihrem langen Arm zu verhungern, hielt ich einfach nicht aus. Unbewusst wollte ich damit wohl auch die „gute Partnerin“ zurückgewinnen, aber ich habe nicht gespalten – da bin ich mir ziemlich sicher. Und ähnlich wie Du schreibst, wollte ich wieder der Gute sein, wollte „wert“geschätzt werden, eben weil mein Selbst“wert“gefühl Lücken hatte und mgw. immernoch hat. Diese schließen sich wohl auch nicht von heute auf morgen – wäre ja auch zu schön. Aber in dem Zusammenhang hat mir die „Schattenarbeit“ nach C.G. Jung ganz gut geholfen. Ich kann es zumindest vom Verstand her mittlerweile gut akzeptieren, dass mein sogenannter Schatten mgw. mein ganzes Leben in mir bleibt.
            Heute denke ich, mit einem stabileren Selbstwertgefühl hätte mich diese Geburtstagsabsage gar nicht so sehr getroffen, oder ich hätte die Trennung noch überzeugter, souveräner durchgezogen.

            Es freut mich, dass Du das Gefühl hast, nicht mehr so sehr zu spalten. Ich stelle mir das gar nicht so einfach vor, da Du ja auch schriebst, dass diese Gefühle von Zurückweisung trotzdem noch manchmal in Dir auftauchen.

            Ach ja, und den Zusammenhang zwischen männlichem, weiblichen Narzissmus und dem Verantwortungsgefühl, wie Du ihn beschreibst, finde ich sehr schlüssig. Meine Ex-Partnerin ist, glaube ich, mehr ’ne männliche Narzisstin – absolut resistent sogar gegen jegliche noch so konstruktive Form von Kritik. Auch traurig und ich gönne jedem den Weg zur Gesundheit…

            Ein Zitat hatte mir in dem letzten Jahr oft sehr geholfen „solange Du zulässt, dass Du missbraucht wirst, missbrauchst Du denjenigen selbst“. Kann man natürlich durchaus aus vielen Blickwinkeln betrachten…

            Herzlichst
            Marc

        • Petra Schwandtke sagt:

          Hallo Mara, Ich habe meinen Narz.so angenommen wie er nun mal.Er sagte ,dass er zu Anfang der Beziehung sich verstellt hat und das war schwere Arbeit. Ich sagte,dass is lieb von dir,Mir geht es gut wenn du bist wirklich so wie du bist nehme ich dic an.Das schaffen wir beide.Sie Dezember hat er mich wieder aus sein Leben gefeuert. Habe das so angenommen. Wie geht es weiter? Ich weiß es nicht?! Er kann nicht die Botschaft an nehmen.So wie du bist nehme ich dich an.Eine absolute Herausforderung für beide Partner.Er will mich ständig ändern.Er sagt,geht nicht weil die Einsicht fehlt. Danke für deine Offenheit 😊Glaube dir ,habe es ja erlebt an der Seite eines Narz.Ja,der weis genau was er tut.Nur kann er eben nicht anders.Schade,!! Herzliche Grüße.Petra

          • Marla sagt:

            Ich kenn ja nun beide Seiten: mich selbst und die Erfahrungen mit „meinen“ beiden Narzissten über 5 Jahre. Und ich würde jedem nur raten, das Weite zu suchen, wenn es übergriffig und verletzend wird. Jeder – und das gilt ja auch für „gesunde“ Beziehungen – sollte die Verantwortung für sich und sein Verhalten in der Beziehung übernehmen. Und ein „Annehmen“ verletzender und grenzüberschreitender Verhaltensweisen wäre für mich keine Lösung. Besteht da nicht die Gefahr, dem anderen die Verantwortung abzunehmen?

            Wenn mein Partner mir jetzt sagen würde „du, ich nehme dich so, wie du bist“ wäre das für mich eine Einladung in alte Verhaltensweisen – mir kann ja eh nichts passieren und alles was ich mache ist super. Sorry für diese deutlichen Worte, aber: „Warum leckt sich ein Hund die Eier?“ – „Weil er´s kann!“

            Jede Handlung zieht eine Konsequenz nach sich – das ist es ja, wogegen der Narzisst sich so stemmt. Diese „Regel“ gilt vielleicht für andere, nicht aber für ihn selbst, da er ja „unfehlbar“ ist. Ich erinnere mich an eine monologartige Belehrung meines Narzissten über das Gesetz „Aktion = Reaktion“. Also seine Erklärung dafür, warum er mir gegenüber ein völlig verachtendes, menschenunwürdiges Verhalten an den Tag legt – natürlich weil ich Schuld war (dabei habe ich ihn nur gefragt, wie sein Vorstellungsgespräch gelaufen ist). Was für ein Schmarrn. Und ehrlich gesagt erinnere ich mich auch an zahlreiche Monologe, die ich selbst in dieser Art gehalten habe, weil ich selbst ja unfehlbar war.

            Jeder Mensch hat die Verantwortung dafür, wie er sich verhält und wie er „reagiert“. Verachtendes und unwürdiges Verhalten sollte sich niemand bieten lassen – was hat das mit Liebe zu tun? Die Aussage „er kann nicht anders“ halte ich für gefährlich für die Angehörigen, Krankheit hin oder her. Genau wie man einen Alkoholiker nicht retten kann, kann man einen Narzissten nicht retten. Nicht umsonst steht auf der Bedingungsanleitung der Sauerstoffmasken im Flugzeug, dass man sie sich zuallererst sich selbst aufsetzen muss. Niemand hat etwas davon, wenn sich jemand „opfert“. Und „Einsicht“ kommt für einen Narzissten erst, wenn er ganz am Boden ist, für manche nicht mal dann. Mit Aufopferung behindert man aber eben genau diesen Erkenntnisprozess.

      • Gudrun sagt:

        Hallo, Marla , danke für deine Antwort! Sie ist für mich sehr erhellend. Vielen Dank für deine Ehrlichkeit.
        Und herzlichen Glückwunsch zu einer guten Beziehung!
        Mir hat diese Seite und besonders deine und Jacks Ausführungen gestern sehr geholfen, meinem Ex Grenzen zu setzen. Und ihm keine Spielchen mehr zu erlauben.

        Ich habe dabei innerlich geweint und sehr getrauert, dass wir unseren gemeinsamen Weg nicht mehr weiter gehen können, weil er nicht die Spur irgendeiner Einsicht hat. Die guten Seiten löschten früher bei mir oft die Anstrengung aus. Und ich werde ihn immer vermissen. Aber er wird sich wohl nie entschuldigen oder ändern.

        Ich weiß, dass er sich sehr nach Liebe sehnt, auch dass er sich über die Scherben wundert, die er immer wieder anrichtet, aber er sagt, die Anderen sind immer verrückt geworden am Ende der Beziehung. Oder überhaupt verrückt diese komischen Menschen. Ich bin ja auch seit einem Jahr auch in Therapie, nachdem mir das 15 Jahre lange Lesen von Psycho-Ratgebern keine Erklärungen liefern konnte. Die Bücher konnte ich nun alle entsorgen, ich umgebe mich nur noch mit Menschen, die solche unglaublichen Dinge nicht mehr mit mir machen.

        Er dachte wohl gestern, ich freu mich über seinen Anruf (ich habe Verbot ihn zu kontaktieren mit Drohung einer Stalking-Anzeige), er hatte eine Bitte. Und ich weiß seit ca 10 Wochen, dass er all die Jahre dachte, ich freue mich über die Arbeit und die Geldausgaben, die ich für ihn und seine Kinder dienend machte(feine Mädels! Ich mag sie sehr, Jedoch hätte er sich auch mal ein bisschen einbringen können. Sie saßen mal weinend bei ihm in der Küche und sagten, er wäre geizig und hat sich nie gekümmert. Er war nur verwundert, aber es stimmte!). Und ich dachte, er ist faul und geizig, dabei dachte er, er tut mir einen Gefallen, ich freu mich, ihm zu dienen. Auweia.

        Insbesondere staunte ich über deine Erklärung, Marla, dass der Satz: „ich nehme dich wie du bist“ schädlich für einen selber ist.

        Ich glaubte 17 Jahre lang, dass ich das – mir bewusste – geringe Selbstbewusstsein von ihm damit heilen kann. Dass er irgendwann aufhören kann, sein Selbstwertgefühl durch Fremdgehen aufzuwerten, weil er einfach gut war, wie er eben war. Er war der Meinung, damit „was aus seinem Leben zu machen“ und ich nur eine missgünstige Schabracke war, die ihm nichts gönnt. In Wirklichkeit habe ich durch meine bedingungslose Liebe jedoch nur seine Selbstgerechtigkeit und das verletzende Verhalten bestärkt, ebenso seine krankhafte Überempfindlichkeit, unter der ich sehr litt. Er bestrafte mich oft für Dinge, die ich nicht tat, die ich nicht mal dachte. Sozusagen vorbeugend kam schon die Strafe. Bis ich seelisch nur noch ein Wrack war. Das aber erst, als er Schluss machte auf unglaubliche Weise.

        Ich fragte ihn gestern, ob er Narzisst wäre, da kam eine kleine Pause und dann „es hat noch nie jemanden interessiert, wer oder was ich bin. Da konnte ich nur sagen: „doch, mich!“ Es hat mich 17 Jahre lang brennend und voller Liebe interessiert, ich hatte ein großes Interesse an seinem wahren Ich, aber er hat es mir verweigert. Darum meine fast verzweifelte Beschäftigung mit psychologischen Themen, ich wollte das Rätsel seiner Widersprüchlichkeit lösen und ihn nie verlieren. Bin froh, dass ich das nicht mehr machen muss und die Zeit nun besser verbringen kann. Er hat ja auch viel geändert in den Jahren, aber die Grundlagen (mich und die anderen wenigen nahe Stehenden nicht ständig zu beleidigen und schwer zu verletzen) konnte er nicht ändern.

        Und er war der Meinung, ich darf nicht jammern über sein Fremdgehen, denn wir hätten ja ganz klar keine Beziehung gehabt. 17 Jahre Leben nach seinen Regeln in den Dreck getreten. Ich habe all die Jahre versucht, endlich irgendwann würdig zu sein, aber es reichte nie. Einmal aber ist mir der Kragen geplatzt und nun bin ich entsorgt. Er sagte mir, ich habe die Eigenschaft, immer zu ihm zu halten, verloren. Für ihn macht es nun keinen Sinn mehr, denn er kann mir nicht mehr vertrauen.
        Nachdem er ein Leben voller Lug und Betrug führt, er log auch ohne Notwendigkeit, erzählte Lügen, wo ich nicht mal nach gefragt hatte, mir damit zu kommen, bei einem (zugegeben unfeinen) Auflehnen mir nicht mehr vertrauen zu können. Das ist sehr schlimm für mich, nachdem er die Beziehung alle Jahre schlimm boykottiert hatte, mir noch die Schuld am Ende zu geben.

        Er ist das „arme Opfer“.

        Ich weiß sogar, dass er teilweise mehr gegeben hat, als er hatte. Ich habe das immer irgendwie gewusst, obwohl ich erst jetzt von Narzissmus weiß, und war deshalb über die guten Dinge besonders dankbar.

        Und er ahnt nicht, wie leicht er mich zurück bekommen könnte, aber ehrliches Bedauern und wahre Zuneigung kann er nicht, echte Beziehung kann er nicht (für ihn ist Beziehung sogar ein schlimmes Wort, ich versteh erst jetzt, warum) also ist es für ihn unmöglich.

        • Marla sagt:

          Liebe Gudrun,

          genau wie du kenne ich das verzweifelte Suchen nach Antworten. Ich habe mich durch Psycholiteratur gewälzt, hab meinem Narzissten Diagnosen verpasst (seine Wechselhaftigkeit – ist er Bipolar?), ich kenne jetzt Phänomene wie „kognitive Dissonanz“ oder „Stockholm-Syndrom“, um zu erklären, warum ich einfach nicht loslassen konnte und dabei war die Lösung – in meinem Fall – wohl die ganze Zeit in mir.

          Ich kenne den Schmerz und die Fassungslosigkeit, wie man sich so verhalten kann, die bedingungslose Aufopferung: „wenn ich doch nur ein gutes Mädchen bin, wenn ich ihn bedingungslos liebe, dann darf er mir doch nichts mehr antun“ – macht er aber. Weil es eben seine Natur ist. Und ich hätte es genauso getan wenn sie mich gelassen hätten.

          Früher wäre mir das nicht passiert, da war ich viel zu erhaben und großartig. Ich hab exzessiv Sport getrieben und sah blendend aus, und habe mit meiner Eloquenz und mit meinem Charme alles und jeden um den Finger gewickelt. Ich habe Kinder bekommen, von wem ich wollte, bin ohne Rücksicht von Erfolg zu Erfolg gehastet, habe eine ansehnliche Karriere hingelegt und Menschen dabei auf meinem Spielfeld wie auf einem Schachbrett hin und her geschoben. Was sollte falsch an mir sein? Ich war eine perfekte Frau, eine perfekte Liebhaberin, eine perfekte Mutter und eine perfekte Chefin! Ich hab mich wirklich gesehen als wahr gewordener Männertraum: sexy, erfolgreich und dabei trotzdem fürsorglich und mütterlich. Man war ich toll – und ich hatte es doch verdient, mir meine kleinen Eskapaden zu gönnen, bei meinem Einsatz. Mir wäre gar nicht in den Sinn gekommen, mich selbst zu hinterfragen. Ich lese hier oft von dem „inneren Leiden“ des Narzissten und schreibe ja selbst davon. Aber: es ist gar nicht so schlimm, wie man denken mag. Ich war zwar ab und zu kaputt und müde (klar bei dem Pensum), aber ich hatte ja meine Quellen, an denen ich auftanken konnte.

          Zur Erkenntnis mussten erst zwei Narzissten in mein Leben treten, die mir meine eigene Egomanie ins Gesicht klatschten. Mit allem drum und dran, mit sämtlichen Macht- und Manipulationsspielchen, die ich selbst auch drauf hatte – aber diesmal war ich die Verliererin. Und auch ich hätte mich am Ende fast einweisen lassen. Ich wog grade mal noch 50kg, war nicht mehr arbeitsfähig und hätte mich fast umgebracht.

          Ich wollte „Reue“ sehen, ich wollte „Einsicht“ und ich habe nach Liebe gelechzt – aber da kommt nichts und da wird auch nichts kommen. Denn die beiden Narzis sind genauso unfehlbar, wie ich es mal war. Mir hat es „geholfen“, bescheidener zu werden und mich selbst zu hinterfragen. Und dieser Prozess ist längst nicht abgeschlossen – warum tummel ich mich sonst wohl auf diesen Seiten rum? Wenn mein Partner einen schlechten Tag bei der Arbeit hatte – ich beziehe es auf mich. Wenn er etwas vergessen hat – ich beziehe es auf mich. Ich nehme wirklich ALLES persönlich, auch wenn es überhaupt nichts mit mir zu tun hat. Und ich kriege diese Gedanken: „was bildet er sich ein? Dann treffe ich mich eben mit xy, dafür muss er bestraft werden…bla bla bla“. Der Unterschied ist: ich erkenne jetzt diese Gedanken, kann sie einordnen und setze sie nicht mehr um – weil ich eben mittlerweile weiß, was ich da mache und auch weil ich weiß, das ich die Konsequenzen tragen müsste. Dann wäre er nämlich weg. Also eigentlich auch schon wieder eine nüchterne Abwägung. Und natürlich habe ich auch noch Anflüge von Grossartigkeit und finde es schwierig, zu unterscheiden, ob die Freude über meine Leistung nun gerechtfertigt ist oder wo ich wieder hysterisch werde. Ich finde auch oft keine Freude in Dingen und weiß nichts mit mir anzufangen. Früher habe ich alles nur getan, um Anerkennung zu kriegen. Ob ich nun einem Hobby nachgegangen bin oder was auch immer: es war immer „um zu“. Ich freue mich, das ich im Garten mal was gefunden habe, woran ich mich wirklich mal einfach nur so freue, weil es wächst. Und trotzdem: es ist nur manchmal schlimm, ich fühle diese Leere nur manchmal. Man kann wirklich gut damit leben. Deshalb ist es aus meiner Sicht auch vergebene Liebesmüh, auf die Einsicht zu warten und irgendwas „retten“ zu wollen. Die Rettung kommt nicht einfach so und die kommt nicht von außen. In meinem Fall hat es schmerzhafte Jahre eigenen Leidens gebraucht. Aber ich kann ja auch nur von mir selbst sprechen. Mir hilft es, hier von Tätern und Opfern zu lesen, um meine eigene Geschichte zu sortieren und zu verstehen.

          • Paula sagt:

            Hallo,
            vielen Dank für diese offenen Worte..
            Mir fällt es so schwer zu verstehen, wie jemand so abweisend sein kann und auch überheblich..
            Mein Narzi – wenn er denn einer ist, obwohl hier größtenteils alles auf ihn passt – ist kein Mensch, der sich in den Vordergrund drängt. Im Gegenteil, er ist mit sich selbst unzufrieden und nimmt sich selbst nicht an. Hat kein Selbstwertgefühl und vielleicht sogar Komplexe. In einiger Hinsicht ist er sogar weltfremd und kennt die einfachsten Dinge nicht, was mich so erschreckt.
            Er kann auch nichts positives annehmen oder sich über etwas freuen, z.B. Geschenke (Konzertkarte, wollte er aber hin), Urlaub (brauch ich alles nicht).. alles, was von mir kommt, macht er indirekt nieder.

            Er hat seit 31 Jahren einen guten Job, spielt Fußball und auch in einer Band, aber hat keine Freunde. Nur zwei Kollegen, dessen Vater er sein könnte.

            Alle, die „normal“ sind, wertet er ab. Von meiner Kollegin hat er sogar gesagt „die dahergelaufene Person“, obwohl er sie nicht kennt. Aber vor ein paar Monaten zum Unterhalt berechnen, war sie gut genug..

            Auch ich habe stundenlange Monologe geführt, in dem Glauben, er muss es doch irgendwann verstehen, dass er mit gewissen Verhaltensweisen nur sich selbst schadet. Alle anderen haben Schuld, nur er nicht.. Null Einsicht und Erkenntnis.. Sein Verhalten, meine (und die anderer) Reaktion.

            Was ich nicht verstehe.. merkt er es wirklich nicht? Blockt er alles ab, weil er doch weiß, dass andere vielleicht richtig liegen?

            Er lässt nichts zu, nur wenn es um ihn geht. Zum Fußball fahren, bin ich gut genug, weil ich das Auto habe. Mir hinterher freiwillig einen Tee mit zu machen, fällt ihm nicht ein..

            Seine Tochter hatte ihm 3 x vorgeschlagen, zum Mongolenbuffet zu gehen, weil ihm das so gefällt. Nein, hat er keine Lust zu, also wird es nicht gemacht.
            Er ist nicht mal in der Lage, mit seiner anderen Tochter (14) richtig zu reden. Beim Vaterwochenende sitzt sie nur in ihrem Zimmer. Kann auch am Alter, aber die beiden reden nicht, nur was es wann zu essen gibt.

            Letztes Wochenende ist er ausgetickt, weil ich spontan eine Funktion auf dem Handy nicht wußte „er fühlte sich verarscht von mir“ – hatte aber selbst Handy und Brille vergessen.

            Andere abtun, aber selbst nicht besser sein. Das übergeht er komplett oder merkt er es nicht ? Kann man wirklich so ignorant sein oder wird das eigene Verhalten verdrängt, weil ja kein Selbstbewusstsein da ist und man sich damit selbst „schlecht“ darstellt. Keiner ist perfekt und alle haben Fehler/Macken, was er dann auch zugibt, aber nicht umsetzt.

            Mich als „dumm“ darzustellen, hat jetzt ziemlich den Ausschlag gegeben, weil ich brauche keinen Mann, der mich nicht achtet und respektiert und der nicht bereit ist, etwas für mich zu tun.

            Aber ich kenne auch die andere Seite von ihm. Die verletztliche. Die ist trotz allem Egoismus usw. da. Seine Worte waren mal „ich möchte ankommen“ und das glaube ich ihm sogar..

            Ich weiß nicht, ob er wirklich Narzisst ist oder einfach nur so kaputt. Ich habe mir viel – zu viel – von ihm Gefallen lassen, aber nun hat er eindeutig die Grenzen überschritten. Natürlich sagt er nichts dazu, wenn ich ihm das so sage.. er weiß keine Antwort, weil er sein Fehlverhalten zugeben müsste.. aber fühlt er was ????

    • Arianna sagt:

      Ich habe noch nie von einem narzisstisch Gestörten gehört, der sich wirklich geändert hätte. Meines Wissens ist der Prozess irreversibel. Es mag Ausnahmen geben, aber in den vielen Jahren, in denen ich mich mit diesem Thema beschäftigt habe, habe ich noch nie davon gehört.
      Und selbst wenn: will man sich das als Opfer wirklich antun? Will man sein Leben nach dem Motto ausrichten „Ich weiß, es wird einmal ein Wunder gescheh’n“?
      Und wenn das Wunder geschieht: der Mensch muss sich doch von Grund auf ändern. Glaubt ihr, dass ihr ihn dann noch liebt…?

    • Stephan sagt:

      Hallo,

      Ja es gibt Situationen wo ein Narzisst erkennt, dass er Hilfe braucht. Die Begegnung mit einem anderen Nazissten und ein Minimum an Verstand.

  11. Arianna sagt:

    Jahrzehntelang hat mich meine Mutter klein gehalten mit Behauptungen,
    – ich verstünde sie nicht
    – ich sei egoistisch
    – ich sei unchristlich
    – ich beutete sie nur aus
    – ich sei krank und gestört und deswegen „komisch“
    – niemand würde mich mögen
    – sie allein hielte zu mir, da eine Mutter ihr Kind immer liebt
    etc. etc. Ich habe ewig gebraucht, um zu verstehen, dass dahinter nur ein Gedanke ihrerseits lag – „Mein Kind hat etwas vor, das mir nicht passt.“ Schöne Mutterliebe.
    Eine Beziehung zu so einem Menschen kann man nicht retten, weil sie nie existiert hat. Sie ist grundsätzlich eingleisig. Schwierig ist nur, sich das einzugestehen und zu akzeptieren, dass man so viel Zeit und Mühe in etwas investiert hat, das es niemals wert war.

  12. man(n), steh auf! sagt:

    Dank dieser aufklärenden Seite hier, bin ich so langsam aber ganz sicher auch zur „ernüchternden Erkenntnis“ gelangt, dass ich mich auf eine „Vollblut-Narzisstin“ eingelassen habe…!

    So wie die Themen und Erlebnisse hier beschrieben werden, dachte ich zuerst an eine Märchenstunde. Anfänglich wollte ich dies nicht wahrhaben, weil ich die Beziehung zu meiner Traumfrau retten wollte.
    Aber NEIN, ich musste erkennen, genau so erlebe ich meine Narzisstin 1:1 und das tagtäglich, seit rund 5.5 Jahren…!

    Zugegeben, ich erwische mich immer wieder beim schön reden, ihrer narzisstischen Verhaltensweisen. Dann denke ich mir so tolle Dinge wie:

    – Nein, sie meint es bestimmt nicht so böse, wenn sie mich wieder erniedrigt…
    – Oder, Frauen reden halt gerne und lange, wenn sie wieder einen endlosen Monolog über mich ergiesst oder.., dazwischen redet!
    – Naja, heute ist vielleicht nicht ihr Tag, wenn sie wieder launisch ist und MICH dafür verantwortlich macht, was schon fast Dauerzustand ist.
    – Oder, ich denke bla bla bla, wenn sie wieder über ihr heiss geliebtes Thema „LIEBE-DICH-SELBST“ ins schwärmen gerät.
    – Oft ist sie kaum wieder zu erkennen und wirkt sogar richtig schizophren, wenn sie von einer Minute auf die andere, ihre Persönlichkeit total verändert.

    Dann rede ich mir wieder ein:
    Verflucht, sie hat doch auch noch ihre guten Seiten…
    JA, die hat sie! Und ich gebe ihr eine neue Chance.

    Fakt ist, seit ihrer Kindheit hatte sie vergeblich nach Liebe, Zuneigung und Annerkennung gelechzt…
    Seit Ostern hat sie sich nun auch noch mit ihrer narzisstischen Familie komplett zerstritten… Auf beiden Seiten herrscht jetzt die totale Funkstille!

    Okay, dadurch konnte ich wieder etwas an Boden zurück gewinnen.
    Kein Wunder, ich bin ja nebst ihrer vielen virtuellen „Facebook–Anhänger“, noch der letzte und übrig gebliebene „einsame Krieger“, der sich zwangsläufig NOCH auf sie einlässt!

    Es fragt sich nur, wie lange halte ich das noch durch?
    Oder eine andere Frage:
    Habe ich mittlerweile auch schon ihre narzisstischen Züge angenommen? 🙁

    Ich hoffe nicht! Ganz ehrlich gesagt, ich komme mir vor wie auf einer endlosen Einbahnstrasse, mit einem Hinweisschild:
    „Sackgasse!“
    Wenn ich hier so lese, dann stehe ich wohl auf total verlorenem Posten. Denn unsere anfängliche „Traum-Beziehung“, die entwickelt sich zusehends zum „Alptraum“…!

    Gibt es tatsächlich KEINE Hoffnung,
    eine Beziehung mit dem Narzissten zu retten…?

    • Sirmione sagt:

      Es gibt einen kluge Feststellungvon Dr. Wayne Dyer: Am Ende des Lebens angekommen zu sein und festzustellen, dass mein Leben nicht das Richtige gewesen ist ,das ist die größte Tragödie, die ich mir vorstellen kann“
      Nun, das Schoenreden hat auch mir nicht weiterhelfen können ….es ist nicht gut, due Augen zu verschliessen und sich durch andere leben zu lassen….ich bin in der gleichen Situation….vor 9 Wochen gegangen…..

    • Holger sagt:

      Hallo,

      nach meiner immerhin fast 19 Jahre dauernden Beziehung zu einer „Narzisstin“ (die wir vor ca. zwei Jahren durch Trennung beendet haben und die in Kürze endgültig geschieden wird) kann ich sagen:

      Es ist nur eine Frage der Zeit, bis man als Angehöriger nicht mehr kann. Je nachdem wie stark die Persönlichkeitsstörung des „Narzissten“ ausgeprägt ist und je nachdem wie viel psychische Widerstandskraft der Angehörige hat, kann das ein paar Monate oder sogar ein paar Jahre gutgehen, bis man in die Abwertungsphase gerät. Ab diesem Zeitpunkt ist man nur noch in der Defensive.

      Aber egal wie schön man es sich redet, letzten Endes läuft es immer auf den bekannten Spruch hinaus: „Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.“

      Ich bin nicht rechtzeitig gegangen weil ich mir selbst gegenüber nicht eingestehen wollte, mit der Beziehung einen Fehler gemacht zu haben. Ich war mir einfach selbst gegenüber nicht ehrlich.

      Daher mein Tipp an alle Betroffenen: Lauft, solange ihr noch könnt! Es wird nur schlimmer. Und irgendwann hat man einfach keine Kraft mehr, aus dem Treibsand zu entkommen.

    • Marla sagt:

      Ganz ehrlich: ich glaube nicht, das man die Beziehung zu einem Narzissten retten kann. Es gibt diesen einen Menschen, den ich verletzt auf meinem Weg zurück gelassen habe. Ich habe ihn drei Jahre lang hingehalten, komm her und geh weg Spielchen gespielt, Schluss gemacht, nur um ihn weinen zu sehen und in dem Gefühl zu baden und um mich selbst zu spüren, um dann nach einer Stunde wieder bei ihm zu sein und zu sagen das alles gut ist…paradoxerweise war er der einzige Mann, für den ich so etwas wie Liebe empfunden habe. Am Ende flehte er mich an, dass ich ihn verlassen soll, weil er es nicht schafft, weil er sich ansonsten umbringt oder einweisen lässt – und ich bin durch die Tür gegangen.

      Es wird sich nichts verändern, wenn keine Einsicht da ist. Und auch dann ist es ein langer langer Weg. Und es wird sich nichts ändern, wenn man dem Narzissten immer und immer wieder Einlass gewährt. Das einzige was hilft ist: sich selbst zu retten. Hätte der Mann damals gesagt: „Pass auf, das ist mir jetzt zu blöd, das kannst du mit wem anders machen“ – dann hätte ich es trotzdem nicht eingesehen und mir eben den nächsten gesucht. Denn ein Narzisst fühlt sich tatsächlich im Recht, für ihn ist das real was er erzählt. Wenn ich die Tür der Wohnung meiner Affäre zugemacht habe, konnte ich ohne mit der Wimper zu zucken meinen Mann anrufen und ihm sagen, das ich ihn liebe und mich auf das gemeinsame Abendbrot freue. Da switcht der Narzisst sehr schnell hin und her – und fühlt sich noch im Recht. Der Mangel in ihm ist so groß und so mächtig, dass so etwas tatsächlich als gerecht empfunden wird.

      Schwierig ist es, den Narzissten zu verlassen, weil eben auch die liebevolle charmante Seite real ist. Aber da muss man wirklich nachdenken: ist diese Seite es wert, die andere Seite zu ertragen? Die ist nämlich immer Teil der Beziehung und genauso real.

      Schwierig ist es auch, aus der Verschmelzung wieder raus zu kommen. Es ist, als würde der Narzisst mit seinem Charme und seinen süßen Versprechungen in den anderen hineingleiten – einmal dort, wird er sich so schnell nicht mehr vertreiben lassen. Weil da etwas ist, das er braucht und haben will. Will man sich aber aussaugen lassen? Denn man kann sich ziemlich sicher sein, dass der Narzisst weiter zieht, wenn er „aufgefüllt“ ist. Mit echter Liebe hat das leider alles herzlich wenig zu tun.

      Lieber (Mann)steh auf – mach den Namen zu deinem Programm und steh auf. Keiner hat es verdient, so behandelt zu werden und retten kannst du allein gar nichts. Die Leere eines Narzissten kann nicht von außen gefüllt werden, nur von innen und nur durch ihn selbst.

      • Diana sagt:

        Hallo Marla,

        danke für deine offenen und ehrlichen Worte. Dein Text ist sehr interessant. Als „Opfer“ ist das schwer zu verstehen. Man sieht nur sein eigenes Leid und verrennt sich darin. „Warum tut er mir das an – ich bin doch so nett zu ihm- womit habe ich das verdient…bla-bla-bla. Jammern blockiert und bringt einen keinen Schritt weiter. Von einem Narzissten kann man einiges lernen; z. B. zu erkennen, was man selber will und sich treu bleiben. Nicht um Anerkennung buhlen und sich verbiegen. Bringt eh nichts, verschenkte Zeit und Energie.

        Diese Seite und dein Text sind hilfreich. Vielen Dank !

    • Arianna sagt:

      Lies einmal das Buch „Emotionale Vampire“. Du kannst keinen Ferrari behalten und von ihm erwarten, dass er genauso aufregend bleibt aber dabei so sicher und zuverlässig ist wie ein BMW.
      Ich überlasse die „Luxusautos“ unter meinen Mitmenschen inzwischen anderen. Ich habe nicht die Energie dazu, es mit ihnen auszuhalten und nach vielen einschlägigen Erfahrungen halte ich es für komplette Zeitverschwendung.
      Man kann viel von diesen Menschen lernen, ja – aber nur, weil sie als schlechtes Beispiel wirken und die eigenen, unbewussten Dynamiken aufdecken können. Für eine wirkliche menschliche Beziehung sind sie absolut ungeeignet.
      Das ist natürlich nur meine Meinung und meine Erfahrung.

    • man(n), steh auf! sagt:

      Hallo zusammen

      Zuerst mal einen herzlichen Dank Euch allen, für die „ernüchternden“ und „erhellenden“ Antworten 😉

      Zugegeben, natürlich hätte ich mir lieber so was gewünscht wie:
      „Doch.., die Beziehung zum Narzissten ist zu retten!“ Oder: „Mit viel Liebe, wirst du es (vielleicht) schaffen oder so ähnlich…!“

      Eure Beiträge gehen ja alle in die selbe Richtung und bestätigen, dass eine Rettung ein hoffnungsloses Unterfangen wird.
      Als ich vor ein paar Monaten so als „Neuling“, auf der Suche nach Antworten für das rätselhafte Verhalten meiner neuen Partnerin, auf diese Seite gestossen war, dachte ich zuerst:
      „Aha, Narzissmus…!?! Hmmm, die machen es sich sehr einfach. Der Narzisst wird pauschal zum Täter abgestempelt und gut ist!“

      Aber NEIN, beim weiteren lesen der Themen und vor allem der Kommentare, stellte ich dann bald fest:
      Shit, diese Erlebnisse mit dem Narzissten, die decken sich zu 99.99% mit meinen Leben!

      Das verrückte war, ich erlebte ein regelrechtes Déjà-vu!
      Und noch schlimmer (auch wenn dieses Thema für mich längst begraben ist), offenbar hatte schon meine Ex-Partnerin extrem narzisstische Züge, einfach mit anderen Symptomen…
      Damals hatte ich diese Ex-Beziehung, obwohl mich ihre krankhafte Eifersucht und die andauernden Lügengesichten beinahe erstickten, 17 Jahre lang schön gelogen. Ich hatte vergeblich durchgehalten, nicht zuletzt, wegen unseren zwei Kinder…
      Rückblickend betrachtet, das war bestimmt der grösste Fehler!
      Denn, nachdem ich IHR keinen „Nutzen“ mehr brachte, war sie samt den Kindern, auf nimmer wiedersehen ins Ausland ausgewandert. Und so aus Rache, wurde mir der Kontakt zu meinen Kindern (trotz anders lautenden Versprechen) komplett blockiert.
      Das wars und was blieb übrig? – NICHTS !
      In diesem Scherbenhaufen, war ich vor 6 Jahren beinahe zu Grunde gegangen und ich musste, durch tiefe Täler..!

      Trotz allem, eine Erfahrung reicher und 25Kg leichter, ich hatte dieses Trauma tatsächlich überlebt…
      Und ganz ehrlich gesagt, dieses finale Ende war das Beste, was mir überhaupt passieren konnte!

      Heute lebe ich mit meiner Traumfrau zusammen. Bevor wir uns kennen lernten, hüpfte sie aus „Flucht vor sich selbst“, von einer Beziehung zur anderen und wurde am Schluss, vom Ex betrogen. Das gute an unseren Story’s war, wir konnten uns dadurch gegenseitig frisch aufbauen und heilen.
      Nur leider (wie ich schon im oberen Post beschrieb), ich bin wieder an eine Narzisstin geraten.
      Und nein, für diese Erkenntnis braucht es keine studierten „Fachleute“. Dazu genügt auch Lebenserfahrung, ehrlich sein mit sich selbst und eine feine Antenne!

      Okay, sie hat ja auch noch diese zweite, diese „gute“ und „ausgeprägt feinfühlige“ Seite, die mich anzog. Diese zeigt sie vor allem dann, wenn ich für sie NICHT verfügbar bin. Hoffe nur, habe deswegen kein „Helfersyndrom“, wenn ich jetzt folgende Frage stelle:

      – Besteht da nicht eine reale Chance zur Besserung, wenn SIE vielleicht von selbst drauf kommt, dass etwas nicht stimmt?
      – Oder, kommunizieren diese zwei Seiten NICHT miteinander..?

      Je länger ich mich mit diesem Thema Narzisst auseinandersetze, desto erschreckender wird mir auch bewusst, in welcher „Brutstätte für Narzissten“ wir in unserer Gesellschaft leben…
      Sei es am Arbeitsplatz, bei Kollegen, bei Freunden, in der eigenen Familie und letztendlich beim Partner, den wir uns sogar selber aussuchen.., schrecklich!

      Umso erstaunlicher, dass dieses Thema in der Öffentlichkeit nicht mehr bekannt ist, sehr schade!
      Deshalb auch ein ganz dickes Lob und ein DANKE, an Sven Grüttefien, für diese aufklärende Seite…

      Liebe Grüsse
      man(n), steh auf!

      • Marla sagt:

        Lieber Man(n) steh auf,

        ich kann nicht für „die“ Narzissten sprechen, sondern nur von mir, aber vielleicht hilft es.

        Den inneren Zustand eines Narzissten würde ich als „getrieben“ bezeichnen. Ich hatte diesen unstillbaren Mangel in mir drin und habe mir gierig und rücksichtslos alles genommen, was ich „haben“ wollte. Manchmal wollte ich sogar nur einzelne Eigenschaften, nicht den ganzen Menschen. Ein Mensch allein war ohnehin nicht perfekt genug für mich, immer hat mir was gefehlt.

        Dieser erlebte Mangel hat mich getrieben und ich war geradezu süchtig nach Anerkennung, Erfolg, Bestätigung und auch nach Gefühlen – wichtig war aber, das ich sie steuern und kontrollieren konnte. Manchmal habe ich Gefühle nur „ersatzweise“ gefühlt und mir quasi einen Stellvertreter gesucht. Etwa wenn ich meine Affäre zum Weinen beachten habe. Es war, als habe ich mich an seiner Trauer „satt getrunken“.

        Da gab es mal diesen Kindermörder Jürgen Bartsch, der davon geträumt hat, einem Jungen den Brustkorb aufzuschneiden und sein blutendes noch schlagendes Herz zu sehen – so kam ich mir auch vor. Es hat mir Befriedigung und Beruhigung verschafft, wenn ich den armen Kerl unter Tränen verlassen habe und ihn zerbrechen sehen habe. Dann hatte ich meinen „Liebesbeweis“ und konnte ihn wieder erlösen. Klingt total krank, aber genau so ist es gewesen. Und ich habe dabei kein schlechtes Gewissen gehabt. Ich hatte Angst erwischt zu werden, aber niemals Mitleid. Weil ich ja selber so ein Mängelwesen war.

        Irgendwie war ich dabei aber auch immer „getrennt“ von mir. Da gab es eine verletzliche Seite, die ich zeitweise sorgsam abgespalten habe. Allerdings muss die spürbar sein. Mein Psychotherapeutenfreund sprach einmal von meiner „Brüchigkeit“, die wohl so etwas wie einen Beschützerinstinkt auslöst. Und ich war wirklich sehr widersprüchlich: einerseits eine erfolgreiche Karrierefrau, die souverän ihr Leben meistert und andererseits dieses kleine, zerbrechliche, unsichere Mädchen. Das hat es wohl anderen Menschen so schwer gemacht, mich nach meinen Eskapaden zu hassen.

        Und das meine ich ja auch mit diesen beiden Seiten, die real sind. Manchmal habe ich aus dieser Seite heraus kommuniziert: bedürftig, klein, zerbrechlich – in den Kommentaren las ich „er sehnt sich nach Liebe“. Ja genau, diese brüchige Seite sehnt sich nach Liebe und versteht gar nicht, warum Menschen verletzt sind. Verständnislos sagte ich dann „aber ich liebe dich doch! Tu mir doch nicht weh!“ – und das ist in diesen Momenten real und absolut ehrlich gemeint! Das ist dieser kranke Widerspruch, es ist wirklich echt. Das „fühlt“ man dann genauso so. Und ich bin ja auch immer die gewesen, die Tiere rettet oder sich für unterdrückte Menschen einsetzt – so jemand kann doch nicht wirklich so niederträchtig und böse sein?

        Doch, denn genauso echt ist eben diese andere Seite. Mein Freund sagte mal zu mir: „du schaffst es, eine unglaubliche Nähe herzustellen – und dann bist du plötzlich ganz weit weg und man spielt keine Rolle mehr in deinem Leben“. Und das stimmt. Aber ich mache das nicht mit Absicht, ich bin das dann einfach, ohne mir Gedanken zu machen. Manchmal „nebel“ ich mich auch weg. Menschen sprechen mit mir, ich höre das, aber ich antworte nicht. Aber ich weiß nicht mal warum ich nicht antworte.

        Mein Exmann sagte einmal „du bauchst keine anderen Menschen, du bist dir selbst genug“. Und das stimmt auch. Genau so ist es, wenn die andere Seite Oberhand hat. Ich kann wunderbar mit mir allein sein und brauche nichts und niemanden. Es ist sogar so, das ich die Nähe von anderen nicht ertragen kann und ich sie mir geradezu aggressiv vom Leib halte. Das ist dann der Moment, wo man Monologe hält über den Unsinn von Beziehung oder das „Konstrukt Liebe“. Einfach, um Distanz herzustellen, weil Nähe unerträglich ist. Und je mehr der andere versucht, diese Distanz zu überwinden, desto grausamer und verletzender wird die Distanz hergestellt.

        Nur nach ein paar Tagen kommt eine innere Unruhe, da meldet sich ein Bedürfnis nach Kontakt. Dann kommt wieder die brüchige Seite durch. Das ist dann die, auf die der andere immer wieder reinfällt und an der er sich festhält (Erlösung! Er oder sie liebt mich ja doch!). Und dann ist wieder alles real, was aus dieser Seite kommuniziert wird – bis der Narzisst wieder satt ist.

        Auf deine Frage, ob diese Seiten nicht miteinander kommunizieren? Nein. Natürlich wusste ich noch, was ich getan habe in meinen Distanzmomenten, aber das Gefühl der Liebe war doch wieder real: „Ich hab das doch alles gar nicht so gemeint, ach komm, nimm das doch nicht so ernst, es ist doch nur gewesen, weil ich da eben ein Problem habe, weil ich in der Kindheit zu wenig Liebe bekommen habe, nimm doch bitte Rücksicht bla bla bla“. Ich hab mich doch selbst nicht verstanden oder durchschaut. Und so klein und zart wie ich in diesen Momenten war, wurde ich dann wieder in den Arm genommen.

        Nur später dann von meinen Narzissten nicht, da hat das dann nicht mehr funktioniert und da musste ich mich neu zurecht ruckeln.

        Solange ich mir nicht bewusst war, dass ich diese zwei Seiten habe, hätte ich nichts geändert – wozu? Es waren doch die anderen, die das Problem hatten. Weil das darf man ja nicht vergessen: jeder Mensch kennt ja in erster Linie nur sich selbst und findet sich selbst „normal“. Jeder hier in den Kommentaren geht ja als erstes mit seiner Bewertung von sich selbst aus und empfindet den Narzissten als „falsch“. Der Narzisst sieht es genau anders herum. Und wo liegt die Wahrheit?

        Wobei ich jedem hier dringend davon abraten möchte, die „Schuld“ bei sich selbst zu suchen. Die „eigenen Anteile“ und so. Ja, da darf man hinschauen, wenn man sich selbst zu wenig Ernst nimmt und natürlich muss man sich fragen, warum man sich so etwas antut. Aber Vorsicht: manchmal ist rosa auch einfach nur rosa. Vielleicht hatte man einfach auch nur ein scheiss Pech, das man an einen Narzissten geraten ist. Dann hat man sich Stück für Stück seiner Seele berauben lassen und hat kein Selbstwertgefühl mehr – wer weiß denn noch, ob es am eigenen Kindheitstrauma liegt oder an der jahrelangen Gehirnwäsche des Narzissten? Ist doch eigentlich egal, Hauptsache man steht auf und kümmert sich darum, das man wieder auf die Füße kommt. Selbstvorwürfe schwächen da nur zusätzlich.

        Falls ihr mich fragt, warum denn eigentlich die Nähe für einen Narzissten plötzlich so unerträglich wird: ich weiß es nicht, da bin ich noch nicht. Ich glaube es hat was mit Selbstregulation zu tun. Heute kann ich mich besser regulieren und merke früher, wenn es zu viel ist. Ich nehme mir dann eine Auszeit und bin für mich – aber ohne die Aggressivität von früher. Ich muss nicht mehr gleich die ganze Beziehung kaputt machen, nur weil ich mal meine Ruhe brauche. Aber Distanz brauche ich immer noch regelmäßig. Vielleicht sind die beiden Seiten heute näher aneinander dran? Ich hatte es in einem anderen Kommentar schon geschrieben: es gelingt mir häufiger, einen Zugang zu beiden Seiten zu haben. Aber bis ich an diesen Punkt gekommen bin, sind Jahre vergangen.

        Zu deiner Befürchtung, ein „Helfer-Syndrom“ zu haben: es ist doch erstmal völlig normal, eine Beziehung nicht gleich in die Tonne zu treten und zu schauen, wie es vielleicht anders gehen kann. Und dann braucht es natürlich zwei dazu. Ich finde allein die Ausgangsfrage interessant: „kann man die Beziehung zu einem Narzissten retten?“ – wer ist „man“ und was heißt „retten“? Erst zu zweit ist man ein Team und kann etwas erreichen.

        Ach so: Wenn sie immer dann ihre feinfühlige Seite zeigt, wenn du dich zurück ziehst…hmm, das konnte ich auch sehr gut. Dann „ging“ Beziehung wieder, ich habe mich nicht mehr erdrückt gefühlt und konnte wieder auf den anderen zugehen. Wobei ich natürlich nicht sagen kann, dass es bei deiner Partnerin genauso ist und sie das gleiche Nähe-Distanz-Problem hat.

        Ich hoffe, das hat jetzt vielleicht ein bisschen zu einer Klärung beigetragen – alles Gute für dich! Und natürlich für alle anderen, die sich hier grade wieder zusammenpuzzeln.

        • man(n), steh auf! sagt:

          Hallo liebe Marla

          Deine ausführlichen und zT. recht erfrischenden Schilderungen, finde ich hoch interessant.., ich habe sie mit Spannung mitverfolgt!
          Gleich vorweg: JA, es hat mir geholfen, deshalb ein ganz herzliches DANKE !
          Und noch was, mein Name ist bereits Programm.., versprochen 🙂

          Besonders spannend fand ich, deine Erlebnisse mit den beiden narzisstischen Ex-Partnern. Offenbar warst du damals an echte „Meister ihres Fachs“ geraten, die ein „Umdenken“ auslösen konnten. Es ermöglich dir heute (wie du schreibst), eine „wundervolle“ Beziehung zu führen. Mein Glückwunsch dazu!
          Das hat mein Interesse ganz besonders geweckt! In deinen Beschreibungen, erkenne ich doch etliche Parallelen zu meiner Beziehung. Das lässt Hoffnung aufkeimen, wie es funktionieren kann…
          Du schreibst, Zitat:
          – „Beziehung zu einem Narzissten ist möglich, wenn man konsequent ist und auch den Mut hat, das ganze zu beenden, wenn er einem auf der Nase herum tanzt.“ –

          Das sehe ich genau so und denke heute:
          Dort, und NUR dort, liegt der Schlüssel zum Erfolg..!
          Sind wir mal ehrlich, das ganze narzisstische Verhalten ist doch so wie bei einem kleinen Kind, das klare Grenzen aufgezeigt haben will.

          Meine Partnerin sagte zB. schon zu Beginn: „Merke dir eines, ICH bin das ALFATIER..!“
          Naja gut, was auch immer sie damit aussagen wollte, ich dachte:
          „Heute herrscht ja Gleichberechtigung und ich lasse sie in diesem Glauben!“
          Ich hatte bald erkannt, dass diese „starke Frau“ danach wieder das unschuldige und kleine Mädchen ist, das von mir sogar beschützt werden will…

          Oder Zitat: – „…komm her und geh weg Spielchen gespielt“ –
          Dies habe ich auch kennen gelernt. Aber eigentlich erst, seit dem wir zusammen Wohnen und sich der Alltag eingeschlichen hatte. – Heute wurde mir klar, von da an war ich für SIE, jederzeit verfügbar! – Danach begannen diese Spielchen: Distanz.., dann kurze Nähe (natürlich nur, wenn SIE wollte). Danach unberechenbar und sofort wieder auf Distanz! Oft über das ganze WE, wenn wir mal Zeit für uns gehabt hätten…
          Einerseits ein f*ck Wechselspiel der Gefühle, das mich beinahe zur Resignation gebracht hatte. Andererseits sagte ich mir: Wake-Up, „Coolman“ kann ich doch auch spielen! Es bringt ja auch einen gewissen „Kick“ und „Frische“ in die Beziehung..!
          Also habe ich mich zum Chamäleon entwickelt und meine Strategie, IHR angepasst. Zwischendurch drehe ich den Spiess einfach mal um und lasse SIE abblitzen!
          Diese Situation ist selbst für ihre „unterkühlte Seite“, nicht einfach zu händeln. Als Folge kommt sie dann am nächsten Tag oder sogar innert Stunden, von alleine und ganz nett zurück gekrochen. SIE, sucht dann die Nähe!

          Oder, diese andauernden Versprechen.., leere Worte statt Taten:
          „Komm lass uns etwas gemeinsam unternehmen!“ Oder: „Lass uns am WE kuscheln…, die Nähe geniessen“ usw.
          Aber dann werden ganz belanglose Dinge wie zB. „stunden-langes-vor-dem-Spiegel-stehen“, mit Trophäen aus ihren Shoppingtouren oder, ihre virtuellen „Fakebook-Anhänger“ plötzlich viiiel wichtiger!
          Am Anfang machte ich noch den Fehler, dass ich zu lange und enttäuscht im „Standby-Modus“ auf Dinge gewartet hatte, die doch nie eingetreten sind…
          Irgendwann habe ich wieder gelernt, meinen eigenen Interessen und Hobbys nachzugehen. Vielfach rennt SIE danach hinterher oder, sie ruft mich an wenn ich schon weg bin:
          „Hey, lass uns Frieden schliessen, ich habe es nicht so gemeint!“ Oder ganz unschuldig: „Für mich ist das bereits Schnee von gestern und nimm mich doch auch mit!“

          Du schreibst auch: – „…dass es dir keine Mühe bereitete, den Partner zu betrügen.“ –
          So was ist dann die ganz dunkle Seite! Vor rund einem dreiviertel Jahr hatte ich beobachtet, dass meine Prinzessin sehr.., sehr viel Zeit auf FakeBook und am Handy verbrachte. Darauf angesprochen hiesse es immer: „Das sind nur ganz oberflächliche FB-Freunde!“ Und am Schluss: „Das ist meine Privatsphäre!“
          Naja, dass jeder mal seinen Freiraum benötigt, das akzeptiere ich ja. Das brauch ich auch. Aber nicht auf Kosten der wenigen und gemeinsamen Freizeit, in unserer Beziehung.
          Liebe hin oder her, für mich war das ein ganz klarer Trennungsgrund. Das habe ich ihr, wie einem kleinen Kind, auch unmissverständlich kund getan und gesagt:
          „Auf eine solche WG habe ich keinen Bock mehr! DU musst per SOFORT, aus dem Haus ausziehen!!!“
          Sie meinte dann zuerst: „Wir können ja danach, noch gute Freunde bleiben..!“
          Anscheinend hatte dieses konsequente Verhalten doch etwas in ihr ausgelöst. Sie wollte bis heute, nicht ausziehen und bettelte sogar für einen Neuanfang.
          Okay, ich wollte uns diese zweite Chance, mit ganz klaren Grenzen, noch mal geben.
          Jedenfalls bleibt es spannend! Mal sehen, wohin uns die Reise noch führt…

          Marla, nun habe ich noch eine brennende Frage an dich:
          Wie reagiert dein heutiger Partner, wenn du wieder mal „Rückfällig“, also in alte Verhaltensmuster zurück fällst? Oder, passiert das nicht mehr..? 😉

          Liebe Güsse
          man(n), steh auf!

          • Marla sagt:

            Lieber Man(n) steh auf,

            das freut mich wirklich, dass ich hier einen Beitrag leisten kann, danke für die Rückmeldung.

            Wenn ich rückfällig werde und in alte Verhaltensmuster zurückfalle…hm, ich müsste das anders formulieren. Ich werde rückfällig und falle in alte „GEFÜHLS“muster zurück – aber ich verhalte mich nicht mehr danach. Zumindest nicht mehr in den Extremformen (meine Sachen packen, einen dramatischen Abgang hinlegen, Fremdgehen, verletzen und erniedrigen, Andeutungen machen und wieder zurückziehen, mich mit Drogen zuballern usw.). Maximal ziehe ich mich zurück und will meine Ruhe haben – was ja verhältnismäßig harmlos ist im Vergleich zu früher.

            Das liegt zum einen an meinem Partner. Er ist total reflektiert und bei sich, was dazu beiträgt, dass ich ihm absolut vertrauen kann. Ich fühle mich einfach total gut aufgehoben bei ihm. Er liebt mich, ist fürsorglich und liebevoll – und ich weiß, dass er sofort weg wäre, würde ich meinen Respekt verlieren. Diese Klarheit brauche ich.

            Und ganz wichtig: er akzeptiert es, wenn ich meine Ruhe brauche und ich kann das immer sagen. Denn manchmal brauche ich einfach meine Zeit, um herauszufinden, was überhaupt grade los ist. Ich schrieb ja schon an anderer Stelle, dass ich Schwierigkeiten habe, mich zu „fühlen“. Manchmal habe ich einfach nur diffuse Gefühle von „hier stimmt was nicht“ oder eine extreme Unruhe in mir drin, aber ich kann es nicht einordnen, dafür brauche ich dann Zeit, in der ich mich abschotten kann.

            Aber es kommt natürlich trotzdem vor, dass ich mich zurückgewiesen und verletzt fühle. Das ist bei mir tagesformabhängig, es gibt „große“ Tage, da stehe ich über allem und „kleine“ Tage, da trifft mich alles direkt ins Herz. Aber ich habe gelernt(Training), diese diffusen Gefühle in Worte zu fassen.

            Das ist tatsächlich ein Überbleibsel aus den verkorksten Versuchen, über eine Beratungsstelle die Beziehung zu einem meiner Narzissten zu retten. Die Beraterin hat versucht, uns Kommunikation beizubringen („Für mich ist richtig und wichtig, dass…“(WERTE), „ich habe Angst, dass….“(Ängste und Befürchtungen), „ich brauche…“(Bedürfnisse).

            Das benutze ich dann, um für mich zu klären, was eigentlich grade los ist – und oft muss ich die Kränkung nicht mal mehr aussprechen, weil ich beim Nachdenken schon gemerkt habe, dass es total lächerlich ist. Und wenn es nicht lächerlich ist, sondern berechtigt, dann weiß ich auch, dass mein Partner da ruhig und sachlich drauf reagiert, dann sprechen wir darüber.

            Das klingt überiridisch und auch irgendwie total sachlich und unemotional. Und damit kein falsches Bild entsteht: natürlich streiten wir auch mal und wir sind uns auch nicht immer einig. Aber wir sind uns einig, dass wir uns dabei nicht verletzen und den Respekt wahren wollen. Vielleicht muss man dazu sagen, dass mein Partner Therapieerfahrung hat (interessanterweise war sein Vater der totale Narziss) und seinerseits gelernt hat, sich zu reflektieren und klar zu kommunizieren.

            Also beides hilft: mein Partner, der nicht zulässt, dass ich Grenzen überschreite, der für mich da ist und der mir den Freiraum gibt, den ich brauche und – Training, Training, Training. Achtsamkeitsübungen sind für mich z.B. total hilfreich, weil man so lernt, diese unerwünschten und zum Teil unerträglichen Gefühle anzugucken, anstatt sich davon überrollen zu lassen und Dinge zu tun, die man hinterher bereut. Aber wie schon an anderer Stelle gesagt: JAHRE hat es gedauert, bis ich hier angekommen bin, mit vielen Rückschlägen.

            Also lirum larum: es ist noch nicht perfekt, aber ich tue keine bösen Dinge mehr. Dafür bin ich langweilig geworden – ein zahnloser Tiger quasi 😉

            Dein Vergleich zu einem kleinen Kind: ja, genau so ist es. Ein Narzisst benimmt sich wie ein kleines Kind in der Trotzphase. Er kennt kein Nein, er „will“ und Regeln gelten nur für andere. Und Kinder brauchen keine Schläge oder Strafen, sie brauchen Sicherheit, Souveränität, Klarheit und liebevolle Konsequenz. Allerdings hätte ich heute keine Lust mehr, die Supernanny zu spielen.

            Liebe Grüße und alle Gute für dich. Es hört sich richtig an, was du tust. Pass auf dich auf…

  13. jack sagt:

    das ist eine sehr einseitige beleuchtung des krankheitsbildes.

    und grundsätzlich können wir davon ausgehen, dass auch partner/innen einer/s narzissten/in jene themen in ihrem leben bearbeiten müssen, sonst wären niemals langjährige beziehungen entstanden.

    • Holger sagt:

      Hallo Jack,

      einseitig stimmt schon, aber hier auf diesem Blog geht es ja auch nur um Narzissten. Von daher finde ich das schon genau passend.

      Und zu deinem anderen Einwand: Partnerinnen / Partner haben sicherlich auch ihre eigenen Fehler und „Verhaltensbaustellen“, das stimmt. Aber sie stürzen den Narzissten damit nicht ins Unglück. Umgekehrt sieht das schon gefährlich anders aus.

  14. Rosa sagt:

    War 20 Jahre mit einem Narzissten verheiratet. 18 Jahre lang konnte ich die Problematik unserer Ehe gar nicht benennen. Unsere gemeinsame Tochter war dann mit 16 Jahren so depressiv, dass sie eine Therapie begann, in die ich nach einem Jahr auch eingestiegen bin. Die Therapeutin erkannte relativ schnell, dass ich mit einem krankhaften Narissten verheiratet war und erklärte uns das noch unbekannte Krankheitsbild.
    Wenn ich in diesem Blog lese, habe ich das Gefühl ein Buch über meine Ehe zu lesen, die ich GottseiDank vor 2 Jahren beendet habe. Allmählich bekommen wir wieder Lebensfreude, trotzdem hat vor allem meine Tochter, die unter ihm am meisten gelitten hatte, immer wieder zu kämpfen. 🙁

  15. Thomas sagt:

    Habe in den letzten 3 Jahren meiner 16 jährigen Ehe mit einer Narzisstin, die mit mir in zweiter Ehe samt 2 Kinder daraus sowie einem gemeinsamen Kind, alles probiert. War in einer von mir angeleierten Eheberatung mit ihr wo sie zum Schein Händchen hielt doch auch die Argumrntationen der 2 verschlissenen Eheberater nur zum Schein einging. In einer Patchworksituation wo sich die Kinder samt Herkunftsfamilie von Anfang an gegen mich solidarisierten hatte ich verloren. Die räumliche Nähe (in einem Haus und in Umgebung) mit den Schwiegerleuten plus weiterer Familie war kaum auszuhalten. Diskussionen mit meiner Frau liefen ins Leere. Freunde und Familie waren immer wichtiger. Dort wurde viel Zeit verbracht und ich war aus meinem daraus resultierenden Ärger der Bösewicht. Wurde dann zum krönenden Abschluss durch Warmwechsel ausgetauscht.

    • Marion sagt:

      Habe acht Jahr mit einem nazissten eine Beziehung geführt.wenn ich jetzt darüber nachdenke ,mein Gott es war die Hölle. Ich war selbst sehr erkrankt ,hatte schwere Depressionen .heute wird mir bewusst das dieser Mensch sehr dazu beigetragen hat.
      Würde mich gerne mit betroffenen austauschen.

      • Veronika Engel sagt:

        Hallo Marion,

        genau so ging es mir ! Und so geht es mir immer noch! Erst bin ich in die Falle getappt und schlimmste nun ist meine Tochter mit einen Narzissten verheiratet . Doppelte Traurigkeit! LG Vroni aus Rostock.

  16. Dinni sagt:

    Schade, dass es in den 80ern noch kein Internet gab … auch versch. Therapeuten haben mich nicht auf diese krankhafte Persönlichkeitsstörung aufmerksam gemacht, so dass ich mich über 20 Jahre habe blenden lassen.

    Diese Seiten sind sehr, sehr hilfreich bei der Bewältigung. Danke dafür.

  17. lost sagt:

    Passt zu 100%!!!

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