Kinder mit einem Narzissten – Wann hört der Kampf endlich auf?

Ein Bericht von Melanie Königseder

Allein die Trennung von einem Narzisst ist emotional schon sehr schwierig. Noch anstrengender und komplexer wird es, wenn gemeinsame Kinder einen weiteren Kontakt erfordern. Dann wird der Streit über die Kinder fortgesetzt. Der allseits empfohlene Kontaktabbruch kann hier nicht wirklich greifen oder etwa doch?

Bild: © anekoho – Fotolia.com

Wie gelingt es, die eigene Seele heilen zu lassen, wenn weder Zeit und Raum vorhanden ist und der Narzisst nach wie vor tagtäglich durch gemeinsame Kinder präsent ist. Viele Betroffene, die genau in dieser Situation stecken oder dies durchlebt haben, wissen, wie immens anstrengend das Leben sein kann, wenn gemeinsame Kinder mit einem Narzissten den Kontaktabbruch kaum möglich machen. 

Wer glaubt, dass nach einer Trennung von einem Narzissten nun endlich Ruhe und Frieden einkehrt, der irrt. Oftmals beginnt hierbei der Kampf erst richtig. Gemeinsame Kinder verbinden und verhindern, dass dieser Mensch nach der Trennung im eigenen Leben nun keine Präsenz mehr zeigt. Oftmals ist genau das Gegenteil der Fall. Der Narzisst zieht sich nicht zurück, sondern versucht nun über die Kinder mit dem Terror weiterzumachen. 

Der Narzisst will die Macht behalten

Leider müssen viele feststellen, dass sich der Schauplatz der Machtspiele von der Paarebene nun auf die Elternebene verlagert und die Kinder zum Spielball umfunktioniert werden. Es spielt hierbei keine Rolle, wer sich von wem getrennt hat. Ob der Narzisst gegangen ist oder man selbst. Eine Trennung bedeutet für den Narzisst immer Vernichtung und Verrat. Und daher verwundert es nicht, dass dem Narzissten rein gar nichts daran liegt, eine friedvolle Situation zum Wohle der Kinder herzustellen. Er will mit aller Kraft sein Spiel um Kontrolle und Macht beibehalten. Es zählen in diesem Marionettenspiel lediglich seine Spielregeln. 

So ist die Trennung allein schon anstrengend und mit viel Aufarbeitung verbunden. All dies interessiert den Narzisst allerdings herzlich wenig. Er kümmert sich nicht viel um die emotionalen Wunden seiner Opfer, zu sehr ist er darauf bedacht, die verletzten Personen, die nun schutzlos am Boden liegen, mit weiteren Messerstichen zu attackieren – um sie klein zu halten und um seine Machtposition beizubehalten. 

Die wahren und grausamen Motive des Narzissten sind für das Opfer zwar ersichtlich, sie bleiben jedoch für das Umfeld unsichtbar. Die gemeinsamen Kinder werden manipuliert und in Unwahrheiten verstrickt. So verwundert es nicht, dass das andere Elternteil schier machtlos zusehen muss, wie das Spiel um Macht und Kontrolle auf einer anderen Ebene weitergeführt wird. 

Werde ich die Kinder verlieren? 

Zeit für die Verarbeitung der Trennung bleibt wenig, denn das nächste Spiel hat bereits begonnen. Das Spiel mit der Angst, die eigenen Kinder zu verlieren. Eine friedvolle Kommunikation zur Regelung der neuen Lebensumstände scheint nicht möglich. Zu sehr ist der Narzisst darauf bedacht, seine neuen Ziele zu erreichen: Die vollständige Macht über die Kinder zu bekommen und das Leiden des Ex-Partners zu erhöhen. Zugeständnisse und ein Entgegenkommen sind lediglich dann zu erwarten, wenn es dem Narzisst einen Nutzen verschafft. Und wieder einmal stehen erneut nur die Bedürfnisse des Narzissten im Vordergrund.

Das Opfer, das den Missbrauch erkannt hat, wendet sich hilfesuchend an das Jugendamt, Anwälte, Hilfsorganisationen und Co. Der Hilferuf wird hierbei meist nicht erkannt, denn ein Narzisst ist ein Meister der Tatsachen-Verdrehung. Umstände werden in der Öffentlichkeit geschickt in ein anderes Licht gerückt. Meist nicht zum Vorteil der Opfer und auch nicht der Kinder. In vielen Fällen beginnt hierbei der Kampf mit den Gerichten. Oftmals ohne einem zufriedenstellenden Ergebnis.

Die Rolle, die das andere Elternteil nun zu besetzen hat, steht für den Narzissten schon lange fest. In vielen Fällen bleibt nur eine Entfremdung oder der Rückzug des anderen Elternteils, der ermüdet vom Kampf keine andere Möglichkeit als die Kapitulation sieht. Der Narzisst möchte weiterhin im Mittelpunkt seiner Kinder stehen, das andere Elternteil hat lediglich einen Nutzen zu erfüllen, wie z. B. die Kinder nach den Vorgaben des Narzissten zu betreuen oder den Barunterhalt zu leisten.

Wie kann ein friedvoller Umgang gelingen? 

Viele Betroffene haben die destruktiven Muster des Narzissten erkannt, ebenso, dass sie am Ende Ihrer Kräfte angelangt sind und sich sehnlichst Frieden und Gerechtigkeit wünschen. Zu erkennen, dass dies auf „normalen“ Wege nicht funktioniert, löst in vielen Fällen Hoffnungslosigkeit, Wut und Verzweiflung aus. Ein friedliches Leben mit den Kindern scheint nicht möglich, zu sehr wird mit Argusaugen des dominanten Narzissten gewacht, geherrscht und delegiert.

Dennoch gibt es durchaus Möglichkeiten, aus diesem Spiel auszusteigen, ohne hierbei die eigenen Kinder zurücklassen zu müssen. Zum einen ist es wichtig zu realisieren, um was es hierbei wirklich geht. Es geht nur sekundär um die Kinder. In Wahrheit haben die Motive „Macht, Kontrolle und Manipulation“ lediglich einen anderen Deckmantel erhalten. Darum ist es besonders wichtig, dass man dies auch erkennt. Viele haben dies bereits und lassen die Justiz entscheiden.

Hierbei entsteht allerdings wieder eine neue Bühne und ein kalter Krieg, der so schnell nicht beendet sein wird. Viele Betroffene wünschen sich allerdings Frieden und Ruhe, die endlich einkehren möchte. Zum Kämpfen gehören aber immer mindestens 2 Parteien. Auch wenn man den Narzissten nicht direkt ändern kann, so ist es die eigene Einstellung, die eigene Bereitschaft für Frieden, die schon den ersten „Domino-Stein“ zum Fallen bringt.

En Narzisst verhält sich wie ein trotziges Kind, dem das Spielzeug weggenommen wurde. Dennoch erzeugt man keinen Frieden, wenn man Feuer mit Feuer bekämpft. Der Frieden beginnt in einem selbst. Loslassen und das zum Frieden der Kinder. Loslassen von der eigenen Wut, von der eigenen Verletztheit. Denn wenn man es einmal genauer betrachtet – es gibt Gesetze, es gibt Regelungen. Jedes Elternteil hat ein Anrecht auf Zeit mit den Kindern. Insbesondere die Kinder haben ein Anrecht auf ihre Eltern. Es kann einem nichts weggenommen werden. Die Elternschaft kann niemanden „genommen“ werden.

Umarme Deinen Feind 

Auch wenn es auf den ersten Blick für viele Betroffen nichts Skurrileres gibt, als selbst den inneren Frieden herzustellen, indem man die Vergangenheit ruhen lässt: Dem Narzisst verzeihen und sich selbst verzeihen.

Ebenso weitere Instanzen mit ins Boot zu holen, kann helfen, um für die Kinder eine solide Basis zu schaffen. Dennoch sollte dies nicht als Drohung oder Machtinstrument benutzt werden. Hierbei kann man dem Ex-Partner suggerieren, dass Sie kein Interesse an Streitigkeiten mit ihm haben. Schließlich hatten Sie diesen Mensch auch einmal sehr gern. Dies als Hilfsangebot zunutzen, zum Wohle der Kinder und des Friedens, könnte ein Argument sein.

Sachlich, freundlich und ruhig sollte Ihr Umgang mit Ihrem Ex-Partner sein. Lassen Sie sich auf keine Diskussionen ein, sondern winken Sie freundlich ab und vertagen dies zu einem anderen Zeitpunkt oder bitten Sie um eine schriftliche Kommunikation. Gründe hierbei sollten allerdings z. B. Zeitmangel,etc. sein. Ein Narzisst kann dies durchaus als Kränkung auffassen. Daher sollten Gründe genannt werden, die nichts mit seinem Wesen zu tun haben. 

Auch wenn ein Narzisst ein Seelen- und Energieräuber ist, tief im Innersten ist und bleibt er ein bedürftiges Wesen. Ein Mensch, der verbittert auf der Suche nach der Nahrung „Liebe“ ist. Wenngleich diese für ihn eine andere Bedeutung hat, als für den normal fühlenden Mensch. 

„Füttere den Dämon, dann besänftigst Du ihn“ 

Damit meine ich nicht, die Taten eines Narzissten für gut zu heißen oder zu entschuldigen. Fakt ist, das Naturell eines Narzissten wird sich kaum verändern. Auf eines reagiert der Narzisst dennoch sehr stark, auf Freundlichkeit und liebevolles Verhalten. Bei dieser Vorgehensweise ist es dennoch sehr wichtig, sich innerlich bereits stark distanziert zu haben, um nicht erneut in die Fänge verwickelt zu werden. Geben Sie dem Narzissten das Futter „Zuwendung und Aufmerksamkeit“. Dadurch kann ein Umgang eventuell leichter gelingen. 

Die Erkenntnis, dass es sich hierbei nicht um eine Ebene auf Augenhöhe handelt, erfahren die Betroffenen meist nach einer Trennung. Dennoch werden Sie bemerken, dass sich eine Veränderung einstellt, wenn auch Sie bereit sind, den Kampf zu beenden. Ein Narzisst spielt natürlich auch gerne mit der Angst, um einzuschüchtern und seine Position nicht zu verlieren. Bedenken Sie aber, dass für einen Narzissten jedes Spiel irgendwann einmal zu langweilig wird. Auch wenn Sie denken, dass dieser Zustand niemals aufhören wird. Das wird es – denn ein Narzisst benötigt immer Teilnehmer an seinem Spiel. Sobald Sie aussteigen und sich für den Weg des Friedens entscheiden, muss er sich mit der Zeit neue Spielgefährten suchen. Bleiben Sie konsequent, distanziert und dennoch freundlich. 

Die Kunst liegt darin, sich durch die Angriffe nicht irritieren oder einschüchtern zu lassen. Agieren Sie weiter freundlich, verlassen Sie das Spielfeld und halten Sie die Türe immer offen für Ihre Kinder. Setzen Sie dennoch (freundlich) Grenzen, indem Sie sachlich bleiben und weitere Optionen und Lösungswege aufzeigen. Auch wenn Sie denken, dass dies niemals zum gewünschten Ziel führt. Es kann wirken, benötigt aber auch Zeit und Geduld.


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Veröffentlicht in Blog, Familie und Erziehung
23 commenti su “Kinder mit einem Narzissten – Wann hört der Kampf endlich auf?
  1. Thomas sagt:

    Meine EX-Frau hat um ihre narzistische Wut zu befriedigen, obwohl sie mich nach 16 Jahren durch Warmwechsel ausgetauscht hat, unsere Tochter in einem juristischen Rachefeldzug mit haltlosen finanziellen Forderungen als Klägerin instrumentalisiert. Welch ein Wahnsinn.

    Diese Frau hat 2 Ehen mit 3 Kindern an die Wand gefahren und war noch nie ein Tag Single. Die Ehemänner sind die langweiligen Lakeien für den Alltag während prickelnde Abenteuer im Aussenbereich das narzisstische Loch füllen sollen.

  2. Mike sagt:

    Das arme Kind meiner Ex.
    Die belügt ihren ex Mann und spielt die heile Welt vor, während sie den 5 Kerl dieses Jahr der Kleinen vorstellt. Was soll nur aus dem kind werden? Die brauch eine männlichebezugsperson und nicht Alle paar Monate einen Neuen Kerl der Mutter.
    Wie kann man als Mutter nur so sein und seinem Kind sowas antun?

  3. Nellk sagt:

    In der Schwangerschaft wurde es aus psychischer Gewalt zur körperlichen. Um mein kind zu schützen ging ich. Er verfolgte mich, sprach mit meinen Eltern und freunden schlecht über mich und terrorisiere mich per Nachrichten. Ich erkannte viel zu spät was da begann. leider! jetzt ist mein Kind auf der Welt und er will ihn mir weg nehmen, ich habe angst das er wieder „überfordert“ ist und dem kleinen was antut. Durch die heutige gesetzeslage kann ich mein Kind nicht schützen! Der arme kleine schreit und hat angst vor ihm, ich darf auch bei den umgängen nicht dabei sein, zuletzt hat das Kind fast eine Stunde brüllen lassen. Seit dem ist mein Kind nicht mehr so „frei“ und „unbeschwert“. Was soll ich bitte tun? Ihm eine chance geben? Wenn er dem kleinen etwas antut, wird man das nicht mehr aus seinem leben „ausradieren können“! Er ist doch noch so klein….

    • tor sagt:

      Wo steht, dass die heutige Gesetzeslage das Kind nicht geschützt werden kann ? Gesetze regulieren selbst den Biegeradius von Gurken. Bleib dran, es gibt Beratungsstellen, Jugendamt die zum Kindeswohl entscheiden müssen.
      Leider sind die Mitarbeiter dort auch so fähig und unfähig, wie es in jedem Beruf auftritt. Gib nicht auf und bleib dran – es ist nicht nur für das Kind, sondern vor Allem für Dich.

    • Barbara sagt:

      Wenn du dich von der Angst vor ihm befreien kannst, dann kannst du auch dein Kind schützen.
      Es gibt zig (parallele) Möglichkeiten. Familienberatung, ASD, Psychotherapie, Anwalt. DU musst klar sein. Ich verstehe deine Not, weil ich sie ähnlich durchlebte. Veränderung und Schutz für dein Kind kannst nur du durch Veränderung in dir und Eigenschutz bewirken.

  4. tor sagt:

    Die Frau Königseder hat meiner Meinung nach zu viele Widersprüche in ihrem Artikel. Fast schon könnte man in den Texten erkennen, der Narzist sei das Opfer. Ihm gilt es als ein bedürdftiges Wesen(das ist ein Kinderschänder auch) Aufmerksamkeit und Zuwendung zu geben ?

    Um ihm zu begegnen muss man selber eine „Rolle“ spielen. Wie viele Opfer sind dazu fähig ? Wie viele haben diese Kraft und können sich damit selbst in die Augen blicken ?
    Opfer werden damit nicht gestärkt, sondern dem weiteren Terror ausgesetzt. Dem Narzisten wird dadurch Erfolg seiner Spielchen suggeriert und er fühlt sich in seinem Handeln bestätigt. Wie soll ihm dies bitte langweilig werden ? Narzisten leben von sowas – Langweile wird sich nicht einstellen und auch interessieren ihn weder Optionen, noch Lösungswege.
    Kinder werden in jedem Fall instrumentalisiert, falls dies im Nutzen des Narzisten ist – da ändern Zugständnisse nichts, sie werden nie ausreichend sein und das Rad dreht sich erneut im Kreis.
    Betroffene brauchen sehr konkrete Hilfe (Freunde, Vertraute, Hilfsstellen), denn der Erfolge einer Trennung von einem Narzisten kann einen Menschen fürs ganze Leben stärken.

    • Es geht nicht darum, nachzugeben und dem Narzissten ständig nach dem Mund zu reden. Es geht vielmehr darum, den eigenen inneren Frieden zu finden und eine innere Gelassenheit, um nicht aus einer Enttäuschung oder Wut heraus gegen den Narzissten vorzugehen und ihn bekämpfen zu wollen. Man sollte ihn jederzeit ernst nehmen und auf seine Bedenken oder Vorschläge hinsichtlich der Kinder sachlich eingehen, sofern wirklich relevant. Man soll dabei aber nicht den eigenen Standpunkt aufgeben, sondern die eigenen Grenzen und die Grenzen der Kinder verteidigen. Wenn Betroffene so vorgehen, dann spielen sie keine „Rolle“, sondern sie stehen zu ihren Überzeugungen. Zum Opfer werden sie nur dann, wenn sie alles gegen ihren Willen mit sich machen lassen.

  5. Detlef sagt:

    Liebe Frau Königseder,
    besonderen Dank für diesen Artikel! Der einzige Weg ist in meinen Augen auch, zu lieben, danke!
    Wenn ich mir vorstelle, meine unglaublich heftige Wut gegen eine narzistische Person, die Mutter unseres Sohnes ist, würde mit dieser Energie Liebe ins Leben, die Welt, das Kind und vielleicht auch zu dieser fühllosen Person hin möglich sein, ohje, dann währe mein Glück groß, und das täte dem Kleinen sicherlich sehr gut. Denn ein Kind braucht doch glückliche Eltern und nicht verzweifelte…

  6. nadın sagt:

    Ich muss aufgeben meine kinder ihm überlassen ….alle glauben seine lügengeschichten …ich mag mich und mein mann auch nichtmehr finanziell ausnutzen lassen von ihm und den grossen zwei (16+13jungs die anschliessend hinterrücks über uns herziehen in der ganzen stadt und beim staat …..die kleine (10)hol ich noch zu mir bis sie auch vom vater restlos manipuliert ist 🙁

  7. Sabine sagt:

    Hallo, Herr Grüttefien,
    Hallo, Frau Königseder,

    Zitat: „Ein Mensch, der verbittert auf der Suche nach der Nahrung „Liebe“ ist. Wenngleich diese für ihn eine andere Bedeutung hat, als für den normal fühlenden Mensch. “

    Welche Bedeutung genau hat denn die Nahrung Liebe für einen Narzissten?

    Mein Ex-Partner sagt, er weiß nicht, was Liebe ist.
    Ich will auch nicht Narzissmus diagnostizieren, weiß, dass es viele ähnliche Störungen gibt, die die Partner genau so zur Verzweiflung treiben. Aber ich suche auch auf dieser Seite und fand viel, was darauf hindeuten könnte, dass er Narzisst ist. Ihm geht es aber nicht gut damit, sich immer einsamer zu machen.

    Ich habe aber fast alles, was hier im Blog zu finden ist, durchmachen müssen. Jetzt sieht es so aus, als ob wir wieder guten Kontakt finden, aber ich bin nach dem Horror der vergangenen Jahre vorsichtig und will mich nicht mehr so mies behandeln lassen. Hoffe, ich kann im Notfall mich schützen.

    Ist es möglich, dass jemand z.B. Asperger-Autist ist und aufgrund der Tatsache, dass diese Menschen als Kinder ja so gut wie nie von den Eltern bekommen, was sie benötigen (weil die Eltern nicht wissen, was mit ihren Kindern los ist oder weil ein Elternteil selber unerkannter Autist ist), zusätzlich ein Narzissmus entwickeln kann?

    • Hallo Sabine,
      der Narzisst versteht unter Liebe nur Bewunderung. Von anderen Menschen gesehen, anerkannt, bevorzugt und verehrt zu werden bedeutet für den Narzissten Liebe. Unter Liebe versteht er nicht, andere zu schätzen, für andere da zu sein, andere in ihren Bedürfnissen zu helfen und sich einfach einem anderen hinzugeben ohne etwas zu verlangen. Das kann der Narzisst nicht!

      • Malila sagt:

        Hallo Herr Grüttefien,
        muss man da nicht noch weiter differenzieren? „Gesehen werden“ ist für mein Empfinden ein Bedürfnis, das jeder von uns hat. Und wir fühlen uns doch alle im weiteren Sinne geliebt, wenn wir wirklich gesehen werden.
        Wenn ich nun meinen Exmann vor Augen habe, dann fühlt er sich nur dann „gesehen“, wenn er in seiner „Großartigkeit“ bestärkt wird. Alles andere fällt in die Kategorie „patholigisieren“. Sehe ich ihn, wie er ist: ein armer, kleiner, verhungerter Mensch, der sich nur um sich selbst dreht und verzweifelt etwas hinterherrennt, was keine Liebe ist (und deshalb immer „hungrig“ bleiben wird) – wenn ich ihn so sehe, dann wird er es mir heimzahlen und mich angreifen. Und ich meine nicht, dass ich es ihm aufs Butterbrot schmiere. Ich darf es noch nicht einmal denken. Seine Antennen sind in dieser Richtung sehr fein. Gesehen werden bedeutet für ihn etwas anderes als für andere. Gesehen werden ist für ihn gleichzusetzen mit absoluter Zustimmung zu allem.
        Für mich ist es ein schier unlösbares Dilemma: bestätige ich ihn, dann verbiege ich mich und bin nicht mehr authentisch. Bestätige ich ihn nicht (auch wenn ich ihn ernst nehme), setze ich Grenzen, wage ich es „nein“ zu sagen oder gar eine eigene Meinung zu haben, dann habe ich den Kampf in vollendeter Form. Denn es geht immer um Macht und Recht-haben und dafür wird die Realität und die eigene Aussage halt auch mal gründlich zurechtgebogen. Die Überzeugungskraft, die da dann dahintersteckt, blendet dank der hohen Intelligenz meines Ex so gut wie jeden und ist für Außenstehende extrem schwer zu durchschauen. Daher ist selbst der Versuch einer Therapie (mit und für die jüngste Tochter) gescheitert, weil die Therapeutin darauf reingefallen ist und folglich zu seinem Handlanger wurde. Natürlich kann man sagen: Pech mit dem Therapeuten gehabt. Sie befindet sich jedoch in zahlreicher und guter Gesellschaft: Anwälte, Richter, Ärzte – alle fallen auf sein Blendwerk herein.
        Ich gehe voll damit mit, dass ICH MEINEN Frieden finden muss. Nur dann kann ich ein Fels für meine Kinder sein, die manipuliert und instrumentalisiert werden. Ich muss Geduld haben und einen langen Atem. Ich muss dahin kommen, dass es mir egal ist, was er tut. Für die Kinder kann ich es nicht retten, das ist das Päckchen, was sie ihr Leben tragen werden müssen. Ich kann das Päckchen nur dadurch kleiner machen, dass ich ganz bei mir bleibe und in Distanz zu meinem Ex gehe. Nur damit kann ich einen Raum für sie schaffen, der als Gegengewicht fungieren kann.
        Aber ich darf ihn nicht so sehen, wie er ist – sondern muss ihn so sehen, wie er sein möchte.
        Ich glaube, es ist etwas dran, dass wir Partner lernen müssen, uns in einer gewissen Weise und für das Wohl der Kinder zu verstellen und selbst manipulativ dort ansetzen müssen, wo es dann klappen könnte: in einem geschickten Lavieren, um den Ex friedlich zu stimmen. Ach wenn mir das, die ich sehr gradlinig bin, ausgesprochen schwer fällt.
        Gegen den strategischen Machtkampf eines Narzissten hat man keine Chance. Denn er ist kalt und berechnend. Schließlich muss er sein größtes Geheimnis schützen: dass er nämlich nicht so großartig ist, wie er es darstellt, sondern klein und im Grunde genommen hilflos. Dieses Geheimnis bewahrt er vor allem auch vor sich – es wäre für ihn kaum oder gar nicht aushaltbar, dieser Tatsache ins Auge sehen zu müssen. Daher glaube ich, dass wir ihn nicht so sehen dürfen, wie er ist – verständlicher Weise muss er das bekämpfen.
        Vielleicht trifft das Wort „Neutralität“ ja die Haltung, mit der wir unserem Partner begegnen sollten? Und, wie ich finde, ganz zentral: immer bei sich bleiben – eine distanzierte Aufrichtigkeit.

        Sorry, ist leider etwas viel geworden, aber es floss grad … 😉
        VG

        • Hallo Malila,
          äußerlich muss man auf den Narzissten eingehen, man muss ihn ernst nehmen und seine Bedürfnisse berücksichtigen, wenn man sich entscheidet, mit ihm zusammenleben zu wollen. Innerlich sollte man sich aber stets bewusst sein, womit man es zu tun hat und von daher sein Verhalten für sich selbst als nicht ganz so ernsthaft betrachten. Es hilft ja dann viel eher, mit seinen Aussagen und seinem Verhalten klar zu kommen. Man darf es ihn nur nicht spüren lassen. Auf diese Weise fällt es auch leichter, ihm Grenzen aufzuzeigen, selbst wenn man nicht immer damit durchkommt. Es geht dabei ja nicht nur darum, sich gegenüber dem Narzissten durchzusetzen, sondern vor allem darum, die Achtung vor sich selbst zu bewahren. Indem Sie ihm Grenzen aufzeigen, kommen Sie vielleicht selten genug damit durch, aber sie haben es getan und Stellung bezogen, was Ihr eigenes Selbstwertgefühl in diesem Moment wieder etwas stärkt. Insofern muss man in einer Beziehung zu einem Narzissten nicht zwangsläufig immer neutral bleiben.

        • Alexa Horner sagt:

          Hi
          tja, das klingt tatsächlich wie meine vergangene Ehe.
          Seit 5 Jahren werden ich und damit auch meine 4 Kinder massiv
          bekämpft.
          Und es ist tatsächlich so, dass man weder vom Jugendamt noch vom Gesetz in irgendeiner Weise Schutz bekommt. Die Tatsachen werden so verdreht, dass man keine Chance hat – was bitte soll man da machen?
          Ich stehe jetzt dann zum x ten mal vor dem Gericht – und habe keine Ahnung was passieren wird.
          Er unterstellt mir Vernachlässigung der Kinder und Alkoholmissbrauch – kann er einfach so in’s leere behaupten – ist doch toll oder…..

          VG Alexa

  8. Sandy sagt:

    Ich muss mich wohl wirklich mit dem Gedanken anfreunden, dass es ein Leben lang so weiter geht…

    Wir sind noch in der Stufe mit dem Jugendamt das Umgangsrecht zu verhandeln. Aber nachdem ich die ganzen Beiträge hier gelesen habe, stelle ich mich wohl doch auf ein Gerichtsverfahren ein…

    Aber ich finde es echt klasse, dass es diese Seite gibt!

    Wünsche euch allen auch ganz viel Kraft!

    • Schattenkämpfer sagt:

      Hallo,

      Es geht tatsächlich so weiter, wenn man dem keinen Riegel vorschiebt. Seine erste Frau geht nach Jahren immer noch ab wie ein Zäpfchen, wenn er sie provoziert. Das braucht er wie die Luft zum Atmen. Um Ruhe hineinzubringen kann ich dir raten reagiere auf Nachrichten etc. von ihm nicht spontan. Lass dir Zeit und überlege,ob eine Rückmeldung nötig ist. In 99% der Fälle nicht. Das bringt dir Ruhe, er lässt sich dann in Ruhe. Oder wenn du antworten musst, immer freundlich. Du nimmst ihm jegliche Überlebensgrundlage. Von daher war der Artikel schon ganz gut getroffen. Ich wünsche dir viel Kraft bei deinen Verhandlungen. Habe ich hinter mir. Sind auch gut gelaufen. Sei einfach ehrlich, lass dich nicht provozieren. Du bist stärker! Aufrichtigkeit ist das Geheimnis! LG

  9. Schattenkämpfer sagt:

    Danke für den sehr interessanten Artikel. Das Thema ist für mich aktuell besonders spannend. Wir MÜSSEN nämlich gerichtlich angeordnet unsere Kommunikation verbessern. Er ist ein sehr böser Mensch und lügt den Menschen ins Gesicht ohne mit der Wimper zu zucken. Auch seinen eigenen Kindern. Was sehr weh tut, aber reden bringt tatsächlich nichts, eher Mitleid und Gleichgültigkeit und die Wahrnehmung der Kinder. Die merken ja schon etwas. Aber es ist unglaublich schwer, weiß gar nicht, ob mir das bei den Beratungsgesprächen gelingt, ruhig zu bleiben, während er die Kinder und mich wie die Schuldigen darstellt. Eine Mutter, die die Hölle mit ihm erlebt hat und sieht, dass er durch die Kinder weitermachen möchte, was ihm nicht gelingt, weil ich mit viel Liebe dagegen halte. Er auch seine Kinder nur als Statussymbol benutzt, wenn ihm mal danach ist, Zeit mit Ihnen zu verbringen. Und ich bin natürlich schuld am Kommunikationsproblem! Das ist eine sehr schwierige Herausforderung für mich. Kann man so etwas schaffen!

    • Sandy sagt:

      Vor dem gleichen Problem stehe ich auch.
      Mein Ex beschuldigt mich auch in einer Tour, dass ich ja mit ihm nicht rede und er somit unseren 3-jährigen Sohm nicht miterziehen kann. Wenn ich ihm doch alles sagen würde, könne er da unterstützen…

      Wahnsinn…. Ich fühle richtig mit!

    • Detlef sagt:

      Hallo Schattenkämpfer,
      kann man so etwas schaffen, ist ein starker und realistischer Satz von Dir für mich. Mein Sohn ist 5 einhalb und sagt zu seiner NSP Mutter,sie verstünde ihn nicht, wie wahr!
      Den Artikel dieser Seite nehme ich als Bestärkung in dem Aspekt, die eigene Wut lassen zu erlernen und das eigene Lieben immer mehr spüren zu können. Leider gerate ich immer noch sehr schnell in heftige Wut wenn unser Kind nach seiner Mutter verlangt, und sie mit ungerührtem Gesicht weiter kaut, sich versorgt…
      Deine Sorge, bei einem Beratungsgespräch ruhig bleiben zu können, kann ich daher gut verstehen. Ich überlege, eine Gruppe zur Verbesserung der Selbstregulationsmöglichkeiten zu besuchen, dachtest Du auch schon an Ähnliches, um die Distanz zu schaffen?

      • Schattenkämpfer sagt:

        Hallo Detlef,
        Ich habe zum Glück eine tolle Familie, die mir den Kopf wäscht oder mich stärkt, wenn ich Momente habe, in denen ich traurig, wütend oder verzweifelt bin. Diese Momente sind zum Glück immer seltener. Bei ihm schwanke ich zwischen Mitleid (was muss passiert sein, dass man so wird und wie schlimm muss es sein, NIEMALS zur Ruhe zu kommen, immer lügen zu müssen) und absoluter Verachtung, wie er mit Menschen umgeht, die ihn von ganzem Herzen lieben. Ich finde einen Austausch immer gut, ich mag auch diese Seite sehr. Aber so wirklich helfen untereinander, dass man sich gegenseitig stabilisiert? Meinst du das? Weiß nicht, ob das etwa bringt, weil „bekämpfen“ geht nicht, da verpulverst du nur wertvolle Energie und deine kostbare Zeit. Konsens finden geht auch nicht, dafür ist die Welt der Narzissten zu Ich-bezogen. Wie schon oft gehört, ist ein Narzisst ein Blender und Kommunikationsexperte. Von daher finde ich persönlich die Meinung von engen Außenstehenden hilfreich, die nicht im gleichen Boot sitzen wie ich. Denn hier habe ich Lösungen bekommen.

  10. Ela sagt:

    Ja, das stimmt. Ein Kampf der nie zu Ende geht. Es war bei mir so als wir zum 1-2 mal getrennt waren. Da war mein Sohn noch klein. Aber Vorsicht. Der Narzisst ändert später seine Spieltaktik um nicht erkannt zu werden. Diesesmal weiß er der keine Chance hat,unserer Sohn ist auch älter geworden und mit seinen 13 Jahren ist er viel weiter entwickelt als sein narzisstischer Vater. Er hatte sofort ein neues, naive mit Kind! Sie lebt in ausland, dachte sie hat sich einen reichen geangelt 🙂 Der N. präsentiert sich von seiner besten Seite um zu zeigen was für ein toller Vater er ist! Sein eigenes Kind interessiert ihn gar nicht mehr. Mein Sohn muss zusehen wie er auf einmal sich prachtvoll um das andere Kind kümmert. Macht alles mögliche was er mit eigenen Sohn nie gemacht hat. Er will allen nach außen zeigen wie kinderlieb er ist. Er hat alles getan um mein Sohn wenig wie möglich Unterhalt zu zahlen. Hat sogar Arbeit aufgegeben, machte sich selbständig und macht viele schwarze Geschäfte. Mein Sohn will auch kein Kontakt und ich bin froh darüber dass wir von ihm Ruhe haben. Hätte er nicht die andere mit Kind, würde er sich dann mehr auf uns fixieren. Ich find es ein wenig traurig dass mein Sohn jetzt das auch mitmachen müsste, und so von eigenen Vater gedemütigt ist. Aber das schlimmste haben wir schon durch. Allen anderen Müttern mit Kindern wünsche ich viel Kraft, den es ist schon ein sehr harter Weg .

    • Ela sagt:

      Puh!! Ihre Artikel sind immer rechtzeitig! Kleiner Nachtrag von mir! Er schrieb heute nach fast 2 Jahren kontaktabbruch einige sms zu mein Sohn in dem er mich für alles beschuldigt !! Ich bin an allem schuld dass der kein Kontakt zu ihm hat. Ich lach mich weg! Der Stillstand ist zu Ende. Krieg wird somit erklärt. Jetzt werde ich mich wieder durchkämpfen müssen. Der ist krank!! Und koste es was es wolle, ich zieh es auch durch, hatte genug Kraft sammeln können wo er mit der neuen beschäftigt war. Es ist immer so, dass sie am Ende die armen Opfer spielen.

      • Detlef sagt:

        Ela, ich bin so froh, dass ich nicht alleine bin mit diesen Situationen: aggressiv, selbstsüchtig und dann Opfer – puh!
        Danke für Deine klaren Worte!

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