Weihnachten mit einem Narzissten

Alle Jahre wieder steht das Weihnachtsfest vor der Tür. Weihnachtliche Vorfreude breitet sich aus, der Duft von Zimt, Bratäpfel und Lebkuchen streift durch die Straßen, Schneeflocken rieseln vom Himmel und Sternenlichter schmücken die Häuser. Wer freut sich da nicht auf ein schönes Fest im Kreise seiner Liebsten und auf gemütliche Stunden mit einem guten Festessen, stimmungsvollen Liedern und reichlich Geschenken. Doch wie verläuft das Weihnachtsfest, wenn ein Narzisst dabei ist ?

Bild: © cherezoff – Fotolia.com

Weihnachten feiern ist für viele der Höhepunkt des Jahres. Alle wünschen sich, dass Weihnachten das Fest der Harmonie werden soll. Mit Weihnachten verbindet man Freude, Sinnlichkeit, Liebe sowie gemütliches Beisammensein im Kreise seiner Liebsten. Doch gerade weil die Erwartungen so hoch geschraubt werden und die Festtage besonders schön werden sollen, führt es oft zu Enttäuschungen und Ärger unter dem Tannenbaum.

Ein falsches Geschenk, die Verwandten nerven mit dummen Bemerkungen, der Braten misslingt, die CD mit den Weihnachtsliedern wird nicht gefunden und die Kinder sind aufgedreht. Dabei liegen die eigenen Nerven ohnehin schon durch eine stressige Vorweihnachtszeit blank. Da enden dann oft die Feiertage  schon in Frust und Streit, bevor sie überhaupt richtig begonnen haben.

Aber wie verläuft das Weihnachtsfest, wenn man noch einen ausgewachsenen Narzissten mit in der Runde hat ? Da dürfte der Ärger vorprogrammiert sein, wenn nicht alles hundertprozentig zu seiner Zufriedenheit verläuft. Von daher müssen sich Partner sehr gründlich überlegen, wie die Festtage gestalten werden können, um die Laune des Narzissten nicht durch Nachlässigkeiten zu trüben. Allein aus dieser Tatsache heraus dürfte für alle Beteiligten durch penible Vorbereitungen der Stress bereits vor Weihnachten beginnen, um bloß keinen Ärger an den Festtagen auszulösen.

An was sollte man denken ?

Der Narzisst will die Spielregeln bestimmen und das trifft leider auch für die Weihnachtstage zu. Sie sollten es daher vermeiden, auf Verdacht, wenn auch in bester Absicht, irgendetwas zu organisieren ohne vorher den Narzissten in Ihre Überlegungen eingebunden zu haben. Er wird schon aus Prinzip dagegen sein, wenn er nicht gefragt wird und darin einen willkommenen Grund finden, jedem das Fest mit seiner miesepetrigen Art zu versauern.

Der häufigste Streitpunkt an Weihnachten stellt immer das Festmahl und die Dekoration des Weihnachtsbaumes dar. Weil es sich hier immer um eine Geschmacksfrage handelt, gehen bekanntermaßen die Meinungen auseinander. Was nützt es Ihnen, wenn Sie Ihre ganze Kreativität an dem Weihnachtsbaum auslassen, sich teure Deko-Utensilien besorgen und sich Anregungen aus Zeitschriften holen, wenn es dem Narzisst am Ende nicht gefällt. Dann können Sie das Fest gleich abhaken.

Es kann aber auch sein, dass es den Narzissten nicht weiter interessiert, wie die Weihnachtstage organisiert werden und er diesen aus seiner Sicht nebensächlichen Kleinkram eher Ihnen überlässt. Das heißt aber nicht, dass er sich nicht beschweren wird, wenn hinterher irgendetwas nicht passt. Wenn er sich heraushält, dann entgehen Sie vielleicht im Vorfeld schwierigen Diskussionen, bei der Premiere werden Sie aber zur Rechenschaft gezogen, wenn es nicht ganz in seinem Sinne verläuft.

Schenken Sie ihm Ihre volle Aufmerksamkeit

Der Narzisst will auch Weihnachten im Mittelpunkt seiner lieben Familie stehen, auch wenn er es vielleicht nicht so öffentlich kundtut. Beschenken Sie ihn, hören Sie ihn zu, binden Sie ihn in alle Gespräche mit ein, lassen Sie ihn den Wein aussuchen, weisen Sie ihm den besten Platz am Tisch zu, setzen Sie ihn neben angenehme Gesprächspartner falls die Gäste-Runde größer sein sollte und wählen Sie Gesprächsthemen, an denen sich der Narzisst aktiv einbringen kann. Und loben Sie ihn hin und wieder für seine tollen Eigenschaften.

Gerade an den Festtagen möchte ein Narzisst verwöhnt werden. Weihnachten ist ja schließlich das Fest der Liebe. Also meint der Narzisst, hiervon besonders viel abbekommen zu müssen. Machen Sie ihm daher ein schönes Geschenk, auf das er sich schon lange freut und seine Vorstellung nicht nur trifft, sondern auch noch übersteigt. Achten Sie dabei darauf, das sein Geschenk nicht minderwertiger ist als die aller anderen. Er darf nicht das Gefühl bekommen, beim Beschenken zu kurz gekommen zu sein.

Der Narzisst ist immer wieder abwesend oder stört

Es ist gut möglich, dass er am Heiligen Abend nicht pünktlich zuhause ist, weil er morgens nochmal ins Büro gefahren ist, um letzte Arbeiten zu erledigen oder weil er noch Besorgungen in der Stadt machen musste und dabei alte Freunde getroffen hat.

Auch während des Festes wird er meist nicht in der Lage sein, sich ausschließlich auf Sie und auf die Familie zu konzentrieren. Er schaut ständig auf sein Handy, ob Nachrichten hereingekommen sind, er schaltet plötzlich den Fernseher an oder will ganz andere Musik als die Weihnachtslieder hören. Es kann auch sein, dass ihm die Weihnachtsgesellschaft zu viel wird und er mal einen Gang um den Häuserblock machen muss.

Oder wenn es ihm zu langweilig wird, kann er auch gerne die Familie ganz unverhofft mit seinem Sarkasmus reizen und schlechte Stimmung produzieren. Er zieht dann mit seiner schlechten Laune die anderen auch mit hinunter. Wenn es nämlich allen schlecht geht, dann beginnt er wieder, sich besser zu fühlen. Und schon kann er sich wieder hervortun, indem er wieder für bessere Laune sorgt und öffnet mal eben eine Flasche vom teuersten Champagner, um mit allen „Frustrierten“ anzustoßen und die Stimmung wieder zu heben. Ihnen gegenüber wird er sich dann später damit brüsten, dass er die Feier vor dem Untergang bewahrt hat.

Meiden Sie kritische Themen

Aufgrund des unterjährigen Alltagsstress im Beruf, bei der Versorgung der Kinder oder der Haushaltsführung kommen Paare oft nicht dazu, ausführlich miteinander zu sprechen. Vieles geht im Trott unter oder wird einfach nicht zu Ende besprochen. Da kann die Ruhe und Zweisamkeit an den Weihnachtstagen eine willkommene Gelegenheit sein, um endlich einmal Unerledigtes und Unausgesprochenes auf den Tisch zu bringen oder tief sitzende Probleme in der Beziehung mit geballter Ladung vorzutragen.

Kommen Sie nicht in Versuchung, die harmonischen Stunden durch zweideutige Anmerkungen zu zerstören oder die günstige Stunde der Zweisamkeit zu nutzen, leise Kritik anzubringen und schwierige Themen klären zu wollen. Auch wenn sich der Narzisst in einer durchaus gemütlichen Stimmung befindet, sollte Sie dass nicht dazu verleiten, unangenehme Diskussionen zu eröffnen wie z.B. Kindererziehung, teure Anschaffungen oder die Schwiegereltern, und aufgrund der trauten Atmosphäre auf Lösungen zu hoffen. Das wäre schlagartig das Ende eines schönen Festes.

Der Narzisst will über die Gäste lästern

Das Schönst an einem Fest ist es immer, wenn man hinterher noch ordentlich über die Gäste lästern kann. Bereiten Sie sich darauf vor, dass er wahrscheinlich über Ihre Familie oder andere Gäste herfallen wird. Er wird Sie darauf aufmerksam machen, wie wenig das Essen gewürdigt wurde, was für einfallslose Geschenke überreicht worden sind, was für niveaulose Gespräche geführt wurden und über die mangelnden Manieren. Der Narzisst fühlt sich zum Ausklang des Festes noch einmal so richtig wohl, wenn er andere erniedrigen kann, um sich selbst als den perfekten Gastgeber zu fühlen.

Wenn er anschließend noch gehen will

Ist das Schlimmste mit der Geschenkübergabe, den Weihnachtsliedern und dem Festmahl überstanden, dann kann es auch gut sein, dass der Narzisst das bis dahin gelungene Fest durch eine plötzliche Abmeldung doch noch zum Scheitern bringt. Er springt einfach auf und verlässt die Familie, weil er sich noch mit Freunden in der Stadt treffen oder irgendeiner sonstigen Verabredung nachgehen will.

Ein solches Verhalten wäre natürlich sehr schwer zu tolerieren, verhindern werden Sie es aber wohl nicht können. Es sollte Ihnen aber Anlass geben, über die Qualität einer solchen Beziehung nachzudenken, wenn Sie der Partner, nachdem das Schönste an Weihnachten vorbei ist, einfach sitzen lässt, obwohl Sie sich selbst mit Ihren eigenen Bedürfnissen mehr als zurückgehalten haben. Hier würde einmal mehr das egoistische und parasitäre Verhalten eines Narzissten zum Ausdruck kommen.

Narzissten im erweiterten Familienkreis

Sofern es sich bei dem Narzissten nicht um Ihren Partner handelt, sondern einem Mitglied des erweiterten Familienkreises ( Eltern, Großeltern, Schwiegereltern, Onkel, Tante, Geschwister ), sollten Sie es vermeiden, diese Narzissten zu sich nach Hause einzuladen. Es wäre geschickter, sich von ihnen einladen zu lassen, weil Sie dann selbst entscheiden können, wann Sie das Fest wieder verlassen wollen. Das Verhalten von Narzissten hat ja leider über die Weihnachtstage keine Betriebsferien, so dass Sie jederzeit mit Provokationen, unterschwelligen Beleidigungen und zweideutigen Anspielungen rechnen müssen. Sie können sich dann leichter der negativen Energie entziehen, wenn Sie selbst das Ende der Gemütlichkeit bestimmen können. 

Müssen Sie dennoch pflichtgetreu den Narzissten zu sich nach Hause einladen, dann denken Sie daran, kritische Themen zu vermeiden, den Narzissten für seine tollen Geschenke zu danken und ihn auch ansonsten für seine großzügigen Gesten während des vergangenen Jahres zu loben. Vergessen Sie nicht, dass es das Fest des Narzissten ist und nicht das Fest der Familie. Also werden Sie leider in diesen Stunden die Großartigkeit des Narzissten huldigen müssen, um keinen Stress zu provozieren. Sie sollten sich aber hinterher nicht übermäßig über sein egozentrisches Verhalten ärgern. Stellen Sie sich lieber selbst wieder in den Mittelpunkt und gönnen Sie sich danach etwas Gutes. So kommen Sie am schnellsten über das   selbstherrliche und überhebliche Auftreten des Narzissten hinweg.

Wenn Sie getrennt von dem Narzissten leben

Leben Sie getrennt von Ihrem ehemaligen Partner und haben Sie gemeinsame Kinder, dann sollten Sie sich nicht auf den Vorschlag einlassen, dass Weihnachtsfest für die Kinder gemeinsam mit dem Narzissten zu verbringen. Bleiben Sie in der Distanz und schonen Sie Ihre Nerven. Weihnachten soll auch für Sie mit schönen Momenten gesegnet sein und Sie sollen nicht auch noch über die Festtage ihre Zähne zusammenbeißen müssen. Teilen Sie sich den Umgang mit den Kindern über die Weihnachtstage und feiern Sie getrennt. Auch wenn es vielleicht der Wunsch der Kinder ist, dass Mama und Papa zusammen mit ihnen Weihnachten feiern sollten, so dürfen Sie ihnen ruhig liebevoll erklären, dass dieser Wunsch leider unerfüllt bleiben muss.

Veröffentlicht in Blog, Tipps zum Umgang
46 commenti su “Weihnachten mit einem Narzissten
  1. beate sagt:

    Weihnachten war mal wieder der Anlass im Netz vielleicht nach Antworten zu suchen. Gestern bin ich auf diese Seite gestoßen. Gott sei Dank!! Danke Herrn Grüttefien und den Menschen, die hier so offen sprechen. Ein über das andere mal dacht ich beim Lesen: „Ja, das kenne ich auch…“; „Wie bei mir..“…
    Endlich hab ich ein Wort für diese ganze Maläse – Narzissmus.
    Ich bin über 60 geschieden, habe 2 erwachsene Kinder, 2 jüngere Geschwister und die Eltern leben noch.
    Weihnachten ist bei mir glatt ausgefallen. Leider nicht, weil ich heroisch einen superklugen Entschluss durchgezogen habe, sondern: ich hab’s nicht geschafft.
    Wollte eine Rüstung basteln, die Tretminen neu kartographieren, überlegen wo neue verbuddelt sein könnten, eine Strategie entwickeln,… Fürchtete aber, es wird eh alles nicht helfen. Am Ende sitz ich doch wieder da, mit knirschenden Zähnen ewig im Kreis herum grübelnd, entweder mit tierischer Wut im Bauch oder hoffnungslos traurig leise vor mich hin fänsend und K e i n e r (!) versteht mich. Nun, ich hatte mich absichtlich in ein „Funkloch“ begeben(die Rüstung war noch nicht fertig) bis es eh zu spät war irgendwas zu verabreden und… fühlte mich erst mal erleichtert.
    Dank dieser Seite hier bin ich jetzt in der Lage, meine Situation kurz und knapp darstellen, statt Romane zu schreiben: Ich habe es mit einem narzisstischen Stiefvater zu tun (den ich bis 30 immer für den leiblichen Vater hielt) und einer ihm, aber so was von, ebenbürtigen jüngeren Schwester (sein leibliches Kind, körperlich behindert). Die Beiden kämpfen verbissen um die Vorherrschaft. Die Verbindung zu den Eltern hab ich schon vor Jahren gekappt. Die Schwester robbt sich aber immer wieder zu nahe an mich ran, über meine Kinder (so als Tante).Die Kinder sind meine offene Flanke.
    Ich werde diesen Blog nun öfter besuchen und einige Kapitel noch mehrmals durchlesen. Es keimt leise Hoffnung auf, ich könnte die Dinge selber entfitzen und ordnen.
    Wünsche allen hier noch eine gutes neues Jahr, Gesundheit und viel Kraft.

  2. Eddy sagt:

    Passendes Thema für mich!
    Seine letzten demütigenden Aktionen fanden von Heilig Abend bis Neujahr statt.
    Es sollte ein harmonisches Fest werden, nachdem wir uns in den letzten 2 Monaten recht gut verstanden hatten. Ich war wieder Feuer und Flamme und plante für uns Weihnachten. Ich hatte natürlich auch Geschenke für ihn, auch wenn ich egtl schon in diesem Moment wieder wusste, dass er nichts für mich hat…..wie ich bereits auch zu meinem Geb. nichts bekam, ausser ein “ Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!“
    Tja, er war dann allerdings zusätzlch noch der Meinung, mir Heilig Abend kurz vor dem Abendessen, sagen zu müssen, dass seine Ex später noch hinzukommt, weil sie nicht allein sein soll an diesem Tag.
    Wer dann von diesem Zeitpunkt bis zum 2 Feiertag alleine war, war ich!!!
    Seine Ex ist angeblich seine einzige und allerbeste Freundin. Ich habe sie als intrigant und herrisch kennengelernt. Ihr war ich von Beginn an ein Dorn im Auge.
    Ich hatte den Ärger und die Trauer schon wieder geschluckt, lag doch noch Silvester vor uns.
    Aber auch hier sollte ich mich täuschen. Den Jahreswechsel verbrachte er schließlich mit seiner Ex bei irgendwelchen schrägen Kiffer Typen. Dementsprechend war auch der Neujahrstag. Wir sahen uns letztendlich am 2.1 abends.

    Keine Entschuldigung, keine Reue, kein Empfinden wie es mir wohl gehen mag, nichts kam!!!
    Wir haben wieder einmal den kompletten Schlussstrich gezogen (oder besser gesagt, ich musste mich damit abfinden) und ich komme einfach nicht damit klar. ich weine seit Wochen, aber heut ist es so dermaßen schlimm….alles tut mir weh dabei, ich verkrampfe, bekomme kaum Luft. keine Ablenkung gelingt, überall ist nur er in meinem Kopf.

  3. Theresa sagt:

    Hallo Ihr Lieben.
    Nun sind ein paar Tage verstrichen, Weihnachten vorbei und ich dachte, das das schlimmste überstanden ist. Leider hat meine Freundin das Weihnachten nicht so schön verbracht, wie ich es mir Ihr gewünscht hätte. Schade, denn nun möchte sie sich weder mit mir treffen noch sonst irgendetwas. Es ist ja wirklich nicht meine Angelegenheit, aber ich mache mir Sorgen um sie, denn körperlich geht es ihr leider auch nicht gut.
    Soll ich sie nun tatsächlich in Ruhe lassen oder ist es eine Aussage, die sie so gar nicht gemeint hat und das Gegenteil wünscht?
    Soll ich Ihre Familie involvieren oder geht das zu weit ?

    Kann mir jemand aus seiner Erfahrung mitteilen, was zu tun ist ?

    Vielen Dank im Voraus

    • Theresa sagt:

      Hallo damit meine Aussauge auch verstanden wird, meine Freundin lebt seit Jahren mit einem Narzissten zusammen und ich gab Ihr kürzlich den Hinweis, sich mit dem Narzissmus auseinanderzusetzen. Aus der Beziehung ist ein Kind entstanden. Sie möchte sich deswegen nicht trennen, da das Kind sehr an dem Vater hängt.

      • Holger sagt:

        Hallo Theresa,

        es freut mich zu hören, dass du helfen willst!

        Bei solchen Angelegenheiten solltest du aber äußerst sensibel und vorsichtig vorgehen. Sonst kann es passieren, dass das als Einmischung verstanden wird und du nachher den Narzissten UND deine Freundin, bzw. sogar deren Familie gegen dich hast.

        Schlimmstenfalls merkt der Narzisst was da läuft und dann kannst du dir vorstellen wie das endet.

        Zwei meiner besten Freunde und Arbeitskollegen sind auch jeweils mit einer schwierigen Person (ob das Narzisstinnen sind oder ob diese andere, ähnliche Störungen haben kann ich nicht sagen, ich bin kein Experte) verheiratet. Beide leiden sehr unter dem emotionalem Missbrauch, der von ihren jeweiligen Partnerinnen ausgeht.

        Den beiden höre ich einfach nur intensiv zu und gebe ab und zu mal einen entscheidenden Hinweis in die richtige Richtung, so dass sie sozusagen von selbst darauf kommen wo das Problem liegt.

        Ich finde man kann hier besser langsam vorgehen (steter Tropfen höhlt den Stein), dann fühlt sich niemand angegriffen bzw. verletzt. Anders sieht es natürlich aus wenn physische Gewalt im Spiel ist! Aber das sollte ja klar sein.

        Hat deine Freundin dir denn konkret gesagt warum sie sich nicht mit dir treffen will? Ich würde es sonst einfach ein paar Tage später nochmal versuchen. „Meine“ Pflegefälle zieren sich auch immer und sind dann hinterher doch ganz froh und dankbar wenn man sich mit ihnen getroffen hat.

        Viel Erfolg!

        • Theresa sagt:

          Lieber Holger,
          danke für Deine Worte. Es hilft ungemein, wenn Erfahrungen ausgetauscht werden. Das hilft mir sehr. Danke.

          Nun zu Deiner Frage:
          Meiner Freundin hatte ich (telefonisch) die Frage gestellt, ob sie die Freundschaft beenden will – so dass es für sie einfach war, ja zu sagen. Im persönlichen Kontakt wurde es dann abgemildert, mit einem ja und nein.
          Sie sitzt zwischen Baum und Borke. Zum einen will sie zu Hause Ruhe, zum anderen will sie die Freundschaft erhalten.

          Ihr Partner möchte, dass die Freundschaft zu mir beendet wird.
          Gebe ich auf, hat sie niemanden mehr. Ihre Familie wurde auch schon aussortiert und taugt in seinen Augen nichts. Freunde aus „alten“ Tagen hat sie nicht mehr, weil er den Kontakt nicht wünscht.

          Vielleicht arbeitet die Zeit für mich und am Ende wird doch noch alles gut. Ich wünsche es mir für sie.

          Lieben Gruß

          Theresa

          • Holger sagt:

            Hallo liebe Theresa,

            gern geschehen!

            Ich finde übrigens dein Engagement sehr wichtig und vorbildlich! Wie es aussieht ist der Partner deiner Freundin allerdings so übel drauf, dass man hier allein und „nur“ mit guten Worten nicht mehr weiterkommt.

            Wenn es schon so weit ist, dass er über Wohl und Wehe und den Umgang deiner Freundin bestimmt, und sie bereits gesundheitliche Probleme dadurch hat, kann ihr am schnellsten durch einen Experten geholfen werden.

            Ich würde ihr raten, sich vertrauensvoll an ihren Hausarzt zu wenden. Der kann sie dann an einen entsprechenden Psychologen o. ä. verweisen. Damit sieht das dann für ihren Partner nicht so aus, als hättest du deine Finger im Spiel. Und er kann ihr ja schlecht den Gang zum Arzt bzw. zu Fachleuten verbieten.

            Der Rest ergibt sich dann von allein. Aber das dauert natürlich seine Zeit.

          • keinLila sagt:

            Aber weißt du Holger… genau deshalb stellt es sich für den Narzissten immer so da, als ob die Partnerin die „Verrückte“ ist; also nicht er die Probleme in der Beziehung fabriziert, sondern die Partnerin krank ist.
            Natürlich sollte man sich Hilfe holen, wenn man nicht mehr kann. Das ist gar keine Frage. Der Schlüssel ist aus meiner Sicht zu lernen, sich durchzusetzen, zu sich selbst zu finden und zu sehen, was man denn selbst überhaupt will und erwartet. Diese Opferrolle muss verlassen werden. (Ich glaube übrigens auch, dass uns die Begegnung mit Narzissten eben genau das lehren soll. Sie spiegeln uns hervorragend, wo genau wir selbst so unglaublich verletzlich sind.)

  4. Cinderella sagt:

    Hallo Alle,
    danke für Eure Rückmeldungen. Heute ist es besonders schlimm. Ich habe gesehen, dass er einen neuen weiblichen Kontakt auf einer im Internet bekannten „Freundeseite“ hat. Diese Frau „verkörpert“ natürlich all´seine Vorlieben und mir tut es einfach nur weh, immer noch. Ich war kurz davor, ihm eine wütende Nachricht zu schreiben. Nach dem Motto, hast ja nun endlich das, was Du immer wolltest, warum musstest Du mich dann so kaputt machen….
    Hab davon wieder Abstand genommen und mich entschieden zu schweigen (das fühlt sich richtig an) Spüre den Schmerz und die Tränen kullern. Diese Frau wird er 100%ig nicht beleidigen und schlagen (wie schon geschrieben und um Missverständnissen vorsichtshalber vorzubeugen, ich wünsche das keiner Frau (oder Mann)!!!) aber warum hat er es bei mir getan? Was ist an mir so schlimm? Weil ich nicht studiert habe?
    Weil ich körperlich nicht das verkörpterte worauf er eigentlich steht?

    Warum hat er ständig neue Kontakte und ich zerbreche an meinem Schmerz?

    Ich kann einfach nicht mehr, ich möchte, dass es aufhört…

    • Thomas sagt:

      Hallo Cinderella, ich versteh dich sehr gut wie sehr es schmerzt wenn der andere jemand Neues hat wobei ich nie verstehen werde wie sich zum einen scheinbar ständig neue Möglichkeiten auftun ( bei mir üerhaupt nicht) zum anderen dass es da bei neuen Leuten städig Bereitschaft gibt.

      Auf jeden Fall solltest du dich auf keinen Fall mehr bei ihm melden auch wenn es dir das Herz zerreißt.Er würde sich nur an deinem Leid weiden und würdest wahrscheinlich erneut verletzt werden. Kannst nur, wie ich in meinem Fall, auch auch hoffen dass er mal Schiffbruch erleidet und seinen Meister findet.

      • Cinderella sagt:

        Ja, ich weiß, dass das nichts bringt. Wie oft stand ich weinend vor ihm, habe etliche Briefe/Mails geschrieben, dass er mich verletzt, dass er mir mit seinem Verhalten weh tut und was ist passiert? NICHTS!!!!
        Heute tut es irgendwie seit so langer Zeit besonders weh. Alle Wunden sind aufgerissen und ich muss nur noch heulen.
        Immer wieder frage ich mich, was ist das für eine Probe, auf die ich vom Universum gestellt werde? Wozu soll das gut sein bzw. es muss doch dann auch endlich mal vorbei sein??????
        Ich will, kann und werde es nie verstehen, wie man einem Menschen so weh tun kann, ihn so verletzen kann, den man ja angeblich liebt bzw. mal geliebt hat, der einem ja mal soooo wichtig war…. pfffff! Stattdessen immer neue andere Frauen, weil die ja alles so interessant sind und man ja von „allem mal Naschen muss“. Ich kann gar nicht so viel essen, wie ich hier kotzen könnte… 🙁 Entschuldigt, aber ich kann einfach nicht mehr.

        • Cinderella sagt:

          Ich konnte meine Wut nicht unterdrücken und habe ihm geschrieben, dass wir beide fertig miteinander sind.
          So oft habe ich Wut unterdrückt (hinter Wut steckt ja eigentlich Traurigkeit), dass ich so viel körperliche und seelische Beeinträchtigungen habe (Schlafprobleme, Magenschmerzen/Übelkeit usw.). Es geht nicht mehr.
          Ich versuche nun nach vorne zu blicken und mir etwas aufzubauen und nicht mehr so stark hinzufallen.
          Wenn es doch nur aufhören würde weh zu tun… Bitte Universum…

          • Arianna sagt:

            Ich habe einmal in einem sehr guten Blog zum Thema gelesen, dass die Beziehung zu einem narzisstisch gestörten Menschen vor allem eine spirituelle Angelegenheit ist. Man kommt immer wieder in Versuchung, um sie zu trauern, sie zu vermissen, ihnen helfen und sie verstehen zu wollen, ihnen „doch noch eine Chance geben“ zu wollen, „sich selbst nicht wichtig zu nehmen“, sich einzureden „es war doch alles nicht so schlimm“…
            Doch. War es. Das ist nur eine immer wiederkehrende Einflüsterung und Versuchung. Die Bibel hat in vielem Recht, auch wenn sie heute oft als überholt und altmodisch abgetan wird: man muss buchstäblich seine Seele vor diesen Menschen retten. Was auch immer man leidet, während man sich von ihnen löst, ist längst nicht so schlimm wie das innere Höllenfeuer, dem man ausgeliefert ist, so lange man mit ihnen in Verbindung ist! Ich weiß aus eigener Erfahrung, wovon ich spreche! Befreit euch von diesen Menschen, denn sie richten euch in jeder Beziehung zugrunde. Im schlimmsten Fall stecken sie eure Seele an: dann fangt ihr an, euch ihnen anzugleichen, um sie zu ertragen.
            Glaubt mir, kein Mensch ist DAS wert! Und kein liebender Gott, selbst kein strafender Gott, ist jemals so grausam wie einer dieser Menschen. Gott bestraft uns, bis wir unsere Lektion gelernt haben. Narzisstisch gestörte Menschen bestrafen uns IMMER, mag da kommen, was will.
            Hört auf eure Seele! Lasst euch nicht benutzen von diesen gestörten Menschen. Wenn ihr noch Mitleid mit ihnen habt: betet für sie. Mehr könnt ihr nicht tun. Ihr seid ihre Opfer und damit die letzten, die sie zur Einsicht bringen könnten. Nehmt nicht ihr Kreuz auf euch und bildet euch ein, dass ihr das aus Liebe macht! Wer euch ehrlich liebt, wird das niemals von euch erwarten.
            Und glaubt mir eines: diese Menschen leiden viel, viel mehr als ihre Opfer, so unglaublich das klingt. In ihrem Inneren ist nur eine Wüste. Ihre Beteuerungen, wie toll sie sind und wie viel Erfolg sie haben, sind nur Lügen. So ein gestörter Mensch kann kein wirkliches Glück empfinden, nur kurzzeitigen Triumph, wenn er mal wieder jemanden benutzen konnte.
            Und versucht nicht, sie zur Einsicht zu bringen: einem geistig Zurückgebliebenen kann man auch keine Algebra beibringen. Lasst es, vergeudet nicht mehr eure Lebenszeit. Es ist hart und es dauert… aber es ist machbar. Eine Beziehung zu diesen Menschen dagegen ist nicht machbar.
            Ich kann nur immer wieder sagen: hört auf eure Seele. Sie ist eure Verbindung zu Gott. Dabei holt ihr euch manchmal eine Kopfnuss, ja, aber niemals ohne Grund. Lasst euch nicht von Menschen versuchen, die euch einreden wollen, „wenn du doch nur XY sagen / tun / denken / fühlen würdest, könnten wir leben wie im Paradies, würden die perfekte Liebe kennen, niemals Sorgen, niemals Probleme, niemals Konflikte…“ Das ist blanker Unsinn. Das Leben ist nicht dazu da, ein einziges Hoch zu sein! Glaubt denen nicht, die euch das einreden wollen. Lernt eure Lektion aus dieser Begegnung, aber lasst sie um Himmels Willen hinter euch.
            Seid notfalls radikal – zieht um, ändert eure Telefonnummern, E-Mail-Adressen, Facebook Account etc. und streicht diesen Menschen ganz aus eurem Leben. Je mehr ihr merkt, dass ihr wieder in Versuchung kommt, auf ihn zu hören oder euch um ihn zu sorgen, desto dringender ist das. Auch wenn ihr dann erst einmal eine Weile allein seid. Viel, viel lieber allein als in so schlechter Begleitung! 🙂

          • keinLila sagt:

            Richtig, Ariane. Die Narzissten helfen uns auf dem Weg zu uns selbst, denn wir haben nicht erkannt, was für ein wundervoller Mensch wir selbst sind. Bei der Auseinandersetzung mit uns selbst hilft es aber nicht, davor wegzulaufen. Es genügt, wenn wir uns selbst entdecken. Der Narzisst zeigt uns hervorragend, wo genau unser Selbstbild noch nicht in Ordnung ist. Das ist ein schmerzhafter Prozess, aber einen besseren Spiegel können wir nicht bekommen, um endlich unser Leben zu ändern und in die Selbstliebe zu gehen. Das ist dann vllt. auch spirituell. Diese Begegnung war kein Zufall.

  5. Marion sagt:

    Hallo Cinderella..Thomas..Holger,. diese Selbstzweifel sind wohl jedem bekannt ..der unter einem Narzissten hat leiden müssen oder noch immer leidet. Mir hat der erste Reiki Grad ( eine uralte japanische Heil/Entspannungmethode) sehr geholfen…die Dinge aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Das ist vielleicht nicht jedermanns Sache. ..dennoch glaube ich das fernöstliche Methoden dabei helfen können wieder Mut und Selbstvertrauen zu fassen .

  6. Cinderella sagt:

    Liebe Alle,

    ich wollte Euch mal fragen, ob Ihr nach einer Trennung von einem Narzissten/einer Narzisstin auch ein so heftiges Gefühlswirrwarr durchlebt und was Ihr dagegen tut?

    Obwohl die Trennung von „meinem Exemplar“nun schon drei Jahre zurückliegt (der Kontakt war jedoch nie ganz abgebrochen), gehts mit mir innerlich „auf und ab“.
    Auf der einen Seite hatte ich nach der Trennung immer das Gefühl endlich wieder atmen zu können, ich fühlte mich frei und ganz langsam konnte ich mich wieder spüren, mich und meine Bedürfnisse neu entdecken.
    Diese Freiheit genieße ich bis heute sehr. Dennoch holen mich manchmal Schatten der Vergangenheit (Flashbacks?) ein. Dann werde ich innerlich nervös, es stellt sich ein Ohnmachtsgefühl ein, es fühlt sich innerlich plötzlich wie in einer Einbahnstraße an. Ich fange an, an mir zu zweifeln, warum ich die seelischen und körperlichen Grausamkeiten abbekommen habe oder ob er es bei der nächsten Frau auch so macht (bitte versteht mich nicht falsch, dass soll nicht heißen, dass ich es meiner etwaigen Nachfolgerin wünschen würde – um Gottes willen! Das was ich erlebt habe, „wünsche“ ich NIEMANDEM, egal ob Frau oder Mann). Vielmehr stelle ich mir die Frage, weil, wenn es damals zu seelischen und/oder körperlichen Übergriffen oder Fremdgehen gekommen ist, hieß es immer von seiner Seite (O-Ton), „dass habe ich ja nur gemacht, weil DU….“
    Wenn wir heute noch Kontakt haben, und er erzählt von seinen Affairen oder potenziellen Frauen, an denen er Interesse für eine feste Beziehung hat, wie toll die sind…und schon fange ich an, an mir zu zweifeln 🙁 Kennt ihr das Gefühl? Was macht Ihr dagegen?

    • Thomas sagt:

      Hallo Cinderella, die Trennung von meinen NARZISSTIN mit der ich 16 Jahre veheiratet war hat letzes Jahr Mä

      • Thomas sagt:

        Hallo Cinderelle, die Trennung non meiner NARZISSTIN mit der ich 16 Jahre verheiratet war, hat letztes Jahr im März also vor eindreiviertel Jahren stattgefunden. Nach langem Kampf um die Ehe in der Fachpersonal einbezogen war wurde ich nachdem bis zum letzten Tag tausend nichteingehaltene Besserungsversprechen gnadenlos durch Warmwechsel entsorgt. Selbiges Verhalten hat sie 16 Jahre zuvor von ihrem ersten Mann zu mir betrieben. Jetzt hat sie vor 2 Monaten die Scheidung eingereicht. Mit meinem Nachfolger ist sie noch immer zusammen. Die Gedanken die du hast sind deckungsgleich mit Meinen. Jeden Tag denk ich an dies Frau und das dort Erlebte. Ich hab bisher niemand Neues und hab auch keine Hoffnung mehr ehrliche Liebe erfahren zu dürfen. Wie man das Gedankenkreisen abstellen kann weiss ich auch nicht. Vermutlich wird das immer so bleiben. Der Schmerz ist zwar nicht mehr so intensiv wie am Anfang doch leiden tu ich immer noch. Ein kleiner Trost liegt darin das man mit der Problematik nicht allein ist.

        • Holger sagt:

          Hallo Thomas,

          mein Tipp an dich ist, dich erstmal nur auf dich selbst zu konzentrieren. Gönn dir was Gutes, tue was für dich. Aktiviere deinen alten Hobbys wieder. Auch wenn es dir erstmal keinen Spaß macht. Der kommt von alleine wieder zurück.

          Aber es dauert, nimm dir Zeit. Ein, zwei drei oder sogar noch mehr Jahre. Gib nicht auf! Und auch wenn du das jetzt noch nicht glauben kannst: Es gibt ganz viele Menschen da draußen, die normal sind und mit denen man eine wundervolle Beziehung haben kann.

          Und es gibt kein „ich bin zu alt“ oder so. Jeden Tag kommen in jeder Altersgruppe neue Menschen hinzu, bei denen du das findest was du suchst. Für jeden abgefahrenen Zug fährt ein neuer ein, der auf dich wartet. 🙂

    • Holger sagt:

      Hallo Cinderella, ja, das Gefühl kenne ich nur zu gut.

      Die Trennung von „meiner“ Narzisstin ist nun mehr als 20 Monate her und in den seltenen Fällen, in denen wir noch persönlichen Kontakt haben (es sind noch ein paar Dinge zu regeln, z. B. der abschließende Umgang mit Finanzen, und die Scheidung läuft auch noch, etc.) muss ich mich ziemlich zusammenreißen.

      Das sind sehr anstregende Gespräche in denen sie mir in atemberaubendem Tempo möglichst auch unter die Nase reibt, wie toll ihre „neuen“ jeweils sind (inzwischen der dritte, „jetzt aber echt der Richtige“). Da sieht man mal wie sehr ihr die Empathie fehlt. Wäre diese vorhanden würde sie spüren, dass ich das gar nicht wissen will. Würde ich sie aber darauf hinweisen, wäre sie wahrscheinlich wieder eingeschnappt und ich wäre Schuld. Also spare ich mir das.

      Meine „Lösung“ sieht so aus:

      – Ich beschränke den Kontakt auf das Allernötigste (z. B. nur auf rein sachliche, kurze Nachrichten per WhatsApp) und werde diesen wohl sobald wie möglich ganz abbrechen.
      – Ich sage mir immer wieder selbst, dass ich nicht derjenige bin, der Hilfe braucht. Irgendwann glaube ich mir bestimmt mal. 😉
      – So toll wie die anderen Typen alle sind, kann ich wohl nicht mehr werden. Will ich aber auch gar nicht. 😉
      – Ich verschwende möglichst keine Gedanken mehr an das, was meine Narzisstin inzwischen macht. Ich stelle sie mir vor wie ein kleines bockiges Kind, das seinen Lutscher an der Kasse nicht bekommen hat.

      Was mich mit am Meisten ärgert ist, dass ich in all den Jahren in denen ich mit ihr zusammen war, selber narzisstische Züge entwickelt habe. Unbewusst und wahrscheinlich als eine Art Gegenwehr. Aber ich habe das erkannt und werde an mir arbeiten. Sie wahrscheinlich nicht.

      Bei allem was man tut, kann man nur gewinnen. Und wenn es „nur“ Erfahrung ist…

      • keinLila sagt:

        Hallo Holger, du hast doch hoffentlich durchschaut, dass die Sache mit den anderen „tollen“ Menschen nur Schauspielerei ist, oder? Für deine Ex-Partnerin war es eine unglaubliche Verletzung, dass du sie verlassen hast. Sie kommt nur darüber hinweg, indem sie dir (und vor allem sich selbst) erklärt, dass das mit dir sowieso nichts getaugt hat. Das ist ja eigentlich eine ganz normale Reaktion und macht ihren Schmerz durch das Verlassensein und die viele Kritik, die in der Trennungsphase geäußert wurde, erträglicher.

        Was dir ihr Verhalten sagen will, ist, dass der wirklich gute Partner eigentlich du warst.
        Und hey, so ist es auch. Du bist toll, so wie du bist. Das muss dir niemand erklären, du weißt das doch. (Oder? 😉 )

        • Holger sagt:

          Hallo keinLila,

          danke für deine Worte! Und ja, ich habe das durchschaut, auch wenn es noch sehr schmerzt.

          Wir waren damals monatelang vor der Trennung noch regelmäßig alle zwei Wochen bei der Paarberatung. Da habe ich erst angefangen zu erkennen wo das Problem eigentlich liegt. Bis dahin dachte ich immer, ich wäre allein an allem Schuld.

          Wir haben uns dann im gegenseitigen Einvernehmen getrennt. Ich hatte ihr zwar danach noch einmal angeboten es noch einmal zu versuchen, aber sie hat abgelehnt. Im Nachhinein bin ich froh darüber.

          Wenn die Trennung rein von mir ausgegangen wäre, hätte sie mir die Hölle erst richtig heiß gemacht. „Wie kannst du nur, nach allem was ich für dich getan habe!“

          Und zu der Thematik mit Theresa weiter oben: Du hast Recht, wir „Opfer“ werden schnell zum Therapeuten etc. geschickt, weil vermeintlich mit uns etwas nicht stimmt. Das glauben wir ja auch, auch wenn es natürlich falsch ist. Was wir bis dahin aber nicht wissen.

          Die Idee besteht jetzt darin, dass Theresas Freundin zum Fachmann gehen sollte, um dort von sich aus die Wahrheit zu erkennen. Nämlich dass sie selber keinerlei Schuld trifft und eine Trennung die einzige Möglichkeit ist, heil aus der Sache herauszukommen.

  7. Marion sagt:

    Hallo liebe Frau Holle….einem Ehepartner zu entwischen ist natürlich wesentlich schwerer …als einem Elternteil. Ich wünsche dir viel Kraft und sollte dir wieder so ein Exemplar über den Weg laufen…dann lass ihn einfach nicht an dich heran. Ich habe die Erfahrung gemacht…daß man einer Verbalattacke einfach gegenüber tritt…indem man anspricht…durchschaut zu haben…das man nur verletzt werden soll und mankeine Lust habe mich auf dieses Niveau herab zu lassen. Natürlich muss man sich klar machen…daß derjenige mal wieder versucht ..einen mit beleidigten …eisigen Schweigen zu manipulieren. Einfach weiterhin freundlich höflich bleiben und diese Laune ignorieren. Viel Glück und schöne Feiertage

    • Frau Holle sagt:

      Liebe Marion,
      die Trennung von einem narzisstischen Menschen ist wirklich ein Kraftakt – aber ich bin erwachsen – ich kann (sofern keine Kinder/andere Verpflichtungen da sind) eine Entscheidung wachsen lassen, meine Instinkte wahrnehmen, mich meinen Ängsten stellen, mich persönlich und wirtschaftlich abgrenzen, alle meine Ressourcen einsetzen, meine Gedanken strukturieren, Gefühl erkennen, Wissen aufnehmen …
      Kinder können das nicht – sie haben kein Wissen, auf welches sie zurückgreifen können, keinen durch Erfahrung sensibilisierten Instinkt, können (noch) nicht verknüpfen, vergleichen, assoziieren… Sie sind den destruktiven, verwirrenden Manipulationen, den schmerzhaften Phänomenen des elterlichen Narzissmus und ihren eigenen Ängsten hilflos ausgeliefert, können bestenfalls irgendwie reagieren – werden dadurch geprägt … Und ihr (Lebens)Päckchen auf ihrem Rücken wächst stetig … Selbst, wenn sie es schaffen, als Erwachsene ihr Trauma zu heilen, werden sie wohl selten ganz unbefangen und unbeschwert ihr Leben leben können.
      Nur wenige haben später das Glück, ihre „Lebenspäckchen“ als positive Ressource integrieren zu können, als zu ihnen gehörig wie die Nase im Gesicht zu erfahren, zu erleben, dass ihre Historie ihnen zu einer übergeordneten erkennenden Weisheit verhilft, einer in-sich-ruhenden, milden Gelassenheit. Diese Menschen brauchen keine Augen mehr – sie haben ihr sehendes Gefühl – gewachsen aus Leid und Lernen – sie gehen nicht unter sondern werden stark. Mit diesem Phänomen beschäftigt sich mittlerweile die relativ junge Wissenschaft der Resilienzforschung, der psychischen Widerstandsfähigkeit von Menschen.
      Heute stellt sich mir eher die Frage: Wo hören die gesellschaftlich als „Individualismus“ begünstigte Rücksichtslosigkeit und Egozentrie auf und wo fängt schadhafter Narzissmus an?

      Liebe Marion – bleib stark …

      • Arianna sagt:

        Hallo,
        was Rücksichtslosigkeit und Egozentrik betrifft: ich glaube, ganz einfach gesprochen, dass diese Menschen einfach nicht richtig erzogen wurden. Diese Störung beginnt ja schon im Kindesalter, und ich weiß von meiner narzisstisch gestörten Mutter, dass ihr immer alles erlaubt wurde. Solche Menschen lernen keine Grenzen zwischen sich und anderen und keine Eigenverantwortung.
        Ich selbst glaube daran, dass im zwischenmenschlichen Bereich Respekt an erster Stelle steht. In einer guten Kinderstube lernt man, höflich und rücksichtsvoll miteinander umzugehen. Das kann man von jedem erwarten. Ob dazu auch echte Zuneigung kommt, ist dann natürlich von Fall zu Fall unterschiedlich.
        Aber narzisstisch gestörte Menschen sehen keine Grenzen. Sie halten Übergriffigkeit, seelische Erpressung und überlegenes Mitleid für „Liebe“ und reagieren mit Unverständnis, wenn man ihnen mangelnde Rücksicht vorwirft. Allenfalls verstehen sie das als „Wie, du glaubst, ich liebe dich nicht genug?! Wo ich doch…“ usw. usw.
        Dabei ist „Liebe“ nicht das Problem, sondern der grundlegende zwischenmenschliche Umgang. Ohne Respekt kann es gesunde Liebe nicht geben. Und da sie Respekt und Höflichkeit nicht gelernt haben, glauben sie, die Seelen anderer Menschen seien nur dazu da, um sie zu füttern. (Ebenfalls die Intelligenz, der Körper, der materielle Besitz anderer, je nach Situation.) Im Grund genommen sind sie quengelnde, umgezogene Kleinkinder: aber da sie körperlich erwachsen und geistig normal sind, merkt man das nicht und bevor man es merkt, haben sie meistens schon viel Macht über einen gewonnen. Man fängt an, sie zu hofieren und ihnen einen Altar zu bauen – dabei sollte man sie ignorieren. Anbeten darf man niemanden, und „erziehen“ kann man einen erwachsenen Menschen nicht mehr. Diese Menschen sollten selbst begreifen, dass es mit ihnen so nicht weitergeht, sonst ändern sie sich nie.
        Die große Frage, die sich die meisten Opfer stellen, ist: kann oder will er nicht verstehen? Nach einschlägigen Erfahrungen und vielen Berichten anderer glaube ich inzwischen, dass sie es nicht können. Wenn sie wollten, müsste man wenigstens ab und zu von einem seltenen Fall hören, in dem so ein Mensch sich doch noch geändert hat. Mir persönlich sind solche konkreten Fälle aber völlig unbekannt. Und selbst wenn es sie gibt: wollen wir wirklich Jahre und Jahrzehnte darauf warten?! Gibt es nicht so viel Schönes in der Welt, das entdeckt, und so viel bessere Menschen, die kennen gelernt werden wollen? Das ist die Frage, die jedes Opfer dieser Menschen für sich selbst beantworten muss.

        • Laura sagt:

          Hallo Arianna,

          ich denke, du hast Recht. Mein narzisstischer Ex-Freund ist das älteste von insgesamt 8 Kindern seiner Eltern. Als ich ihn kennenlernte, fand ich das toll, dass er aus einer großen Familie stammte. Erst viel später wurde mir klar, dass es an solchen Konstellationen auch Nachteile gibt. Die Altersunterschiede zwischen den Kindern sind gering, immer so 1-2 Jahre. Sein Vater war berufstätig, die Mutter kümmerte sich meistens alleine um die Kids. Wie hätte sie sich ausreichend Zeit für ihn nehmen und ihm den nötigen Anstand beibringen sollen, wenn sie ein Kind nach dem anderen geboren hat und die kleineren Kinder sie noch mehr gebraucht haben als er?

          Dass ein Mensch mit dieser Störung Einsicht zeigt und sich ändern möchte, passiert wohl höchst selten. Mein Ex-Freund und ich waren 5 Jahre zusammen. Es kam einige Male vor, dass ich dachte, es würde jetzt besser werden. Aber er wollte mich nur jedes Mal wieder um den Finger wickeln und mir dann erneut Schmerzen zufügen. In Gegenwart von anderen ist er der netteste Mensch, den man sich vorstellen kann. Sein wahres Gesicht zeigt er nur im Umgang mit einer Frau, die ihn liebt. Darum werden ihm auch nicht sehr viele Menschen auf die Schliche kommen.

          LG
          Laura

        • Holger sagt:

          Hallo Arianna,

          nach den gemachten Erfahrungen und nach den vielen Texten die ich über das Thema gelesen habe bin ich exakt derselben Meinung wie du! Ich wüsste nicht wie ich es besser hätte ausdrücken können. Vielen Dank für deine Zusammenfassungen!

          @Alle:

          Man kann Narzissten übrigens sehr gut entlarven wenn man sie unter Stress setzt. Zum Beispiel wenn man eine bestimmte Tatsache kennt und dann den Narzissten zunächst in Sicherheit wiegt und mal ganz „dumm“ nachfragt.

          „Meine“ Narzisstin flog zum Beispiel auf, als die Bargeldabhebungen von unserem Gemeinschaftskonto stetig zunahmen. Allerdings ohne dass besondere Anschaffungen angestanden hätten oder ähnliches.

          Als ich sie zum ersten Mal darauf ansprach und fragte, ob sie sich das erklären könne, reagierte sie nur mit einem Achselzucken darauf. Dann schaute ich mir die Buchungen direkt nochmal genauer an und sah, dass die Bargeldabhebungen immer mit ihrer Karte an einem bestimmten Wochentag an einem Geldautomaten in der Nachbarstadt erfolgten. An diesem Tag hatte sie immer frei und ich wusste, dass sie in der Nachbarstadt jede Woche unsere Einkäufe, Besorgungen etc. erledigte.

          Also sprach ich sie wieder an und konfrontierte sie direkt mit den Tatsachen. Weil sie aus der Nummer nicht mehr herauskam und ihr scheinbar keine passende Ausrede einfiel, behauptete sie doch glatt eiskalt, dass da jemand mit ihrer Karte am Geldautomaten gewesen sein müsse! Regelmäßig? Ja! Jede Woche? Ja! Über Monate? Ja!

          Da wurde mir richtig schlecht…

          VG
          Holger

  8. Ela sagt:

    Ich wollte mich auch bei Sven bedanken. 🙂
    Ich bin heil froh, dass es dieses Internet Portal gibt. Immer wenn es mir schlecht geht, schaue ich hinein. Es ist beruhigend zu sehen, dass man nicht alleine ist und dass es eine Menge von Betroffenen gibt, denen es genau so geht.

  9. Ela sagt:

    Hallo Thomas, ich kann Deine Gedanken gut nachvollziehen. Auch ich habe 16 Jahre Ehe hinter mir und bin jetzt 51 Jahre alt und lebe auch auf dem Dorf. Wurde auch entsorgt, nachdem ich körperlich und psychisch am Ende war. Er könnte nicht´s mehr für mich tun. Wenn ich in eine Psychiatrie müsste, könnte er mich nicht mehr unterstützen.Ich habe viel Kraft und Energie in diese Partnerschaft investiert und muss mich jetzt in „meiner Welt“ zurechtfinden. Jetzt erst merke ich dass ich mit mir gar nicht´s anfangen kann. Immer drehte sich alles um ihn. Recht wollte ich es ihm machen. Aber ich habe mich über dieses Stück verloren. Ich hoffe, dass es mit der Zeit besser geht. Ich wünsche Dir, lieber Thomas und allen Lesern und Betroffenen alles Gute und viel Kraft.

  10. Sterntaler sagt:

    Ich wünsche auf jeden Fall allen hier ein angenehmes und gutes Weihnachtsfest !
    Das wir im neuen Jahr mehr Glück für uns erwarten und uns nicht unterkriegen lassen !!
    Ich wünsche allen viel viel Kraft und das allerbeste!!
    Danke an den Engel auf Erden (Sven)!!
    Diese Internetseite ist sehr sehr hilfreich! Und man ist nicht allein !
    Danke Sven!

  11. Marion sagt:

    Ich kann nur jedem raten…die Worte eines Narzissten nicht an sich heran kommen zu lassen. Das sind einfach nur sehr kranke Menschen. Man sollte nie vergessen, wer man ist und daß niemand das Recht hat , so mit einem umzugehen. Jeder der sich nicht daran hält, hat die Möglichkeit auf Freundschaft, Liebe und Zuwendung verwirkt. Nicht Ernst nehmen, ich kann das jedenfalls nicht mehr.

  12. Marion sagt:

    Ich kann nur allzu gutgut nachvollziehen , wie es euch geht. Bin bei einer narzisstischen Mutter groß geworden und habe grausame Verbalattacken einstecken müssen. Sie hat versucht mich komplett nieder zu machen. Bei Familienfesten wurde ich bis auf die Knochen blamiert und schlecht gemacht. Niemand hat sich
    getraut ihr entgegen zu treten. Ich war ein kleines Kind ….und sie hat sich ihre narzisstischen Zähne an mir ausgebissen. Ich bin ihr immer entgegen getreten und habe zurück gebissen …bis aufs Blut. Natürlich war ich ihr Hassobjekt Nr. 1. Mit 22 Jahren bin ich weg von zu Hause. Sie hat mir nur gesagt was alles ihr gehört und ich es nicht wagen sollte…irgendetwas davon mitzunehmen. Usw…..usw…diese Liste wäre endlos. Ich behandele sie wie ein unartiges Kind und wenn sie mir dumm kommt …dann ignoriere ich sie. Versucht sie dann ihr Gift zu versprühen. ..verlasse ich umgehend ihr Haus…mein Gegengift.😄

    • Frau Holle sagt:

      Hach – klasse, liebe Marion ! Ich wünschte, ich hätte auch Deine Coolness gehabt, meinen Expartner bei seinen Angriffen auf mich einfach stehen und in seiner Ecke versauern zu lassen ! Doch ich gebe die Hoffnung nicht auf – der nächste Narzisstenmensch wartet bestimmt schon irgendwo – und dann bin ich gerüstet – dank solcher Tipps wie Deinem!

  13. Frau Holle sagt:

    Lieber Thomas,
    wenn ich Deine Zeilen so lese, kann ich nur ahnen, wie sehr Du dich zugunsten Deiner Ex-N. zurückgenommen haben musst, Deine Bedürfnisse und Wünsche vernachlässigt hast, nur um noch mehr für Deine Exfrau tun zu können. Du hast Dein ganzes Denken und Handeln auf sie abgestellt ohne Rücksicht auf Dich. Vielleicht ist diese kleine praktische Übung hier ein wenig Ergänzung dessen, was wir von Sven Grüttefien lernen – uns selbst wieder zu spüren, wieder ein Gefühl für uns und unsere Bedürfnisse zu bekommen und uns gegen narzisstische Vereinnahmung abzugrenzen.
    In Ermangelung eines Therapieplatzes habe ich seit kurzem eine psychologische Beratung. Hier haben wir in den vergangenen beiden Terminen herausgearbeitet, wie ich in den letzten Jahren meiner narzisstischen Partnerschaft meine persönlichen Bedürfnisse regelrecht „vergessen“ habe. Dann hat mir die Beraterin aufgegeben, mal eine Liste all jener Dinge und Momente zusammenzustellen, die ich jetzt wieder für mich tun könnte – zum Beispiel an den Weihnachtstagen bis Sylvester. Das sind solche Selbstverständlichkeiten wie:
    – Einen ganzen Tag lang nur in Lotterklamotten bleiben,
    – In Ruhe lesen, so lange ich will – bin regelrecht ausgehungert danach (in den letzten Jahren wurde all meine Aufmerksamkeit durch meinem Expartner gebunden – ständig lärmende Musik, TV, laute, endlose Monologe, planlose Aktivität, Hektik, Drängeln, Streit, etc. – und wenn dem gar nix mehr einfiel, rezitierte er endlos seine Spam-Mails)
    – Essen was ich will (es kam auf den Tisch, was er produziert hat, da „ich ja nix kochen kann“ – stimmt tatsächlich – aber man kann’s ja lernen oder gemeinsam machen…),
    – Stundenlang mit der Freundin telefonieren,
    – AUSSCHLAFEN (selbst mein normales Schlafbedürfnis wurde kritisiert, zensiert und gestört),
    – Schwimmen gehen, ausgiebig baden, stundenlanges Lädendurchstöbern ohne zu kaufen, Eislaufen gehen, in meinem Schaukelstuhl sitzen und STILLE hören, Tretroller fahren, laufen, rumgammeln, mich gepflegt langweilen…
    Das könnte hier noch seitenweise so gehen – Es ist krass zu sehen, wie der Verzicht, diese narzisstische Vereinnahmung (wahrscheinlich für die allermeisten hier) schon fast zum Automatismus geworden ist.
    Bin dieses Jahr Weihnachten zum ersten Mal alleine – werde mich mit meinen neuen Büchern zurückziehen – mal sehen – vielleicht gehe ich auch auf einen Kaffee in die nächste Suppenküche zum Zuhören – wie ich Lust habe…
    Ich finde es übrigens gut, dass Du als einer der wenigen Männer hier schreibst, denn die haben es ja oft nicht leicht, Gefühlssachen auszusprechen. Nur Mut – es wird besser…

    • Thomas sagt:

      Hallo Frau Holle, dank dir für die Anregungen. Schön das du ein Therapieplatz gefunden hast. War zu Anfang meiner Entsorgung auch bei einem Therapeuten, hab ich aber wieder aufgegeben da nur allgemeine Ratschläge kamen die mir nicht weiter gebracht haben auusserdem hatte der Therapeut einen butterweichen Händedruck. Ich glaube narzisstischer Missbrauch haben nur wenige Therapeuten auf dem Schirm.
      Wenn ich alles hier niederschreiben würde was ich erlebt habe würde das ellenlag werden. Mein Schmerz und Verbitterung sind unbeschreiblich.Bin jetzt 53 Jahre und hab viele Jahre verschwendet. Ob ich nochmals eine „echte Liebe“ finde glaub ich nicht. Mein Vertrauen ist zerstört ausserdem glaub ich nicht das man in meinem Alter, zumal ich im dörflichen Bereich wohne, noch jemand finden könnte.
      Meiner Ex gehts warscheinlich gut: war in ihrem ganzen Leben kein einziger Tag Single und hat jetzt einen Typen mit fettem Mercedes und Geld, wohnt aber nach wie vor bei der dominanten Herkunftsfamilie.
      Zum Forum möchte ich noch erwähnen das ich glaube das es bestimmt auch viele Männer als Opfer gibt, die sich aus Angst unmännlich zu gelten nicht offenbaren wollen.

      • Frau Holle sagt:

        Hallo Thomas,
        Therapieplatz ist es nicht – es ist eine psychologische Beratung ohne therapeutischen Ansatz. Die Beraterin hat mir genau erklärt, wo diese Beratung aufhört und Therapie bei entsprechenden Fachleuten anfängt. Ich hatte über die KV keinen Therapieplatz gefunden. Also habe ich online recherchiert und bin so auf dieses Modell gekommen, was ich leider selbst bezahlen und in die nächstgelegene Großstadt dafür fahren muss. Allerdings denke ich mir, dass ich bisher noch nie viel für mich investiert habe und das jetzt echt mal fällig ist! Die Beraterin hat viel Erfahrung in der Betreuung von Narzissmusopfern. Wir versuchen gerade anzuknüpfen an die Erkenntnisse meiner früheren Therapie. Sie sagt, dass Narzissten arme Schweine sind, die ihr ganzes Leben lang vor sich selbst fliehen. Die haben keine Hoffnung – wir aber schon, wir haben nämlich was, was die nicht haben – unseren inneren Reichtum. Diese Übungen in Verbindung mit der Lektüre diese und anderer Seiten tun mir gut und ich lerne langsam, wieder was mit mir anzufangen – sehr passend ausgedrückt, liebe Ela! Narzisstische Menschen machen so viel in uns kaputt – wenn sie es schaffen, uns auch noch Hoffnung und Zuversicht zu zerstören, haben sie gewonnen ! Das können wir doch nicht wirklich zulassen – oder???

        • Thomas sagt:

          Hallo nochmals, ich weiss nicht so recht ob Narzissten arme Schweine sind. Ich denke denen gehts immer gut. Meine NARZISSTIN wohnt bei ihrer Herkunftsfamilie wo sie den Hintern gepudert bekommt, obwohl der Narzissmus herkommt und sie als Kind im Schatten ihrer an Down-Syndrom leidenden Zwillingsschwester stand. Ausserdem hat sie ihre 3 Kinder aus 2 Ehen dort und war nie Single weil die Partner erst ausgetauscht werden wenn Ersatz dasteht und Affären und sonstige Zufuhr vom Aussen ( männliche Freunde und wenige Freundinnen) gibts auch. Reflektion, Alleinsein und Trennungsschmerz haben dafür andere.

  14. Thomas sagt:

    In der Geschichte mit meiner NARZISSTIN war es in 16 jähriger Ehe so dass sie von mir nichts geschenkt haben wollte. Wenn ich dann doch was gekauft hatte hielt sich die Freude in Grenzen. im Nachhinein war mir klar warum sie das nicht wollte: Da ihre ersten beiden Kinder aud erster Ehe logischerweise dabei waren wäre das im Widerspruch zu ihrer negativen Dreieckskommunikation über mich bei ihrer Herkunftsfamilie und Freunden gestanden.
    Mein 50ster Geburtstag vor 3 Jahren wurde nachdem zuvor ein Streit intiert worden war von meiner EX samt ihrer Herkunftsfamilie boykottiert: in einem Restaurant in der ich für 12 Personen einen Tisch reserviert hatte war ich am Schluss mit meinem Sohn aus früherer Beziehung allein gesessen.

    Auch Blumengeschenke übers Jahr hat sie im späteren Verlauf der Ehe immer ins Schlafzimmer gestellt damit Dritte die „Zeichen der Verbundenheit“ nicht sehen konnte.
    An der letzten Weihnacht wo wir noch zusammen gewohnt hatten, wurde Heiligabend bei der ältesten Tochter in deren Wohnung gefeiert. Alle waren eingeladen ausser ich. Mich ließ man bis 21.00 Uhr allein in unserer Wohnung zurück. Dreist war auch dass man zuvor noch mit mir gemeinsam zum Gottesdienst gehen wollte, wo ich anbetracht der nachfolgenden Demütigung geweigert hatte.

    In der Wohnung gabs auch keine gemeinsamen Bilder und nach einem Umzug 3 Jahre zuvor fand ich unser Hochzeitsbild, das am Anfang der Ehe über dem Bett hing, im Keller hinter einem Schrank hervorlugend wieder. Ansprachen darauf gingen wie üblich ins Leere.
    An allem war natürlich immer ich schuld. Ständig gab es Streit weil icvh mich masslos ärgerte warum sie nicht vor Dritten zu mir stand.
    Wie schon anderweitig erwähnt hatte ich sogar die Eheberatung angeleiert bei der sie das Opfer spielte Besserungsabsichten bekundete die aber nie umgesetzt wurden: 2 Eheberater in 3 Jahren konnten ihr „WIR-Gefühl, Grenzen setzen (Kinder vollkommen antiautoritär)und Absprachen , Kommunikation u.s.w.nicht vermitteln. Viel Geld von meiner Seite zum Fenster rausgeworfen.
    Dritte: Herkunftsfamilie und Freunde waren wichtiger als ich. Das gabs übrigens auch schon in ihrer ersten Ehe. Schuld waren die Partner die dann, nachdem bei denen der Unmut immer grösser wurde gegen neue Partner übergangslos ausgetauscht.
    In meinem Fall wurde mit mir bis zum letzten Tag ins Bett gegangen, Selfies geschickt, grosse Liebe bekundet,zur Eheberatung gegangen und dann erbarmungslos, nachdem Frischware da war die nätürlich schon vorher anvisiert wurde, warmgewechselt.
    Wegeworfen wie abgetragene Schuhe und dann noch juristisch bekämpft.
    Jetzt eineinhalb Jahre später hat sie die Scheidung eingereicht und ich lauf noch immer neben der Spur.
    Sowas wünsch ich nicht mal meinem ärgsten Feind.

    • Lilia sagt:

      Die Ratschläge für Weihnachten sind gut gemeint, aber dadurch wird ja narzisstisches Verhalten noch unterstützt. Man rollt hier den roten Teppich aus für jene aus, die bewusst andere schädigen und zerstören. Höchst bedenklich finde ich das.

      • Welche Ratschläge könntest Du denn ergänzen, wenn man möglichst harmonische Weihnachtstage erleben möchte und einen Narzissten in seiner engeren Familie hat ?

        • Arianna sagt:

          Diesen Menschen nicht einladen, Punkt. 🙂 Eine Ausrede erfinden, warum man nicht zu ihm fahren kann (falls er nicht in der gleichen Stadt lebt), mit der eigenen Familie in die Berge zum Skifahren reisen, usw. Möglichkeiten gibt es immer.
          Ich bin der Meinung, dass man diesen Menschen so wenig Raum wie möglich überlassen sollte. Auch wenn man sie zu Weihnachten hofiert, werden sie das allenfalls als ihr gutes Recht ansehen. Sie werden die Familienfeier ggf. nutzen, um Kontakte mit anderen Verwandten zu knüpfen und diese gegen den auszuspielen, der sie eingeladen und verwöhnt hat.
          Diese Menschen sind GIFT für jede Familie und jede Art von Gemeinschaft. Gerade am „Fest der Liebe“ sollte man sie weiträumig meiden. Wenn man das wirklich absolut nicht kann, sind die genannten Methoden vielleicht wirksam; aber im Normalfall rate ich stets dazu, diese Menschen so weit als möglich zu meiden. Alles, was sie interessiert, ist ihre persönliche Macht. Was sie nicht stehlen, zerstören sie. Gerade die Weihnachtstage sind gefährlich, da die anderen oft überarbeitet und gestresst sind und außerdem bei großen Feiern nicht im Blick haben können, was der narzisstisch Gestörte hinter ihrem Rücken mit anderen intrigiert.
          Im Zweifelsfall verbringt man nur einen Tag mit ihm und macht ihm glaubhaft, dass man an den anderen Tagen keine Zeit hat, denn fühlt er sich ausgeladen und vernachlässigt, kann das wieder zu Lästerattacken hinter dem Rücken des Opfers führen.
          Im Grunde genommen muss man diese Menschen mit ihren eigenen Waffen schlagen – sie anlügen, ihnen vormachen, dass sie einem wichtig sind, sie aber nicht ernst nehmen, ihre Meinungen und Ratschläge ignorieren. Wenn man dabei einigermaßen geschickt ist, merken sie es vielleicht nicht und glauben, dass man nach wie vor nach ihrer Pfeife tanzt.
          Falls das nicht geht: den Kontakt abbrechen. Macht euch selbst ein schönes Weihnachtsgeschenk! Nehmt euch zum Neuen Jahr vor, euch nicht mehr ausnutzen und fertig machen zu lassen von jemandem, der nie etwas zurückgibt und mit eurem Gewissen Schindluder treibt, bis ihr euch in eurer eigenen Haut nicht mehr wohl fühlen könnt, der hinter eurem Rücken über euch redet, bis ihr isoliert seid und niemandem mehr vertrauen könnt!
          Ich bin mit einer narzisstisch gestörten Mutter aufgewachsen und seit über 3 Jahren in einer entsprechenden Selbsthilfegruppe. Glaubt mir, diese Menschen sind nicht zu unterschätzen. Bringt euch in Sicherheit!
          In diesem Sinne, frohe Weihnachten an alle Opfer und viel Kraft, um sich von diesen grausamen Menschen endlich zu lösen. Es ist hart, aber es lohnt sich, glaubt mir. 🙂

          • Vielen Dank für Deine Ergänzungen !

          • Anna sagt:

            Hallo Arianna,
            Schreibe das erste mal in meinem Leben in einen bloc. Seit ein paar Jahren fühle ich mich mehr und mehr vergiftet von den negativen Einflüssen meiner narzisstischen Mutter, bin ausgelaugt und schwach. Das beste wäre es, mich ganz ihrer Wirkung zu entziehen, schaffe aber die Trennung nicht. Schuldgefühle? Habe das Gefühl, mich selbst verloren zu haben. Heftig würde es vor fünf Jahren, als mein Vater erkrankte und sie die Verantwortung an mich übergab…

    • max sagt:

      Hallo thomas
      Meine Frau war vor ca einem 3/4 Jahr in einer reha und ist fast ein anderer Mensch nichts ist mehr so wie es war sie will oder kann mit mir nicht reden sie sagt sie die Beziehung hätte nur funktioniert so lange sie alles so gemacht haette wie ich es wollte ich bin der Meinung wir habenxes so abgesprochen sie wendet sich komplett von mir ab geht mir,aus dem weg ich bin emotional ein Wrack bin an der Überlegung auszuziehen haben aber eine gemeinsame immobilie beides kann. Ich nicht zahlen sie alleine nach heutigem stand auch nicht fühle mich gefangen kann kaum mehr arbeiten Therapie öd mediator lehnt sie ab weiss auch nicht ob eine dritte Person im Spiel ist die sie beeinflusst es passieren unschöne Dinge zu denen ich auch beitrage Thema Geld weiss nicht mehr weiter sie in Ruhe lassen ein Gespräch ist nicht möglich wie soll ich mich verhalten wenn ich ins Gespräch kommen will verbaute ich WS mir meist selbst max

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