Wenn Sie dem Narzissten sagen, dass er ein Narzisst ist!

Ein Narzisst möchte nicht hören, dass er einen Fehler gemacht hat und er möchte nicht hören, dass er schlecht ist. Ein Narzisst will nur seine positiven Seiten sehen und erleben, alle negativen Dinge und jede Form von Unzulänglichkeiten werden auf andere projiziert. Wenn Sie also vorhaben, dem Narzissten die Schuld für die Beziehungsprobleme in die Schuhe zu schieben, dann sollten Sie mit entsprechend schroffen Reaktionen rechnen.

Bild: © closeupimages – Fotolia.com

Viele Betroffene, die die Schwierigkeiten in ihrer Beziehung nicht verstehen und nach Antworten und Lösungen suchen, stoßen irgendwann auf den Begriff des Narzissmus oder der narzisstischen Persönlichkeitsstörung. Dann fühlen sie sich erleichtert, weil sie endlich einen Grund für ihre unglückliche Lage in der Beziehung gefunden haben. Dennoch gehen sie nicht so weit, erkennen zu wollen, dass der Narzisst im Grunde ein hoffnungsloser Fall ist und beziehungsunfähig ist. Sie glauben, durch die Entschlüsselung des Rätsels nun auch die Lösung für ein besseres Miteinander gefunden zu haben.

Da nun – aufgrund der Feststellung einer psychischen Störung – der Narzisst allein der Grund für alle Schwierigkeiten in der Beziehung ist, glaubt der Partner, es würde reichen, wenn sich der Narzisst ändert und schon wären alle Probleme aus der Welt geschaffen. Der Partner fühlt sich sehr viel besser, weil er entgegen den Behauptungen des Narzissten eben keine Schuld an dem Beziehungskonflikt trägt, sondern die Verantwortung auf den Narzissten abschieben kann. Zu schnell und zu leichtfertig konfrontieren sie dann den Narzissten mit der Tatsache, dass er eine Persönlichkeitsstörung hat und erwarten von ihm, dass er sich in eine Therapie begibt, um das destruktive Verhalten abzustellen. Betroffenen schöpfen wieder Mut und Hoffnung, dass sich die Beziehung doch noch zum Guten wenden lässt.

Doch dieser Weg wäre zu simpel! In einer längeren Beziehung mit einem Narzissten sollte man doch mittlerweile gelernt haben, dass mit ihm nichts so einfach zu regeln ist, schon gar nicht, wenn es nicht seiner eigenen Idee entspringt, wenn es nicht mit seinen Überzeugungen einhergeht und wenn er sich nicht selbst dabei großartig fühlen kann. Und all diese Voraussetzungen werden bei dem Vorschlag, der Narzisst möge seine Störung behandeln lassen und eine Therapie besuchen, sträflich außer Acht gelassen.

Es ist nicht seine Idee

Ein Narzisst kann einen Vorschlag oder eine Idee von einem anderen nicht annehmen. Wenn jemand einen Vorschlag für eine Lösung hat und er dieser Idee zustimmen würde, dann hätte er sofort das Gefühl, selbst keine Kompetenz zu haben und einem anderen unterlegen zu sein. Er wird neidisch und fühlt sich klein, weil nicht er die Lösung gefunden hat, sondern ein anderer. Das darf nicht sein. Sofort erscheint der andere als besser, klüger und gewandter als er und das kann er nicht zulassen. Wenn jemand gute und praktikable Ideen hat, dann nur er alleine. Fremdes Gedankengut kann er einfach nicht zulassen.

Es passt es nicht zu seinen Überzeugungen

Ein Narzisst ist immer davon überzeugt, keine Fehler zu machen und jede Situation unter Kontrolle zu haben. Er kann sich überhaupt nicht vorstellen, dass die Schwierigkeiten in einer Beziehung mit ihm zu tun haben könnten. Er ist davon überzeugt, der perfekte Lebenspartner zu sein und alles in jeder Situation richtig zu machen. Es erscheint ihm absurd, dass der Partner seine Fähigkeiten in Frage stellen möchte. Er ist sich überhaupt keiner Schuld bewusst und spielt bei derartigen Vorwürfen eher das arme Opfer, das nicht richtig verstanden wird.

Er gibt vor, alles für die Beziehung gemacht zu haben und versucht den schwarzen Peter geschickt auf den Partner zu schieben. Der Narzisst ist zutiefst davon überzeugt, dass wenn es Probleme in der Beziehung gibt, dann kann es nur die Schuld des Partners sein. Alle positiven Eigenschaften, die eine gute Beziehung fördern, reserviert er für sich, während alle negativen Eigenschaften, die eine Beziehung belasten oder gar gefährden, dem Partner zugesprochen werden. Für die Schwierigkeiten in der Beziehung macht er den Partner allein verantwortlich.

Er wird sich nicht großartig fühlen

Wie würden Sie sich fühlen, wenn Ihnen jemand sagt, Sie haben eine psychische Störung und gehören in eine Therapie? Genau, Sie würden sich erst einmal betroffen fühlen. Und genau dasselbe passiert auch mit einem Narzissten. Er wird wütend, weil Sie ihm unterstellen wollen, nicht ganz normal zu sein. Leider empfindet dass der Narzisst ganz anders. Er hat von sich selbst das Bild des Grandiosen, des perfekten Menschen ohne Makel, des Starken und Mächtigen, der jede Situation meistern kann und vor allem hat er immer jede Menge Bewunderer an seiner Seite, die ihm jederzeit dieses überzogene Selbstbild bestätigen. Zudem verweist er gerne auf frühere Erfolge und zieht seine bisherige glorreiche Lebensbilanz als Beweis für seine Großartigkeit heran.

Wenn Sie versuchen wollen, an diesem Selbstbild zu kratzen, dann wird Ihnen ein ganzer Sturm voller Entrüstung ins Gesicht blasen. Er wird Ihnen vorhalten, was er schon alles in der Beziehung für Sie getan hat. Er wird Ihre Sorgen und Ihre Gefühle bagatellisieren, während er immer wieder betonen wird, wie sehr er sich für Sie aufopfert. Außerdem wird er die Quelle Ihrer Recherche über den Narzissmus anzweifeln oder er beschäftigt sich tatsächlich mit der Definition des Narzissmus, nur um darin Beschreibungen und Verhaltensmuster des Partners wiederzufinden und Bestätigung für das eigene Vorgehen.

Wer von beiden gehört in eine psychische Behandlung?

Und plötzlich wird Ihnen selbst eine psychische Störung unterstellt. Der Narzisst bescheinigt Ihnen, die Situation völlig falsch einzuschätzen, wenig fundierte Behauptungen in den Raum zu stellen und nur von sich selbst ablenken zu wollen. Genau die Beschreibungen, die auf ihn zutreffen, wird er ummünzen und es so darstellen, als würde alles auf Sie zutreffen.

Auf diese Weise kann der Versuch darin enden, dass nicht der Narzisst eine Therapie besucht, sondern dass er darauf besteht, dass der Partner dringend einen Psychologen aufsucht. Man sollte nicht glauben, wie oft dieser Fall in der Realität eintritt und wie oft sich Partner von Narzissten in einer Psychotherapie wiederfinden, weil sie vom Narzissten derart in ihrer Selbstwahrnehmung verunsichert werden, dass sie glauben, den Verstand verloren zu haben.

Der Narzisst ist ein Weltmeister im Verdrehen von Tatsachen. Er kann jeden noch so eindeutigen Sachverhalt ins Gegenteil verdrehen. Seien Sie also vorsichtig, so frisch und vergnüglich mit den neuen Erkenntnissen auf den Narzissten loszugehen. Sie werden vermutlich einmal mehr darin bestätigt, dass Ihnen der Narzisst nicht zuhört, dass er Ihre Meinung nicht ernst nimmt, dass er über Ihre Gefühle hinweggeht, dass er sich nicht selbst reflektieren kann und dass es keine gütliche Einigung mit ihm geben wird.

Wie sollten Sie sich besser verhalten?

Statt den Narzissten mit einer Wahrheit zu konfrontieren, die er aller Voraussicht nach nicht akzeptieren wird, sollten Sie sich dieser Problematik anders annähern:

  1. Nehmen Sie den Narzissten so an, wie er ist und lassen Sie ihn so sein!
  2. Recherchieren Sie lieber ausführlich weiter über den Narzissmus und wie sich ein Narzisst typischerweise in einer Beziehung verhält.
  3. Unterhalten sich mit anderen Betroffenen über deren Erfahrungen.
  4. Klären Sie, ob es sich bei Ihrem Partner wirklich um einen Narzissten handelt oder ob er nur hin und wieder narzisstische Züge aufweist.
  5. Machen Sie sich dann ein umfangreiches Bild darüber, wie die Chancen für Sie innerhalb der Beziehung überhaupt einzuschätzen sind und ob die Beziehung unter Berücksichtigung der vorliegenden narzisstischen Persönlichkeitsstörung in irgendeiner Form für Sie verbessert werden kann, ohne das der Narzisst daran mitwirken muss.
  6. Machen Sie sich ein Bild darüber, wie ausgeprägt die Störung Ihres Partner ist und wie gut Ihr eigenes Selbstwertgefühl und Ihre psychischen und physischen Kraftreserven sind. Prüfen Sie, ob Sie einer solchen Beziehung überhaupt gewachsen sind.
  7.  Stellen Sie fest, ob Sie durch eigene Verhaltensänderungen und einem professionellerem Umgang mit einem Narzissten eine Verbesserung in der Beziehung erreichen können oder ob nur die Trennung in Frage kommen kann.

Eine Beziehung mit einem Narzissten ist immer eine große Herausforderung, die jedem Partner sehr viel Disziplin und Kraft abverlangt. Das eigene Selbstwertgefühl wird vom Narzissten immer wieder angegriffen und der Partner kommt mit seinen eigenen seelischen Wunden in Berührung. Eine friedvolle und harmonische Beziehung kann es auf Dauer mit einem Narzissten nicht geben, bestenfalls kann sich der Partner irgendwie mit dem Narzissten arrangieren und sich besser abgrenzen. Er wird sich immer auf Konflikte einstellen müssen, die das gute Zusammenleben stören oder gar unmöglich machen.

Daher ist es eher ratsam zu prüfen, ob man für sich selbst bessere Bedingungen innerhalb des narzisstischen Systems erzielen kann oder nicht. Der Narzisst wird von sich aus keine Veränderungen herbeiführen. Dazu müsste man ihm schon ein Ultimatum stellen und ihm harten Konsequenzen androhen – wenn er sich überhaupt darauf einlässt. Aber ohne eine echte Erschütterung wird der Narzisst keinen Grund für eine Veränderung sehen – jedenfalls nicht bei sich.

Alternativ könnten Sie den Narzissten eher zu einer Therapie bewegen, wenn der Anlass nichts mit seiner narzisstischen Persönlichkeitsstörung zu tun hat. Wenn er z. B. Depressionen hat, unter einer Drogen- oder Alkoholabhängigkeit leidet oder unter einer andere psychischen Störung, fällt es unter Umständen leichter, den Narzissten zu einer Therapie zu motivieren.  Ein versierter Therapeut wird hinter das Krankheitsbild und die Symptome schauen und früher oder später die NPS erkennen.


Veröffentlicht in Blog, Tipps zum Umgang
86 Kommentare zu “Wenn Sie dem Narzissten sagen, dass er ein Narzisst ist!
  1. Knallfrosch45 sagt:

    Hallo alle miteinander!

    Lese in letzter Zeit mit großem Interesse diese Seiten. Meine Geschichte: Bin 45 Jahre alt und in einem klassisch narzisstischen Elternhaus aufgewachsen. Mein Vater ist der Narzisst, meine Mutter ist seine Handlangerin. Habe sehr viel darunter gelitten. Zwischenzeitlich besteht kein Kontakt zu ihnen. Zeitweise muss meine Mutter (vom Vater aus) mal bei uns anrufen, das blocke ich aber ab.
    Ich habe mit Anfang 20 überstürzt geheiratet. Und ziemlich schnell zwei Kinder bekommen. Mein Hintergedanke war, meinen Eltern zu entkommen, ich glaube sonst gäbe es mich heute nicht mehr. Bin ich vom Regen in die Traufe gekommen? Ja, mein Ex-Mann hat mir das Leben zur Hölle gemacht. Sein mangelndes Selbstvertrauen hat er so kompensiert – mich fertig zu machen. Ich wäre faul, zwei Kinder groß gezogen, ein Haus versorgt , Umschulung, Weiterbildung gemacht und in die Arbeit gegangen. Ich würde ihn betrügen. Nach meiner Trennung von ihm bestätigt sich mein Verdacht, er hat mich betrogen. Das große Kotzen habe ich nur bekommen, als ich erfuhr, er ging regelmäßig zu Prostituierten. Anfangs hat er es auch geschafft mich für sich zu instrumentalisieren. Ich habe ihn aber bald durchschaut und das nicht mehr mit mir machen lassen. Natürlich war er wütend, und für mich stand nur noch die Frage im Raum, wann ich ihn verlassen würde. Für mich selbst habe ich es als gute Mutter so geplant, dass wenn die Kinder mit der Schule fertig wären. Leider wurde ich schon vorher krank – Krebs – habe es gut überstanden und dann den Schritt gewagt, da ich wusste es würde zur Katastrophe kommen. Und so war es auch. Ein Rosenkrieg brach aus. Mit Annäherungsverbot und allem was so dazu gehört.
    Ein Bekannter, dem ich mich anvertraut hatte, stand mir anfangs im Hintergrund bei. Allein hätte ich es nicht geschafft. Meine Eltern haben zwar ihre Hilfe angeboten, aber ich hatte Angst diese anzunehmen. Mein Bruder, mit dem ich mich gut verstehe (hat auch keinen Kontakt zu unseren Eltern) wohnt etwas weiter weg und hätte mir nicht jederzeit beistehen können. Mein Bekannter hat mir aus dieser Hölle heraus geholfen, hat mich aufgebaut. Tja, und kurz darauf sind wir uns auch näher gekommen. Ich werde den ersten Satz von ihm niemals vergessen, als wir uns unsere Liebe gestanden: Du bist so kostbar, ich möchte dich nicht verlieren. Hilf mir, unterstütze mich.Ich habe bisher immer alles kaputt gemacht., da ich so wie mein Vater bin. (Seine Eltern sind geschieden. Er hat auch kaum noch Kontakt zu seinem Vater). Natürlich habe ich ihm meine Unterstützung zugesichert.
    So und jetzt kommt mein Schicksal. Am Anfang bin ich auf Wolken geschwebt, hatte Schmetterlinge im Bauch. War verliebt wie ein Teenager. So etwas habe ich mein ganzes Leben nicht kennenlernen dürfen. Mein Prinz aus dem Märchen ist mir erschienen. Und das mit fast Mitte 40. Nach geraumer Zeit dann, von heute auf morgen Rückzug, er wollte keinen Kontakt mehr mit mir. Ich verstand die Welt nicht mehr. Gestern macht er mir quasi einen Heiratsantrag und heute will er mich nicht mehr kennen? Ich habe Antworten verlangt, Gespräche. Er hat gesagt, ich würde ihn überfordern. Sofern es meine mütterlichen und beruflichen Pflichten zuließen, habe ich meine Zeit mit ihm verbracht. Dann fing er entweder an sich über mangelnde Nähe von mir zu beklagen – alles andere wäre wichtiger für mich, nur er nicht. Oder eben wie erwähnt, ich würde von Ihm zu viel Nähe verlangen. Klammern. Wir haben uns immer wieder zusammengerauft. Aber ich wusste irgendetwas stimmt nicht. Es konnte doch nicht nur an mir liegen, wie er mir immer glaubhaft versucht hat zu vermitteln.
    Mir war klar, er hatte auch kein leichtes Leben. Adoptiert, dann Scheidung der Adoptiveltern. Rosenkrieg als Kind mitgemacht. Scheinbar hat ihn seine Mutter als Partnerersatz angesehen. Er floh vor ihr in ein Heim. Dort hat er seine Jugend verbracht. War schon immer sehr zurückgezogen. Hat mit Anfang 20 eine Psychotherapie gemacht. Mit Anfangs 30 nochmals eine begonnen aber diese schnell abgebrochen. Diverse Psychopharmaka ausprobiert. Er hatte zwei lange und zwei kürzere Beziehungen. Sein Frauenbild litt danach noch mehr.
    Ich habe ihm ja versprochen zu helfen und ihn zu unterstützen. In guten wie in schlechten Zeiten – nein wir sind nicht verheiratet. Zwischenzeitlich sind wir nun schon 3,5 Jahre zusammen. Es hat wundervolle Höhen aber auch gewaltige Tiefen gegeben.
    Mein Instinkt trügt mich nicht, wenn ich das Gefühl habe, er versucht mich gegen meine Söhne auszuspielen. Macht sie schlecht. Gegen meine Eltern braucht er es nicht zu tun. Er meint nur ich wäre genauso wie mein Vater. Meinen Bruder nennt er einen studierten Besserwisser.
    Mein Lebenspartner hat leider nur den Hauptschulabschluss, hat sich aber ein breitgefächertes Allgemeinwissen angeeignet. Dem stimmte ich vollkommen zu und bin auch stolz auf ihn. Leider meint er aber Alles besser zu wissen. Ich würde gerne öfter mit ihm diskutieren. Leider endet das oft in Monologen. Ich solle mich doch zurücknehmen, mit meiner Besserwisserei. Ich bin wahrlich kein Mensch der im Mittelpunkt stehen möchte oder der sich gerne selbst reden hört. Und dann darf ich mir kurioserweise anhören, ach wie gern hätte er eine Partnerin mit der er auf Augenhöhe diskutieren kann, denn ich wäre dumm und naiv, selbst meine bessere Schul /Ausbildung würde daran nichts ändern. Das erinnert mich ganz stark an eine Aussage von meinem Vater: er meinte er würde immer schlauer als mein Bruder und ich sein, egal ob wir Professoren und Doktoren wären. Mit der Zeit stelle ich immer mehr Parallelen fest.
    Es gibt Phasen da habe ich das Gefühl über ein Minenfeld zu laufen. Ich weiß nie wann die Granate hochgeht. Aktuell ist es so, dass er sich von mir untergebuttert vorkommt, er müsse mal mehr an den Tag legen wer der Mann ist, sonst würden ihn alle auslachen. Ich frage mich wer? Er lebt total zurückgezogen. Für ihn steht das Internet an erster Stelle. Ich bin sein Draht zur Aussenwelt. Und meine Bekannten sind nicht seine. Er lehnt es ab. Begründung, die wären alle niveaulos. Selbst wenn wir Mitglieder aus seinen diversen Foren persönlich treffen, bin ich diejenige die mit den Leuten am meisten kommuniziert. Die Wahrheit ist, er hat Angst vor Gruppen, Menschenansammlungen. Ich mache ihm daraus keine Vorwürfe Er kann in Fachgebieten diskutieren. Leider nicht über alltägliche Dinge. Die langweilen ihn. Er fühlt sich zu größerem Berufen, er stellt sich als Philosoph dar. Innerlich kann ich da nur den Kopf schütteln. Manchmal erzählt er mir von seinen Träumen eine neue Weltordnung zu schaffen.
    Tja und dann sind da Punkte wie, ich muss ihn fragen wenn ich bei ihm bin, ob ich den Fernseher einschalten darf. Er sucht für mich das Programm aus, was ich ansehen darf. Ich muss ihn fragen wenn ich etwas aus dem Kühlschrank nehmen möchte etc. Leider wiegt er mit zweierlei Maß ab. Was für mich gilt, gilt für ihn noch lange nicht. Seit einiger Zeit, gehen seine verbalen Attacken unter die Gürtellinie. Ausdrücke wie du A…loch stehen an der Tagesordnung. Selbst in der Öffentlichkeit. Es hat eine Zeit gegeben, wo er es geschafft hat, mich so klein zu machen, und mir einzureden ich wäre psychisch nicht ganz auf der Höhe, er könne mir nicht mehr helfen, das würde ihn zu sehr Kraft kosten. Ich solle mal eine psychosomatische Kur beantragen. Wenn ich das mache, hätte er den Beweis das ich ihm vertraue. Er hat es nach Streitereien, teils aus Nichtigkeiten, immer wieder geschafft, mir den schwarzen Peter zuzuschieben. Erst wenn ich zugegeben habe, dass ich schuld bin, war er zufrieden.
    Jetzt ist es so, dass ich mich immer mehr zurückziehe, emotional. Er merkt das und macht mir natürlich Vorwürfe. Entweder ich bin nicht anders als die Vorgängerinnen. Oder ich würde nur mit ihm spielen und ihn anlügen. Dabei ist das nur mein Selbstschutz, mein Rückzug. Er wirft mir vor, nicht mit ihm über die Problematik reden zu wollen. Wie gerne würde ich konstruktive Gespräche darüber führen, aber frühere Situationen haben mir gezeigt was es bringt. Jaja, sagt er, sitze du nur immer alles aus.
    Ich liebe ihn. Den Teil der mich zum Lachen bringt aber auch zum gemeinsamen Weinen. Der mich auch trösten kann, wenn es mir schlecht geht. Der mit mir Pläne schmiedet, die Welt erkundet. Der mit mir gemeinsam schweigen kann, der mich vor dem Einschlafen im Arm hält, Geborgenheit gibt, bei dem ich mich zu Hause fühle. Der nicht wie eine Spinne von mir auf Antworten wartet und sie als Angriff wertet. Der mir nicht seine eigenen Fehler und seine eigene Vergesslichkeit in die Schuhe schiebt..

  2. Suzy sagt:

    Danke, an all jene Menschen, welche hier so aufschlussreiche und präzise Erfahrungsberichte und Beobachtungen mit uns teilen. Ich bin erst vor 4 Jahren zum ersten Mal auf diesen Psychologischen Begriff des Narzissten gestossen worden und musste erkennen, dass alle Beziehungen, bis auf eine kurze, der letzten 30 Jahre, mit Männern waren, welche eine solche Störung in unterschiedlichem Härtegrad aufweisen. Nun stecke ich gerade in einem sehr schwierigen Trennungsprozess, von dem ich nicht weiss, wie ich anstellen soll, denn das soziale Gefüge von meinem Noch- Partner und mir ist derartig verflochten, dass ich keine Ahnung habe, wie ich das halbwegs heil rauskommen kann ohne dass ich zu grossen Schaden nehme- Erschwerend kommt noch dazu, dass sich alle 4 Ex-Partner aufeinander berufen, wenn es darum geht mich zu demontieren und sich gegenseitig zu bestätigen, dass „ich das Problem sei “ .
    Viele Jahre habe ich dies auch geglaubt und mittlerweile innerlich so zerrüttet, dass ich gar nicht mehr, ob es mich überhaupt noch gibt ,oder ob ich weiss wer ich sein könnte. Ich gehörte sicherlich zur Bewundernden Co-Narzisstin, welche als Tochter Zweier hochgradig narzisstischer Eltern, quasi ohne echte Liebe ihrer Eltern , es irgendwie geschafft hat, zu überleben. Ich kenne es nicht anders, als immer für alles was nicht rund läuft verantwortlich gemacht zu werden. Und wenn, in den Beziehungen zu meinen Partnern/ Ehemännern und Vätern meiner Kinder das „drohte“ zu harmonisch zu werden, wurden neue Horrorszenarien kreiert um mir das Gefühl zu geben, wie schwierig es sei mit mir klar zu kommen; und gleichzeitig habe ich oft den Satz gehört: „obwohl du so neurotisch bist, halte ich es mit dir aus, das macht mir so leicht keiner nach“ -jedesmal, bis heute, wenn ich nachfrage, was denn soo wahnsinnig schwierig an mir sei, bekomme ich eine Antwort wie : “ dein mangelndes Selbstwertgefühl, deine ausgedachte Opferrolle, deine Fehleinschätzung von objektiven Zusammenhängen “ –

    Ich habe es mit den schlimmsten Kandidaten dieser Zunft zu tun. Führe seit 17 Jahren Prozesse gegen den Einen, welcher mir meine Kinder wegnehmen wollte- das hat er dann zum Teil, auch geschafft.

    Ich fange an aufzuwachen und habe keine Ahnung ,ob ich diese aktuelle Trennung überstehe und wie …

  3. Hannah sagt:

    Das eigentlich Schwierige an der narzisstischen Persönlichkeitsstörung ist, finde ich, dass derjenige (der Narzisst) entscheidende gute soziale Mechanismen und Fähigkeiten nicht gelernt hat. Er hat wohl soziale Kompetenzen, aber schlechte (wie Manipulieren, Lügen, Kriminellsein).
    Die guten sozialen Fähigkeiten wären nötig um zu verstehen, was der andere an ihm nicht aushalten kann, warum er (der Narzisst) verletzt und erniedrigt. Aber das kann der Narzisst nicht verstehen. Er kann sich ja nicht in ein Denken hineinversetzen, das nicht so ist wie seines. Seine Welt ist für ihn normal und die einzige, die es gibt. Er ist wichtig, und alle anderen sind nur eine Verlängerung seine Persönlichkeit und haben keine eigene zu haben. Und wenn man das nicht akzeptiert, tut sich der Narzisst unglaublich Leid, weil der andere nicht erkennt, was er ihm mit Kritik oder Aufbegehren oder auch nur Erklärungsversuchen antut 🙂
    Diese Persönlichkeitsstörung beruht ja auf einem Gefühl der Minderwertigkeit. Ach, das ist ein Teufelskreis. Der sich minderwertig fühlende Narzisst bringt andere dazu sich schuldig oder wie ein Nichts zu fühlen, um so die Energie zu erzeugen, die sein Lebenselixier ist. Er lebt davon, dass man ihn bewundert, sich zurückstellt, sich ein schlechtes Gewissen von ihm machen lässt und ihm glaubt, dass die ganze Welt böse und ungerecht ist und ihm etwas will.
    Wenn jemand hier ist, der sich schlecht von so einem Menschen lösen kann, dem würde ich raten, herauszufinden, warum es überhaupt möglich war, dass man sich ihn als Partner ausgesucht hat. Das ist zwar nicht so super, was man da über sich im ersten Moment erfährt, aber das ist hinzukriegen. Und eines Tages, wenn man weiß, warum das möglich war, sind alle schlechten Mechanismen zack-peng weg und die Verbindung zu einem solchen Menschen ist gar nicht mehr möglich, weil man sich selbst verändert hat 🙂

    Aber im Grunde ist es fies. Man muss die ganze Arbeit absolut allein machen – emotional und intellektuell, um nicht mehr „zu jemandem zu passen“, der eine narzisstische Persönlichkeitsstörung hat. Ich weiß noch, wie oft ich mir gewünscht habe, es könnte einen Moment geben, in dem er versteht (aber ich sprach ja chinesisch für ihn), oder auch nur einmal sagt „es tut mir Leid“ (das machen die ja nicht, die Narzissten :-)).

    Wenn es möglich ist zu rennen, dann würde ich immer wegrennen vor einem Narzissten. Man kann ja nichts verbessern, wenn man nicht rennt. Nur für sich selbst verschlechtern. Und das Leben ist so kurz.

    p. s.:Grundsätzlich finde ich es übrigens ziemlich bescheuert, wenn Leute von „Schuld“ sprechen. Schuld setzt ja immer eine böse Absicht voraus. Es geht in Beziehungen doch darum, dass Menschen zueinander finden, weil zwischen ihnen irgendetwas funktioniert, sei es gut oder schlecht. Und dann wird agiert und reagiert. Da geht es nicht um Schuld.

  4. Wolfgang sagt:

    Danke für diesen Artikel! Genau so ist es. Ich bin überhaupt für Ihre Website sehr dankbar. Sie ist die beste Informationsquelle über Narzissmus, die ich bisher gefunden habe. Zur Zeit lese ich jeden Tag in diesem reichen und gut aufbereiteten Fundus. Mein narzisstischer Vater hat mein Leben weitgehend zerstört. Ich bin seelisch ein Wrack, physisch auch, materiell ruiniert, Therapie kann ich mir keine leisten, da nicht mal krankenversichert, arbeitslos, hoffnungslos, weil ich nicht weiß, wie ich das in mein Herz schier unauslöschbar eingemeiselte „DU BIST WERTLOS!“ los werden soll. Ich habe mehrmals versucht, mit meinem Vater zu reden, aber da wurde nur ignoriert, gelogen, beschuldigt und noch mehr verletzt. Ihn damit zu konfrontieren, dass er ein Narzisst ist, habe ich mir schon überlegt, aber kann mir vorstellen, dass er wieder genauso reagiert. Daher lasse ich es lieber. Von einem ausgemachten Narzissten ist KEINERLEI Einsehen oder gar Hilfe und Wiedergutmachung zu erwarten. Das ist auch meine Erfahrung. Es hilft nur Abstand. Außer, man hat (noch) genug Kraft, mit einem Monster zusammen zu leben. Ich hoffe nun, dass mir Spiritualität und Glaube hilft, am Leben nicht zu verzweifeln. Auch an Suizid habe ich schon oft gedacht. Aber diesen Triumph gönne ich dem Monster nicht. So kann Wut auch lebensrettend werden… Mich ärgert nun schon, dass ich aufgrund meiner schlechten Gesundheit den Löffel reichen könnte, was auch wieder als Triumph aufgefasst würde. Ausgemachte Narzissten sind absolut böse und mit Mitteln, die einem Normalmenschen zur Verfügung stehen, nicht zu bessern. Allerdings glaube ich nicht, dass sie pur nur das Ergebnis einer genetischen Disposition und schlimmen Kindheit sind, also nur ein unschuldiges Opfer. Ein Mensch ist nicht nur eine Marionette des Schicksals. Er hat auch selbst Einfluss auf sein Leben. Narzissten haben sicher auch eigene Entscheidungen getroffen, nur eben die verkehrten, weil die leichter und lohnenswerter erschienen. Von wegen Highway to Hell.

    • Klam sagt:

      Hallo Wolfgang
      Dir kann dein Vater doch egal sein, der ist ein Arschloch.
      Bist du von ihm abhängig?
      Du weist doch jetzt wie die ticken.
      Solchen Menschen muss man nicht gefallen.
      Es gibt Herzensgute Menschen, auch in deinem Umfeld,geh mit offenen Augen und selbstbewusst durchs Leben.
      Hast keine Fehler gemacht.
      Hast trotz deiner Vergangenheit dein leben gemeistert, sei stolz auf dich!!!

  5. Das Omen sagt:

    Im ernst. dieser Artikel ist total einseitig. Es wird nur die Seite des Partners erwähnt und maßlos übertrieben. und alle die Hier schreiben und zustimmen das ihre Partner so seelenlose und ausnutzende menschen sind..bei denen Frage ich mich ob euer Partner weiß wie ihr hier über sie redet. versteht mich nicht falsch, ich bin so wie diese Artikel es beschreiben und es tut mir auch verdammt leid. aber sowas zu lesen tut mir ja fast schon weh. ich wurde nochnie so oft als Ausnutzend und Seelenlos beschrieben wie hier. Es ist eigentlich irgendwo traurig zu sehen das hier lauter leute mit eigentlich liebendem partner sind, die sich von solchen Artikeln dazu verleiten lassen eine Beziehung zu beenden.

    • Silv sagt:

      Hach ja. Das hier sind Berichte von Menschen, die unter einem narz. Partner gelitten haben. Leider gibt es jede Bandbreite von narz. Verhalten…und nein:nicht seelenlos sondern unfähig zu echtem Mitgefühl. Was aber von dem Betroffenen/der Betroff. nicht erkannt wird.

    • Alex sagt:

      BITTE?????
      „Liebende Partner“? Narzissten sind doch überhaupt nicht in der Lage richtig zu lieben oder Liebe zu empfangen. Denen geht’s nur um ihre Eigene Bestätigung und sonst nix.
      Der Partner ist Mittel zum eigenen Zweck und sonst nix.
      Der Artikel ist einseitig? Das war Narzissten mit ihren Partnern machen auch. Interessiert die das? Nö!

      Warum soll sich jemand sowas antun? Warum soll jemand investieren und Null zurück bekommen? Warum soll jemand zuschauen, wie der Narz weiterhin Alles nur für sich tut, aber nicht für den Partner?
      Und das „Problem“ ansprechen oder Lösungen vorschlagen….sinnlos.
      Ob er Partner weiß, wie man über ihn denkt? Interessiert ihn das überhaupt? Mit Sicherheit nicht, den ihm geht’s nur um sich selbst!
      Und die Partner erkennen das sehr wohl. Aber weil die, im Gegensatz zum NArz wirklich Lieben können, wird das schöngeredet a la „Er/Sie ist doch nicht so“ oder „Das wird schon irgendwann Besser!“ Nein, wirds nicht. Gutgläubigkeit, aus der ich mich auch nicht rausreden will.

      Ich kann jedem nur raten, egal wie groß die Gefühle zum Narz auch sein mögen, lasst es bleiben, den es wird nie ein Happy End geben; im Gegenteil. Ihr verschwendet Eure Zeit, da der/die Narz es nie verstehen und ihr ihn/sie niemals ändern könnt und werdet.
      Und am ende steht ihr vor dem Scherbenhaufen und bekommt noch die Schuld aufgedrückt!

      Wer das nie selbst erlebt hat, kann das kaum glauben. Ist aber die Wahrheit!

      • Kate sagt:

        Alex, du sprichst mir aus der Seele! Ich war etwas über 2 Jahre mit einem Narzissten in einer Beziehung. Mein positives Selbstwertgefühl hatte er innerhalb kürzester Zeit in den Sand gesetzt. Zuerst der liebevolle, charmante Partner. Dann zeigte er sein wahres Gesicht. Nachdem ich mich von ihm (3. Mal) entgültig von ihm trennte, wurde er zum Stalker – er machte noch nicht einmal vor meiner 14-jährigen Tochter halt, was die Kontaktaufnahme anbetrifft. Eine furchtbare Zeit, aber ich blieb hart und mein Leben wird wieder langsam so, wie es vorher war. Ich habe dennoch Angst, wieder einem solchen Menschen zu begegnen, er hat mein Vertrauen aufs Äußerste missbraucht (er muss wohl „nebenbei“ etliche Frauen gehabt haben während unserer Beziehung; eines weiß ich sicher: es waren Thailänderinnnen dabei, die er sich „mietete“). Aber das Leben geht weiter, und ich werde diese Erfahrung in einem Buch, das ich schreibe, wiedergeben. LG

        • Alex sagt:

          Und ich kann auch dieses „Ihr seid doch selbst dran Schuld“ nicht mehr hören. Klar sind wir das, aber uns ist das auch bewusst.

          Auch die Aussage „Nur labile Menschen verfallen einem Narz“, die immer mal wieder gern in den Raum geworfen wird, ist kompletter Blödsinn.
          Analog zu „unzufriedene Menschen/Menschen mit wenig/ohne Selbstwertgefühl“, etc.
          Wer sowas behauptzet, hat keine Ahnung von dem, was er sagt und ist noch nie in den Fängen einen Narz gewesen.

          Ist man dem Einfluss des Narz noch weiterhin ausgesetzt, will oder kann man das Problem und die Verarsche nicht sehen. Oh, sorry, ich vergass, der arme Narz. wie können wir es nur wagen..
          Nein, wie kann es der Narz wagen, emotional Amok zu laufen, Menschen zu zerstören und trotz Allem weiter zu machen, als ob nix passiert wäre? Er ist sich ja keener Schuld bewusst.

          Ich bin froh und Dankbar, dass ich seit 9 Monaten komplett Ruhe vor meiner Ex habe. Sie ist übnerall blockiert und Freunde wissen, dass sie nix von mir erzählen sollen.
          Und das ist das einzige, was man sinnvoll machen kann.

          Aber an diesen Punkt muss man erst halt auch mal von alleine kommen; da hilft einem keiner!

          Nochmal, und redet Euch das nicht schön:
          Ein Narz kann nicht lieben! Jedenfalls keine andere Person ausser sich selbst!

      • Arianna sagt:

        Ooooch, der arme, arme Narz. Er „liebt“ sein Gegenüber ja soooo sehr, aber der weiß es einfach nicht zu schätzen. Wenn er leidet, dann ist halt ganz allein dran schuld.
        Es gibt viele Auffassungen davon, was „Liebe“ ist, und wenn Liebe das sein soll, was ich durch diese Menschen erfahren habe, verzichte ich. Und zwar dankend.
        Und diskutiert nicht mit diesen Menschen. Sie wollen keine Lösungsansätze, nur Mitleid, weil sie sich davon Macht über ihre Mitmenschen versprechen.

    • Rena Sydow sagt:

      ….du hast keine Ahnung wie sehr ein Narzist weh tut eben weil er weiss, dass er geliebt wird.

      Manche sind eben erstmal nicht stark genug sich von so einem lieben und gleichzeitig zerstörrerischen Menschen zu trennen….weil da noch die Liebe und Hoffnung ist…die nie so erwidert.
      Hier finden diese armen Seelen hoffentlich den Mut ihr Leben wieder selbst in die Hand zu nehmen und sich zu trennen….weil es eben keine Hoffnung gibt…man kämft gegen Windmühlen und landet selbst in der Klapse….

    • Klam sagt:

      Du belügst dich auch noch selber.
      Wahrscheinlich bist du der perfekte Ehepartner.
      Möge deine Frau nie
      aufwachen!!

    • Klam sagt:

      Eigenreflexion !!
      Weist du was das ist?
      Hier spricht ein von sich maßlos überzeugter Narzisst.
      Ja, ja, es müsste mehr solche prachtvoller Menschen geben, wie dich.
      ( das war blanke Ironie, aber Narzissen verstehen so etwas nicht)
      Scher dich aus diesem Forum und hole dir nicht noch Tipps, wie man weiter abwertet und demütigt.

    • sabine 112 sagt:

      Hallo Omen..Ich habe heute Deinen Kommentar gelesen und kann ich auch sehr gut teilen. Als Ex Angehörige schwingen 2 Seelen in meiner Brust. Einerseits sehe ich einen Menschen mit Schwierigkeiten in meinem ehemaligen Freund. Vielleicht versucht er sich selbst aus seinen Schwierigkeiten zu befreien, greift aber auf Handlungsweisen zurück, die sehr destruktiv sind. Prinzipiell ist dagegen nichts zu sagen, aber sehr schwierig wird es, wenn keine Kritik, Wünsche, Schwächen, oder wie auch immer transportierbar sind, selbst Vorschläge zur Veränderung abprallen. Wie soll dann Veränderung passieren? Die Einsicht, Defizite zu akzeptieren und diese auch verändern zu wollen, bedarf vieler Voraussetzungen. Mir kommt es aber vor – oder ich habe es so erlebt – dass Hilfestellungen meist als Attacke und persönliche vernichtende Kritik interpretiert wurden und daher abgeblockt wurden. Irgendwann nahm ich es als radikal gegeben an, dass mein Expartner in einem Prozess ist, der Veränderung nicht zulässt. Eine Trennung folgte, vielleicht bewegt das etwas oder auch nicht. Das ist nicht meine Entscheidung. Ja, du hast recht, auch als Angehörige trägt man seine Verantwortung und ist ein aktives Rädchen in diesem System. Diese Rolle übernehme ich auch und stelle mich meinem Themen mit professioneller Hilfe aus verschiedensten Gründen. Sehr rasch gelangt man in das Fahrwasser der Schuldzuweisung. Ich sehe darin eine Art systemische Reaktion: Irgendeine Spannung entsteht, es wird diese angesprochen, und abgeblockt, ein zweiter, dritter Versuch folgen. Im Zuge diese Prozesses passieren rasch Schuldzuweisungen, schließlich sind Emotionen im Spiel. Die Suche nach Lösungen beginnt- ein beiderseitiger Prozess. Leider führte dies in meinem Fall zum Abblocken und Verhärten der Fronten. Die Hilfestellung – wohlwollend und empathisch gemeint – trennte uns. Ich konnte kein Vertrauen mehr finden und er fühlte sich missverstanden, zurückgewiesen. Ich spürte auch das Unbehagen mit sich selbst bei meinem Partner, und sprach die Dinge auch an. Aber raus muss er wollen, die Entscheidung welche Schritte er setzt, obliegt ihm aber. Den Weg zum Therapeuten etc. muss er gehen, genauso wie ich meinen gehen muss. Eine Beziehung ist nicht Therapie und macht diese kaputt bzw. ist der falsche Rahmen. Daher geben ich Dir recht, es ist ein System, indem viel Leid passiert, aus welchen Gründen und in welchem Bewusstseinsgrad auch immer. Prozesse sind veränderbar, Entwicklungen können stattfinden, sie brauchen Zeit, Energie und Willen. Aber sie müssen nicht synchron laufen. Ich kann als Expartnerin nur meine Baustellen derzeit beackern und mich darauf konzentrieren, trotz der vielen Verletzungen ein positives Selbstwertgefühl für mich zu bekommen, um wertschätzende Beziehungen zu meinem Umfeld pflegen und aufbauen zu können. Ich habe keine Wut mehr auf meinen Expartner, viel Trauer und Sehnsüchte in mir, auch Verletzungen, aber ich wünsche ihm gleiches wie mir. Ob wir nochmals zusammenkommen, weiß ich nicht. Das ist derzeit kein Thema für mich. Ich wünsche ihm alles Gute und einen ehrlichen achtsamen und selbstkritischen Zugang zu sich. Das ist eine Basis für gesunde Beziehungen, die er im Grunde sucht, nur mit sehr eigenwilligen Mitteln.

  6. Viola Renger sagt:

    Vielen Dank für die ganzen Infos. Es hat mir sehr geholfen.
    Ich würde gern den Newsletter erhalten, der Bestätigungsklick ist aber nicht anklickbar….

  7. Silv sagt:

    Nee Flora, natürlich sind Eigenschaften wie Fairness, Empathie etc. In einer Beziehung keine Zeichen einer eogenen Störung.
    ICH denke, dad ‚Gestörte‘ liegt darin, dass wir Gleiches nicht durch den Partner erfahren bzw zurück bekommen. Wir sind z
    B.fair- werden aber unfair behandelt. Und das ja nicht einmal- sozusagen als Ausrutscher des Partners- sondern immer und immer wieder. Im Gegenteil, je fairer und empathischer wir uns verhalten, desto heftiger wird das narz Verhalten. Da der Narzisst ja seine ‚ Minderwertigkeit im Sozialen‘ durch uns deutlich zu spüren bekommt. Was er nicht erträgt und hinnehmen kann. Wenn wir andererseits mit gleichen Waffen kämpfen, gibts Dauerkrieg. Also: wir können nicht ausgleichen. Die Frage ist und bleibt: warum gehen wir nicht, halten es solange aus und sind
    verzweifelt bemüht, den Partner durch unser ‚ gutes‘ Verhalten umzukehren?
    Wir lassen uns schlecht behandeln und haben die gottgleiche Vorstellung, Jemanden zum Guten bekehrem zu können.

    • FLORA sagt:

      Liebe Silv.
      Ich stimme dir in vielem zu. Und natürlich gibt es Beziehungen in denen beide ihre persönlichen Unzulänglichkeiten durch den anderen kompensieren.
      Das kann sogar gut funktionieren. Unsere Konditionierung beginnt im frühesten Kindesalter.
      Vorsprachlich können wir die Vorkommnisse nur emotional verarbeiten.
      Als abhängiges Kind ist unsere größte Angst die vor dem Alleinsein. Und voilà, da ist der Hauptgrund für das verharren in ungesunden Beziehungen.Je nachdem wie Eltern ihr Kind in dieser Abhängigkeit auf und erziehen wirkt sich das auf die Selbstwahrnehmung, Selbstliebe und Selbstwertgefühl aus. Viele Heranwachsende schaffen es nicht sich aus dieser Abhängigkeit zu lösen. In Beziehungen setzen Sie dies fort. Festhalten um jeden Preis um sich vor der Verlassenheit zu schützen wird zum Überlebenskonzept. Das ist nicht krank,das ist unreif. Wenn man akzeptiert, dass wir alle letztendlich alle allein sind, und uns selbst vertrauen können, und unser bester Freund sind,lässt uns nachreifen egal wie alt wir sind.
      Wenn du gerne liest, lese von Riemann doch mal das Buch Die Grundformen der Angst.

      • Silv sagt:

        Hi Flora,
        Danke für den Buchtip.
        Die Angst vor dem Alleinsein ist ganz sicher ein großer Aspekt. Viele der heute ca.50 -75 jährigen z.B.haben nie in ihrem Leben allein gelebt.
        Ich habe mir schon als Kind eine große Familie gewünscht, meine Eltern haben Kontakte zur Familie abgebrochen oder unterbrochen- Beide..ich selbst habe einen Sohn ais geschied. Ehe. Der neie Partner hatte 2 Kinder und Geschwister. Mein Bruder ist verstorben. Der Partner sollte also diese Lücke füllen…die Beziehung ging für mich traumatisch auseinander. Ich lebe jetzt aber, befreit durchatmend, gut.Und weiß, dass ein Partner kein Garant für Beistand ist. Also man, mit dem Falschem, trotzdem in Not und Einsamkeit geraten kann.

  8. Alex sagt:

    ES BRINGT NIX, EINEM NARZ DAS ZU SAGEN!

    Jeglicher Versuch, knallt doppelt und dreifach mit Anschuldigungen zurück. Die drehen das eh hin, wie sie wollen, also warum Energie verschwenden?
    Hier sollte man sich auf keine Diskussion einlassen und, wenns zu extrem sein sollte, den Einzig richtigen Schritt tun und gehen!
    Alles Andere ist eine Verlängerung der eigenen Qualen!

    Will man Ruhe vor einem Narz, gibt es keine andere Möglichkeit, als zu gehen und eine komplette KS einzuhalten. Jegliche Kontaktversuche müssen abgeblockt warden, den sobald man auch nur einmal auf seine Anfrage „hustet“, hat er/sie genau das, was er/sie will; Aufmerksamkeit.

    Von daher, glaubt nicht, dass eien Unterhaltung was bringen könnte, wird sie nicht!

  9. Donnerlittchen sagt:

    leider glaube ich, dass es sich um ein, um sich greifendes, gesellschaftliches Problem handelt. Narzisstische Mütter (und/oder auch Väter) erziehen kleine, ätzende Egoisten, die ihrerseits im Erwachsenenalter ausgeprägt narzisstisch sind. Das beobachte ich schon seid längerer Zeit. Alte Werte wie Nächstenliebe, Fürsorge und Wertschätzung, Moral und Anstand verschwinden nicht nur zusehends von der Bildfläche, sondern werden auch noch als Schwäche ausgelegt. Willst du vorankommen, musst du mit Ellbogen arbeiten und rücksichtslos agieren. Mir sind schon einige üble Narzissten im Leben begegnet, nur hatte ich nie eine Bezeichnung dafür. Jetzt bin ich schlauer. Zuviel Nähe und Hingabe zu einem Narzissten gleicht einem Ritt auf der Rasierklinge, man weiß nie, wann einen der beißende Zorn trifft, der einen erniedrigt und zerstören kann. Ich halte solche Menschen auf Abstand. Das ist für mich der einzige Weg, einigermaßen mit Ihnen zurecht zu kommen.

    • Silv sagt:

      Abstand ist auch meine Strategie- musste ich beruflich und privat hart lernen. Jetzt gehts🙂

    • Claudia M. sagt:

      Donnerlittchen, da scheint etwas dran zu sein!
      Zumindestens gelten all die edlen Werte höchstens noch in christlicher oder esoterischer „Szene“. Traurig, aber wahr!

      • Elli sagt:

        …Und genau dort, verstecken sie sich.

      • Lina1 sagt:

        bei den esotherischen und christlichen (und anderen religiösen) Führern – auch den kleinen regionalen vor Ort – finden sich Narzissten massenweise. Manipulation, etwas Besonderes sein wollen, andere abwerten, verehrt werden wollen…guckt euch um.

        Gerade Narzissten wählen solche Lebenswege, auch Seelsorger, denn es kommt ihnen entgegen, leicht Macht ausüben zu können und die Abhängigkeit der Schäfchen auszunutzen für ihr Wohlgefühl. Oft sogar noch versteckt hinter Helfersyndrom (das Ansehen steigt enorm, wenn man anbgeblich uneigennützig sich für andere aufopfert, sie dabei in Wirklichkeit nur manipuliert).

        Die esotherischen oder christlichen Werte dienen dem Erhalt der Macht der jeweiligen Gruppe, sind zum Teil menschenfeindlich. Man muss sich nur die 10 Gebote genauer ansehen, ( unter anderem Gott zuerst, Eltern lieben müssen, Sklavenhaltung wird toleriert, wenn man mal den Kontext in der Bibel liest usw)

        Und können ganz einfach durch humanistische Werte ersetzt werden. Das würde vor so manchem narzissten schützen.
        Wenn man will.

        Aber auch dort tummeln sich naturgemäß dann die Conarzissten

  10. Ro sagt:

    ..ich verfolge die Beiträge sehr interessiert.. und frage mich manchmal ob es auch noch normale Menschen gibt.. ist dieser Narzissmus nicht ein Spiegelbild unserer Gesellschaft?
    Gibt es noch Menschen, die an engen, vertrauenswürdigen Beziehungen überhaupt interessier sind???

    • Claudia M. sagt:

      Ro, was Du meinst ist der Egoismus innerhalb unserer Gesellschaft. Narzissmus geht da leider noch weiter. Ein aktuelles (und für die Welt „gefährliches“) Beispiel für letzteres ist Donald Trump.

    • Adrianna sagt:

      Ja, die gibt es.
      Und es es kann ein Mann sein, der von seiner Ex als Narzisst bezeichnet wird und eine gute Beziehung mit einer anderen Frau führen kann. So etwas soll es geben. Den Frauen, die ihre eigene innere Leere durch eine Beziehung, durch einen Mann zu füllen versuchen, wird jeder Mann narzisstisch vorkommen.

      • FLORA sagt:

        Definiere bitte gute Beziehung.

        Mir ist es Wurst wen mein Ex jetzt am Wickel hat. Mag sein, dass die Neue perfekt zu ihm passt. Umso besser für mich 😉 lässt diese Karrikatur eines Mannes mich endlich in Ruhe.

      • Silv sagt:

        Ein ‚echter‘ Narzisst wird auch mit anderer Partnerin keine gute Beziehung führen können. Meiner hatte Etliche durch.Irgendwann kommt das Abwerten. Er/sie kann keine anderen Strategien.

      • Silv sagt:

        Adrianna- Quark. Wobei: Diagnosen stellen Fachleite. Wenn sie es können und wollen.

      • Mimimi sagt:

        Ja genau das behauptet mein Ex auch von sich, angeblich hatte er niemals solche Probleme in vorigen Beziehungen.. Er ist meisterlich im Verdrehen von Tatsachen und ist nie auf irgend etwas eingegangen. Habe ich ihn mit seinem Verhalten konfrontiert hat er mich einfach als krank hingestellt ohne dabei den Hintergrund seines Gehenvorwurfs zu erklären. Ich würde nicht sagen, dass ich innere Leere kompensieren musste, ich habe vor allem Sicherheit und Geborgenheit gesucht, wollte ihm vertraut sein, echte Nähe zu ihm spüren und verstanden werden.. Alles Wünsche, die nur menschlich sind und ziemlich normale Bedürfnisse in einer Beziehung, auch wenn er mir das immer abgesprochen hat weil es soetwas in seiner Welt nicht gibt. Ich bin recht leicht zu verunsichern doch kommt mir nun wirklich nicht jeder Mann wie ein Narzisst vor. Man muss immer reflektieren und abwägen was an eigenen Ansprüchen noch angemessen ist und was nicht. Allerdings sind Dinge wie Aufrichtigkeit, Offenheit, Respekt und Empathie m.E. notwendig für eine stabile und gesunde Beziehung und nun wirklich nichts was ich mir herablassend Ausreden lassen müsste..! Auch wenn er es geschafft hat, dass ich noch immer an mir und diesen Werten zweifle..

  11. Barbara sagt:

    Es ist so wahr! Als ob Sie bei uns zuhause dabeigewesen wären!
    Inzwischen bin ich (nach 20 Jahren) geschieden und bereue es keinen Augenblick

  12. Renata sagt:

    Man sollte meiner Meinung nach seine Lebenszeit und Lebenskraft nicht an einen uneinsichtigen, nur um sich selbst kreisenden Menschen verschwenden. Alles Herumrätseln ob er/sie narzisstisch ist oder nicht, bindet schon wieder Kraft und fokussiert auf den Nehmer. Ich habe mich nach fünf Jahren getrennt. Nach drei Wochen hatte er mich bereits ersetzt und als die neue „Beziehung“ auseinanderging, wurde auch sie innert Wochenfrist ersetzt. Es folgten noch zwei weitere Frauen, die er ebenfalls wie Bierdosen ausgetauscht hat. Nun hat er sich als emotionaler Parasit bis auf weiteres bei einer weiteren Dame eingenistet. Das Muster ist simpel. Der „Partner“ ist für einen Narzissten ein blosses Objekt, das eine Funktion für ihn zu erfüllen hat (emotionale Tankstelle, sexuelle Dienstleistungen, finanzielle Interessen). Erkennt jemand den Missbrauch, dann folgt er einer abgebrühten Konsumlogik. Der Narzisst achtet die Menschenwürde seines Gegenübers in keiner Art und Weise. Ich bereue heute die Jahre, die ich mit diesem abgebrühten Menschen verschwendet habe. Das einzig Positive, was ich aus dieser „Beziehung“ mitgenommen habe, ist die Einsicht, dass mir niemand wirklich meine Würde nehmen kann, wenn ich fähig bin, sie mir selbst zuzumessen.

    • Maria sagt:

      Renata, ja vollkomme Übereinstimmung!!

      Wer sich auf eine solche Beziehung einlässt und mag er noch so abgegrenzt und selbstbewusst sein, muss sich einfach im Klaren sein, dass er als „Sache“ wahrgenommen wird, die jederzeit ausgetauscht werden kann. Wem das reicht, der wird dann mE selbst eine Persönlichkeitsstörung haben. Oder hat sich der heutigen Welt perfekt angepasst.

      Ich möchte so nicht leben und lieben.

      • Mimimi sagt:

        Ich auch nicht..! Die fehlende Authentizität fand ich auch immer sehr befremdlich, selbst in den „schönen“ Momenten.. Als wenn ein Hund an einem Stein schnuppert der wie ein Hund aussieht aber eben ein Stein ist – Er ist irritiert und braucht eventuell ein Weilchen um sich sicher zu sein und zu denken „Ok das ist nur ein Stein mit dem ich sozial nicht interagieren kann.“.
        Gibt es hier noch jemanden, der diese Unechtheit im Bauch gespürt hat, auch bei Liebesbekundungen und in den guten Phasen? Das hat es für mich einfacher gemacht zu gehen weil mir irgendwann bewusst wurde, dass einfach nichts mit diesen Personen wirklich „echt“ ist und ich würde jedem raten, da mal genau auf’s Bauchgefühl zu achten..!

        • Hilde sagt:

          Genau dieses komische Bauchgefühl hatte ich auch schon am Anfang. Wir waren 14 Jahre zusammen. Ich habe ihm alle Freiheiten gelassen, ihn immer unterstützt, über vieles hinweggesehen, aber irgendwann musste ich mir eingestehen, dass sich jemand, der seinen Partner angeblich so liebt wie er mich, nicht verhält. Ich konnte diese Liebe einfach nicht spüren. Er tat nichts mir zuliebe. Nur was ihm nützte oder was er wollte. Ich konnte nichts mehr recht machen. Ich hatte keine Chance.
          Es war nur eine Illusion, keine Wirklichkeit.

        • Silv sagt:

          Ja mimimi,
          Das Bauchgefühl sagte auch mir zuweilen:‘ der zeigt kein echtes Gefühl‘. Auch im Kontakt mit Anderen..gespieltes Mitgefühl.
          Beim Tod eines entfernten, aber einflussreichen Bekannten gab sich mein narz Partner so mitfühlend, als wenn er ein Familienmitglied gewesen wäre.

    • Silv sagt:

      @Renata- genau

  13. Arianna sagt:

    Die Frage ist, ob man sich das Zusammensein mit so einem Menschen (ob Verwandter, Partner, Kollege, Chef usw.) überhaupt antun muss. Der Umgang mit einem stark narzisstischen Menschen kann nur ertragen werden, er wird niemals friedlich sein, geschweige denn erfüllt und für beide Seiten stärkend und bereichernd.
    Solche Menschen sind wie ein schwerer, dicker Felsbrocken, der in das Flussbett des eigenen Lebens geworfen wurde: man muss sich immer wieder mühsam daran vorbei arbeiten.
    Aber wer sagt denn, dass man sein Leben ertragen muss, anstatt es zu leben? Man sollte sich fragen, ob man nicht das Recht auf ein eigenes, würdiges und glückliches Leben hat, und ob es keine Möglichkeit gibt, diesen Menschen aus dem eigenen Leben auszuschließen. Mit ihnen wird man niemals glücklich.
    Viele „wohlmeinende“ Verwandte und teilweise auch Seelsorger, Therapeuten usw. wollen einem oft verkaufen, dass man diesen Menschen vergeben soll, dass man sie verstehen und bei ihnen bleiben muss. Oft appellieren sie auch an unser Helfersyndrom. Ich glaube inzwischen, dass diese Menschen dabei nur an sich selbst denken – sie wissen, dass ein narzisstisch Gestörter Bezugspersonen braucht (mit anderen Worten: Opfer), und sie wollen diese natürlich nicht sein, wohl auch, weil sie wissen, dass diesen Menschen nicht zu helfen ist. Also wird die ungewollte Bürde dem Partner, dem nächsten Angehörigen usw. aufgedrängt, der sich dann weiter herumquälen darf mit Schuldgefühlen, mit der Angst, „selbst schuld“ zu sein, und inzwischen von dem narzisstisch Gestörten ausgequetscht wird wie eine Zitrone und anschließend noch angepampt, dass man ihm nicht genug gegeben hätte.
    Also, schlussendlich die Frage: warum tut man sich das an? Warum muss man sich das antun, in einer Endlosschleife in einer unlösbaren, quälenden Beziehung zu bleiben? Kann man nicht gehen, oder will man nicht gehen? Es wird sich höchstwahrscheinlich nie etwas bessern, und selbst wenn: will man für diese kleine Verbesserung Lebensjahrzehnte opfern, die ohne diesen Menschen viel glücklicher verlaufen würden? Kann es der Sinn des eigenen Lebens sein, sich dauernd für einen Menschen zu opfern und dafür auch noch getreten zu werden? Er wird andere Opfer finden, an denen er seinen innerlichen Druck loswerden kann, wir sind nicht unersetzbar. (Außer vielleicht dadurch, dass wir durch die jahrelange Gewöhnung schon gut auf seine Bedürfnisse „abgerichtet“ sind.) Ich habe noch nie davon gehört, dass diese Störung konsequent und erfolgversprechend therapierbar wäre.

    • Silv sagt:

      @Arianna- Vergebung ist grad in.
      Ich finde, einem emotionalem Missbraucher muss man nicht vergeben sondern sich selbst distanzieren- in jeder Form.
      Vergeben muss man nur sich selbst- dass man sich auf sie eingelassen und mit ihnen abgegeben hat. Heute noch habe ich beruflich einen stark narzisstisch veranlagten Menschen erlebt- ich hab mich innerlich gegraust. Never ever näher kommen lassen.

  14. Tinka sagt:

    Und vor allem sollte man nicht immer davon ausgehen, dass es nur um einen selbst geht.
    Was ist, wenn Kinder da sind. Die trotz allem an ihrem Vater hängen.
    Und die Aussicht auf jahrelange Streitigkeiten um die Kinder lässt vielleicht auch viele Frauen in der Beziehung verharren.
    Obwohl sie wenn sie alleine wäre schon längst über alle Berge wäre.
    Diese innere Zerrissenheit wird leider selten thematisiert.

    • Tinka sagt:

      Obiger Text war eine Antwort zu Buttlers Beitrag.

    • Sonnenblume sagt:

      … ja, das sehe ich auch so. Es kann gerade in der Familie nicht nur um einen selbst gehen. Und gerade auch Kinder sind ja eine lebenslange Bindung, die unauflösbar ist und zu Konfrontationen führt.

      Es gibt keine Patentlösung, aber ich glaube, dass es einen Weg gibt mit sich selbst. Je klarer man sich selber wird, was man von dem Partner erwarten kann und was nicht und wo man sich unwissend oder selber in seiner eigenen Bedürftigkeit gefangen verletzen liess, stellt sich Veränderung in der Wahrnehmung ein.Anders hinzuschauen, auch wenn sich praktisch und äußerlich betrachtet erst mal nichts ändert, bedeutet für mich schon ein Weg. Wenn ich sehe, was eigentlich passiert und warum, beginnt ein Sichtwechsel und sogar mitten im System entsteht neuer Handlungsspielraum.

      Gerade Kinder können ja auch eine Motivation sein, die Vorzüge der Konstellation erst mal auch wertzuschätzen und voll auszuschöpfen (für sich selbst). Nicht gegen den anderen, sondern für sich selber einen Weg innerhalb des Systems zu finden.Der Weg liegt so oder so vor einem und gehen muss man ihn so oder so.

      Warum nicht experimentieren mit neuen Vorstellungen innerhalb dieser erst mal verfahrenen, schwierigen, überfordernden Situation? Davon zu träumen, sich vorzustellen, was „dennoch“ möglich ist und dann tun und handeln, wenn die Zeit reif ist.Vielleicht auch mit Unterstützung von aussen. Und ohne den anderen mit ins Boot zu holen und sich in destruktive Gespräche verwickeln zu lassen. Im Gespräch mit sich selbst klären, was für einen selbst wichtig ist. Eigenständig werden innerhalb der Konstellation

      Aus dem „Verharrmodus“ herauskommen und wieder gestalter der Möglichkeiten werden.

      Lebenskünstler werden, nicht nur überleben.

      Es kann ja manchmal wie ein Schock sein, eine Erstarrung und wirklich oft sehr traurig, wenn einem so richtig klar wird, mit welchen Grenzen man es in der eigenen Familie zu tun hat.

      Der Weg dauert lang, ist kein Spaziergang, führt an Grenzen und kostet Kraft, aber es könnte auch ein Abenteuer werden, die eigene Freiheit auf diesem „Gelände“ und bei „jedem Wetter“ zu entdecken und immer mehr zu erfahren, denke ich.

      ….. so bin ich inzwischen anders unterwegs mit allem, was ich fühle und male, schreibe, musiziere mir das Moll und Dur meines Lebens so oft ich kann von der Seele. Licht und Schatten. Ich will alles verarbeiten, was mir auf diesem Weg begegnet ist und noch immer jeden Tag begegnet…. Es hat mich viel gekostet. Ja, das hat es. Aber ist es nicht oft im Leben so. Es gibt solche und andere Gründe, um diese Billanz zu ziehen.

      …wenn ich bei mir bleibe und gut für mich selber sorge bei allem, was ich vermisse, entbehre und erleide, wächst etwas innerlich Robustes, dass es vorher so nicht gab.

      Ein großer Unterschied, finde ich zu der großen Verletzbarkeit, die ich lange Jahre fast hilflos bei mir empfunden und erlitten habe und am liebsten abgehauen wäre, wenn da nicht die Kinder gewesen wären………

      Heute sehe ich vieles wirklich anders und ich weiß nicht, wie ich es beschreiben könnte, sogar mit sowas wie Zufriedenheit, dass ich gemerkt habe, wie sich das Blatt wendete, weil innerlich ein neuer Kurs in Sichtweite kam und sich ein Weg gehen liess, der sich mitten in allem und trotz allem wie etwas Neues anfühlt.

      Ich wünsche jedem und jeder die Entdeckerlust des Möglichen mitten in allem, was ist wie es ist.

      • Barbara sagt:

        Allerdings ist das nur möglich, solange die Beziehung noch nicht in eine Gewaltform gekippt ist.Und das kann von einem Tag auf den anderen passieren. Dann ist jede Form der Abgrenzung verboten und führt zu Eskalationen.
        Dann hilft NUR noch zu gehen, he eher, desto besser.

      • Silv sagt:

        Kinder sind kein Grund sein Leben in einer emotionalen Missbrauchsbeziehung zu fristen. Nichts anderes ist eine narz. Beziehung. Die Kinder nehmen bei Verharren auch Schaden. Und ’schönreden und -gestalten‘ bringt absolut nix. Ist eine Vergewaltigung der eigenen Seele

      • Suzy sagt:

        Liebe Sonnenblume, was Du schreibst ist unglaublich schön, stark und positiv- ich bin der Überzeugung, wenn Du und andere das schaffen, so und auf diese Weise das Erlebte zu verarbeiten, wächst daraus etwas sehr Schönes und Gesundes <3 -ich bitte Gott um die Gnade, den Schmerz und die Verletzung mit Vergebung und Liebe zu füllen, damit ich für meine Mitmenschen
        wieder froh und stark sein kann. Das ist meine Natur …

    • Silv sagt:

      Ja- innere Zerrissenheit kann ich nachvollziehen. Man braucht Unterstützer. Trotzdem- jahrelanges Demontiertwerden- auch bir den Kindern ist sicher nicht weniger schädlich für Alle ausser…
      Meiner hat nach und nach begonnen, respektlose Bemerkungen gegen mich in Anwesenheit unserer Kinder anzulassen. Vor allem, wenn er zu wenig Beachtung fand oder seine Kinder zu gut mit mir klarkamen. Er hat letztendlich, in seiner narzisstischen Zerstörungswut- die Beziehung ruiniert. Er ganz allein!

    • Elli sagt:

      Oder, wenn es sich um einen angeheirateten Verwandten handelt und ihrem manipulierten Umfeld( eigene Familie)

  15. Claudia sagt:

    Vielen Dank für diese Zusammenfassung (die 1 zu 1 mit meiner Erfahrungübere übereinstimmt) und den “Aussichten“.

    Das Problem liegt bekanntlich bei mir als Partner darin, immer wieder zu verständnisvoll zu sein und alte Erklärungsstrickmuster verwende – OBWOHL mir bewusst ist, dass es nix nutzt zuverstehn oder was auf Augenhöhe zu klären zu versuchen. …. Ich weiss, dass ich WEG muss. Herz incl. , aber das hängt wie immer dem Verstand noch hinterher. … Aber es wird besser. Auch dan Ihrer prima Aufklärungs-Artikel!!!

  16. Sabbi sagt:

    Ich finde in dem Artikel wieder einmal einiges wieder, wozu ich nur nicken kann.
    Ich habe bzw. konfrontiere meinen Partner ab und an damit, was ich meine herausgefunden zu haben. Nämlich dann, wenn er sich herausredet oder deutliche narzisstische Verhaltensweisen (verdrehen, lügen, keinerlei Kritik, verbale Verletzungen …) zeigt. Mitunter glaube ich, dass ich ein Kind oder einen Pubertierenden vor mir habe.
    Und wie es hier steht, münzt er meistens genau das, was er tut und auf ihn zutrift, auf mich. Meist ohne eigene Worte, er benutzt die Formulierungen, die ich benutze. Er behauptet, er wäre normal, aber ich nicht, ich müsse zu einer Therapie, mit einer anderen Frau wäre alles ganz anders.
    Doch es gibt Tage und Phasen, da zeigt er Einsicht. Dann sagt er, dass ihn ankotzt, wie er war und manchmal ist, dass er sich bemüht, sich zu ändern, es nicht immer schafft, dass ich ihm in vielem erst die Augen geöffnet habe, er nicht weiß, warum er so ist und immer wieder schlecht reagiert.
    Meist kippt das aber wieder, was er selbst erkannt zu haben scheint.

    Andererseits, wenn man selbst gesagt bekommt odr bekäme, man ist im Grunde genommen nicht ganz dicht … wer möchte das hören und wer wehrt sich nicht dagegen? Schon das Wort Störung, Persönlichkeitsstörung klingt schlecht.
    Das überlege ich mir natürlich nebenbei auch immer wieder…

    Ich bin aber auch der Meinung, wenn man, so wie ich auch, lange bei einem solchen Menschen bleibt, hat man eigene Baustellen. Mir mangelt es auch an Selbstwertgefühl, ich finde mich und was ich tue nie oder selten gut genug, bin ein eher ängstlicher Mensch, unsicher. Die Ursache liegt in der Kindheit, ich habe mich genügend damit befasst, aber das sitzt tief, so etwas wird ja genau genommen erlernt.

    Mein Partner war vor Jahren kurz in Therapie, genau genommen 5x dort, es wurde ales geklärt, was seine Kindheit betrifft, sagt er. Natürlich glaube ich ihm das nicht, denn ich kenne die Verhältnisse, und da nur die Spitze des Eisberges, hatte selbst unter seinem Vater zu leiden. Sein Verhalten war ein paar Wochen nach Ende seiner „Kurztherapie“ wie vorher. Angeblich hatte die Therapeutin gesagt, bei ihm wäre alles geklärt, eine Paartherapie wäre angezeigt. Nun weiß ich aber, dass mein Partner niemals tatsächlich erzählen würde, welche für einen Partner und manchmal auch erwachsenen Mann sonderbaren, zerstörerischen Verhaltensweisen er hat und welche emotionalen Schwierigkeiten.
    Nun sagt er wieder, er geht noch einmal zu einer Therapie, findet aber niemand Passendes.
    Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass das auch recht schwer sein kann, hatte 2x Therapeutinnen, die nicht wirklich wissen wollten, was mich beschäftigt, verletzt hat usw.

    Er ist irritierend alles in allem. In vielem deutlich und stark narzisstisch, in manchem aber gar nicht.

    Grüße Sabbi

    • Maria sagt:

      Wow! Sabbi, es tut so gut zu lesen, dass man nicht alleine ist. Das liest sich fast wie bei mir.

      Inzwischen habe ich aber kapituliert. Er hat er eine Neue. Ich bin ihm zu fordernd und setze endlich Grenzen. Er hat mich über ein Jahr hingehalten und sprach von Therapie auch als Paar aber am Ende hat er sich nie drauf eingelassen und da seine Freundin ihm bisher alle Eskapaden verziehen hat, es vorgezogen mit seinem neuen Opfer in seiner Welt zu bleiben.

      Ich denke, dass es für mich und meinen Sohn tatsächlich jetzt das Beste so ist. Denn ich hätte mich wieder auf alle Kompromisse und Hilfestellungen eingelassen.

      Es tut weh zu wissen, dass man fast 20 Jahre mit einem emotionalen Monster zusammen war und am Ende noch nicht mal Freundschaft bleiben kann.

    • Silv sagt:

      Konfrontation bringt nix. Nur Selbstschutz. Ein ‚echter Narzisst‘ begibt sich nicht in Therapie oder bleibt da.

      • Mimimi sagt:

        Oh doch.. Weil bei Narzen gern mal „Depressionen“ diagnostiziert werden obgleich sie nur ein Symptom sind wenn ein Narz mit seinem Verhalten immer gegen die Wand gelaufen ist. In einer Therapie können sie sich dann als bemitleidenswertes Opfer darstellen und Aufmerksamkeit einheimsen solange die zugrunde liegenden Mechanismen nicht geschickt vom Therapeuten erkannt und aufgegriffen werden. Auch instrumentalisieren Narze gern mal was sie in der Therapie lernen um es gegen andere einzusetzen, Informationen jeglicher Art werden nur wieder in den „Selbstschutz“ investiert weshalb auch Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit gegenüber diesen Menschen nur eine Angriffsfläche offenbaren können.

        • Silv sagt:

          Ich meinte ja auch: ‚begibt sich nicht wegen Narzissmus in Therapie‘.
          Ich kenne auch Einen, der nach Scheitern wegen Depression in Behandlung ging- ab der 3.Sitzung fing er dann an, den Therapeuten zu demontieren. Der Narzissmus kam alsbald durch…

  17. Joachim sagt:

    Dieser Beitrag Hr. Grüttefien ist ob Sie mir von der Seele sprechen.Ich bin seit 50 Jahren mit einer Narzisstin verheiratet,aber das Sie eine Narzisstin ist mir bewusst erst seid paar Jahren.Es waren am fang schone Jahre Gerne lese ich Ihre Beiträge.
    Mit freundlichem Gruss
    Joachim

  18. Maria sagt:

    Auch ich bin der Meinung, dass jemand nicht selbst „gestört“ sein muss, wenn er die Flinte nicht gleich ins Korn wirft. In einer partnerschaftlichen Beziehung ist ja normalerweise auch Liebe zum Partner vorhanden, und die damit verbundene Hoffnung auf positive Veränderung, sowie die Bereitschaft für den anderen da zu sein und auch manch steinigen Weg miteinander zu gehen.

    Herzlichen Dank, Herr Grüttefien, für Ihren wieder sehr guten und (leider) ja so wahren neuen Beitrag.

  19. Mimimi sagt:

    Zu Co-Abhängigkeit und Gründen, warum man mit so jemandem zusammen war/ist, gibt es auf dieser Seite an anderer Stelle ausgiebig Informationen. Sicherlich hat man als Partner eines Narzissten eigene Baustellen die man aufarbeiten muss. Diese bestehen aber eben oft in mangelndem Selbstvertrauen, mangelnder Abgrenzungsfähigkeit und Autonomie sowie einem tief geprägten Muster, es gar nicht anders zu kennen als so behandelt zu werden und keinen wirklichen „Vergleichswert“ zu haben also quasi auf die eigene Phantasie angewiesen zu sein wenn es darum geht sich klar zu werden, wie man sich Beziehung vorstellt. Also hat man kein Wissen sondern muss an etwas glauben was eben kaum möglich ist wenn man sich selbst nicht traut.
    Wenn ein solcher Mensch nun vom Narzissten noch zusätzlich verunsichert wird und die eigene Wahrnehmung abgesprochen bekommt, wird man immer schwächer, zweifelt immer mehr an sich und kann sich zunehmend schlechter aus der Situation befreien. Diese Seite ist daher ein Goldschatz weil man massig Information bekommt, reflektieren und abgleichen kann und darüber wieder ein Stück weit für sich selbst einstehen kann. Trotz des zusätzlichen Schadens den der Narzisst verursacht hat konnte ich mich so zumindest schon mal trennen und suche nun einen guten Therapeuten um mich wieder zu stabilisieren.
    Deshalb vielen Dank für ihre Aufklärungsarbeit Herr Grüttefien!

    • Justudy sagt:

      Danke für den wieder hervorragenden Artikel. Ich freue mich jedes Mal, wenn der newsletter erscheint und mich bringt das Lesen immer ein kleines Stückchen weiter voran.
      Trotzdem hier mal aktuell eine Frage: Kennt jemand einen guten Therapeuten/Arzt oder Selbsthilfegruppe im südlichen Raum Hamburg, an den oder die ich mich als „Expartnerin“ eines Narzissten wenden könnte? Ich suche schon seit geraumer Zeit erfolglos danach…. Daaanke!!!

      • Mimimi sagt:

        Christian Hemschemeier!
        Er kennt die Thematik, geht aber trotzdem lösungsorientiert an die Sache und mir persönlich ist er in seinen Videos sehr sympathisch. Er hat auch vielfältige Methoden im Angebot, schau mal auf seine Seite! Bin leider zu weit weg, hier in NRW hab ich noch niemanden gefunden der ganzheitlich Folgen von emotionalem Missbrauch therapiert und kassenärztlich zugelassen ist..

    • Mimimi sagt:

      „Man sollte nicht glauben, wie oft dieser Fall in der Realität eintritt und wie oft sich Partner von Narzissten in einer Psychotherapie wiederfinden, weil sie vom Narzissten derart in ihrer Selbstwahrnehmung verunsichert werden, dass sie glauben, den Verstand verloren zu haben.

      Der Narzisst ist ein Weltmeister im Verdrehen von Tatsachen. Er kann jeden noch so eindeutigen Sachverhalt ins Gegenteil verdrehen.“

      Man stelle sich das bei einem Menschen vor, der ohnehin ein schwaches Selbstvertrauen hat. Die Selbstzweifel die daraus entstehen sind lähmend, machen handlungsunfähig und eben das ist das automatisierte Kalkül dieser Personen. Sie genießen es, einen anderen Menschen in der Hand zu haben um ihr falsches Selbstbild aufrecht zu erhalten was einfach niederträchtig ist. So jemand bedient die Bezeichnung „menschlich“ in meinen Augen nicht weil er gar nicht mehr fähig ist, in einem sozialen Gefüge zu leben ohne andere zu demontieren. Eigene Leidensgeschichte der Narzissten hin oder her, jeder ist verantwortlich für sich und sein Verhalten doch eben diese Verantwortung übernehmen sie nicht, sie finden ihr verstörendes Verhalten völlig normal und bewegen sich jenseits sozialkonformer Werte weshalb sie für zwischenmenschliche Interaktion die über eine oberflächliche Zweckgemeinschaft hinausgehen nicht kompatibel sind.

      Ich habe durch den Narzissten gelernt, skeptischer zu sein.. An das Gute im Menschen glaube ich nur noch bedingt aber wahrscheinlich fährt man damit besser und fällt auf solche Personen nicht mehr so leicht rein..!

      • Silv sagt:

        @mimimi : ‚SIE‘ können nicht anders. Es ist eine psychische Störung mit überdauernden, nicht korrigierbaren Handlungsmustern und ohne Reflektionsfähigkeit

    • Silv sagt:

      Ich war/ bin wieder durchsetzungsfähig, hatte/ habe Selbstvertrauen…mir ist nach der Beziehung zum narz. Veranlagten ( meine erste in 53 Lebensjahren) klar geworden woher ich das Verhalten kannte und warum ich es 3 Jahre aushielt:
      1. Narzisstische, emotional und körperlich misshandelnd nebst Vater, der das nicht unterband und seiner Wege ging und selbst conarz. Züge aufwies
      2.Wunsch nach größerer Familie, die ich immer vermisste und die er mir scheinbar bieten konnte

      • Silv sagt:

        Misshandelnde Mutter

        • Mimimi sagt:

          Ja das ist dieser Spuck wenn man soetwas erlebt hat.. Man lässt das Gewohnten zu weil es vertraut ist, ob es gut oder schlecht ist spielt dabei erstmal keine Rolle. Ich hoffe du hast die Beziehung ohne bleibende Schäden überstanden..! Bei mir war es genau anders herum in der Kindheit, Vater Narzisst, Mutter Co-Abhängig, hat mich nie geschützt..
          Aber bist du wirklich überzeugt davon, dass die nicht reflektieren können? Ich meine klar, wollen tun sie es bestimmt nicht und sicher ist das der Antrieb aus dem heraus man eigentlich reflektiert.. Ich glaube ich weiß was du meinst denn selbst dieser „Wille“ untersteht ja der Störung aufgrund der sich der eigene Verstand dieser Personen so selbst manipuliert, dass sie sich nichts negatives eingestehen müssen? Ergo könnten sie schon reflektieren vor allem wenn es ihnen einen Vorteil verschafft und sie so kriegen was sie wollen, allerdings mehr zum Schein und fallen dann aber immer wieder ins alte Muster in dem sie eben nicht reflektieren WOLLEN weil sie sich wieder hinter ihrer grandiosen Selbstillusion verstecken. Mein Narzisst war dabei zwar eigentlich trotzdem ständig unzufrieden und gereizt, aber das wurde dann entweder auf äußere Umstände oder seine „Depression“ geschoben.. Wenn er auch nur ein Mal wirklich reflektiert und recherchiert hätte, hätte ihm vielleicht auffallen können, dass seine Symptomatik weit über Depressionen hinausgeht. Aber das ist schließlich eine viel „schönere“ Diagnose mit der man viel Mitleid resp. Aufmerksamkeit „ernten“ kann wie er sie dafür auch von mir lange bekam bevor ich blickte, in was für einem Spiel ich da eigentlich stecke..

          • Silv sagt:

            Genau….die Reflektionsfähigkeit bzgl eigener Person hört beim Narzissten da auf, wo es unangenehm für ihn wird. Sehr gut dagegen kann er/sie deine Handlungen reflektieren. Vor allem, wenn sie ihm gegen den Strich gehen

          • Silv sagt:

            Und Vorsicht: depressiv sein heißt nicht Narzisst sein. Das sind zwei unabhängige Störungs/-Krankheitsbilder.
            Depression kann allein oder gepaart mit anderen psych. Krankheiten auftreten.

  20. Maritt sagt:

    Das sehe ich genauso. Meiner Ansicht nach kann Keiner, der nicht in einer (langjährigen) Beziehung mit einem Narzissten gelebt hat, nachvollziehen, warum die Partner so lange bleiben. So einfach ist es leider nicht dem Partner gleichfalls eine Störung zu bescheinigen. Im Gegenteil bin ich der Meinung, das oftmals gerade sehr in sich gefestigte Menschen lange Beziehungen zu Narzissten halten und erst, wenn sich eine Störung in ihrem an sich funktionierenden „Parallelleben“ ergibt (z.B. durch Krankheit, berufliche Schwierigkeiten), sie an den Punkt kommen, die Beziehung mit dem Narzisste nicht mehr (er-)tragen zu können.

    • Rosa sagt:

      Hallo Maritt,
      da kann ich dir aus ganzem Herzen zustimmen. Ich hatte z.B. auch eine Tochter, der ich den Vater nicht nehmen wollte. Wäre zwar besser gewesen, wie sich nach der Trennung herausgestellt hatte, sie konnte sich erst ohne ihn gesund entwickeln.Ich denke ich war 20 Jahre mit ihm zusammen,WEIL ich ein selbstbestimmtes Leben führte und die Mißstände erst erkannte, als meine Tochter begann stark unter ihm zu leiden.

      • Silv sagt:

        @Rosa…naja…hast du trotzdem mal eine Beratung/ Therapie in Erwägung gezogen? Warum hadt du denn ein sog.’selbstbestimmtes‘ Leben geführt, wo dir nicht auffiel, das deine Tochter litt. Oder warst du immer abwesend/ außerhäusig um das zu ertragen? Schönreden / wegsehen bringt nichts

  21. Susan sagt:

    Meine Meinung nach einer 2-jährigen Affäre mit einem Narzissten: Lauft!!!! Es wird schwer genug werden, ihn loszuwerden, er wird sich immer wieder melden, alle möglichen Tricks versuchen, um euch wieder rumzukriegen und dann beginnt das Spiel von vorne. Der Narzisst hat es bei mir geschafft, aus einem fröhlichen, selbstbewussten Menschen ein depressives Häuflein Elend zu machen, ich kann es selbst noch nicht ganz glauben. Der Narzisst wird sich höchstens dann ändern, wenn er mit seinen Strategien nicht mehr durchkommt und selbst in einer Krise ist. Aber meistens kommt er mit seinen narzisstischen Strategien durch, er findet immer jemanden, der auf ihn reinfällt. Also liebe Leute, schaut auf euer eigenes Leben und brecht den Kontakt ab, der Narzisst ist in seiner eigenen, schlechten Welt gefangen, lasst euch da nicht reinziehen.

  22. Lili sagt:

    Der Narzisst bedient sich durchaus fremden Gedankenguts, welches er aber als eigenes oftmals sogar erfogreich ausgibt.

    • Marta Cornelia sagt:

      … ja, das ist auch meine Erfahrung und dieses Gedankengut passt nur dann meistens gar nicht in den Kontext des Inhaltes … weil es gar nicht wirklich verstanden wurde, nur konsumiert … wie alles nur konsumiert wird!

  23. Silv sagt:

    S.auch :Partner von Narzissten‘

  24. Silv sagt:

    Wieder sehr gut, Ihr neuer Beitrag Hr. Grüttefien.
    Therapeuten diagnostizieren ungern eine narz. Problematik- wegen des Stigmas und der oft schwierigen Therapierbarkeit entlassen sie diese Patienten gern nach Behebung der Begleiterkrankung: z.B.’Depression/ Sucht‘. Sie wissen einfach, dass narz. Problematiken eigtl nicht wegtherapierbar sind.
    Leicht narzisstische, nicht aggressive Menschen kann man als Partner noch ertragen. Ein, den Partner demontierender, Narzisst kann keine befriedigende (für Beide!) Beziehung leben. Er schmückt sich mit hübschen Partnerinnen, schlauen Kindern, Besitz, Status, Beruf. Wenn das nicht hinhaut, fängt er an zu saufen. U.U.

  25. Buttler sagt:

    Mir fehlt hier komplett der Teil des Partners der selber dafür verantwortlich ist, dass er mit solch einem Menschen zusammen ist. Denn das ist definitiv der Punkt, an dem man als Ziel eines Narzissten arbeiten muss! An sich und nicht am Narzissten, was eh nichts bringt außer noch mehr Leid. Es ist auch in meinen Augen vollkommen egal, ob er Narzisst, Psychopath, Machiavellist oder Histrioniker ist… wenn der Partner Toxisch ist und ich dennoch bei ihm bleibe, dann stimmt auch mit mir etwas nicht!

    • Silv sagt:

      Du sagst es. Es finden sich ja bekannterweise Narzisst und Conarzisst- die dann einen unguten Tanz beginnen. Die Rollen können- in einer anderen Partnerschaft -wechseln und der Narzisst-> Conarzisst.

      • FLORA sagt:

        Ergo ist jeder, der nicht bei den ersten Verletzungen durch den Narzissen das weite sucht selbst gestört? Was ist mit den Angehörigen des N? Alles co’s.? Was ist mit den Angestellten eines gestörten Chefs, warum kündigen die nicht sofort? Sorry, nicht jeder der nicht die Flinte ins Korn wirft hat Defizite.

        • Silv sagt:

          Hi Flora,
          Es ergänzt sich oft: Eigenschaften von Narzisst und Co…
          Es gibt etliche Angestellte, die es bei einem narz.Chef nicht aushält und wechselt- wenn sie können. Eine narz Beziehung hat Suchtcharakter- ein Spiel von Nähe und Distanz. Ist det Partner weg- wird er vermisst und ist er da nicht ertragen und demontiert. Der Narzisst erträgt Nähe nicht, stösst iwann den Partner weg, der dann beginnt, seine Bemühungen um den Narzissten zu verstärken. Es kommt zur Wiederannäherung usw…ein Kreislauf.

        • Silv sagt:

          ‚Ist man selbst gestört‘ hört sich schlimm an. Nan hat ggfs schon in der Kindheit selbst solche Bezugspersonen gehabt. Und leider gewisse Defizite. Die man selbst manchmal nicht sieht- ein blinder Fleck. Ist mir auch erst später klar geworden. Leider.

          • FLORA sagt:

            Irgendwie ist es absolut unmöglich Partner von Narzissen davon zu überzeugen, dass Fairness,Empathie,Vertrauen in die Möglichkeit Dinge zu verändern nicht Zeichen einer psychischen Störungen sind.Da ist wohl etwas wichtiges kaputt gegangen.Fasst alle meine sozialen Kontakte wissen diese Eigenschaften zu schätzen und haben nicht das Bedürfnis mich zu belügen und auszunutzen. Schade, daß manche es einfacher finden sich als mangelhaft zu betrachten als sich einzugestehen einer Riesenlüge aufgesessen zu sein.

1 Pings/Trackbacks für "Wenn Sie dem Narzissten sagen, dass er ein Narzisst ist!"
  1. […] folgende Artikel stammt nicht auf meiner Feder, sondern ist auf der Homepage „Umgang mit Narzissten“ […]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*