Wie kann ich die Trennung von einem Narzissten verarbeiten?

Ein Gastbeitrag von Katharina Schuldner

Die Psychotherapeutin Katharina Schuldner aus Wien möchte in diesem Artikel einen Einblick in ihre therapeutische Arbeit mit einer Klientin geben, die in einer narzisstischen Beziehung gefangen war und nach ihrer Trennung zu ihr in Therapie kam. Mit ihrem selbst entwickelten Therapieprogramm EDEN hilft Katharina Schuldner Betroffenen, die Folgen von narzisstischer Gewalt zu bewältigen und zu überwinden.

Bild: © smallredgirl – Fotolia.com

In meiner therapeutischen Arbeit gehe ich davon aus, dass die für die Bewältigung von Problemen erforderlichen Kräfte und Fähigkeiten im Menschen selbst angelegt sind. In der Therapie geht es darum, diese wiederzuentdecken, freizulegen und zu entwickeln. Das geschieht nicht in einer „einseitigen Behandlung“, sondern ich begleite und unterstütze Menschen in der Entfaltung ihrer Möglichkeiten zur Selbstheilung.

Anhand von einem Fallbeispiel aus meiner Praxis möchte ich das veranschaulichen. Der Name der betroffenen Klientin und biografische Details wurden zu ihrem Schutz geändert:

Susanne liebt Carlos: Am Anfang war alles wie im Traum

Susanne ist eine junge Frau Mitte 30, als erfolgreiche Managerin in einer internationalen Firma tätig. Drei Monate vor unserer ersten Sitzung trennte sie sich von ihrem Freund Carlos, mit dem sie zweieinhalb Jahre zusammen war. Zu Beginn hatte sie sich Hals über Kopf in ihn, einen charismatischen Arbeitskollegen, verliebt. Sie bewunderte sein Aussehen und Auftreten und war gleich in seinen Bann gezogen. Am Anfang verlief alles wie im Traum: Der Sex war überragend, er überschüttete sie förmlich mit Liebesbekundungen, brachte ihr jeden Abend Blumen mit und beteuerte ihr, dass sie seine große Liebe sei. Nach ihr habe er sein ganzes Leben lang gesucht, sie sei „die Eine“. Nicht einmal zwei Monate vergingen und sie zogen in eine gemeinsame Wohnung. Bald danach fragte er sie, ob sie ihn heiraten wolle und dass er sich Kinder mit ihr wünschte.

Der Traum wird zum Albtraum

Rückblickend erinnert sich Susanne an die darauffolgende Zeit als sehr durchwachsen. Immer häufiger traten Diskussionen wegen Kleinigkeiten auf. Sie schob es anfangs auf die neue Wohnsituation. Detailliert erinnert sie sich an ein bestimmtes Ereignis: Ihre Schwester erkrankte an Krebs. An dem Tag, als sie es erfuhr und ihm erzählte, fauchte er sie an: Dass sie keine Rücksicht auf ihn nehmen würde, dass er gerade viel in der Arbeit zu tun hätte und nun wirklich keine so schlechten Nachrichten vertragen könnte. Sie war damals sprachlos, schob den Vorfall schockiert beiseite, da Carlos ihr Traummann war und sie die Beziehung und ihre gemeinsame Zukunft auf keinen Fall gefährden wollte.

Die Kränkungen wurden für Susanne normal

Die Monate vergingen und Susanne wünschte sich endlich eine offizielle gemeinsame Verlobung. Es war schon immer ihr Wunsch gewesen, zu heiraten und eine kleine Familie zu gründen. Mit Carlos sah sie nun die Chance dazu. Er verkörperte alles, was sie sich von einem Mann wünschte: witzig, charmant, redegewandt und gutaussehend. Immer wieder fand er jedoch Argumente, warum dies nicht stattfinden konnte. Immer waren es Vorwürfe an Susanne, was sie falsch gemacht oder unterlassen hätte oder warum es einfach unmöglich wäre, sich mit einem Menschen wie sie es ist zu verloben. Die Kränkungen häuften sich und Susanne kann rückblickend gar nicht mehr genau sagen, wann ihr diese Dinge „normal“ vorkamen.

Susanne suchte zunehmend die Schuld bei sich

Sie vertraute sich immer weniger ihren Freunden an, da es ihr „peinlich“ war. Die Managerin hatte zunehmend das Gefühl, „nichts ändern zu können“: Was sie tat, schien falsch zu sein. Eines Tages entdeckte sie an Carlos PC eindeutig zweideutige E-Mails zwischen ihm und einer gemeinsamen Freundin. Nach und nach deckte sie eine Affäre zwischen den beiden auf. Alles fing „zu bröckeln an“. Als Susanne ihren Lebensgefährten darauf ansprach, spielte er alles herunter und verwickelte sie – wie so oft – in eine der endlosen Diskussionen. Am Ende wusste sie nicht mehr, wer hier eigentlich der Beschuldigte war und wie es ihm gelingen konnte, sich aus so einer eindeutigen Lage herauszureden. Mit der Zeit wurde Carlos immer fordernder und aggressiver, wenn er nicht bekam, was er wollte. Susanne spürte, dass sie „weg musste“. Als Carlos auch handgreiflich wurde, plante sie in einer Nacht-und-Nebel-Aktion ihren Auszug. Seither herrscht Funkstille zwischen den beiden.

Susanne sieht sich immer wieder Carlos Facebook-Seiten an. Darauf ist er mit einer neuen Frau zu sehen. Alles scheint glücklich und zufrieden. Er wirkt, als wäre davor nichts Schlimmes passiert. Susanne ist fassungslos. Wie konnte das sein? Ab wann wurde sie ausgetauscht und wie viel bedeutete sie ihm wirklich, wenn er nun so einfach eine Neue hatte? Konnte es sein, dass doch alles nur an ihr lag?

Susanne erkennt den Narzissmus (E wie ERKENNEN)

In den ersten Sitzungen erzählt Susanne viel über diese gemeinsame Zeit: ihre Intuition, die ihr schon damals sagte, dass etwas nicht stimmte. Ihre Gefühle für ihn und ihre Selbstzweifel, die sie immer noch hegt, alles falsch gemacht zu haben. Sie erinnert sich an ihre Kindheit: Ihre Mutter hatte auch immer etwas an ihr auszusetzen gehabt und sie konnte es ihr nie recht machen. Allein ihre schulischen Leistungen wurden besonders gelobt und vor anderen damit angegeben. Susanne war Vorzugsschülerin und erinnert sich noch heute an die strenge Disziplin, die zu Hause herrschte. Ihren Vater beschreibt sie als abwesend und schwach, er nahm „Befehle“ ihrer Mutter entgegen, ebenso wie der Rest der Familie. Susanne genügte nie, so sehr sie sich auch anstrengte.

Susanne deckt alte Beziehungsmuster auf (D wie DEMASKIEREN)

In der Therapie erarbeiten wir Zusammenhänge zu Erinnerungen und Bindungen aus Susannes Vergangenheit. Es wird ihr zunehmend bewusster, wie sehr sie alte, nicht aufgelöste Beziehungsmuster in ihrem Leben immer aufs Neue wiederholt. Sie strengt sich in Beziehungen an, sie bekommt Liebe und Anerkennung gegen Leistung. Ein Narzisst kann genau an dieser Stelle ansetzen. Er stellt Erstrebenswertes in Aussicht und findet Argumente, warum dies nun doch nicht erreicht werden konnte, nur um Macht und Kontrolle auszuüben. Susanne wünscht sich seit ihrer Kindheit, verstanden und gesehen zu werden. Etwas, was sie nie zu Hause bekam. Auch hier kann der Narzisst ansetzen: an Susannes unerfüllten Bedürfnissen an Zuneigung, Anerkennung und Familie. Er stellt ihr eine gemeinsame Zukunft mit Heirat und Kindern in Aussicht und scheint so die Lösung aller Probleme in Susannes Leben zu sein. Susanne fühlte immer eine gewisse emotionale Bedürftigkeit, sehnte sich nach enger Verbundenheit in einer Partnerschaft. Ihr Job und ihre Freunde konnten dieses „Loch nie stopfen“. Mit dem narzisstischen Partner scheinen sich all diese unerfüllten Bedürfnisse plötzlich und auf einem Schlag zu erfüllen. Susanne verschmilzt förmlich mit ihrem Partner. Nichts scheint sie zu trennen oder zwischen ihnen zu stehen. Endlich kann sich Susanne entspannen und zurücklehnen. Sie „übergibt sich ganz ihrem Partner“. Dieser beginnt allmählich und sehr subtil, Macht und Kontrolle an sich zu ziehen. Anfangs wirkt das auf Susanne entlastend, endlich muss sie sich nicht alleine um alles kümmern. Der Zeitpunkt, an dem Susanne von ihrem narzisstischen Partner abhängig wurde, kann nicht genau festgemacht werden. Der Übergang war fließend. Nach und nach hatte sie das Gefühl, „alleine nichts mehr auf die Reihe zu bekommen“. Eine mögliche Trennung erfüllte sie mit Angst.

Susannes Trennungsangst und ihre Ursachen

An dieser Stelle der Therapie stellen wir immer wieder Bezüge zu alten Trennungsängsten von Susanne her. Ihr Vater war Susannes Mutter oft untreu. Dies wurde zwar nie offen während Susannes Kindheit angesprochen. Aber unterschwellig hat Susanne immer die Angst ihrer Mutter gespürt, ihr Vater würde sie und die ganze Familie verlassen. Häufig war ihr Vater unterwegs und lange auf Dienstreisen. Susanne hatte oft die Furcht, ihr Vater würde nicht zurückkommen. Eines Tages passierte dies auch: Ihr Vater war nicht mehr da. Ihre Eltern trennten sich und es wurde nie wirklich in der Familie darüber gesprochen. Dieser Schock sitzt noch heute tief in der Mittdreißigerin. Erst in der Therapie findet sie Worte für das damals Vorgefallene, für ihre Ängste und Befürchtungen. Susanne kann die Angst und Trauer im Hier und Jetzt spüren und Schritt für Schritt das Erlebte aufarbeiten. Sie lernt in der Therapie, sich ihren Ängsten zu stellen und kann erkennen, dass die Trennung von ihrem Partner nun wieder ähnliche Gefühle wie früher bei der Trennung ihrer Eltern auslöst. Nun kann sie die aktuelle Trennung angemessen betrauern und das Geschehene verarbeiten.

Susanne findet ihre Mitte (E wie ENTFALTEN)

Heute ist Susanne seit circa sechs Monaten in Therapie. Sie hat keine Angst mehr, „rückfällig zu werden“. Sie hat die Muster erkannt, die sie in Beziehungen aus ihrer Kindheit wiederholt hat. Susanne kommt mit ihrem Wunsch nach Entlastung und Unterstützung in Kontakt. Sie lernt, sich entsprechende Strukturen in ihrem Leben zu schaffen und nicht lediglich auf die externe Erfüllung ihrer Wünsche zu hoffen. Sie wünscht sich nach wie vor einen Partner an ihrer Seite. Jedoch hat sie die giftigen, krankhaften Beziehungsmuster bearbeitet. Mittlerweile kann sie gut einschätzen und fühlen, „was krankmacht und was gesund ist“. Sie kann ihren Körper und ihre Gefühle gut wahrnehmen, spüren und ist „weniger im Kopf“. Ihre Angst ist weniger geworden. Dabei haben ihr auch Entspannungsübungen und besonders Atemtechniken geholfen. Susanne fühlt sich wieder „mehr in der Mitte“, achtet auf gesunde Ernährung sowie angemessene Bewegung und nimmt vermehrt an sozialen Aktivitäten teil. Sie kommt gut alleine zurecht und verbringt nicht mehr Tage mit Grübeleien und der Sehnsucht, Carlos zurückhaben zu wollen. Auf Facebook schaut sie nicht mehr auf das Profil ihrer ehemaligen großen Liebe. Sie hat seine Selbstdarstellung als Manipulationstechniken entlarvt und hegt keinen Wunsch mehr nach Rache. Sie hat gelernt, ihre Energie wieder auf sich zu konzentrieren.

Susanne überschreibt ihre Glaubenssätze und hört auf ihren Bauch (N wie NEUORDNEN)

Im Verlauf der Therapiesitzungen konnte sie nicht nur verstehen, sondern auch erfahren, was es bedeutet, in lebendigen Kontakt mit sich und seinen Gefühlen zu stehen. Die junge Frau lernte, ihre überholten, giftigen Glaubenssätze zu überschreiben und erprobte anschließend ihre neuen Glaubenssätze in der Praxis. Ihre Erfahrungen veränderten sich. Susanne lernte neue, interessante Menschen kennen. Verbindungen, die sich „im Bauch gut anfühlten“ und die zu keiner Verwirrung bei ihr führten. Sie lernte, sich mehr auf Taten als auf Worte zu verlassen und auf ihre Intuition zu hören.

Die Managerin konnte auch in ihrer Arbeitssituation erkennen, dass sie für Lob und Anerkennung oft über ihre Grenzen hinausgeht und lernt gerade, angemessen mit ihrem Energiehaushalt umzugehen. Freundschaften, die ihr keine Kraft mehr geben, sondern im Gegenteil, Energie entziehen, löst sie mehr und mehr auf. Susanne konzentriert sich auf wenige, aber positive Verbindungen. Sie hat nicht das Bedürfnis, sich „in ein neues Abenteuer zu stürzen“, sondern möchte neue Menschen langsam und mit der Zeit kennenlernen, eine stetig wachsende Beziehung zu ihnen aufbauen. Es gibt immer noch Tage, an denen sich Susanne einsam fühlt. Dieses Gefühl „überschwemmt“ sie jedoch nicht mehr. Es führt nicht mehr zu dem Wunsch nach Kontakt mit Carlos. Sie kann das Bedürfnis nach Nähe gut spüren und in Form von Wünschen aktiv in ihrem Leben umsetzen und verwirklichen. Die Mittdreißigerin kennt Möglichkeiten und Wege, ihrem Bedürfnis nach Nähe und Verbindung angemessen zu begegnen, indem sie beispielsweise eine gute Freundin trifft und gemeinsam etwa einen Spaziergang draußen in der Natur unternehmen. Vor drei Wochen hat Susanne einen neuen Mann beim Fortgehen getroffen, den sie gern besser kennenlernen möchte. Sie spricht in der Therapie über ihre Befürchtungen und Ängste, kann jedoch mithilfe der Therapie langsam einen Schritt nach dem anderen setzen und ihre neuen Erkenntnisse auch im Beziehungsleben erproben.

Susanne sieht ihrer Zukunft wieder positiv entgegen. Die Beziehung zu Carlos sieht sie sogar als „wichtig und nützlich an“, weil sie dadurch auch positive Änderungen in ihrem Leben vornehmen konnte, die ihr ohne dieses Erlebnis nicht bewusst geworden wären. Sie kann es also rückwirkend als sinnvolles Erleben einordnen und somit erfolgreich integrieren.

Was kann das Therapieprogramm EDEN (Erkennen – Demaskieren – Entfalten – Neuordnen)?

Erkennen und Demaskieren

Natürlich hat jede schwierige Situation immer ihre (Vor-)Geschichte. Welche Erinnerungen und Bindungen bestimmen die aktuelle schwierige Situation und welche Vorstellungen von der Zukunft sind heute vorhanden? Das hilft Betroffenen dabei, zu erkennen, was sie fühlen, denken und wahrnehmen. So stehen sie – oft nach einer langen Phase, in der sie sich „selbst verlassen haben“, wieder in lebendigen Kontakt mit sich. Sie können neue Einsichten über sich selbst, die Situation und die individuellen Möglichkeiten gewinnen. Dies bildet die Grundlage für gewollte positive Veränderungen.

Entfalten und Neuordnen

Es braucht jedoch auch Mut und Unterstützung, die neu gewonnenen Einsichten in tatsächliche Veränderungen im Leben umzusetzen. In dieser Phase begleite ich Betroffene dabei, ihre Erkenntnisse praktisch zu erproben und die Selbstverantwortung zu fördern. Manchmal braucht es dabei Bestätigung, Ermutigung und Förderung, manchmal ist es aber auch notwendig, in respektvoller und einfühlsamer Weise in Widerspruch oder Konfrontation mit unangenehmen oder vermiedenen Themen zu gehen.

Katharina Schuldner ist diplomierte Psychologin, Arbeitspsychologin, Klinische- und Gesundheitspsychologin und Psychotherapeutin.

Die Österreicherin sieht auf eine mehr als zehnjährige Tätigkeit im Marketing in Konzernen sowie in der Personalentwicklung im NGO-Bereich zurück. Auslandserfahrung sammelte sie zusätzlich auf zahlreichen Reisen in ferne Länder wie Australien, Neuseeland, Süd- und Zentralamerika, Asien und Europa. Schuldner lebt und arbeitet in Wien. Sie bietet psychologische Beratungen auch über Skype an.

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Veröffentlicht in Blog, Hilfe für Opfer von narzisstischen Missbrauch
24 Kommentare zu “Wie kann ich die Trennung von einem Narzissten verarbeiten?
  1. N. sagt:

    Zumindest mir hilft es sehr den Weg mit einer Therapeutin meines Vertrauens zu gehen. Alleine, nur mit der Logik und dem Erkennen würde es bei mir nicht gehen. Mir hilft es, dass meine Therapeutin mich entscheiden lässt, wie viel ich zulasse, meine Grenzen akzeptiert und mich trotzdem immer wieder fordert. So kann ich in meinem eigenen Tempo aufarbeiten, warum ich mich beinahe vergessen hätte. Ich wünsch Dir alles gute und dass Du den richtigen Weg für Dich findest.

    • Michaela sagt:

      Nach langem hin und her. Mehrere Affären gleichzeitig. Kontaktabbruch von heute auf morgen..Bin am Ende meiner Kräfte..

      • Headache sagt:

        Michaela – Kontaktabbruch von deiner Seite?
        Letztendlich auch egal – behalte es bei, auch wenn es sehr schwer fällt!
        Kein Weg zurück, der führt nur ins Leere! Mach es wie N. sagt – vergiss dich nicht! Es gibt einen Weg da raus! Bin ihn auch gegangen bzw. gehe ihn noch! Such Dir professionelle Hilfe, Menschen die dir Verständnis entgegen bringen, die dich unterstützen… lies entsprechende Bücher, schreib für dich auf, was du nicht „an den Mann“ bringen konntest, das macht Vieles klarer und bringt dich zu dir!
        Alles Gute für dich!

  2. Sophie sagt:

    Hallo, ich habe mich vor über einem Jahr nach 18 Jahren Ehe von IHM getrennt. Ich genieße mein neues freies Leben und seit zwei Wochen hat meine Therapie begonnen. Ich bin mal gespannt wie das wird. Ich hatte zuerst ein Vorgespräch im Dezember 2016, aber mit der Dame kam ich nicht klar. Ich wäre zu sehr Opfer. Selbst meine Familienhelferin, Psychologin hat das nicht verstanden. Im Frühjahr hatte ich weitere Vorgespräche, ich glaube, das passt gut.
    Was habt ihr für Erfahrungen mit Therapien gemacht? Wie lange dauert das wohl? Im Moment geht es mir gut und ich möchte nicht in ein Loch durch die Therapie fallen, da hab ich mich gerade heraus gearbeitet.

    • Anja sagt:

      Hallo Sophie.Ich stoße immer wieder auf auf solche Menschen,die nicht begreifen wovon wir hier reden. Es werden einen nur Vorwürfe von Freunden und Familie gemacht.Ich wurde letzte Woche von meiner Freundin gefragt,ob ich nicht ein wenig überspitzt reagiere und das mit den Nachstellungen und Bedrohungen ,nicht ein wenig dazu Dichte und es schlimmer mache als es eigentlich ist. Ich bin etwas sauer über solche Aussagen. Ich bin seit 9Jahren von Ihm getrennt. Wir waren 3 Jahre zusammen. Ich rede von 12 Jahren Nerven zerstören und Energie rauben. 9 Jahre habe ich die kein Leben mehr. Diese Menschen wissen nicht und werden nicht verstehen wie sowas läuft und was wir durchmache,bis sie selber sowas erleben dürfen. Ich bin noch nirgendwo auf Verständnis oder Mitgefühl gestoßen. Ich kann nicht sagen ob es eine geeignete Hilfe für uns gibt. Ich denke nur das es auf den Therapeuten selber ankommt was er aus so einer Geschichte macht und dir auch Helfen kann. Ich wünsch dir viel Glück und Kraft für deinen weiteren Weg und das du wieder Glück und Freude erhälst. Ich verstehe dich!

      • Sophie sagt:

        Hallo Anja,
        ich danke dir für deine guten Wünsche und wünsche dir dasgleiche.
        Ich habe mir vor Monaten ein Buch gekauft „Wie schleichendes Gift“.
        Mir hat es sehr geholfen, die Mechanismen zu verstehen. Die Autorin spricht immer von einer Therapie von einer ausstralischen Therapeutin und sagt, um zu gesunden muß man drei Punkte erfüllen:

        Man muß etwas ändern wollen,die Opferrolle aufgeben.
        Man muß dem Narzissten aus seinem Leben verbannen, neutral gegenüber ihm sein.
        Man muß seine eigene Heilung in die eigenen Hände nehmen und nicht auf Hilfe von außen warten.

        Als ich das das erste mal gelesen habe, habe ich wirklich gedacht, die hat doch einen Knall. Aber jetzt ist die Trennung etwas über ein Jahr her und ich habe schon sehr viel erreicht und Rückhalt von meiner Familie. Ich wohne mit einer meiner Töchter bei meinen Eltern und das tut gut. Und je länger es dauert, desto mehr merke ich, dass es stimmt. Man muß seinen inneren Frieden finden und nicht immer nur Groll hegen. Das bringt einen nicht weiter. Wenn es mir nicht so gut geht, dass suche ich mir eine Aufgabe, die mir Freude macht und schon ist alles besser. Ich war 18 Jahre mit ihm verheiratet, aber ich kämpfe für eine bessere Zukunft für meine Kinder und mich. Das ist mein Ansporn.
        Bei der Bewältigung deiner Probleme wünsche ich dir viel Kraft und Menschen, die dir zur Seite stehen.

      • N. sagt:

        Zumindest mir hilft es sehr den Weg mit einer Therapeutin meines Vertrauens zu gehen. Alleine, nur mit der Logik und dem Erkennen würde es bei mir nicht gehen. Mir hilft es, dass meine Therapeutin mich entscheiden lässt, wie viel ich zulasse, meine Grenzen akzeptiert und mich trotzdem immer wieder fordert. So kann ich in meinem eigenen Tempo aufarbeiten, warum ich mich beinahe vergessen hätte. Ich wünsch Dir alles gute und dass Du den richtigen Weg für Dich findest.

    • N. sagt:

      Zumindest mir hilft es sehr den Weg mit einer Therapeutin meines Vertrauens zu gehen. Alleine, nur mit der Logik und dem Erkennen würde es bei mir nicht gehen. Mir hilft es, dass meine Therapeutin mich entscheiden lässt, wie viel ich zulasse, meine Grenzen akzeptiert und mich trotzdem immer wieder fordert. So kann ich in meinem eigenen Tempo aufarbeiten, warum ich mich beinahe vergessen hätte. Ich wünsch Dir alles gute und dass Du den richtigen Weg für Dich findest.

  3. Céline sagt:

    @Flora
    „Wer sich nicht wehrt, der lebt verkehrt!“

    Das zeichnet Zivilcourage aus!

    Die Modifiaktion dieses 68er-Sponti-Spruches für Frauen lautete:
    Wer sich nicht wehrt, landet am Herd!

  4. Mareike sagt:

    Wie kann ich die Trennung von einem Narzissten verarbeiten?
    Nie wieder Kontakt haben und jegliche Kontaktversuche unterbinden.
    Man kann nur verarbeiten, wenn man diese kranken Meschen komplett aus seinem Leben streicht und sich keine Gedanken a la „Jetzt ist er/sie aber glücklich“ oder „Eigentlich ist er/sie nicht so schlimm“ mehr macht.
    Man muss eher froh sein, dass man den absprung geschafft und sich viel mehr Schnmerzen erspart hat.
    Das Andere heilt die Zeit und irgendwann ists einem vollkommen egal.
    Hab ich Alles durch.
    Man muss es aber wollen, sonst wird das nix

    • Céline sagt:

      Da bin ich ganz bei Ihnen!

      Ansonsten beeindruckt mich auch die Bibliotherapie.

      Hierzu ein interessanter Artikel aus der FAZ:

      DÜSTERE GESCHICHTEN HELFEN DEPRESSIVEN
      Literatur wirkt wie Medizin. Dieser Idee ist die Kritikerin Andrea Gerk gefolgt und fand heraus. Ein Gespräch über die heilende Kraft von Romanen.

      • Silv sagt:

        @Celine
        Was ist das wieder für ein Quark: ‚Düstere Geschichten helfen Depressiven‘– nee ganz sicher nicht.
        Depressiven helfen Geschichten erstmal garnix

        • Céline sagt:

          Klar, dass die seriösen Studien von Wissenschaftlern den Horizont einer kleinen Krankenschwester überstrapazieren, die sich hier auch noch als „Fachfrau“ ausgibt.
          Narzisstisch gestört sind Sie gar nicht?!

          • Headache sagt:

            Céline und Silv:
            Was für ein Problem habt ihr eigentlich miteinander?
            Angriffe auf die Persönlichkeit und dann noch demütigend und verletzend – braucht ihr das noch? Da bekommt man ja Kopfschmerzen! Macht das doch mal anderer Stelle miteinander aus. Hier auf diesen Seiten völlig kontraproduktiv und fehl am Platze…und auf die Dauer nur nervig!

          • Friedel sagt:

            DANKE Headache!

            Dem schließe ich mich kommentarlos an.

          • Flora sagt:

            Natürlich darf man sich gegen Angriffe zur Wehr setzen, jederzeit, überall. Vor allem wenn andere zusehen und nichts tun! Celine hat sich nur zur Wehr gesetzt, was ist falsch daran? Nicht der richtige Ton? Das Gegenüber versteht leider weder Bitten noch leise Kritik.

            Wer sich nicht wehrt, der lebt verkehrt!

          • Mareike sagt:

            @ Flora
            vielleicht sollte man sich ab und an mal weniger wehren, sondern einfach LMAA denken 😉
            „Wehren“ gibt nicht nur dem Narzissten immer wieder Futter!

      • Harald sagt:

        @ Céline
        Also das halte ich für nicht hilfreich.
        Düstere Literatur soll Leuten helfen, denen es mental durch den narz Missbrauch eh schon nicht gut geht?

        Da würde ich gern mal eine Studie lesen, denn das halte ich für ziemlich daneben gegriffen.
        Leute, denen es eh scheiße geht, wollen bestimmt nix dusters, sondern etwas, dass ihnen hilft, sie ablenkt und ein Besseres Gefühl gibt.
        Ich als Psychater kann davon nur abraten und würde, wenn ich so welche zu behandeln habe, eher zu fröhlicher, leichter Kost raten.

        PS: Und beleidigen ist hier aber absolut fehl am Platz

      • Harald sagt:

        @Flora
        Angriffe? Wo wurde sie den angegriffen?
        Celine hat sofort auf Angriff geschaltet und direkt beleidight und narz Züge vorgeworfen.
        Übrigens eine typisch narzisstische Reaktion, wenn ich das mal so frei sagen darf.
        Aber ich kenn sie nicht und kann mir kein Urteil erlauben

    • Silv sagt:

      @Mareike
      Es wird/ ist leichter, wenn man konsequente Kontaktsperre aus beiden Richtungen einhält.
      Das Ganze tritt immer mehr in Hintergrund. Meiner hat mich in Suizidgedanken getrieben. Für mich heute absolut unbegreiflich. Der hat mich so geschwächt, dass ich mein Leben nicht mehr hingekriegt habe. Ich: 52, 20Jahre alleinerziehende Mutter eines Sohnes, 28. 30Jahre Krankenschwester.
      Er: Krankenpfleger/Deeskalationsmanager im Krankenhaus (😂), Arbeitskollege

      • Céline sagt:

        „Suizid-Gefährdung“ des Narzissten fällt mir dazu ein.
        Nachzulesen bei Herrn Grüttefien vom 06.Januar 2017.

      • Mareike sagt:

        Silv, das meinte ich!

        Aus beiden Richtungen ist bei Narzissten aber das Problem, da diese immer wieder versuchen einen zu kontaktieren. Daher meinte ich, blockieren wo es nur geht, damit der/die Narz keine Möglichkeit mehr hat.
        Viele sehen das sehr locker und glauben, es ohne KS zu schaffen, doch das ist nicht Möglich.
        Jede Reaktion last einen wieder in den narzisstischen Kreislauf/Abhängigkeit laufen. von daher stark sein und nie wieder reagieren; Alles Andere bringt nix.

        Mit Suizidgedanken ist natürlich krass, aber grad dann sollte man das als Weckruf sehen, damit man endlich aus diesem Kreisklauf rauskommt.
        Zum Glück war’s bei mir nicht so schlimm, obwohl es mir sehr zugesetzt hat

        Und @ Celine:
        Mir egal, ob mein ex jetzt Suizidgedanken hat. Eigentlich traurig, dass ich jetzt so denke, aber da ist er doch dran Schuld. Mir wär’s sogar egal, wenn er von der Brücke springt und sowas muss auch erst mal jemand bei mir schaffen.
        Er hat’s geschafft!

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