Der Narzisst isoliert seinen Partner

Narzissten versuchen in einer Beziehung, ihren Partner von dessen sozialem Umfeld vollständig zu isolieren: Der Partner darf zu niemandem mehr Kontakt haben außer zu dem Narzissten. Der Narzisst will alleine über seinen Partner verfügen, um diesen nach Belieben manipulieren zu können. Aus diesem Grund entwertet er das soziale Umfeld seines Partners und schneidet diesen von jeglichem Kontakt ab, um vollständige Macht über ihn zu bekommen.

Bild: © Björn Braun – stock.adobe.com

Es beginnt fast immer schleichend: Der Narzisst mäkelt subtil, aber beständig an dem Familien- und Freundeskreis seines Partners herum. Zunächst hat er nur Kleinigkeiten zu beanstanden wie den Kleidungsstil bestimmter Personen, ihre Tischmanieren und Essgewohnheiten, die Wahl der Gesprächsthemen oder die Meinung und die Ausdrucksform einzelner Anwesender. In der Regel äußert er anfänglich nur gewöhnliche Beobachtungen, die die Lebensart anderer betreffen. Über diese kann man zwar diskutieren, sie sind aber durchaus tolerierbar, unterliegen einer subjektiven Bewertung und werden daher von dem Partner nicht weiter ernst genommen.

Der Partner kann sich der kritischen Sichtweise des Narzissten nicht anschließen, ihm sind die angeblich unpassenden Umgangsformen seines Familien- und Bekanntenkreises bislang nicht aufgefallen. Der Narzisst versucht nun im weiteren Verlauf der Beziehung penetrant, dessen Wahrnehmung dafür zu schärfen, indem er immer häufiger auf scheinbare Absonderlichkeiten  hinweist. Unentwegt fällt ihm ein vermeintlich suspektes Verhalten auf oder regt er sich über angeblich befremdliche Aussagen anderer auf, die auf ihn mit zunehmender Häufigkeit regelrecht verabscheuungswürdig wirken.

Die Unzufriedenheit des Narzissten wächst mit jeder weiteren Begegnung mit dem sozialen Umfelds seines Partners: Er kritisiert dann nur noch an den Eigenarten der anderen herum, wertet die Sitten und Gepflogenheiten des Familien- und Freundeskreises allesamt ab, lehnt Werte und Überzeugungen kategorisch ab und spottet über Traditionen und Rituale. Der Narzisst wird nicht müde, die Vertrauten seines Partners zu diffamieren, und dieser beginnt aufgrund der permanenten Missbilligungen langsam damit, sich für sein soziales Umfeld zu schämen.

Der Partner reduziert den Kontakt zu seinem sozialen Umfeld

Um der ständigen Kritik zu entgehen, beginnt der Partner, sein soziales Umfeld aus der Schusslinie des Narzissten zu nehmen. Zunächst trifft er sich allein mit seinen Freunden oder Angehörigen seiner Familie, bis ihm auch dies von dem Narzissten ausgeredet wird. Bekommt der Narzisst mit, dass sich sein Partner wieder mit den verhassten Freunden oder Verwandten getroffen hat, kann er sich seine bissigen Kommentare nicht verkneifen und muss abermals mit der Entwertung beginnen. Daraufhin trifft sich der Partner bestenfalls noch heimlich mit seinem sozialen Umfeld, um den Narzissten nicht mehr zu reizen und das leidige Thema zu meiden.

Stehen unvermeidliche Treffen mit Freunden oder der Familie an wie z. B. bei Hochzeiten, an Geburtstagen oder Feiertagen, sagt der Partner entweder unter einem Vorwand ab oder er versucht, die gemeinsame Zeit mit den Freunden oder Verwandten möglichst gering zu halten, sich nicht in die Nähe von Personen zu begeben, die dem Narzissten besonders missfallen, oder auf sein soziales Umfeld so einzuwirken, dass es bestimmte Gewohnheiten an diesem Tag unterlässt oder gewisse Themen ausnahmsweise nicht anschneidet. Der Partner gerät jedes Mal unter Stress, wenn ein Treffen ansteht, weil er fürchtet, den Narzissten mit seinem sozialen Umfeld zu verärgern.

Der Partner kann sein soziales Umfeld jedoch nicht so präparieren, dass der Narzisst nicht doch etwas findet, das ihn ärgert und womit er seinem Partner den Tag und das Treffen vermiest. Häufig merken auch die anderen, dass der Narzisst mit ihrer Art und Weise nicht einverstanden ist, weil er entweder ständig spitze Bemerkungen fallenlässt oder seine gesamte Körperhaltung seine Hochnäsigkeit und innere Verachtung verrät. Mit der Zeit legt auch das soziale Umfeld des Partners keinen besonderen Wert mehr darauf, den Narzissten um sich zu haben – gerne würde es aber mit dem Partner in Kontakt bleiben.

Der Kontakt zum sozialen Umfeld wird gemieden

Der Narzisst spürt, dass ihn die Freunde oder Familienangehörigen seines Partners skeptisch betrachten, und nimmt sehr genau deren ablehnende Haltung war. Fortan wird er sich bei seinem Partner darüber beschweren, dass er von dessen sozialem Umfeld nicht akzeptiert wird, dass man ihn ausgrenzt und missachtet oder dass sich gar eine Verschwörung gegen ihn gebildet hat. Dies wiederum sieht der Narzisst als endgültigen Beweis dafür, dass das soziale Umfeld seines Partners bösartig und verlogen ist und man zukünftig solche Personen meiden muss.

Der Partner gerät auf diese Weise in einen inneren Konflikt: Eigentlich würde er gerne mit seinem sozialen Umfeld in Kontakt bleiben, weiß aber, dass er dann den Zorn des Narzissten auf sich zieht und sich ständig Kritik anhören darf. Da er den Narzissten nicht verlieren will und meint, aus Liebe auf dessen Wünsche eingehen zu müssen, stellt er sich auf seine Seite, meidet zukünftig sein soziales Umfeld und boykottiert alle Kontaktversuche, um Unannehmlichkeiten aus dem Weg zu gehen.

In diesem schleichenden Prozess nimmt der Partner kaum wahr, wie sein soziales Umfeld schlechtgeredet und ihm auf diese Weise nach und nach entzogen wird. Zuweilen sind die Darstellungen der Erlebnisse mit den Angehörigen des Partners aus Sicht des Narzissten so ungeheuerlich und gleichzeitig so unzweifelhaft, dass sich der Partner ernsthaft die Frage stellt, warum er nicht selbst und schon viel früher die negativen Eigenarten seiner Freunde und Familie bemerkt hat. Viele Partner sind am Ende sogar davon überzeugt, dass die radikale Säuberung ihres sozialen Netzes durch den Narzissten zu ihrem Besten ist.

Der Partner ist vollständig isoliert

Plötzlich steht der Partner völlig alleine da und hat keine Freunde oder sozialen Kontakte mehr – bestenfalls darf er sich noch mit Angehörigen des Freundes- und Familienkreises des Narzissten treffen, an denen dieser sonderbarerweise nie etwas auszusetzen hat. Aber zum eigenen sozialen Umfeld besteht kein Kontakt mehr: keine Treffen, keine Telefonate, keine Briefe – nichts. Nicht einmal mehr mit dem Nachbarn oder anderen flüchtigen Bekannten wird kommuniziert, weil der Narzisst selbst diese mit seiner Kritiksucht vertrieben hat und es nicht duldet, wenn sich der Partner auf diese Personen einlässt.

Am Ende hat der Narzisst seinen Partner erfolgreich von dessen sozialem Umfeld abgeschnitten und kann ganz allein über ihn verfügen. Der Partner kann nur mit ihm kommunizieren, nur er steht ihm für einen Austausch oder bei Schwierigkeiten zur Verfügung und nur sein Urteil bekommt der Partner zu hören. Den Einzigen, den der Partner noch hat, ist der Narzisst. Dieser kann seinen Partner daraufhin nach Belieben beeinflussen und hat totale Kontrolle über ihn: Nichts entgeht ihm, was in Zusammenhang mit seinem Partner steht. Der Partner sitzt in der Falle.

Der Partner ist vollkommen abhängig

Der Narzisst macht seinen Partner vollständig abhängig von sich und vergrößert auf diese Weise seine Macht über ihn. Die Folge für den Partner ist eine völlige Vereinsamung verbunden mit dem Verlust von Selbstvertrauen und Lebensfreude. Der Partner wurde durch den Narzissten von der Gesellschaft ausgegrenzt, isoliert und ins Abseits getrieben. Er ist dann auf sich selbst gestellt und völlig schutzlos der Willkür des Narzissten ausgesetzt.

Oftmals sind die Partner auch finanziell abhängig von dem Narzissten, haben kein eigenes Auto oder dürfen noch nicht einmal den Führerschein machen, dürfen das Haus nur mit Zustimmung des Narzissten verlassen und müssen einen klaren Zeitplan einhalten, wenn sie sich außer Haus befinden, haben kein eigenes Handy und dürfen niemals eine Entscheidung alleine treffen. Sie werden dann wie Leibeigene behandelt ohne Recht auf Selbstbestimmung. Leider funktioniert diese perfide Strategie des Narzissten nur allzu oft, weil er seinem Partner glaubhaft vermitteln kann, dass alles nur zu seinem Besten sei, oder er den Partner mit seiner Gereiztheit in Bezug auf dessen soziales Umfeld stark verunsichert und einschüchtert.

Betroffene sollten niemals den Kontakt zu ihren Freunden und ihrer Familie abbrechen, selbst wenn der Narzisst noch so verärgert darüber ist. Mit zunehmender Dauer der Beziehung benötigen Partner von Narzissten einen emotionalen Ausgleich und die Möglichkeit, sich mit anderen auszutauschen. Wenn sie unentwegt dem Einfluss des Narzissten ausgesetzt sind, wird ihre Wahrnehmung getrübt und sie können nicht mehr zu einem eigenen und vernünftigen Urteil kommen. Ihr gesamtes Denken, Fühlen und Handeln wird dann von dem Narzissten gesteuert und sie verlieren die Kontrolle über ihr Leben. Um sich eine eigene Meinung zu bilden und in der eigenen Wahrnehmung bestätigt zu werden, ist der Austausch mit anderen so wichtig – vor allem, wenn man mit einem Narzissten zusammen ist.


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Veröffentlicht in Beziehung mit einem Narzissten, Blog
35 Kommentare zu “Der Narzisst isoliert seinen Partner
  1. Klara sagt:

    GENAU DAS habe ich erlebt. Am Anfang dachte ich noch, er wäre eifersüchtig, weil er mich so sehr liebt. Am Ende hat er mir sogar vorgeschrieben, was ich essen soll, was ich anziehen soll.
    Ungeheuerlich. Ein völlig kaputter kranker Typ. Ein kleiner Napoleon, der es aber selbst zu nichts gebracht hat.
    Doch Liebe war das natürlich nicht. Ich kam mir vor wie im Gefängnis und ich wußte nicht wohin, weil ich erst bei ihm eingezogen war. Es war alles sehr dramatisch. Heute weiß ich, dass er nicht nur ein Narzisst ist, sondern ein Psychopath, was ja Narzissmus mit einschließt. Ich bin damals geflüchtet, Hals über Kopf. Gleich danach hatte er eine neue Freundin. Eine willenlose, farblose Person, die alles tat, was er wollte.
    Das ging wohl auch sehr lange gut. Aber ich will nicht das dumme Hündchen von einem Despoten sein.
    Mir wird so was nie wieder passieren und ich kann auch nur alle, ob Weiblein oder Männlein davor warnen, zu schnell mit jemand zusammen zu ziehen. Erst mal ein paar Jahre kennen lernen ! Und sich fragen, ob das überhaupt sein muß. Denn wenn man getrennte Wohnungen hat, bleibt die Beziehung frisch.
    Wie soll jemand Sehnsucht entwickeln oder um jemanden werben, wenn er oder sie sowieso „da“ ist. Irgendwann gehört man zu den Möbeln. Der Mensch muss frei bleiben dürfen, damit er sich binden kann. Ist kein Widerspruch.

  2. Otto sagt:

    Was kann man Tun?
    Alleine isoliert sich hilflos fühlen an seinen Verstand zweifeln keine Arbeit Schulden abhängig?
    Bin männlich
    Danke

  3. Sebastan sagt:

    Die Realität ist viel grausamer als alles was beschrieben wird. Wir haben vor ca. 6,5 Jahren neue Freunde in unserem Leben gefunden und hatten anfangs eine sehr tolle Zeit. „Freunde fürs Leben“, „die Freundschaft ist mir so wichtig“ wurde von beidem immer wieder betont.
    Wir haben gemeinsame Ausflüge und Urlaube unternommen oder einfach mal einen Nachmittag zusammen verbracht, gekocht, gegrillt usw. Es war eine tolle Zeit und wir hatten viel Spaß. Natürlich haben wir auch immer wieder bei Arbeiten im und am Haus und Garten und allem was man eben machen konnte geholfen. So wie man es halt bei Freunden macht.
    Es ging soweit mit unserer Freundschaft, dass wir gegenseitig Paten unserer Kinder wurden. Nach und nach wurde dem Narzissten jedoch unser Einflussbereich auf seine Frau zu groß und so kam es immer wieder zu heftigen Streitereien zwischen den beiden. Das Ergebnis war immer eine riesige Todo-Liste und weiter Aufgaben für sie. Er dagegen versprach sich wieder mehr mit ihr zu befassen und weniger fremdzugehen oder so ähnlich…
    Nach und nach haben wir bemerkt, dass es keine Beziehung auf Augenhöhe war. Das fing damit an, dass Ihr das Weggehen mit Freunden unterbunden wurde und sie sich in jeder Situation nach ihm richtete. Mit dem Kind ging auch der letzte Wille bei kaputt, etwas alleine zu machen. Sie musste ja zu Hause das Kind ins Bett bringen, weil der Narzisst dazu nicht in der Lage war. Und wenn Sie weggehen würde und dann später heimkommt, wäre nur Stunk zu Hause, weil er genervt wäre. Dann bliebe sie doch lieber gleich zu Hause um Streit zu vermeiden. Geburtstage musste Sie auch alleine vorbereiten, während der Narzisst noch den Nachmittag schnell auf dem Sportplatz marschiert, trotz Chaos und quengelndem Kind zu Hause. Aber unsere Freundin hat sich immer lieber bei mir ausgeheult, bevor man den Narzissten darauf anspricht und „es vom feinsten Kracht“. Sie hatte ja davor schon etwas gesagt und es kam bereits was Blödes zurück.
    Regeln galten natürlich auch nur für Sie und Dinge die von Ihm OK waren, waren für Sie ein NoGo. Egal was war, der Schein nach Außen musste gewahrt werden. Deswegen durfte das Opfer auch eigentlich nicht mit mir oder sonstwem über die Beziehung sprechen, damit niemand das perfide Spiel durchschaut. Solange man dem Opfer beisteht und einredet, dass alles normal ist und sie doch eine tolle Beziehung hat, ist man der beste Freund vom Opfer und indirekt spielt man dem Narzissten in die Hände. ABER, wagt man es einmal Kritik zu üben, wird man auch vom Opfer erst einmal gemieden. Da wird dann auch vergessen, dass man sich in vergangenen Streits immer für eine Versöhnung eingesetzt hat. Auch andere Freunde die nur dem Narzissten gegenüber als Beste Freunde die Kritik geübt haben, sind danach von dem Narzissten mit Kritik und Wut überhäuft worden. Das Opfer musste dann selbst klar stellen, dass Sie nicht das „abhängige kleine Mädchen“, sondern sie eine selbstbewusste starke Frau ist und sie ihre Traumbeziehung lebt!
    Während die anderen Freunde zu Kreuze gekrochen sind, haben wir uns da ein bisschen neutraler verhalten und ein bisschen Verständnis für die Kritik geäußert. Der offene Umgang mit seiner Frau war dem Narzissten schon immer ein Dorn im Auge, daher wurde auch keine Gelegenheit ausgelassen es seiner Frau zu sagen. Der Kontakt zu uns/mir wurde gemieden oder überwiegend heimlich gemacht. Gerade, da ich als Mann mich mit ihr gut verstand war das der beste Vorwand dagegen, dass sie sich auch nur zum Kaffee mit mir treffen konnte. Uns gegenüber hatte er, aber immer den coolen Ehemann raushängen lassen, der nicht eifersüchtig ist. Er dagegen konnte die Geschäftskolleginnen nach der Disko „nach Hause bringen“ oder mit einer anderen Kollegin alleine Skifahren gehen und sie dort und sonst überall durchs Bett scheuchen… Voller Vertrauen das er nie etwas mit der Kollegin anfangen wird, weil das ja eine unüberschreitbare Grenze von Ihr ist, ließ sie es zu. Er wusste, dass sie dann ihn verlassen würde, hat sie gesagt und es nach jedem Fehltritt und jeder Grenzüberschreitung doch nicht gemacht. Er ist doch sonst der Traumprinz…
    Zum ersten großen Bruch mit uns kam es nach einem gemeinsamen Kurztrip. In Ischgl war noch alles wunderbar, zu Hause bekam das Opfer dann die volle Breitseite ab. Als Vorwand wurde eine Situation genommen, diese komplett falsch wiedergegeben und dem Opfer eingeredet sich falsch verhalten zu haben. Die Situation war definitiv anders, weil ich genau darauf geachtet hatte und vorher noch dem Opfer dort noch etwas gesagt hatte. Aber zu Hause angekommen, bekamm sie einen Schuss vor den Bug und ihr war die Situation auf einmal nicht mehr klar. Sie zweifelte an ihrer Wahrnehmung und sich selbst. Gaslighting wie es der Narzisst öfters macht. Und durch das darauffolgende Silent-Treatment (Schweigen über mehrere Tage und schlechte Stimmung) ist Sie zusammengebrochen. Das war vor über einem Jahr. Hier kam es zum ersten Kontaktabbruch. Das Opfer wurde unter Druck gesetzt, den Kontakt zu mir abzubrechen, bzw zu reduzieren. Natürlich ging gleichzeitig Ihr Handy kaputt, dass Festnetztelefon war sowieso kaputt und Mails mit dem Tablett und Computer auch nur schwer möglich. Sie war 3 Wochen krank und hatte auch noch ihr ebenfalls erkranktes Kind zu versorgen. Durch sporadischen Kontakt, sofern es mal kurz bei Ihr ging war klar, dass Sie gerade durch die Hölle ging. Bis dann von jetzt auf gleich alles wieder heile Welt war und die Beziehung besser denn jemals zuvor.
    Meine Frau hat sich erlaubt ein paar Dinge anzusprechen und leichte Kritik daran zu üben, dass das Verhältnis nicht mehr so ist wie früher und wir das Gefühl haben, dass dies daran liegt, dass das Opfer keine Beziehung auf Augenhöhe führen darf. Die Kritik wurde dankend abgewiesen, was der Narzisst dagegen dankend annahm war die Aussage meiner Frau, dass unsere Freundschaft komisch geworden ist. Man wollte versuchen etwas zu ändern und prüfen wie es sich entwickelt. Zu diesem Zeitpunkt sind wir dann dahinter gekommen was schief läuft in der Beziehung und haben uns intensiv mit dem Thema Narzissmus auseinandergesetzt.
    Während man sich davor 2018 in der Regel mindestens alle zwei Wochen gesehen hat, fand man jetzt auf einmal schon Monate im Voraus keine Zeit mehr für Treffen. Darauf angesprochen kam von ihr nur es ist uns wichtig, aber so geht es jedem unserer Freunde momentan…
    Auch monatelang feststehende Termine wurden dann mit anderen kurzfristigen Terminen überlagert (für andere Freunde gab es da wohl doch mehr Platz) oder ganz gecancelt. (Bei schlechtem Wetter konnte man einen geplanten Ausflug nicht machen und dann haben Sie lieber am Samstag gearbeitet, statt alternativ etwas zu machen). Dazu kann man auch noch erwähnen, dass Sie bereits zu diesem Zeitpunkt unter Erschöpfungszuständen litt. Blöderweise haben wir nicht lockergelassen und doch immer wieder um die Freundschaft gekämpft. Ich habe versucht sie zu erreichen, Sie über Narzissmus ein bisschen aufzuklären, aber wie sagte sie mir vor ein paar Wochen: Sender und Empfänger haben zu diesem Zeitpunkt nicht zusammengepasst.
    Den Kontakt haben wir immer versucht aufrecht zu erhalten und sie ist in der Zwischenzeit immerhin in Therapie gegangen, weil Sie alle Krankheiten, die auf der Liste einer durch emotionalen Missbrauch geschädigten so stehen, auch hatte. Nur den Austausch über Ihre Situation und das Eingestehen der Ursache konnte sie sich bis heute nicht. Da keine Antworten von Ihr kamen und von dem Narzissten eh nicht zu erwarten sind, haben wir offen und ehrlich mit ihren alten Freunden geredet. Diese haben uns auch zu einem großen Teil beigepflichtet, dass die Beziehung nicht auf Augenhöhe ist, dass Opfer nie seine wahren Gefühle verbirgt. Sie wussten selbst, dass Sie belogen wurden und nach außen nur der Schein in der Beziehung gewahrt wurde. Im Nachhinein muss man sagen, die Freunde waren schlauer, nicht selbst in die Schusslinie zu geraten, wobei sich auch diese Freundschaften in den 5 Jahren deutlich auseinanderentwickelt haben.
    Das Jahr verging und wir haben uns vielleicht fünfmal gesehen, meistens ohne den Narzissten. Auch die obligatorischen Besuche an Geburtstagen wurden gemieden. Bei meinem Geburtstag war die Ausrede „man weiß ja nicht, ob man einfach so kommen darf“, auch wenn dies in allen Jahren zuvor normal war. Man hat sich dann doch dazu herabgelassen eine Stunde vorbei zu schauen, aber zu Hause hatte man ja noch so viel vor und schon anderes ausgemacht, da man ja nicht wusste, dass man kommen darf…
    Ich habe dann klargestellt, dass wir immer fest davon ausgehen, dass Sie am Geburtstag kommen, wir uns immer sehr darauf freuen und sie dazu keine Einladung brauchen. Beim Geburtstag meiner Frau war dies dann schon wieder vergessen… An Ihrem Geburtstag, an dem sonst auch immer die Freunde spontan kamen, hatte sie sich auf Grund Ihres Erschöpfungszustands einen reinen Familienausflug gewünscht (Weg von allen aus dem Alltag). Der Narzisst hat ihr diesen Wunsch auch erfüllt, war aber eigentlich den ganzen Tag nur am Handy in sozialen Netzwerk unterwegs (die Glückwünsche an seine Frau annehme). Den Geburtstag des Narzissten haben wir dann auch nicht weiterverfolgt, ein unpersönliches Geschenk später abgegeben, da für die gemeinsamen Ausflüge, die man sich früher überlegt hatte eh keine Zeit war. Außerdem war an dem Geburtstag auch niemand da, der uns wichtig gewesen wäre, weil Sie in Mutter-Kind-Kur war, ihre psychosomatischen Beschwerden zu lindern und die schwierigen Mutter-Kind-Beziehung etwas zu verbessern (klar, wenn man immer selbst dafür sorgt, dass der Kleine den Narzissten nicht stört, bei normalem Spieltrieb schon interveniert wird, kann der Sohn auch nur an der Mutter „hochgehen“. Der Narzisst ist immer fein raus und muss nicht mit dem Kind schimpfen).
    Für mich war es unerklärlich, wie sie mir im gemeinsamen letzten Kurzurlaub noch schreibt wie wichtig die Freundschaft ist, wie gut ihr die Unterstützung beim Skifahren tat und dass sie es sich nicht mehr ohne diese Freundschaft vorstellen kann und sie schon einen Monat später jegliches Gespräch verweigert. Während man bis zum Urlaub über alles gesprochen hatte, wusste was der andere macht und wie es ihm ging, war es ihr auf einmal nicht einmal mehr möglich eine WhatsApp zu schreiben, zu erzählen mit wem man am Wochenende zum Beispiel zum Grillen trifft. Oder überhaupt Interesse zu zeigen wie es dem anderen geht war auch vorbei. Wir konnten uns darauf einigen zu telefonieren, der Narzisst durfte ja nichts nachvollziehen können, falls er dich mal wieder ausversehen ihr WhatsApp liest. Aber die Telefonate waren mehr eine Qual wie ein freundschaftliches Gespräch. Ich hatte immer das Gefühl etwas falsches Fragen zu können. Die Kritik an Ihrer Beziehung konnte und wollte Sie bis heute nicht annehmen oder reflektieren. Über das ganze letzte Jahr wurde der Kontakt so oberflächlich wie möglich gehalten. Wenn man sich darüber bei ihr beklagt, kam immer, dass das nicht so wäre und natürlich die Freundschaft allen auch dem Narzissten wichtig wäre. Für mich stand fest, ich will das so nicht mehr. Man leidet als Freund mit, wenn man sieht, wie eine Freundin gebrochen wird, und die komplette Lebensfreude verliert. Ich wollte für mich die Sache bis zu einem gewissen Zeitpunkt in diesem Jahr abschließen oder verbessern. Daher habe ich Sie zur Rede gestellt und mit etwas Druck auch erreicht. Was reden, erklären, bitten nicht Geschafft hat, hat nur über eine Drohung geklappt. Nämlich meinem Wunsch entweder die Erklärung von ihr zu erhalten, sich einen Abend auszutauschen oder den Narzissten zur Rede zu stellen und erzählen was man über die Beziehung und die Streitereien alles weiß, was man aber nicht wissen darf. Kurz nachdem ich es Ihr gegenüber formuliert hatte, kam eine Antwort mit der Bitte um ein kurzes heimliches treffen am nächsten Morgen. Vor mir stand ein verweintes Häufchen Elend. Der Gedanke daran, dass der Narzisst alles von unseren Kontakt und dem was sie mir über die Beziehung erzählt hat, erfährt und er sich deswegen bestimmt trennt, führte dazu das Sie Atemnot und eine Panikattacke bekam. Ich hatte sie ohne es zu wollen getriggert. Sie könnte mir meinen Wunsch nicht erfüllen, sie hat dem Narzissten versprochen mit niemandem und schon gar nicht mit mir über die Beziehung zu reden und deswegen könnten wir uns nicht so treffen, wie ich es eigentlich gewollt hatte. Es stellte sich dabei auch heraus, dass der Narzisst ihr auch tatsächlich den Kontakt zu mir verboten hatte und sie sich deswegen fernhielt, auch wenn es ihr weh tat. Sie hat vorgeschlagen, die Aussprache mit mir in den nächsten Wochen mittags heimlich zu machen. Hier bin ich ihr wieder ein Stück entgegengekommen und habe eingewilligt. Der Narzisst dürfte es auf keinen Fall mitbekommen war ihr Wunsch, aber sie wüsste auch was Sie mir in den letzten Jahren zugemutet hatte. Also haben wir uns mehrere Male in meiner Mittagspause getroffen und über einen Bruchteil meiner Fragen geredet. Es schien ihr damit gut zugehen, das hat sie mir auch so gesagt. Wir waren auf einem guten Weg es ein bisschen aufzuarbeiten. Sie weiß, dass sie in einer schwierigen Beziehung steckt, sie würde sich reflektieren und versuchen zu erkennen, ob Sie die Dinge die sie macht, aus eigen Wunsch macht oder weil es der Narzisst erwartet. Auch ihre emotionale Abhängigkeit hat sie zugegeben und in den Gesprächen auch, dass Sie weitere Fehltrihabe ihres Mannes mit Kolleginnen geduldet hatte. Wir schienen auf einem guten Weg, einer der Freunde im Suff dem Narzissten davon informiert hatte, dass ich mit Ihnen über seine Beziehung gesprochen habe und dabei auch mehr erzählt habe als die „besten“ Freunde wissen durften.
    Daraus muss der Narzisst geschlossen haben, dass ich doch mehr Kontakt mit seiner Frau gehabt haben musst, als sie ihm verraten hat. Es gab dort wohl mal wieder einen großen Kracdurftesie stand sonntags morgens bei uns vor der Tür, um uns zur Rede zu stellen. Es wäre ein Unding, dass wir private Sachen über Ihre Beziehung mit Ihren Freunden besprechen. Sie hätte das ganze Jahr versucht an der Freundschaft festzuhalten. (Hier hat sie eigentlich zugegeben, dass Ihrem Mann nichts an der Freundschaft mehr gelegen hatte und nur Sie versucht hat es aufrecht zu erhalten. Bis dahin hatte Sie immer gesagt Ihm wäre es auch noch wichtig.) Aber unter diesen Umständen sind ihr die Hände gebunden und Sie kann nichts mehr dafür tun und die Freundschaft wäre hiermit beendet. Man kann sich vorstellen, dass man, wenn man sonntagmorgens aus dem Bett geklingelt wird, nicht gerade die beste Reaktion zeigt. Erschrocken von der Art und Weise, wie man eine 6,5 Jahre lang andauernde Freundschaft und Patenschaft in 5 Minuten beenden will, wurde nochmals versucht mit Argumenten um ein weiteres Gespräch zu kämpfen. Aber auch wenn sie Fehler im letzten Jahr uns gegenüber zugegeben hat war Sie nicht bereit dazu. In der Situation haben wir ihr nochmals alle Vorwürfe gegenüber Ihrem Mann Ihr an den Kopf geworfen, sie gebeten sich aus der emotionalen Abhängigkeit zu lösen, auf sich und Ihren Sohn, unser Patenkind aufzupassen.
    Das Ende war nicht schön und keine 3 Stunden später waren alle Kommunikationskanäle zu Ihr und zum Narzissten blockiert. Natürlich mussten die Freunde von Ihnen, mit denen ich über die Beziehung gesprochen hatte auch am gleichen Tag zum Rapport antanzen, uns bei WhatsApp blockieren und Abbitte leisten nicht mehr mit uns in Kontakt zu treten. Einen großen Teil Mitschuld daran, dass uns die Freundschaft gekündigt wurden, sind die anderen Freunde trotzdem in blindem Gehorsam gefolgt. Wahrscheinlich auch aus Angst vor dem gleichen Schicksal mit dem Narzissten. Hier zeigte sich wie weit der Einflussbereich des Narzissten geht, auch wenn ich selbst nicht glaube, dass Sie die Reaktion für angemessen hielten und Sie selbst schon ähnliche Erfahrungen machen mussten.
    Versuchte Telefonate mit dem Opfer werden ignoriert, gleich aufgelegt oder nach kurzer Zeit wird der Narzisst dazu geholt, um nochmal zu drohen, mit was auch immer. Praktisch, dass man in der gleichen Firma arbeitet, da kann man schnell zum anderen Narzissten laufen und muss nicht selbst nachdenken und sich mit seinen echten Gefühlen auseinandersetzen.
    Ich kann mir vorstellen, dass jetzt natürlich auch die Freunde noch kritischer beäugt werden, da Sie zu viel wissen. Wir werden es vielleicht nie erfahren, aber wir haben uns vorgenommen, weiter den Kontakt zu suchen und werden uns dem Opfer gegenüber nie verschließen. In der Zwischenzeit hat sie sogar eine neue Handynummer und ist daher gar nicht mehr zu erreichen, selbst wenn wir es wieder versuchen wollten.
    Langsam stellt sich die Realität ein, dass man egal was man gemacht hätte keine Chance auf Erhalt der Freundschaft gehabt hätte. Wir werden Kraft tanken und sind einerseits froh einen Narzissten im Leben losgeworden zu sein, andererseits überwiegt noch die Betroffenheit eine tolle Freundin und ein bezauberndes Patenkind verloren zu haben und eigentlich auch zu wissen das alles erst noch schlimmer für Sie kommen muss, bis sie sich auch befreien kann. Und noch Schlimmer können und wollen wir uns nicht vorstellen.

    • W. sagt:

      @ Sebatian,

      Die Geschichte die sie erzählen kann ich voll nach vollziehen.
      In meinem Fall war ich über Jahrzehnte das Opfer….ohne zu wissen das ich ein Opfer bin/war.
      Narzissten gehen sehr raffiniert vor um ihre Opfer abhängig zu machen besonders die verdeckten.
      Sie erscheinen im Umfeld als sehr liebenswürdig, hilfsbereit und großzügig.
      Daran glaubt man ja erst lange auch einmal.
      Natürlich kommt das Verhalten eines „N“ schon manchmal komisch rüber, aber man weiß ja nicht das es ein „N“ ist.
      Eigendlich weiß man nichtmal das es sowas überhaupt gibt.
      Das es einem selbst immer schlechter geht bringt man nicht wirklich mit seinem Verhalten in Verbindung.Zumal er einem ja erklärt warum das so ist(Das sind ja die anderen Schuld und der Umgang mit denen.) Das können Freunde ,Eltern , Kollegen, Nachbarn oder auch Geschwister sein.Es wird einem eingeredet, das man so merkwürdig zu ihm ist wenn man mit „Denen“ zusammen war.
      Also grübelt man darüber und glaubt es am Ende sogar selbst.
      Automatisch trifft man sich seltener mit diesen Menschen.
      Natürlich hält man erstmal zu seinem Partner und ist der Meinung es gehe Außenstehende nichts an.
      Es ist ja schließlich (in meinem Fall) der eigene Mann von dem man ja glaubt er meine es gut mit einem. Er betont es ja oft genug.
      Es dauert sehr lange und ist sehr schmerzhaft bis man versteht was da wirklich vor sich geht.
      Als ich anfing mich zu widersetzten wusste ich immer noch nichts über dieses Thema.
      Dann wurde sein Verhalten auch im Außen sehr mies mir gegenüber.
      Auf der Suche nach Hilfe im Netz bin ich erst auf das Thema „N“ gestossen. Ich habe das Thema „studiert“.

      Freunden und Nachbarn ist sein schlechtes Verhalten mir gegenüber mehr und mehr aufgefallen
      Ich habe allen Mut zusammen genommen und mich einer vermeindlichen „Freundin“ und ihrem Mann
      anvertraut.
      Das war die Enttäuschung meines Lebens!!!
      Erst kamen Tipps wie ich bei einer Trennung das meiste absahnen könne????
      Dann ein paar Tage später am Geburtstag meines Ex kam sie an und knallte mir auf der Feier folgendes an den Kopf“ Sag mal, das was du mir da erzählt hast das glaube ich nicht!, weißt du auch wieso?…
      In dem Moment hab ich sie unterbrochen mit den Worten“ jetzt nicht.“

      Ja so ist es leider ,wenn man sich jemandem anvertraut wird einem nicht geglaubt.
      Zu diesem Zeitpunkt habe ich intensiv über Trennung nach gedacht.
      Mir persönlich hätte nichts schlimmeres passieren können als das irgend jemand ihn zur Rede gestellt hätte.Denn damit wird eine Lawine los getreten, die in den 4 Wänden ab geht.

      Nachdem man die Erkenntnis gewonnen hat womit man es zu tun hat hält man besser seinen Mund und plant in aller Ruhe seinen Ausstieg.
      OK, einem nicht „Wissenden“ kann man mal den Begriff „N“ an die Hand geben damit er auf wacht.
      Aber wirklich helfen kann man nur dann wenn man gezielt um Hilfe gebeten wird.
      Alles andere, auch wenn es noch so gut gemeint ist kann die Situation eines Opfers dramatisch verschlechtern.
      Ich hatte dann in allem Unglück wirklich auch das Glück 2 liebe Menschen zu kennen denen ich mich mit der Bitte um Unterstützung anvertraut habe.
      Sie haben mir exat immer genau dann geholfen wenn ich es wollte.
      Denn ich allein habe gewusst wann und wobei ich Hilfe gebraucht habe.
      Diesen beiden Menschen bin ich sehr dankbar.
      Sie begleiten mich auch jetzt in meinem neuen Leben.
      Von vielen anderen habe ich mich getrennt.

      W.

      • Eva sagt:

        Hallo W. Was für ein Geschenk deine Freunde doch sind! Doch wie du es richtig beschriebst, kann man einem Betroffenen nur dann helfen, wenn es dieser auch zulässt. Wie froh wäre ich, wenn sich meine Schwester mit dem Thema „verdeckter Narzissmus “ auseinander setzen würde. Sie steckt in so einer Beziehung seit knapp 15Jahren fest. Es ist ihre erste Beziehung und sie ist der Meinung : ja er ist schon bisschen komisch, aber das macht ihn gerade so interessant. Er selbst hat keine Freundschaften und sie braucht es seiner Meinung auch nicht zu haben. Ich komme nur sehr schwer an sie ran. Wenn überhaupt, dann nur telefonisch. Sie immer kurz angebunden und er ständig im Hintergrund. Er lässt sie nicht einmal in Ruhe telefonieren. Das ist für sie schon normal, dass sie keine Minute für sich hat. Und das Traurige daran ist, sie war früher ein offener aktiver und fröhlicher Mensch. Nun sagt sie schon selbst, sie habe keine Lust und keine Kraft (hat schon mittlerweile Angststörungen und Panikattacken, Schlafstörungen und viele weitere psychosomatische Störungen) anderen Menschen zu treffen. Am liebsten ist sie daheim bei ihrem Mann, denn er brauche sie ja so sehr…So einen Menschen vom Gegenteil zu überzeugen ist schier unmöglich. Das hab ich für mich erstmal lernen müssen, auch wenn es meine Schwester ist. Hab ihr lediglich gesagt, dass ich jederzeit für sie da bin, wenn sie mich braucht. Mehr geht leider nicht…

  4. Frank B. sagt:

    Deckt sich 100% mit meiner Erfahrung. In meinem konkreten Fall ist es sogar so weit gegangen, dass meine besten Freunde direkt per SMS oder E-Mail aufgefordert wurden, sich „herauszuhalten“, es gipfelte dann in Versuchen mir Schwüre und Versprechen abzunötigen die Kontakte dauerhaft einzustellen.

    Besonders hart trifft es meine 83jährige Mutter, die sich stets um ihre Schwiegertochter bemüht hat, völlig zu Unrecht und grundlos mit einer Verschwörungstheorie nach der nächsten zum Feindbild hochstilisiert wurde und von meiner noch-Frau aufgefordert wurde, nicht mehr zu den (öffentlichen) Feiern ihrer Enkelkinder zu erscheinen.

    Ein Jahr habe ich gebraucht, um wieder zu mir selbst und klarem Verstand zu finden (Anträge beim Familiengericht eingereicht).

    Es bleibt überlebenswichtig: Auf keinen Fall die sozialen Kontakte aufgeben, sondern eher noch erweitern und auf die Trennung hinarbeiten.

    • Sebastian Greilach sagt:

      Für außenstehende ist das echt schwer zu verstehen, was Narzissten mit einem machen. Ich weiß, dass genau diese Versprechen unserer Freundin auch abgerungen wurden. Leider scheint sie ja keinen Ausweg zu sehen und hat sich immer mehr zurück gezogen.
      Der Narzisst geht über Leichen und wer nur ein bisschen Kritik ihm gegenüber äußert wird gnadenlos aussortiert, egal wie lange die „Freundschaft“ bestand…

  5. yvonne sagt:

    Ich bin auf „spartanlife coach“ Richard Grannon gestossen, der auf Englisch Videos über Narzissmus und komplex- posttraumatsche-Stress-Reaktionen der Opfer von Narzissmus ins Web stellt. Sehr gut und hilfreich. (Für mich wenigstens) Das Interessante jedoch ist, dass neue Behandlungsformen von C-PTSD auch zur Behandlung von Narzissten selbst angewandt wird. Mit Erfolg! Die Theorie dahinter lautet nämlich, dass auch Narzissten aus einer chronischen Posttraumatischen Reaktion heraus handeln. Also hilft die Behandlungsform Beiden. Opfer und Täter. Sehr interessanter Ansatz und interessante Videos, für alle die Englisch können. War nur ein Einschub. Danke. Dazu ist noch zu sagen, dass man seit längerem weiss, dass Traumas „ansteckend“ sind. Dies scheint bei narzisstischen dysfunktionalen Verhaltensweisen auch so zu sein, da Beides auf unbehandelte Traumas zurückzuführen ist.

  6. Traurige sagt:

    Der Narzisst isoliert seine Partner. Der Artikel passt zu 100 % zu dem, was wir erlebt haben.

    Bei uns ist der Schwiegersohn der Narzisst. Er hat es geschafft, dass unsere Tochter überzeugt ist, dass wir schlechte Eltern sind. Er macht alles schlecht, die Welt ist verlogen, die Nachbarn betreiben Mobbing. Wir sind die Intriganten u.s.w. Zum Kontaktabbruch kam es, da wir seine finanziellen Ansprüche nicht mehr unterstützen konnten. Und unsere Tochter himmelt ihn an und glaubt ihm alles. Wir können nichts tun.
    Alles Gesagte wird ins Negative übersetzt.
    Wir haben unsere Tochter an einen Narzissten verloren. Wir können nur hoffen, dass sie es irgendwann bemerkt, wer ihr Leben in die totale Einsamkeit lenkt.

    • Astrid Leiser sagt:

      Oh ja, genau das erleben wir auch seit fast vier Jahren. Leider kommen auch immer wieder Briefe und Postkarten mit Beleidigungen und Erpressungsversuchen von unserem Schwiegersohn, auf die wir natürlich nicht reagieren. Als wir damals erkannt haben, was mit ihm los ist, war es schon zu spät, er hatte unsere Tochter schon manipuliert und isoliert. Wir hoffen von ganzen Herzen, dass sie irgendwann mal wach wird und dann sind wir mit aller Kraft für sie ( und ihr Kind, das sie inzwischen hat) da.

  7. Heid sagt:

    Traurig aber wahr. Der Partner meiner Freundin vereinnahmt sie total. Nach dem Motto: „ich selbst habe keine Freundschaften, also brauchst du auch keine.Oder liebst du mich etwa nicht, weil du in der wenigen gemeinsamen Zeit andere Leute treffen möchtest? “ Einfach wiederlich…

  8. Lilli sagt:

    Hallo,
    ich stellte heute fest, dass ich vor Jahrzehnten mit ner Frau aus meinem Chor in derselben Jazzdancegruppe war.
    Ich suchte die Fotos raus, wir sind beide drauf und konnten uns erinnern …
    Später war ich so frustriert, dass ich damit – aus falscher Rücksicht auf meinen damaligen narzisstischen Partner, aufgehört hatte.
    Was war ich damals fröhlich und hatte Freude am Jazzdance.
    Heute bin ich wieder so fröhlich,
    doch ich bin auch frustriert, dass ich mich von meiner Freude so habe abbringen lassen !
    Doch das hatte ich schon bei meiner Mutter gelernt, auf sie Narzisstin zu meinem Nachteil Rücksicht zu nehmen.
    Bei meinem langjährigen, nicht ganz so extrem narzisstischen Mann, habe ich dank der Beratungsstelle, immer wieder m e i n e Interessen gepflegt.

  9. Bianka sagt:

    Mein Vater hat meiner Mutter alle Kontakte zerstört. Mit ihren fünf Geschwistern hatte sie zum Schluss nur noch heimlichen Telefonkontakt.
    Jeder VHS-Kurs, Sport, Kaffeeklatsch wurde so madig gemacht, dass sie es irgendwann ganz gelassen hat. Ging sie doch mal, bekam die ganze Familie seinen Unmut zu spüren. Dabei war er kreativ.
    Er lief ihr hinterher, wenn sie „zu lange“ bei uns im Kinderzimmer war. War immer dabei, wenn wir mal alleine bummeln gehen wollten. …
    Nach unserem Auszug dauerten Telefonate mit meiner Mutter 2-3 Minuten und sie besuchte uns meistens heimlich. Immer kurz, immer angespannt, oft heimlich.
    Nun ist meine Mutter (84) seit 2 Wochen in einem Pflegeheim- HirnTumor. Er (89) ist das erste mal alleine! Der Kontakt über gemeinsame Bekannte liefen über meine Mutter…
    Er wollte, dass ich meinen Job aufgebe und mich kümmere 😂, obwohl wir die letzten 5 Jahre keinen Kontakt hatten. Letzte Woche rief er an und spielte mir einen Notfall vor. Als ich da war, ging es ihm gut und er wollte keinen Arzt. Er wollte Aufmerksamkeit!
    Dieses Erlebnis hat mich wachgerüttelt und ich habe diese Seite gefunden. Bis dahin dachte ich, meine Kindheitserlebnisse, mein Vater wären einzigartig, nicht erklärbar. Und nun weiß ich endlich, ich bin nicht die „Bekloppte“.

  10. Maritt sagt:

    Ganz genauso war es bei mir. Ich bin immer wieder verblüfft über die Übereinstimmung des Verhaltens. Ich habe während der langen Jahre mit meinem Narzissten viele Freundschaften aufgegeben, weil ich den ständigen Konflikt deswegen nicht aushalten konnte. Auch habe ich bemerkt, wie der Same aufgegangen ist, der im mir gelegt wurde: auch ich wurde gegenüber versch. Personen misstrauisch und habe deren vermeintlich schlechten Eigenschaften überbewertet. Außerdem hat der Narzisst ganz bewusst Situationen provoziert um meine Freunde/Familie in ein schlechtes Licht zu rücken. Irgendwann hab ich bemerkt, was da passiert und wollte mir nicht schon wieder einen Freundeskreis kaputt machen lassen. Monatelanger zermürbender Streit deswegen und dann hat mich mein Narz. aus der gemeinsamen Wohnung raus geworfen. Das war sein Fehler. Er hat seine Macht überschätzt. Ich bin nicht wieder gekommen und habe nach 2,5 Jahren Kampf die Scheidung einer 35 jährigen Beziehung hinter mich gebracht. Die Trennung ist nicht leicht, aber zu schaffen. Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende! Und wer sich selber hilft, dem wird geholfen…ist so!

  11. Lydia Schmidt sagt:

    Alle sind schlecht für meine Entwicklung, er aber so gut für meine Entwicklung. Ich war immer die, die sich entwickeln musste…Defizite hat. Und meine Familie und Freunde waren alle blööd…und nun wo es zu Ende ist : Er kann sich ganz schnelle ganz viele Leute ranziehen aus der der Nachbarschaft und meinem Freundeskreis von früher…und macht mich da schlecht, und er erzählt da Sachen dreht es um…er ist der Arme der von mir ausgenutzt und kontrolliert wurde…ich habe alle schlecht gemacht bei ihm. Habe ein Telefonat mitgehört, da zieht es einem die Schuhe aus…ich denke nur immer…ruhig bleiben, die werden es auch noch erleben…dagegen angehen ist nur Energieverschwendung…auf solche ehemaligen Freunde, die sich so was erzählen lassen und es glauben kann ich verzichten….

    • W. sagt:

      @ Lydia,
      Genau das erlebe ich seit Monaten.
      Es werden Lügen erzählt, Tatsachen verdreht, allerdings hat das schon vor der Trennung angefangen wie ich jetzt feststellen musste.
      Ich hatte und habe noch teilweise das Bedürfnis alles richtig stellen zu müssen.
      Aber der Gedanke, dass Menschen die mich kennen und wertschätzen, genau wissen dass dies so nicht stimmt lässt mich gelassener werden.
      Ich bin auch sehr enttäuscht über manche Personen ,die seit Jahren den Kopf über sein Verhalten geschüttelt haben und ihm jetzt trotzdem seine Märchen glauben(noch).
      Auf der anderen Seite muss ich feststellen, dass Menschen die in den ganzen Jahren nie ein Wort gegen ihn gesagt haben mir nach der Trennung mit den Worten „Gott sei Dank “ & „endlich bist du da raus“ begegnet sind.
      Ich war schon sehr erstaunt darüber, dass es doch für manche Menschen so offensichtlich war.
      Also habe ich für mich beschlossen, dass es in meinem Leben nur noch die Menschen gibt, die mir glauben und vertrauen.
      Auf die anderen ,die als flying Monkys benutzt werden , kann ich in meinem neuen Leben getrost verzichten.
      Er blamiert sich inzwischen so gut er kann und schreckt nicht davor zurück mir im Beisein von Amtspersonen den Tod zu wünschen.
      Wie blöd muss man sein , sich dann auch noch für besonders clever zu halten und nicht zu kapieren ,dass er mir mit solchen Äusserrungen in die Karten spielt.
      Ich hoffe dass ich da eines Tages drüber stehen kann, weis aber, dass es ein langer , steiniger Weg wird.

      Ich wünsche allen die das durchmachen viel Kraft.

      lg W.

  12. Lilli sagt:

    Hallo,
    ich muss wie Ihr auch, auf MEINE Kontakte achten und sie pflegen.
    Wie auch bei Euch, hat er bei meinen Leuten seinen überheblichen Touch.
    Ich treffe mich eher außerhalb mit meinen Leuten, oder sie holen mich ab zu Interessen, die er nicht teilt, und sehen ihn nur kurz.
    Wenn eins unserer erwachsenen Kinder kommt, habe ich eingeführt, dass die Treffen unseres Kindes mit seinen Freunden, oder für sich was zu machen, hier Vorrang hat, dass mit mir, ihm oder uns beiden was zu machen, an zweiter Stelle steht.
    Das klappt und mein Mann hält sich immer wieder dran.
    Immer wieder, d.h. dass er immer wieder versucht mehr im Mittelpunkt zu stehen und gegensteuern und sich abseilen nötig wird.
    Zur Grundsatzfrage gehen oder bleiben, finde ich, das A und O ist, selbständig zu werden. Wenn dies in der Partnerschaft unmöglich ist, bin ich für Trennung.
    Mein Mann mit seinen narzissmusgestörten Zügen, ist nicht ganz so extrem.
    Er zieht immer wieder mit. Ein mühsames Geschäft, doch er bleibt und ich auch.

    • Lilli sagt:

      … wenn ich ihn konfrontiere, z.B. damit, dass er sich nicht entschuldigt, wird er, auf meine Emotionen zielend, ausfallend und versucht mich mit Aufzählung meiner ‚Verfehlungen‘ schuldig zu sprechen.
      Diese seine Ausfälligkeiten kann ich inzwischen ganz bei ihm lassen. Ich grenze mich ab, schlafe einige Nächte im anderen Zimmer und mache nichts mit ihm.
      Mit falschen Aussagen von seiner Seite ist zu rechnen, das wissen auch unsere erwachsenen Kinder.
      Einige Jahre waren wir früher nicht auf der Weihnachtsfeier unseres Berufsverbandes. Als ich dann sagte, dieses Jahr geh ich allein hin, ging er mit. Dann hörte ich, wie er dem Organisator zu verstehen gab, i c h hätte die letzten Jahre nicht zur Weihnachtsfeier gehen wollen.
      Nachdem ich mich darüber geärgert hatte, und ihn mit seiner Falschheit konfrontiert hatte, dachte ich mir, egal,
      i c h gehe in Zukunft zu dieser Weihnachtsfeier. Nun geht er immer mit.
      Mit einer falschen Aussage einer narzisstischen Freundin, die ich dann vor allen richtig gestellt hatte, war ich früher mal in einer Kaffeeklatschrunde konfrontiert. Die ‚Freundinnen‘, die der Verleumderin geglaubt hatten, waren keine Freundinnen von m i r.
      Zwei in der Runde hatten mich danach zum Geburtstag angerufen und wir unterhalten uns heute noch, wenn wir uns begegnen.
      Inzwischen pflege ich lieber Hobbys, wo das gemeinsame Tun die Hauptrolle spielt und nicht der Klatsch.
      Die Versuchung, Kontakte einzustellen, weil der Narzisst sie nicht haben will, kenne ich auch. Doch ich habe sie weitergepflegt, zu.B. den Kreis meiner Yogarunde.
      Und auch unsere Kinder pflegen ihre Kontakte, und sagen eher ihrem Vater mit seinen narzisstischen Zügen ab.
      Mein Mann ist nicht ganz so extrem wie meine beiden vorigen narzisstischen Partner und meine narzisstische Mutter.
      Ich bin froh, dass ich Narzissmus und Co- Verhalten bzw. Komplementär- Narzissmus in meiner Familie und in beiden Verwandtschaften, für mich und für unsere Kinder lockern und lösen bzw. mich distanzieren konnte/kann. Das ist in meinem Fall schon sehr viel.
      Seit ich Sven Grüttefiens Texte immer wieder lesen kann, bin ich immer mehr zur Ruhe gekommen,
      und nachträglich bin ich froh, dass es ‚meine‘ Beratungsstelle gibt, die ich in dieser Ehe seit vielen Jahren von Anfang an immer wieder besucht habe.

  13. Manu-1978 sagt:

    Hier werden wohl psychopatische oder gar paranoide Persönlichkeiten beschrieben, also Verwechslung ist möglich. Aber naja. und die sogenannten Opfer sind sowieso dependente Personen, die sich nicht trennen wollen.

  14. Waltraud sagt:

    Ich wurde von „ihm“ bei anderen in Misskredit gebracht. Ganz subtil und unauffällig. Ich konnte mir manche Reaktion nicht erklären, bis ich selber Mal mitkriegte, wie sich in meinem Beisein über mich amüsiert wurde, ich aber keine Ahnung hatte, wieso. Auch wurde immer versucht, mir Sachen madig zu machen, mit den Worten, das schaffst Du sowieso nicht, wozu willst Du das machen usw.
    Als ich Mal fragte, wessen Leben wir eigentlich leben, meins waers jedenfalls nicht, bekam ich den Rat, dann müsste ich halt meins suchen. Als ich’s dann tat, Drohungen. Überhaupt Drohungen wenn’s nicht so lief wie geplant für ihn.

  15. Ben sagt:

    Hat meine Ex mit mir ganz genau so gemacht! Vollkommen alleine und ohne Kontakte stand ich am Ende da.
    Das Seltsame allerdings, ist, daß sie meinem Nachfolger große Freiheiten einzuräumen scheint, den er macht ein Menge (was ich nicht tat).
    Und – Nein! – ich beneide dieses Würstchen nicht, der sich zudem so toll als Flying Monkey macht.

    • Uta Möller sagt:

      Hallo Ben, das ist nur der Anfang – dass Deinem Nachfolger große Freiheiten eingeräumt werden. Das wird jetzt quasi als Beweis gebraucht, dass Du Dich zu Unrecht über mangelnde Freiheit beschwert hast. Deinem Nachfolger wird es ergehen wie Dir. (Da muss er wohl durch – falls Du nicht mit ihm ein Bier trinken gehen und ihn warnen willst.)
      Mein Ex-Mann hat es fertiggebracht, mit jeden Schritt vorzuschreiben und mich gleichzeitig unselbständig zu schimpfen.

  16. Melanie sagt:

    …..meine Schminkutensilien sind auf einer Reise „verschwunden“ und ich erhielt von IHM Komplimente, dass ich ihm ungeschminkt viel besser gefallen würde😳

    Heute weiß ich, dass er mir irgendwann im „Endstadium“ den Kontakt zu unseren „gemeinsamen Kindern“ verboten hätte – eigentlich das Grausamste was ich mir hätte vorstellen können🥺😩!

    ER hat es nicht geschafft; denn ich habe vorher die „Reissleine“ gezogen….. Ein Ende mit Schrecken ist besser als ein Schrecken ohne Ende….
    Viel Hoffnung, Kraft und Glück an ALLE….
    Melanie

  17. Lissy sagt:

    Die Analyse kann ich zu 100% bestätigen. “Meine” Narzisstin trieb es noch weiter, indem unser Wohnort auf eine Insel verlegt wurde. Es wurde sogar als Wohltat für mich aus gesundheitlichen Gründen verkauft. Die Kontrolle über mich ging so weit, dass immer alle Türen im Privathaus offen zu stehen hatten, …wegen der Katze …, selbst die Toilette war nicht verschließbar.
    Befreien konnte ich mich erst, als ich ganz am Boden war. Nur der radikale Schnitt war erfolgreich. Es dauerte aber Jahre, bis ich mich auch emotional erholen konnte.

  18. Saphyra sagt:

    Es gibt aber auch noch andere Arten der Isolierung durch einen Narzissten!!!

    Mein Mann hat die Angewohnheit, seine jeweilige Partnerin einfach komplett zu entwurzeln.

    Meine Vorgängerin ist mit ihm sogar nach Kanada ausgewandert und dort völlig vereinsamt. Ich wurde in eine andere Stadt umgesiedelt – alles natürlich rein beruflich und wichtig für SEINE Karriere.
    Irgendwann saß ich dann arbeitslos in einer fremden Stadt.
    Später saß ich arbeitslos mit Kind im Umland meiner Heimatstadt und war depressiv und vereinsamt. Dann hat er sich ein neues Opfer gesucht.

    Um meine Freunde zu vergraulen, hat er einfach versucht, sie als seine Freunde zu übernehmen. Einige haben sich das eine Weile angeschaut, andere sich erst mal oder auch dauerhaft zurück gezogen.

    Um mir meine Hobbies zu verleiden, wollte er sie als seine Hobbies übernehmen. Bei einigen Sportarten klappte das nicht, da er keine Lust zum Üben hatte. Tanzen ohne ihn war aber undenkbar – er wäre vor Eifersucht explodiert.

    So stand ich dann irgendwann da:
    Keine Freunde
    Keine Hobbies
    Keine Lebensfreude
    Kein Job
    Krank
    Depressiv

    Ich wünschte, er würde mal so gequält werden, wie er andere quält.

  19. Susanna sagt:

    Ich bin erschrocken, wie wahr Sie hier berichten. Genau so ist es ! Mein Ex-Partner hat das genauso gemacht. Es ging schleichend. Er rollte schon mit den Augen, wenn ich mit einer Kassierin im Supermarkt sprach. Oder bei einer Wanderung waren Pferde auf der Weide. Ich ging hin um sie zu streicheln. Er stand in der Entfernung und starrte nur. Ich konnte irgendwann keine Freude mehr empfinden, weil es ihm missfiel, wenn ich mit „anderen“ Kontakt aufnahm. Er ging sogar weiter und schaffte eine Atmosphäre von „Bedrohungen“ vor denen ich mich schützen soll. „Spülmittel“ sei radioaktiv verseucht, alles, was ich benutze oder ass, war angeblich „giftig“. Absolut irre. Der Typ hatte ein Rad ab und was mir nie auffiel zu Anfang, als ich ihn kennenlernte. Er hatte KEINE Freunde. DAS ist auch ein wichtiges Indiz, ob ein Mensch „sozial integriert“ ist oder nicht. Heute bin ich wachsamer und vor allem, wenn ich einen kennen lernen würde, würde ich mir wirklich erst mal sein ganzes Umfeld anschauen, auch seine Eltern. Denn so wie sie sind, das sagt viel über deren „Kind“ aus. Sie haben ihn geprägt.

    • Waltraud sagt:

      Susanna das er keine Freunde hat(te) ist kein Indiz. Gerade Narzissten können andere doch ganz wunderbar für sich einnehmen und auf ihre Seite und zu ihrer Meinung bekehren. Genau das macht sie u.a. so gefährlich, weil man zu spät bemerkt, mit wem man es zu tun hat.

  20. Simena sagt:

    Mein Ex-Narz hat bei Treffen mit Freundinnen mich danach mit Ghosting bestraft. Dies 3 mal. Da ich etwas weiter weg gezogen sind, bin ich dann nicht mehr so oft an meinen alten Ort zu meinem Umfeld zurück, was auch für Isolation geführt hat. Er meinte dann, die können ja zu uns kommen. Dabei ging es nur darum, dass er kontrollieren konnte, wer kommt und was geredet wird. Das wollte ich allerdings nicht.
    Wenn ich mal eine Meinung über ihn weitergeleitet hatte, wollte er immer wissen wer was gesagt hat. Dabei ist das ja wohl egal.
    Diskussionen mit ihm waren sowieso sinnlos, da er ja nie etwas falsch gemacht hat wie er meine Mutter gegenüber auch bekräftigte, daraufhin habe ich Schluss gemacht (wir waren ja schon beim Paartherapeuten und ich wollte schon 3 Mal gehen, aber ER macht ja nie etwas falsch, liegt nur alles an mir. Nun jetzt ist er mich los).
    Warum ich Schluss gemacht habe, hat er auch nicht verstanden.

    • Lilli sagt:

      Hallo,

      gut wieder mal Eure Beiträge zu lesen,
      dass Narzissten vereinnahmen bzw. vergraulen.
      Diese Tendenzen hat mein Mann auch, wenn auch nicht so extrem,
      wodurch ich das teils unterschätzen würde.
      Doch es ist gut Eure Beiträge wieder zu lesen,
      und seine Übertreibung von Schwächen einer sympathischen zuverlässigen mit mir befreundeten Nachbarin,
      für mich abzugrenzen.

      • Lilli sagt:

        Mir hilft am meisten, hier reinzuschauen, mir Themen auszusuchen und Sven Grüttefiens Texte sowie Eure Beiträge zu lesen.
        Das hilft mir, mich immer wieder abzugrenzen.
        Denn bei einem Partner mit Narzissmusstörung ist es nicht irgendwann mal gut. Sein Mittelpunktsstreben kann nur mit allen Maßnahmen von hier,
        immer wieder relativiert werden.
        Zugleich muss man selber immer wieder in Distanz gehen und unabhängig von seinem NPS- Trouble,
        selber aktiv das eigene Leben in die Hand nehmen.

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