Der Narzisst zerstört die neue Beziehung seines Ex-Partners

Ein Narzisst kann es nicht ertragen, wenn sein Ex-Partner nach der Trennung mit einem neuen Partner zusammenkommt und mit diesem auch noch glücklich zu sein scheint. Sofort breitet sich in ihm eine immense Kränkungswut aus, die ihn dazu treibt, das Glück des Ex-Partners unbedingt zerstören zu wollen. Dieser wird zukünftig zur Zielscheibe seines Frusts gemacht und der Narzisst unternimmt alles, um die Frischverliebten beim Aufbau einer Beziehung unentwegt zu stören.

Bild: © wernerimages – Fotolia.com

Partner von Narzissten müssen, nachdem sie sich von ihm getrennt haben, oft erschrocken feststellen, dass die Beziehung für den Narzissten noch lange nicht vorbei ist. Er will einfach nicht wahrhaben, dass sich sein Partner von einer derart grandiosen Person, wie er eine zu sein glaubt, trennen möchte und dieser ohne ihn glücklich werden kann. Die Abwendung des Partners stellt für den Narzissten eine schwere Niederlage dar, die er nicht akzeptieren kann.

Daher wird er in der Folge versuchen, den Partner auf unterschiedlichen Wegen  zurückzugewinnen. Zunächst wird er es mit Schmeicheleien versuchen. Gelingt es nicht, den Partner mit einer Charmeoffensive zu erweichen, spielt der Narzisst das arme Opfer, um Mitleid beim Ex-Partner zu erzeugen und diesen so umzustimmen. Scheitert er auch mit dieser Methode, versucht er, dem Ex-Partner über Vorwürfe ein schlechtes Gewissen einzuflößen und ihn auf diese Weise zur Rückkehr zu bewegen. Reagiert der Partner auch auf diesen durchschaubaren Trick nicht, ist der Narzisst sogar bereit, sich vor dem Ex-Partner zu erniedrigen, seinen Fehler einzugestehen sowie Wiedergutmachung und Besserung zu geloben.

Muss der Narzisst daraufhin allerdings feststellen, dass sein Ex-Partner durch nichts  zurückzugewinnen ist und offenbar kein Interesse mehr an ihm hat, überfällt ihn eine Zerstörungswut. Die Tatsache, vom Partner links liegengelassen zu werden und diesen für immer verloren zu haben, schmerzt den Narzissten ungemein. Die Befürchtung des Narzissten scheint sich nun zu bewahrheiten, offenbar nicht mehr gut genug für den Ex-Partner zu sein und aufs Abstellgleis geschoben zu werden.

Der Narzisst kann die Trennung nicht verkraften

Der Narzisst kommt über diesen Schlag nicht hinweg und projiziert nun seinen ganzen Frust auf den Ex-Partner, dem er die uneingeschränkte Schuld an seinem emotionalen Schmerz gibt. Daher kann er den Ex-Partner nicht ungeschoren davonkommen lassen: Dieser muss für sein Vergehen büßen. In der Folge wird der Narzisst beginnen, dem Ex-Partner auf unterschiedlichen Wegen das Leben so schwer wie möglich zu machen und diesem nachhaltig zu schaden. Dieser soll niemals vergessen, was er ihm angetan hat, und er soll mindestens genauso leiden wie er.

Wollte der Narzisst die Trennung zunächst überhaupt nicht wahrhaben und war er lediglich empört über den vermeintlich rigorosen Schritt des Ex-Partners, gerät er nun in einen Zustand anhaltender Wut, die alles zerstören will, was im Zusammenhang mit dem Ex-Partner steht. Die Stimmung des Narzissten schlägt um in Raserei. Hat der Ex-Partner zudem bereits einen neuen Partner, steht der Narzisst kurz davor, wahnsinnig zu werden. Er empfindet es als eine unerträgliche Schmach, einfach so ausgetauscht und gegen einen vermeintlich Besseren ersetzt zu werden.

Schlendert der Ex-Partner dann auch noch mit dem neuen Partner verliebt durch die Straßen und scheint er offensichtlich glücklich mit diesem zu sein, gerät der Narzisst völlig außer Kontrolle. Es darf nicht sein, was sich vor seinen Augen abspielt. Konfrontiert mit dem schmerzhaften Gefühl des Versagens und mit der eigenen  Minderwertigkeit sinnt der Narzisst auf Vergeltung und unternimmt fortan alles, um das gemeinsame Glück der beiden Liebenden zu zerstören.

Der Narzisst mischt sich in die neue Beziehung ein

Die Eifersucht des Narzissten geht so weit, dass er sich ständig in die neue Beziehung einmischen muss: Entweder versucht er dem Ex-Partner klarzumachen, dass dieser an den Falschen geraten ist und niemals mit dem neuen Partner glücklich werden wird, oder er versucht, dem neuen Partner die schlechten Seiten seines Ex-Partners vor Augen zu führen. Der Narzisst fühlt sich dazu berufen, den beiden das Risiko zu erklären, das sie mit der neuen Beziehung eingehen, und ihnen die Augen zu öffnen.

Der Narzisst geht hierbei mutig voran und sucht das Duell mit dem neuen Partner: Dieser soll ihm dazu dienen, dem Ex-Partner zu zeigen, dass er der Bessere ist. Der Ruf und das Ansehen des neuen Partners werden systematisch beschädigt, indem Unwahrheiten verbreitet oder dem Ex-Partner gefälschte Beweise vorgelegt werden. Dem Narzissten ist keine Information zu schade, um den neuen Partner zu diskreditieren. Aus diesem Zweck stöbert er ausführlich in der Vergangenheit des neuen Partners herum, trifft sich mit dessen Freunden, beobachtet dessen Familie und spioniert ihm hinterher.

Wie ein professioneller Privatdetektiv stellt der Narzisst dem neuen Partner nach und macht sich einen genauen Überblick über dessen Alltag. Diese gründliche Bespitzelung dient dem Auffinden wertvoller Informationen, mit denen er den Ex-Partner von der Unehrenhaftigkeit seines neuen Partners überzeugen will. Der Narzisst tut dann gegenüber dem Ex-Partner so, als wolle er ihm helfen und diesen vor einer großen Dummheit bewahren.

Der Narzisst entwickelt sich zum nervenden Störenfried

Eine andere Masche ist, dem Ex-Partner weiterhin freundliche E-Mails oder SMS zu schicken, Geschenke zu überbringen oder ständig anzurufen in der Hoffnung, dass der neue Partner die Kontaktversuche mitbekommt und eifersüchtig wird. Zudem muss der Narzisst immer wieder auftauchen, wenn die beiden Frischverliebten zusammen sind, und ihre Zweisamkeit stören. In schlimmeren Fällen zerstört er sogar Eigentum des Paares – natürlich so, dass der Verdacht nicht auf ihn fällt.

Eine weitere Methode des Narzissten ist es, dem neuen Partner aufzulauern, um ihn über die angebliche Untreue seines Ex-Partners zu informieren. Der Narzisst behauptet dann einfach, dass sein Ex-Partner sich mit jedem einlasse und nicht sehr wählerisch sei. Ganz nebenbei erwähnt er zudem, dass er sich zwischenzeitlich auch wieder mit dem Ex-Partner getroffen habe und sie gemeinsam Sex gehabt hätten. Außerdem zeigt er dem neuen Partner selbst verfasste SMS, die angeblich von seinem Ex-Partner stammen und die beweisen sollen, dass dieser noch sehr an dem Narzissten hängt und ihn einfach nicht vergessen kann. Dabei lässt es der Narzisst so aussehen, als tue ihm der neue Partner seines Ex-Partners leid, weil dieser von alledem nichts ahne und seine Naivität anscheinend ausgenutzt werde. Der Narzisst verkauft sich als glorreicher Helfer, dem das Glück des anderen unendlich am Herzen liegt.

Bestehen noch Abhängigkeiten von dem Narzissten wie z. B. gemeinsame Kinder, finanzielle Verpflichtungen oder ein gemeinsamer Arbeitsplatz, so wird der Narzisst seine Position nutzen, um den Ex-Partner zu erpressen oder ihn auf irgendeine Weise zu verletzen und ihm zu schaden. Solange der Narzisst noch irgendetwas gegen seinen Ex-Partner in der Hand hat, wird er nicht zögern, dies auch gegen ihn zu verwenden.

Intrigen, Verleumdungen, Lügen, Nachstellungen, Erpressung und Sabotage sind die Instrumente des Narzissten, um einen Keil zwischen die beiden Verliebten zu treiben und so das neue Glück seines Ex-Partners zu zerstören. Erschreckend ist häufig, mit welcher Unnachgiebigkeit und Skrupellosigkeit der Narzisst vorgeht, um dem Ex-Partner zu schaden.

Der Narzisst will die beiden Verliebten auseinanderbringen

Angesichts  der regelrechten Sturmflut, die vom Narzissten ausgeht und die nun über ihn und seinen neuen Partner hineinbricht und die neue Beziehung zu gefährden droht, ist der Ex-Partner meist bemüht, den Narzissten auf irgendeine Weise zu beschwichtigen, und daher bereit, sich wieder mit ihm zu treffen. Sein Ziel ist jedoch nicht, zu dem Narzissten zurückzukehren, sondern vielmehr, diesen zur Vernunft zu bringen und die neue Beziehung vor weiteren Attacken zu schützen. Oft werden leider diese notgedrungenen Treffen mit dem Narzissten dem neuen Partner verschwiegen, um diesen nicht zu beunruhigen. Tatsächlich verschafft diese Geheimniskrämerei aber dem Narzissten einen Vorteil: Er kann dann die beiden geschickt gegeneinander ausspielen.

Durch die häufigen ungebetenen Auftritte des Narzissten und dessen grenzenlose Penetranz, mit der er die Beziehung der beiden ständig und nachhaltig stört, wird das Vertrauensverhältnis der beiden auf eine harte Probe gestellt: Keiner weiß mehr, ob er dem anderen noch trauen kann, weil durch die Interventionen des Narzissten zu viele Widersprüchlichkeiten entstehen. Immer gibt es mindestens zwei Sichtweisen: einmal die Darstellung des Narzissten und einmal die Darstellung des Ex-Partners oder des neuen Partners.

Aber welche stimmt? – Hat der Narzisst recht, wenn er seinem Ex-Partner oder dem neuen Partner etwas unterstellt oder sagt der Ex-Partner oder der neue Partner die Wahrheit? Das Ziel des Narzissten wäre somit erreicht: Er stiftet Verwirrung und Uneinigkeit zwischen den beiden, die dann früher oder später zu Unmut, Streit, Frust, Kränkungen und – aus der Sicht des Narzissten – hoffentlich um Scheitern der Beziehung führen.

Was können Betroffene tun?

Betroffene sollten daher jeglichen Kontakt zu dem Narzissten vermeiden und auf seine Kontaktversuche nicht eingehen. Seine Bemühungen müssen ins Leere laufen und seinen Gemeinheiten darf kein Interesse geschenkt werden. Außerdem sollten sie ihrem neuen Partner stets die Wahrheit über alles sagen, was in Zusammenhang mit dem Narzissten steht und ihn somit aktiv einbinden. Das schafft Vertrauen und einen engen Verbündeten im Kampf gegen den Narzissten.

Außerdem sollte sich der neue Partner über die narzisstische Persönlichkeitsstörung informieren und genaue Kenntnisse darüber erhalten, wie sich ein Narzisst in einer derartigen Situation typischerweise verhält. Oft haben sie noch keine Erfahrungen mit Narzissten gemacht und können daher das Ausmaß deren Niedertracht nicht einschätzen. Das kann dann dazu führen, dass sie nicht glauben wollen und können, dass der Narzisst nur Schlechtes im Sinn hat – und das wäre dann die Grundlage für ein anhaltendes Misstrauen in der Beziehung.


E-Book: Wie trenne ich mich von einem Narzissten?

Praktischer Leitfaden für alle Fragen und Probleme, die in der Phase einer Trennung von einem Narzissten auftreten können

Mehr Informationen über das E-Book


Veröffentlicht in Blog, Trennung von einem Narzissten
9 Kommentare zu “Der Narzisst zerstört die neue Beziehung seines Ex-Partners
  1. E. sagt:

    Ich stellte einen Betreuungsantrag – weil ich einfach alles wirklich alles probieren wollte dem Wahnsinn ein StopSchild vorzusetzen. Ich habe fachlich fundiert alles erklärte, auch die Alkoholproblematik angeführt. Sandte fast 1 kg Beweismaterial mit, denn ich sollte so viel wie möglich senden sagte man mir am Telefon.
    Der Gegenwind blieb nicht aus. Ich erhielt einen Betreuungsantrag später vom Ex – ohne einen Hinweis eines Arztes ohne dass er psychiatrisches Fachwissen hab- der Ex diagnostizierte: Psychosen, BorderlinePersönlichkeitsstörung, Schizophrenie. Mich haute es um, ich mußte zum Psychiater, ein Gutachten wurde gefordert. Ich nehme an, er hat es mit dem Anwalt abgewendet, ich wollte das Geld nicht investieren da sowieso schon viel Geld verprozessiere seit Jahren mit ihm. Aktuell habe ich nochmals beim Amtsgericht nachgefasst wie es dazu kommen kann, dass man solchen Diagnosen nachgeht. Der Mann ist 70 Jahre alt, ich über 10 Jahre jünger, seit 6 Jahren getrennt, lebe ganz woanders. Da heißt es immer die Gerichte sind überarbeitet und dann nehmen die so was ernst. Ich habe gerade einen Antrag gestellt, den jeder Bürger machen kann um die Antwort wie man so einem Fall nachgeht mir erklärt. Die wollen im Prinzip mit dem Antrag ja helfen, Menschen die ihr Leben nicht mehr selbständig gestalten können. Doch der Narzisst instrumentualisiert die Justiz dass es nur so kracht in meinem Fall. Egal ob Polizie, Steuerfahndung, Kripo, Gerichtsverfahren, STaatsanwaltschaften. Die müssen dem allen nachgehen von amtswegen sagte ein Polizist. Es gibt keine Grenze die sie setzen können und strafbar ist der Missbrauch der Justiz in Deutschland nicht ! All diese Dinge möchte ich in einem Bericht zusammenfassen, um anderen falsche Hoffnungen von vornherein zu nehmen, um aufzuklären und die Illusion die Justiz helfe schon wenn nötig – zu zerschlagen. Sie tut verdammt wenig. Ich schreibe auch aktuell redaktionelle Beiträge über Emotionale Gewalt und narzisstischen Missbrauch überregional in Regionalzeitungen. Vermutlich werden sie kürzen und manches umändern, aber es wird gedruckt, das ist die Hauptsache. Mir liegt Aufklärung sehr sehr am Herzen. Am 25.11. ist Welttag für Gewalt gegen Frauen- „Wir brechen das Schweigen!“ Mitmachaktion von Hilfetelefon vom Bundesministerium daher stiegen die Redaktionen gut auf das Thema ein. Auch Terre de Femme macht eine große Kampagne und ich setze mich intensiv mit denen auseinander und klärte auf, dass die Emotionale GEwalt so brutal vorherrst in der Gesellschaft und bei denen viel zu wenig Raum und Namen hat, die digitiale Gewalt aber schon. Es wurde eine Konferenz einberufen und nun die Kampagne ich bin glücklich etwas bewegt zu haben !

  2. E. sagt:

    Studie Universität Regensburg mit Jurastudenten bezüglich narzisstishcer Tendenzen (Frau Dr. Hedwig Eisenbart)

    Richter machen anfänglich die gleiche Studienrichtung in Jura bis zum 2. Staatsexamen wie Anwälte, dann das Refendarium etc……….also kann davn ausgegangen werden nach dieser Studie, dass unter den Richtern eine Menge Narzissten und Psychopathen sind. Ich arbeite gerade an einem Bericht über meine Erfahrungen in 6 Jahren mit der Justiz, Anwälten etc. Ein Drama ! Der Anwalt meines Gegners hat im Beruf als Anwalt die gleichen Verhaltensweisen wie der Ex es privat ausagierte. Es sind exakt die gleichen Vorgehensweisen bei Emotiinaler Gewalt. Einen narzisstischen Zwilling zu haben erklärt mir dass trotz Kampf wie eine Löwin ich kaum obsiegen kann. Gelogen wird wie gedruckt etc. Aber dazu später mehr. Da das Thema heute hier angeschmitten wurde wollte ich die beiden Beiträge senden. Man kann sich vorstellen, wie es vor Familiengerichten zugeht mit einem Narzissten- einfach unfassabar was die abliefern- und damit durchkommen.

    Psychologie Neurologie Forscher entdecken Erfolgsmodell von Psychopathen
    Veröffentlicht am 01.08.2013 | Lesedauer: 8 Minuten
    Von Nana Nkrumah
    Psychopathen gehen nicht immer bis zum Äußersten. Mancher wetzt die Klinge subtil

    Quelle: picture-alliance
    Psychopathen sitzen nicht nur in Kliniken oder Gefängnissen, sondern beispielsweise im Jura-Hörsaal oder an der Börse. Experten sagen: Eine Prise Psychopathie kann für die Karriere förderlich sein.
    0

    Ein Hörsaal der Universität Regensburg: Rund hundert Jura-Studenten sitzen auf Holzbänken und schauen hinter ihren Büchern hervor. Eben noch ging es noch um Verwaltungsrecht, jetzt übernimmt Hedwig Eisenbarth: „Ich möchte Sie bitten, Ihr eigenes Denken und Verhalten einzuschätzen“, fordert die Psychopathie-Forscherin der Uni die Jura-Studenten auf. Die Psychologin schlängelt sich durch die Reihen und verteilt Fragebögen.

    „Ich mache mir Gedanken, ob ich jemandem mit meinem Verhalten schade“, lautet ein Punkt des Fragebogens. Die Studenten kreuzen an: falsch, eher falsch, eher richtig oder richtig. „Wenn ich will, kann ich Leute dazu bringen, zu tun, was ich will, ohne dass sie es jemals bemerken“, lautet eine weitere Aussage. Insgesamt kreisen die Fragen darum, wie stressresistent oder wie furchtlos jemand ist, wie skrupellos er seine Interessen verfolgt und wie wichtig er die Gefühle anderer Menschen nimmt. Anhand der Antworten verortet Eisenbarth die Teilnehmer dann auf einer Psychopathie-Skala.

    „Wenn jemand viele psychopathische Merkmale hat, heißt das nicht gleich, dass er gefährlich ist oder eine Therapie braucht“, erläutert Eisenbarth ihren Versuch. „Psychopathie umfasst eine Reihe von Eigenschaften, die verschieden stark ausgeprägt sein können. Erst bei extremen Formen liegt eine Störung vor.“
    Nicht nur Extremfälle und Kriminelle

    Ein überraschendes Ergebnis ihres Tests: Die Jura-Studenten erreichen recht hohe Werte auf der Psychopathie-Skala – zumindest mehr als ihre Kommilitonen aus anderen Fachbereichen.

    Doch die „normale“ Psychopathie ist bislang kaum erforscht. Jahrzehntelang richteten Forscher ihre Aufmerksamkeit auf Extremfälle und Straftäter. Das ist kein Zufall. Im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung liegt die Zahl der Psychopathen unter Häftlingen viel höher: Sie machen 20 Prozent der Insassen von Gefängnissen aus, heißt es in Studien. Und sie werden häufiger rückfällig als andere – innerhalb eines Jahres sogar dreimal so oft. Von der Diagnose Psychopathie hängt es inzwischen oft ab, ob ein Häftling vorzeitig in die Freiheit entlassen wird – oder nicht.

    „Psychopathen haben nachweislich weniger Angst“, sagt Niels Birbaumer, Professor für Psychologie und Neurobiologie an der Universität Tübingen. Er untersucht Gehirne von psychopathischen Straftätern im Kernspintomografen. Dabei fand er heraus, dass Hirnregionen, die mit Angst zu tun haben, bei Psychopathen wenig aktiv sind. „Durch die fehlende Angst fürchten kriminelle Psychopathen die Folgen ihrer Taten nicht. Sie haben auch weniger Schuldgefühle, denn auch Gefühle wie Reue entstehen durch Angst – der Angst vor Bestrafung“, ergänzt Birbaumer.
    Dem Psychopathen fehlen Reue und Rücksicht

    Fehlende Reue angesichts grausamer Taten, rücksichtloses Verhalten gegenüber Mitmenschen und die kunstvolle Fähigkeit, andere charmant um den Finger zu wickeln – mit diesen Eigenschaften beschrieb der US-Psychiater Hervey Cleckley in den 1940er Jahren Menschen mit psychopathischer Persönlichkeit erstmals in einem Buch. Er stellte die damals neue Diagnose der Öffentlichkeit vor, verbunden mit dem Aufruf an seine Kollegen, bei der Erforschung des Phänomens mitzuhelfen.

    Der forensische Psychologe Robert Hare knüpfte in den 70er Jahren an Cleckleys Forschung an. Der Kanadier entwickelte eine Checkliste zur Erkennung von Psychopathie, die bis heute verwendet wird. Inzwischen liegen massenhaft Daten über inhaftierte Psychopathen vor – allein der amerikanische Neurowissenschaftler Kent Kiehl von der Universität von New Mexico hat seit 2005 über tausend Häftlinge in den Hirnscanner geschoben. Dabei stellte er wie der Tübinger Hirnforscher Birbaumer fest, dass Hirnregionen im sogenannten limbischen System, in dem Gefühle verarbeitet werden, bei Psychopathen weniger aktiv sind.

    Doch die Forschung hat inzwischen eine Wende genommen. Kevin Dutton, Psychologie-Professor von der Universität Oxford, überraschte die Öffentlichkeit 2012 mit seinem Buch „The Wisdom of Psychopaths“. Darin zeigt er, dass Menschen mit psychopathischen Eigenschaften in vielen Top-Positionen in der Gesellschaft zu finden sind, zum Beispiel als Unternehmensleiter. Auch Anwälte oder Chirurgen waren darunter.
    Wenig Emotionen machen Psychopathen erfolgreich

    Ein psychopathischer Börsenhändler erklärt in Duttons Buch selbst seine Strategie zum Erfolg. Der Banker Don Novick bezeichnet sich als Psychopath und erreicht hohe Werte auf einer Psychopathie-Skala. Er definiert, was einen wirklich guten Börsenhändler ausmacht: zu keinem Zeitpunkt verwundbar oder emotional sein, unbarmherzig und ohne Reue auf die gegenwärtige Aufgabe fokussiert bleiben und sich niemals von vergangenem Erfolg oder Misserfolg beeindrucken lassen. Diese typisch psychopathischen Eigenschaften, erläutert der Banker, trennten in seinem Geschäft die Spreu vom Weizen. Während manche Kollegen nach einer harten Sitzung weinend zusammenbrächen, halte er als Psychopath dem Druck Stand.

    „Ein bisschen psychopathisch schadet vielleicht nicht“, sagt Eisenbarth. Dass Psychopathen weniger Angst haben, zeige sich beispielsweise auch darin, dass sie sehr selbstsicher auftreten. Sie stehen gerne im Mittelpunkt und haben wenig Sorge, dass andere sie ablehnen. Diese Eigenschaften können im Alltag durchaus vorteilhaft sein, betont die Psychologin.
    Ein „gewisses antisoziales Verhalten“

    Doch auch hier hängt alles vom Maß ab. Da Psychopathie mit einem gewissen Grad an antisozialen Verhalten einhergehe, könne es sich auch darin zeigen, dass diese Menschen ständig versuchten, ihre Familienmitglieder oder ihre Arbeitskollegen zu unterdrücken. „Im Umkehrschluss haben wir beobachtet, dass Menschen, die sehr wenige psychopathische Merkmale haben, eher ängstlich, unsicher und zurückhaltend sind“, erklärt Eisenbarth.

    Weil die Psychopathie-Forschung so lange hauptsächlich auf Straftäter fokussiert war, gibt es heute viel mehr Daten über Männer – denn sie begehen 95 Prozent der Straftaten. Neuere Studien haben jedoch gezeigt, dass viele Merkmale auch für Frauen gelten. Doch bei ihnen zeigt sich antisoziales Verhalten anders.

    Männliche Psychopathen haben zum Beispiel oft schon als Jugendliche viele Vorstrafen und sind teilweise offen aggressiv. Mädchen fallen meist weniger auf. Sie begehen eher Bagatelldelikte, klauen etwa Lippenstifte. Oder sie verhalten sich sonst auf andere Weise antisozial, indem sie beispielsweise Gerüchte streuen.
    Typische Muster erkennt man schon bei Kindern

    Psychopathie ist bei Frauen insgesamt aber wohl seltener und weniger stark ausgeprägt, wie die Psychologin Eisenbarth bei Befragungen von Studierenden festgestellt hat. Wo die Ursachen dafür liegen, wissen die Forscher jedoch noch nicht.

    Doch darüber, dass es eine genetische Veranlagung für Psychopathie gibt, sind sich viele Forscher einig. Ein Indiz dafür sehen sie darin, dass typische Verhaltensweisen bereits bei Kindern vorkommen. Neueren Studien zufolge deutet das Verhalten mancher Schulanfänger darauf hin, dass sie sich später zu Psychopathen entwickeln. Sie sind ihren Mitschülern gegenüber gleichgültig und kaltherzig. Oder sie sind besonders aggressiv und grausam, quälen beispielsweise Tiere.

    „Eine genetische Veranlagung heißt jedoch nicht, dass die Eigenschaften unveränderbar sind“, betont der Tübinger Neurobiologe Birbaumer. Der australische Psychologie-Professor Mark Dadds hat bereits gezeigt, dass gefühllose Kinder nach einem Empathie-Training sensibler wurden. Er forderte sie in regelmäßigen zehnminütigen Sitzungen auf, ihren Eltern direkt in die Augen zu schauen und dabei zu sagen: „Ich habe dich lieb!“ Während die Kinder vorher Probleme damit hatten, Emotionen in Gesichtern abzulesen, konnten sie es nach sechs Monaten Training schon besser.
    Problematische Kindheit bei vielen Patienten

    „Ob ein Mensch mit psychopathischen Anlagen später im Gefängnis landet, hängt von verschiedenen Einflüssen ab“, ergänzt Birbaumer. Viele psychopathische Straftäter hätten Traumata aus ihrer Kindheit und wurden von ihren Eltern vernachlässigt. Er vermutet, dass aber auch Intelligenz eine Rolle spielt – und die in der Kindheit antrainierte Fähigkeit zur Selbstkontrolle: „Wer intelligent ist und sich gut beherrschen kann, lebt seine Aggression oftmals anders aus als im Affekt zuzuschlagen. Er schmiedet langfristige Pläne, um jemandem zu schaden.“

    Dass eine problematische Kindheit die Psychopathie verstärkt, glauben auch andere Forscher. „Doch auch hier gibt es bisher hauptsächlich Daten über Inhaftierte“, schränkt die Regensburger Psychologin Eisenbarth ein.

    Eine Studie des Berliner Psychologen Stefan Schulreich gibt Hinweise darauf, warum psychopathische Eigenschaften Erziehung, Lernerfolg und Sozialisation beeinträchtigen könnten. In einem Experiment hat der Forscher von der Freien Universität Berlin bei Studenten EEG-Messungen gemacht. Er wollte wissen, wie ihr Gehirn auf positives und negatives Feedback reagiert. Im Labor lösten die Probanden Aufgaben am Bildschirm, bei korrekten Ergebnissen erschien ein lächelndes Gesicht, bei falschen ein verärgertes.
    Wenn die Reaktion auf das eigene Tun egal ist

    „Die EEG-Kurve verändert sich, sobald der Proband das Feedback erhält“, erläutert Schulreich seinen Versuch. „Das zeigt, dass er auf die Bewertung reagiert.“ Er wollte nun untersuchen, ob Menschen, bei denen die für Psychopathen typische „furchtlose Dominanz“ besonders ausgeprägt ist, hier anders reagieren.

    Im Ergebnis reagierten Testpersonen mit diesem Merkmal schwächer auf Feedbackreize. „Ihnen war es – vereinfacht gesagt – weniger wichtig, ob sie falsch oder richtig lagen“, fasst Schulreich zusammen. „Das könnte eine Erklärung dafür sein, warum psychopathische Menschen aus negativen Erfahrungen weniger lernen und ein ,Tu-Das-Nicht’ häufig nicht verinnerlichen.“

    Die logische Konsequenz liegt für viele Forscher darin, dass Lernen mit Belohnungen besser funktioniert. Studien haben bereits belegt, dass psychopathische Menschen generell auf Belohnungen stark reagieren. Aus dieser Erkenntnis entwickeln klinische Forscher und Therapeuten neue Ansätze. In der Behandlung von hochpsychopatischen Patienten werden Ideen entwickelt, um an positive Eigenschaften anzuknüpfen.

    Außerdem werden sich in Zukunft die Einteilungen, wer als psychopathisch gilt und wer nicht, stärker verwischen. Denn während in den vergangenen Jahrzehnten Psychopathie häufig als statisch angesehen wurde, beobachten viele Forscher nun interessiert, wie sich Persönlichkeitsmerkmale im Laufe des Lebens verändern. „Bei aller Vorsicht – da Psychopathen viel Schaden anrichten können – reizt uns auch die Frage, wie viel Psychopathie nützlich ist“, erklärt die Regensburger Psychologin Eisenbarth, „und welche Eigenschaften wir gezielt an- und abtrainieren können.“

  3. Sterntaler sagt:

    Der Narzisstenbestand bei Juristen, Richtern und Staatsanwälten ist höher als man denkt!!!
    Habe selber die Erfahrung gemacht!!
    Ich hatte einen Anwalt , der vorher Staatsanwalt und Richter war!! Wurde in einem anderen Bundesland von seinem Dienst enthoben!!!
    Und das Beste: er hat mich in meiner Scheidung nicht ordentlich vertreten!! Da er selber ein Narzisst ist, hat er natürlich meinen Worten nicht geglaubt wegen meinem exmann!!! Mein Exmann ist ein bösartiger Narzisst!! Und zu spät stellte sich heraus, dass der Anwalt die gleichen Verhaltensmuster wie mein Exmann hatte!! Es wurden keine Anträge gestellt, obwohl er mir das zugesichert hatte und somit waren Fristen abgelaufen!!
    Richter sind genauso gepolt!!
    Mit Sicherheit gibt es noch gute Richter, die emphatisch sind, aber die meisten fühlen sich selber wie Gott!! Mittlerweile habe ich schon eine Allergie gegen diese Art von Menschen!!
    Und sollte es die göttin der Gerechtigkeit ( Justizia) wirklich geben, dann wünsche ich mir nur das sie Gerechtigkeit walten lässt!!

  4. Lambert Thomas sagt:

    Es handelt sich hierbei, wie beim Querolatorischen Wahn (Fieser Nachbar, ekelhafter Personaler usw.), um ein zwanghaft fremdgefährdendes Verhaltensmuster, sehr häufig dürfte pathologische DPS (F 60.2, Psychopathie) vorliegen:

    Kann die Sorte nicht per Unterbringungsbeschluss dauerhaft aus dem Verkehr gezogen werden, bevor da Tote und Schwerverletzte anfallen?

    Also ab in die geschlossene Psychiatrie, „Käfig zu, Schlüssel wegwerfen“ und Feierabend.

    Wie hoch ist der Narzisstenbestand (also Psychopathenanteil) unter Juristen, also Richtern und Staatsanwälten?

    • Die Zwangseinweisung einer Person ist nur möglich, wenn von dieser infolge einer geistigen Erkrankung oder Behinderung eine gegenwärtige erhebliche Gefahr für sich oder andere ausgeht. Sofern der Narzisst bei seinen Nachstellungen in einen psychotischen Zustand gerät und das Leben anderer oder sein eigenes unmittelbar gefährdet, kann vom Ordnungsamt eine Einweisung geprüft werden.

      • Tom sagt:

        Sehr geehrter Herr Grüttefien, ich war der zweite Mann meiner Ex-Frau und hab das gesamte narzisstische Programm samt gleichtickender Schwiegerfamilie, die mich nie akzeptiert hat und indirekt für den Bruch der ersten Ehe meiner Ex-Frau verantwortlich gemacht. Sowohl der erste Mann als auch ich wurden übergangslos ausgetauscht.

        Wir hatten bei ihrer Familie gelebt und was ich dort erlebt hatte war Mobbing und Illoyalitäten. Im letzen 4tel der Ehe hatte ich eine erfolglose Paarberatung in die Wege geleitet und die Ex gebeten samt gemeinsamer Tochter gebeten eine Wohnung auf neutralem Boden zu beziehen. Da sie dieser Bitte nicht nachkam zog ich alleine aus.
        Ein halbes Jahr hielt sie mich mit S. und fture faking gepaart mit Paartherapie warm.
        In dieser Zeit suchte sie einen Nachfolger und als der klar war wurde ich nach 16 Jahren am Zelefon entsorgt.
        Danach folgte eine dreijährige juristische Odysse in deren Verlauf die Ex auch die gemeinsame Tochter instrumentalisiert wurde und vor Gericht geladen wurde.Alle Anschuldigungen und Prozesse hat die Ex-Frau verloren.

        Nun zu meiner Frage warum macht die Ex das, wenn sie doch einen neuen und “ besseren“ Partner gefunden hat.

        Nirgends hab ich hierfür eine Antwort gesehen.

        Bin seit 4 Jahren Single.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*