Der Partner soll den Narzissten blind verstehen

Ein Narzisst erwartet von seinem Partner, dass dieser ihm jeden Wunsch von den Lippen und jedes Bedürfnis von den Augen ablesen kann. Er möchte seinem Partner nicht lange erklären müssen, was er will, sondern betrachtet es als Ausdruck idealer Liebe, wenn ihn sein Partner blind versteht und seine Wünsche stets vorausahnt.  Dabei ist es dem Narzissten keineswegs bewusst, dass er seinen Partner mit seiner völlig überzogenen Erwartungshaltung vor eine unlösbare Aufgabe stellt.  

Bild: © Gina Sanders – stock.adobe.com

Der Narzisst will mit seinem Partner vollkommen verschmelzen und geht daher davon aus, dass dieser all seine Gefühle, Bedürfnisse, Vorlieben und Fantasien erspürt, ohne dass er diese jemals konkret benennen muss. In seiner Vorstellung von einer idealen Liebe bildet der Narzisst mit seinem Partner eine unzertrennliche Einheit und glaubt daher, dass dieser ihn auch ohne große Worte und Erklärungen verstehen müsste. Daher ist er oftmals erstaunt, wenn ihn sein Partner mit zeitraubenden Fragen löchert.

Wenn  der Partner auf die Wünsche des Narzissten eingehen will, muss er ihn verstehen, um sich optimal auf ihn einstellen zu können. Fragt der Partner jedoch genauer nach, um die Vorstellungen des Narzissten zu erfassen, kann dieser äußerst verwundert oder gar gereizt reagieren. Da er seinen Partner als einen Teil von sich selbst erlebt, ist er der Meinung, dieser müsse von selbst wissen, was ihn ihm vorgeht. Er kann überhaupt nicht nachvollziehen, dass sein Partner erst umständlich über lästige Fragen seine Wünsche und Vorlieben herausfinden muss und nicht in der Lage ist, diese zu erspüren oder vorauszuahnen. Der Narzisst wertet es als mangelnde Aufmerksamkeit sowie fehlende Feinfühligkeit vonseiten seines Partners, wenn dieser ihn nicht blind versteht.

Der Narzisst möchte sich nicht in ein tiefergehendes Gespräch über seine Wünsche und Vorstellungen verwickeln lassen: Zum einen möchte er sich nicht so tief in sein Innenleben blicken lassen – aus Angst, sein Partner könnte seine emotionalen Schwachstellen aufdecken und diese gegen ihn verwenden -, zum anderen empfindet er es als eine tiefe Kränkung, wenn der andere anscheinend so wenig Feingefühl besitzt und nicht einmal seine Wünsche und Bedürfnisse erahnen kann, sondern diese erst erfragen muss. Der Narzisst ist dann häufig beleidigt und sagt in der Folge gar nichts mehr.

Der Partner kann den Narzissten nicht blind verstehen

Der Partner gerät durch die unrealistische Erwartung des Narzissten in ein Dilemma: Kommuniziert er nicht hinreichend mit ihm, kann er dessen Vorstellungen und Wünsche nicht erfassen und sich nicht adäquat auf sie einstellen. Und versucht er daraufhin, die Bedürfnisse des Narzissten zu erraten, riskiert er, kritisiert und beschimpft zu werden, falls er nicht ins Schwarze trifft. Auf der einen Seite kann zu wenig Kommunikation von dem Narzissten als mangelndes Interesse gedeutet werden, auf der anderen Seite kann er zu viel Kommunikation als Belästigung empfinden.

Wie der Partner es auch macht, er macht es verkehrt. Der Narzisst wiederum nützt dessen Verwirrung, um die Kontrolle über seinen Partner zu behalten: Er verunsichert ihn durch eine völlig unrealistische und überzogene Erwartungshaltung und macht ihn auf diese Weise abhängig von sich: Der Partner wird gezwungen, sich voll und ganz auf den Narzissten zu fixieren, um dessen Erwartungen stets vorausahnen zu können. Seine Liebe wird vom Narzissten allein daran bemessen, ob es ihm gelingt, sich vollständig auf ihn einzustellen, ohne ihn dabei jemals mit überflüssigen Fragen und Rücksprachen zu belästigen.

Gleichzeitig hat der Narzisst die alleinige Entscheidungshoheit darüber, ob der Partner seine Aufgabe richtig macht oder nicht. Er alleine bestimmt, ob sich der Partner situativ korrekt verhält. Dabei unterliegen seine Beurteilungen einer extremen Sprunghaftigkeit, die es dem Partner unmöglich macht, den Narzissten jemals richtig einzuschätzen. Hat ihm das Verhalten seines Partners in einer bestimmten Situation noch gefallen, kann dasselbe Verhalten in derselben Situation zu einem späteren Zeitpunkt Wut bei dem Narzissten auslösen. Die Launen des Narzissten machen es unmöglich, ihn blind zu verstehen und sich auf ihn einzustellen. 

Es gleicht einem Zufall, wenn der Partner den Willen des Narzissten errät. Solch ein Treffer entspringt jedoch weniger einer Hellsichtigkeit des Partners als vielmehr dessem vorauseilenden Gehorsam, den er entwickelt, um nicht mit den Aggressionen des Narzissten konfrontiert zu werden. Überhöhte Ängstlichkeit des Partners und eine daraus resultierende gesteigerte Sensibilität sind der Grund dafür, dass er den Narzissten auch ohne große Nachfragen zufriedenstellen kann.    

Der Narzisst entpuppt sich als Geheimniskrämer

Der Narzisst verweigert jede tiefergehende Diskussion über seine Vorlieben, Wünsche und Gefühle. Sobald der Partner dem Narzissten näherkommen will, um ihn zu verstehen, macht der Narzisst dicht. Aus Angst, eine seiner Schwachstellen preiszugeben und seine Verletzlichkeit zu offenbaren, wehrt sich der Narzisst gegen zu intime und aufklärende Gespräche und beginnt entweder, den Partner anzugreifen und zu verletzen, das Thema zu wechseln oder verlässt einfach den Raum. Der Narzisst will sich nicht in die Karten schauen lassen – aus Angst, der Partner könnte ihn durchschauen und seine Ängste berühren.

In der Regel wird dem Partner in einer solchen Situation entweder übertriebene Neugier, fehlender Respekt oder mangelndes Vertrauen vorgehalten. Sofort wird an der Liebe des Partners gezweifelt, weil dieser versucht, in den Narzissten einzudringen. Das tiefere Interesse des Partners an dem Narzissten sowie seine Anteilnahme werden nicht als Liebes- und Vertrauensbeweis gewertet, sondern als Misstrauen gegen den Narzissten. Durch seine Empörung bringt der Narzisst den Partner wieder auf Distanz und vertreibt ihn aus dem sensiblen Bereich seiner Ängste.

Dabei sind gerade ehrliches Interesse an dem Partner sowie emotionale Nähe durch einen intimen und verständnisvollen Austausch ein Ausdruck von Liebe. Einfühlsame Dialoge tragen dazu bei, dass sich beide Partner näherkommen und sich so Vertrauen und gegenseitiger Respekt überhaupt aufbauen können. Der Narzisst hat allerdings ein großes Problem mit Nähe, weshalb er sich im Laufe einer Beziehung als ausgesprochener Geheimniskrämer herausstellt, der alles unternimmt, um zu verhindern, dass man ihm etwas entlocken kann, was ihm hinterher schaden könnte.

Hellsichtigkeit als Liebesbeweis

Niemand kann einen Menschen blind verstehen und seine Wünsche vorausahnen, wenn sich der andere nicht öffnet und etwas von seinem Innenleben und seinen Vorlieben preisgibt. Dazu bedarf es Vertrauen und Toleranz: Der Narzisst muss bereit sein, mit dem Partner über seine Wünsche und Abneigungen zu reden, und sich auch gefallen lassen, dass er diese begründen muss und vielleicht sogar auf Ablehnung stößt. 

Da der Narzisst immer ab einer bestimmten Stelle – wenn der Partner zu tief in ihn eindringen will – das Gespräch blockiert, um nicht mit seinen Ängsten in Kontakt zu kommen, kann keine echte Annäherung stattfinden und somit auch kein gegenseitiges Verstehen und Vertrauen entstehen. Die Erwartung des Narzissten, dass ihn sein Partner blind versteht und ihm jeden Wunsch von den Augen abliest, mag für ihn der höchste Ausdruck von Liebe sein – tatsächlich ist dies aber ein äußerst durchschaubares Manöver seinerseits, um nicht zu viel Nähe zuzulassen.

Betroffene werden in einer Partnerschaft mit einem Narzissten akzeptieren müssen, dass sich der Narzisst nicht oder nur sehr schwer öffnen kann. Zu sehr ist er damit beschäftigt, sein grandioses Selbstbild zu schützen, als dass er sich einem anderen anvertrauen und hingeben könnte. Das übertriebene Misstrauen des Narzissten verhindert, dass sich echte Nähe aufbauen kann. Der Narzisst erwartet daher von seinem Partner telepathische Fähigkeiten, damit er sich nicht öffnen muss. Versagt die Hellsichtigkeit des Partners, beweist das dem Narzissten nur, dass ihn sein Partner nicht liebt. Der Partner wiederum erkennt nicht, dass der Narzisst einfach nur Angst vor Nähe hat.

Die hier beschriebenen anormalen Verhaltensmuster können auch im Rahmen anderer Persönlichkeitsstörungen oder psychischer Erkrankungen auftreten. Sie sind nicht explizit nur bei einem Narzissten zu beobachten, wenngleich sie hier besonders häufig und deutlich auftreten können. Das hier beschriebene Verhalten muss aber nicht automatisch bei jedem Narzissten vorhanden sein und es kann auch situativ bei ansonsten psychisch unauffälligen Personen auftreten.


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Veröffentlicht in Beziehung mit einem Narzissten, Blog
38 Kommentare zu “Der Partner soll den Narzissten blind verstehen
  1. Maritt sagt:

    Außerdem erwartet der Narzisst dass man auf seine Fragen die Antwort gibt, die er erwartet. Fürchterliche Nebenwirkung nach 30 Jahren mit einem Narzissten bei mir: ich weiß eigentlich gar nicht mehr, was ich eigentlich will und habe riesengroße Schwierigkeiten mich zu entscheiden – egal um was es geht. Ich war nach der Trennung viel mehr im Kopf von meinem Narzissten, als in meinem eigenen Kopf ….ich wusste ganz genau was er zu diesem oder jenem sagen würde, hatte aber selber keine Meinung. Tragisch…aber wenigstens habe ich das erkannt. (Selbst-)Erkenntnis ist der erste Weg zur Besserung.

    • Goldmund sagt:

      Kann ich bestätigen.

    • W. sagt:

      Hallo Maritt, genau so erlebe ich es auch.Kein Wunder, schliesslich war man darauf abgerichtet so zu handeln wie er es erwartet hat.
      MEINUNGSAUSTAUSCH; beschrieb er wie folgt: „Meinungsaustausch bedeutet,sie kommt mit ihrer Meinumg und geht mit meiner“ Wenn man sich dann nicht von der eigenen Meinung abbringen lasse wollte, war man zickig , hattte keine Ahnung oder wahr am Ende bescheuert.
      Sowas hinterlässt auch nach der Trennumg noch Spuren.

      Aber wir Mädels arbeiten ja daran.

      • Lilli sagt:

        Maritt,
        kann ich auch bestätigen.
        Mich den Wünschen der Egozentriker anzupassen, führte bei mir zu Ängstlichkeit in der Eigeninitiative, diese Ängstlichkeit immer wieder zu überwinden, und als normal zu betrachten wenn mal was nicht klappt, bleibt mein Ziel.
        Zu den Menschen mit narzissmusgestörten Wesenszüge in meiner Verwandtschaft brauche ich mehr oder weniger Distanz, um mein persönliches Leben zu führen.
        Meine Mutter, der erste Mensch mit narzisstischen Wesenszügen in meinem Leben sagte: So wie Du darf man nicht sein.
        Heute lasse ich mir keine ‚Fehler‘ mehr sagen, sondern gehe trotz meines Partners mit narzissmusgestörten Wesenszügen, unperfekt meinen eigenen Wünschen und Vorstellungen nach.

  2. Wuppy sagt:

    Ich lese mit großem Interesse seit einiger Zeit auf den Seiten hier. Sehr wertvoll, da ich mich noch in so einer kranken Beziehung befinde, den Absprung aber schon plane, Wohnung etc. Mittlerweile habe ich durchschaut und auch bei mir selbst, wie es denn überhaupt dazu kommen konnte, an so einen Typen zu geraten. Hui, es geht in der eigenen Kindheit-Mutter los… Mich würde echt interessieren, ist den Narzissten überhaupt bewusst was sie da mit anderen Menschen treiben, oder läuft das bei ihnen, wegen dem Krankheitsbild, unbewusst ab? Damit meine ich die Manipulationen, Angriffe etc. Würde mich über eine Anwort total freuen. Danke, dass es sowas wie hier gibt!

    • Ob Narzissten bewusst oder unbewusst handeln, hängt von der jeweiligen Situation ab. Sie können sehr bewusst handeln, indem sie gezielt manipulieren, um darüber ihre Bedürfnisse zu befriedigen, sie können aber auch unbewusst in ihr Reaktionsschema fallen, wenn man ihre Ängste berührt und sie nicht ihre Bewunderung erhalten, die sie so dringend benötigen. In Regel sind sie sich aber ihres unangemessenen Verhaltens und den Auswirkungen nicht bewusst, sondern meinen, stets korrekt zu handeln und können daher die Kritik nicht nachvollziehen. Aus ihrer Sicht sind nicht sie Schuld an ihrem überzogenen Verhalten, sondern die anderen, weil diese es angeblich provozieren – womit sie dann ihr Verhalten als legitim betrachten.

      • Wuppy sagt:

        O.k. herzlichen Dank für Ihre Antwort, leuchtet mir vollkommen ein. Das was Sie hier tun, lieber Herr Grüttefien, ist unglaublich wichtig.

      • Lilli sagt:

        Ich konnte sehr lange nicht glauben, dass sich die Narzissten in meinem Umfeld, ihres unangemessenen Verhaltens und dessen Auswirkungen, nicht voll bewusst sind.
        Und ich habe heute noch Tage, an denen ich es nicht glauben kann.
        Doch es ist so, dass ein Narzisst in seinem unangemessenen, verletzenden Verhalten herumschwirrt,
        mit mangelnder Fähigkeit zu Selbstreflexion, Kommunikation und Sozialverhalten.
        Ich kann nur mit Konsequenzen Grenzen ziehen, meine Meinung verdeutlichen, nachfragen, … und allen Rat beachten, den ich hier in Svens Texten und Euren Beiträgen lese.
        Von Herzen danke !

  3. Arianna sagt:

    Ich würde u.a. empfehlen, sich mit den Begriffen „animus“ und „anima“ zu beschäftigen. Diese Dualität kommt auch in Märchen und Sagen oft vor. Jemand ist nicht mit sich selbst im Reinen und sucht seine andere Hälfte vergeblich in einem anderen. Diese andere Person wird zur Reflektion der eigenen Seite, mit der man sich nicht auseinandersetzen will. Der narzisstisch Gestörte „liebt“ diese Reflektion, nicht die Person, mit der er wirklich zu tun hat; und er ist natürlich frustriert und hält den anderen für böse, krank etc., weil dieser nicht der Reflektion entspricht.
    Meine narzisstisch gestörte Mutter sagte mir mehrmals, sie könne „keine Gewalt ertragen“ (wegen des Kriegs, ihres strengen Vaters etc.) Ergebnis, ihre Beziehung zu ihrem „animus“ und damit auch zu Männern ist völlig gestört. Die zu mir auch, weil sie in mir das Abbild ihres geschiedenen Mannes sieht.
    Ich habe ihr zuliebe sehr viele Dinge aufgegeben, die mir teuer waren, und muss jetzt mühsam wieder alles zusammenklauben. Wie es mir geht, hat sie nie interessiert. Ich habe einmal erfahren, sie hätte geglaubt, irgendein Typ hätte mich vergewaltigt. Keine Besorgnis, keine Nachfrage. Wurde mit Achselzucken registriert. War halt mein Problem. Aber wehe, ich vergaß, irgendeine Tasse abzuwaschen, dann war ich eine böse Egoistin.
    Traurig. Diese Menschen sind mit der Realität völlig überfordert. Und sie werden sich nie ändern, denn um zu reifen müssten sie wirkliche Liebe erfahren; aber ihre Mitmenschen haben schon Probleme, sie zu ertragen, von Liebe ganz zu schweigen.

    • Lilli sagt:

      Arianna,
      die Begriffe Animus und Amina, finde ich interessant.
      Seit meiner Mutter habe ich in Verwandtschaft, Partnerschaft und Freundschaft mit narzissmusgestörten Menschen zu tun.
      Nachdem ich über zehn Jahre keinen Kontakt zu meiner Mutter hatte, besuche ich sie ab und zu im Altersheim. Sie ist nach wie vor narzissmusgestört, doch sie sagt auch: Das vergesse ich Dir nie, dass Du mich besuchst.-

  4. Manu-1978 sagt:

    Ich bin mittlerweile recht reflektiert und muss sagen, dass dieser Artikel mal ganz gut ist, was ich ja von manchen Artikeln hier nicht behaupten kann, aber dieser trifft es gut auf den Punkt. Man schreibt hier, dass der Narzisst sich nicht öffnen kann, damit er seine Grandiosität bewahren kann. Das kann auch ein Grund sein, aber auch mit die Angst, Schwächen überhaupt nicht zulassen zu müssen. In meinen Falle wäre das z. B.: Angst vor Nähe, Angst vor Ablehnung so zu sein wie man eben ist so schwach und fehlerhaft. Das möchte man natürlich verbergen, also das Gefühl der Grandiosität muss nicht immer gleich zum Kick werden oder das Ziel sein, sondern einfach nur die Angst zu mindern so richtig zu sein. Da teilt man den Menschen den es betrifft und der sich hellsichtig zeigen soll, natürlich nicht alles mit was man will. Wünsche sollen bitte erahnt werden, damit man sie nicht selbst äußern muss und wohl Angst haben muss, dass man selbst eine Ablehnung erfährt.

    • Lilli sagt:

      Manu-1978,
      so kommt mir das Hin und Her zwischen Grandiosität und Ängsten bei meinem Mann mit seinen narzissmusgestörten Zügen auch vor.
      Traurig ist, wenn man überhaupt zusammenbleiben kann, dass das viel Nebeneinander statt Miteinander bringt.

  5. Lilli sagt:

    Hallo,
    der Partner soll den Narzissten blind verstehen,
    was auch mit vorauseilendem Gehorsam und ‚größeren Antennen‘ nicht geht,
    der Narzisst antwortet auf Fragen kaum, aus Angst Schwäche zu zeigen und entpuppt sich deshalb als Geheimniskrämer,
    und,
    er betrachtet Hellsichtigkeit als Liebesbeweis.
    Das unmögliche ‚im Viereck springen‘ mit einem Narzissten
    tut mir sehr gut zu lesen.
    Und auch zu lesen,
    dass der Narzisst Angst vor Nähe hat, tut mir gut immer wieder zu lesen.
    Ich lasse ihn los, wenn er das Weite sucht,
    und konfrontiere ihn nach Sven Grüttefiens Empfehlungen mit meiner Meinung.
    Unsere Tochter sagte schon früher: Dem Papa musst Du gut überlegt kurz und klar Bescheid sagen. Und dann gehen. Dass ist schwer, doch das hilft.
    Das konnte ich trotz Pilgern zur Beratungsstelle erst,
    seit ich Sven Grüttefiens Empfehlungen kenne.
    Danke !

  6. Marco sagt:

    Hallo zusammen,
    ich falle hier gerade aus allen Wolken beim durchlesen der Artikel und Texte…
    Meine Frau und ich sind nun seit knapp 10 Jahren verheiratet und haben 3 Kinder im Alter von 7, 5 und 2 Jahren. Schon seit Jahren wirft sie mir vor, dass ich nichts mache, unverbindlich bin, mich nicht an Absprachen halte und sie nicht sehe. Sie sagt ich bin ein Narzisst, was ich zwischendurch auch immer wieder geglaubt habe. Ich muss sagen, dass ich ein starkes Ego habe und es gerne mag, wenn man mich lobt. Ich bin beruflich in einer leitender Position tätig und verdiene sehr gutes Geld, was mich Stolz macht. Es ist auch so, dass man mir Dinge die erledigt werden sollen nochmals sagen muss, bis es dann passiert. Die aktuelle Situation ist so, dass ich vor 1,5 Jahren ausgezogen bin, wir aber noch zusammen sind. Ich fahre jeden morgen hin und bringe die beiden Großen zur Schule und Kindergarten, damit sie liegenbleiben kann. Dann fahre ich um halb zehn zur Arbeit. Wenn ich um 20 Uhr Feierabend habe (Einzelhandel) fahre ich wieder zu ihr und räume die Küche auf, bringe den Müll raus und erledige weitere Kleinigkeiten. Fertig mit Allem bin ich dann meistens gegen 22 – 23 Uhr. Ich muss sagen, dass ich dann körperlich total müde und erschöpft bin und keine Kraft mehr für Gespräche bzw. Zärtlichkeiten habe. Das stört mich selber total, aber ich kann dann einfach nicht mehr. Meisten esse ich nicht mal was zu Abend, weil ich so erschöpft bin. Dennoch wirft sie mir pausenlos vor, dass ich faul bin und nichts mache. Wenn wir uns dann doch mal unterhalten, geht es nur darum, dass sie mir sagt welche Fehler ich habe. Nie spricht sie darüber, was sie falsch macht. Ich bin für alles der Schuldige. Es kam sogar schon ein paar Mal soweit, dass sie auf mich losgegangen ist und mich auch geschlagen hat. Ich kann mit Stolz sagen, dass ich niemals zurückgeschlagen habe, und es auch nicht tun würde. Bis vor 4 Tagen waren wir zusammen im Campingurlaub in Kroatien und ich habe mich jeden Tag um die Kinder gekümmert, habe Frühstück gemacht, den Abwasch und mit den Kindern etwas unternommen. Meist bin ich gegen 8 Uhr aufgestanden und sie konnte liegenbleiben. Dennoch war ich der Arsch der nichts tut. Wenn sie dann irgendwann wach war und aus dem Wohnwagen kam, hörte ich kein Guten Morgen, sondern warum ist der Kaffee nicht fertig. Sie sieht keine meiner Bemühungen. Leider versuche ich es ihr irgendwie Recht zu machen, was aber nicht funktioniert. Sie sieht immer wieder Kleinigkeiten, die sie dann richtig auf die Palme bringen. Zum Beispiel, wenn beim Essen die feuchten Lappen für die Kinder fehlen etc. pp. Sie erwartet oftmals, dass ich sehe was sie möchte. Sie versucht alles zu kontrollieren und mischt sich überall ein, obwohl ich nicht darum bitte. Dazu wirft sie mir dann vor, dass ich ihr Energie ziehe und ein Schmarotzer bin. Sie wäre nicht meine Mutter. Sie schafft es aber auch nicht sich mal rauszuhalten. Egal ob bei den Kindern oder sonst wo. Es ist im Urlaubmehrmals vorgekommen, dass sie mir 2 Stunden erzählt hat wie schlecht ich doch bin und welche Fehler ich habe. Meist war sie am Reden, und von mir kam nur „ja“, weil mir einfach die Worte fehlen.
    Als ich mir heute Vormittag diese Seite durchgelesen habe, kommt mir irgendwie der Eindruck, dass sie der Narzisst ist und alles auf mich münzen will. Es geht mir nicht darum hier einen Schuldigen zu finden, um es mir einfach zu machen, nein. Ich bin nur total verunsichert, weil so viel auf sie zutrifft. Mir sagt sie aber immer öfter, dass ich zum Psychologen muss. Ich weiß nicht weiter…
    Es würde mich freuen, ein paar Antworten auf meinen Text zu erhalten.

    Vielen Dank

    Marco

    • Christine sagt:

      Hallo Marco,
      das Problem der Narzissten ist, dass du ihr Spiegel bist. Im Grunde sind es die Unzulänglichkeiten dieser Personen 🤔.
      Ich habe auch immer die Fehler gemacht …mir wurde sogar der Vorwurf gemacht charakterlos zu sein.
      Dabei wie in diesen Texten immer wieder sehr gut beschrieben….wir sind richtig und wir haben soweit es in unseren Möglichkeiten besteht versucht immer alles richtig zu machen …..nur leider wird es nicht erkannt. Wir geben über 100% und sind trotz allem nicht gut genug.
      Mache dich davon frei.
      Du bist gut genug.
      Alles Gute 🍀 für dich auf deinem Weg.

    • Lise1 sagt:

      Wie hast du das so lange ausgehalten? Eventuell hast gedacht, das wäre so normal? Dann könntest du mit psychologischer Unterstützung erforschen, warum das so ist und Ideen entwickeln, wie es in Zukunft besser laufen könnte.

    • Lilli sagt:

      Marco,
      ich war die Cco- abhängige Komplementärnarzisstin bei meinem narzisstischen Mann,
      d.h. ich wollte mit dem zu vielen Helfen auch mein Ego pushen und Anerkennung dafür haben.
      Heute sage ich was ich mache, bitte ihn einen Teil zu machen, und was er nicht macht lasse ich los.
      Mein Selbstwertgefühl kommt nicht mehr aus zu viel helfen, sondern aus Hobbys z.B., für mich mit anderen Leuten, mit meinen Kindern, oder auch mit meinem Mann.
      Alles Gute !

    • Yvonne sagt:

      Das ist ja reiner Psychoterror! Lieber Marco, schaue jetzt wirklich einmal auf Dich. Du wanderst ansonsten geradewegs auf einen burnout zu. Das ist ja Hass und keine Liebe, was Dir Deine Frau da serviert. Ich würde das nicht eine Woche aushalten. Denke auch daran, dass die Kinder Dich brauchen. Denen nützt ein „kaputt-gemachter“ Vater auch nichts. SIE sollte dringend in Therapie. Ich hatte einmal so einen „Freund“. (Aber nicht sehr lange) RAUS, bevor ich krank werde. Nichts für ungut, aber du bist sicher mehr wert, als der Fussabtreter Deiner Frau zu sein. Ich weiss einfach nicht, wie jemand das so lange aushält.

    • Alexander sagt:

      Hallo Marco,

      Du musst nicht zum Psychologen. Ich hab das gleiche Problem hier rumhampeln. Wie bei dir kann ich wegen der Kinder nicht einfach wegrennen, sondern muss überlegen wie man diesen atmenden Fleischklops los wird und dabei nicht Alles im Chaos versinkt. Was man vergessen kann ist, dass sich da irgendwas wieder verbessert, sie etwas einsieht, mit dir redet oder irgend ein menschliches Verhalten zeigt.

      Dort wo bei uns sowas wie Mitgefühl, Emotionen, Verstand, Liebe, Herzlichkeit, Humor ist, ist da einfach: Nichts. Zeigt sie irgendwas davon, dann ist es gespielt um etwas zu erreichen. Das gute ist: Du bist schon ausgezogen. Sicher dein Vermögen, lass dich scheiden und schreib die Frau ab. Dieses ganze Gequassel über deine Person musst Du ignorieren. Es hat nichts mit Dir zu tun. Die weiss gar nicht wer Du bist. Die hat soviel Empathie wie ein Grizzly wenn er in einen Lachs reinbeisst. Alles was sie sagt, macht, denkt ist nur ihr Instinkt. Es gibt keinen Intellekt für Dinge die in Beziehungen stattfinden. Intellekt ist das, was einer Fliege fehlt die immer wieder gegen das Fenster donnert weil sie ins Licht will.

      Sage deine Meinung, lass dich nicht beeindrucken egal was sie macht. Spiele einen Anwalt der dich vertritt. Dann kannst Du deine Emotionen für die Menschen aufbewahren die es verdient haben.

      Viele Grüsse
      Alexander

      • Waltraud sagt:

        Super Statement Alexander. Ich hab gelacht auch wenn’s traurig ist mit so einem Thema überhaupt zu tun zu haben, aber bei „atmender Fleischklops“ und „Empathie wie ein Grizzly, wenn er in einen Lachs reinbeisst“ – konnt ich nicht anders. Auf das wir uns nichts mehr gefallen lassen!!!

  7. Ingrid sagt:

    Dieser Artikel holt mich ab wie kein anderer. Vielen Dank. Es ist so unendlich hilfreich und befreiend, die Vorkommnisse mit einem narz. Partner im Nachhinein detailliert zu verstehen.

  8. Shiva sagt:

    Genial! Meine Mutter wird jedesmal aggressiv, wenn ich nicht sofort „errate“, was sie will. Mich würde mal interessieren, warum sie auch so aggressiv wird, wenn ICH mal krank bin, das verstehe ich auch nicht.
    GLG

    • Es kann sein, dass sie aggressiv wird, weil sie sich entweder einem anderen Menschen zuwenden muss und nicht mehr Mittelpunkt steht und ihren eigenen Interessen nachgehen kann oder weil in diesem Moment ihr Bild von einem perfekt zu funktionierenden Kind beschädigt wird.

      • Diana sagt:

        Sehr genau, habe ich gerade an eigenem Leib erlebt, ich wegen krebsop in Klinik,suchte er einen Grund,auszuticken und ließ mich im Klinikflur sitzen.wieder Zuhause,kaum gehen können,hat er sich ohne Kommentar wegen einer vermeintlichen Kränkung tagelang abgeseilt,konnte es nicht ertragen,dass es nun auf einmal nicht um ihn, sondern um mich gehen sollte.ich glaube,es ist für so eine Psyche wie Angst vor ertrinken, und Eifersucht,dass ein anderer Aufmerksamkeit erhält.

  9. Thomas Hagenunger sagt:

    Herr Grüttefien, richtig beschrieben!

    Normale Kommunikation über realistische Wünsche oder Probleme wurden nicht beantwortet. Schweigen, Ausflüchte und Augenrollen waren bei der Ex angesagt. Die Probleme die man mit mir hatte wurden dann schon eher mit ihrer Herkunftsfamilie und Freunden besprochen. Ergebnis: Isolation von allen Seiten, daher konnte auch nie äußerliche Zeichen einer Zusammengehörigkeit und „Wir-Gefühl“ vor Dritten gelebt und gezeigt werden, man wär ja sonst unglaubhaft geworden. Selbst eine von mirinitierte Paartherapie stieß auf taube Ohren!

    Mit meinem Nachfolger, mit dem sie nun schon seit 5 Jahren zusammen ist klappt das Äußere viel besser. Sporadisch wird mir das vor meinem Ladengeschäft auch demonstrativ gezeigt.

    Ihr erster Mann(11 Jahre) und ich als zweiter Mann (16 Jahre) jeweils übergangslos ausgetauscht haben offentsichtlich irgendwas falsch gemacht!

    • Lise1 sagt:

      16 Jahre sind keine kurze Zeit, also wird einiges ganz gut und richtig gelaufen sein

      • Thomas Hagenunger sagt:

        Dann wirds wohl an mir gelegen haben das mann mich belogen, betrogen,mir mein Erbvermögen stehlen wollte und man mir dir Tochter entfremdet hat!

        • W. sagt:

          @Thomas H.
          Dann wirds wohl an mir gelegen haben, dass….
          Genau ,ein bisschen schon.
          Nicht falsch verstehen. ich war 37 Jahre ,davon 30 unter einem Dach mit meinem Mann zusammen.
          Ich wurde belogen , betrogen , benutzt , finanziell verar…t, gedemütigt usw.
          Der einzige Fehler den wir gemacht haben war,dass wir uns das solange gefallen liesen.
          AAAber am Anfang wird einem ja heile Welt vorgegaukelt.
          Die Zukunftspläne
          sind idendtisch, man hat die gleichen gemeinsamen Ziele für die man lebt.
          Irgend wie merkt man nach und nach das etwas schief läuft, doch man verdrängt es, gibt nicht gleich auf, arbeitet an der Partnerschaft, will es nicht wahr haben usw.
          Ausserdem ist man so eingelullt und manipuliert, dass man lange keinen klaren Gedanken fassen kann.
          Erst wenns unerträglich wird sucht man nach Hilfe und traut seinen Augen nicht wenn auf die hilfreichen Seiten dieses Forums trifft.
          Ich hatte vorher keine Ahnung das es sowas überhaupt gibt.
          Erst jetzt weis ich das wir nicht wirklich selber schuld sind.
          Meiner Meinung und Erfahrung nach wissen diese Menschen sehr wohl was sie da tun!!!

          Lg W.

          • W. sagt:

            @Thomas. Übrigens, wir galten sehr , sehr lange als das Traumpaar schlechthin.
            Obwohl er kaum noch mit mir geredet hat, spielte er vor seiner Familie noch das Superpaar kurz bevor ich ging.
            Wenn dein Nachfolger bereits 5 Jahre am Start ist, solltest du jetzt an dich denken.Das ist einfacher gesagt als getan.

            Vielleicht hilft dir der Gedanke an deinen Nachfolger, denn wenn er solange ausharrt wie du, dann hat der Arme noch 11 Jahre Elend vor sich. Du hast es GsD hinter dir.
            Glaube nicht das es mit ihm besser läuft, denn sonst würde sie ihn nicht dazu benutzen um dich zu verletzen. Ja er wird nur benutzt.
            Denk mal darüber nach.
            lg W.

      • Waltraud sagt:

        Lise1, wenn man lange nichtwissend mit einer gestörten Persönlichkeit zusammenlebt bedeutet das im Umkehrschluss nicht, das etwas gut und richtig gelaufen ist. Man wurde nur geschickt getäuscht und hat es angenommen. Aber es war ja von vorn herein weder wirklich gut und noch richtig. Ich dachte Du wüsstest das….

        • Lise1 sagt:

          Doch, natürlich weiß ich das. Ich bezog mich auf den Satz, dass Thomas wohl was falsch gemacht hat. Ich meinte, er muss wohl einiges „richtig“ gemacht haben, sonst hätte das Austauschen nicht erst nach 16 Jahren stattgefunden. Sorry, wenn ich mich da so unklar ausdrückte.

          Es ist natürlich traurig, wenn jemand schlecht behandelt wird und bleibt und bleibt und dann noch traurig ist, wenn es zu Ende ist, anstatt froh zu sein ab sofort beginnt, ein gutes, sinnvolles und liebevolles Leben zu leben.

          Thomas, leb ein gutes und selbstbestimmtes Leben, das macht dich attraktiv, auch für die Tochter, die will die Klagen nicht hören, sie kann nicht dafür, hat eigene Sorgen. Du lässt dich noch von der Ex steuern in deinem Leid. Schau auf dich, was macht dein Leben lebenswert?

          So kannst du deine Chancen erhöhen, dass deine Tochter eines Tages wieder Kontakt will. Garantiert ist es nicht, es geht aber darum, ob die Chancen vermindert oder erhöht werden, da hast du auch Einfluss drauf, nicht nur die Ex.

          • Waltraud sagt:

            Lise1, das kam anders rüber. Aber als Partner von Narzissten kann man ja nichts richtig machen, weil alles Illusion ist. Richtig wär’s gelaufen zu erkennen, mit wem man da zusammen ist. Und selbst wenn man es irgend wann gecheckt hat, kann man nicht Mal eben den Schalter umlegen. Schon gar nicht, wenn gemeinsame Kinder vorhanden sind. Und wenn man sich trennt, wird man doch weiter vom Narzissten attackiert, in welcher Form auch immer. Man hat nicht nur Lebenszeit, Finanzen verloren, man hat auch seinen Glauben verloren. Man muss sich mit Verleumdungen und mobben rumschlagen. Aber alles wird dermassen geschickt verkleidet, das man es noch nicht Mal zur Anzeige bringen kann oder auch nicht will. Im Prinzip Ruhe will. Die gibt es nicht, weil aufgrund der ganzen Vorkommnisse das Kopfkino anspringt, sobald nur wieder eine „Kleinigkeit“ vorliegt. Ob positiv? oder negativ – der Narzisst versteht es doch, sich in Erinnerung zu bringen. Hier auch die Schilderung von Thomas, das seine Ex sich mit dem Neuen „demonstrativ“? zur Schau stellt als glückliches Paar. Das kann man nicht unterbinden, aber es triggert. Ich könnte noch ellenlang weiter schreiben, aber jeder es mit solch gestörten Menschen zu tun hatte, hat sein Leben lang was davon. Erinnerung lässt sich schwer löschen.

          • Klarsicht sagt:

            @Lise 1
            Du sagst: „Es ist natürlich traurig, wenn jemand schlecht behandelt wird und bleibt und bleibt und dann noch traurig ist, wenn es zu Ende ist, anstatt froh zu sein ab sofort beginnt, ein gutes, sinnvolles und liebevolles Leben zu leben “
            Lise, jeder, der das durchgemacht hat, so eine toxische Beziehung und so einen Missbrauch erlebt hat, weiss, dass es nicht so einfach ist sofort ein gutes Leben zu beginnen… Die Toxizität, das Gift sitzt noch lange drin, v.a. wenn die Beziehung lange gedauert hat… Und @ Thomas: Du und wir alle haben alles „richtig gemacht“, natürlich Fehler macht jeder Mensch. Aber darum geht es ja nicht. In eine solche Beziehung geht man ja ahnungslos, und bis dahin war man immer „richtig“. Und plötzlich sagt mir (Empath), jemand, dass ich gar nicht richtig sein soll, dass alles was ich Gutes tat, falsch sein soll??? Man glaubt das ja zunächst gar nicht. Dann will man beweisen, dass man eben doch „richtig“ ist, ein guter Mensch ist. Das allein dauert schon seine Zeit. Dann wird es immer schlimmer bis man erkennt, dass man es mit einer Person zu tun hat, die eine narz. Prägung hat. Das lähmt einen fast erst einmal. Nach dieser Erkenntnis kommt dann die Frage, wie komme ich da raus. Das dauert nochmals seine Zeit, und da der Narzisst auch sehr bösartig werden kann, muss man auch seinen Absprung gut vorbereiten. Viele werden in dieser Zeit sehr krank, dass sie den Absprung fast nicht mehr schaffen. Das dauert Jahre, alles. Freue sich, wer solches in kurzer Zeit schafft. Danach, nach dem Trauma kommt die posttraumat. Belastung(sstörung), braucht gerade nochmals seine Zeit.
            Also Thomas, Dein Nachfolger hat „erst 5 Jahre“ mit ihr, er wird das Martyrium noch ein paar Jahre auszustehen haben bis er 11 Jahre wie der 1. Mann oder 16 Jahre wie Du hat… Sie spielt Dir Schönes vor um Dich zu verletzen, oder Dich herabzutun, bzw. sich selbst zu erhöhen… Schau nicht hin, versuche Dir selbst Gutes zu tun, Schönes zu finden.
            Alles Gute und Liebe Dir

          • Lise1 sagt:

            Klarsicht, ich weiß das, dass man nicht weg kommt, selbst wenn man extrem mies beahndelt wird. Ich habe ja die Erfahrung auch gemacht und dachte, es wäre Liebe. Und das finde ich traurig, diesen Irrtum, auf den ich von Kindheit an vorbereitet wurde, solche Beziehungen zu bekommen und zu erhalten zu verscuhen.

            Ich habe viel um mein nichtgelebtes Leben getrauert. Daher apelliere ich ja immer, sich die Leidenszeit mit professioneller Hilfe von *unendlich lange* auf die *normale Trauerzeit* von 1 bis 3 Jahren zu verkürzen und schon währenddessen parallel dazu in kleinen Schritten neu anzufangen. Es ist nie zu spät, so lange man lebt.

    • Lilli sagt:

      Thomas,
      mein Mann mit Narzissnusstörung und Vater unserer Kinder, war vor mir schon mal verheiratet.
      Sie ist gegangen.
      Ich bin geblieben.
      Auf seine erste Frau wirken wir vielleicht als Bild von einem Paar.
      Doch mir ist schon länger klar, warum sie gegangen ist.
      Ich mit Tendenzen zu Co- Abhängigkeit und Komplementärnarzissmus mit Helfer- Ego,
      bin seine zweite Frau.

  10. P. sagt:

    Super Artikel, Herr Grüttefien!
    Genau so kenne ich es von meinem Ex-Mann.
    Als besonders absurd empfinde ich im Nachhinein seinen Anspruch an mich, zu erahnen, wann er hungrig war und ihm SOFORT etwas zu essen darzureichen (ungeachtet dessen, dass ich ein Baby und ein Kleinkind zu versorgen hatte) – und zwar BEVOR er selbst überhaupt ein Hungergefühl verspürte. Ich weiß nicht, wieviele Stunden unserer Paartherapie wir daran arbeiteten, wie ich es als gute Ehefrau erreichen könnte, den armen, so hart arbeitenden Mann vor seiner Angst zu Verhungern zu bewahren.

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