Die autoritäre Erziehung des Narzissten

Narzisstische Eltern erleben ihr Kind als einen Teil von sich selbst. Sie können nicht zwischen den eigenen Bedürfnissen und den Wünschen des Kindes unterscheiden. Für sie ist das Kind nur ein Ableger ihrer eigenen Persönlichkeit und muss daher dieselbe Grandiosität widerspiegeln. Die Eltern erwarten von ihrem Kind, dass es die unerwünschten Persönlichkeitsanteile von sich abspaltet und sich ganz an dem Idealbild der Eltern orientiert.

Bild: © iceteastock – Fotolia.com

Das Kind wird zu einem Objekt gemacht, mit dem sich narzisstische Eltern in der Öffentlichkeit schmücken möchten. Sie legen sehr viel Wert darauf, dass das Kind gut erzogen ist, anständige Manieren hat, gute schulische Leistungen bringt und auch auf anderen Gebieten herausragende Fähigkeiten entwickelt. Dazu wird es zu Höchstleistungen animiert. Dem Kind wird dafür im Gegenzug versichert, dass es seinen Eltern einmal dankbar für ihre selbstlose Unterstützung sei wird. Das Kind lernt aber auf diese Weise, dass es nicht so sein darf, wie es ist, sondern nur so, wie es den Eltern gefällt.

In erster Linie dient dieser autoritäre Erziehungsstil dazu, uneingeschränkt über das Kind verfügen zu können und um sich die eigene Bedürfnisse und Lebensträume zu erfüllen. Es bereitet den Eltern große Genugtuung und befriedigt ihr Machtbedürfnis, wenn ein kleines, hilfloses Wesens ihrer Kontrolle uneingeschränkt ausgeliefert ist und um ihre Anerkennung kämpfen muss. Narzisstische Eltern helfen dem Kind nicht dabei, seine eigene Persönlichkeit zu entwickeln, sie fragen nicht einfühlsam nach seinen Interessen und Wünschen und hören ihm auch nicht verständnisvoll zu. Sie sind ganz einfach davon überzeugt, dass alles, was sie für das Kind tun, zu seinem Besten ist.

Wie äußerst sich der autoritäre Erziehungsstil

Der autoritäre Erziehungsstil ist gekennzeichnet durch strenge Regeln, hohe Erwartungen sowie einem konsequenten Belohnungs- und Bestrafungssystem. Das Kind wird entsprechend der Vorstellungen der Erwachsenen in seinem Verhalten und Denken gelenkt. Narzisstische Eltern bestimmen einseitig und rigoros die Aktivitäten des Kindes. Sie wollen sogar bestimmen, was das Kind zu denken und zu fühlen hat. 

Weitere Merkmale des autoritären Erziehungsstils narzisstischer Eltern:

  • Eltern sprechen häufig Befehle und Anordnungen aus.
  • Die Eltern respektieren nur die Wünsche des Kindes, die auch ihren Vorstellungen entsprechen.
  • Im Vordergrund stehen ausschließlich die Bedürfnisse und Wünsche der Eltern.
  • Das Kind wird bei Zuwiderhandlungen unmittelbar zurechtgewiesen und getadelt.
  • Es werden hohe Anforderungen an das Kind gestellt.
  • Das Kind weiß nie, was als Nächstes kommt und ist dem Willen der Eltern hilflos ausgesetzt.
  • Die Eltern arbeiten mit Manipulationen, Drohungen und Einschüchterungen.
  • Die Entscheidungs- und Verfügungsgewalt liegt ausschließlich bei den Eltern.
  • Die Rahmenbedingungen und Kriterien für den Umgang werden allein von den Eltern festgelegt.
  • Die Eltern sind davon überzeugt, dass das Kind ohne Führung zur Disziplinlosigkeit verkommt.
  • Der Umgangston ist oft rauh und wenig herzlich.
  • Es besteht eine auffallende emotionale Distanz zum Kind.
  • Erklärungen für Regeln, Anweisungen oder Bestrafungen werden ungenügend vermittelt.
  • Das Kind ist der ständigen Kritik der Eltern ausgesetzt.
  • Unerwünschtes oder erfolgloses Handeln wird herabgesetzt und verpönt.
  • Maßregelung kann auch durch körperliche Züchtigung erfolgen.

Welche Auswirkungen hat dieser Erziehungsstil

Das Kind erhält bei diesem strengen Erziehungsstil nicht die Möglichkeit, ausreichend eigene Erfahrungen mit seinen Veranlagungen zu machen und seine eigenen Stärken und Schwächen herauszufinden. Er wird nicht zu dem erzogen, was es in Wirklichkeit ist und was in ihm steckt, sondern zu dem, was die Eltern als angemessen empfinden. Das Kind beginnt somit, das Bild zu leben, was andere von ihm haben wollen und distanziert sich auf diese Weise von sich selbst. Das Kind entwickelt somit ein falsches Selbst.

Dabei geschieht diese Entwicklung auf einer rein unbewusster Ebene. Das Kind braucht die Liebe und die Zuwendung seiner Eltern, um überleben zu können. Es ist hochgradig abhängig von seinen Eltern und daher gezwungen, sich dessen Wünschen und Vorstellungen unterzuordnen, um deren Aufmerksamkeit, Unterstützung und Wohlwollen zu bekommen. Das Kind passt sich instinktiv an, um seine Seele vor Schmerzen und negativen Erfahrungen zu schützen und ist daher bereit, den Willen seiner Eltern über sich ergehen zu lassen.

Die Eltern mögen sich vielleicht äußerlich freundlich und hilfsbereit verhalten und scheinbar alles für ihr Kind tun, sie bleiben aber unpersönlich und kühl. Das Kind muss daraufhin das Gefühl bekommen, mit seinen Sorgen, Ängsten, Bedürfnissen und Interessen allein zu sein. Es findet kein Gehör, keine Wärme, kein Verständnis und kein Vertrauen. Es macht die Erfahrung, dass die Eltern nicht mit ihm in Resonanz gehen, was es zu der Annahme führen muss, das irgendetwas mit ihm nicht stimmen kann und es nicht richtig ist.

Weitere Auswirkungen kann ein autoritärer Erziehungsstils für das Kind haben:

  • Einschränkung von Kreativität und Spontanität
  • Mangelnde Förderung der Selbständigkeit des Kindes
  • Entwicklung eines geringen Selbstwertgefühls
  • Starke Fixierung des Kindes auf die Erwartungen der Eltern
  • Abhängigkeit des Kindes von den Anweisungen und Entscheidungen anderer
  • Mangelnde Selbstbehauptung in Konflikten und Krisen
  • Unterentwickelte kommunikativen Fähigkeiten
  • Entstehung ernster psychischer Erkrankungen

Ein Kind, das autoritär erzogen wird, kann aggressive Verhaltensweisen insbesondere Schwächeren gegenüber entwickeln. Wenn sich das Kind von den Eltern nicht angenommen fühlt, können Aggressionen ein Hilferuf nach Aufmerksamkeit und Liebe sein. Meist ist dann auch ein stark ichbezogenes Sprachverhalten zu beobachten. Das Kind stellt sich gerne in den Vordergrund, erhebt sich über andere, wirkt besserwisserisch und ahmt die Eltern in ihrem autoritären Verhalten nach. Es zeigt dann in Abwesenheit der Eltern starke narzisstische Züge.

Keine emotionale Unterstützung der Eltern

Dieser strenge Erziehungsstil verhindert, dass sich das Kind sicherfühlen kann. Es muss ständig damit rechnen, verletzt zu werden, wenn es sich nicht so verhält, wie es die Eltern wünschen. Diese hingegen brauchen eine emotionale Distanz, um den bedingungslosen Gehorsam des Kindes zu erzwingen und ihrem Kind den notwendigen Respekt beizubringen. Der Wunsch des Kindes nach Geborgenheit kommen die Eltern nicht nach, weshalb sich zwischen den Eltern und dem Kind kein echtes Vertrauen und keine echte Nähe aufbauen kann. Das Kind wird in der Folge in späteren Beziehungen große Probleme haben, das richtige Maß zwischen Autonomie und Bindung zu finden.

Das Kind wird durch den strengen Erziehungsstil dauerhaft in eine schwächere Position gedrängt. Es wird nicht dazu erzogen, sein Leben eigenständig in die Hand zu nehmen und sich frei entfalten zu können, sondern wird auch in späteren Beziehungen entweder die angepasste und unterwürfige Rolle annehmen, in der Hoffnung, auf diese Weise die emotionale Zuwendung zu erhalten, die es zur Aufrechterhaltung des seelischen Gleichgewichts benötigt oder es missbraucht seinerseits den späteren Partner, um die Aufmerksamkeit und Anerkennung zu erhalten, die es von den Eltern niemals bekommen hat.

Die narzisstischen Eltern sind sich aber in der Regel ihres egoistischen Vorgehens nicht bewusst. Sie glauben, besser entscheiden zu können, was für das Kind gut ist und daher alles zu dessen Wohl regeln zu müssen. Sie können sich gar nicht vorstellen, dass sie ihrem Kind mit ihrer Ignoranz und ihrem mangelnden Einfühlungsvermögen schaden könnten. In der Regel organisieren narzisstische Eltern scheinbar selbstlos alles für ihr Kind, damit es ihm gut geht, so dass man ihnen oberflächlich betrachtet eigentlich gar keinen Vorwurf machen kann. Doch sie tun es eben nicht für das Kind, sondern ausschließlich für sich selbst, um dafür Liebe und Anerkennung vom Kind oder anderen zu erhalten und sich großartig fühlen zu können.

Was empfindet das Kind dabei?

Das Kind lernt sehr früh, die eigenen Bedürfnisse und Gefühle zu verleugnen und wird dazu gezwungen, seine unerwünschten Persönlichkeitsanteile zu unterdrücken, damit es nicht ständig in Konflikte mit den Eltern gerät. Je mehr sich das Kind aber von sich selbst entfernt und seine wahre Persönlichkeit zugunsten der Eltern aufgibt, desto stärker wird es von einer innere Zerrissenheit getrieben, die es, wenn es sich der tieferen Gründe hierfür nicht bewusst wird, ständig zu Unzufriedenheit mit sich und der Umwelt führen wird. Der unzulängliche Kontakt mit sich selbst spürt das Kind in Form eines Mangels.

Das Kind wird es im Erwachsenenalter sehr schwer haben, sich selbst zu finden. Durch die jahrelangen Manipulationen der Eltern hat es sich selbst aus den Augen verloren. Es vertraut nicht seiner eigenen Wahrnehmung, seinen Fähigkeiten und seiner Intuition. Es ist sich zutiefst unsicher über den eigenen Wert und den eigenen Bedürfnissen, weshalb es leicht in zukünftigen Beziehungen beeinflussbar ist. Meist bleiben diese Kinder auch im hohen Alter den Eltern gegenüber Untertan und legen eine schon fast bedauernswerte Folgsamkeit an den Tag, was ihnen dann gegenüber anderen wenig Achtung und Respekt einbringt.

Es ist das Lebensdrama des Kindes, sich im Erwachsenenalter seine Selbständigkeit und Unabhängigkeit zu erarbeiten oder zu erkämpfen. Um sich des inneren Konfliktes bewusst zu werden, wird das Kind immer wieder in gleiche Beziehungskonstellationen geraten, bis es das eigene neurotische Verhaltens- und Reaktionsmuster erkennt und beginnt, an sich zu arbeiten. Der erste Schritt hierzu ist es, sich die bittere Wahrheit des elterlichen Missbrauchs einzugestehen.

Narzisstischer Nährboden

Entsprechend ihrer eigenen Veranlagung werden Kinder narzisstischer Eltern aus deren unangemessenen Erziehungsstil ihre persönliche narzisstische Wunde entwickeln und sich entweder gegen das Gefühl der Minderwertigkeit wehren und sich nach außen größer präsentieren als sie sind, um auf diese Weise die von den Eltern vorenthaltenen Aufmerksamkeit und Liebe von anderen zu bekommen, oder die Minderwertigkeit wird zu einem wesentlichen Teil ihrer Persönlichkeit und sie verhalten sich stets unterwürfig und nachgiebig, um mit ihrer Zurückhaltung anderen zu gefallen.

Entweder entwickeln sie ein übertrieben positives Selbstbild oder ein unpassendes negatives Selbstbild von sich. Sie werden aber nicht in der Lage sein, ein gesundes Selbstwertgefühl aufzubauen, sich ihren eigenen, realistischen Wertes bewusst zu sein und sich auch ohne die unentwegte Bestätigung anderen lieben zu können. Es mangelt ihnen an Selbstliebe und sie bleiben daher abhängig von der Akzeptanz anderer, um über deren positive Zuwendung ihren Selbstwert regulieren zu können. Sie entwickeln dann einen krankhaften Narzissmus. 


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Veröffentlicht in Familie und Erziehung
22 Kommentare zu “Die autoritäre Erziehung des Narzissten
  1. Inelmo sagt:

    Hallo vielen Dank für diesen Artikel.

    Ich beschäftige mich schon seit längerer Zeit mit Nazissmus, genauer gesagt seit 9 Monaten, und sehe hier auf der Seite zum ersten Mal einen Zusammenhang zwischen narzisstischem und autoritärem Verhalten. Früher hatte ich woanders schon einmal beide Themen in Verbindung gebracht und bekam aber zur Antwort, dass narzisstisches Verhalten eben nicht autoritäres Verhalten sei.

    Ich bin unter einem solchen Vater aufgewachsen und es ist ein wirklich sehr langer Weg, die eigenen Stärken und Schwächen später zu entdecken und erst einmal die Traumata zu bearbeiten und dann das zu entdecken, was einen wirklich ausmacht und was dahinter liegt.

    Alles an dem Artikel muss ich bejahen.

    Ich habe am eigenen Leibe erfahren, wie es ist, wenn man seine eigene Persönlichkeit nicht entwickeln darf. Ich hatte mit den Jahren meines Wachsens das Gefühl, dass ich immer mehr in mir abgetötet werde, bis zum Auslöschen meiner Existenz. Ich fühlte Todesangst.

    In der Pubertät, mit 13, wurde ich dann extrem aufsässig, als ob ich meine Wut rausschreien, nichts mehr schlucken, nichts mehr akzeptieren, es ihnen zeigen und insgeheim auch heimzahlen wollte, was sie bisher an mir begangen hatten. Das lebte ich mit solcher Kraft, dass mich keiner stoppen konnte.
    Nach Beratung in einer Erziehungsberatungsstelle wurde dann angeordnet, nicht mehr auf mich zu reagieren, nicht mehr mit mir zu reden, mich wie Luft zu behandeln.
    Der Widerspruch brannte sich fest ein und diese Behandlung verursachte weitere schwere Traumata in meinem Nervensystem. Natürlich entwickelte ich starke narzisstische Züge durch mein Unfertig-Sein und durchs Lernen am „Vorbild“.

    Die mangelnde Resonanz auf meine eigenen Gefühle macht mir heute noch sehr zu schaffen. Soziale Kontakte fehlen mir zeitlebens und ich bin natürlich in eine Beziehung mit einem autotitär-narzisstischen Partner hineingeschlittert. Erst nach 20jähriger Ehe und 4 Jahren Trennung hatte ich solche Symptome, dass mir nichts anderes übrig blieb, als da hinzuschauen, wo ich das niemals wieder wollte. Mit 16 war ich geflohen und habe mich dennoch danach in der Berufswelt und in Beziehungen immer nur anpassen wollen. Ich war zerrissen zwischen dem Inneren Widerspruch und dem Gehorsam.

    Ja, ich hatte es sehr schwer, mich selbst zu finden. Mir fehlte das Vertrauen in mich selber. Das ist sehr schlimm und gefährlich in Bezug auf Abhängigkeiten.

    Erst jetzt, nach 50 Jahren, weil ich mit 67 nicht mehr arbeiten muss, kann ich mit Transformationen meine Inneren Kinder erlösen. Ich bedaure vieles, was mit Sicherheit, Glück und Lebensqualität zu tun hat. Eine eigene Familie zu gründen und Kinder zu haben, habe ich mich nicht getraut. Die Gnade will es, dass solch ein Leben überhaupt gelebt werden kann. Ich arbeite an mir, bin zufrieden und hätte nie gedacht, dass ich so alt werde.

  2. Sölvi sagt:

    Ja, genau so wurde ich von meiner sogenannten „Mutter“ behandelt!
    Fast täglich Prügel, der kleinste Anlaß wurde dazu an den Haaren herbeigezogen. Sie drehte regelrecht durch. Mich ekelt immer noch, wenn ich mir das Bild dieser vor Raserei keuchenden, schlagenden Furie vor Augen führe. Sie wirkte wie ferngesteuert.
    Als Teenager wurde ich dann mit hasserfüllten Worten und Beleidigungen statt mit Schlägen fertiggemacht. Ich war das Böse Kind, das nur durch seine blosse Existenz nach harten Bestrafungen verlangte.
    Später behielt sie sogar mein Kindergeld ein, das ich, als ich im Ausland studierte, dringend gebraucht hätte! Ich mußte Schulden machen, die ich immer noch abzahle!
    Ich habe schon vor langer Zeit den Kontakt abgebrochen.
    Meine jüngere Schwester war dagegen das „Goldene Kind“, der nie ein Haar gekrümmt wurde. Die nun warscheinlich auch das Haus dieser „Mutter“ kriegen wird, als Schenkung, damit ich leer ausgehe.
    Als letzten Tritt in den Hintern sozusagen oder als letzte böse Überraschung aus dem Jenseits (der Hölle), da ich wohl erst nach ihrem Krepieren davon erfahren werde. Ich habe keine Kraft, mich jetzt näher damit zu befassen.
    Ich hasse diese Frau abgrundtief und werde ihr auch nie vergeben. Sie hat meine Kindheit und meine Seele zerstört. Nach Außen war sie zuckersüß, immer hilfsbereit und überfreundlich. Kein Mensch der nicht zur Familie gehörte, kannt sie wirklich.
    Sogar von ihrer besten Freundin, die keine Ahnung hatte, was sich bei uns hinter geschlossenen Türen abspielte, bekam ich zu hören, wie „dankbar ich doch für diese TOLLE MUTTER“ sein müßte!
    Ich befinde mich seit einem halben Jahr in einer Traumatherapie, habe aber nicht das Gefühl, daß es mir wirklich was bringt oder ich die schlimmen Gefühle loswerde.
    Hat hier jemand Erfahrungen mit Therapien? Ich habe das Gefühl, daß diese schlimme Kindheit mich nie loslassen wird.

    • Waltraud sagt:

      Hallo Sölvi,
      wie Du Deine Mutter beschreibst, würde ich meinen Narzissten beschreiben.
      Sie können sich leider wunderbar als Unschuldslämmer verkaufen.
      Mit Therapien kenne ich mich nicht aus, werde aber demnächst ebenfalls eine beginnen, weil mich die Vergangenheit immer wieder einholt.
      Wenn Du das Gefühl hast, Deine Therapie bringt nichts, solltest Du Dich vielleicht nach einem anderen Therapeuten umsehen. Obwohl ein halbes Jahr nicht lang ist, um aufzuarbeiten, was so massiv das Leben beeinflusst hat. Entscheide nach Deinem Bauchgefühl (das wurde einem doch viel zu lange abgesprochen)…..

  3. Sophia Handschuh sagt:

    Hammerartiekl!!!!!!!

  4. Lieber Sven. Super Artikel. Aber eins fehlt hier- natürlich entwickeln solche Kinder oft narzisstische Züge aber eins hast du hier vergessen- manche entwickeln auch eine dependente Störung. Bis hin zu einer Persönlichkeitsstörung. In meinem Fall war dies so.

    • Dilara sagt:

      Hallo Artemis,

      Du schreibst, dass Du eine Persönlichkeitsstörung HATTEST. Wie bist Du da raus gekommen? Kann man es alleine schaffen?

      Ich hoffe auf eine Antwort.

      • Lise1 sagt:

        Es gibt den langen Weg einer guten Therapie, da heraus zu kommen, weil die eigenen Denkmuster sehr jung verbogen wurden und man gar nicht selber sehen kann, wo was an Dr Anhanglichkeit und Abhängigkeit Schieflage ist und was davon ok ist

    • Ela sagt:

      Hallo Sven,

      deine Artikel und Bücher haben mir schon oft geholfen. Ich habe erst sehr spät erkannt, dass ich einen narzisstischen Vater hatte und meine Mutter in völliger Abhängigkeit von ihm lebte.
      Es gab keine Liebe, keine Gefühle und kein Vertrauen.
      Wenn ich nicht gehorchte, dann schwieg mein Vater, beachtete mich gar nicht mehr…..
      In meinem ganzen Leben habe ich geglaubt, dass irgendwas mit mir nicht stimmt.
      Aus jeder späteren Beziehung bin ich geflüchtet, habe, mir nahestehenden Menschen, dadurch sehr weh getan.

      Ich selbst bin sehr liebebedürftig, ausgehungert nach Anerkennung, kann Gefühle und meine Sehnsucht nach Liebe, fast übermäßig geben, erdrücke Menschen damit….glaube ich jedenfalls. Meine Hilfsbereitschaft ist m.E. ein Helfersyndrom.

      Begriffen habe ich diesen Kreislauf erst, wie ich vor 4 Jahren einen Mann kennenlernte, der mich wieder emotional missbrauchte, den ich aber abgöttisch liebte. Ich geriet wieder in eine emotionale Abhängigkeit.

      Damals habe ich zum ersten Mal wieder an meinen Vater gedacht und die Zusammenhänge erkannt.

      Ich musste die ganzen Phasen eines narzisstischen Kreislaufs miterleben. Vom Lovebombing bis zur Abwertung.
      Ich habe einen regelrechten Entzug machen müssen, um von ihm loszukommen.
      Habe anfangs dann recherchiert und mich eine lange Zeit mit dem Thema pathologischer Narzissmus auseinandergesetzt.

      Ich hatte vorher noch nie was von Persönlichkeitsstörungen gehört.
      Wie ich später erfuhr, hat er eine „verdeckte narzisstische Persönlichkeitsstruktur“.

      Meine Eltern sind beideinzwischen tot und der Gedanke an meine Kindheit lässt mich nicht kalt.
      Diese emotionaslose Kindheit hat mein gesamtes Leben beeinflusst.

  5. Sandra sagt:

    Guten Tag Herr Grüttefien

    Seit ich in der Schule die Erziehungsstile gelernt habe, habe ich bemerkt, dass ein Freund von mir autoritär erzogen wird. Alle Merkmale treffen eigentlich zu (keine Freiheit, wird ständig kontrolliert und wenn es den Eltern nicht passt was sie sehen, wird er bestraft, oft auch mit Schlägen)
    Zudem darf er kaum rausgehen und muss im Haushalt enorm viel mithelfen. Einmal wurde sogar seine Zimmertür rausgenommen und wenn er einmal raus darf, rufen seine Eltern stündlich an.
    Ich will ihm helfen oder zumindest Tipps gegebn, wie er sich nicht selber verliert. Er verletzt sich schon selbst und will nicht in Therapie gehen. Er findet, dass ihm das nicht hilft. Gibt es vielleicht irgend eine Möglichkeit, dass er sich ein Stückweit sebst helfen kann und dann später einsieht, dass ihm eine Therapie gut tun würde? Zwingen bringt ja nichts und zudem sollten eher seine Eltern therapiert werden. Mein Freund ist übrigens 16 Jahre alt. Ich hoffe, Sie haben ein paar Tipps, wie er sich gegen seine Eltern behaupten kann. Er zerbricht daran. Er hatte auch schon ein Gespräch mit dem Jugendamt und die befürchten eine Depression und ein Burnout. Die schulische Leistung leidet narürlich auch unter diesem Erziehungsstil. Die Eltern versäumen ihm richtig sein Leben, ich kann nicht anders sagen.

    • Hallo Sandra,
      er muss es natürlich selbst wollen und sich dazu seine aussichtslose Lage eingestehen und dass er dringend Hilfe benötigt. Für viele in einer solchen Lage ist es aber neben den vielen Demütigungen, die sie ohnehin durch den Narzissten erfahren, ein weiteres Eingeständnis von Schwäche, wenn sie glauben, in eine Therapie gehen zu müssen. Nach außen hin wollen sie sich stark und souverän zeigen und leugnen auf diese Weise hartnäckig die Fakten, die für andere so offensichtlich sind. Sie müssen sehr vorsichtig und geduldig agieren. Hilfreich wäre sicherlich, sich von dem Einfluss der Eltern – sofern möglich – ein Stück weit zu befreien und Kontakt zu Menschen zu finden, wo er in seinem Wesen erkannt und angenommen fühlt. Vielleicht hilft auch dieser Beitrag ein wenig weiter:

      http://umgang-mit-narzissten.de/wie-kann-man-als-freund-einem-narzisstischen-opfern-helfen/
      Alles Gute!

  6. Mama sagt:

    Also ich bin mit einem narzistischen Stiefvater aufgewachsen. Bin auch an einen Narzisten geraten weil ich mich nicht unterordnen wollte war er beleidigt und eingeschnappt. Er wollte mich erziehen na zunächst habe ich das gar nicht so wahr genommen, da ich durch Arbeit und Kinder genug beschäftigt gewesen bin. Mir ging seine Kontrolle und seine Unterstellungen masiv auf die Nerven.
    Wenn ich widersprochen habe war ich zänkisch, wenn ich nicht so war wie er wollte beleidigt und eingeschnappt.
    Wollte auch das ich meine Kinder mehr zurechtweise und bestrafe.
    Er hatte einmal recht und das immer und war der Meinung ich sei anstrengend.
    Mich wollte er auch bestrafen geht gar nicht. Bin nun mal nicht gehorsam und nicht unterwürfig. Wenn ich mit Agumenten kam hieß es ich würde ihn nicht akzeptieren er ist. Lag alles an mir weil ich ja nicht so funktioniere wie er will..

    Nie wieder das war eine on off Beziehung er on ich off.

  7. Lena sagt:

    Hallo und vielen Dank für diesen Beitrag.

    Er ist ein Abbild meiner Kindheit und auch meiner Jugend. Mit einer natzisstischen jungen Mutter habe ich sehr viel erlebt und so manche Situation konnte ich als Kind nicht verstehen. Strafen die total unverhältnismässig waren, eine kühle Mutter die viel gelogen und manipuliert hat und es bis in ihr hohes Alter immer so weiter macht. Unser Thema ist wie bei Schneewittchen hinter den sieben Bergen: Wer ist die Bessere!? Die bessere Frau, wer hat mehr Erfolg? Wer ist die bessere Mutter? Alles was ich für mich getan habe nahm sie für ihre Aufwertung. Sie manipulierte meine Kinder mir Geld etc.
    Wir hatten viele Gespräche und dann mit 69 Jahren nahm ihre Fäkalsprache mir gegenüber zu, wenn die Enkelkinder nicht mehr tun wollten, was die Oma sagt. Meine Kinder sind erwachsen und meine Mutter ist mir gegenüber richtig böse geworden. Ich habe vor drei Jahren den Kontakt abgebrochen und meine Tochter tat es mir GLEICH. Puh… das war die Erlösung, denn wir leben ruhiger und machen unser DING! Super! Ich habe vieles aufgearbeitet und fühle mich befreit.
    Nun sehe ich meinem Sohn zu wie er den Kontakt zur Oma hält und warte auf den Tag andem er sie nicht mehr aushält. Er fängt schon an mit dem Fühlen, dass da etwas nicht stimmt und er bemerkt die Manipulationen.
    Ich kann dann nur für ihn dasein, wenn der narzisstische Schatten in gefressen hat und auch er wird sich dann von seiner Oma trennen.
    Raten kann ich jedem betroffenen erwachsenen Kind, holt Euch eine Unterstützung und arbeitet diese Vergangenheit auf! Ihr seid toll und liebenswert so wie Ihr seid!! Das Leben ist zu KURZ und im Schatten eines Elternteiles zu LEBEN!!!

  8. Lona sagt:

    Hallo Herr Grüttefien,

    ich selbst (56 Jahre alt) hatte einen Vater, der m. E. aus heutiger Sicht narzisstisch veranlagt war. Ich sollte mich unterordnen, es gab Strafen, Schläge mitunter, andererseits aber auch Warmherzigkeit zu Hause. Ich habe mich nicht angepasst, mein Ich, meine Gefühlswelt behalten. Allerdings bis heute ein sehr schwaches Selbstwertgefühl, auch wenn es schon fallweise besser geworden ist. Ich war lange wütend auf meine Eltern, mein Vater hatte keine Kindheit (Arbeit, an der Front gewesen…) ich habe ihm verziehen. Glaube ich jedenfalls.
    Mein Mann (60) hat einen Vater, der noch stärker ausgeprägte narzisstische Züge hat. Wo er auftritt ist es laut, setzt er sich in den Mittelpunkt, ganz gleich ob positiv oder negativ.
    Zucht und Ordnung in der Erziehung lautet sein Motto und nach diesem sind seine beiden Söhne erzogen. Selbst mich hat er jahrelang versucht „anzupassen“, indem er meine Gefühle, wenn sie nicht seinen entsprachen, als falsch hingestellt hat, mich provoziert hat als Frau, wo es nur ging, an der zu laschen Erziehung meiner Kinder herumkritisiert hat. Wobei diese leider auch oft zu autoritär von mir erzogen wurden, wie ich inzwischen bedaure.

    Mein Mann hat wenig Selbstbewusstsein, jkritisiert seinen Vater nicht einmal in dessen Abwesenheit, hat sich als erwachsener Mann schon vor mir und den Kindern früher zum Affen machen lassen und hat scheinbar regelrecht abgeschaltet, wenn sein Vater sich unmöglich oder zänkisch benommen hat.
    Aber er bemerkt bei anderen Menschen sofort, wenn etwas ungehörig ist.
    Auch mein Mann trägt m. M. nach sehr narzisstische Züge. Das äußert sich vor allem in den letzten 20 Jahren verbal. Und nur gegen mich. An Empathie scheint es ihm ohnehin zu fehlen.
    Manchmal gibt er zu, dass sein Vater zu streng war und sagt, dieser habe ihm das Rückgrat gebrochen – dann widerruft er aber alles als eine Einbildung von mir, er hätte keine kalte Kindheit gehabt.
    Seine Mutter ist sehr kühl und distanziert, in seinem Elternhaus habe ich imemr eine gewisse Distanz erlebt, keine Herzlichkeit.
    Mein Mann möchte sich nicht mit seienr KIndheit auseinandersetzen oder nur zu einem geringen Teil. Er wird wütend, wenn ich etwas anspreche und sage, ich kann mir vorstellen wie schlimm es gewesen sein muss, jeden Tag derart dressiert worden zu sein, denn ich habe ja nur 5% davon von seinen Eltern kennen gelernt.

    Unser Söhne, beide erwachsen und liiert, haben aber weder von den Großeltern noch von ihrem Vater mitbekommen, dass da etwas nicht stimmig ist… Zu ihnen war mein Mann niemals böse, hat allerdings auch nichts von den Söhnen verlangt, war der Spielpapa. Ich musste, fast immer gegen Windmühlenflügel, jegliche Erziehung allein durchkämpfen. Mein Mann stand nie auf meienr Seite, war nie loyal, hat eher untergraben.

    Mich wundert auch, dass die Enkel sich nicht erinnern können, dass der Großvater imemr an ihnen herumgemeckert hat bzw. an mir, dass ich oft wegen ihm geweint habe, mein Mann mir noch in den Rücken fiel.
    Vergessen denn Kinder Kritiken und solche Dinge… ich kann es mir nicht erklären, dass sie sich an nichts erinnern können.
    Ich verstehe auch nicht, dass mein Mann durch mich zu wissen scheint, was ihm selbst und unserer Ehe von jeher als Riesenfelsen im Wege liegt, aber glaubt, er braucht sich nicht an die Kindheit zu erinnern, damit es besser wird…

    • Ich denke, dass das Vergessen aus einem Schutzmechanismus heraus erfolgt. Die Erinnerungen an eine schlimme Kindheit oder einen bösen Großvater sind schmerzhaft. Man muss sich eingestehen, dass man dem Willen eines anderen Menschen hilflos ausgesetzt war und dringend Hilfe benötigte. Doch man war auf sich alleine gestellt und blieb mit seiner Ohnmacht zurück. Eine Begegnung mit der Vergangenheit kann auf der einen Seite sehr viel innerlich klären, sie gräbt aber auch die alten Schmerzen aus. Es bedarf Mut, sich mit den eigenen seelischen Verletzungen offen und uneingeschränkt auseinanderzusetzen und der Wahrheit nackt ins Gesicht zu schauen. So wenig Verständnis ein Narzisst für den eigenen inneren Schmerz aufbringt, so wenig Verständnis bringt er in der Folge auch für den Schmerz seiner Mitmenschen auf.

      • Lona sagt:

        Nun ja, meine Söhne haben nicht wirklich gelitten unter dem Großvater. So oft haben sie ihn nicht gesehen, weil ich mich damals oft gestreubt hatte, dorthin zu fahren. Weil mir schon graute, was wieder an Verletzungen und Kritik kommen wird. Ich habe den Jungs regelrecht Instruktionen gegeben, sich bloß zu benehmen, nicht zu streiten, um ja nicht den Opa zu verärgern.
        Der hat sich andererseits gut mit ihnen beschäftigt. Ich weiß nicht, ob das etwas anderes überdecken kann. Vermutlich haben meine Söhne eher mich als die gestresste und nervende und unzufriedene Mutter erlebt, da es fast immer nach einer Großelternzusammenkunft Tränen meinerseits, Gespräche um Unterstützung (sinnlose) mit meinem Mann und anschließend Riesenstreit gab.
        Weil mein Mann seinen Vater vertreten, sich herausgeredet und mich als zänkisch hingestellt hat.
        Inzwischen sagt er zwar, das war falsch und er weiß nicht, warum er so war, er hatte als Kind Angst vor dem Vater, seienr lauten und herrischen Art.
        Wirklich auseinandersetzen möchte sich mein Mann mit seiner Kindheit nicht. Eine Hypnosetherapie, wo er sich einigem stellen musste, hat er nach 4 Behandlungen abgebrochen. Er war jedes Mal fertig danach und sagt nun, es wäre alles geklärt. Doch sein verhalten zeigt, dass nichts in ihm geklärt ist.

        Es tut auch etwas weh, wenn die Jungs sich derart distanzieren. Ich habe keinen Kontakt mehr zu den Schwiegereltern. Weil ich als ich nicht mehr konnte, meinem SV einen Brief geschrieben habe und alles hineingepackt, was mich Jahrzehnte bewegt und verletzt hat. Daraufhin hat er in meiner Wohnung getobt, mich als Lügnerin und anders beschimpft, den Spieß umgedreht.
        Mein Mann hat dazu geschwiegen, saß da, wie ein eingeschüchterter kleiner Junge… Ein Build, was mir seitdem nicht mehr aus dem Kopf geht. Da er sich vor mir mächtig und cholerisch aufspielen kann..

  9. Errorr sagt:

    Mein Vater ist bei uns der Narzist. Ich bin inzwischen 50 Jahre alt und steh regelrecht unter Strom, wenn sich ein Treffen mit ihm naehert.

    Was mich an mir besonders stört ist die Suche nach Zuneigung, die ich unbedingt brauche. Nur ist diese „Sucht“ für jemand anderen nicht wirklich nachempfindbar.

  10. Miro sagt:

    Auch ich habe eine gegenteilige Erfahrung gemacht.Eher antiautoritärer Erziehungsstil.Bloss das Kind nicht erziehen,Regeln durchsetzen,denn das könnte ja die Idealisierung des Narzisten zu Fall bringen.Also alles fürs Kind tun,es bei Entscheidungen mitreden lassen die absolut nur erwachsene absehen können….und das Kind damit zu einem Erwachsenen machen und ihm die Kindheit nehmen.
    Später kann das Kind dann nicht mal was sagen:ich habe dir doch alles gegeben…..
    Na,Dankeschön…..
    Also ich glaube da gibt es sehr unterschiedliche Arten wie Narzisten/innen mit ihren Kindern umgehen….

  11. Thomas sagt:

    In meinem Fall war genau das Gegenteil der Fall: Ich als zugeheirateter Zweitehemann hatte in dieser Patchwork Situation mit zwei Kindern der Narzisstischen Ehefrau sowie ebensolcher Schwiegereltern nix zu sagen. Die Kinder wurden materalistisch mit Geld überhäuft und absolut antiautoritär erzogen Die Kinder hatten sich mit den Grosseltern gegen mich solidarisiert und als Buhmann für das Scheitern der ersten Ehe meiner baldigen Ex-Frau ausgemacht. Ob Loyalitätskonflikt seitens der Frau oder narzisstischer Neigung wurde mir bis heut nicht ganz klar. Jedenfalls wurde ich gemobbt und bei jeder Gelegenheit in den Rüken gefallen. Die Frau wollte keinerlei Konflikte mit ihren 2 Kindern aus erster Ehe (wir haben noch eine gemeinsame 15 jährige Tochter) sowie ihrer Herkunftsfamilie. Alltäglichkeiten meinerseits wie: den Tisch abräumen, Müll raustragen oder Zimmer aufräumen kamen in dieser Familie dem Brechen einer Kinderseele gleich.

    Jegliche Erziehungsmethoden wurden im Keim erstickt oder als Affont verstanden. Die Kinder haben mich weder gegrüsst noch an einem „Familieleben“ teilgenommen.

    Was sich meine Frau alles erlaubt hat hab ja schon in anderen Themen der Webseite von Sven mitgeteilt.

    • Alex sagt:

      Mittlerweile kann ich mir denken, wieso die Tochter meiner Ex nicht zu ihrem Vater will. Ist nur ne Vermutung, aber da sie die Kleine extreme um den Finger gewickelt hat, macht sie mit Sicherheit ihn schlecht. So a la „Der Papa hat dioch nicht lieb“ oder „Der Papa mag dich nicht sehen“.
      Hab mich immer gefragt, warum die Kleine so gegen den Papa war, der wirklich ein netter Kerl und guter Vater ist. aber das past der narzisstischen Mutter ja nicht, Konkurrenz und die Kleine könnte andere einflüsse bekommen.
      Daher war die auch so gern mit mir zusammen…
      So langsam fügen sich die Puzzleteile zusammen.

  12. Frau Holle sagt:

    Auch mein Partner hatte einen damals 13jährigen Sohn, der über die Dauer unserer Partnerschaft regelmäßig zum Papawochende und in den Ferien zu uns kam. Dieser Junge war entwicklungsverzögert, wirkte körperlich erheblich jünger und äußerst introvertiert. In vielen Dingen war er hilflos, konnte auch mit 15 keine Schleife binden. Monatelange fachärztliche Untersuchungen nach autistischen Merkmalen blieben ohne Ergebnis.

    Wir beide hatten uns im Lauf der Zeit angenähert, hatten unsere eigene Art der unhektischen, leisen und reizarmen Kommunikation. Mir ist sehr früh aufgefallen, wie eifersüchtig mein Partner darauf reagierte – seine „Gegenmaßnahmen“ bestanden darin, uns so gegeneinander auszuspielen, dass er Situationen provozierte, in denen sein Sohn kläglich versagen musste, so dass z.B. eine gemeinsame Aktivität, auf die wir uns alle gefreut hatten, scheiterte. Überhaupt unternahm mein Partner sehr wenig mit seinem Sohn.
    Dem Jungen wurde Hilfe aufgedrängt, wo er keine brauchte – und da, wo offenkundig Unterstützung nötig war, kam keine… Ich habe auch nie erlebt, dass die beiden was Persönliches miteinander redeten.

    Der Junge und ich hatten viele Themen bei Tisch zu besprechen, mir zum Beispiel ganz stolz mein neues Handy einzurichten und fachmännisch zu erklären. Er war sehr wissensdurstig und uns beiden gefiel es, uns ständig über alles Mögliche zu unterhalten. Seine Introvertiertheit löste sich langsam und er öffnete sich mehr.

    Mein Partner würgte diese Unterhaltungen häufig strikt und rüde ab, so dass wir irgendwann die aberwitzige Situation hatten, dass sein Sohn begann, mich gegen seinen Vater zu verteidigen. Besonders dann, wenn ich auf offener Straße vor dem ratlos danebenstehenden Jungen zusammengebrüllt wurde, ging er dazwischen. Dafür folgte umgehend die Rache, in dem wieder Situationen geschaffen wurden, in welchen der Junge UND ich nur versagen konnten. Das ging oft fast die ganzen Wochenenden so. Wenn nur ich das erkorene Opfer war, liebkoste und umgarnte mein Partner seinen Sohn demgegenüber demonstrativ – und es war deutlich zu sehen, wie der Junge sich klein duckte unter diesen – ja – merkwürdig falschen Gesten seines Vaters. Auch ist mir aufgefallen, dass der Junge besonders an solchen besonders belasteten Wochenenden häufig starken Durchfall und Bauchkrämpfe hatte – im Gespräch stellt sich dann heraus, dass er sich bei uns nicht anders ernährte als zu Hause, wo er diese Probleme nicht hatte.

    Rückblickend denke ich heute, dass dieser Junge seine Gefühle ganz tief in sich versteckt hatte, um sie vor dem Raub durch seinen Vater zu schützen. Er hatte eine ganz leise, versteckte – für seinen Vater nicht erkennbare Art, mir seine Zuneigung zu zeigen, in dem er zum Beispiel ein schmutziges Glas aus der Spülmaschine nahm, um mich zu schonen – er sagte, er wolle mir keine Mühe machen, extra für ihn ein frisches Glas aus dem Schrank nehmen zu müssen… Das war an unserem letzten gemeinsamen Wochenende an dem Tag, als ich mich von seinem Vater getrennt hatte…

  13. Alex sagt:

    Und wieder einmal past das zu 100% auf meine Ex, das wird echt langsam unheimlich!

    Wenn ich bedenke, was ihre Tochter so gern mit mir gespielt hat; die konnte es kaum erwarten bis ich wieder mal da bin.
    Mittlerweile weiss ich auch wieso.
    Sie liebt ihre Tochter, keine Frage, aber das Kind wird instrumentalisiert.

    Dass die Kleine nach einer 6 wöchigen kur, genau wie beschrieben, eine aggressive Verhaltensweise „erworben“ hat, bestätigt mich nur in meiner Vermutung, dass sie die Kleine in der Zeit emotional so sehr an sich gebunden hat, dass die Kleine damit einfach überfordert war. Andauernd wurde was durch die Wohnung geworfen, nach einem gehauen oder wie besessen rumgebrüllt.

    Sie hat die Kleine für ihre Zwecke benutzt, jedem Kerl immer wieder Bilder geschickt, wenn sich angedeutet hat, die könnten sich entfernen. Allein die Tatsache, dass sie 3 Kerlen die gleichen Bilder der Tochter geschickt hat, spricht für ihre Krankheit. Die arme kleine Maus, das tut mir in der seele weh. Als Dank füralles, hat sie die Kleine dann gegen mich aufgehetzt, damit sie sich nichtdie Hände schmutzig machen muss. Wie kann man seinem Kind sowas nur antun?

    Wie kann man einen Partner, der das „fremde“ Kind so sehr liebt wie sein eigenes und wo die Kleine imer verrückt nach mir war, so behandeln, belügen und hintergehen?
    Ich hoffe sehr, der Kindsvater greift durch und unterbindet die Machenschaften seiner ex-Frau, zum Whole den Kindes. Ich kann und werde nichts mehr machen, den in meinen Augen wird die Kleine leider irgendwann mal genau wie ihre Mutter. Wie soll das auch anders gehen, bei dem Umgang?

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