Selbstwertgefühl stärken

Wenn man eine enge Beziehung mit einem Narzissten führt, bedeutet das immer, dass man im Laufe der Zeit das Gefühl für sich selbst verliert. Durch die permanenten Manipulationen, Projektionen und das Verdrehen von Tatsachen gelingt es dem Narzissten, dass man seinen eigenen Wahrnehmungen misstraut und stark verunsichert wird. Daher ist es besonders wichtig, im Umgang mit einem Narzissten auf die Stärkung des eigenen Selbstwertgefühls zu achten.

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Geringes Selbstwertgefühl                          Gutes Selbstwertgefühl            ♦           Schritte zu einem bessern Selbstwertgefühl

Das geringe Selbstwertgefühl

Menschen mit einem geringen Selbstwertgefühl haben ein negatives Selbstbild. Sie glauben, weniger wert zu sein als andere Menschen, weniger zu können und weniger zu leisten. Sie sind davon überzeugt, den Erwartungen ihrer Mitmenschen nicht zu genügen und daher zu Recht als minderwertig angesehen zu werden.

Dabei stoßen sie in ihrer Außenwelt immer wieder auf Bestätigungen, die ihr negatives Selbstbild rechtfertigen, entweder weil sie feststellen, dass sie unattraktiver, ungeschickter oder ungebildeter sind als andere, oder weil sie glauben, dass andere negativ über sie reden. Sofort fallen sie in eine Phase des Selbstmitleids, indem sie sich einreden, dass sie nutzlos und wertlos sind. Je häufiger und intensiver sie schlecht von sich denken, desto geringer ist ihr Selbstwertgefühl und desto geringer ist auch das Selbstvertrauen.

Ein geringes Selbstwertgefühl entsteht durch genetische Veranlagung und durch prägende Erfahrungen in der Kindheit, zumeist mit den Eltern oder anderen engen Bezugspersonen, aber auch ganz allgemein durch das soziale Milieu, in dem man aufwächst. Möglicherweise ist ein Mensch mit einem geringen Selbstwertgefühl in der Kindheit und Jugend fortwährend kritisiert, abgelehnt, gehänselt, missachtet oder gar missbraucht worden. Durch den Mangel an positiver Bestätigung von außen konnte sich kein adäquates Selbstbild aufbauen und die Folge sind massive Selbstzweifel.

Die negative innere Stimme – der kritische Analytiker

Jeder von uns hat eine innere Stimme, die in unserem Kopf ständig präsent ist. Bei Menschen mit einem geringen Selbstwertgefühl ist diese Stimme kein Freund und Begleiter, sondern ein Kritiker und Feind, ein niemals schlafen wollender kritischer Beobachter, der alles zu jeder Tageszeit mitbekommt, alle Schwächen und Fehler ganz genau kennt und immer sagt, das alles schlecht und unzureichend ist. Diese Stimme verstummt nie, wenn sie nicht gezügelt wird.

Da helfen auch Alkohol, Drogen und Aufputschmittel nur für einen Augenblick. Verfliegt die Wirkung ist auch die Stimme wieder da. Diese Stimme äußert niemals aufmunternde oder freundliche Worte, sondern greift immer nur an und verurteilt. Sie gibt vor, wie man sein sollte, wie man zu handeln und zu leben hat. Sie hat die Persönlichkeit vollständig im Griff, und jede Zuwiderhandlung wird sofort mit Vorwürfen geahndet. Meist glaubt man auch noch, die Kritik der inneren Stimme sei völlig berechtigt.

Dabei entspricht das, was die kritische innere Stimme verlauten lässt, nicht immer der Wahrheit oder der Wirklichkeit. Oft wird man durch die Stimme verblendet oder manipuliert und lässt sich etwas einreden, was objektiv betrachtet gar nicht vorhanden ist. Man fällt auf die Lügen dieser Stimme herein und tut sich extrem schwer, zwischen Einflüsterungen und der Realität zu unterscheiden.

Deine innere Stimme ertappt dich immer

Das eigentliche Dilemma besteht darin, dass selbst dann, wenn alles perfekt erledigt wurde und es nichts auszusetzen gibt, keine wirkliche Beruhigung einsetzt. Denn in diesem Fall wird der innere Kritiker verlangen, dass es auch in Zukunft so zu sein hat. Wird von der Perfektion abgewichen und schleichen sich wieder Fehler ein, gibt es sofort wieder eine erneute Verwarnung. Es reicht also nicht, perfekt zu sein. Man muss sich ständig Sorgen machen, diesen Zustand auch ja beizubehalten.

Diese kritische Stimme ist sogar so vermessen, von einem einmaligen Vorfall oder Detail sofort auf das Ganze zu schließen. Ist man ein Mal schlecht, dann ist man immer schlecht. Ist man ein Mal gescheitert, dann wird man auch in Zukunft scheitern. Selbst bei Vorfällen, für die man gar keine Verantwortung übernehmen kann, klagt sie an. Wenn der Partner unglücklich ist, dann liegt es daran, dass man sich nicht genug und angemessen um ihn gekümmert hat. Immer bekommt man selbst die Schuld und nie die anderen.

Und wenn man sich selbst bestärken und eine positive Sicht auf die Dinge einnehmen möchte, dann wird der innere Kritiker alles daran setzen, zu beweisen, dass man Unrecht hat und sich nur etwas vormacht. Er wird die eigene positive Einstellung unterlaufen und das Gegenteil behaupten. Weil der Kritiker seine Macht behalten will, wird er sich gegen jede Form positiver Einsicht wehren.

Meist sorgt der Erziehungsstil der Eltern dafür, dass nicht die Kinder an sich erzogen werden, sondern deren innere Stimme. Sie programmieren die Stimme ihrer Kinder sehr gründlich. Sie reden ihnen ein, dass sie ihrer eigenen Natur nicht trauen können. Besser sollten sie auf etwas vertrauen, das außerhalb von ihnen ist. So wird das wahre Ich des Kindes blockiert und es entfernt sich immer weiter von der inneren Bestimmung und seinem natürlichen Weg. Das Ego übernimmt die Macht.

Man muss lernen, seine innere Stimme im Zaum zu halten und ihr beizubringen zu differenzieren. Wenn Sie einen Fehler gemacht haben, dann sollte das situative Verhalten beurteilt und ggf. korrigiert werden. Er darf aber nicht dazu führen, dass der gesamte Mensch verurteilt und als unfähig und wertlos tituliert wird. Wenn nur das Verhalten betrachtet wird, wird nicht gleich die ganze Würde des Menschen in Mitleidenschaft gezogen. Nur weil man einen Fehler oder etwas schlecht gemacht hat, bedeutet dies noch lange nicht, dass man ein schlechter Mensch ist.

Die Auswirkungen eines geringen Selbstwertgefühls

  • Abhängigkeit von der Bestätigung, dem Urteil und der Anerkennung anderer
  • ständiger Druck, anderen gefallen zu wollen und alles perfekt machen zu müssen
  • Angst, Fehler zu machen und falsche Entscheidungen zu treffen
  • ständige Angst vor Ablehnung und Missachtung
  • ständige Grübeleien und übermäßige Selbstzweifel
  • ständiges den eigenen Vorwürfen und Schuldgefühlen Ausgesetztsein
  • Angst vor Versagen
  • Leichte Kränkbarkeit: kleinste negative Bemerkungen haben bereits einen destabilisierenden Charakter und sofort wird wieder an der eigenen Person gezweifelt.
  • Unterschätzung der eigenen Stärken und Überbewertung der eigenen Schwächen. Die Selbstwahrnehmung ist verzerrt und spiegelt nicht die Realität wieder.
  • extrem große Bereitschaft, einen hohen Aufwand zu betreiben, um Fehler zu vermeiden und keinen Anlass zu Kritik zu bieten
  • Aufwenden von viel Zeit für das Einschätzen von möglichen Reaktionen anderer
  • Eigene Wahrnehmung als Opfer durch die subjektiv empfundene Wertlosigkeit: Das Gegenüber wird als überlegen wahrgenommen.

Von besonderer Bedeutung für ein gesundes Selbstwertgefühl ist das Urvertrauen, das sich bereits in der frühsten Kindheit entwickelt. Urvertrauen besagt, dass sich ein Mensch grundsätzlich in dieser Welt willkommen und angenommen fühlt. Dieses Urvertrauen wird dem Kind bereits in den ersten Lebensmonaten durch das entsprechende Verhalten der Eltern vermittelt, indem es auf der einen Seite von den Eltern umsorgt wird und Beachtung findet, auf der anderen Seite auch so akzeptiert wird, wie es ist. Gleichzeitig wird es von den Eltern verständnisvoll angeleitet, sich an bestimmte Regeln im menschlichen Miteinander zu halten und die Grenzen anderer Menschen nicht zu übertreten. 

Das gesunde Selbstwertgefühl

Der Mensch mit einem gesunden Selbstwertgefühl ist sich dessen bewusst, dass er etwas kann und Fähigkeiten besitzt. Er weiß aber auch, dass er nicht alles kann. Diese Tatsache belastet ihn jedoch nicht. Er kann damit umgehen und akzeptiert, auch Fehler zu machen und Schwächen zu haben. Dennoch fühlt sich ein solcher Mensch anerkannt, respektiert, liebenswert und wertvoll.

Ein Mensch mit einem gesunden Selbstwertgefühl kann sich mit allen Fehlern und Schwächen bedingungslos annehmen, er hat Verständnis für sich und kann auch mal ein Auge zudrücken, wenn nicht alles perfekt läuft. Er wird nicht überheblich, eitel oder selbstverliebt. Es geht ihm nicht darum, der Beste sein zu wollen und sich mit seinen Fähigkeiten und Leistungen darzustellen. Er gibt sich einer Aufgabe hin und bleibt sich dabei selbst treu.

Er sieht sich nicht als etwas Besonderes, kennt aber seinen Wert. Seiner kritischen inneren Stimme schenkt er nur bedingt Aufmerksamkeit und nutzt sie nur, um eine bestimmte Situation zu bewerten oder sich selbst zu reflektieren. Er lässt sich aber von seiner inneren Stimme nicht beherrschen und bildet sich ein eigenes unabhängiges und realistisches Urteil.

Auswirkungen eines gesunden Selbstwertgefühls

  • Der Mensch glaubt, liebenswert und wertvoll zu sein.
  • Er kann seine Schwächen und Fehler akzeptieren.
  • Negative Reaktionen aus dem Umfeld belasten ihn kaum.
  • Er läuft nicht irgendwelchen Erwartungen hinterher.
  • Er ist daher gelassener und entspannter.
  • Er hat weniger Zweifel an den eigenen Fähigkeiten.
  • Er ist mutiger als ein Mensch mit geringem Selbstwertgefühl und daher eher bereit, Entscheidungen zu treffen.
  • Kritik kann ihn weniger verunsichern.
  • Er kämpft selbstbewusst für seine Überzeugungen.
  • Er lebt nach seiner eigenen inneren Bestimmung.

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Schritte zu einem besseren Selbstwertgefühl

Die besten Grundlagen für den Aufbau eines gesunden Selbstwertgefühls ist, sich selbst zu erkennen, sich selbst anzunehmen, sich selbst zu fühlen und sich selbst zu leben. Mit anderen Worten sollten Sie sich ausreichend Zeit einräumen, um regelmäßig „Innenschau“ zu betreiben und sich auf sich selbst zu besinnen. Ihre persönliche psychische Kraft können Sie nur aus sich selbst heraus aktivieren. Alles, was Sie benötigen, steckt bereits in Ihnen. Sie müssen es nur entdecken!

1. Sich selbst erkennen

Um ein stabiles Selbstwertgefühl zu bekommen, ist es unerlässlich, sich selbst zu erkennen. Nur wer seine Fähigkeiten, sein Leistungsvermögen, seine Talente, aber auch seine Schwächen und Grenzen objektiv und vollständig erkannt hat, kann daraus ableiten, wie er sein Leben gestalten möchte und dies auch erfolgreich tun kann. Er wird sich dann auch nicht so schnell von seinem Weg abbringen lassen. Gleichzeitig kann er aber auch bewusst entscheiden, was er nicht will, weil er besser erkennen kann, was ihm nicht guttut und seine Fähigkeiten übersteigt.

Wer sich nicht selbst kennt und seine Möglichkeiten nicht realistisch einschätzen kann, wer sich über- oder unterschätzt, muss zwangsläufig zu Zielsetzungen, Vorstellungen und Wünschen kommen, die nicht seiner Veranlagung entsprechen und somit an der Wirklichkeit vorbeigehen. Er muss unvermeidlich zu der Erkenntnis gelangen, dass er durch seine falsche Selbsteinschätzung seine Ziele nicht erreichen kann, wofür er sich in der Folge hassen wird.

Daher muss die Grundlage für ein gesundes Selbstvertrauen die Erkenntnis der eigenen wahren Fähigkeiten und Bedürfnisse, aber auch der Grenzen sein, die man für sein Leben mitbekommen hat. 

Wenn man beginnt, seine innere Natur zu verbiegen, sie zu leugnen und den äußeren Umständen anzupassen, dann muss das irgendwann Unzufriedenheit auslösen. Bei sensiblen Menschen löst dies meistens außerdem Selbstzweifel aus, während Narzissten damit besser zurechtkommen, weil sie nicht nach innen schauen und ihre Gefühle verdrängen. Dieses Gefühl, dass die Außenwelt nicht mit der Innenwelt harmoniert, nehmen feinfühliger Menschen intensiver wahr, weshalb sie immer wieder über ihr Schicksal grübeln müssen, was das Selbstwertgefühl zwangsläufig ins Schwanken bringen muss.

Narzissten suchen sich in der Regel einen Partner, der bescheiden, hilfsbereit und nachgiebig ist. Solche Menschen haben ein feinfühliges Wesen, das zwar leicht als Schwäche ausgelegt werden kann, in Wahrheit aber ihre Stärke ist. Ihre Qualitäten befinden sich eben auf einem anderen Gebiet. Da sie durch diese Feinfühligkeit angreifbar und verletzbar sind, können sie sich gegen die harten seelischen Einwirkungen des Narzissten jedoch nicht ausreichend abgrenzen. Sie brauchen eine längere Zeit, um diese Reize zu verarbeiten.

Dies kann aber ein Narzisst nicht erkennen und hält sie aufgrund ihres weicheren und feinfühligeren Charakters für minderwertig und behandelt seine Partner auch entsprechend. Diese Behandlung bringt solche Menschen sehr schnell dazu, an sich selbst zu zweifeln und sich für ungenügend zu halten. Sie erkennen nicht ihren wahren Wert und beginnen aus Selbstzweifel, sich innerlich der Meinung des Narzissten anzuschließen.

Dabei liegen ihre Fähigkeiten eben weniger in einem kraftvollen und selbstbewussten Gestalten ihres Lebens als vielmehr in einem gefühlvollen, kreativen und karitativen Denken und Schaffen. Ihre Talente liegen auf anderen Gebieten, die der Narzisst nicht zu schätzen weiß. Er erkennt nicht, was für eine wunderschöne und duftende Blume neben ihm lebt. Mit ihren Stärken können die Partner beim Narzissten nicht landen, weshalb sie glauben, dass es Schwächen sind.

Es ist keine Schande, sich nicht gegen einen Narzissten behaupten zu können: es ist eben nur das falsche Umfeld. Sich allein dieser Tatsache bewusst zu sein – dass man für sein empfängliches und feinfühliges Seelenleben ein entsprechendes Umfeld benötigt, das einen gewissen emotionalen Schutz gewährleistet – kann das Selbstwertgefühl ungemein beflügeln, vor allem dann, wenn man das richtige Umfeld gefunden hat.

2. Sich selbst annehmen

Wenn Sie sich selbst erkannt haben, wird es Ihnen auch sehr viel leichter fallen, sich selbst zu akzeptieren. Sie nehmen dann zwar wahr, dass Sie ein paar Schwächen haben, doch stört Sie das nicht mehr sonderlich, weil Sie gleichfalls Ihre Stärken erkannt haben und wissen, womit Sie sich in Zukunft beschäftigen wollen.

Die Beschäftigung mit Ihren wahren Talenten wird Ihnen ganz automatisch eine ungewöhnlich hohe Zufriedenheit und Selbstsicherheit bescheren, weil es die Dinge sind, die Sie gerne tun und die Ihnen leichtfallen. Sie spüren keinen Druck und keine Verpflichtung. Sie spüren, dass etwas aus Ihnen herausfließen möchte und dass Sie gern bereit sind, zu geben.

Sie brauchen Ihre Schwächen dann auch nicht mehr zu verfluchen und zu versuchen, ihre Mängel vor anderen zu vertuschen, sie von sich selbst zu trennen und auf andere zu projizieren. Sie können viel gelassener mit Ihren Fehlern und Schwächen umgehen, weil Sie wissen, dass selbst Ihre Schwächen einen Nutzen für Sie haben können. Sie hindern Sie nämlich daran, in die falsche Richtung zu laufen.

Akzeptieren Sie sowohl Ihre guten als auch Ihre schlechten Seiten. Sie gehören beide zu Ihnen, also freunden Sie sich mit Ihnen an und machen Sie sich bewusst, dass Sie so sein dürfen, wie Sie sind. Dazu benötigen Sie von niemandem die Erlaubnis – es ist sozusagen Ihr Geburtsrecht. Versuchen Sie außerdem die folgenden Grundsätze in Ihr Leben einfließen zu lassen:

  • Seien Sie Ihr bester Freund und Liebhaber. Behandeln Sie sich selbst so, wie sie gerne von anderen behandelt werden möchten.
  • Gehen Sie verständnisvoll mit Ihren Fehlern und Schwächen um.
  • Gehen Sie gegen die innere Stimme Ihres Kritikers an und leisten Sie Widerstand. Glauben Sie nicht alles, was Ihnen diese Stimme zuflüstert. Der innere Kritiker ist ein Bewohner Ihres Körpers, erst ist nicht Ihr Chef.
  • Überprüfen Sie Ihr bisheriges Selbstbild und beobachten Sie Ihre negativen Gedanken. Erkennen Sie, in welchen Punkten Sie sich selbst blenden und etwas vormachen wollen, was nicht den Tatsachen entspricht.
  • Kommen Sie zu stabilen und realistischen Einsichten in Bezug auf Ihre Person.
  • Vergleichen Sie sich nicht mit anderen, machen Sie sich frei von deren Urteil und konzentrieren Sie sich auf sich selbst.
  • Belohnen Sie sich für gute Leistungen oder Taten.
  • Pflegen Sie den Kontakt zu Menschen, die Ihnen guttun.
  • Lernen und üben Sie, mehr für die eigene Überzeugung einzutreten und sagen Sie öfter Nein.
  • Vergeben Sie sich und Ihren Mitmenschen Fehler, indem Sie erkennen, dass wir alle nicht perfekt und auf der Suche nach dem richtigen Weg manchmal orientierungslos sind.

Selbstannahme bedeutet Selbstliebe! Sie sollten lernen, sich selbst im Arm zu halten, zu trösten, Mut zuzusprechen und jeden Tag wie Ihren besten Freund zu behandeln. Wenn Sie nicht in der Lage sind, sich selbst zu lieben, werden Sie auch von anderen nicht geliebt werden können. Ein altes geistiges Gesetz lautet, dass man nur so viel Liebe erfahren kann, wie man für sich selbst empfindet – und kein Gramm mehr!

3. Sich selbst fühlen

Lenken Sie Ihre Aufmerksamkeit mehr auf Ihre inneren Empfindungen. Es ist wichtig, den Kontakt zu den eigenen Gefühlen zu halten. Wer keinen Kontakt zu seinen inneren Empfindungen hat, treibt wie ein Schiff ohne Kompass über die Meere und wird von einer Welle zur nächsten geschubst.

Man kann aber nur dann mit seinen Gefühlen angemessen umgehen, wenn man sich eingesteht, dass überhaupt Gefühle vorhanden sind. Viele laufen vor ihren inneren Gefühlen wie Angst, Traurigkeit oder Einsamkeit weg und suchen lieber nach Zerstreuung im Äußeren oder in Süchten, die sie von ihrem grausamen Innenleben fernhält und eine konstruktive Auseinandersetzung verhindert.

Gefühle wollen aber gespürt werden – dafür sind sie da. Sie sind ein wesentlicher Teil unserer Persönlichkeit, der zwar unterdrückt werden kann, dadurch aber nicht verschwindet. Erst wenn Sie bereit sind, Ihre Gefühle bewusst zu spüren und bejahend anzunehmen, bekommen sie einen Raum in Ihrem Leben und können sich verwandeln.

Wenn man bereit ist, sich selbst anzunehmen, dann kommt man nicht daran vorbei, die eigenen Gefühle genauso anzunehmen wie alles andere an sich auch. Dies kann vor allem durch Meditationen erfolgen, in denen man sich auf die inneren Körperempfindungen konzentriert, auftauchende Gefühle wahrnimmt und entsprechende dazugehörige Bilder aus der Vergangenheit aufsteigen lässt. Das Zuordnen von unterdrückten Gefühlen zu vergangenen Geschehnissen wird die negativen Emotionen nach und nach auflösen, weil sie nun zugelassen, gespürt, angenommen und verstanden werden.

Daher ist es auch so wichtig, nachdem man den Narzissmus und seine Auswirkungen verstanden hat, die Erlebnisse mit dem Narzissten noch einmal gedanklich zu durchleben. Mit dem neuen Wissen und dem Verständnis für den Narzissmus können die Erlebnisse und die begleitenden Gefühle bewusster zugeordnet werden. Das ist die einzige Möglichkeit, sich von den negativen Emotionen und Gedanken zu lösen.

Es ist ein langer, aber sehr klärender und befreiender Prozess, der eine wichtige Vorstufe darstellt, um inneren Frieden zu finden. In dem Maße, wie Sie bereit sind, sich mit Ihren eigenen Gefühlen zu beschäftigen, werden Sie lernen, sich mehr und mehr selbst anzunehmen, und zu vielen Erkenntnissen über sich selbst gelangen, was Ihre innere Stabilität stärken wird. 

4.  Sich selbst leben

Übernehmen Sie Verantwortung für das eigene Leben. Lösen Sie sich aus der Opferposition und beginnen Sie, ein unabhängiges Leben zu führen, in dem Sie die Hauptfigur in Ihrem Film sind. Übernehmen Sie die Regie und suchen Sie die Schuld für Ihr Unglück und Leid nicht immer nur bei den anderen, sondern erkennen Sie sich selbst in allen Dingen, die um Sie herum geschehen, und nehmen Sie diese als freundliche Hinweisschilder auf dem Weg zum eigenen Glück wahr.

Wenn Sie anfangen, so zu denken, dann werden Sie sehr bald hinter allen negativen Situationen, die Sie erleben, eine tiefere Botschaft oder einen Anstoß für Ihre eigene Entwicklung erkennen. Wenn Sie den Code entziffert haben, tun sich möglicherweise ganz neue Chancen und Perspektiven auf. Wenn Sie mit diesem Wissen Ihr Leben reflektieren, wird es Ihnen leichterfallen, Menschen zu vergeben, die Ihnen Böses zugefügt haben, weil Sie erkennen, dass Sie dadurch auf einen neuen und vielleicht auch besseren Weg geführt worden sind.

Gehen Sie aufmerksam durch Ihr Leben und nehmen Sie alle negativen Erfahrungen als ein Warnzeichen an, das Ihnen helfen will, auf dem rechten Weg zu bleiben oder auf den rechten Weg zu kommen. Die Ereignisse um Sie herum lotsen Sie förmlich durch Ihr Leben. Somit können Sie auch zu der Erkenntnis gelangen, dass der Narzissmus, dem Sie begegnet sind, als Chance zu begreifen ist.

Nehmen Sie Ihr Leben aktiv in die Hände und erfüllen Sie sich Ihre Träume. Folgende Ratschläge sollten Sie bei der Umsetzung und zur Stärkung des Selbstwertgefühls beachten:

  • Setzen Sie sich Ziele, die realistisch sind und Ihrer Wesensart entsprechen.
  • Strukturieren Sie Ihre Ziele in Unterziele und Maßnahmen.
  • Denken Sie dabei nicht so sehr an die Erwartungen anderer, sondern orientieren Sie sich in erster Linie an Ihren eigenen Wünschen und Vorstellungen.
  • Verfolgen Sie diszipliniert Ihre Ziele, machen Sie sich einen Zeitplan und lassen Sie sich bei zeitweiligen Rückschlägen nicht entmutigen.
  • Stehen Sie für Ihre Rechte und für Ihre Überzeugungen ein.
  • Nehmen Sie eine positive Lebenseinstellung ein und glauben Sie an Ihren Weg.
  • Treiben Sie regelmäßig eine Sportart, bei der Sie vor allem Ihre Beine bewegen, wie z. B. Laufen, Joggen, Schwimmen, Fußballspielen oder Trampolinspringen. Hierdurch erhöhen Sie Ihre körperliche Spannkraft, die Ihnen auch auf der seelischen Ebene zu mehr Selbstvertrauen verhelfen wird.
  • Nehmen Sie eine positive Körperhaltung ein. Die Körpersprache ist der Ausdruck unserer Gefühle. Wenn wir uns schlecht fühlen, dann drückt dies der Körper aus. Umgekehrt kann eine bewusste Körperhaltung auch auf unsere Psyche wirken. Versuchen Sie einmal aus vollem Herzen zu lachen und sich dabei gleichzeitig unglücklich zu fühlen. Sie werden feststellen, dass dies nicht geht. Seele und Körper korrespondieren miteinander und wirken in beide Richtungen.
  • Sitzen oder stehen Sie aufrecht, sehen Sie Ihrem Gegenüber beim Sprechen in die Augen, stehen Sie sicher und standfest auf Ihren Beinen und haben Sie eine offene Armhaltung. In dieser Haltung werden Sie ganz automatisch auch auf der seelischen Ebene mehr Dominanz und Durchsetzungskraft verspüren. Versuchen Sie es einmal!

Zur Stärkung Ihres Selbstwertgefühls sollten Sie sich mehr mit sich selbst auseinandersetzen. Versuchen Sie, sich besser zu verstehen und Ihnen gegenüber toleranter zu sein. So lernen Sie gleichzeitig, auch andere Menschen besser zu akzeptieren. Das Selbstwertgefühl kann nur in Ihnen selbst reifen durch Ihre Erkenntnisse und die Steuerung Ihrer Gedanken, Gefühle und Ihres Glaubens. 


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