Narzissten im Berufsleben

Narzissten können sich in Positionen, in denen sie Macht haben, besonders gut darstellen und Einfluss auf andere ausüben. Als Führungskraft haben sie das Gefühl, wichtig zu sein. Da Narzissten jedoch über eine ganze Reihe empathischer Defizite verfügen, gelten sie als äußerst schwierige Chefs. Sie stellen unangemessen hohe Ansprüche an ihre Mitarbeiter und erwarten aufopferungsvollen Einsatz. Sie denken ausschließlich zielorientiert und nehmen auf die Belange ihrer Mitarbeiter wenig Rücksicht.

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Narzisstische Führungskraft      Narzisstischer  Chef   ♦   Narzisstische Chefin   ♦   Narzisstischer   Mitarbeiter   ♦   Narzisstischer Kollege

Die narzisstische Führungskraft

Eine Führungsposition wird in der Regel mit einer integren Person besetzt, die Selbstvertrauen, Überzeugungsfähigkeit, Durchsetzungskraft, Entscheidungsfreudigkeit, Kommunikationsfähigkeiten und Charisma besitzt. Wer käme dafür mehr in Frage, als ein waschechter Narzisst? In den meisten Stellenausschreibungen werden daneben aber auch Glaubwürdigkeit und Aufrichtigkeit, Verlässlichkeit, Authentizität, Wertschätzung der Mitarbeiter, Empathie und Kritikfähigkeit verlangt. Hier ist der Narzisst allerdings eine glatte Fehlbesetzung. Weil Personalchefs aber große Probleme haben, solche Wunderknaben mit all diesen Fähigkeiten zu finden, konzentrieren sie sich am Ende auf die Eigenschaften mit der höchsten Effizienz.

Unternehmen leben von Produktivität und Erträgen. Menschen sind wichtig, das weiß jeder der Verantwortlichen, aber eben nicht so wichtig wie das Kapital und das Resultat. Letztendlich muss die Rendite stimmen: der Weg dorthin ist immer zweitrangig. Wenn es um reine Effizienz geht, kann ein Narzisst die beste Besetzung sein. Entschlossen packt er die Aufgaben an und bringt eine Idee zum Erfolg. Gerade wenn sich ein Unternehmen in einer Krise befindet, bedarf es oft durchgreifender Maßnahmen, die ein Narzisst hart und unnachgiebig umsetzen kann.

Der Narzisst zeigt seine Effektivität bereits im Vorstellungsgespräch. Er hat das Talent, sich dabei als äußerst kompetent und jeder Aufgabe gewachsen zu präsentieren. Er legt lupenreine Führungszeugnisse vor und wird, ganz seiner Art entsprechend, auch schon mal übertreiben, was seine früheren Erfolge und Leistungen betrifft. Ein Narzisst weiß, wie er sich aufplustern kann und versteht es, dem Entscheider nach dem Mund zu reden, während der glaubt, den idealen Mann für die Stelle gefunden zu haben.

Narzissten können etwas bewegen und Veränderungen vorantreiben

Das Problem ist nur, dass Narzissten ausschließlich an sich selbst und ihrem persönlichen Erfolg interessiert sind. Das Schicksal der Firma oder der Mitarbeiter ist ihnen weniger wichtig und beides kann geopfert werden, solange sie nicht selbst mit untergehen.  Daher ist ein Narzisst in der Rolle des Vorgesetzten vielfach eine Fehlbesetzung, weil es ihm letztlich nur darum geht, Prestige, Ansehen und Macht zu vermehren. Die Interessen der Auftraggeber oder der Mitarbeiter stehen nur an zweiter Stelle.

Auf der anderen Seite macht sich ein Unternehmen die Energien des Narzissten zu eigen. Durch sein unermüdliches Streben nach Bewunderung erbringt er Leistungen der Superlative. Er will alles perfekt machen und arbeitet dafür Tag und Nacht. In der Überzeugung, nur er könne eine Aufgabe zur Zufriedenheit lösen, errichtet er in seiner Abteilung Kontrollmechanismen, die ihn ständig auf dem Laufenden halten und es ihm ermöglichen, bei kleinsten Abweichungen sofort entschieden einzugreifen.

Er ist unfähig, mit anderen behutsam umzugehen – zu sehr steht der Erfolg im Vordergrund. Er hat geradezu panische Angst davor, zu scheitern oder kritisiert zu werden, und setzt Himmel und Hölle in Bewegung, um einen Misserfolg in jedem Fall zu vermeiden. Auf die Gefühle oder Anliegen seiner Mitarbeiter kann dabei er keine Rücksicht nehmen. Alle haben sich dem großen Ziel unterzuordnen –  nicht weil ein Scheitern dem Unternehmen hohe Verluste bescheren oder Arbeitsplätze kosten könnte, sondern weil der Narzisst fürchtet, schlecht dazustehen.

Raffiniert versteht er es, für seine Interessen gefährliche Tretminen zu umgehen. Die Mitarbeitern, die direkt für ihn arbeiten, sind einer unmenschlichen Arbeitsbelastung ausgesetzt und werden von ihm dabei noch erniedrigt, manipuliert und gegängelt. Daneben führt er geradezu feldherrenartige Rachefeldzüge gegen Kritiker oder Kollegen, die ihm Unzulänglichkeiten andichten wollen. Derjenige, der den Narzissten loswerden möchte, muss aufpassen, dass er nicht selbst schneller von der Bildfläche verschwindet als ihm lieb ist, während der Narzisst sich weiter in seinem Erfolg sonnt.

Eine narzisstische Führungskraft verliert leicht die Realität aus den Augen

Der Narzisst beginnt irgendwann, sich im Glanz seines Erfolgs immer mehr von der Wirklichkeit zu entfernen. Er gerät in einen Zustand, in dem er glaubt, alles sei möglich und er selbst unbesiegbar. Er beginnt, sich nur noch an seine eigenen, zum Teil sehr fragwürdigen Regeln zu halten. Gesetz und Anstand missachtet er und verliert jegliche Bodenhaftung. Doch bekanntlich kommt Hochmut vor dem Fall. Der Absturz erfolgt häufig unerwartet und dramatisch. Wird der Narzisst dann zur Rechenschaft gezogen, kann er die Vorwürfe gar nicht verstehen. Auch in der Niederlage fühlt er sich unfehlbar und ist sich keiner Schuld bewusst. Die Frage der Schuld wird weitergereicht: er hat schließlich stets sein Bestes getan.

Narzisstisches Verhalten scheint heutzutage geradezu eine Voraussetzung für die Erlangung einer Führungsposition zu sein. Narzissten sind durch eine grandiose Selbstinszenierung, ihrer Durchsetzungskraft und Leistungsfähigkeit sowie die tiefe Überzeugung, etwas ganz Besonderes zu sein, gekennzeichnet. Diese Eigenschaften sind in leitenden Positionen gefragt. Es wundert daher nicht, dass Führungspersönlichkeiten recht hohe Narzissmuswerte aufweisen: es scheint geradezu eine Berufskrankheit zu sein. Ihr destruktives Verhalten wird dabei in Kauf genommen: von den Verantwortlichen, die ihre Profite sichern wollen, und von den Untergebenen, die sich nicht wehren können.

Dennoch ist jedes Unternehmen, das langfristig erfolgreich am Markt operieren möchte, gut beraten, seine Führungskräfte auf narzisstische Eigenschaften zu durchleuchten und das eigennützige Agieren mit den Zielen des Unternehmens abzustimmen. Eine Führungskraft mit starken narzisstischen Zügen sollte nur einen begrenzten Zuständigkeitsbereich erhalten oder für zeitlich befristete Projekte eingesetzt werden. Narzissten neigen bei scheinbar grenzenlosem Erfolg und uneingeschränkten Kompetenzen zu Größenwahn, mit dem sie jedes Unternehmen in den Ruin stürzen können.


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Der narzisstische Chef

Narzissten können in einer Führungsposition ihrem Bedürfnis nach Macht und Kontrolle am besten nachkommen. Als Vorgesetzter betrachtet der Narzisst seine Mitarbeiter als Instrument, um seine Ziele zu erreichen. Mitarbeiter sind einzig dazu da, dem Narzissten zuzuarbeiten und Dinge zu tun, die dem Fortkommen des Narzissten und seinem Ruhm dienlich sind. Die Mitarbeiter machen die Arbeit, sind kreativ, schuften, machen Überstunden und treffen alle Vorbereitungen. Der Narzisst stellt die Ergebnisse vor und erntet das Lob und die Anerkennung.

  1. Der narzisstische Chef interessiert sich nicht für seine Mitarbeiter. Er baut nicht wirklich eine Beziehung zu ihnen auf. Für ihn haben die Mitarbeiter zu funktionieren wie Automaten: verlässlich und exakt. Die individuelle Struktur des Mitarbeiters interessiert ihn nur in Bezug auf das Ergebnis seiner Arbeit.
  2. Der narzisstische Chef zeigt nach außen gute Manieren. Er ist stets korrekt gekleidet, hat ein charmantes Auftreten und kann sehr zuvorkommend sein. Er kann andere begeistern und mitreißen. Er zeigt Führungsqualitäten und strahlt eine Souveränität aus.
  3. Der narzisstische Chef übt eine starke Kontrolle aus. Er will die gewünschten Ziele erreichen, und das um jeden Preis. Aus diesem Grund behält er alles im Augen, schon kleinste Abweichungen werden bemängelt. Er will immer das bestmögliche Ergebnis erzielen.
  4. Der narzisstische Chef erwartet Perfektion. Er verlangt viel von sich selbst und erwartet dasselbe auch von seinen Mitarbeitern. Mit durchschnittlichen Ergebnissen kann er sich nicht zufrieden geben. Er will immer besser sein als alle anderen und das Maximale erreichen. Seine Ergebnisse sollen die Bewunderung seiner Mitmenschen und vor allem die seiner Vorgesetzten hervorrufen. Das ist seine Triebfeder.
  5. Es herrscht ständige Anspannung am Arbeitsplatz. Durch die andauernde Präsenz des Narzissten und seine Angewohnheit, sich immer und überall einzumischen, die Leistungen ständig zu bewerten und im schlimmsten Fall grob oder unsachlich zu kritisieren sowie die Mitarbeiter gegeneinander auszuspielen, herrscht ein bedrückendes Arbeitsklima.
  6. Der narzisstische Chef ist ein Workaholic. Sein Leben richtet sich ausschließlich auf den Erfolg, privates Glück kann ohne weiteres geopfert werden. Er arbeitet Tag und Nacht und nimmt sich Arbeit mit ins Wochenende oder in den Urlaub. Er kann nie wirklich abschalten.
  7. Der narzisstische Chef hat ein eingeschränktes Gewissen. Zur Erreichung seiner Ziele, aber besonders zum Machterhalt ist ihm jedes Mittel recht. Mit Schuldzuweisungen, Intrigen, Anschwärzen, dem Verbreiten von Lügen und der gezielten Weitergabe falscher Informationen, oder der Unterschlagung von Informationen, kann er jedem schaden, der ihm gefährlich wird.
  8. Der narzisstische Chef wechselt ständig die Position. Seine Einstellung kommt eben darauf an, woher der Wind gerade weht. Kann er heute noch mit eiserner Überzeugung einen Standpunkt vertreten, fällt es ihm schon am nächsten Tag überhaupt nicht schwer, das genaue Gegenteil zu verkünden, so als hätte er niemals eine andere Meinung gehabt.
  9. Der narzisstische Chef hat loyale Anhänger. Er hat immer ihm wohlgesonnene Lakaien oder Speichellecker um sich, die bereitwillig nicken, sich selbst gerne an der Macht anlehnen und ihren Chef ohne Zögern und in jeglicher Form unkritisch unterstützen. Entweder folgen sie ihm uneingeschränkt, weil sie ihn bewundern, oder, weil sie ihn fürchten.
  10. Der narzisstische Chef entwertet. „Nur Schwachköpfe um mich herum, die alles falsch machen!“ Er glaubt, dass nur er alles richtig machen kann, alle anderen machen ständig Fehler. Damit rechtfertigt er auch seinen Kontrollzwang und seine permanente Präsenz.
  11. Der narzisstische Chef hat starke Neidgefühle. Er kann mehr oder weniger starke Neidgefühle gegenüber Mitarbeitern oder Kollegen empfinden, wenn diese beruflichen Erfolg haben oder einfach nur zufrieden mit ihrer Arbeit sind. Der Narzisst erlebt dies gleichermaßen als Kränkung wie auch als Gefahr.
  12. Der narzisstische Chef klebt auf seinem Stuhl. Er wird niemals freiwillig seine Position räumen, es sei denn, es geht für ihn eine Etage höher. Mit Macht- und Ränkespielchen wird er jeden von seinem Bereich fernhalten, der an ihm vorbeiziehen möchte.
  13. Der narzisstische Chef liebt Statussymbole. Es ihm wichtig, ein eigenes und das schönste Büro auf der Etage zu haben. Er braucht eine eigene Sekretärin und hat natürlich einen Firmenwagen. Sein Büro ist mit Urkunden und Auszeichnungen dekoriert.
  14. Der Narzisst glaubt immer, ein guter Chef zu sein. Von allein kommt ein echter Narzisst nicht auf die Idee, sich die Frage zu stellen, ob er ein guter Chef ist. Er glaubt, für das Unternehmen unentbehrlich zu sein und von seinen Mitarbeitern als verständnisvoller und einfühlsamer Chef gesehen zu werden.


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Die narzisstische Chefin

Die narzisstische Chefin unterdrückt in ihrer Persönlichkeit den weiblichen Anteil und lebt fast ausschließlich das männliche Prinzip. Würde sie sich wie eine Frau verhalten, wäre sie für die Position einer Vorgesetzten – geschweige innerhalb eines Vorstandes – ungeeignet. Sie hat die gleichen Motive wie der narzisstische Mann. Sie will in ihrer Funktion Außergewöhnliches leisten und dafür bewundert werden.

Somit unterscheidet sich der Führungsstil einer narzisstischen Chefin nicht allzu sehr von dem ihrer männlichen Kollegen – außer, dass sie eben eine Frau ist. Und genau hier liegt die Brisanz: Frauen glauben, sich gegenüber Männern behaupten und noch besser als ein Mann sein zu müssen, um in einer „Männerwelt“ akzeptiert zu werden. Es ist davon auszugehen, dass eine Vorgesetzte mit einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung ihre Symptome noch deutlicher und konsequenter ausleben wird, als dies ein Mann schon tut.

Ein kaum zu überbietendes Beispiel stellt Meryl Streep in dem Film „Der Teufel trägt Prada dar. In der Rolle der Miranda Priestly bringt sie die narzisstischen Züge so deutlich zum Ausdruck, dass selbst der narzisstischste Mann vor diesem Auftreten und dieser Aura erschaudern muss. Jeder, der die nonverbale Kommunikation eines Narzissten studieren möchte, kann in diesem Film dank der grandiosen Interpretation von Meryl Streep einzigartige Beispiele dafür finden. Was Worte nicht zu leisten vermögen, kann ein einziger Blick erreichen. Kaum vorstellbar, dass es so etwas wirklich geben kann. Doch narzisstische Frauen in Führungsrollen sind tatsächlich schlimmer als Männer.


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Der narzisstische Mitarbeiter

In der Rolle des Mitarbeiters ist der Narzisst nicht viel pflegeleichter als in der Rolle des Chefs. Der Vorgesetzte hat mit einem narzisstischen Mitarbeiter – auch wenn dieser tüchtig ist und hervorragende Ergebnisse erzielt – weitaus mehr Arbeit, als mit seinen anderen Mitarbeitern. Ständig sucht der narzisstische Mitarbeiter nach Bestätigung und fordert diese bei seinem Chef aktiv ein.

Der narzisstische Mitarbeiter sucht die Nähe zu seinem Chef, weil er sein Wissen anzapfen möchte. Er will vorankommen und kann daher gar nicht genug Informationen erhalten. Außerdem fällt er in der Nähe seines Chefs mehr auf und kann sich von den gewöhnlichen Kollegen absetzen. Für seine Karriere ist er sogar bereit, seinem Chef in den Hintern zu kriechen, selbst wenn er innerlich eine grundsätzlich andere Meinung vertritt. Diese würde er seinen Chef jedoch niemals wissen lassen, wohl aber dessen Chef, um ihn anzuschwärzen und loszuwerden.

Ein narzisstischer Mitarbeiter arbeitet unentwegt an seiner Karriere

Er ist enorm ehrgeizig, setzt sich ungemein für seinen Chef und die Abteilung ein und arbeitet Tag und Nacht. Sein eigentliches Ziel ist jedoch, selbst die Karriereleiter hinaufzuklettern. Deshalb muss er sich so großmachen und so laut agieren: Damit ihn selbst der Vorstand aus den oberen Etagen nicht übersehen kann. Ein narzisstischer Mitarbeiter wird sich auch nicht davor scheuen, der Karriere wegen seinen direkten Vorgesetzten vom Stuhl zu stoßen, auch wenn der ihn nach bestem Wissen gefördert hat. Wer einen Narzissten unter sich hat, muss damit rechnen, dass er ihn plötzlich vor sich hat.

Ein narzisstischer Mitarbeiter ist immer ein schlechter Teamplayer

Immer geht es ihm nur um die eigene Karriere, das Wohl der anderen ist ihm nicht wichtig, es sei denn, es ist zwischenzeitlich hilfreich für ihn, einen anderen zu unterstützen. Er leidet häufig unter Stimmungsschwankungen und kann es nicht ertragen, wenn sich andere bei der Arbeit wohlfühlen. Mit seiner pessimistischen Grundstimmung kann er das gesamten Teams „herunterziehen“ und durch unangebrachte Kritik oder beleidigende Äußerungen starken Unfrieden unter den Kollegen stiften. Geht es dann allen schlecht, fühlt er sich wieder besser.

Aus rein egoistischen Motiven kann er sich für die Kollegen einsetzen

Oft macht sich der narzisstische Mitarbeiter auch für Schwächere stark oder geht gegen unhaltbare Zustände in der Abteilung an. Auf diese Weise kann er seiner inneren Wut eine Richtung geben. Er setzt dann seine Energie ein, um Ungerechtigkeiten im Unternehmen zu bekämpfen, und engagiert sich aufopferungsvoll für ein ehrenwertes Ziel. Verdächtig ist dabei allerdings die Unerbittlichkeit, mit der er sein Ziel erreichen will und die jegliche Verhältnismäßigkeit vermissen lässt. Am Ende bleibt die Frage, ob es ihm wirklich um die lieben Kollegen ging oder ob er nicht in Wahrheit andere Motive verfolgte.

Für seinen Einsatz fordert der narzisstische Mitarbeiter Privilegien

Seiner Ansicht nach stehen im Privilegien zu, schließlich arbeitet er mehr als andere und bringt bessere Ergebnisse. Meist verlangt er eine andere Arbeitsausstattung und begründet dies damit, so bessere Resultate erzielen zu können. Werden ihm diese Mittel vom Vorgesetzten nicht bewilligt, wendet er sich an die nächsthöhere Instanz. Regeln innerhalb einer Abteilung sieht er nur als allgemeine Empfehlungen an, die er lediglich in Ausnahmefällen befolgt. Er ist davon überzeugt, da er ohnehin bessere Ergebnisse als andere erzielt, eine Sonderbehandlung genießen zu dürfen. Andere Leistungen rechtfertigen eben andere Regeln!

Als Vorgesetzter sollten Sie einem narzisstischen Mitarbeiter viele und vor allem sehr schwierige Aufgaben stellen, mit einem selbständigen, aber begrenzten Wirkungsbereich. Erstens verlangt der Narzisst ohnehin danach und zweitens wird er so daran gehindert, unnötige Unruhe in der Abteilung zu stiften. Achten Sie jedoch darauf, dass Sie ihn nicht total überfordern. Das würde ihn zu sehr frustrieren und nur seine Wut beflügeln.


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Der narzisstische Kollege 

Der narzisstische Kollege am Arbeitsplatz wird dadurch auffallen, dass er meist alles besser weiß und kann, in der Regel ein gutes Verhältnis zu seinen Vorgesetzten pflegt und darauf achtet, gegenüber seinen Kollegen – aufgrund seiner außergewöhnlichen Leistungen – Privilegien genießen zu dürfen. Zum Beispiel hat er ein größeres Büro, einen schnelleren PC, das neueste Handymodell oder andere Arbeitszeiten.

Auffallend ist auch, dass er stets besser über alle Abläufe in seiner Abteilung und über alle Kollegen informiert ist. Hat er eine Information exklusiv erhalten, muss er die Neuigkeit als Erster verkünden und gibt sie natürlich auch nur unter dem Siegel der Verschwiegenheit weiter. Doch er wusste es vor allen anderen! Er selektiert gründlich, wer diese Information erhalten darf und wer besser nicht die ganze Wahrheit erfährt. In solchen Momenten empfindet er das berauschende Gefühl von Macht – wenn auch nur für kurze Zeit.

Der narzisstische Kollege geht mutig voran

Er setzt sich an die Spitze der Arbeitskollegen und vertritt diese nach außen. Da er über alles im Bilde ist und sich auch am besten darstellen kann, wird sich ihm niemand in den Weg stellen. Jeder glaubt, dass er die Interessen der Kollegen am besten vertreten kann, was häufig auch der Fall ist. Auf diese Weise kann er sich bei den Kollegen beliebt machen. Seine monologartigen Ausschweifungen beinhalten aber meist nur leere Worthülsen, die jedoch gut und überzeugend klingen.

Der narzisstische Kollege verteilt seine Arbeit

Nachdem er das Vertrauen und den Rückhalt der Kollegen gewonnen hat, beginnt der Narzisst allmählich damit, an die Kollegen Aufgaben zu delegieren, die natürlich als Gefälligkeiten ausgegeben werden. Dies funktioniert aber nur so lange, wie der Narzisst seinen Kollegen auch etwas zurückgibt, beispielsweise Belobigungen und Danksagungen oder auch Privilegien. Der Narzisst strebt die heimliche Führerschaft innerhalb des Kollegenkreises neben dem eigentlichen Vorgesetzten an. Er ernennt sich selbst zum designierten Stellvertreter. Oft glaubt er auch, der eigentliche Chef der Abteilung zu sein.

Der narzisstische Kollege wird das Aushängeschild der Abteilung

Keiner wagt mehr einen Vorstoß, bevor er nicht die Meinung des narzisstischen Kollegen gehört und dessen Reaktion abgewartet hat. Man schließt sich seiner Meinung unkritisch an und traut ihm zu, stets zum Wohle der Gruppe zu entscheiden. Kommt ihm jedoch jemand in die Quere oder präsentiert sich jemand kompetenter als der Narzisst, so wird dieser alles daran setzen, den übereifrigen Kollegen zu denunzieren. Er wird seine Schwachstellen aufdecken und ihn öffentlich bloßstellen. Er wird Tatsachen verdrehen, pauschale und unsachliche Behauptungen aufstellen und Gerüchte in die Welt setzen. Kurzum: Er wird alle Mittel nutzen, ihn loszuwerden.

Potenzielle Konkurrenz und Störfaktoren werden beseitigt

Da er für jegliche Form herannahender Gefahr sehr sensible Antennen hat, wird der Narzisst bereits reagieren, wenn sich eine Gefahr noch gar nicht gezeigt hat, sondern sich lediglich andeutet. Soll z.B. ein neuer Kollege eingestellt werden oder in seine Abteilung wechseln, von dem er weiß, dass dieser ihm überlegen ist, wird er seinen guten Draht zum Chef nutzen, um diesen davon zu überzeugen, dass der Neue in diesem Team ein Störfaktor oder nutzlos sein wird. Mit den unglaublichsten, aber meist sehr überzeugenden Begründungen wird er den Chef dazu bringen, von dieser Idee abzurücken. 

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