Der Führungsstil des Narzissten

Auch wenn es heute viele unterschiedliche Führungsstile gibt, so ist es doch immer wieder auffällig, wie sehr sich das Führungsverhalten eines Narzissten an dessen charakteristischen Eigenarten orientiert. Scheinbar praktiziert er einen modernen Führungsstil, der Vertrauen, Fairness und Offenheit vortäuscht, doch lässt sich bei genauere Betrachtung der patriarchalische Führungsstil nicht verbergen.

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Die Eigenschaften eines Narzissten können der Führung eines Unternehmens durchaus förderlich sein. So können sein Mangel an Empathie und eine gewisse Rücksichtslosigkeit von Vorteil sein, wenn man bei tiefgreifenden Restrukturierungsmaßnahmen in Krisenzeiten konsequent und schnell vorgehen muss. Mitarbeiter, die ihren Arbeitsplatz räumen müssen, werden weniger bedauert, was den Ausspruch einer Kündigung beschleunigt. Auch das Anordnen von endlosen Überstunden bis hin zur völligen Erschöpfung bereitet dem Narzissten kein schlechtes Gewissen.

Außerdem kann sich ein Unternehmen die Gier des Narzissten nach Macht, Status, Ansehen und Erfolg zunutze machen. Von dieser gewaltigen Energie kann ein Betrieb profitieren, wenn er es dem Narzissten ermöglicht, seine Zielstrebigkeit, sein Streben nach Perfektion, seinen Drang, immer größere Leistungen vollbringen zu wollen sowie seinen Kampfgeist, immer besser als der Wettbewerb sein zu müssen, voll zu entfalten. Je mehr Freiheiten ein Narzisst erhält, desto mehr kann er die Eigenschaften, die für schnelle Resultate erforderlich sind, ungehindert ausleben.

Auf der anderen Seite hat der Narzisst die Neigung, seine Handlungen falsch einzuschätzen und über das Ziel hinauszuschießen. Bekommt er keine Grenzen aufgezeigt, kann er sich nur allzu leicht in einem Größenwahn verfangen, was oft genug dazu führt, dass er ein Unternehmen mit viel Brimborium gegen die Wand fährt. Außerdem gilt sein Interesse nicht vorrangig dem Unternehmen: Er braucht es nur als Bühne, um seine eigene Grandiosität zu inszenieren. Insofern wird er immer Entscheidungen treffen, die in erster Linie seinem eigenen Vorteil dienen und weniger dem langfristigen Unternehmenserfolg.

Welche Führungsstile kommen in Frage?

Einen Narzissten kann man schon allein an der Wahl seines Führungsstils erkennen. Hier zeigt sich nämlich bereits in seinem Vorgehen sowie der Gestaltung der Organisation und der Strukturen, dass er vor allem an raschen Ergebnissen interessiert ist, die wenig Spielraum für die Ideen von Mitarbeiter lassen. Dabei werden die folgenden drei Führungsstile nach Kurt Lewin, dem Mitbegründer der modernen experimentellen Sozialpsychologie, unterschieden:

1. Der autoritäre bzw. hierarchische Führungsstil

Hierbei delegiert der Vorgesetzte ohne jegliche Mitsprache seiner Mitarbeiter alle Anweisungen und Aufgaben. Entscheidungen trifft nur er, ohne die Meinung seiner Mitarbeiter einzubeziehen. Es wird kritikloser Gehorsam erwartet, bei Zuwiderhandlungen erfolgen Bestrafungen. Dieser Führungsstil hat den Vorteil einer hohen Entscheidungsgeschwindigkeit, vorausgesetzt der Chef kennt alle Antworten und besitzt eine hohe fachliche Kompetenz. Auf der anderen Seite sind die Mitarbeiter aufgrund der Einschränkung ihrer persönlichen Freiheit durch diesen Führungsstil wenig motiviert, weshalb eine Zielerreichung oftmals fast ausschließlich von den Fähigkeiten des Vorgesetzten abhängt. Die Mitarbeiter beschränken ihre Tätigkeit auf die rein mechanische Ausführung ohne die Anweisungen in Frage zu stellen.

2.  Der demokratische oder kooperative Führungsstil

Hierbei bezieht der Vorgesetzte seine Mitarbeiter in das Betriebsgeschehen mit ein und fragt aktiv nach deren Fachwissen, Meinung und Erfahrungen. Die Motivation der Mitarbeiter ist bei diesem Führungsstil sehr viel höher, weil hier die Entfaltung der eigenen Kreativität und die Förderung einer größeren Selbstständigkeit gegeben sind. Da bei diesem Führungsstil mehrere Köpfe mit Sachverstand über eine Entscheidung beratschlagen, hängt der Erfolg nicht alleine vom Wissen und von den Fähigkeiten des Vorgesetzten ab. Es ist davon auszugehen, das die Mitarbeiter eine höhere Identifikation mit dem Unternehmen entwickeln und sich produktive und schlagfertige Teams bilden. Auf der anderen Seite dürfte der Prozess der Entscheidungsfindung deutlich länger sein.

3.  Der Laissez-faire-Führungsstil

Hierbei bestimmen die Mitarbeiter ihre Arbeit, die Aufgaben und die Ziele weitestgehend selbst. Der Vorgesetzte greift nicht in das Geschehen ein, sondern gibt nur eine grobe Richtung vor. Weder hilft er den Mitarbeitern noch korrigiert er. Dieser Führungsstil soll die Eigenständigkeit der Mitarbeiter fördern. Auf der anderen Seite besteht die Gefahr von mangelnder Kompetenz, Rivalitäten und eines unproduktiven Durcheinanders, weil die führende und ordnende Hand fehlt.

Der Narzisst in einem demokratischen Führungssystem

Der autoritäre Führungsstil kommt der Mentalität des Narzissten am nächsten. Würde er demokratisch führen müssen, dann käme er in Konflikt mit seinem Selbstbild der eigenen Größe. Er müsste bereit sein, sich einzugestehen, dass andere auch Recht haben können und in ihren Fähigkeiten ihm ebenbürtig oder sogar besser sind als er. Das aber ist einem Narzissten eben nicht möglich. Er allein will das Sagen haben, weil er glaubt, alles besser zu wissen und zu können. Der narzisstische Chef will sich nicht unterordnen. Er strebt nach Privilegien, großen Erfolgen und einer Erhöhung seiner Person und kann sich daher nicht partnerschaftlich verhalten und auf die Vorstellungen anderer Rücksicht nehmen.

Daher kann er zwar in einem solchen System nach außen demokratisch führen, in Wahrheit aber achtet er darauf, dass alles so geschieht, wie er es sich wünscht. Die gespielte Demokratie hinterlässt bei den Mitarbeitern dann sehr häufig einen üblen Beigeschmack. Der Narzisst veranstaltet aufwendige Treffen, bei denen sich jeder in einer Diskussionsrunde beteiligen kann. Es werden Arbeitsgruppen gebildet, die bestimmte Fragen und Aufgabenstellungen lösen oder Vorschläge zu deren Lösung machen sollen, oder es werden aus der Belegschaft sogenannte Experten oder Vertraute bestimmt, die ein bestimmtes Projekt bearbeiten sollen.

Das ändert aber alles nichts an der Tatsache, dass das Endergebnis der Ausarbeitungen für den Narzissten im Grunde schon feststeht. Durch die enge Festlegung von Tagungspunkten und Aufgabenschwerpunkten sowie durch die Auswahl der Moderatoren und deren Gruppenführung wird der Findungsprozess so gesteuert, dass am Ende nur die Lösung herauskommen kann, die der Narzisst ohnehin haben will. Das sieht dann zwar nach Demokratie aus und bewahrt somit den Schein eines mitarbeiterfreundlichen Führungsstils, ist aber im Grunde eine verkappte Diktatur. Die Mitarbeiter kommen nur zum Tanzen: die Musik und den Takt bestimmt der Narzisst allein.

Der Narzisst in einem laizzez-faire-geführten Unternehmen

Würde er nach dem Laissez-Faire-Stil führen, käme der Narzisst in Konflikt mit seinem Drang nach Perfektion. Er könnte es niemals zulassen, dass jeder machen kann, was er gerade will. Das Ergebnis muss unbedingt seinen Vorstellungen entsprechen. Abweichungen kann er nicht dulden. Eigenständige Vorschläge, die nicht seinen Vorstellungen entsprechen, verursachen nur unerfreuliche Diskussionen und halten unnötig auf. Außerdem braucht er die Kontrolle über alle Abläufe. Er muss ständig Anweisungen geben und notfalls korrigierend eingreifen, damit jeder in seinem Sinne arbeitet und nicht am Ende das Ziel verpasst wird, denn mit Niederlagen und Fehlern kommt ein Narzisst nicht zurecht.

Hat eine ihm übergeordnete Instanz aber angewiesen, dass der Narzisst nach dem Laissez-faire-Stil zu führen hat, dann wird er sich in die Arbeit der Kollegen auch nicht einmischen, weil ihn das seinen Job kosten könnte. Aller Voraussicht nach wird er seine Freiheiten dazu nutzen, auf eigene Faust die besten Ergebnisse zu erzielen und sich von allen anderen abzuheben. Er wird sich als wenig teamfähig erweisen und durch seine drängelnde Art bei den Mitarbeitern und Kollegen eher Unbehagen auslösen. Der Narzisst wird versuchen, alle anderen zu manipulieren, sie von seinen Ideen zu überzeugen und sie an seine Vorgehensweise zu gewöhnen. Solche Menschen erweisen sich in einem liberalen Unternehmen als Querulanten, Chaoten, Intriganten und Nörgler. Sie können das gute Miteinander durch ihren unruhigen Charakter permanent stören und halten sich an keine Regeln.

Der Narzisst in seiner Paraderolle

Der Narzisst liebt es, nach Gutsherrenart zu führen. Er führt die Mitarbeiter, wie es ihm gerade in den Sinn kommt, und betrachtet seine Angestellten als sein persönliches Eigentum. Da er sie bezahlt, müssen sie auch das machen, was er sagt. Und da entscheidet häufig die Tageslaune über das momentane Führungsverhalten, was wenig objektiv ist und die Mitarbeiter in ständiger Ungewissheit hält. Ein Klima der Angst breitet sich aus, weil man nie weiß, wie der narzisstische Vorgesetzte als Nächstes reagieren wird. Regeln, Gesetze und die guten Sitten werden nicht beachtet: das Gesetz ist der Narzisst. Durch diese Willkür entwickelt sich eine regelrechte Schreckensherrschaft, die für ein sehr schlechtes Betriebsklima sorgt und in der Regel mit einer hohen Fluktuation verbunden ist.

Das Führungsverhalten des Narzissten äußert sich dann wie folgt:

    • Der Narzisst zwingt Wider­spruch nie­der, auch wenn der Ein­wand berech­tigt ist.
    • Er ent­wer­tet Kon­kur­ren­ten und redet schlecht über sie, um sich selbst auf­zuwerten.
    • Er riva­li­siert mit Mit­ar­bei­tern, reißt ihnen die Arbeit aus der Hand und erledigt sie selbst.
    • Er macht sich und ande­ren unrea­lis­ti­sche Ver­spre­chun­gen und ver­leug­net Schwie­rig­kei­ten.
    • Er lie­fert sich Schmeich­lern aus, die ihn auch bei Feh­lern nar­ziss­tisch bestätigen.
    • Eigene Schwächen kann er nicht wahrnehmen und er stellt sich keiner Selbstkritik.
    • Wenn es seiner Karriere förderlich ist, kann er sich nach oben „kriechen“.
    • Konkurrenten, Neider und Kritiker werden mit allen Mitteln bekämpft.
    • Der Narzisst ist erfolgsorientiert und lehnt durchschnittliche Leistungen ab.
    • Intoleranz gegenüber kleinsten Schwächen und Fehlern.
    • Der Narzisst redet hinter dem Rücken seiner Mitarbeiter schlecht von ihnen.
    • Er spielt Mitarbeiter untereinander aus.
    • Erfolge verbucht er für sich, Misserfolge schiebt er den anderen zu.
    • Er trennt sich sehr schnell von Mitarbeitern, wenn sie nicht auf Anhieb seinen Vorstellungen entsprechen. „Versager“ werden gnadenlos ausgetauscht.

Man sollte sich nicht blenden lassen, wenn ein Narzisst nach außen hin einen modernen und scheinbar mitarbeiterfreundlichen Führungsstil praktiziert: Er passt sich dann nur den Konventionen oder Bestimmungen an, um nicht seinen eigenen Job aufs Spiel zu setzen. In Wahrheit aber sucht er immer nach Wegen, um seine Ziele und Interessen möglichst rasch umzusetzen und sich alle Störenfriede unauffällig vom Hals zu schaffen. Ein Narzisst möchte um sich am liebsten seelenlose Roboter haben, die seine Ansichten teilen und seine Anweisungen widerspruchslos ausführen. Jeder, der von seinem Kurs abweicht, auch wenn es der Sache noch so dienlich wäre, wird bestraft, missachtet oder „entsorgt“.

Ein Vorstand, der einen narzisstischen Manager einstellt, sollte sich daher immer regelmäßig ein genaues Bild von der Entwicklung seiner Abteilung machen. Dabei sollte er sich nicht nur auf die Zahlen und Worte des Narzissten verlassen – sie könnten allesamt geschönt sein. Vielmehr sollte eine laterale Verbindung zu anderen Kollegen, Mitarbeitern oder Abteilungen, aber auch Kunden und Lieferanten bestehen, um sich ein ehrliches Feedback über die Arbeit des Narzissten geben lassen zu können. Ein narzisstischer Manager sollte in seinen Kompetenzen eingeschränkt sein und sich einer regelmäßigen Überwachung unterziehen. So viel, wie er vielleicht für ein Unternehmen leisten kann, so viel kann er auch zerstören.

Veröffentlicht in Beruf und Führung
7 Kommentare zu “Der Führungsstil des Narzissten
  1. Klara sagt:

    Mein narzisstische Chef macht Vorschriften, die für andere gelten. Er arbeitet nicht selber, sondern er lässt arbeiten. Umgibt sich mit Trophäen aus seinem Leben zum Zeigen: seht mal her, das kann ich mir leisten.
    Verspricht Dinge und hält sie nicht. Ganz viel heisse Luft. Klappt etwas nicht, sind die Anderen schuld. Kritik ist nicht erwünscht, sonst wird einem der Krieg erklärt.
    Sprachlich äusserst gewandt.
    Empathie wird vorgespielt, ist aber nicht wirklich vorhanden.
    Selbstbeweihräucherung und Bauchpinseln ist angesagt.

  2. Elena sagt:

    Sehr geehrter Herr Grüttefien,
    auch ich finde Ihre Website in vieler Hinsicht hilfreich. Danke dafür. Eine gewisse Zeit hatte ich einen Chef, der viel narzisstische Eigenschaften hatte, den laissez-faire-Stil aber über weite Strecken praktiziert hat. Der wirtschaftliche Erfolg war in seiner Position unwichtig, es ging um Ansehen. Er war sehr stolz auf sein laissez-fair und trotz seiner Eitelkeit auch beliebt, weil man nicht viel arbeiten musste, solange man ihn bewunderte. Er konnte über Lob und Betonung des „Elitären“ der ganzen Mannschaft gut motivieren. So gab es Mitarbeiter, die über die Maßen viel geleistet haben, weil sie seine Anerkennung wollten und andere, die trickreicher waren, ihr eigenes Süppchen gekocht oder sich einen schlauen Lenz gemacht haben. Leider war ich so dusselig, dass ich zur ersten Gruppe gehört habe. Trotzdem habe ich, als jemand der zu Ängstlichkeit und ungesunder Bescheidenheit neigt, eine gewisse Zeit von seiner Art profitiert, weil er meine Kreativität geschätzt hat (an der es ihm ein wenig mangelte) und mich gepusht hat, selbstsicherer aufzutreten.
    Früh im Leben habe ich schlimme Erfahrungen mit narzisstisch agierenden Menschen gemacht. Nach einer ähnlichen Erfahrung mit einem Partner (jetzt zum Glück Ex), möchte ich mich vor allem im Umgang mit narzisstisch handelnden Menschen weiterentwickeln. Da haben Sie einige gute Artikel auf Ihrer Website. Es gehören ja tatsächlich zu jeder Dynamik mindestens zwei Menschen und Chancen für persönliches Wachstum zu erkennen, ist sehr hilfreich.
    Herzliche Grüße
    Elena

  3. Elisabeth Ramovic sagt:

    Seit über 10 Jahren bin ich im Lager in einem Familienbetrieb beschäftigt. Mein chef ist ein Narzist und sehr dominant. Ich habe mir bisher immer viel gefallen lassen, auch seine cholerischen Anfälle, aber jetzt ist Schluß mit lustig. Da ich auch dominant bin, lasse ich mir nun nichts mehr gefallen. Ich habe Ihm mit einem Anwalt gedroht. Wenn ich den Job verliere habe ich noch einen zweiten Job. Angst vor Arbeitslosigkeit habe ich nicht, das hab ich ihm auch deutlich zu verstehen gegeben. Da ich wohl evtl eine weibliche Form des Narzissmus habe, streite ich mit meinem noch Vorgesetzten seit Jahren hin und her. Er kann mich zwar kündigen, müßte mich aber sehr hoch abfinden da ich eine Schwerbehinderungsanstellung habe. Bossingsversuche habe ich bisher erfolgreich abgewehrt. Was passiert wenn ein männlicher auf einen weiblichen Narzisten trifft.

  4. Ich-bins sagt:

    Hallo Herr Grüttefien,

    vielen Dank für ihre überaus tolle Seite. Ich studiere sie seit etwa zwei Wochen.

    Ich habe sagenhaft viele Antworten auf meine seit Jahre gestellte Fragen bekommen.
    Erst durch ein privates Gespräch mit einer Psychologin – der ich mal das Verhalten meines Kompagnon geschildert habe – bin ich überhaupt auf das Thema Narzisst gekommen.

    Zum Thema:
    Ich hab mich vor 13 Jahren mit meinem Kompagnon selbstständig gemacht – ein Fehler wie sich später herausgestellt hat. Die Aufteilung ist 50:50, aber wie sie sich sicherlich denken können, kam es nicht dazu. Zwei unterschiedliche Bereiche, mein Verantwortungs- und Aufgabenbereich wurde natürlich kontinuierlich bombardiert. In seinen Aufgabenbereich darf ich noch nichtmal reinschnuppern, das gab sofort Krieg auf unterstem Niveau. Leider gehören da auch die Finanzen zu. Es kam wie es kommen musste. Sein Griff in die Kasse hat einen erheblichen Schaden angerichtet und er hat mich um eine satte 5-stellige Summe betrogen. Seit etwa 2 Jahren weiss ich davon und habe ihm – doof wie ich war – Zeit eingeräumt sein Fehlverhalten zu korrigieren. Allerdings wurden seine Zugriffe schlimmer. Daraus wird wohl auch die Insolvenz resultieren, was aber noch nicht ganz sicher ist. Ich versuche gerade seinen Größenwahn zu nutzen um ihm die Firma vollständig zu überlassen. Sein Verhalten gegenüber unseren Angestellten ist verachtenswert. Ich hab mich oft vor unsere Leute gestellt, mit dem Ergebnis, dass ich torpediert wurde. Ich bin recht belastungsfähig, aber objektiv betrachten hat es auch bei mir Spuren hinterlassen.

    Ich würde mich als waches Kerlchen bezeichnen, habe vor langer Zeit gemerkt das etwas nicht stimmt. Seine Verhalten wurde immer schlimmer. Es hat ihn seine erste Ehe gekostet, seit ca. 5 Jahren ist er in psych. Betreuung (dazu habe ich ihm damals geraten).
    Hinterher wurde mir das als Ehetherapie verkauft. Er dreht sich die Welt immer so, wie er sie gerade braucht.

    Ich habe vor Jahren schon über ein Ende nachgedacht, weil ich mit solchen Menschen nichts zu tun habe möchte. Aber, zum Einen wusste ich nicht wie schlimm es ist, zum anderen macht man eine Firma mit all ihren Verpflichtungen gegenüber den Banken, Leasinggesellschaften, Angestellten etc. etc. macht man nicht eben mal zu. Vor allem nicht, wenn man gesamtschuldnerisch haftet.

    Mit dem Wissen ihrer Seite und dem Tipp der Psychologin habe ich nun den Entschluss gefasst bzw. habe ich mich damit abgefunden unter Umständen indie Privatinsolvenz zu gehen. Das ist immer noch besser als in dieser verzwickten Mühle zu sitzen. Eigentlich echt schade, da ich viel Zeit und Engagement in diese Firma gesteckt habe. Aber seine boshafte Art und das Wissen, dass es sich niemals ändert, lassen keinen anderen Entschluss zu.

    Ich kann nur jedem raten: Wer von dieser Störung weiss, sollte so schnell wie möglich abhauen. Alleine der Entschluss lässt einen deutlich klarer in die Zukunft blicken. Das Gefühl der Befreiung ist grandios.

    Vielen Dank für Ihre Seite – ich habe eine neue Zukunft und eine tolle Frau die mich in meiner Entscheidung unterstützt.

    • Ich denke auch, dass es eine richtige Entscheidung ist. Narzissten ziehen andere Menschen auf die Dauer nur noch weiter in ihre dunkle Welt hinein. Und dort, wo kein Licht ist, ist auch keine Wahrheit und keine Gerechtigkeit. Dann muss man manchmal das lieb gewonnene aufgeben und wieder von vorne anfangen, dann jedoch mit den Weisheiten aus den Erkenntnissen.

    • ELV sagt:

      Ich denke,ihre Entscheidung ist richtig. Aber man sollte bedenken, dass es jederzeit wieder passieren kann, das man einer narzistischen Persönlichkeit zum Opfer fällt. Wer sagt den das ein neuer Berufswechsel mehr Erfolg bringt und mit einem höflichem respektvollen Umgang gesegnet ist.

  5. Frau Holle sagt:

    Ich frage mich gerade, ob es einen Zusammenhang zwischen narzisstischen Führungskräften und dem Peter-Prinzip gibt …

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