Symptome einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung

Ein Narzisst kann soviel leisten und Bewunderung erhalten, wie er will – er wird nie wirklich „satt“. Er erreicht keine anhaltende Befriedigung. Sobald sich ein Erfolg eingestellt hat, muss er dem nächsten Erfolg hinterherlaufen. Daraus ergibt sich eine endlose Folge von Anstrengungen, wobei der Narzisst niemals den Zustand von innerer Zufriedenheit erreicht. Kurz vor einem Ziel hat er schon die nächste Etappe vor Augen. Da er sich nicht selbst genügen kann, wird er zu einem Gehetzten seiner selbst.

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Durch seine in der Kindheit erworbenen Erfahrungen entwickelt der narzisstische Mensch Symptome einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung. Er unterliegt der fatalen Illusion, Bewunderung sei dasselbe wie Liebe. Er wählt somit die kräftezehrende Methode, ständig mehr zu leisten, um bewundert zu werden und auf diese Art und Weise das Gefühl von Liebe zu spüren. Dabei gerät er in einen Teufelskreis und wird so niemals wirklich frei. Die Bewunderung ist abhängig von Leistungen, Funktionen und Eigenschaften, die durch harte Arbeit erworben werden müssen, aber auch sehr schnell wieder durch einen Leistungsabfall verschwinden können.

Der narzisstische Mensch strebt nach Unabhängigkeit, härtet sich immer mehr ab und ignoriert Gefühle. Er tendiert mehr und mehr dazu, die Realität rein sachlich zu erfassen und spaltet Emotionen ab. Gefühle werden verdrängt und verschwinden aus seiner Welt. Nur so kann es ihm gelingen, seelischen Schmerz abzuwenden.

Der narzisstisch Orientierte erlebt nur das als real, was in seinem eigenen Interesse existiert, während die Erscheinungen in der Außenwelt für ihn keine Realität besitzen, sondern nur darauf erfahren werden, ob sie für ihn selbst von Nutzen oder gefährlich sind.   Erich Fromm

Die Energie solcher Menschen ist nicht selten extrem groß, und sie leisten auch häufig Beachtliches. Besonders versuchen sie, in eine bevorzugte Machtposition zu gelangen,  wo sie vor Verletzungen sicher zu sein glauben. Keiner wird sie ernsthaft kritisieren, sie geben die Richtung vor, beurteilen oder verurteilen alles und jeden oder kontrollieren jegliche Regung in ihrem Umfeld. Der innere Antrieb ihrer enormen Arbeits- und Leistungswut und ihres Strebens nach Perfektionismus entspringt der Unfähigkeit, sich selbst zu genügen und mit dem Erreichten zufrieden zu sein. Ihre mühevollen Bestrebungen  entstammen nicht der Freude an einer Idee und innerer Überzeugung, sondern der Absicht, mit ihren Taten Achtung und Anerkennung zu erreichen. Ihre Handlungen kennen kein anderes Ziel und es ist mitunter erstaunlich, ja sogar tatsächlich bewundernswert, wie einfallsreich sie in diesem Streben vorgehen können.

Ihre Erwartungen an sich selbst und andere sind völlig unrealistisch

Ihre übertriebenen Forderungen und Zuwendungsbedürfnisse lassen eine Beziehung mit ihnen äußerst unangenehm werden. Werden sie aufgrund ihrer extremen Ichbezogenheit schließlich von anderen abgelehnt, führt dies nicht zu einer Verhaltenskorrektur. Die Fähigkeit zur Selbstreflexion ist quasi nicht vorhanden. Narzisstische Persönlichkeiten werden immer und immer wieder versuchen –  mit denselben ungeeigneten Mitteln – ihr Leben positiv zu gestalten und sich noch mehr anzustrengen.

Im Grunde sehnt sich der Narzisst lediglich danach, als Person anerkannt und geliebt zu werden. Nur leider ist er vollständig davon überzeugt, dass dies nicht möglich ist. In seinen Augen kann ein Mensch nicht um seinetwillen geliebt werden. Anerkennung kann man nur bekommen, wenn man auch etwas dafür leistet. Und durch seine Leistungen und Erfolge wird der Narzisst in diesem Weltbild auch regelmäßig bestätigt. Somit bleibt er in diesem Teufelskreis stecken, in dem sich seine Sehnsucht nach wahrer Liebe niemals erfüllen wird.

Symptome einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung

Ein Narzisst zeichnet sich durch folgende Verhaltensweisen aus:

  • beschäftigt sich übermäßig mit Themen wie Geld, Macht, Status, körperliche Schönheit, Luxus
  • hält sich in der Gesellschaft von Personen auf, die seiner würdig sind und seinem Status gerecht werden
  • hält sich für bedeutungsvoll und für besser als andere
  • hat ein Bedürfnis nach übermäßiger Bestätigung und unkritischer Bewunderung
  • zeigt arrogante Verhaltensweisen
  • hat hohe Ansprüche und übertriebene Erwartungen
  • glaubt, Vorrechte gegenüber anderen zu genießen
  • kompensiert Minderwertigkeitsgefühle durch die Erhöhung des labilen Selbst
  • führt emotional distanzierte Beziehungen
  • weist eine erhöhte Verletzlichkeit und Kränkbarkeit auf
  • spürt rachsüchtige Wut als Reaktion auf Kränkungen und persönliche Verletzungen
  • ist unsicher und misstrauisch gegenüber anderen Menschen
  • ist häufig neidisch auf andere und glaubt, andere seien neidisch auf ihn
  • zeigt einen Mangel an Empathie und kann die Gefühle und Bedürfnisse der anderen nicht erkennen
  • hat Angst vor einer negativen Beurteilung durch andere
  • hat das Gefühl, stets im Recht zu sein und hat dabei niemals ein schlechtes Gewissen
  • neigt zur Besserwisserei
  • teilt andere in „gut“ oder „schlecht“ ein – dazwischen gibt es nichts. Ist unfähig, zu differenzieren.
  • verhält sich in zwischenmenschlichen Beziehungen ausbeuterisch und zieht Nutzen aus anderen, um die eigenen Ziele zu erreichen
  • übertreibt eigene Leistungen und Talente, erwartet ohne entsprechende Leistungen als überlegen anerkannt zu werden
  • spürt Scham, Verlegenheit und Gefühle der Demütigung, wenn eigene Defizite durch andere festgestellt werden
  • wechselt zwischen Depressivität und Euphorie, was eng mit Schwankungen in der Selbstwertschätzung zusammenhängt
  • unfähig zu liebevoller Zuwendung und Empathie mit der Folge keine stabilen Beziehungen eingehen zu können
  • kann schlecht mit der Eintönigkeit des Alltags umgehen
  • verfügt nicht über Konsensfähigkeit
  • zieht Befriedigung aus Anerkennung und Lob und nicht aus einer erbrachten Leistung

Ein Narzisst braucht unentwegt seine Zufuhr von Bewunderung

Wird der Narzisst von seiner narzisstischen Zufuhr abgeschnitten, reagiert er gereizt, nervös, ungeduldig, launisch, wütend und feindselig. Manchmal zieht er sich auch wortlos zurück und spricht tagelang mit niemandem. In diesem Zustand kann er mürrisch verharren, bis er wieder gebührend angesprochen, beachtet und in seiner Person gewürdigt wird. In der Regel wird dies bald geschehen, da niemand dieses selbst bemitleidende Schauspiel lange ertragen kann. Ein Narzisst kann nicht den ersten Schritt machen: der andere muss dies tun. Dadurch erlebt der Narzisst wieder seine gewohnte Zufuhr und kehrt in einen für seine Verhältnisse harmonischen Zustand zurück, der aus einem Gefühl der Genugtuung und Überlegenheit besteht.

Bleibt jedoch die Zufuhr von Bewunderung über einen langen Zeitraum aus und ist auch in absehbarer Zeit nicht mit Zufuhr zu rechnen, weil der Narzisst beispielsweise seinen Arbeitsplatz, seinen Partner, sein Vermögen oder seine Gesundheit verloren hat, kann er in tiefste Depressionen verfallen und von Selbstmordgedanken gequält werden. Das Leben erscheint ihm sinnlos, wenn er nicht mehr im Rampenlicht steht. Er verliert seine Lebensenergie. Bevor er jedoch den Suizid ernsthaft in Erwägung zieht, wird er seiner Mitwelt möglicherweise damit drohen, in der Hoffnung, wieder die ersehnte Beachtung zu bekommen.

Ein Narzisst kann jede Situation in seinen Vorteil ummünzen. Eine Ausgangslage kann gar nicht so bescheiden sein, als dass es ein Narzisst nicht verstünde, sie für sich zu nutzen. Er wird in jeder Lage die für ihn so lebensnotwendige Bewunderung erhalten. Er ist eben einseitig darauf gepolt –  das ist sein eigentliches Wesen und sein wahres Talent.


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