Suizid-Gefährdung des Narzissten

Narzissten wollen jederzeit im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen. Sie tun alles dafür, um sich bei anderen Menschen beliebt zu machen. Sie gehen keine Kompromisse ein, wenn es ihnen nichts nützt und sie missachten rücksichtslos die Interessen anderer Menschen. So erfolgreich sie auf der einen Seite sein können, so sehr unterliegen sie auf der anderen Seite der Gefahr, durch die Wahl ihrer unsozialen Mittel von anderen Menschen isoliert und ausgegrenzt zu werden.

Bild: © konradbak – Fotolia.com

Der Narzisst stellt seinen persönlichen Erfolg über alles, weshalb er zwischenmenschliche Belange mehr oder weniger unbeachtet lässt. Das bringt ihn zwar schneller an sein Ziel, jedoch erweisen sich seine rücksichtslosen Eigenschaften meist als Hindernis, da sich andere Menschen von der respektlosen Behandlung abgestoßen fühlen und sich von ihm distanzieren. Dies kann der Narzisst nicht nachvollziehen. Schließlich lebt er in der völligen Gewissheit der eigenen Größe und glaubt, gerade für seine exzellenten Leistungen uneingeschränkte Bewunderung erhalten zu dürfen.

Ein Narzisst kann daher die Reaktionen seiner Mitmenschen nicht verstehen und erlebt deren Abwendung als ungerechtfertigt. Er glaubt, sein Bestes gegeben zu haben, denn der Erfolg spricht schließlich eindeutig für ihn. Dass er sich in der Wahl der Mittel wenig zimperlich gezeigt hat und daher eine schmerzhafte Abwendung seines Umfeldes erfährt, kommt ihm nicht ins Bewusstsein.

Kritik wird durch Leistungssteigerung abgewehrt

Da der Narzisst keine Empathie besitzt, wird er auch nicht auf kritische Reaktion seiner Mitmenschen angemessen reagieren können. Meist fühlt er sich sogar provoziert und greift zu rachsüchtigen Gegenangriffen, die das ohnehin angespannte Verhältnis nur noch verschärfen. In der Regel wird er aber versuchen, einer drohenden Isolation durch vermehrte Anstrengungen abzuwenden. Er wird noch mehr leisten sowie härter und verbissener arbeiten, um sich die verdiente Bestätigung zu holen.

Dadurch gerät er über kurz oder lang in die Gefahr einer permanenten Selbstüberforderung. Bleibt dann die erforderliche Anerkennung als lebensnotwendiger Treibstoff aus, kann das zu Frustration, Angststörungen und Depressionen führen bis hin zum Selbstmord. Menschen mit einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung nehmen ihren eigenen Zustand nicht als krankhaft wahr und holen sich daher auch keinen ärztlichen Rat. Sie finden in einer solchen Situation nicht aus ihrem Dilemma heraus und greifen daher oft zum Mittel der letzten Wahl. Fast jeder zehnte narzisstische Patient tötet sich selbst.

Narzissten sind lange Zeit immun gegen Suizid

Auf der einen Seite sind Narzissten durch ihr hohes Maß an Selbstliebe, ihrer Widerstandsfähigkeit und Lebenskraft vor Suizid geschützt. Solange sie ihre Bewunderung erhalten, spüren sie ein geradezu euphorisches Hochgefühl. Sie stehen voll im Saft und ziehen aus ihrer hervorgehobenen Stellung gegenüber anderer viel Lebensenergie. Lange Zeit prallen somit alle Belastungen, an denen andere womöglich zerbrechen würden, an ihrem narzisstischem Schutzschild ab. Nichts kann sie irritieren oder aus der Fassung bringen, sie sind stark wie ein Fels in der Brandung.

Isolation bringt einen Narzissten zum Absturz

Anderseits können Situationen wie eine zunehmende Isolation, der Tod einer engen Bezugsperson, mangelnde gesellschaftliche Akzeptanz, Schulden, Erfolglosigkeit im Beruf, Kündigung des Arbeitsplatzes, eine chronische Erkrankung oder der Verlust des Partners durch Scheidung letztlich zum Zusammenbruch des ebenso labilen Selbstwertgefühls führen. Sobald die Bewunderung durch das Umfeld fehlt und Demütigungen, Erniedrigungen und Schicksalsschläge an der Tagesordnung stehen, droht der Kollaps des narzisstischen Systems. Die alten Kompensationsmechanismen greifen nicht mehr, was nicht selten zu Resignation, innerer Leere, peinigenden Angstzuständen und Depressionen führt und dann letztlich in blinden Hass gegen die Umwelt oder gegen die eigene Persönlichkeit umschlägt.

Der Narzisst hat einen schwacher, verletzlicher Kern

Somit ist der Narzisst auf der anderen Seite besonders suizidgefährdet. Da er im Grunde ein schwacher und verletzlicher Mensch ist, kann er ohne die permanente Bestätigung von außen leicht in Verzweiflung und Depression verfallen kann. Außerdem sitzt in jedem Narzissten ein erhöhtes Aggressionspotenzial, dass sich beim Narzissten auch gegen ihn selbst  in Form von Selbstmordversuchen richten kann. Der Narzisst kennt eben nur das Extreme. Entweder er ist der Allergrößte und wird von allen bewundert oder er glaubt, des Lebens nicht wert zu sein.

Wenn er das Gefühl hat, von niemandem mehr geliebt und verstanden zu werden, kann es gefährlich werden. Da er sich aus Prinzip von niemandem helfen lassen will, was nur seine Schwäche preisgeben würde, bleibt er mit seinen Aggressionen und Depressionen allein und findet kein Weg aus dieser Situation. Versagen, Schuld- und Schamgefühle kann sich ein Narzisst nicht verzeihen. Dann greift er oft zum letzten Ausweg.

Veröffentlicht in Blog, Narzisstische Gesellschaft
22 commenti su “Suizid-Gefährdung des Narzissten
  1. Claus sagt:

    Hallo,
    ich bin erschüttert über das, was ich gerade auf dieser Seite gelesen habe.
    Ich lernte vor 5 Jahren eine Frau kennen die mich idealisierte und nur ich könne sie retten, nur ich würde Verständnis aufbringen.Ihr unbarmherzige Offenheit am Anfang hat mich alle Antennen ausfahren lassen und dennoch, ich, jemand der psychologisch tätig ist, würde nie auf so einen Menschen reinfallen. Dazu muss ich sagen, ich lernte sie privat kennen, nicht im beruflichen Kontext. Es kam wie es kommen musste und ich verliebt mich in sie. Nie gab es eine intensivere Beziehung als diese. Nie war ich so fasziniert von einem Menschen wie von ihr. Heute 5 Jahre später wird die Distanz immer größer und die gezielten Verletzungen auch. Ich wende mich immer mehr ab und erkenne erst jetzt welchem Dilemma ich erlegen war.
    diese Seite hier ist absolut authentisch und spiegelt schonungslos Informationen wieder. Unglaublich mit welcher Präzision hier Themen leicht verständlich beschrieben werden. Das meine große Liebe an einer Borderlinstörung leidet war mir schnell bewusst. Der Narzissmus wurde mir erst später bewusst. Um genau zu sagen erst seit ein paar Monaten.
    Inzwischen ist der schmerz des Verlustes von dieser magischen Zeit gedämpft und ich ziehe mich zunehmend zurück. In einem kürzlich erfolgten Gespräch wurde unsere zunehmende Distanz thematisiert. Es springt kaum noch ein Funken über und ich will so unbeschadet wie nur möglich aus dieser Beziehung raus. Es bleiben wunderbare Erinnerungen und vielleicht ist irgend wann einmal eine Freundschaft ohne emotionaler Tiefe möglich.

  2. hey sagt:

    Niemand besser als ein erlebender bewusster Mensch, der in einer Beziehung zu so jemanden war, kann das beurteilen

  3. ilona sagt:

    Wenn Narzisst rächt-dann nicht doppelt-dreifach,eher 100-200, allein das ist schon krankhaft.

    • leo sagt:

      Die narzisstische Persönlichkeitsstörung ist die Folge von Erziehungsfehlern, wenn Eltern ihr Kind zu wenig beachten und ihm zu wenig Anerkennung vermitteln.Diese Persönlichkeitsstörung zeigt sich in maßlose Selbstüberschätzung, Größenwahn, einem verzerrtem Weltbild, Sucht nach Bewunderung durch die Mitmenschen. Dem gegenüber hat er blanke Angst vor Kritik und eine schlechte Meinung anderer über ihn. Schwaches Selbstwertgefühl und Großmanns-Phantasien führen zu einen fast unerträglichem Spannungverhältnis und zu außerordentlicher Verletzlichkeit. Die Fähigkeit, sich in andere hineinzudenken oder Mitgefühl zu entwickeln ist kaum oder gar nicht vorhanden.

      Der Kranke hat den Hang, nur in elitären Kreisen Umgang zu pflegen. Er tritt seinen Mitmenschen mit Arroganz entgegen und versucht sie subtil zu demütigen, ferner sind sie in allen Sozialkontakten emotional distanziert. Die Umwelt nimmt sie als gefühlskalt wahr. Misstrauen und Unsicherheit sind ebenfalls Anzeichen für die narzisstische Persönlichkeitsstörung. Und das sich diese Menschen therapieren lassen halte ich auch für zweifelhaft, frühkindliche (Fehl)Erziehung und (Falsch)Prägung durch die Eltern lässt sich nicht mehr verändern.

      • Breimaulfrosch sagt:

        Eine narzisstische Persönlichkeitsstörung kann auch Folge einer Erziehung mit viel zu viel Liebe, Lob und Bewunderung sein, wie ich leider feststellen muss… Wir Eltern wollten wirklich nur das Selbstbewusstsein unseres (Wunsch-)Kindes stärken und hatten mit unserer Erziehung die besten Absichten… Auch von den Großeltern kamen viel positive Kommentare und Lob… Hätten wir auch nur ansatzweise geahnt, wohin das führt, hätten wir unser Kind ganz anders erzogen…
        Nun sehen/spüren wir die Auswirkungen unserer Erziehung und machen uns große Sorgen um unser inzwischen erwachsenes Kind, das zunehmend Probleme mit seinem sozialen Umfeld hat und trotz gutem Abitur beruflich noch nicht wirklich etwas erreicht hat… Wird unser Kind jemals für sich selbst sorgen können? Wird es jemals „echte“ Freundschaften haben können?
        Es tut weh mitanzusehen, wohin unsere mit den besten Absichten erfolgte Erziehung geführt hat und überall zu lesen, dass man nicht helfen, nicht therapieren kann…

  4. ilona sagt:

    soweit ich weiss,Narzissen,bei denen Therapie geholfen hat-sind glücklicher geworden.Und viele weinen über ihre nicht erlebte Vergangengeit.Das wäre eine Antwort für Anonim

  5. Anonymus sagt:

    Ich kenne jemanden der eindeutig mit einer NPS versehen ist. Der Typ ist ein A… , und zwar in allen Belangen. Auf dem Fussballplatz als Schiedsrichter und als Betruer bzw. Fussballtrainer und als Spieler, und seine Freundin behandelt er ähnlich. Arrogant. Versnoppt. Absolut verlogen. Dummdreist. Keine Skrupel. Keinerlei Unrechtsbewusstsein. Ich frage mich nur warum man sowas nicht hinaus wirft – merkt das keiner oder ist da immer etwas in der Nähe was solche Menschen schützt? Oder ist Narzissmus so anziehend?

  6. Hannah sagt:

    Hallo Alle, wir haben unten eine Psychoanalytikerin im Haus, die nach unseren Erfahrungen- eine narzistische Persönlichkeitsstörung hat. Sie hat uns das Leben in den letzten 3 Jahren so vergrault, dass wir unsere E.wohnung nun verkaufen. Mitlerweile denke ich, bloß weg von solchen Leuten. Wir haben nur seinerzeit ein gegenseitiges Vorkaufsrecht eingeräumt. Das steht jetzt im Wege.

  7. Li sagt:

    Lieber Blogger „Nun gut“
    Ihre Anmerkung finde ich sehr gut und Ihre Worte mit Bedacht gewählt. Ja, ich gebe Ihnen im Grundsatz recht. Es ist sicher für den Laien schwierig, eine echte NPS zu erkennen. Und ja, man sollte diese „Diagnose“ nicht leichtfertig vergeben.
    Falls Ihr wohlwollender Fingerzeig meinen Beitrag betrifft, darf ich Ihnen bekunden, dass es sich in meinem Fall tatsächlich um eine Mutter mit einer echten narzisstischen Persönlichkeitsstörung handelt. Diese Störung wurde ihr von zwei ausgewiesen Experten auf diesem Gebiet attestiert. Auch habe ich selbst etliche Bücher, Vorträge und Fachbeiträge zu diesem Thema gelesen. Die Problematik ist – meiner Meinung nach – nicht so sehr das Erkennen dieser Störung, sondern viel mehr die Tatsache, dass dem, der es erkennen durfte und um einen verantwortlichen Umgang mit solch einer Persönlichkeit bitte, nicht geglaubt wird. Hätte mir der Psychiatrische Dienst mehr Glauben geschenkt, würde meine Mutter heute wahrscheinlich noch leben. Hätten diese Fachpersonen ihr mehr auf den Zahn gefühlt bzw. hinter die Fassade geblickt, oder mich „vorsprechen“ lassen, wäre es wahrscheinlich nicht zu diesem Wutsuizid gekommen (sie hätte dann nämlich nicht einmal die Medikamente dazu gehabt)…
    Im Allgemeinen tun sich die Experten sehr schwer mit dieser weitreichenden Diagnose. Hier in der Schweiz wird das Thema „NPS“ sogar in der psychologischen Ausbildung (sowohl Studium als auch Diplom-Ausbildung) mit Samthandschuhen angefasst, da es einfach ein äusserst heikles ist! Zu viele wichtige und einflussreiche Persönlichkeiten leiden unter dieser Störung…
    Sicher muss man bei einer Diagnose die Abstufungen dieser Störung mitberücksichtigen. Und sicher gibt es auch andere Störungen, wie die Hysterie etc, die einer Person auch noch eine andere Färbung ihrer Persönlichkeit geben können. Bei meiner Mutter war es die klassische narzisstische Störung. Und leider viele, viele Jahre zu spät erkannt… Mein Vater und einer meiner 3 Brüder haben sich wegen ihr das Leben genommen. Ich selbst habe seit 10 Jahren wegen ihrer jahrelangen Tyrannei eine nicht organische, sondern psychosomatische (nachweisbare) Herzstörung und mein Bruder erlitt am Tage ihres Todes und ihrer „bösartigen“ Hinterlassenschaft vor Aufregung einen Hirnschlag. Mein dritter Bruder (Psychologe & Mutters Liebling) hat sich vor 22 Jahren nach dem Freitod unseres Vaters von der Familie komplett losgesagt. Auch heute ist er noch froh darüber.
    Viel, viel Leid hat meine Mutter mit ihrer NPS über unsere Familie gebracht! Hätte sich ein „Experte“ früher getraut, dies auszusprechen, hätten wir lernen können, mit dieser Störung umzugehen. So sind 3 Menschen völlig „unnötig“ aus einem eigentlich sehr lebenswerten Leben geschieden…
    Verstehen Sie jetzt, weshalb ich es auch wichtig finde, dass die Diagnose NPS von Experten öfter gestellt werden sollte, als es heute der Fall ist. Und ja, ich gebe Ihnen auch darin recht, dass der Name „narzisstische Persönlichkeitsstörung“ nicht der passende für diese Wesenszüge bzw. Charaktereigenschaften ist. UND JA: da muss dringend ein neuer Name her! Narzissten sind wir letztendlich alle, aber wenn es in die extreme, „ungesunde“ Richtung rutscht, muss man das Kind auch beim Namen nennen… Davon bin ich nach meiner leidvollen Familiengeschichte und meinem heutigen Wissen mehr als überzeugt!
    Lieber „Nun gut“, Sie haben zwar nicht viel geschrieben (im Gegensatz zu mir…), aber Ihren mit Bedacht gewählten Worte entnehme ich, dass Sie wahrscheinlich ein Experte sind. Wenn Experten die Kommentare des Umfelds von Menschen mit einer mehr oder weniger ausgeprägten narzisstischen Persönlichkeit lesen, gibt mir das Hoffnung. Danke!!! Li

  8. Nun gut sagt:

    Die Seite ist ausgezeichnet zusammengestellt. Trotzdem möchte ich die Kommentierenden davor warnen, die Diagnose NPS zu vergeben. Das ist für Fachleute schon schwer genug und dies nur mit Mühe. Da finde ich die Bezeichnung Narzisst schon besser, denn dieses Wort ist bereits Teil der Umgangssprache. Für die Hysterie musste man auch irgendwann eine neue Bezeichnung finden. Das wird wohl bei der NPS auch irgendwann so kommen.
    Wie man oben sieht ist eine NPS für keinen eine leichtfertige Diagnose, die man einfach so vergibt.

  9. Li sagt:

    Lieber Herr Grüttefien

    Ganz herzlichen Dank für Ihre guten Beiträge zum Thema NPS. Auch die Behandlung des Themas „Suizid“ bei Menschen mit NPS finde ich einen guten Einstieg in diesen komplexen und schwierigen Bereich.

    Erlauben Sie mir noch eine Anmerkung zum Kommentar von Alex vom 02.02.16:
    ganz so einfach ist das leider nicht, eine Person mit einer NPS einliefern zu lassen. Denn diese Menschen wissen perfekt zu täuschen und am Ende ist man selbst der/die Böse!

    So erging es mir zumindest mit meiner Mutter Anfang 2015… Aufgrund der Aussage meiner Mutter, dass sie Tabletten geschluckt hätte, liess ich sie von der Polizei einweisen, da ich mehrere hundert Kilometer entfernt von ihr wohnte. Trotz meiner ausführlichen, schriftlichen Information an die Hausärztin meiner Mutter, an die psychiatrische Abteilung der behandelnden Klinik, und an die Polizei glaubte man mir nicht, dass meine (sehr charmante) Mutter unter einer schweren NPS leidet. Im Gegenteil, meine Mutter brachte es sogar so weit, die Klinik davon zu überzeugen, dass ICH mich an ihr rächen wolle und sie einfach nur schlecht machen will. Da der erste Selbstmordversuch tatsächlich nur fingiert war und die Klinik in ihrem Blut nichts finden konnte, glaubte man ihr logischer Weise und hat sie noch am gleichen Tag aus der Klinik entlassen. Nun war sie rasend vor Wut auf mich! Sie wusste, dass sie mir mit einem Selbstmord das aller Schlimmste antun würde, da ich sie immer wieder darauf aufmerksam machte, dass sie mir das nie antun dürfe.
    Als ich also dann nach dieser ersten, fingierten Aktion immer noch nicht zu ihr eilte, schluckte sie 1 Woche später tatsächlich Schmerztabletten und Blutdrucksenker. Gemäss ihrer Hausärztin grundsätzlich eine viel zu kleine Menge zum Sterben. Meine Mutter wollte auch gar nicht sterben, deshalb hatte sie sogar noch zur Rettung den Haustürschlüssel und ein grosses A4-Schild VOR (!) der Haustüre gehängt, aber die Nachbar beachteten das nicht. Die Tabletten waren zu viel für den Kreislauf meiner 78 jährigen Mutter. Sie verstarb. Ich war damals entsetzt und schockiert – über ihre Tat selbst, ihr Vorgehen, aber auch über das Nichthandeln der von mir frühzeitig informierten (o.g.) sogenannten „Fachleute“. Da halfen deren nachträgliche Entschuldigungen auch nichts mehr. Ich brauchte über 1 Jahr und unzählige Bücher & Internetinformationen über NPS, wie diese hier, um das alles einiger Massen zu bereifen und richtig einzuordnen. Verstehen kann ich es jedoch immer noch nicht. Dass weder die Psychiatrie, noch die Hausärztin oder die Polizei mir glaubten, macht mich bis heute sprach- und ratlos. –> Deshalb: narzisstisch gestörte Menschen sind Meister der Täuschung – auch wenn die Person den Suizid „nur“ androht, kann sie letzten Ende dennoch aus Wut ernst damit machen. Das richtig einzuschätzen ist unsagbar schwierig…

  10. Nicole sagt:

    Sehr geehrter Herr Grüttefien,

    ich möchte Ihnen erstmal aufrichtig danken für diese Seiten und die wichtige und wunderbare Aufklärung über Narzisstische Störungen.
    Die letzten Tage lese und wundere und staune ich und mir gehen so einige Lichter auf, bin auch ich mit einer narzisstischen Mutter aufgewachsen.

    In diesem Bericht lese ich nun das erstmal von der Isolation der Narzissten. Was auch logisch klingt.
    Meiner Mutter hat jedoch immer freiwillig die Isolation gewählt, da ihr die anderen Menschen ja nie gut genug waren, alle hatte sie verachtet.
    Ist das wieder so ein Paradoxon? Eigentlich braucht man die anderen Menschen, die einem die Selbstbestätigung liefern (sie jammert auch immerzu, dass keiner sie liebt), jedoch geht sie freiwillig den Menschen aus dem Weg, weil sie ihr zuwider sind, sie von allen enttäuscht wird und niemandem vertrauen kann. Passt dies in das Bild eines Narzissten?
    Beste Grüße Nicole

    • Durchaus ! Offenbar trifft sie in ihrem Umfeld nicht auf ausreichend Bestätigung. Vielleicht hat sie in ihrem Leben niemals eine „Bühne“ gefunden, auf der sie sich großartig selbst inszenieren konnte. Oder sie ist durch irgendwelche Umstände massiv gekränkt wurden, so dass sie den Kontakt zu anderen Menschen aus Selbstschutz eher ablehnt. Dennoch versucht sie sich permanent aufzuwerten, indem sie die anderen schlecht macht. Es findet sozusagen unentwegt eine Angleichung statt. Wenn sie selbst nicht genial sein kann, dann dürfen es andere auch nicht. Und somit muss alles in der Außenwelt schlecht sein. Ihre Mutter kopiert sich eigentlich die eigenen düstere Innenwelt in die Außenwelt.

  11. Alex sagt:

    Leute, die drohen sich umzubringen, wollen meist nur Aufmerksamkeit!
    Sollte der Narzisst dem Partner mit sowas drohen, hat der Partner die Möglichkeit und sogar die Aufgabe, die suizidankündigung der Polizei zu melden. Das gilt dann als präventiver Personenschutz. Dann holt die Polizei den Narzissten nämlich erst mal ab und steckt ihn in die Psychatrie. Ich wusste das bis vor kurzem noch nicht, sonst hätte ich nach der Nachricht meiner ex Narzisstin mal die Polizei gerufen!

  12. Gerti sagt:

    Hallo,
    Mir hat er immer mit suizid gedroht, anfangs war ich geschockt. Bettelte, flehte..machte mich dafür verantwortlich. Zu Schluss hatte ich keine Kraft mehr. Habe nicht mehr reagiert. Dann hat er es gelassen.

  13. Schneewitchen sagt:

    In einer narzistischen Familie grossgeworden, zur einer Komplimentär-Narzistin erzogen und (Gott-sei-Dank) erfolgreich therapiert habe ich Narzissmus studiert 😄. Meine damalige Verblendung konnte ich nicht sehen. Jahrelang habe ich versucht Narzisten aber auch Komplimentär-Narzisten zu helfen. Natürlich erfolglos, Ihnen geht es ja gut. Erst die Sucht und damit der Untergang macht dem ein Ende. Ich kann auch sagen „Highway to hell“ . Aber bitte ohne mich.
    Die Geschichte zeigt, ganze Gesellschaften gehen am Narzissmus zu Grunde. Und wer untergeht, der schlägt um sich. Rette sich, wer kann. Ein schönes Beispiel ist gerade jetzt VW. Eine narzistische Struktur eines Werkes in einer Stadt, die, künstlich errichtet wie der Turmbau zu Babel, von narzistischen Menschen, errichtet wurde. Von der Historie interessant: errichtet in der NS Zeit, bevölkert worden von Kriegsvertriebenen und angeheuert wurden Wirtschaftsflüchtlinge. Eine Boden, wie für Narzisten gemacht. Ich bin auf die weitere Entwicklung gespannt.

  14. Sterntaler sagt:

    Hallo anonym !!!
    Da du zugibst, selbst narzisstisch veranlagt zusein, ist es bemerkenswert , andere als „Raben “ zu bezeichnen, die man sich vom Hals schaffen muss !!!
    Erschreckend!!!!
    Wenn alle Menschen sich so verhalten würden, stelle ich mir einen Horrorfilm vor!!!
    Es gibt noch ganz ganz viele Menschen und besonders in diesem Forum , die ein Herz und eine Seele haben!!!
    Und das macht einen Menschen aus!! Die LIEBE!
    Und nicht der Gedanke den anderen doppelt und dreifach zu vernichten!!!
    Und das macht Narzissten doch aus! Die Vernichtung anderer!!!!
    Da das Herz kalt ist und die Seele verloren ist!!!
    Und ich bin dankbar, das ich Liebe empfinden kann, das Höchste Gut auf dieser Erde!!!!
    Und mein Leben richtet sich nicht darauf aus, wer schlecht zu mir ist und ich mir Gedanken mache, wie ich mir diese “ Raben “ vom Halse schaffe!!!!!!!

    • Lona sagt:

      Ja, es ist erschreckend… aber selbst scheinbare Erkenntnis und Vernunft scheinen nichts zu bewirken. Mein Mann weiß, was sein Problem ist, sagt mir aber definitiv, er geht nirgends mehr hin, um sich therapieren zu lassen. Er war nämlich schon mal bei eienr Hypnosetherapeutin, er änderte sich zum Positiven, aber von dem Moment an, als ich ihm ein positives Feedback zukommen ließ, wars auchs chon vorbei mit der Therapie. da war er austherapiert, weil es kein problem mehr gab, da lag alöles an mir und er zitieret die Therapeutin, dass nichts mehr zu tun sei bei ihm, eine Eheberatung hilfreich wäre und ich nicht an alten Problemen festhalten siollte. Raus kam aber auch, dass er natürlich nicht alels erzählt hat, und erzählen konnte!, was er emotional verbrochen hatte und Jahrzehnte und immer wieder, dass es zu aufwändig und langwierig wäre, weiter dahin zu gehen.

      Ich frage mich, ob wirklich sehr narzisstisch ausgeprägte Menschen so etwas wie eine Seele haben. Mein Mann wurde von seinen Eltern, vor allem dem Vater geprägt und er gibt das inzwischen auch zu. Jedoch würde er sich niemals negativ darüber äußern oder etwas erzählen. So wie er sich nie öffnen konnte, niemals üebr Bezeihung und Probleme geredet hat… eben nicht beziehungsfähig ist.

      Schlimm alles…

  15. Anonym sagt:

    Ich bin selber sehr narzisstisch veranlagt und kann das Meiste hier nur bestätigen. Demütigungen lässt man sich jedoch NIEMALS gefallen. Ich habe jedem Menschen der auch nur versucht hat mich schlecht darzustellen das doppelte oder dreifache angetan. Das ist meiner Auffassung nach jedoch völlig legitim. Wie soll man sich sonst solche Raben vom Hals schaffen? Ausserdem ist es doch überhaupt nicht verwerflich, wenn man sich selbst so sehr liebt, dass man dann denkt man verdiene nur das Beste. Jeder kann frei entscheiden wie er leben möchte, das Leben ist so komplex… wer soll da denn auch entscheiden wie man zu leben hat? Ich finde es überhaupt nicht angebracht, dass man den Narzissten (Wer ist das heutzutage denn bitteschön nicht?) versucht überall schlecht darzustellen. Die Gesellschaft formt sie und die Gesellschaft braucht sie. Damit hat sich’s doch erledigt.

    • Frau Holle sagt:

      Hallo Anonym,

      … der eine kultiviert bewusst eine im heutigen Zeitgeist geförderte Egomanie (mit welcher Motivation bleibt dahingestellt), der andere hat eine psychische Beschädigung und kann in der Regel sein krankhaftes Verhalten gar nicht reflektieren.

      So ganz kann ich Dir Dein Statement nicht abkaufen. Es würde mich sehr interessieren, welche Demütigungen Du genau meinst und wie konkret Du „zurückgezahlt“ hast – und vor allem – wen Du mit „Raben“ meinst. Ich bin sicher, dass sich hier bei näherer Betrachtung eine ganz andere Sichtweise eröffnen könnte…

  16. Dinni sagt:

    Eine Antwort „erweiterter Suizid würde mich auch interessieren.

    Mein Ex hat mich extrem mit seinen Suizidankündigungen unter Druck gesetzt.

  17. suse sagt:

    Wie kann man einer Mutter die Angst nehmen, dass der narzissitsche Expartner einen erweiterten Suizid plant. Oftmals sind es doch gerade narzisstische Menschen, die diese schlimmen Dinge machen, oder?

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