Narzissmus und Depression

Obwohl Narzissten nach außen immer sehr imposant auftreten und äußerst stabil wirken, sind sie höchst anfällig für eine Depression. Weil sie mit ihrer Größeninszenierung ihr fragiles Selbstwertgefühl verbergen wollen, können sie leicht in eine Krise geraten, sobald sie keine Bewunderung mehr für ihre Einzigartigkeit erfahren, Niederlagen erleben und ihre Allmachtsträume zu platzen drohen. Der Narzisst verliert dann seine Lebenskraft und kann in eine Depression geraten.

Narzissmus und Depression: Mann schaut verzweifelt aus dem Fenster

Bild: © ocusfocus – 123rf.com

Narzissten schätzen sich selbst völlig unrealistisch ein: Sie sind der Überzeugung, besser und wichtiger als andere zu sein, brillante Eigenschaften und Fähigkeiten zu besitzen sowie außergewöhnliche Leistungen und Erfolge zu vollbringen. Sie sind in jeglicher Hinsicht vollkommen von sich überzeugt, vertrauen ganz auf ihre Stärke und glauben, von allen anderen um ihre Genialität beneidet zu werden. Es ist für sie selbstverständlich, dass sie stets im Mittelpunkt stehen und bevorzugt behandelt werden, weil sie so unglaublich einzigartig zu sein glauben.

Dieses überzogene Selbstbild macht Narzissten jedoch äußerst verwundbar, weil es nicht auf der Realität, sondern auf eine Illusion beruht. Um sich vor einer Desillusionierung zu schützen, brauchen sie unentwegt Bestätigung für ihre unvergleichbare Größe. Aus diesem Grund betreiben sie einen extrem hohen Aufwand und strengen sich enorm an, um sich von anderen abzusetzen, damit diese dann zu ihnen aufblicken müssen. Sie meinen, andere mit besonderen Kenntnissen und Fähigkeiten, dem Erlangen einflussreicher Positionen, einem attraktiven Partner an der Seite sowie Statussymbolen und Vermögen von sich beeindrucken zu können.

Der Narzisst will sich in jeder Minute seines Lebens als grandios erleben und benötigt daher unentwegt die Bewunderung seiner Mitmenschen. Allerdings ist das Fundament, auf dem sein Lebenskonzept ruht, äußerst wackelig. Wenden sich seine Mitmenschen von ihm ab, erzielt der Narzisst keine Erfolge mehr, verliert er sein Vermögen oder seine körperliche Fitness und Attraktivität, kommt es bei ihm zu einer schweren Lebenskrise, die eine Depression auslösen kann.

Krankhafter Narzissmus kann zu einer Depression führen

Niederlagen, Fehler, Zurückweisungen, Ablehnung, Kritik und Schuldzuweisungen sind für einen Narzissten nicht zu ertragen. Dies alles sind Angriffe auf sein grandioses Selbstbild, und dagegen muss er sich wehren. Dies kann auch eine ganze Zeit lang funktionieren, wenn es ihm gelingt, sich unerwünschte Widersacher vom Hals zu halten, Fehler zu vertuschen und die Wahrheit zu leugnen, so dass sein Selbstbild keinen Schaden nimmt. Wiederholen sich jedoch Misserfolge, erleidet er schwer verkraftbare Verluste oder wenden sich die Mitmenschen von ihm ab, die ihm in der Vergangenheit seine narzisstische Zufuhr gesichert haben, kann es zum Zusammenbruch des narzisstischen Systems kommen.

Mögliche Auslöser einer Depression:

  • Verlust des Gefühls von Größe, weil das Bild von der eigenen Grandiosität zerstört und der Narzisst sich bewusst wird, nichts weiter als ein ganz normaler Mensch zu sein
  • großer Schmerz darüber, den Anforderungen des eigenes Idealbildes nicht zu entsprechen
  • Überanstrengung aufgrund zu hoch gesteckter Ziele und Erwartungen
  • unüberwindbare Misserfolge oder Verluste (z. B. Verlust einer angesehenen Position, des Arbeitsplatzes, des Vermögens, des Lebenspartners, der Kinder)
  • Verlust der Gesundheit, körperlichen Leistungsfähigkeit oder Attraktivität
  • unwiderrufliche Abwendung von für ihn bedeutsamen Mitmenschen und damit einhergehender Verlust von Aufmerksamkeit und Bewunderung
  • fortlaufende Demütigungen
  • Altern und zunehmende Vereinsamung

Wenn das Größenbild des Narzissten zerfällt – was ein äußerst kritischer Moment in seinem Leben darstellt – und sich sein Selbstbild nicht nur als Irrtum, sondern geradezu als bemitleidenswert herausstellt, geht der Narzisst in die Knie. Wenn das Gefühl von Größe und Allmacht verlorengeht und die Realität nicht mehr geleugnet oder verdreht und durch Größenfantasien und die Entwertung des Umfeldes kompensiert werden kann, gerät das intrapsychische Gleichgewicht des Narzissten gewaltig ins Schwanken und es kommt zu einer narzisstische Krise, die eine starke Depression auslösen kann.

Aufgrund einer extremen Erschütterung greifen bisherige Bewältigungsstrategien nicht mehr und der Narzisst verliert seinen Lebensmut. Er gerät dann in den Zustand von Ohnmacht und Hilflosigkeit. In der Folge können typische Symptome einer Depression in Erscheinung treten:

  • gedrückte Stimmung und verminderter Antrieb
  • Freudlosigkeit und Interessenlosigkeit
  • Gefühl von Wertlosigkeit und innerer Leere
  • erhöhtes Aggressionspotenzial
  • negative Zukunftsperspektiven verbunden mit einem Gefühl der Verbitterung
  • Rückzug und Isolation
  • körperliche, vegetative Symptome

Der Narzisst zieht sich mehr und mehr zurück, schimpft und beschwert sich nur noch über andere oder über die widrigen Umstände, in die er geraten ist, und stürzt in eine tiefe Verbitterung, weil er sich vom Leben betrogen fühlt. Erhält er keine narzisstische Zufuhr mehr, die sein Größenbild stützt, kann der Narzisst in so große Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit geraten, dass er an Suizid denkt, um so der Schande zu entgehen, sein überzogenes Selbstbild, an dem er so hängt, aufgeben zu müssen.

An diesem Punkt angelangt kann sich ein Narzisst aufgrund seiner depressiven Symptome möglicherweise in therapeutische Behandlung begeben. Er kommt dann nicht aufgrund seiner Persönlichkeitsstörung, die der eigentliche Grund für die Depression ist, sondern aufgrund der Tatsache, dass es ihm schlecht geht, er seine Motivation verloren hat, sich das Schicksal und alle Mitmenschen scheinbar gegen ihn verschworen haben und diese seine Großartigkeit offenbar nicht zu schätzen wissen.

Er geht zu einem Therapeuten, weil er Trost erfahren und die Bestätigung erhalten möchte, dass es nicht an ihm liegt, wenn sich sein Leben in eine Hölle verwandelt, sondern dass er lediglich das arme Opfer dunkler Machenschaften geworden ist. Ein Narzisst erwartet, dass der Therapeut die Depression verschwinden lässt und er dann sein Leben so weiterführen kann wie bisher. Selbst in der größten Not bleibt der Narzisst seinem Größenbild treu, statt es abzulegen, um so die Krise zu bewältigen und zukünftige Krisen zu vermeiden.

Narzissmus kann im Alter zu einer Depression führen

Wenn Narzissten noch so viel leisten, wenn sie noch so viel Erfolg und Ruhm ernten, selbst wenn sie von allen Seiten bewundert werden und einen hohen gesellschaftlichen Status erreicht haben, kann ihnen dies nicht die Angst davor nehmen, ihren hohen Ansprüchen eines Tages nicht mehr gewachsen zu sein und ihr Erreichtes zu verlieren, sozial abzustürzen und keine Bedeutung mehr zu haben. Vor allem haben Narzissten im Alter große Angst davor, nicht mehr gebraucht zu werden, nichts mehr zu sagen zu haben und von anderen vergessen zu werden.

Krankhafter Narzissmus kann dann im Alter schwere Konflikte auslösen: Ein Narzisst kann keine Begrenztheit ertragen, die ihm im Alter durch den Abbau der körperlichen und psychischen Kräfte auferlegt wird. Seine Macht und sein Einfluss schwinden und damit auch das Interesse an seiner Person. Häufig sind Narzissten im Alter auch aufgrund einer Pflegebedürftigkeit von anderen abhängig, was sie mit ihrem Selbstbild einer freien und starken Persönlichkeit nicht in Einklang bringen können.

Zudem scheint die Zeit im Alter schneller zu vergehen, was einen Narzissten besonders ängstigt, weil er sich seinem Ende unweigerlich mit großen Schritten nähert und es nicht mehr viel Zukunft für ihn gibt. Umso mehr versucht er dann, die Zeit zurückzudrehen, indem er sich mit jugendlichen Attributen zu schmücken versucht. Auch kann die Abnahme der Geschlechtskraft und Zeugungsfähigkeit beim narzisstischen Mann eine große seelische Belastung darstellen.

Mit zunehmendem Alter wächst die Gefahr für Narzissten, in eine Depression zu fallen, weil sie ihren körperlichen und psychischen Abbau und das heraneilende Ende nicht wahrhaben wollen. In der Regel verschärfen sich dann die negativen Charaktermerkmale des Narzissten sowie sein Hang zur Wichtigtuerei, um seinen langsam verblassenden Glanz zu kompensieren. Das Bröckeln seiner Fassade wird immer sichtbarer und seine Angst, an Ansehen und Wert zu verlieren, steigt beträchtlich. Nicht selten beenden Narzissten dann ihr Leid mit einem Suizid und glauben, auf diese Weise als große und unvergleichliche Persönlichkeit in Erinnerung bleiben zu können, statt von anderen in ihrem Verfall bedauert zu werden.


Autor der Webseite

Mein Name ist Sven Grüttefien. Ich bin der Verfasser dieser Webseite. Als ausgebildeter Heilpraktiker für Psychotherapie habe ich mich auf die Beratung von Menschen, die unter narzisstischen Missbrauch leiden, spezialisiert und biete zu diesem Thema zahlreiche Bücher, Coachings, Seminare und Vorträge an.

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Veröffentlicht in Blog, Narzisstische Gesellschaft
45 Kommentare zu “Narzissmus und Depression
  1. Markus Thielen sagt:

    …in meinem Beruf als Modebarater gibt es einen Kollegen, der die o.g. Umstände voll erfüllt. Narzisst und er unterdrückt mit Phsychopharmaka seine Depressionen.
    Er manipuliert alle, inkl. Geschäftsleitung zu seinen Gunsten.
    Die gesamte Belegschaft der Abteilung muß sich fügen und leidet darunter.
    Wie muß man damit umgehen? Wie verhält man sich richtig?
    Ich bin auch schon an die Geschäftsleitung herangetreten, die die Situation bagatellisiert.
    Kann mir da einer mal einen Rat geben!!!

  2. Kira N. sagt:

    Vielen Dank für diesen Beitrag über Narzissmus und Depressionen. Interessant, dass krankhafter Narzissmus öfter zu Depressionen führt. Ich vermute, dass ein Freund von mir unter Depressionen und einem leichten Narzissmus leidet und wollte mich informieren, wie ich ihm helfen könnte.

  3. Feder sagt:

    Es ist, trotz der Umstände, immer eine Freude, hier zu lesen. Soviele warme und freundliche Menschen, die einander auffangen und bestärken, sich gegenseitig unterstützen und einfach nur zuhören. Und gerade, weil es genau das ist, was man in einer destruktiven Beziehung vergeblich gesucht hat.
    Ich wünsche allen ein wunderbares neues Jahr mit schönen Begegnungen voller Liebe und Lebensfreude.
    @Yvonne, ich glaube, jedem hier ist klar, daß die Auseinandersetzung und deren Dauer für andere kaum nachzuvollziehen ist. Das Wort „obsessiv“ ist nicht passend zum Zusammenhang gewählt und impliziert soetwas, wie „Stell‘ Dich nicht so an“…. Es geht um – teils jahrelangen Mißbrauch, der in den meisten Fällen schon in der Kindheit begann. Auch ich gebe hier etwas zu bedenken:
    Die Beschäftigung mit diesem Thema ist auch eine Suche nach sich selbst. Es dauert, bis man sein eigenes Puzzle zusammengesetzt hat und es wird wahrscheinlich niemals vollständig sein. Eine Lebensaufgabe. Lass‘ einfach jeden sein eigenes Tempo gehen.

  4. Kersten sagt:

    Nun, die (späte) Depression
    ist vielleicht die einzige Hoffnung der Co-Narz.,
    die den Absprung nicht schaffen.
    Wenn der N. wirklich depressiv ist, gibt er Ruhe.
    Dann kann der betroffene Partner mal durchatmen.

    Und dann kehrt sich zuweilen das Machtverhältnis um,
    der Co-N. übernimmt das Ruder.
    Manchmal für immer…

    Dann wird der Traum doch noch wahr,
    Co-N. darf umsorgen, ohne Abwehr.
    Ob das geund ist,
    ist bei diesem Gedankenspiel nicht die Frage..

    liebe Grüsse

    • Sonnenblume sagt:

      … und wenn ich da bei diesem Gedankenspiel weiterfrage, wäre es die Frage: Wie sieht wirkliche Freiheit in einer Beziehung von zwei eigenständigen Wesen denn aus.

      Was für Gedankenspiele entstehen denn, welche Träume und wie geht es wirklich weiter und wohin?

      • Kersten sagt:

        Liebe Sonnenblume,

        da hast einfach recht.
        Ich habe nur versucht,
        mich in die verquere Logik von N+CoN einzufühlen.

        Egal wie so ein Machtkampf endet,
        Beziehung und Freiheit ist absolut was anderes.

        Aber wir reden hier ja nicht von intakten Beziehungen,
        sondern von aus irgendwelchen Gründen unlösbaren NoGos,
        die das Problem aufrechterhalten.
        Und so habe ich versucht, mal einen Sinn zu sehen,
        der vielleicht für die Betroffenen drin steckt,
        nicht für Außenstehende, die eh nur den Kopf schütteln.

        lieben Gruss 🙂

        • Sonnenblume sagt:

          Liebe Kersten,

          …. ja, wirklich wahr, egal wie der Machtkampf endet, Beziehung und Freiheit ist absolut was anderes. Von Liebe gar nicht zu sprechen….

          Vielleicht leben wir aber insgesamt in einer narzisstischen Zeit, weil der Individualismus und die Selbstoptimierung sich stark entwickeln. Die Selbstverliebtheit verstärkt sich.

          Beziehung ist aber ein Bezogensein auf ein Gegenüber, was außerhalb meines Ich, meines Ego, existiert. Das „DU“, nicht das „ICH“ und wenn Beziehungsfähigkeit und Bindungsfähigkeit wirklich da sind, kann ein „WIR“ entstehen, das in Freiheit und Liebe in Beziehung und Verbundenheit leben kann und keinen Idealvorstellungen hinterherhecheln muss, um irgendeinem Bild zu entsprechen, das sich das „ICH“ gemacht hat und was dem „EGO“ dient zur Selbstoptimierung.

          …. und da gäbe es noch viel mehr Gedankenwege und Gedankenspiele, um diesen ganzen großen und ursprünglich wunderschönen Raum kennenzulernen….

          War schön, Deine Gedanken zu lesen.

          Liebe Grüße von
          der Sonnenblume im Winter

    • Hoff.44 sagt:

      Nein, er gibt keine Ruhe. Er verlangt nach Aufmerksamkeit, nach Mitgefühl, nach grenzenloser Zuwendung, Verständnis und Anerkennung. Und wenn er das nicht kriegt, wirst du als gehässig und kalt abgestempelt, vorher wird dir noch die Schuld zugeschoben, dass du diejenigen bist, die ihn in eine Depression getrieben hat.
      Nein, sich wehren gegen das Umsorgen wird er nicht, er wird einfach nie genug davon bekommen. Und der Partner von einem depressiven Narzissten wird zu der Zeit einfach keine Reserven mehr haben, um zu helfen oder erst recht, helfen zu wollen. Der Partner vom depressiven Narzissten ist zu der Zeit schon selbst emotional ausgebrannt und mit seinem Latein am Ende, alles was ihm übrig bleibt ist vielleicht einwenig Genugtum und noch eine Portion Schuldgefühle, mit der er sich ganz alleine auseinandersetzen muss.

      • Sonnenblume sagt:

        Das ist eine sehr ernüchternde Bilanz und schreit förmlich danach, endlich die eigenen Grenzen zu achten und Selbstfürsorge zu lernen und sich nicht selber zum Opfer machen oder aussteigen aus der Opferrolle…..

        …. aber lieber eine schmerzhafte Wahrheit als eine angenehme Lüge auf die Dauer…..

        Alles alles Gute und eine heilsame Rückkehr an einen sicheren inneren Ort wünsche ich

        • Aurora sagt:

          „selber zum Opfer machen oder aussteigen aus der Opferrolle…“

          Ich meine, dass der Begriff „Opfer“ in diesem Zusammenhang unpassend und herabwürdigend ist.

          Umgang mit Narzissten ist wie bei anderen schwer Erkrankten auch eine Angelegenheit für Ärzte und medizinisches Fachpersonal.

          Gesunde Menschen können das nicht. Und wollen das auch nicht. Dies wolltest Du vermutlich zum Ausdruck bringen.

          • sonnenblume sagt:

            herabwürdigend habe ich es keinesfalls gemeint Aurora. Ich meine Opfer in dem Sinne, sich quasi komplett ausgeliefert zu fühlen und hilflos zu sein. Denn genau das ist der Mensch nicht. Es gibt immer das Potenzial zur Veränderung. Und es gibt auch Hilfsangebote, die man in Anspruch nehmen kann. Opfer meine ich auch im Sinne wie es bei einer Sucht gemeint ist. Es gibt den aktiven Abhängigen und den passiven Abhängigen. Beide sind aber abhängig. Und beides ist Sucht. Wenn ein Mensch einsieht, dass er so nicht mehr weiterleben möchte – und nur dann – kann ein Heilungsweg beginnen. Eben auch mithilfe von professionellen Hilfsangeboten oder auch Selbsthilfegruppen oder Beratungsgesprächen etc. pp….. Und dann geht es um das Einüben von neuen Verhaltensmustern und auch zu lernen, wo gesunde Grenzen sind, wie eine gesunde Beziehung geht und wie man für die eigenen Bedürfnisse einstehen lernt (denn das ist ein Lernweg und muss ja wirklich eingeübt werden).
            Bei dem Begriff Opfer gehe ich auch nicht davon aus, dass ein Mensch sich das aussucht. Man sagt ja auch, dass Menschen z.B. Opfer ihrer Umstände sind oder werden können. Doch das muss nicht so bleiben. ES gibt immer einen Weg in die Freiheit. Aber den muss man wollen. Vielleicht kann ihn auch nicht jeder/jede gehen wollen.
            In meiner Nachbarschaft z.B. lebt eine Frau, die von Kindheit an, gewohnt war, sich schlagen zu lassen. Das hatte ihr Vater so getan, nun tut es ihr Mann und manchmal leidet sie darunter und manchmal möchte sie sogar, dass das aufhört. Ich habe ihr Hilfe angeboten mit einer Adresse von einer Beratungsstelle und auch Selbsthilfegruppe….. ABER – sie sagte mir ins Gesicht, dass sie lieber so weiterleben möchte. Wirklich wahr….. Sie sagte es. Aber ich denke, dass manche Menschen lieber nur davon träumen, frei zu sein, als sich wirklich auf den Weg der Freiheit zu begeben….. aus welchen Gründen auch immer. Ich werde keinen Menschen deswegen verurteilen oder abwerten. Das Leben ist viel zu komplex und die Würde des Menschen ist unantastbar und jeder Mensch hat es verdient, bedingungslos angenommen zu werden. Denn wer weiß schon, was in einem Leben (z.B. auch in frühen Kinderjahren – auch bei dem Narzissten selbst) geschehen ist und wie sich das auswirkt in der Seele…..

          • Waltraud sagt:

            @Aurora
            @Sonnenblume
            Sich von einem Narzissten zu trennen ist aus verschiedenen Gründen schwer und man sollte auch Ahnung haben von diesem Störungsbild. Wenn man sich auch wirtschaftlich abhängig gemacht hat, muss man sich im klaren oder sollte es sein, das ein Narzisst alles tun wird, um einen ohne etwas da stehen zu lassen bei Trennung. Man muss genau wissen, was man aus- und durchhalten kann, denn Attacken, einen fertig machen zu wollen, werden kommen. Und je mehr Angriffsfläche ein Narzisst findet, umso heftiger wird eine Trennung torpediert. Viele trauen sich diesen Kraftakt nicht zu, da sie ja je nach Dauer und in Unkenntnis dieses Störungsbildes ausgebrannt wurden und sich ein selbständiges Leben. gar nicht mehr zutrauen.

      • Kersten sagt:

        Liebes Hoff44,

        Schade, dass es Deinem (?) N. nicht schlecht genug geht.
        Ich hätte Dir gern Ruhe gewünscht, in welcher Form auch immer.

        Nein, sich wehren gegen das Umsorgen wird er nicht,
        er wird einfach nie genug davon bekommen. (..)
        Hui, was für eine bittere Wahrheit. Aber trotzdem: Wahrheit.

        Wenn das doch nur rascher in meinen Kopf einsickern könnte.
        Dass es NIE genug ist, dass es NIE besser wird.

        lieben Gruss

        • Sonnenblume sagt:

          Liebe Kersten,

          … der Weg vom Kopf ins Herz scheint immer der weiteste zu sein.

          Und dieses NIE GENUG bedeutet ja, dass auch die maximale Anstrengung und auch die Verausgabung nicht zum Ziel führt. Daher tut sich doch eine endgültige Frage deutlich in aller Klarheit auf und zeigt sich unmissverständlich als Wahrheit.

          Diese langsam einsickernde Erkenntnis mit Liebe zu betrachten, einschliesslich aller bisherigen Versuche, das NIE GENUG zufriedenzustellen und es logischerweise gar nicht zu können und dann die VerANTWORTung für sich selbst zu übernehmen, die eigenen Muster anzuerkennen, die aus welchen Gründen auch immer, so in einem entstanden sind und NEUE zu lernen.

          Das ist wie das Erlernen eines Musikinstrumentes. Auch wenn Du die Gitarre an der Wand hängen hast, sie betrachtest und dir erträumst, wie schön es wäre, tolle Musik zu spielen, hilft das nicht entscheidend weiter. Es geht ums Üben, üben, üben im Sinne von Spielen, spielen, spielen….

          Spielen hat nichts mit Leistung zu tun.

          Spielerisch leben, Dinge tun und lassen….

          Der Weg ist ein Entwicklungsweg und der geht wie auch bei einem Baum ja nur millimeterWEISE vor sich und hat seine eigenen Gesetzmässigkeiten. Mit „machen können“ schleicht sich wieder eine Fehleinschätzung ein.

          Nein, wir hegen und pflegen den Baum und behandeln ihn gut und sorgen für bestmöglichstes Wachstum und vertrauen und glauben auch, dass er zu seiner Zeit seine Früchte bringen wird und einstweilen nehmen wir die „Gitarre“ in die Hand…..

          Liebe Grüße,auch an Sina,

          von der Sonnenblume vor dem Kamin im Winter und der Gitarre auf dem Schoss…..

      • Sina sagt:

        Ganz genau so ist es. Alles was man tut wird herabgewürdigt. Das gekochte Essen mag man nicht, Zutaten sind nicht recht und sowieso ist das Mahl keine Herausforderung oder Mühe. Dass er selbst nichts zustande bringt wird außer Acht gelassen. Das Angebot ihn zum Arzt zu begleiten wird ausgeschlagen und die Mama gefragt. Auf die Frage warum die Mama mit muss heißt es, das Angebot sei ja nicht ernst gewesen und darum sei man nicht darauf eingegangen. Mama machts besser. Zuhause kann man auch keinen Finger rühren weil man ja krank ist.. usw usw. Lauter kranke Beispiele der Narzen.

  5. Sina sagt:

    Das kenne ich von meinem Ex-Narz auch, die beruflichen Probleme und immer größer werdenden Eskalationen weil auch dem Arbeitgeber die Lügen und Manipulationen mittlerweile auffallen. Dann ständige Krankschreibungen, Arztwechsel weil man auch dessen berechtigte Kritik nicht aushält. Er behält seinen Job nur, weil er Beamter ist und damit unkündbar. Die Trennung ist Monate her und mir geht es immer schlechter. Ständig blitzen Szenen auf die sich abspielten und es ist eine große seelische Belastung. Wenn ich überlege wie wir beim Essen zuhause saßen, wir hatten Pizza bestellt, und er klemmte sich die Tüte mit den Brötchen unter den Arm damit mein Kind und ich nix davon abbekamen, den Rest stopfte er sich hinein als gäbe es kein Morgen.. und tausend andere Dinge, eins abartiger und egozentrischer als das andere.

    • Alina sagt:

      Sina, geht es dir schlecht, weil du an diese Szenen denkst und wütend wirst? Oder haderst Du oder willst ihn gar zurück?
      Ich könnte grade auch wieder platzen vor Wut über sein selbstgefälliges, rücksichtsloses Handeln. Eigentlich sollte man doch einfach nur froh sein, diese Unerträglichkeiten hinter sich gebracht zu haben?
      Leider hält sich meine Wut nicht lange und ich mache mich lieber klein (dafür, dass ich sowas mit mir machen lasse). Ich habe die Trennung noch nicht geschafft.
      Was ich meine, ist: Was hält dich davon ab, zu feiern, dass du es geschafft,hast, die Beziehung vorbei ist? liebe Grüße

    • Alina sagt:

      nochmal an Sina: das hört sich fast an wie eine posttraumatische Belastungsstörung, wenn Du so leidest, wäre es vielleicht gut, sich ärztliche bzw. psychologische Hilfe zu holen, das wird dann nämlich noch viel Arbeit werden und dabei kann man immer Hilfe brauchen

      • Sina sagt:

        Alina, ich will ihn nicht zurück. Ich habe endlich eingesehen und verstanden, dass es absolut keinen Wert hat. Dafür musste ich aber erst verstehen was mit ihm los ist um zu kapieren: verdeckter Narzisst. Da fiel mir alles wie Schuppen von den Augen. Es ist so wie du schreibst, ich werde wütend wenn mir diese Dinge einfallen. An eine PTB dachte ich auch schon, aber dann denke ich wieder, wir waren 10 Jahre zusammen und die kann man nicht nach ein paar Monaten verdaut haben, das braucht Zeit. Viel Zeit die ich mir nehmen muss. Ich war schon einmal in Behandlung, daraus konnte ich viel mitnehmen. Ich hoffe du schaffst den Absprung, ich weiß leider genau wie es dir geht und es sich anfühlt. Ich habe mich genau so kleingemacht und rückblickend ist es ein Unding was ich mir hab gefallen lassen. Bitte schau nach dir! Du bist nicht allein.
        Liebe Grüße zurück

        • Alina sagt:

          Danke Dir , Sina. 10 Jahre, das st wirklich lange und das wird dich bestimmt noch beschäftigen. Super, dass Du mit Dir im Reinen bist in Bezug auf ihn, das ist bestimmt das wichtigste und aktuell mein großes Ziel! Achte ach du gut auf dich ! Du machst mir Mut, danke nochmal , liebe Grüße

  6. Alina sagt:

    es ist soviel wiederzuerkennen in dieser Beschreibung, das sich Brüsten mit vergangener Größe, wieder und wieder, abgesehen von den wunderhübschen Frauen, die er hatte, lässt er an keinem ein gutes Haar. Jetzt, nach seinen geschäftlichen Zusammenbrüchen, gebraucht er die Depression als Ausrede für sein Herumlungern auf meine Kosten und wenn ich vorsichtig andeute, dass er doch mal mit einer kleinen Aufräumarbeit in seinem Riesenchaos anfangen könnte, ist er empört ob dieser Zumutung. Dann bin plötzlich ich es, die ihn mit ihrem Unverständnis in die Depression treibt. Eigentlich weiß ich, dass er mich emotional und finanziell ausbeutet und missbraucht und ich wahrscheinlich nur seine Steigbügel halte, damit er bequem sein nächstes Opfer einlullen kannn. Blöderweise hänge ich immer noch an ihm, obwohl in unserer Beziehung nichts meh schön ist, alles kalt und distanziert.Ich schäme mich so dafür, dass ich es immer noch nicht schaffe, ihn endlich rauszuschmeissen.

    • Sonnenblume sagt:

      Lieber das bekannte Unglück, als das unbekannte Glück. Es ist manchmal schon verrückt, wie Herz und Kopf sich an alles mögliche klammern, um ja nicht die Sicherheit zu verlieren, selbst wenn diese mit Unglücklich verbunden ist.

      In meiner Nachbarschaft will eine Frau ihren Mann nicht verlassen, der sie regelmässig bei Alkoholeinfluss schlägt. Auch wenn ich es nie für möglich gehalten hätte, ist es so, dass sie auch schon von ihrem Vater geschlagen wurde und diese Art „Zuwendung“ kennt und trotz Hilfsangebote nicht heraus möchte.

      Wie sehr ein Muster zum anderen passt. Das Herz kennt Gründe, wovon der Verstand nichts weiß.

  7. Hoff.44 sagt:

    Narzismus war für mich früher ein difuses Wort, gleich zusetzen mit Egoismus, Überheblichkeit und Egeinliebe. Deswegen habe ich eine zeitlang diese Seiten über Narzismus einfach weggewischt, denn ich war der Meinung, dass dieses Fachwort die Probleme in meiner Ehe nicht richtig beschreiben kann. Ich recherchierte weiter und wurde immer wieder mit diesem Bereich in Verbindung gebracht. Irgendwann klickte ich “ Trennung von einem Narzissten“ an und las die ersten zwei, drei Sätze. Sofort klickte ich diesen Bericht wieder weg, denn ich bekam einfach Angst- so viel Ähnliches zu meinem Leben stand darin beschrieben. Doch die Würfel sind gefallen, ich konnte es nicht mehr lassen, auf diesen Seiten immer weiter zu lesen. Immer mehr Parallelen, immer mehr Ähnlichkeiten zu meinem Leben zogen sich durch diese Beiträge. Schnell wurde mir klar- mein Mann gehört tatsächlich in diese Kategorie- natürlich nur eine Selbsdiagnose von mir, ganz ohne Gewähr. Während ich immer weiter auf diesen Seiten las, musste ich mir selbst immer wieder klar machen: ich habe mich für eine Trennung von meinem Mann entschieden nicht, weil er ein Narzisst ist, sondern, weil ein Leben mit ihm schon immer schwer war und ich diese Ehe nicht weiter fortsetzen möchte. Nicht er hat sich zum Negativen verändert, sondern ich kann endlich ehrlich zu mir selbst sein und sagen- so will ich mein Leben nicht weiter führen. Ich möchte mir seine Eigenschaften wie Aggression, Depression, Pessimismus, Besserwisserei, Schwarz-Weiß Denken, Abwerten, Beschimpfen, Belügen, Opferhaltung, Schuldzuweisungen,Selbsverliebtheit, Berechenbarkeit und mehr und mehr nicht mehr schön reden. Ich möchte nicht mehr aufs Neue hoffen und immer wieder neue Chancen gewähren. Ich verschliesse die Augen nicht mehr, weil ich noch mit ihm zusammen leben möchte und ich will auch nicht mehr kämpfen, um für meine Prinzipien oder Ziele einzustehen. Ich möchte einfach mein Leben so gestalten, dass ich mich selbst darin wieder finde.

    • heike sagt:

      Ich wünsche Dir von ganzem Herzen, dass Du Deinen Weg gehst und auf Deinem Weg bleibst und alle Stolpersteine, die kommen werden (das ist so sicher wie das Amen in der Kirche), meistern wirst. Höre immer auf DICH und bleib Dir treu!

    • Anni sagt:

      Hoff.44, deine Zeilen könnten meine Geschichte sein. Zufällig stieß auch ich auf diese Seite und lese nun schon jahrelang hier im Blog. Das hat mir echt die Augen geöffnet, zum Grübeln gebracht und gleichzeitig Mut gemacht. Der Wunsch, mein altes, „normales“ Leben zurück zu bekommen, meine Freiheit wieder zu erlangen, wieder glücklich zu sein, wurde immer stärker.

      Du bist auf dem richtigen Weg. Ich wünsche dir viel Kraft und alles Gute für alles, was jetzt kommt.

    • Kersten sagt:

      Ganz viel Kraft wünsche ich dir

    • Uschi sagt:

      Das ist eine gute Entscheidung. Mein Bruder hat dies nicht geschafft und jetzt ist er TOD! Ziehe es durch, sonst wirst auch du krank und am Ende stirbst du viel zu jung!

  8. Waltraud sagt:

    Das der Narzisst, mit dem ich es zu tun hatte, depressiv ist, war mir selbst gar nicht aufgefallen. Erst eine Therapeutin, die ich wegen seiner ganzen miesen Aktionen aufsuchte, fragte mich nach einem Foto von ihm. Nach Inaugenscheinnahme fragte sie mich, ob er depressiv sei. Das hätte ich im Leben nicht erwartet bei den ganzen Lügen, bei seinen Drohungen, sich in Szene setzen als Gutmensch und nicht die leisesten Anzeichen von schlechtem Gewissen bei ihm. Sondern im Gegenteil nur an sich denkend und was für ihn gut und wichtig ist. Auch hatte er sich erwartet, das ich ihn nach all den Verlusten und das Leid, bei Bedarf als seine Pflegerin zur Verfügung stehe. Da bleibt einem die Spucke weg, ob der ganzen Unverfroreneit. Hätte ich früher wie auch alle anderen von diesem Störungsbilder Kenntnis gehabt, man hätte sich vieles ersparen können. Aber vielleicht kann man sich, ohne es selber zu erfahren, auch gar nicht vorstellen, wie unglaublich raffiniert und hinterlistig so jemand vorgeht.

  9. Mr. X sagt:

    So etwas konnte ich einmal live miterleben. Ein in jungen Jahren erfolgreich gewesener Verkäufer, der alt geworden war, kam regelmäßig in die Kneipe, um sich zu betrinken. Wenn er keine Zufuhr bekam, fing er an zu weinen. Er gab ein jämmerliches Bild ab. Je größer er sich machte, sich aufspielte, umso kleiner nahmen ihn die Leute wahr. Die Leute distanzierten sich immer mehr von ihm, was die Sache nur noch schlimmer machte.

    • heike sagt:

      In den 80er Jahren hat das die Gruppe BAP mit ihrem Song „Jupp“ ziemlich klar thematisiert.
      Diesen Song mögen Narzissten übrigens überhaupt nicht (jedenfalls nach meiner Erfahrung). Warum wohl….?

  10. Anni sagt:

    Vielen Dank für diese 1 : 1 Beschreibung meines Mannes an Sven Grüttefien.

    Je älter er wurde, um so abstruser, ja kindischer wurden die Anstrengungen und Bemühungen nach narzisstischer Zufuhr. Nach dem (selbst gewünschten vorzeitigen) Ausscheiden aus dem Berufsleben fiel schon mal ein Teil der Bestätigung und Zufuhr, vornehmlich durch seine Kunden, weg. Es war auch höchste Zeit für den Rückzug, denn die Kritik des Arbeitgebers wurde deutlicher und Anpassung ist ja schon mal gar nichts für den N. Körperlicher Verfall stellte sich zeitgleich ein. Depressive Episoden, ertränkt in Alkohol, gab es schon immer. Immer weniger war ich auch bereit, ihm die gewünschte Zufuhr zu geben, zumindest nicht bewusst. Dafür stieg sein Agressionspotential – genau wie beschrieben.

    Nun endlich habe ich es geschafft, mich von ihm zu lösen und wünsche mir für ihn, dass er sich in seiner Einsamkeit endlich seines erbärmlichen Selbstbildes bewusst wird. Für einen Suizid ist er zu feige, das ist auch nicht mein Wunsch, aber „das Bröckeln der Fassade“ zu erkennen, wäre schon ein großer Schritt.

    • Hoff.44 sagt:

      Ja, Anpassung ist wirklich für einen Narzissten nicht möglich. Mein Mann wechselt in den letzten fünf Jahren all paar Monate seinen Arbeitgeber, mal geht er selbst, mal wird er“ freundlich verabschiedet „.Natürlich kann er dafür nichts, er ist schon wieder mal „ein Opfer der unglücklichen Umstände „- einfach nicht auszuhalten. Wenn er dadurch von mir nicht genug Verständnis erfährt, dann ist die nächste Krise vorprogrammiert und er spielt gerne das arme Opfer, mir bleibt die Rolle der bösen Frau über.
      Bin auch auf dem Weg, mich innerlich zu lösen, zur endgültigen Trennung fehlt mir immer noch der Mut.

    • heike sagt:

      Sei froh, dass Du Dich gelöst hast…..
      Dein Wunsch für ihn wird sich aller Wahrscheinlichkeit nach nicht erfüllen, da er aus SEINER Sicht überhaupt kein erbärmliches Selbstbild abgibt.
      Er wird sicher bald eine neue Bewunderin finden (wenn er sie nicht schon hat), die ihm seine Zufuhr gibt.

      • Anni sagt:

        Ja, das wird wohl ein frommer Wunsch bleiben. Der N. ist einfach großartig! Und sicher wird auch eine neue Bewunderin in die gleiche Falle tappen, wie wir fast alle hier. Schon beim Umzug wurde ich aufgefordert, alles (aus der Küche) mitzunehmen, da nächste Woche „die nächste Tante hier einzieht, die ihr eigenes Zeug mitbringt“. – Gut, das ist dann sicher sein Wunsch gewesen, aber alleine schon diese Abwertung – so frauenfeindlich und verachtend. Aber ohne Frau geht’s eben auch nicht. So eine Haushälterin und persönliche Dienstleisterin ist eben schon bequem.
        Schon einen Tag nach der Trennung wurde akquiriert, als gäb’s kein morgen…

        Ja, ich bin froh, dass ich es geschafft habe.

  11. Yvonne sagt:

    Ist ein Narzisst einfach nur das Cliché und die Überzeichnung eines jeden Herr und Frau Normal? Gerade jetzt in dieser Corona-Pandemie fallen sehr viele Leute in schwere Depressionen, weil ihre Lebensträume, ihre Karriere und manchmal sogar die Familie auseinander bricht. Von Arbeitslosigkeit und Geldverlust gar nicht zu reden. Zur Zeit empfinde ich deshalb jede Beschreibung dieser Narzissten und Persönlichkeitsgestörten eher als Zynismus. Arbeitsbeschaffung für Psychiater und Therapeuten? Ja, es scheint doch im Moment, dass viele Menschen genau diese Symptome aufweisen. Ist das jetzt eine Posttraumatische Belastungsstörung oder schon Narzissmus? Liegt jetzt die richtige Diagnose allein im Auge des Betrachters? Mich dünkt, der Narzisst hat ausgedient als Sündenbock. er wurde von den egoistischen Ungeimpften abgelöst. Da tut sich eine ganz neues Feld auf.

    • Anni sagt:

      Oh nein, man darf hier nicht Äpfel mit Birnen vergleichen, obwohl es sicher bestimmte Schnittmengen gibt. Wer sein Leben je mit einem Narz geteilt hat, weiß genau, dass es eben kein Klischee und erst recht keine Überzeichnung eines jeden Herrn und Frau „Normal“ ist – denn dass, was einen Narz ausmacht, ist keineswegs NORMAL.

    • Ingo Pracht sagt:

      Da ich das Opfer einer Narzisstin war, stellt sich mir diese Frage überhaupt nicht. Narzissmus ist etwas ganz anderes.
      Natürlich hat die aktuelle Pandemie viele Auswirkungen. Aber ein Narzisst ist definitiv nicht die Überzeichnung von Otto Normalverbraucher. Ein „normaler“ Mensch kann diese Schicksalsschläge verarbeiten und provoziert sie nicht noch.

    • Man muss unterscheiden: Narzissmus ist kein Symptom einer Depression. Krankhafter Narzissmus kann aber in eine Depression führen, wenn die Regulierung des Selbstwertgefühls allein von der positive Resonanz des Umfeldes abhängig ist und die narzisstische Zufuhr nicht mehr ausreicht, um das eigene Selbstbild bestätigt zu bekommen. Genauso kann natürlich eine Isolation während der Corona-Pandemie zu einer Depression führen. Aber eine belastende Isolation ist für sich gesehen noch kein Symptom für eine Depression – sie kann ein Auslöser sein. Wer depressiv ist, ist nicht per se ein Narzisst, Narzissten können aber depressiv werden – so wie jeder andere Mensch auch!

    • Alina sagt:

      Herr und Frau Normal können durchaus narzisstische Züge tragen, irgendwelche Persönlichkeitsausprägungen hat jeder. Hier geht es um den Leidensdruck, der durch eine von der Norm stark abweichende Persönlicheitsausprägung erzeugt wird, was bei Partnern von Narzissten sehr häufig zu schweren Krisen führt, da man ja meint, mit Verständnis und Liebe und Geduld könne man günstigen Einfluss auf diese quälenden Muster nehmen. Das schreckliche ist die unrealistische Hoffnung, mit noch etwas mehr Mühe und Selbstaufgabe die Beziehung retten zu können.

      • Yvonne sagt:

        Das kann ich gut verstehen. Meine ganze Lebensfreude, Hoffnung und Energie wurde auch schon von einem (mehreren?) Narcs ausgesogen. Irgendwann realisierte ich jedoch, dass Niemand (auch ich nicht) einen Andern ändern (retten?) kann. Jeder ist letztlich für sich selbst verantwortlich. Seit dieser Erkenntnis habe ich keine Narcs oder Energiesauger mehr in meinem Umfeld. Ich habe aber auch radikale Eigenverantwortung übernommen und gelernt NEIN zu sagen. Am Anfang, nicht erst am Schluss und schon halb im Grab.

        • Yvonne sagt:

          PS: Ich weiss, dass dies eine Seite über Narzissmus ist und sich deshalb mit genau diesem Krankheitsbild befasst. Trotzdem möchte ich noch zu bedenken geben, dass die obsessive Beschäftigung mit Narzissmus und dem Narzissten, der Narzisstin, ihrem Verhalten, ob es ihnen schlecht geht im Alter, wie schrecklich sie sind, etc. ebenfalls ein Krankheitsbild darstellt. Man nennt es Co-Dependence oder in diesem Fall eben Co-Narzissmus. Mir ist es absolut schnuppe, wie es meinen Ex-Narzissten geht oder gehen mag und ob sie eine oder 20 neue Freunde/Freundinnen und supply gefunden haben. Es interessiert mich einfach nicht. Es hat so viel anderes, auf das ich mich konzentrieren kann. Schönes.

          • Anni sagt:

            Du hast Recht. Das muss der zweite Schritt nach der Befreiung vom Narz sein. Dass man ihn auch aus dem Kopf bekommt und die Segel neu setzen kann.
            Dafür ist die Zeit der Entgiftung nötig, denke ich.

            Alles Gute euch allen.

          • Waltraud sagt:

            Naja schöne Vorstellung. Hat man aber gemeinsame Kinder mit einem Narzissten wird über diese versucht, weiter in das Leben des Ex zu funken. Die Manipulationen hören nicht auf. Man hat vielleicht Mal zeitweise Ruhe.

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