Wenn der Narzisst das arme Opfer spielt

Obwohl Narzissten ihre Einzigartigkeit gerne offen zur Schau stellen und sich als die Größten erleben wollen, gibt es auch Situationen, in denen sie absichtlich Leid und Hilflosigkeit inszenieren, um darüber Aufmerksamkeit bei ihren Mitmenschen zu erregen. Sie spielen dann das arme Opfer und machen sich ganz klein, um sich am Ende mit dieser Methode wieder ganz groß fühlen zu können.

Wenn der Narzisst das arme Opfer spielt

Bild: © sifotography – 123rf.com

Narzissten nutzen die Opferrolle, um ihre Mitmenschen zu täuschen und zu manipulieren. Wenn aggressive Methoden wie Prahlen und Protzen, Belehren und Überreden, Beleidigen und Entwerten nicht mehr wirken, versucht der Narzisst, Mitleid bei seinen Mitmenschen zu erzeugen, und schlüpft entgegen seinen üblichen Gewohnheiten in das Gewand des Geschundenen. Auf rührselige anmutende Weise inszeniert er dann Hilflosigkeit und erhofft sich davon die Aufmerksamkeit und Solidarität seines Umfeldes.

Der Narzisst beschwert sich dann über eine angebliche Missachtung oder Benachteiligung, jammert über die Umstände oder die Fehler und Unachtsamkeit seiner Mitmenschen, klagt deren schlechtes Benehmen oder rücksichtsloses Verhalten an und kritisiert deren mangelnde Bereitschaft, ihm bei seinen Problemen und Sorgen zu helfen. Er suhlt sich im eigenen Leid, das ihm aus seiner Sicht von außen zugefügt wurde, und behauptet, nun unter den schlimmen Folgen leiden zu müssen. Um sich aus der Verantwortung zu stehlen, macht er sein Umfeld schlecht und präsentiert sich als armes Opfer, das für die Misere, in die er geraten ist, überhaupt nichts kann.

Auf diese Weise kann der Narzisst sein eigenes Größenbild selbst in der Rolle einer jammernden Heulsuse noch aufrechterhalten. Indirekt entwertet er damit gleichzeitig seine Mitmenschen, indem er sie anklagt und ihnen eine Schuld oder ein Versäumnis unterstellt. Nicht er ist derjenige, der etwas falsch gemacht und versagt hat, sondern die anderen. Indem er dann noch sein Leid theatralisch zur Schau stellt, wird die Ungehörigkeit der anderen noch deutlicher herausgestellt und diese werden so zu Unmenschen degradiert. Auf diese Weise kann sich der Narzisst als lupenrein erleben und seine Großartigkeit bewahren.

Der Narzisst kostet die Rolle des Opfers aus

Obwohl ein Narzisst lieber seine Größe und Überlegenheit pompös zur Schau stellt, kommt es gar nicht so selten vor, dass sich ein Narzisst auch als ganz schwach, enttäuscht, hilflos oder wehklagend präsentiert. Sobald er mit seinen exhibitionistischen Methoden nicht die nötige Aufmerksamkeit erfährt, wendet sich das Blatt und er wirft seinem Umfeld pure Undankbarkeit vor. Statt sich seines selbstherrlichen Getues bewusst zu werden, ist es ihm völlig unverständlich, wie man seine grandiose Person nicht gebührend beachten kann.

Narzissten schlüpfen in die Opferrolle, wenn

  • sie keine Aufmerksamkeit und Bewunderung bekommen.
  • sie keine bevorzugte Behandlung erfahren.
  • sie von ihren Mitmenschen kritisiert oder abgelehnt werden.
  • sie einen Fehler gemacht haben sollen.
  • sie keinen Erfolg haben und ein Scheitern oder einen Verlust verkraften müssen.
  • ihre Attraktivität und Leistungsfähigkeit abnimmt.
  • sie erkennen müssen, dass sie nicht besser sind als andere.
  • sie keinen Sinn mehr in ihrem Leben sehen.

Wie bei den meisten Dingen übertreibt der Narzisst auch dann, wenn er in die Rolle des geschundenen Opfers schlüpft. Er stellt seine Situation dann so dar, als sei noch kein Mensch auf dieser Welt jemals von seinen Mitmenschen so schäbig behandelt worden wie er, als könne nur ihm so etwas Gemeines widerfahren und als sei er von seinem Umfeld aufs Tiefste enttäuscht. Der Narzisst nutzt sein imposantes schauspielerisches Talent, um seinem Umfeld ein schlechtes Gewissen einzuflößen und mit der Darbietung eines herzzerreißenden Dramas nachhaltig Eindruck zu machen, um so wieder die Aufmerksamkeit und Unterstützung anderer zu gewinnen.

Der Narzisst manipuliert mithilfe der Opferrolle

Selten empfindet der Narzisst aber sein Leid in der Tiefe, wie er es nach außen vorgibt. Vielmehr verstecken sich hinter seinem Anflug von Wehleidigkeit seine starke Wut und seine Verachtung für das vermeintlich schäbige Verhalten seiner Mitmenschen. Da er jedoch mit einem offenen Wutausbruch sein Umfeld nur noch mehr verscheuchen würde, unterdrückt er seine aggressiven Gefühle und kompensiert sie mit einer übertriebenen Inszenierung von Enttäuschtheit. Hinter seiner Traurigkeit versteckt sich in Wahrheit großer Frust und über das Auslösen von Mitleid und Reue will er seine Mitmenschen im Grunde bestrafen.

Eine beliebte psychologische Spielart ist auch die Täter-Opfer-Umkehr: Obwohl der Narzisst sein Gegenüber eindeutig rücksichtslos behandelt, wird diesem die Schuld an seiner Vorgehensweise oder seinem Übergriff gegeben – ganz nach dem Motto: „Wenn du dich so verhalten würdest, wie ich es dir gesagt habe, müsste ich jetzt nicht so gemein zu dir sein.“ So wäscht sich der Narzisst von jeglicher Schuld rein und empfindet sich sogar noch als armes Opfer, das lediglich auf ein aus seiner Sicht verfehltes Verhalten reagiert und sich wehren musste und nun auch noch dafür verurteilt wird.

Die übertriebene Empörung, die Krokodilstränen sowie die pathetisch vorgetragene Bedürftigkeit sind untypisch für das Verhalten eines echten Opfers. Die endlose Abfolge von Kritik, Vorwürfen und Entwertungen sowie die allzu rasche Bereitschaft, Tatsachen zu verdrehen und mit einer verzerrten Wirklichkeit andere täuschen zu wollen, lassen die Unechtheit auffliegen. Der Narzisst verhält sich in der Rolle des Opfers keineswegs hilflos, sondern taktiert im Sinne seines Ziels äußerst professionell.

Betroffene sollten das psychologische Manöver erkennen

Betroffene, die das narzisstische Muster und die psychologische Strategie, die der Narzisst anwendet, hinter seinem aufgesetzten Gehabe nicht erkennen, fühlen sich schuldig und werden von einem Gefühl des Mitleids dazu getrieben, sich wieder in den Einflussbereich des Narzissten zu begeben und ihm zur Verfügung zu stehen. Vorrangig tun sie es jedoch, um sich über die Zuwendung selbst zu entlasten und ihre Schuldgefühle wieder loszuwerden. Zwar hoffen sie, über ihre Zuwendung den Narzissten wieder zufriedenstimmen zu können, in erster Linie wollen sie aber nichts weiter, als darüber ein Gefühl der Sicherheit wiederzuerlangen.

Auf diese Weise bleiben sie allerdings abhängig von dem Narzissten, denn sie können sich nur dann gut und sicher fühlen, wenn sie ihn von seinem Leid befreit haben und dieser wieder scheinbar glücklich ist. Solange der Narzisst sein Umfeld für sein Unwohlsein verantwortlich machen kann und dieses sich auch dafür verantwortlich machen lässt, wird der Narzisst niemals etwas an seiner durchtriebenen Vorgehensweise ändern. Er bekommt ja am Ende doch immer, was er will, und wird sich daher in seiner Schlauheit bestätigt fühlen.

Betroffene sollten die Übertreibung und Affektiertheit, mit der ein Narzisst die Opferrolle ausfüllt, genauestens wahrnehmen: Sprechen aus den Augen wirklich Leid und Trauer oder eher ein gewisser Scharfsinn und Berechnung? Das unterschwellige Taktieren des Narzissten, wenn er in seinem Umfeld Mitgefühl erzeugen will, kann niemals unentdeckt bleiben, wenn Betroffene bewusst auf schauspielerische Elemente achten. Sie können den Narzissten dann für sein kindisches und unreifes Verhalten innerlich bedauern, sollten aber auf sein vordergründiges Anliegen nicht eingehen, denn sie helfen ihm damit nicht, sondern fördern nur seinen Hang zur Selbstverliebtheit.


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Veröffentlicht in Blog, Eigenschaften eines Narzissten
37 Kommentare zu “Wenn der Narzisst das arme Opfer spielt
  1. Hoff.44 sagt:

    Die Opferrolle eines Narzissten in einer Beziehung kann man überhaupt nicht nicht mit der Opferrolle von einer einsammen Nachbarin oder in die Jahre kommenden eigenen Eltern vergleichen. Sie wollen Aufmerksamkeit, Zuwendung und Verständnis, um sich kurz oder lang wieder besser zu fühlen, zeigen dir mehr oder weniger auch ihre Dankbarkeit und sind bereit, dich evtl in deiner Opferrolle aufzufangen. So sollte es idealerweise sein (gibt natürlich auch genug Ausnahmen). Die Opferhaltung eines Narzissten in der Beziehung nimmt ganz andere Dimensionen ein.
    Seit ich meinen Mann kenne, kam es mir immer komisch vor, dass nach jedem Strei für ihn es aüsserst wichtig war, die Schuldfrage zu klären. Er konnte nie einen Strei für beendet erklären, es musste der ganze Verlauf erneut durchgespielt und rekonstruiert werden, bis er mir aufzeigen konnte, wo ich einen Fehler gemacht hatte. Jedes Wort, jeder Blick wurde auf die Goldwaage gelegt, bis ins kleinste Detail hat er mir meine Schuld erklärt, so lange, bis ich mich dieser Diskussion entzogen habe. Wurde die Schuldfrage geklärt( also war ich praktisch schuld) beruhigte er sich wieder und war bereit sich mit mir zu versöhnen. Lange Zeit habe ich mich gefragt, warum kann man nicht einen Streit beenden, wenn die Sachlage geklärt ist. Jetzt ist mir klar: Die Sachlage ist zwar geklärt, aber wenn ich keine Schuld habe, dann kann er kein Opfer sein und das geht nicht. Er muss doch einen Nutzen davon haben, er muss von den Schuldgefühlen der Anderen sich nähren und stärken.
    Also, die Opferrolle kann er perfekt ausfühlen. Ich kann ihn nicht mit anderen wehleidigen Personen vergleichen, da komme ich überhaupt nicht auf die gleiche Ebene. Opfer sein, braucht er wie Luft zum Atmen. Und das Schlimmste ist ja, er sieht es selbst nicht, er lebt einfach damit. Er ist zutiefst davon überzeugt, dass seine Frau und seine Kinder und seine Arbeitkollegen oder Vorgesetzte, sogar seine Katze es nie mit ihm gut meinen können und nur sehen möchten, wie er leidet. Und diese Rolle gefällt ihm, denn nur so bekommt er ab und an die Aufmerksamkeit, die er braucht. Doch die Zufuhr ist nur von kurzer Dauer und genug davon wird er nie haben, wozu denn auch, dann müsste er doch seine Opferrolle verlassen…

  2. Lydia sagt:

    Am meisten wird die Opferrolle bei den flying monkeys hervorgeholt. Das erlebe ich gerade wieder hautnah. Ein Mensch der jahrzehntelang darauf aus war, dass er im Mittelpunkt steht, man sich um Ihn kümmert, Ihn versorgt…, seine Grandiosität bewundert…ect. erzählt nun in der Nachbarschaft, bei seinen Neuen (die dann auch noch meine Freundinnen waren) was für eine böse Frau ich bin, ich habe ihm nie geholfen, mache ihm das Leben zur Hölle, bin unausstehlich, ect. und das nur deswegen, weil ich nun nach so langer Zeit erkannt habe was gespielt wird, nicht mehr mitspiele und eben auch einmal Forderungen stelle und die Kritik übe, die ich mir jahrzehntelang anhören musste. Um eine neue Beziehung starten zu können, den alle Flying Affen sind potentiell neue Beziehungsparterinnen, wird das Bild vom grandiosen verkannten Helden, gespielt, das das Opfer einer herrschsüchtigen Frau ist….die diesen lieben netten und so emphatischen Menschen mit soviel Ansprüchen, Aggression und Boshaftigkeit straft. Mich rief tatsächlich so eine Dame an und fragte allen Ernstes, was sie ihm den kochen könne, er wäre da ja anspruchsvoll, aber an sich ja so emphatisch und hilfsbereit und ich müsste das doch wissen…, denn ich würde ihn ja nun schon so lange kennen…da fehlen einem die Worte. Er ist zum Opfer mutiert und es ging eigentlich um 2 Bitten die ich hatte, wo er mal sein Verhalten ändern sollte…zur Sicherheit von uns allen…wobei sonst ja immer das Fehlverhalten von allen anderen von Ihm zur Verhaltensänderung angemahnt wurde… wenn man das betrachtet in seiner ganzen Form ist das nur noch lächerlich…aber und das merke ich immer wieder …er glaubt echt selber daran…das er nun ein Opfer ist und er hat damit Erfolg, vor allem bei bedürftigen Frauen, die alleine nicht zurecht kommen, die hilflos sind, die glauben das dann gerne und sind dann zum Bereitstellen des nächsten warmen Nestes gerne bereit. Zu viele Menschen sind bedürftig und nehmen dann gerne ohne zu hinterfragen die Opferrolle ernst und fragen sich nicht einmal am Anfang einer neuen Beziehung, ob dies alles wirklich war sein kann, sind geblendet von so viel Gutem…mir kanns nur Recht sein, denn ich bin das Übel nun los. Es ist gut wenn man das bei the next beobachten kann, es macht einem viel Bewusst und so steigt man erst richtig durch, wenn man sieht, dass es bei einem selbst selber so war..harte Schule aber lehrreich und wichtig um die eigenen Koordinaten zu schärfen..

    • Waltraud sagt:

      Ich kann Dir da nur zustimmen. Allerdings glaube ich, das „er“ auch noch Mal versuchen wird, bei Dir wieder anzudocken. Das er i. Moment jemanden hat, bedeutet nichts. Sie müssen sich ja immer wieder ihre Einzigartigkeit beweisen.

  3. Monika K. sagt:

    Ich hatte mal eine Freundin, die war ständig verletzt. Immer hatte sie irgendwo einen Verband am Arm oder ein Pflaster und immer hatte sie „irgendwie“ Pech.
    Am Anfang habe ich ihr das alles geglaubt, sie getröstet und mit ihr viel Zeit verbracht (was wohl ihr Ziel war, Aufmerksamkeit zu erhaschen)
    Und eines Tages hat sie sich als jemand geoutet, der mich völlig erschreckt hat.
    Sie jammerte mal wieder und hatte viele Probleme, wollte aber mit mir nicht in der Wohnung sprechen, sondern nur im Auto, weil sie da angeblich „freier reden“ kann.
    Ich Rindvieh bin im Winter aus meiner schuckeligen warmen Wohnung zu ihr in ihren Kleinwagen gestiegen und sie fuhr los. Sie fuhr und fuhr. Ich wusste gar nicht, wo wir waren und meinte dann mal „könntest du nun zurück fahren“ Da sagte sie ganz frech und überheblich „Nein, ich bin noch nicht fertig“. Ich sagte ihr, sie solle mich jetzt nach Hause bringen, ich wäre müde.
    Sie grinste nur und gab Gas, raste wie eine Verrückte. Ich hätte ihr gar nichts ins Lenkrad greifen können, Handbremse ziehen oder sonstwas machen können. Sie hat mich quasi entführt und mich meiner Freiheit beraubt.
    Da merkte ich, wie geisteskrank die war. Das war natürlich das Ende unserer Beziehung.
    Heute bin ich sehr vorsichtig mit Freundschaften. Es dauert lange, bis ich jemand an mich heranlasse.
    Solche Leute sind wie faule Äpfel in einer Kiste, welche die Gesunden auch krank machen, wenn man sich nicht distanziert.

  4. Uschi sagt:

    Dies trifft fast sicher mehr auf narzisstische Frauen zu. Meine Schwägerin hat von Anfang an der ganzen Familie vor gejammert wie schlecht sie aufgewachsen ist und wie ungerecht sie behandelt wurde. Im Nachhinein muss ich leider feststellen, dass dies lauter Lügen waren. Nach jedem Streit, den sie angefangen hatte, waren nachher die anderen schuld. Ihr Mann (mein Bruder) hat sie immer unterstützt und verteidigt, jetzt ist er Tod. Sie hat ihre Kinder ausgetrickst und nun ist sie Alleinerbin von seinem Vermögen. Ziel erreicht, sie war nie an ihrem Mann interessiert sondern nur an seinem GELD! Solche Menschen sind gefährlich, sie bringen euch um alles, Gesundheit, Familie, Freunde und um den Verstand und die Endstation ist euer GRAB.

  5. Ingo sagt:

    Die Opfer Umkehr kenne ich zu gut. Meine Ex-Frau hat mich über ein Jahr mit ihrem Chef betrogen. Sie haben es vermutlich auch in unserem Ehebett getan.
    Als ich später ausgezogen bin und selber eine Freundin hatte, war ich derjenige, der sie betrogen hat. Sie hätte mich nie betrogen.
    Und so wurde sie zum Opfer von dem bösen Ehemann, der sie verlassen und betrogen hat.

    Es ist alles unfassbar, das hier zu lesen. Und immer wieder stimmt es und öffnet mir wieder und wieder die Augen.
    Wenn man es nicht selbst erlebt hätte, würde einem das keiner glauben. Selbst meinen Eltern fällt es schwer, mir manche Dinge zu glauben, obwohl sie die Ex ja auch kennen und einiges mitgemacht haben.

  6. Mr Bean sagt:

    Ich kenne da eine Exfrau und ihre geisteskranke Mutter. Deren Hobby ist Stteit vom Zaun brechen, Tenor „Ich gehe zum Anwalt“ leider ist sie wenig gebildet, mal hat sie Streit mit ihren Geschwistern, mal mit ihren Kindern, 2 von 3 haben mit ihr gebrochen. Nur das eine Kind hat noch Kontakt. Leider ist dieses auch geisteskrank, hat das Bedürfnis sich in sozialen Medien als Opfer hinzustellen.
    Eigentlich müsste man Mitleid mit Beiden haben, nie viel gearbeitet, die Mutter nur in schlecht bezahlten Aushilfsjobs, Töchterchen hat noch nie wirkliche Lust auf eine Anstellung gehabt. Typisch untere soziale Stufe.
    Mutter und Tochter haben Kinder bzw Enkelkinder so manipuliert und beeinflusst, dass der Kontakt zum leiblichen, treusorgenden Vater gebrochen wurde, dieser wurde als Narzisst denunziert und mit dem Verlust der Kinder lebenslang bestraft.

    Mutter und Tochter haben sich als Opfer hingestellt, obwohl sie die wahren Täter sind.

  7. SonjaS sagt:

    die jammernarzen sind die schlimmsten, habe über 50 lebensjahre gebracuht, um durch die mechanismen zu blicken und es zu verstehen…..

  8. Susanne sagt:

    Ich bin durch solche Artikel eher verunsichert. Mein Bruder ist ein Narzisst der „grandiosen“ Sorte (sein Lieblingswort), meine Tochter vermutlich Borderliner mit narzisstischen Anteilen, hochmanipulativ inklusive Gaslighting und einem Hang zum Ghosten. Ich selbst habe einen schizophrenen Schub hinter mir, mir wurde eine Remission bestätigt. Hilfe habe ich von beiden kaum erhalten, im Gegenteil: Mir wurde stets vermittelt, dass ich nur mehr Psychotherapie machen müsste, dann wäre ihr Verhältnis zu mir auch nicht so problematisch. Mit anderen Worten: Ich war das Problem, obwohl ich mich um meine Eltern gekümmert habe, als sie Pflege benötigten, mich um Haus und Garten gekümmert habe. Wenn ich manchmal überfordert war, war meine Unfähigkeit der Grund. Wenn ich nun lese, dass Narzissten sich als Opfer inszenieren, frage ich mich, ob ich selbst auch narzisstisch veranlagt sein könnte, denn ich sehe mich schon als Opfer solcher Machenschaften. Der einzige Unterschied zwischen ihnen und mir besteht eigentlich darin, dass ich bis zur Erschöpfung gearbeitet habe, während die beiden anderen es bis zur Perfektion verstanden haben, sich im entscheidenden Moment zu drücken. Muss ich also Sorge haben, selbst ein Narzisst zu sein, weil ich mich missbraucht fühle?

    • Mr. X sagt:

      Hallo Susanne, ein Narzisst würde sich selber nicht hinterfragen wie Du in diesem Fall, denn das bereitet ihm zu viel Unbehagen. Auch tut der Narzisst in der Regel nichts für seine Mitmenschen, wenn er nicht in irgend einer Weise etwas davon hätte. Ja, es gibt die echten Opfer und deren Kennzeichen ist es oft, dass sie sich andauernd selber hinterfragen.

    • Antje Kroll sagt:

      Liebe Susanne, so viel ich weiß, ist man niemals selbst Narzisstin/Narzisst, wenn man sich die Frage stellt, ob man eine Narzisstin oder ein Narzisst ist. Die notwendige Fähigkeit zur Selbstreflexion, um sich diese Frage überhaupt zu stellen, bringen stark narzisstisch strukturierte Menschen nämlich gar nicht auf. Das zumindest ist mein Wissensstand. Vielleicht hilft dir diese Rückmeldung ein bisschen weiter. (Ich duze, weil das im Netz meist üblich ist, wenn es nicht in Ordnung ist, bitte ich um kurze Rückmeldung, sollte es weiteren Austausch geben, würde ich dann zum Sie übergehen :-)) Ich selbst lebe von meinem narzisstisch strukturierten Ex-Partner und Vater meiner 11-jährigen Tochter seit August 2020 getrennt. Was Sven Grüttefien im aktuellen Beitrag schreibt, habe ich alles selbst erlebt und erlebe es noch. Unsere Tochter lebt seit Mai 2021 ausschließlich bei ihrem Vater. Warum das so ist, hat sie mir bis heute nicht gesagt. Unser Verhältnis hat sich zum Glück in den letzten Monaten wieder verbessert. Ich würde nicht ausschließen, dass die massiven (verdeckten) Manipulationen ihres Vaters sie dazu gebracht haben, es abzulehnen, (auch) bei mir zu leben. Sicher weiß ich, dass er sich als armes Opfer einer komplett verrückten Frau fühlt. Auch meine Vorgängerin, mit der er rund zehn Jahre zusammen war, war angeblich „verrückt“. Sie hat nach der Trennung von ihm Suizid begangen. Früher hat er mir deswegen leid getan, heute denke ich, dass er vermutlich mit dafür gesorgt hat, dass sie keinen Lebensmut mehr hatte. Zumindest war sein Verhalten mir gegenüber sehr oft absolut destruktiv. Als ich noch in der Beziehung lebte, wollte ich oft gar nichts mehr, außer, dass er aufhört, mir zuzusetzen. Zwar war ich wohl nie suizidgefährdet, aber auch ich hatte punktuell jeglichen Lebensmut verloren.
      Ich wünsche dir alles Gute für deinen weiteren Weg. Der erste Schritt ist immer, zu erkennen, das der Mensch, unter dem man jahrelang gelitten hat, ein Narzisst/eine Narzisstin ist. Ich brauchte knapp 15 Jahre, um zu verstehen, was passiert. Dennoch bin ich – trotz der Trennung – noch immer (z.T.) verstrickt in diese Beziehung. Aber Schrittchen für Schrittchen befreie ich mich und ich hoffe, dass das Verhältnis zum Vater meiner Tochter irgendwann rein sachlich sein wird. Mindestens bis zu ihrer Volljährigkeit wird ein kompletter Kontaktabbruch nicht möglich sein – oder nur für den Preis, dass ich auch keinen Kontakt mehr zu meiner Tochter habe. Und letzteres möchte ich auf keinen Fall.
      Alles Gute für dich! Antje

  9. Tippi sagt:

    Das Thema interessiert mich sehr. Ich habe manchmal Probleme, den Unterschied machen zu können, und irgendwie auch unterschiedlich zu reagieren, wenn sich echte Not mit Narzissmusgejammer vermischt.

    Da ich selber eine (unsichtbare) Behinderung habe, kenne ich viele Menschen mit demselben Handicap. Darunter hat es ein paar ‚Narzis‘. Sie benutzen das Handicap (welches wirklich schlimm ist), um damit narzisstisch zu wirken, sowie innerhalb, wie auch ausserhalb von Betroffenengruppen. Natürlich stösst das dann auch Aussenstehende ab, und dies kann unsere ganze ‚Zunft‘ in ein schlechtes Licht rücken. Das ist ärgerlich, doch was kann man machen?

    Auch kenne ich Menschen, die wirklich schwer traumatisiert sind. Man weiss, dass sich dann manchmal eine ‚Spule‘ abspielen kann, wo die traumatischen Ereignisse immer wieder und immer wieder erzählt werden müssen, bis alles aufgearbeitet ist. Auch hier vermischt sich das echte Leid manchmal mit dem manipulativen Narzismusgejammer, und ich finde es manchmal schwer, das Echte vom Falschen zu unterscheiden.

    Es tut mir sehr gut, diese Zeilen zu Lesen, ich musste ien paar Mal ’schmunzeln‘, weil es genau die Situation beschreibt. Solche Texte geben mehr Klarheit und helfen, die echten und falschen Klage-Elemente besser voneinander unterscheiden zu können.

    Was für mich (und andere Betroffene) nicht selten schwierig ist, ist dass von eigenen Jammernarzissten traumatisierte Angehörige, dann auch eine echte (unsichtbare) Not nicht mehr gut von einer gespielten Not unterscheiden können. Jammernarzissten schaden so mit ihrem Verhalten auch echt betroffenen Menschen, weil dann deren Not schneller nicht mehr ernst genommen werden kann.

    Ein Buch über Jammernarzissten würde mich sehr interessieren. Danke für diesen Artikel.

  10. Yvonne sagt:

    Also ich finde ja das Verhalten von Narzissten auch schwierig. Aber diese Kommentarschreiber, welche sich über all die Gemeinheiten der bösen Narzissten auslassen, finde ich auch eher „schwierig“. Ja, stimmt, wir haben es jetzt dann gehört, Narzissten sind unmöglich in ihrem Verhalten. Wie gut, dass „wir andern“ immer so ausgeglichen, nett und höflich sind, und nie, -also niemals ein ähnliches Verhalten an den Tag legen würden. Vor allem das „Opfer spielen“ liegt uns so gar nicht. „Wir“ sind darüber völlig erhaben und beklagen uns auch gar nie, oder schimpfen, oder machen andere so schändliche „narzisstische“ Sachen, wie zB. hinter dem Rücken einer Person schlecht sprechen. Niemals! Auf keinen Fall. Gott bewahre.
    Sorry, aber manchmal muss auch mein Sarkasmus an die frische Luft.

    • Helmut Rentsch sagt:

      Sagen Sie mal Yvonne, warum schreiben sie das? Sie sind doch offenbar überhaupt nicht betroffen. Warum nötigen sie dann Leute in diesem Forum, solch einen Text lesen zu müssen?
      Oder sollte es daran liegen, dass Sie selbst narzisstisch veranlagt sind?

      • …super… kann ich nur zustimmen🤗

      • Yvonne sagt:

        Ja, das mag sein, dass ich selbst narzisstisch veranlagt bin. Allerdings war ich auch schon Opfer von Narzissten und kenne den Schmerz. Ich kenne auf alle Fälle das Drama-Dreieck, wo sich die Rollen des Opfers, Retters und Täters immer wieder abwechseln. Sehr ungesund und schmerzhaft. Ich musste so lernen, dass man andere Menschen nicht ändern kann, nur sich selbst. Und ja, Jammern hilft auch nichts. Und Anklagenund Vorwürfe auch nicht. Beziehungen sind nicht immer einfach. Ich denke halt, dass die meisten Menschen versuchen ihr Bestes zu geben. Und wenn das nicht reicht, muss man sich trennen, sonst blutet man aus. Aber das alles hat ja gar nichts mit Liebe zu tun. Heute sind die meisten Beziehungen narzisstische Tauschbeziehungen. Nur noch selten wahre Liebesbeziehungen. Wahre Liebesbeziehungen schmerzen selten.

        • Lydia sagt:

          Yvonne, dass ist ja so geil, super, dass mal so zu lesen, mein Gedanke: Heute sind die meisten Beziehungen narzisstische Tauschbeziehungen… so denke ich momentan ebenfalls…wenn man die Brille aufhat und sich mit dem Thema beschäftigt, dann sieht man das überall..ob in Paarbeziehungen, in dem Verhältnis zu Kollegen..in der Familie…Wir leben im Kapitalismus und für viele ist eine Beziehung mittlerweile in Bezug auf Gefühle, Bestätigung, Anerkennung, Bedürfnisbefriedigung nur noch ein Form der Tauschbeziehung geworden, in der jeder auf sein inneres Konto schaut und sehen will, dass er mehr rausholt wie der andere. Und das entzaubert Beziehungen und natürlich vor allem das Konstrukt der Liebesbeziehung. Narze spielen aber auch damit: Sie gaukeln diese Liebesbeziehung, Einmaligkeit, wirkliche echte Liebe vor…denke aber im Sinne des inneren Kontos. Für mich ist es schwer nachdem ich dies alles für mich realisiert habe, mich überhaupt noch auf das Konstrukt Liebe einzulassen…was da retten könnte denke ich immer ist, dass man beobachtet, in wie weit das Gegenüber überhaupt noch auf Kommunikation in Augenhöhe eingeht. Für mich ist das immer noch der Gradmesser, ob ich es mit einer Tauschbeziehung oder mit einer wirklichen Beziehung zu tun habe. Wenn ich merke, es wird keine echte Kommunikation gewünscht, ist das das Zeichen zum Abbruch

  11. survive sagt:

    Ich erlebe das mit einer Nachbarin. Sie hat in vielen Jahren kein gutes Haar an mir gelassen, hat sich mit allen Nachbarn angelegt. Sie hat die unflätigsten Dinge gesagt und sagt es noch.
    Jetzt, wo sie nicht mehr so fit ist, hat sie sich auf die Jammermasche verlegt.
    Jetzt auf einmal bin ich zu ihrem Liebling geworden, nachdem sie es sich mit allen anderen Menschen in ihrer Umgebung verscherzt hat und keiner mehr mit ihr etwas zu tun haben will.
    Nun bräuchte sie mich für Dienstbotenleistungen, dafür wäre ich nun gerade mal recht.
    Wenn sie merkt, dass sie eine Ablehnung bekommt, fängt sie mit einer Art Jammer-Kauderwelsch an.
    Es ist nicht zu verstehen, was sie sagen will.
    Sie hört erst dann auf mit dem Lamentieren, wenn sie ein „Ja“ bekommt. Sie spielt die große Tragödin mit theatralischen Gesten und will bei jeder Kleinigkeit vom Balkon springen.
    Als ich ihr sagte, dass ich nun deshalb den Notarzt holen werde, hat sie das Telefon weit weg von mir gehalten.
    Ich hatte – trotz allem – viele Jahre Mitleid mit ihr.
    Aber inzwischen habe ich Magenschmerzen deswegen bekommen und zwar derart, dass ich nun jeden Kontakt zu ihr abgebrochen habe. Und ihre Rufnummer blockiert.
    Nun versucht sie es mit Lovebombing. Hängt mir Tüten mit Pflanzen an die Tür. Schreibt Karten, die sie mit unzähligen Stickern beklebt. Und schreibt auf dem Umschlag „Für die liebe …“

    Den Kram werfe ich sofort in die Abfalltonne. Will das nicht in meiner Wohnung haben.

    • Lina sagt:

      Liebe survive,
      das könnte meine Mutter sein von der du berichtest. Obwohl sie eine Frau hat die sich 2 bis 3 mal pro Woche um sie kümmert (also bedient) und ich ihre ganzen Angelegenheiten regle, hat sie in ihrer unstillbaren Anspruchshaltung, dass alle für sie da sein müssen, inzwischen 2 von 3 Nachbarinnen „verbrannt“. Eine davon hat nach jahrelanger Tyrannei mit ständigen Anrufen (mehrmals täglich) inzwischen den Kontakt abgebrochen, die geht sogar vom Garten ins Haus wen sie meine Mutter sieht. Eine andere geht nicht mehr ans Telefon, allerdings steht meine Mutter da ab und zu vor der Tür, dann macht sie auch auf weil sie immer denkt es könnte was Wichtiges sein. Ist es natürlich nie.

      • survive sagt:

        Liebe Lina,

        danke für Deine Antwort. Diese besagte Nachbarin steht bei mir auch einfach vor der Tür und will zu mir in die Wohnung. Bisher war es immer nur Pipifax. Ich habe jetzt mit den anderen Nachbarn ein Klingelzeichen vereinbart. Wenn die bei mir läuten, sollen sie das 4x machen. Ansonsten gehe ich nicht mehr an die Tür.
        Meiner Nachbarin gehe ich auch aus dem Weg soweit es möglich ist.
        Ich halte diese permanenten Tragödien nicht aus.
        Es ist Oscarreif, was mir da präsentiert wird. Ganz großes Theater.
        Diese Nachbarin hat auch jemand der sich um sie kümmert, aber ich soll für sie Bier holen, Haare schneiden und eindrehen, Klamotten aussortieren und und und. In den Jahren zuvor hat mich als Gesindel beleidigt. Aber für Dienste aller Art wäre ich gerade recht.

        • SonjaS sagt:

          du sollst gar nichts machen, am besten vollständigen kontaktabbruch, was anderes hilft nicht. irgendwann gibt sie auf.

          • survive sagt:

            Liebe SonjaS,

            ich habe sie schon im Router blockiert und mache ihr auch nicht mehr auf, wenn sie bei mir läutet.
            Sie hat auch immer Zeitschriften von mir bekommen > gibt es auch keine mehr.
            Ich hatte wegen ihr sogar den Sozial Psychiatrischen Dienst eingeschaltet, die bei ihr angerufen haben, weil sie wieder mal vom Balkon springen wollte. Die bekamen zur Antwort, dass es so eine Art „Redewendung“ von ihr ist.
            Da fehlen mir die Worte.
            Ich habe genug von deren Psychoterror.

  12. Mr. X sagt:

    Wenn sich zwei Narzissten beißen und in die Haare kriegen, dann ist es oft so, dass der Verlierer sich in die Opferrolle flüchtet. Er kann einfach nicht damit fertig werden, dass er einen Kampf verloren hat. Er wird dies immer und immer wieder ausschlachten, wenn er um Mitleid buhlt. Es ist faszinierend, zuzuschauen, wenn sich zwei Narzissten bekämpfen. Man sollte aber aus eigenem Interesse darauf achten, sich nicht als Flying Monkey einspannen zu lassen.

  13. Claudia sagt:

    Das ist u. a. genau das, was meine kleine Schwester und ich mit der mittleren Schwester durchmachen mussten. Unser Vater (war auch Narzisst, aber nicht so schlimm) hat immer drauf gepocht, dass wir uns vertragen und ihr vergeben, wir sind doch schließlich Schwestern. Mein Vater stand immer hinter ihr und hat Verständnis für sie gefordert. Sehr häufig kam auch die Frage: „Was habt ihr wieder mit ihr gemacht? Sie heult schon wieder!“
    Wir haben sie hinter uns gebracht, wir haben keinen Kontakt mehr zu ihr.

    Zu meinem Grauen hat die Narzisstin meine beiden Kinder (23 und 25) total für sich eingenommen. Sie wird ihnen nach der Trennung von meinem Ex-Mann erzählt haben, dass ihre Mutter unzuverlässig ist und sie als Tante immer für sie da ist. Sie hat sich früher nie für meine Kinder interessiert, im Gegenteil, sie mochte sie nie, wie sie der kleinen Schwester oft erzählt hat. Aber wenn man die große Schwester ärgern kann, tut man doch alles (sie hat sogar meinen Ex-Mann für sich eingenommen, den mochte sie auch nie).

    Für meine Kinder ist sie die tolle Party-Tante, (das Haus ist immer voll, sie steht den ganzen Abend auf der Bühne und singt und schert sich nicht um ihre Gäste) die immer für sie da ist, scheinbar. Das tut mir wahnsinnig weh und ist der reinste Albtraum für mich.

    Meinen jetzigen Mann mag sie natürlich auch nicht, hatte mir damals aber mal versichert, dass, falls er und ich uns trennen würden, sie den Kontakt zu ihm halten würde. Den kalten Blick, mit dem sie mich dabei angesehen hat, werde ich nie vergessen. Mein Mann hat nur herzhaft gelacht, als ich ihm dies erzählt habe. 🙂

    Wenn ich mir das durchlese, was ich oben geschrieben habe, komme ich mir vor wie eine Petze, die zu wenig Aufmerksamkeit bekommt. Als würde ICH meine Schwester zu Unrecht beschuldigen, schlecht machen und Lügen über sie verbreiten. Das klingt alles so unglaublich. Man kann sich nicht vorstellen, dass es so zerstörerische Menschen wie meine überall beliebte Schwester und ihre Tochter gibt. Und das ist ja längst nicht alles, was ich zu sagen hätte.

    Ich arbeite daran, das Erlebte mit ihr für meine Kinder aufzuschreiben, ihr Wesen aufzudecken in der Hoffnung, dass sie mich endlich verstehen und sich von ihr abwenden. Ich kann es nicht mehr ertragen, dass sie ständig bei ihr ein und ausgehen und werde auf diese Internetseite verweisen, damit sie sich informieren können. Ich habe meine mittlere Schwester noch nie so gut beschrieben gesehen wie hier.

    Vielen lieben Dank dafür und liebe Grüße!

    • Lina sagt:

      Hallo Claudia,
      ich habe exakt dasselbe erlebt mit meiner Schwester und auch das Verhalten meiner Eltern. Gruselig das zu lesen.
      Als sie hörte dass ich mich trenne hat sie sofort meinen Mann und meinen Sohn angeschrieben, sie wäre immer für sie da, obwohl sie meinen Mann verachtet hat und meinen Sohn ignoriert hatte all die Jahre vorher.
      Die Manipulation solcher Menschen ist unglaublich stark. Meine Kinder halten sich aber glücklicherweise von ihr fern, wohnen allerdings auch bei mir und wissen dass ich einen Kontakt zu der Hexe nicht tolerieren würde.
      Dass du ihnen alles schreiben möchtest, verstehe ich. Es ist riskant, weil sie vllt dieses Schreiben deiner Schwester zeigen würden, aber ich verstehe deinen Wunsch absolut gut.
      Man darf nie vergessen: deine Schwester macht das nur, um dich zu ärgern und sie will das auch sehen. Und das Schönste für sie wäre, wenn sie dich und deine Kinder auseinander bringen könnte. Der ultimative narzisstische Erfolg.

      • Claudia sagt:

        Liebe Lina,

        es tut gut zu lesen, was du geschrieben hast. Danke! Man denkt ja wirklich immer, man ist allein mit seinem Problem und dass es so was ungeheuerliches nicht noch mal geben kann.

        Meine Kinder wohnen gut 100 km von ihr entfernt, das hält sie aber nicht auf, dort hinzufahren. Wenn die Kinder erwachsen sind und eigene Hausstände haben, kann man das ja leider nicht verbieten oder kontrollieren. Dann ist da ja noch der Kontakt per Whatsapp usw.

        Meine Kinder und mich hatte sie schon auseinander gebracht, es hat lange gedauert, bis wir uns wiederhatten und trotzdem fühlt es sich noch nicht richtig gut an.

        Natürlich werde ich vorsichtig vorgehen, wenn ich meinen Kindern versuche, die Augen zu öffnen. Alle Betroffenen wissen ja, dass der Schuss mächtig nach hinten losgehen kann (das ist er früher schon zur Genüge!). Zurzeit tue ich so, als wäre es mir egal, ob sie Kontakt haben oder nicht. Ich zeige meinen Kindern nicht, wie sehr mich das verletzt.

        Vorsichtig sein muss ich auch, weil meine Kinder meinten, dass es nun langsam mal gut ist und man den „Streit“ unter den Schwestern mal beenden müsse.

        Sie haben sich in ihren jungen Jahren noch nicht mit dem Thema Narzissmus beschäftigt, weil sie keine Veranlassung dazu sehen. Dort werde ich vorsichtig ansetzen ohne Namen zu nennen. Mal sehen, wohin die Reise führt und wie stark der Einfluss ihrer Tante ist.

        Ich wünsche dir alles Liebe!

        • Lina sagt:

          Liebe Claudia,
          da der Vater meiner Kinder auch ein N ist (allerdings ein Jammernarz), habe ich dort zugucken müssen, wie er versucht hat die Kinder ( inzwischen 19 und 23) zu manipulieren und ich kann dir bestätigen, dass es gut ist wenn man die Kinder über Narzissmus eher so allgemein aufklärt, z.B anhand von Beispielen von anderen Menschen wie Arbeitskollegen und dann so generell von dem Thema erzählt. Sie haben meinen Mann inzwischen erkannt und halten sich so weit wie möglich von ihm fern.
          Sie müssen sowas ja auch für ihr weiteres Leben wissen, auch wenn es ein schlimmes und vllt auch beängstigendes Thema ist. Ich hätte mir gewünscht dass mich frühzeitig jemand darauf aufmerksam gemacht hätte. Das hätte mir vieles erspart.
          Auch zum Thema Streit habe ich eine klare Meinung kommuniziert, sie wissen dass ich nichts davon halte , Lebenszeit mit Menschen zu verschwenden, die mir nicht gut tun. Da bin ich sehr krass.
          Meine Schwester hat übrigens auch jahrelang meine Mutter ignoriert u d sich auf meinen Vater konzentriert weil sie dachte dass er noch Geld habe. Was er natürlich in bester Narzmanier schon fast alles für Plunder ausgegeben hatte. Der kleine Rest der aus einem Firmenverkauf noch übrig war, den hat jetzt meine Mutter und natürlich wird sie jetzt von meiner Schwester umschmeichelt. Da meine Mutter ebenfalls narzisstisch ist, versucht sie uns beide gegeneinander auszuspielen und wenn man diese ganzen Muster („goldenes Ki d u d Sündenbock, je nach Bedarf“) kennt, kann man irgendwie damit klarkommen, aber leicht ist es nicht mit einem oder mehreren Narzen in der Familie. Aber: man wird total stark, empfindest du das auch so? Ich bin so selbstsicher und fast unerschütterlich geworden, im Leben generell.
          Ja, es tut gut wenn man sich austauschen kann, deshalb geh ich auch immer wieder auf diese Seiten hier. Wir sind nicht alleine 🙂

          • Claudia sagt:

            Liebe Lina,

            es ist ja unglaublich, wie viele Parallelen es in unserer beiden Leben gibt! Leider habe ich auch erst viel zu spät erkannt, dass meine Schwester eine Narzisstin ist.
            Sie hat meinen totkranken Vater damals solange umgarnt und zum Schein umsorgt, bis sie das Meiste aus der Erbmasse für sich sichern konnte, auch auf illegalem Weg.

            Geld ist nun wirklich nicht alles, aber wenn man vom Vater schon eine Summe versprochen bekommt, die dann hinterher bei der Narzi-Schwester landet… da fehlen einem schon die Worte. Erst recht, wenn die eigene Tochter auf der Seite der Narzi-Schwester steht.

            Die Erbschaftsgeschichte hat mir dann so richtig die Augen geöffnet, das ist Stoff für einen Film, aber sie war natürlich das angebliche Opfer und hat sich mit theatralischem Getue, beleidigten Phasen, drohenden Phasen, die ganze Palette, die jeder kennt, profiliert.

            Leider hat mich die ganze Geschickte nicht stark gemacht, im Gegenteil, diese Hilflosigkeit, dass meine Kinder sie fast schon anbeten und ich machtlos bin, macht mich ohnmächtig. Als wären sie in eine Sekte eingetreten. Ständig habe ich angst, dass das Verhältnis zu den beiden wieder einen Knacks bekommt.

            Mein Ex-Mann ist kein Narzisst. Deshalb hatte ich mich nicht getrennt. Ich kenne Narzissmus nur aus meiner eigenen Familie.

            Bei meiner Schwester ist es seit dem Tod meines Vaters so richtig schlimm geworden. Von Streit halte ich auch nichts, dafür bin ich zu sensibel, aber mir ist damals die Hutschnur geplatzt. Irgendwann ist ja mal gut. Den Kontakt hatten meine kleine Schwester und ich abgebrochen. Ich will gar nicht wissen, was ich machen würde, wenn ich die noch mal wieder sehen muss.

            Ich hoffe nur, dass ich meine Kinder behutsam auf dieses Thema lenken kann. So oft sehe ich sie leider nicht, sie wohnen zu weit weg und am Telefon will ich so was natürlich nicht ansprechen. Vielleicht kommt mir der Zufall noch zur Hilfe. 🙂

  14. Kathrin sagt:

    Vielen Dank für den Text. Ich kann die Täter-Opfer Umkehr nur zu gut nachvollziehen. Aber mir fehlt irgendwie noch die Strategie. Wie genau kann ich damit umgehen, wenn der Narzisst das arme Opfer spielt? Ihn darauf ansprechen? Er besitzt ja sowieso die allmächtige Weisheit und würde es als anmassend deklarieren. Oder sollte man es trotzdem direkt tun? Vielen Dank schon für Ihre Ideen!

    • Spiegeln Sie ihm die Verantwortung zurück, indem Sie fragen: „Was gedenkst du nun in dieser Situation zu tun oder wie willst du mit dieser Situation umgehen, damit du dich wieder besser fühlst?“ Weisen Sie somit eine Schuldzuweisung zurück und verzichten Sie darauf, etwas für ihn tun zu wollen. Zeigen Sie stattdessen mit dieser offenen Frage, dass er selbst die Macht (und Aufgabe) hat, an seiner Situation etwas zu ändern und dass es seine Angelegenheit ist, ob er sich als Opfer oder ein selbstbestimmten Menschen erleben will.

  15. Reh sagt:

    Neulich im Gerichtssaal. Den Richter konnte er damit überzeugen…

  16. Lina sagt:

    Das ist die perfideste Masche eines N., und ich habe 15 Jahre mit einem solchen Mann zusammengelebt. Die Schuld-und Verantwortungsgefühle, die dieser Typ mir und meinen Kindern damit aufgebürdet hat, war unerträglich. Es ging sogar soweit, dass er bedauert werden wollte, weil er mich nicht lieben könne.
    Auch sein Auftreten in Gesellschaft war geprägt von Bemitleidetwerdenwollen. Zum Fremdschämen. Ich hatte immer den Eindruck, dass seine Erfahrung ihm gezeigt hat, dass er damit sehr viel Zuwendung bekommt und ausserdem so verhindert, dass irgendjemand etwas von ihm will. Faul war er auch, weil er dann ebenfalls die „Schuld“ für Dinge den anderen anlasten konnte. Er hatte ja NICHTS gemacht. Fast schon lustig, wenn man drüber nachdenkt.
    Meine Mutter ist ebenfalls ein Jammernarz mit Dramatisieren ihrer Wehwehcheb. Nach dem Tod meines Vaters war der 1. Satz: “ und wer kümmert sich um mich?“. Unfassbar die Anspruchshaltung.
    Die jammernden Narzissten sind die allerschlimmsten Ausbeuter. Wenn man da nicht aufpasst, bleibt man am Ende völlig ausgelaugt und oft auch finanziell geschröpft übrig.

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