Eine Narzisstin baut sich über das Mitgefühl anderer auf

Eine Narzisstin kann die Aufmerksamkeit ihrer Umgebung durch massives Erzeugen von Mitgefühl auf sich ziehen. Auf theatralische Weise inszeniert sie ihren Schmerz, um so die rege Anteilnahme ihrer Mitmenschen zu erwirken. Aufgrund der Dramatisierung können andere die vermeintlich große Verzweiflung der Narzisstin leibhaftig nachempfinden und fühlen sich sogleich verpflichtet, zu trösten und zu helfen.

Eine Narzisstin baut sich über das Mitgefühl anderer auf: Der Ehemann zeigt Mitgefühl

Bild: © Adam Gregor – stock.adobe.com

Eine Narzisstin ist eine wahre Meisterin, wenn es darum geht, sich in eine Opferrolle zu begeben und über eine theatralische Inszenierung ihre scheinbar unverschuldete Not zu demonstrieren. Sie spielt das Unschuldslamm, das sich keines Fehlers bewusst ist, und zeigt ihre Bedürftigkeit, indem sie sich völlig unbeholfen, überfordert und hilflos präsentiert. Mit einer schon beinahe kindlich-naiven Unschuld gelingt es ihr, großes Mitgefühl bei anderen auszulösen und sie in ihren Bann zu ziehen.

Das ungeheure Ereignis, das ihr widerfahren ist, muss in Form eines unvergleichbaren Melodramas vorgetragen werden. Es gleicht einer unvorstellbaren Tragödie, der sie hoffnungslos ausgeliefert ist. Ihre Not, Verzweiflung und Wehrlosigkeit müssen so eindringlich und besorgniserregend kundgetan werden, dass ihre Mitmenschen von ihrer Darbietung zutiefst betroffen sind und geradezu verängstigt werden. Diese haben dann gar keine andere Wahl, als sich der völlige aufgelösten Narzisstin zuzuwenden und ihr uneingeschränktes Mitgefühl entgegenzubringen.

Im Grunde ist dieses gekünstelte Schauspiel der Narzisstin eher amüsant, wäre es nicht so traurig und vor allem nicht so folgenreich für gutgläubige Betroffene, die auf ihre Schmierenkomödie hereinfallen. Diese sind aufgrund des mitreißenden Trauerspiels nicht mehr in der Lage, einen kühlen Kopf zu bewahren, und verfallen daher in große Besorgnis, wenn nicht sogar in Panik. Aus einem starken Mitgefühl heraus meinen sie, der Narzisstin unbedingt beistehen zu müssen und wollen sie von ihrem Kummer befreien.

Die Mitmenschen werden aufgeschreckt, um Mitgefühl zu zeigen

Wird hingegen von Außenstehenden die Vermutung geäußert, dass alles gar nicht so schlimm sei und sich die Narzisstin das Unglück nur einbilde, reagiert sie pikiert, unterstellt dem anderen Ignoranz sowie mangelndes Einfühlungsvermögen und wendet sich beleidigt ab. Die für sie offenkundige Tatsache, dass andere ihre hoffnungslose Lage und ihr unvorstellbares Leid nicht erkennen, plustert sie ebenfalls gründlich auf, um das Mitgefühl der anderen noch zu vergrößern. Manchmal kann sie sogar angesichts des Unverständnisses anderer für ihre schwere, kaum zu ertragende Situation in Ohnmacht fallen, um auch die letzten Zweifler von der Echtheit ihres Unglücks zu überzeugen.

Die aufsehenerregende Inszenierung soll ja gerade dazu beitragen, dass keiner auf die Idee kommt, ihre Geschichte könnte unwahr oder übertrieben dargestellt sein. Die gekonnte schauspielerische Darstellung eines höchst verzweifelten Empfindens soll so echt wirken, dass die Mitmenschen gar nicht erst den Verdacht hegen, es könnte sich um eine Finte handeln. Gemäß der Lebensweisheit, dass Tränen nicht lügen können, wird der Narzisstin dann auch jedes Wort abgekauft – schlimmstenfalls wird ihre Übertreibung mit ihrer momentanen Aufgeregtheit entschuldigt.

Angesichts ihrer Agitiertheit und gespielten Affektlabilität schreckt zunächst einmal jeder auf und meint, sich der Narzissten zuwenden zu müssen. Mit dieser durch und durch histrionischen Verhaltensweise gelingt es einer Narzisstin geradezu spielend leicht, das Mitgefühl ihrer Mitmenschen auszulösen, deren Aufmerksamkeit und Hilfsbereitschaft zu erzwingen und im Mittelpunkt zu stehen. Befinden sich ihre Mitmenschen im Zustand höchster Besorgnis, kann sie diese sodann für ihre Zwecke einspannen.

Die Narzisstin spielt das arme Opfer, um Zuwendung zu bekommen

Dieses aufbauschende, dramatische Verhalten der Narzisstin kann in unzähligen Situationen und Variationen auftreten, so dass es für unwissende Betroffene äußerst schwer sein kann, das manipulative Vorgehen und die dahinterliegenden hoch egoistischen Motive zu erkennen. Der Narzisstin gelingt es auf beeindruckende Weise, ihr verdecktes Ziel durch den geschickten Einsatz von Verzweiflung, Ängstlichkeit, Hilflosigkeit oder Minderwertigkeit zu erreichen:

  • Sie reagiert auf bestimmte Vorkommnisse oder auf Kritik besonders empfindlich oder bedrückt.
  • Sie zeigt sich anderen Menschen gegenüber außerordentlich besorgt, dramatisiert deren Situation und beschwert sich darüber, dass diese sich nicht von ihr helfen lassen wollen.
  • Sie gibt vor, sich für andere aufzuopfern, ihnen alles recht zu machen und kaum noch Zeit für sich zu haben.
  • Sie jammert ständig über eine chronische Krankheit, eine Benachteiligung, ihre Erfolglosigkeit oder ein anderes Handicap und stellt ihre Hilflosigkeit offen zur Schau.
  • Sie beklagt sich regelmäßig, niemand wisse ihre Leistungen, ihre Meinung, ihre Fähigkeiten oder ihre Attraktivität zu würdigen.
  • Sie gibt vor, stets nur Gutes zu geben, aber nur Schlechtes zu ernten.
  • Nach ihrer Darstellung ist sie immer korrekt und unschuldig, während alle anderen sich ihr gegenüber unsittlich, wenn nicht sogar unmenschlich verhalten.

Bei Männern ruft dieses Jammern, Heulen und Lamentieren meist den Beschützerinstinkt hervor. Sie meinen dann, der armen geschundenen Frau zur Seite stehen und sie wieder aufbauen zu müssen. Der Mann erlebt sich seinerseits in dieser Rolle als stark und vorbildlich, wenn er sich des scheinbar kleinen und hilflosen Mädchens annehmen, es trösten und versorgen kann. Der Mann durchschaut nicht die List – zu sehr ist er davon überzeugt, gebraucht zu werden, und steckt zu große Hoffnungen darin, mit seinem ritterlichen Einsatz die Bewunderung der bedürftigen Damen zu erlangen, um seinerseits eine narzisstische Zufuhr zu erhalten.

Bei Kindern löst diese Verhaltensweise einer narzisstischen Mutter jedes Mal Angst- und Schuldgefühle aus. Von der einschüchternden Dramatisierung werden sie völlig verschreckt, was ihren Impuls verstärkt, sich an die Mutter zu klammern, um Schutz zu suchen. Gleichzeitig wenden sie sich den Sorgen der Mutter zu, weil sie sich schuldig fühlen würden, wenn sie ihre Mutter alleine lassen und diese dann weiterhin leiden und jammern würde. Eine narzisstische Mutter kann über ein hysterisches Verhalten ihr Kind sehr wirkungsvoll beeinflussen und an sich binden.

Die Narzisstin verhält sich hochmanipulativ

Bei dieser Art von Frauen handelt es sich um hochmanipulative Egomaninnen, denen man meist gar nicht zutraut, so heimtückisch agieren zu können. Um sich als besonders zu erleben, erzwingen sie auf perfide Weise das Mitgefühl und die rege Anteilnahme ihrer Mitmenschen. Sie exhibitionieren sich nicht auf offene und aggressive Weise und stellen ihre Einmaligkeit nicht so unverblümt zur Schau, wie es der grandiose Narzisst tut. Sie betonen vielmehr ihre Schwäche und Unsicherheit und inszenieren auf theatralische Weise ihre Schutzbedürftigkeit. Sie machen sich klein, um sich über das Mitgefühl anderer groß fühlen zu können.

Jedoch bleibt mit der Zeit nicht unentdeckt, wie egoistisch, rücksichtslos und geradezu niederträchtig die scheinbar bedürftige Narzisstin andere Menschen für ihre Zwecke benutzt – wenn sie sich mal ausnahmsweise nicht als Opfer präsentiert. Dann zeigt sie das ganze Spektrum verabscheuungswürdiger Verhaltensweisen, die sie bei anderen ständig kritisiert. Hinter der aufgesetzten Hilflosigkeit steckt nichts anderes als ihre Absicht, die Mitmenschen ihrem Einfluss unterwerfen, deren Aufmerksamkeit und Einsatzbereitschaft ausnutzen und sich sodann als mächtig erleben zu wollen.

Man sollte sich daher eine gewisse Distanz zu dem theatralischen Verhalten einer Narzisstin bewahren und, solange keine akute Gefahr besteht, nicht sofort reagieren, sondern erst einmal abwarten und sachlich prüfen, ob das Ausmaß der Situation wirklich so bedrohlich ist, wie es die aufgeregte Dame anderen einzureden versucht. Die völlig überzogene Bewertung einer Sachlage sowie die unverhältnismäßige Reaktion auf bestimmte Vorkommnisse sollten zu Skepsis anregen und, statt Mitgefühl zu zeigen, sollte man eher ein inneres Bedauern über die mangelnde Realitätserfassung der Narzisstin entwickeln. Eine Narzisstin stellt die Gesamtsituation gerne so da, wie sie diese zur Befriedigung ihrer Bedürfnisse benötigt, aber nicht so, wie sie tatsächlich ist. Ihre innere Not, auf die positive Zuwendung ihrer Mitmenschen angewiesen zu sein, lässt sie zu einer leidenschaftlichen Schauspielerin werden.


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Veröffentlicht in Beziehung mit einem Narzissten, Blog
31 Kommentare zu “Eine Narzisstin baut sich über das Mitgefühl anderer auf
  1. Bodo Engemann sagt:

    10 Jahre an der Seite einer Narzisstin Par excellence, und erst heute habe ich offene Augen dank Herrn Grüttefien…
    Die arme unschuldige Frau, die von Beamten des Arbeitsamtes sexuell gestalkt wurde, die aus dem Job gemobbt wurde – meine Ex zog alle Register am Anfang unserer Beziehung…
    Dazu eine natürlich um Welten kompliziertere Diabetes als sie der normale 08/15-Betroffene hat…
    Und als hätte sie diesen Blog als Drehbuch benutzt – von Anfang bis Ende sehe ich nur Gemeinsamkeiten.
    Es ist Wahnsinn, wie diese Frauen manipulieren können..

  2. Ralph sagt:

    Das ist sagenhaft – genau in so eine Frau war ich letztes Jahr verliebt. Ihr Drama? Der schwere Narzissmus des Ex-Partners, der sie wegen des Kindes mit Klagen überzieht! Narzissmus war Dauerthema bei ihr, incl. eines Blogs, das sie über ihn geschrieben hatte. Die Opferrolle war absolut glaubhaft, mein Beschützerinstinkt am Anschlag.

    Es gab auch ein Gutachten, das dem Kindsvater narzisstische Züge bescheinigte. Einen Großteil davon durfte ich aber nicht sehen, hörte nur von einer dritten Seite, IHR würde Narzissmus bescheinigt, was ich als falsch gelesen oder gelogen interpretierte … bis ich das hier gelesen habe. Immerhin hat sie ständig betont, was für ein großer Empath sie ist… Jedenfalls hat sie mich am Ende eiskalt entsorgt und auf allen Kanälen geblockt, als jemand interessanteres ums Eck kam. Ich habs nicht von ihr, sondern durch ein Pärchen-Profilbild bei FB 2 Wochen später erfahren. So what…

  3. Sven sagt:

    Das triffts genau.

    Obendrauf, wenn man das zu lange mitmacht, das eigene Selbstwertgefühl und die eher abwartende nüchterne Haltung erst mal aufgeweicht sind, fühlte sie sich in einer Machtposition und ging daran meine Wahrnehmung in Frage zu stellen und Lösungen für Probleme anzubieten, welche ich bevor ich sie kannte nicht hatte (ja nicht mal kannte).
    Eifersüchtiger sollte ich werden und mißtrauischer.
    ‚Durchsetzungsstärker‘ (was heißt, ‚manipulativer‘) – nur das ich ihre Art sich ‚durchzusetzen‘ immer noch für daneben halte (auch wenn ich das ab und an mal an/abwende – zumeist um lang anhaltend manipulativ nervtötenden Zeitgenossen einen Dämpfer zu verpassen. Was sicherlich nicht in Ordnung ist, da ich mich dadurch eher selbst schädige, statt es wie meine Ex zu machen und jeden Vorteil daraus zu ziehen, welchen ich daraus ziehen könnte.

    Kurz: m.M.n. können Narzisten beides gut, sich bei denen welche sie in der öffentlichen Wahrnehmung als unter sich stehend sehen buckeln und auf Hilfsbedürftig machen und wenn sie sich überlegen fühlen (meist gegenüber ihren Kindern und Partner*innen draufhauen bis zum geht nicht mehr, um draussen die Energie zum Buckeln und einschmeicheln zu haben.

    Das seltsame daran ist, dass das dann meist den Anstrich „normal“ bekommt – von aussen.
    In gewisser Weise ist es das auch. Nur wäre die gusunde Variante nicht Parasitär sondern eher symbiotisch.
    100%ig kann diese Waage wohl niemand halten.

    Bis zu dem Punkt das Menschen
    Das ich das so lange mitmachte, war allerdings mein Ego – bzw. der Mißbrauch meines Beschützerinstinkts. Da ich aber von Anfang an merkte das die Theatralik nur ein ausweichen vor dem eigentlichen Problem war, war es auch reichlich dämlich von mir zu glauben das würde sich legen.
    Aber darauf setzen Narzisten und die geschickteren halten dieses hin und her im extrem lange aufrecht.

    Tja, heute ist mir klar das diese Menschen sich bewusst oder unbewusst (vermutlich beides ein bisschen) durch jedes Beziehungsmotiv und jede extrinsische wie auch intrinsische Motivation
    arbeiten und diese in Schutt und Asche legen, während sie ihre eigenen Ansprüche an ihre(n) Partner*innen immer höher schrauben.

    Das ein Parasit, welcher den Wirt quasi tötet daran auch leidet? Kein Problem, dann kommt die Opfer-Nummer bei völligem ausblenden des eigenen Teils daran.
    Entschuldigen kann ich das nicht mehr. Und verzeihen nur noch wenn da mal ehrliche Reue zum tragen käme.

    Die Frage ob ich bei mir noch genug darauf achte, stelle ich mir kaum noch – immer nur noch dann, wenn das beim gegenüber auch deutlich wird. Einbahnstrassen der Ignoranz, nunja, die werden ignoriert.
    Kein guter Wesenszug, nein, aber im Moment eine Notwendigkeit. Traurig aber wahr.

    Trotz allem weigere ich mich immer noch Menschen an mich ranzulassen welche hintenrum immer ein ‚Feinbild‘ bei mir suchen (gerne über Selbstaussagen wie „das sehen wir doch genauso“ o.ä., nur um mir dieses dann unter die Nase zu reiben und mich darüber zum ähh ‚durchbeißen‘ zu motivieren. Was ich dann garantiert nicht tue.

    Meine neutral-diplomatische Ader ist langsam aber sicher auf der Strecke geblieben. Ab und an geht’s noch, damit fahre ich am besten.

    Klar, ist man wirklich auf Hilfe angewiesen, schleimt aber nicht und gibt sich nicht unterwürfig, kommt man schlechter weg. Ist nun mal so. (Und mit ’schleimen‘ meine ich hier genau das. Sich zu bedanken, etwas Höflichkeit ist noch kein geschleime. Gekonntes manipulativ in den Arsch kriechen ist geschleime.
    Nennt’s von mir aus narzistisch, aber ich werde diesen Weg nicht beschreiten. Ich denke ich werde einfach eher exzentrisch und A-typisch bleiben und das ausbauen. Was Ex-zentrisch ist, ist ohnehin subjektiv. Zugegeben wieder etwas mehr auf die ebenso subjektive Exzentrik anderer einzugehen täte mir gut.

    Letzlich stoße ich nur denen mit meiner Art sauer auf welche mit mir nur ihr Ego füttern wollen oder ihren eigenen Ehrgeiz auf mich projezieren.
    Ja, etwas wieder abmildern will ich meine narzistische Wunde da schon (das Gedankenkarussel fährt jetzt schon länger nicht mehr, Gott sei dank.)

    Heute habe ich Probleme damit Lob anzunehmen, da ich erstmal eine manipulative Falle wittere und das erst mal lange eher selbstkritisch beschnuppere, bis ich so etwas annehmen kann.
    (Geht wohl Richtung ’schwarz/weiß‘ denken, was ich dann zu lange erst mal überdenke. Das gleiche gilt für Sympathieheischen (wenn das zu exzessiv daherkommt).
    Die Menschen welche weder das eine noch das andere tun, sehe ich zu wenig. Diesen sollte ich mehr Aufmerksamkeit schenken.

    Ehrlich gesagt, wenn manipulatives geschleime/drohen die Lösung ist, dann will ich meine alten Probleme zurück, das etwa, erstmal zu vertrauen, statt wie heute erstmal Skeptisch zu sein (wie es hier wohl als ’normal‘) gilt.

    Mein inneres Kind weint zwar manchmal, hat aber meist eine Menge Spaß daran etwas neues auszuprobieren, etwas zu lernen. Blöd nur das Corona das so gekonnt einschränkt.

    Mein Versuch einer Flucht nach vorne das im hier breitzutreten hat jetzt auch ein Ende.

    Vielleicht versuche ich es mal paradox und prangere mich selbst für Verhaltensweisen in meinem Umfeld an und sobald dann einer auf mich draufhaut, weise ich darauf hin, dass ich da doch lediglich etwas nachgeahmt habe um zu spiegeln (ähhh ich meine um mich ‚anzupassen‘).
    Okay, okay, das geht dann in einer Lawine selbstgefälliger selektiver Wahrnehmung unter, ja. Insofern lasse ich das lieber meist bleiben.

    In einer Therapiegruppe etwa verweigerte ich es konsequent eine bestimmte Person ‚anzuschmachten‘, welche sich in einer Tour darum bemühte. Woraufhin dann passiv aggresives Verhalten und weitere solcher Manipulationsversuche folgten.
    Das gipfelte darin, das mir (wie dann so oft) Arroganz unterstellt wurde und Sie andere dazu brachte mit ihr Zusammen beim Mittagessen exzessiv laut mit Geschirr zu klappern (betont laut). Woraufhin ich mich dem einfach anschloss und darum bat, das doch mit etwas mehr Rythmus zu machen, so könne daraus Musik werden…

    Darüber konnten jedoch nur die Lachen, welche sich nicht daran beteihatten.
    Natürlich ist eine solche ‚Gegenmanipulation‘ eher eskalierend. Aber wer nicht Angreift, kann auch nicht gekontert werden.
    Davon ab, war dieses verhalten meinerseits nur für jene ein ‚Konter‘ welche auch eine Attacke beabsichtigt hatten.

    Zumal bekannt war, das mich passiv aggressives (heißt A sehr laut und B mit dem emotionalen Ausdruck vir Wut zu kochen) Geschirrklappern in meiner Beziehung genervt hatte.
    Auch immer wiederholt wurden mir gegenüber abfällige Äußerungen über andere, welche mich zuvor zu reitzen versucht hatten (was ich meist ignorierte, da ich gar nicht gereitzt war, bzw. das nicht als Versuch das zu tun auffaste).
    Später dann, nachdem sich derartiges häufte, erhielt ich eine Antwort darauf: „verdecktes Konditionieren“.
    Konditionieren wozu? Dazu in Narzistisch gespaltener Manier mir selbst einzureden ich sei “ unverletzlich“ oder wie?
    Umerziehungslager „strahlende Narzistische Gesinnung“ Part 2?

    Ganz ehrlich, Behaviorismus war eine der liebsten Waffen meiner Ex. Darauf und den damit einhergehenden Realitätsverlust reagiere ich nur noch, wenn ich das will.

    (Die meisten der eingespannten Mitläufer unterließen dann weiteres in dieser Richtung, lediglich bei ‚Madame‘ sorgte das für anhaltendes ’sich ärgern‘. Ich unterließ es jedoch zu fragen warum sie sich ärgert, dass sollen Therapeuten machen, nicht ich. (Auch wenn ich bezweifle das Sie das thematisieren würde, naja, vielleicht irre ich mich da auch, ich hoffe es für Sie.)

    Wer Schwächen/Vorlieben von mir kennt und diese dann ausnutzten will um mich dazu zu zwingen den eigenen Wünschen gerecht zu werden, der/die läuft vor eine Wand oder ins Leere.

    Mit genug Ruhe und erstarkendem Selbstvertrauen (aus mir selbst geschöpftem) kann ich selbst auch wieder nach Nähe suchen.
    Wirklich gefeit ist man vor solchen Menschen nur in einer Gruppe.

    Letzlich hat nämlich jeder solche Tendenzen. Und meine Exzentrische Art sowohl Zuckerbrot als auch Peitsche (und bist du nicht willich, so brauch ich Gewalt) eher skeptisch (auch mit selbstskepsis) zu sehen und das erstmal zu prüfen, macht es Manipulativen Personen natürlich leicht mich zur Zielscheibe zu machen. Das sehe ich jedoch kommen, vlt. einfach mal häufiger nicht ignorieren/tolerieren sondern veralbern – bzw. als das lächerliche herausstellen, was es auch ist.

    Was mich wirklich störrt, sind meine Denkblockaden wenn ich so etwas zu lange einfach zulasse und dann irgendwann ein Punkt erreicht ist an dem Ich Mich ärgere und ich blockiere um nicht wieder im ‚Karussell‘ zu landen. Naja, damit muss ich vorerst wohl leben – oder ich mache einen Witz aus solchen Situationen.
    Mich nicht zu ärgern, schaffe ich nur noch bedingt (die Bedingung: nicht lang anhaltend immer wieder der gleichen Form von Manipulation ausgesetzt sein, aber ich arbeite daran.

    Was bleibt dann aber? „Geheimniskrämerei“ im Sinne von „sag passiv aggressiven Menschen nie, was dich verletzt“? Diese horchen gekonnt manipulativ doch jeden darüber aus, mit welchem man spricht.

    Aus der Isolation wieder herauszukommen ist also ohne selbst manipulativ zu schleimen gar nicht so leicht.

    Keine Ahnung mehr. Und frage ich einen Therapeuten, gibt es nur Fragen, keine Antworten.
    Was ich verstehen kann. Letzlich muss da jeder die eigene Antwort drauf finden.
    Ich habe diese zwar, tue mich aber schwer damit diese auch anzuwenden.
    Ich nehme jeden an wie er/sie ist, aber ich lasse mich nicht mehr von jedem vereinnahmen.
    Und wer mich verarscht, dem geh ich ausm Weg. Wer mich verarscht und mir nachläuft (mit Zucker und Peitsche, dem nehme ich Zucker und Peitsche weg.)
    Schätze das ist schon etwas narzistisch. Aber ich gestehe mir meine Eigenliebe dann doch in dem Maße zu, das niemand einen Anspruch darauf hat das ich ihn/sie mag, genauso wenig wie ich diesen Anspruch an andere stelle.

    • Waltraud sagt:

      Sehr gut Sven „wer mich verarscht dem geh ich aus dem Weg“ und wer mir nachlaeuft, dem nehm ich Zucker und Peitsche weg“
      Man hat sich ja lang genug mit den ganzen Problemen und wie sich rausstellte, noch nicht Mal die eigenen waren, man hat sich nur blöderweise reinziehen lassen in diese kranke sch…. und dann hatte man das Problem Narzisst/in an der Backe der einem eingeredet hat, es wären Deine Probleme.

  4. Narzmantel sagt:

    War ja klar, dass sich die sofort Damen/-innen echauffieren bei einem Artikel, der auch mal die weibliche Narzissmus-Ausprägung beschreibt.
    Kann mich nicht an vergleichbare Ausbrüche der Männerwelt über die vielen Artikel erinnern, in denen der Narzissmus wie selbstverständlich in männlicher Form beschrieben wird.

    Lasst bitte diese unsägliche Ver-Genderung der deutschen Sprache! In dem Begriff „Studenten“ waren immer auch die weiblichen inbegriffen Auch Studentinnen fühlten sich bisher angesprochen.

    An den Autor: Sehr gut beobachtet und beschrieben!

    • Ingrid Burkholder sagt:

      Ach duuu, sag mal, warum hast du es denn nötig die „Damen“ und irgendwelche Schreibweisen so harsch zu verurteilen?

      „Ausbrüche“? Wo?

      Büschen übertrieben, findest du nicht?

      Fühlt sich ein Mann tatsächlich angesprochen bei der Verwendung der weiblichen Form? Ich kannte bisher keinen, und schön, dass es bei dir anders zu sein scheint – dann kenn ich jetzt EINE.

  5. Anka sagt:

    Ein ganz riesengroßes Dankeschön für diese detaillierte Beschreibung an Sie, Hr. Grüttefien.

    In meinem Fall ist es so, daß ich überhaupt nicht in der Lage gewesen wäre, das irgendjemandem Gegenüber so wahrlich in die entsprechenden Worte zu fassen.
    Manchmal muss ein Anderer die Worte finden…
    Anmerken möchte ich aber, daß solche Menschen „die Wucht“ ihrer eigenen fürchterlichen „Befindlichkeiten“ durchaus in den
    „Da-zwischen-Zeiten“ ebenso und wesentlich subtiler auf auserwählten, „geeigneten Personen“ abladen.

    Mich hat seit gestern eine gewisse körperliche Lähmung „befallen“, ständig steigen situative Bilder auf und ich fühle mich (wieder?) 3-,4- … 11jährig,
    ausgeliefert, hilflos, irgendwie beschämt und machtlos.

    Mir war gar nicht bewußt, daß es in mir eine Art unablässiges „Hintergrundrauschen“ von Ängstlichkeit gibt. Und ich muss weinen.
    Das fiel mir schon länger auf, daß ich als Kind nie geweint habe.

    Ich frag mich, was passiert hier eigentlich?
    Das klingt jetzt bestimmt auch irgendwie dramatisch, aber irgendwie hat das kleine Kind seine Unschuld (wieder) bekommen. Danke!

    • Sonnenblume sagt:

      …. stell Dir vor, Anka, ich bin heute eine Stunde lang im Wald spazieren gegangen und dabei hat die erwachsene S. mit der kleinen s. beständig reden müssen, der kleinen s. erklären müssen, warum sie nicht bekommt, was sie sich immer noch erhofft (an der falschen Adresse!). Die große S. nahm die kleine s. an die Hand….

      Ich glaube, dass es wichtig ist, der „Kleinen“ gut zuzuhören und sie auszuhalten, sie weinen zu lassen und sie zu trösten….. ohne Vertröstungen….

      Denn, dann kann auch sie langsam verstehen und fühlt sich sicher….

      Ein paar spontane Gedanken „auf dem Weg“….. weiter geht´s, immer weiter…. auf dem Genesungsweg.

      Alles Gute Dir Anka!

      • Anka sagt:

        Sonnenblume das stimmt. Ja, nur so geht’s…

        Ich glaubte nur bis gestern, mir wäre das schon alles umfassend bewußt gewesen…
        Dabei hab ich es bis jetzt gar nicht vollständig „erfassen“ können. Unglaublich.
        Lieben Dank für deinen Zuspruch Sonnenblume und herzliche Grüße Anka 🙋

        • Sonnenblume sagt:

          …. es wird immer wieder diese Auslöser geben. Denn wir haben ja ein Erinnerungsgedächtnis, es ist tief darin eingespeichert und so kann durch irgendetwas „die alte Leier“ angetriggert werden.

          Das ist so, wird so bleiben, ABER wir können lernen, mit den Auswirkungen dieses Angetriggertwerdens erwachsen und gut umzugehen…. und das geht immer besser….

          Wir sind nicht mehr hilflos und klein und unterlegen…. trotzdem bleiben diese Gefühle und der Schmerz, wenn es mal wieder soweit ist.

          Mir hilft es dann am besten, etwas sinnliches zu tun, mich in der Natur zu bewegen, zu musizieren, mit einer guten Freundin reden, etwas schönes machen, um diese „Welle“ wieder abebben zu lassen….. und eben das Kleine gut in meine Obhut nehmen….

          Herz.Licht.e Grüsse 😉

  6. Uschi sagt:

    Kenne ich nur zu gut. Dann kommen noch rührende Geschichten dazu, man sei ein Waisenkind gewesen und man wurde dann schlecht behandelt bei den Pflegefamilien. Natürlich haben wir Idioten nichts davon überprüft und alles geglaubt. Heute denke ich, dass alles gelogen ist. Ihre Geschwister sind ganz normale Menschen mit normalen Ehepartnern und netten Kindern. Die wären ja dann auch arme Waisen gewesen. Von denen habe ich aber kein solches Gejammer gehört.
    Ich glaube diese Frau hat in ihrem ganzen Leben noch nie eine wahre Aussage gemacht. Es sind alles Lügen!
    Da fragt man sich weshalb wir es geglaubt haben und diese Aussagen nie nachgeprüft oder bei ihrer Familie nachgefragt haben:
    Die Antwort ist einfach: ein normaler Mensch kann sich nicht vorstellen, dass jemand solche Lügengeschichten erfindet!

  7. lilli sagt:

    Hallo,
    immer noch erkenne ich Narzissmus in meinem Umfeld, nachdem ich mich von einigen in Verwandt- und Freundschaft zurückgezogen habe.
    Eine befreundete Nachbarin jammert über ihren Ehemann, dass sie niemanden einladen dürfe, was ich ihr nicht glaube und wenn ich sie mal zum Kaffee einlade, jammert sie und würde sehr lange bleiben, wenn ich nicht sagen würde, dass ich nun keine Zeit mehr hätte.
    Ich lasse mich darauf nicht mehr ein
    und bin von einer Last befreit.

    • lilli sagt:

      … bezüglich des Schneeräumens in den letzten Tagen ist mir aufgefallen, dass ‚die Arme‘ an ihrem Straßenanteil den Schnee egozentrisch in die Ecke des größeren Gartens der gegenüber liegenden Nachbarn wirft. Diese selbst schippen den Schnee an ihrem Straßenanteil an ihren Gartenrand.
      Ver-rückt, loslassen, Abstand nehmen.

  8. Amy sagt:

    Trifft 1 zu 1 auf meine Mutter zu. Aber bei ihr ist das Schlimme, dass sie nichts inszeniert sondern felsenfest davon überzeugt ist, dass die Dinge genau so sind, wie sie das wahrnimmt. Ich bin jahrzehntelang darauf hereingefallen, bis mir klar wurde, dass ihre Wahrnehmung gestört ist und ich mich dringend davon loslösen muss.
    Diese Menschen können niemals Glück, Liebe und Erfüllung kennen. Aber das darf einem nicht leid tun – wenn man ihnen hilft, ist man irgendwann selbst bedauernswert.

  9. Caacoo sagt:

    Wieder einmal ein toller Beitrag von Herrn Grüttefien. Sehr tief wird das Phänomen Narzissmus beobachtet und erkannt und genau feinfühlig beschrieben. Ich könnte jedesmal DANKE schreiben, wenn ein Beitrag per Mail kommt. Ich hatte einen narzisstische Ex Partner und kenne die ganzen Probleme …. es tut so gut diese Beiträge dieser Homepage zu lesen. Mein einziger Kritikpunkt hier an dem Artikel heute: warum beschreiben Sie das in weiblicher Form? Mein Ex Partner (Mann) hat genau die Methode angewandt und mich damit lange Zeit voll eingewickelt.

    • Ja, Sie haben natürlich Recht! Dasselbe Verhalten kann man auch bei männlichen Narzissten beobachten. Es kommt nur bei weiblichen Narzissten sehr viel häufiger vor und fällt dort auch deutlicher auf, weil es besonders theatralisch vorgespielt wird.

      • Waldhaus sagt:

        Lieber Herr Grüttefien,
        ich bezweifle, dass es häufiger bei weiblichen Narzissten vorkommt. Ich denke, hier wird es nur häufiger kommuniziert bzw. auffällig. Mir fehlt in diesem Artikel auch ein wenig die Sachlichkeit.
        Mein Mann legt gerade dieses Verhalten an den Tag, welches ich inzwischen gekonnt ignorieren kann.
        Ansonsten bin ich dankbar für Ihre Berichte/ Beiträge.

      • Caacoo sagt:

        Ich kann das männliche Gegenstück durchaus bieten. Ich lernte meinen Ex kennen als durchaus imposanten Charakter. Er erklärte mir schon recht schnell, dass er sehr empfindlich wäre – Grund dafür wäre, dass er als Kind adoptiert worden wäre und er sich deswegen schnell abgelehnt fühlen würde. Sein Beruf ist Designer. Und in dem Beruf war er sehr erfolgreich. In Wirklichkeit wäre er ein hochbegabter Künstler ließ er mich wissen. Sein beruflicher Erfolg war in der Tat gar nicht schlecht. Und adoptiert war er wirklich als Kind. Bei ausbleibenden Erfolgen weinte er schnell wie ein Kind. Meist hatte er jedoch viel Erfolg. Er wickelte mich voll ein damit ich ihn immer bewundere und bemuttere. Gemeinsame Freunde dürfte es nur geben wenn sie Ihn bewunderten. Ich hatte das große Glück dass ich durch einen Zufall eine alte polnische Dame kennenlernte die Psychiaterin gewesen ist. Sie hat mir auf den Kopf zugesagt, dass das ein Mann ist der nicht lieben kann und er hochgradig narzisstisch gestört ist. Ich habe ihr erst nicht geglaubt denn das ganze Theater was er machte verwechselte ich tatsächlich damals mit leidenschaftlicher Liebe. Zu mir. Irgendwann fielen mir die Worte dieser Dame – ein Glücksfall in meinem Leben, diese Dame – immer und immer wieder ein und ich fing an zu googeln und zu recherchieren. All das was ich auf Ihrer Seite ( die ich für eine der besten zum Thema Narzissmus halte) gefunden habe passt zu 100 % auf meinen Ex. Irgendwann habe ich geschafft mich zu trennen, was zu dramatischen Versuchen von ihm führte mich zurückzubekommen. Ich finde meinen Ex in all Ihren Texten wieder. Erst nachdem wirklich Schluss war habe ich gemerkt wie erschöpft und verdreht ich durch diese Zeit war. Heute geht es mir wieder gut!

  10. Ingrid Burkholder sagt:

    Lieber Herr Grüttefien,

    diese manipulativen, geschauspielerten Verhaltensweisen aus der Opferrolle heraus kenne ich genau so auch von dem männlichen verdeckten Narzissten, mit dem ich ein Jahr versucht habe in Beziehung zu sein.

    Schade, dass Sie ausschließlich die weibliche Form gewählt haben.

    Ja, es ist manchmal traurig und manchmal amüsant, was sie veranstalten.

    Es ist, wie es ist, und es gibt gute Gründe dafür, dass sie es tun. So wie es gute Gründe gibt dafür, dass wir so reagieren, wie wir reagieren.

    Ich mag nicht mehr verurteilen. Ihn nicht, mich nicht. Inzwischen habe ich Mitgefühl mit ihm und erkannt, dass WIE ich reagiert habe, MIT MIR zu tun hat, nicht mit ihm.

    ICH entscheide, was ich denke dazu, was ich fühle, wie ich handle.

    Ja, es ist ein bitterer Lernweg, und ich habe auch Mitgefühl mit mir.

    Und ich bin dankbar, weil ich sooo viel gelernt habe. Es war sehr schmerzhaft, und Ihre Beiträge sind sooo wertvoll um schneller erkennen zu können.

    Verurteilen will ich nicht. Weder ihn noch mich. Wir sind uns nicht umsonst begegnet. Und er hat sich nicht ausgesucht so zu werden.

    Danke, dass Sie aufdecken, dass Sie warnen.

    Wir dürfen viel ÜBER UNS lernen an Menschen mit narzistischer Persönlichkeitsstörung, bis wir ihnen aus dem Weg gehen können, sie nicht mehr in unser Leben lassen.

    Was jemand tut, sagt immer etwas über ihn.
    Wie ich darauf reagiere, sagt immer etwas über mich:

    „…und fühlen sich sogleich verpflichtet, zu trösten und zu helfen.“

    „…dass ihre Mitmenschen von ihrer Darbietung zutiefst betroffen sind und geradezu verängstigt werden. Diese haben dann gar keine andere Wahl…“ (Anmerkung: wirklich keine andere Wahl?)

    „…so folgenreich für gutgläubige Betroffene, die auf ihre Schmierenkomödie hereinfallen. Diese sind aufgrund des mitreißenden Trauerspiels nicht mehr in der Lage, einen kühlen Kopf zu bewahren, und verfallen daher in große Besorgnis, wenn nicht sogar in Panik. Aus einem starken Mitgefühl heraus meinen sie, der Narzisstin unbedingt beistehen zu müssen und wollen sie von ihrem Kummer befreien.“

    Was sagt das alles über MICH?

    NICHT NUR „Bei Männern ruft dieses Jammern, Heulen und Lamentieren meist den Beschützerinstinkt hervor. Sie meinen dann, der armen geschundenen Frau zur Seite stehen und sie wieder aufbauen zu müssen. Der Mann erlebt sich seinerseits in dieser Rolle als stark und vorbildlich, wenn er sich des scheinbar kleinen und hilflosen Mädchens annehmen, es trösten und versorgen kann. Der Mann durchschaut nicht die List – zu sehr ist er davon überzeugt, gebraucht zu werden, und steckt zu große Hoffnungen darin, mit seinem ritterlichen Einsatz die Bewunderung der bedürftigen Damen zu erlangen, um seinerseits eine narzisstische Zufuhr zu erhalten.“

    Ja, was sagt das alles ÜBER MICH?

    Und was kann ICH tun, damit ich mich verändern und nicht mehr reinziehn lasse in dieses System? Denn ich kann nur MICH SELBER ändern, niemals eine/n anderen…

    (SELBST)ERKENNTNIS
    und
    (SELBST)MITGEFÜHL
    und
    DANKBARKEIT für diese „Arschengel“-Helfer/innen auf unserem Weg!

    • Sonnenblume sagt:

      …. ja, genau – schlussendlich lande ich ja bei MIR ALLEIN. Und lerne etwas über MICH und MEIN Verhalten (und das schafft dann ja auch das Verhältnis). Selbst wenn es die Erkenntnis ist, dass ich ein Opfer wurde. Aber warum wurde ich ein Opfer? Auf was bin ich hereingefallen und warum, welche Bedürfnisse oder Bedürftigkeiten steckten oder stecken dahinter…..

      Auch ich möchte überhaupt niemanden verurteilen. Und ich trenne konsequent Person und Verhalten.

      Denn die Würde des Menschen ist unantastbar.

      Das Verhalten eines Menschen jedoch schon. Das kann ich beurteilen (aber nicht verurteilen), um mehr zu erkennen und verstehen zu lernen. Auch die Irrwege und Umwege gehören dazu. Versuch und Irrtum.

      Ich finde das ist Freiheit. Wenn ich es nicht nötig habe, zu verurteilen. Sondern alles dazu beiträgt, um zu lernen, gut mit mir selbst umzugehen und anzuerkennen, dass es solche Erkenntniswege eben auch gibt….., die mich am Ende (der Illussion angekommen oder der REalitätsverzerrung….) mit mir selbst konfrontieren, den Spiegel vorhalten und mich herausfordern, hinzuschaun, auch wenn es immer einfacher ist, die Verantwortung dafür dem „anderen“ zu lassen oder weiterhin zu geben (passiv oder aktiv)….

      Tut schon sehr sehr weh…..

      Sich missbrauchen zu lassen tut sehr weh…..

      Aufzuwachen aus einem Traum – sei es in dem Märchenschloss oder aus dem Alptraum…..

      und wach zu werden, richtig wach….

      Danke Ingrid für Deinen Beitrag an dieser Stelle.

      Arschengel – das trifft es auch irgendwie, finde ich….

    • Stefano sagt:

      …. danke für die nachvollziehbaren Darstellung, genauso laufen diese Spiele. Nur solange Unsicherheit herrscht, darüber, ob das Leiden des anderen nicht doch echt ist. Also nicht bewusst vorsätzlich, als manipulier Technik eingesetzt ist. Ich fühle da oft eine grad Wanderung….
      Hinsichtlich dem mitfühlen, oder eben auch nicht.
      Gerade dann, wenn im Nachhinein, Der / die andere durch selbst Reflexion einsichtig wird und das eigene Verhalten als eigene Störungen erkennt. Tragisch sind, dass wiederholen ähnlicher Akte, welche auf ihre Art immer etwas dramatisches mitschwingen lassen.

  11. Thomas Hagenunger sagt:

    Am ersten Abend, als ich meine EX-Frau kennengelernt hatte, hat sie mir gleich von ihrer ersten unglücklichen Ehe erzählt. Das brachte mich mit Helfersyndrom in die Spur.

    Danach hat ihre Familie Stress gemacht, weil sie den Vater ihrer beiden kleinen Kinder mit mir ausgetauscht hatte. Nachdem ich mich bei meiner Familie wohnungsmäßig für sie eingesetzt hatte und später meine Mutter an Krebs erkrankte, wollte die Ex (Krankenschwester!) mit ihren beiden Kindern und einer damals einjährigen gemeinsamen Tochter zurück zu ihrer Familie ziehen! Das brachte mich in einen Loyalitätskonflikt. Ich zog mit ihr aus, was für mich Isolation und Streit mit meiner Herkunftsfamilie nach sich zog.

    Im weiteren Verlauf war ich Demütigungen, Isolierung und Illoyalitäten ausgesetzt. Abgelehnt von ihrer Familie und ihren Freunden stellte ich mir immer die Frage was in meinem Verhalten derart verwerflich war womit diese Ablehnung sich begründet. Sie wollte in der „Ehe“ ein Singleleben führen und provozierte oft Streit. Nach 16 Jahre „Ehe“ und übergangslosem Austausch meiner Person wurde mir klar, dass ein mich Schlechtmachen hinter meinem Rücken dazu geführt hatte. Indem sie sich über meine „Schandtaten“ bei Dritten ausheulte bekam sie narzisstische Zufuhr in Premium-Qualität.

    • Narzmantel sagt:

      Auch meine Ex war Krankenschwester. Ich frage mich langsam, ob es da einen Zusammenhang gibt, weil ich ca. 80% der Krankenschwestern in meinem Bekanntenkreis als Narzissten einstufen würde.

      Durch eine leider viel zu lang andauernde Beziehung mit einer narzisstischen Krankenschwester wurde mein Narzissmus-Radar sensibilisiert. Ich wünschte, schon eher mit dem Beziehungskiller Narzissmus konfrontiert worden zu sein.

      • Bianca sagt:

        Hat mit Macht über Schwächere zu tun, um sich groß und überlegen fühlen zu können…
        Mein Ex Freund ist auch Krankenpfleger.
        Er erträgt nur Augenhöhe oder kluge Menschen, die seinen Status heben. Ansonsten verachtet er sie voller Neid.
        Alles versteckt.
        Aber mit zunehmendem Alter werden seine agressiven Seiten, der Hass und sein Schmierentheater offensichtlicher. Er wird schlechter als Schauspieler, weil er nicht mehr so viel Energie von zugewandten liebevollen Menschen abzapfen kann, fehlt ihm die Kraft zum Verstellen, die Agression ist zu groß, um seine sozialen Ideale zu spielen, die er selbst nie gelebt hat. Fehlendes Gewissen und Mitgefühl, hat zur Folge, immer mehr in sein soziopathisches Lebensmuster zu fallen, mit bequemen , gefühlverbotenen (Gefühle sind Schwäche!!)und „inoffizieller“ Gewalt (Ignoranz, Dummstellen, Vergessen uvm).
        Also doch das Karma…
        Ja, Sozialberufe sind viel öfter die versteckte Möglichkeit für „Futter“ der Menschen mit narzisstischer Störung, als dies bekannt ist.

  12. Immernett sagt:

    Hallo ich hätte vor 5 auch wenn kennengelernt , sie meinte sie wurde von einem Narzissten emotional misshandelt und hat vor mir geweint und hatte Angst vor ihrem Leben. Dachte mir am Anfang armes Mädchen , bis ich im Läufer der Zeit immer mehr merkte das da was nicht stimmt mit ihr, sie erzählte mir immer das sie sich mit männlichen Freunden treffen würde und dachte mir nichts dabei. Bis dann sie meinte ihr Ex Freund hat sich bei ihr gemeldet und er wollte sie treffen. Was für mich komisch klingt ehe am Anfang , da schlug mein Bauchgefühl Alarm das sie warscheinlich mit den ganzen Männern neben mir schön geschrieben hat. Bis ich sie drauf ansprach wehrte sie sich vehement , meinte das ich nicht vertraue usw… ich hab gesagt das ist mir zu kompliziert und sagte das des für mich nicht stimmig anfühlt und ich des abbreche den Kontakt. Daraufhin beschimpfte sie mich das ich ein Narzisst wäre usw… ,versuchte mich zu manipulieren mit schuldumkehr , und sagte das ich es bereuen würde weil sie so eine tolle Frau wäre usw…. ohne der Wimpern zu Zucken sagte ich ihr das sie ihr falsches Spiel mit wem anderen spielen soll und merkte wie sich innere Stimme sagte nur weg von dieser Person. Seitdem hab ich sie blockiert und dachte mir im Nachhinein oooh shit was war das den? 2 Tage hab ich getrauert aber bereue die Entscheidung nicht weil ich mich nicht mehr anlügen und manipulieren lasse und mich auf diese Drama Schiene einlasse. Danach kam Erleichterung das ich mich von dieser Person zurückgezogen habe

  13. Hubertus sagt:

    Hallo Eskah,

    du bringst es für mich auf den Punkt,..ja,..es ist ein eiskaltes Schauspiel was da insziniert wird,..um die Aufmerksamkeit an sich zu reißen,..um im Mittelpunkt zu stehen,..um Energie von den Mitmenschen zu ziehen,..ohne dies Energie fühlen Narzissten sich wertlos,..das ist das Problem,da hilft nur,..sich zu schützen,..indem ich das Dramadreieck verlasse,..und als wacher Beobachter die erforderliche Distanz zum Geschehen aufbaue,..damit mache ich zunehmend positive Erfahrungen,..ein Kontaktabbruch,..besonders in dysfunktionalen Familienstrukturen,..halte ich für sehr schwierig,..insbesondere dann,..wenn Kinder involviert sind,..der Kontaktabbruch auf Dauer ist für mich heute eine Illusion in unserer narzisstischen Gesellschaft,..an jeder Ecke lauern neue Menschen,..die hochgradig narzisstisch unterwegs sind,..besser ist,..in deine eigene Ichstärke zu kommen,..indem du dich mehr mit deiner eigenen Persönlichkeit beschäftigst,.von INNEN nach Außen lebst,..dich selber erkennst,das ist ein guter Weg finde ich.

  14. Michael sagt:

    Lieber Herr Grüttefien,
    vielen Dank für diesen – mal wieder – ausgezeichneten Artikel. Die Beschreibung des Artikels passt perfekt auf das Verhalten meiner Noch-Frau – die Scheidung läuft (habe zum Glück den Absprung geschafft).
    Was mich nur interessieren würde: Der Artikel unterstellt, dass der Narzisst sich seiner Taten, seiner Manipulationen völlig bewusst ist. Ich frage mich, ob das tatsächlich der Fall ist. Im Fall meiner Frau, bin ich mir ziemlich sicher, dass sie die Dinge, die sie sagt, genauso meint. Sie lebt in einer anderen Realität, in der alles für sie Sinn macht. Es liegt mir fern, damit ihr Verhalten zu entschuldigen, aber ich würde eher sagen, dass sie psychisch krank ist, als ihr notwendigerweise Absicht zu unterstellen.

    • Eskah sagt:

      Michael,
      ich habe die gleich Erfahrung gemacht, dass meine (seit kurzem Ex-)Partnerin das selber glaubt, was sie vorspielte. Aber gut möglich, dass sie lediglich das Spiel so perfektioniert hat…
      Anders als in dem Artikel gesagt, habe ich nie erlebt, dass sie in all den Jahren mal geweint hätte (im Jammern war sie grandios). Rückblickend würde ich sagen, das zeigt, wie eiskalt sie bei all ihrem Schauspiel war.

    • Hallo Michael,
      das Vorgehen der Narzisstin beruht auf einen neurotischen Kompensationsverhalten: Verliert die Narzisstin an Selbstwert, muss sie gegenregulierend eingreifen, indem sie sich ihren Wert über die Aufmerksamkeit anderer bestätigen lässt. Dies erfolgt zumeist unbewusst, kann aber auch bei zunehmender Verweigerung ihres Umfeldes bewusst durchgeführt werden.

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