Die narzisstische Schwiegertochter oder der narzisstische Schwiegersohn

Eine narzisstische Schwiegertochter oder ein narzisstischer Schwiegersohn kann sehr viel Unruhe in ein bestehendes Familiensystem hineintragen. Bestand zuvor noch ein gutes Verhältnis zwischen den Eltern und ihrem Kind, können angeheiratete narzisstische Ehepartner diese Beziehung gehörig ins Wanken bringen. Plötzlich werden das Vertrauen und die Loyalität durch ständigen Ärger, Querelen und Uneinigkeiten auf eine harte Probe gestellt.

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Seit der Heirat erkennen Eltern ihr eigenes Kind nicht wieder: Auf einmal zeigt es ein ungewohntes Verhalten, rebelliert gegen die Überzeugungen, Werte, Sitten und Traditionen der Familie, stellt sich gegen seine Eltern und streitet sich ständig mit ihnen oder wendet sich von den Eltern und dem Rest der Familie ab. Eltern können dann gar nicht nachvollziehen, was mit ihrem Kind los ist und was sie falsch gemacht haben könnten – war doch, bevor der Narzisst ins Leben der Familie trat, alles in bester Ordnung.

Unverständlicherweise kommt es nun aber ständig zu Unstimmigkeiten und Gezänk, obwohl sich die Eltern ihrem Kind gegenüber wie eh und je verhalten und sich bemühen, die Schwiegertochter oder den Schwiegersohn in die Familie zu integrieren. Der einst lockere und unkomplizierte Umgang hat sich gewandelt und ist nun zunehmend geprägt von Missverständnissen, Ungereimtheiten, Widersprüchen und Anfeindungen.

Die Schwiegertochter oder der Schwiegersohn macht sich in der Familie unbeliebt

Die narzisstische Schwiegertochter oder der narzisstische Schwiegersohn fällt regelmäßig durch eigentümliches, unangepasstes Verhalten negativ auf: Dabei sind schräge Ansichten, unerwartete Taktlosigkeiten, penetrante Besserwisserei sowie beleidigende Arroganz noch die harmloseren Eigenschaften der Schwiegerkinder. Der Narzisst lässt nichts unversucht, sich mit seiner überheblichen, selbstherrlichen Art bei der Familie seines Partners unbeliebt zu machen. War die Familie anfangs vielleicht noch von seiner zuvorkommenden, charmanten Art und seinem imposanten Auftreten beeindruckt, so kippt dieses Bild mit jedem weiteren Treffen und das Schwiegerkind wird zu einem ernsthaften Problemfall.

Die narzisstische Schwiegertochter oder der narzisstische Schwiegersohn merkt mit der Zeit, dass sie oder er mit ihrer oder seiner Art nicht besonders gut bei der Familie ankommt. Das narzisstische Schwiegerkind bekommt nicht seine notwendige positive Zuwendung und Bewunderung, die es sich von der Familie erhofft, sondern spürt, dass es allmählich bei bestimmten Anlässen oder Themen ausgegrenzt wird oder hinter seinem Rücken über ihn geredet wird, weil man sein anmaßendes und streitlustiges Verhalten nicht mehr ertragen kann. Möglicherweise wird es von der Familie auch offen kritisiert und angegangen.

Das narzisstische Schwiegerkind versucht dann alles, um seinen Partner auf seine Seite zu ziehen und einen Keil zwischen diesen und seine Eltern zu treiben. Bei jeder Gelegenheit werden die Eigenschaften der Eltern sowie Gepflogenheiten, Regeln und Umgangsformen innerhalb der Familie vor dem Partner schlechtgemacht oder regelrecht verspottet. Dem Partner wird mit aller Macht und Nachhaltigkeit klargemacht, dass sich seine Familie unanständig und höchst seltsam aufführt, sich offenbar gegen die beiden verschworen hat und dass es besser ist, entweder den Umgang gänzlich einzustellen oder die Eltern und den Rest der Familie zu reglementieren und ihnen unmissverständlich deutlich zu machen, wie sie als Paar zukünftig behandelt werden möchten.

Die Schwiegertochter oder der Schwiegersohn diktiert die Regeln

Der Umgang mit den Eltern wird dann nur noch geduldet, wenn sie die Bedingungen des narzisstischen Schwiegerkindes akzeptieren. Dabei zeigt der Narzisst in der Regel keine Toleranz: Entweder es wird so gemacht, wie er es wünscht, oder gar nicht. Eltern können sich dann den zum Teil äußerst grotesken Vorstellungen des narzisstischen Schwiegerkindes auch bei bestem Willen nicht anschließen und versuchen sodann, mit ihrem Kind allein zu sprechen, damit dieses zwischen den Eltern und dem Narzissten vermittelt. Meist wurde aber ihr Kind schon so sehr von dem narzisstischen Schwiegerkind manipuliert, dass es schier aussichtslos ist, das eigene Kind noch unter vier Augen sprechen zu wollen, weil der Narzisst es entweder erfolgreich von der Familie abschirmt und von seinem Umfeld isoliert hat oder weil es sich uneingeschränkt auf dessen Seite stellt und seine absonderlichen Ansichten lediglich wiederholt.

Sind zudem Enkelkinder vorhanden, werden diese besonders gern als schlagkräftiges Argument eingesetzt, um die Schwiegereltern gefügig zu machen: Die Eltern dürfen die Enkelkinder nur sehen, wenn sie sich den Regeln des narzisstischen Schwiegersohns oder der narzisstischen Schwiegertochter unterwerfen oder wenn sie bereit sind, eine Gegenleistung zu erbringen. Im schlimmsten Fall verlangt das Schwiegerkind von den Eltern, sich Zeit mit den Enkeln zu erkaufen, indem sie sich an finanziellen Vorhaben beteiligen oder sonstige großzügige und kostspielige Zugeständnisse machen. Folgendes weitere Verhalten oder folgende Bedingungen müssen die Schwiegereltern dabei akzeptieren:

  • Die Schwiegereltern werden für die Betreuung der Enkelkinder missbraucht und dürfen diese nur sehen oder beaufsichtigen, wenn es der Narzisst gestattet, und erhalten strenge Auflage für den Umgang mit ihnen.
  • Zwar sind die Schwiegereltern grundsätzlich unerwünscht, für Gefälligkeiten, Aushilfsarbeiten oder finanzielle Unterstützung aber noch gut genug.
  • Ihr Kind steht unter der ständigen Aufsicht des Narzissten und darf seine Eltern weder allein sehen oder allein mit ihnen sprechen noch allein etwas mit ihnen unternehmen.
  • Die Schwiegereltern werden fortlaufend verdächtigt, die Ehe zerstören zu wollen und Unfrieden zu stiften.
  • Bei Einladungen zu Geburtstagen oder Festtagen werden die Schwiegereltern übergangen oder bekommen einen gesonderten Termin zugewiesen, dürfen aber am Tag des Hauptereignisses nicht erscheinen.
  • Bei Treffen werden die Schwiegereltern unsanft behandelt und wiederholt für ihre Ansichten und ihr Verhalten kritisiert. Vor allem werden sie immer wieder mit dem Neid des Narzissten konfrontiert.
  • Die Schwiegereltern hören wiederholt bösartige Gerüchte, die der Narzisst über sie verbreitet.

Das narzisstische Schwiegerkind sieht in der Schwiegerfamilie fortlaufend eine Gefahr, die gründlich im Auge behalten werden muss, doch werden gleichzeitig die Vorzüge, die die Familie besitzt, gern für eigene Zwecke genutzt – beispielsweise der gute Name der Familie zum Erlangen von Privilegien. Da er in eine gut situierte Familie eingeheiratet hat, glaubt der Narzisst, nun ganz automatisch auch jemand zu sein, und erwartet von dem Umfeld eine entsprechend bevorzugte, ehrerbietige Behandlung. Dabei stellt er seine Forderung keineswegs freundlich und zurückhaltend – so wie es bislang der Stil der Familie war –, sondern dreist, ordinär und aufdringlich. Das narzisstische Schwiegerkind glaubt, keinen Anstand wahren zu müssen, sondern seine Wünsche frech anordnen zu können.

Die Schwiegereltern fühlen sich allein gelassen

Manche Eltern haben angesichts dieser unerfreulichen Entwicklung das höchst beunruhigende Gefühl, dass mit dem narzisstischen Schwiegersohn oder der narzisstischen Schwiegertocher der Teufel persönlich in ihre Familie eingezogen ist. Ständig werden sie mit den Lügen, Intrigen, Ränkespielen, Verleumdungen und Hetzkampagnen des narzisstischen Schwiegersohns oder der narzisstischen Schwiegertochter konfrontiert und wissen bald nicht mehr, was sie diesen Quertreibereien noch entgegensetzen sollen. Zudem gelingt es dem narzisstischen Schwiegerkind nahezu in jedem Fall, die Sachlage völlig zu verdrehen, so dass am Ende immer die Eltern die Schuld haben und die Sündenböcke sind. Auf diese Weise werden sie zu schändlichen Schwiegerelten abgestempelt, vor denen sich jedes angeheiratete Familienmitglied fürchten muss.

Als wäre dies alles nicht schon genug, müssen sie auch noch mit ansehen, wie sich ihr Kind von dem Narzissten blenden lässt und sich uneingeschränkt auf dessen Seite stellt. Ihr Kind äußert nicht den Hauch eines Zweifels an dem Verhalten des Narzissten, sondern unterstützt diesen ausnahmslos in seinen Ansichten und seinem Vorgehen. Gegenüber den Eltern wird die narzisstische Schwiegertochter oder der narzisstische Schwiegersohn geradezu verherrlicht und ganz den Vorstellungen des Narzissten entsprechend stellt es seine Eltern als sture Querulanten dar, die sich ungefragt und dreist in die Ehe einmischen und im Schilde führen, diese zerstören zu wollen.

Aufgrund der standfesten Loyalität ihres Kindes steht ihnen nicht nur das narzisstische Schwiegerkind, sondern auch das eigene Kind feindselig gegenüber. In den meisten Fällen bleibt den Eltern dann gar nichts anderes übrig, als gute Miene zum bösen Spiel zu machen und den Kontakt aufrechtzuerhalten, weil sie Rücksicht auf die Enkelkinder nehmen oder es sich nicht für immer mit dem eigenen Kind verscherzen wollen. Sie vermeiden es bei Treffen dann, den Narzissten zu kritisieren oder das eigene Kind vor der narzisstischen Schwiegertochter oder dem narzisstischen Schwiegersohn zu warnen, um den Rest an Vertrauen nicht auch noch aufs Spiel zu setzen. Die Eltern sind dann zum Schweigen, Dulden und Ertragen verdammt, wenn sie ihr Kind nicht verlieren wollen, um ihm vielleicht eines Tages beistehen zu können – wenn es der narzisstischen Gewalt nicht länger standhalten kann und auf Hilfe angewiesen ist.


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Veröffentlicht in Blog, Familie und Erziehung
22 Kommentare zu “Die narzisstische Schwiegertochter oder der narzisstische Schwiegersohn
  1. Jennifer Krüger sagt:

    Auch wir können dem Betrag zu 100% beipflichten. Ein unangepaßtes Verhalten, unerwartete Taktlosigkeiten, die penetrante Besserwisserei unserer Schwiegertochter sind uns sehr früh aufgefallen. Trotzdem haben wir uns darüber gefreut, daß sie zusammen mit unserem Sohn in unser Haus gezogen ist. Die Freude wurde besonders groß, als wir kurz danach erfuhren, daß ein Enkelkind (unser 3.) unterwegs ist.
    Das Drama nahm mit der Geburt unseres Enkelkindes dann richtig Fahrt auf. Sie ist in unser Zuhause gekommen und stülpt uns ihre absurden Regeln über. Sie wohnen mietfrei bei uns und behandeln uns wie Luft, als ob wir gar nicht existieren. Dabei hat sie unseren Sohn komplett auf ihre Seite gezogen. Wir erkennen ihn nicht wieder. Unser Sohn kommt nie mit seinem Kind zu uns, um mal “Hallo” zu sagen. Inzwischen müssen wir betteln, wenn wir unser Enkelkind sehen möchten. Wenn wir fragen, warum er nicht mehr zu uns kommt, reagiert er genauso schnippisch: “So, wie ihr mit meiner Frau umgeht?! Dann soll ich noch zu Euch kommen?” Sie stellt sich vor ihm immer als Opfer dar, verdreht die Tatsachen, lügt oder verheimlicht ihm Informationen. Er kommt dann zu uns und überhäuft uns mit Vorwürfen wie: “Ihr könnt es nicht ertragen, daß wir nicht nach Eurer Pfeife tanzen!” Nach anderthalb Jahren sind wir gegen ihr anmaßendes und streitlustiges Verhalten angegangen. Seit dem nimmt das Unglück seinen Lauf. Seit 6 Monaten warten wir darauf, daß sie endlich ausziehen. Wir bereuen es jeden Tag, daß wir diese Frau in unser Leben gelassen haben. Unsere Familie ist entzweit. Mit unserer Tochter möchten sie auch keinen Kontakt mehr. Sie hat in zweieinhalb Jahren systematisch unseren Sohn von uns und seiner Schwester isoliert. Unser Zuhause ist kein wikliches Zuhause mehr. Wir gehen abends mit diesem Kummer ins Bett und stehen morgens damit auf. Und es ist kein Ende in Sicht.

  2. Vani sagt:

    Der Bericht entspricht zu 100% meinem Schwager. Es war natürlich ein schleichender Prozess mit vielen Streitigkeiten über 16 Jahre hinweg aber jetzt hat er den Kontakt zur Schwiegerfamilie beendet und besteht auf eine Entschuldigung ihrerseits. Seine Ehefrau ist so von ihm komplett eingenommen. Ich habe noch nie erlebt dass sie ihm jemals widersprochen hat. Mein Mann und ich haben uns schon immer intuitiv von meinem Schwager distanziert, so gut es ging.
    Ich wünsche allen Opfern viel Kraft, Stärke und Geduld. Irgendwann wird eure Tochter/Sohn erwachen. Macht ihnen bewusst,dass ihr immer für sie dasein werdet.

  3. Amy sagt:

    Der Artikel erinnert mich stark an das Verhalten meiner Mutter in ihrer Schwiegerfamilie. Immer musste sie im Mittelpunkt sein, nichts ware ihr gut genug, anpassen wollte sie sich nicht, für alles brauchte sie Extrawürste und besonderes Verständnis. Rassismus kam hinzu: sie hielt sich für etwas besseres, weil ihre Schwiegerfamilie italienisch war.
    Leider habe ich ihr als Kind alles geglaubt. Bis zuletzt behauptete sie steif und fest, ein Opfer familiärer Intrigen zu sein, die ihre Ehe mit meinem Vater zerstört hätten. Nachdem ich fünfzehn Jahre mit ihr zusammen gelebt habe, weiß ich, was sie für ein Mensch ist: definitiv kein “armes Opfer”.
    Sie hat die Beziehung zu meinem Vater zum Glück nie unterbunden, weil sie sich das nicht nachsagen lassen wollte. Außerdem brauchte sie mich nach der Trennung, um ihn auszuspionieren (was ich nicht begriff). Inzwischen habe ich sie längst durchschaut und keinen Kontakt mehr. Mit meiner italienischen Familie verstehe ich mich gut. Sie kann ihren Lebensabend allein verbringen und jedem, der es hören will, vorjammern, ihr Exmann hätte ihr die Tochter weggenommen. Selber Schuld…

  4. Uschi sagt:

    Die Beschreibung stimmt, aber das wird nicht von einem Tag auf den anderen so. Das ist ein schleichender Prozess. Am Anfang macht man noch gute Mine zu bösem Spiel, aber eines Tages geht das nicht mehr. Selbst die geduldigsten Menschen haben irgend einmal genug. Dann bleibt nur die Option des totalen Kontaktabbruchs.

  5. Uschi sagt:

    Immer ist der böse Narzisst an allem Schuld, der Ehepartner ist es genau so.
    Wer hat diese Person in die Familie gebracht?
    Wer wehrt sich für sie?
    Wer glaubt alle Lügen?
    Wer klopft nicht einmal ordentlich auf den Tisch?
    Mit einer Person, der sich auf so etwas einlässt, stimmt eindeutig etwas nicht!

    • lilli sagt:

      Ja,
      der oder die Person,
      die vereinnahmt und intrigiert,
      kommt böse rüber und
      ist schuld am dann bestehenden Missverhältnis.
      Grundsätzlich ist zu berücksichtigen,
      dass
      Schwiegerkinder aus anderen Familiengepflogenheiten kommen, aus anderen Bezügen.
      Und Kinder leben in Partnerschaften meistens entfernter von den Vorstellungen der Eltern.
      Sie entwickeln Gemeinsamkeiten und Kompromisse in ihrer Partnerschaft der heutigen Zeit.
      Das bedeutet auch im Normalfall mehr Abstand zur vorigen Generation der Eltern.

    • W sagt:

      Aha, so so???

      2 Links hier oben
      Wie wird man Opfer eines Narzissten
      Der Narzisst isoliert seinen Partner.
      Vielleicht sind diese “schuldigen” Ehepartner ja bereits von ihrem Narzissten so stark manipuliert und glauben ihm gegenüber loyal handeln zu müssen.

    • Amy sagt:

      Es wurde wiederholt gesagt (auch im Artikel hier oben), dass narzisstisch Gestörte äußerst charmant sein können. Darauf sind schon viele hereingefallen. Manche Männer glauben, einen Engel zum Traualtar zu führen. Das böse Erwachen kommt früher oder später, meistens später, wenn Trauschein und evtl. schon Kinder vorhanden sind und als Druckmittel benutzt werden können.
      Das Opfer wurde düpiert. Oft ist es selbst unsicher und glaubt, nicht liebenswürdig zu sein, und fällt auf die Masche dieser Menschen herein, die so beliebt und offen zu sein scheinen. Was dahinter steckt, merken sie meist erst, wenn ihnen dieser Mensch schon sehr weh getan hat. Und dann stehen sie vor den Scherben. Systematische Isolierung ist ein weiteres Druckmittel: der narzisstisch Gestörte stellt sich vor aller Welt als wunderbaren Menschen dar, der von seinem Partner und ggf. dessen Familie nicht verstanden wird. Viele glauben ihm leider. Das Opfer ist hilflos dagegen. Kenne ich nur zu gut. Man kann von Glück sagen, wenn man nicht jeder menschlichen Würde, Beziehung und jedes Pfennigs beraubt wurde, und mit diesem Menschen nie wieder etwas zu tun haben muss.

    • erik sagt:

      Es gibt viele Menschen, welche sich unter anderem schwer tun beim NEIN sagen.
      Was heißt eigentlich nicht NEIN sagen zu können. Welche Konsequenz hat dies beispielsweise bei Kindern?
      Wer nicht Nein sagen gelernt hat, wird auch nicht auf den Tisch poltern können.
      Nicht Nein sagen zu können, hat jedenfalls gerade bei einem Menschen mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung eine fatale Konsequenz.
      Das hat dieser Beitrag eindrucksvoll hervorgehoben. Sie werden sicher gelesen haben, dass es nicht nur um die “naiven” Personen geht, welche sich mit derartigen “Dämonen” einlassen, sondern meist sind dann auch wehrlose und dadurch orientierungslos gewordene Kinder betroffen.
      In diesem Beitrag geht es nicht mehr um narzistische gesunde Anteile im Menschen, sondern um den pathologischen Auswuchs sowie deren fatale Auswirkungen.
      Auswirkungen vor allem wie bereits erwähnt, auf wehrlose Kinder!!

      Ich würde liebend gerne jedem in diesem Forum ihr Wissen, ihre Vorausahnung hinsichtlich einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung gönnen.
      Dann nähmlich würden viele dieser Beiträge gar nicht erst geschrieben werden müssen. Was aber noch viel wichtiger ist: Es würde vielen Menschen sehr viel Leid erspart bleiben

  6. Beatrix Blanchard sagt:

    Lieber Herr Grüttefien

    was Sie da beschreiben entspricht haargenau unserer Geschichte, mit dem einzigen Unterschied, dass sich unsere Tochter bereits total von uns abgewendet hat und wir somit auch unsere Enkelinnen nie zu sehen bekommen. Die jüngere der beiden, mittlerweilen 13 Monate alt, haben wir noch nie gesehen. Diverse Versöhnungs- wie auch Hilfsangebote waren bis jetz erfolglos. Wir sind am Ende mit unserm Latein und auch unseren Nerven und wissen nicht mehr was wir noch tun können um unsere Tochter da rauszuholen. Vielleicht finde ich in Ihrem Buch noch den einen oder anderen hilfreichen Tipp. Vorläufig ist sie immer noch der Meinung er sei ihr Traummann und sie könnte keinen besseren Mann und die Kinder keinen besseren Papi haben.
    Wir fühlen uns von ihr aufs Schlimmste verraten!
    Ihr Bericht hat aber auch etwas tröstliches. Es zeigt uns, dass wir uns das nicht eingebildet haben und aufhören müssen, die Schuld nur bei uns zu suchen. Auch zeigt er uns auf, dass wir scheinbar nicht die einzigen in dieser Situation sind.
    Wissen Sie zufällig, ob es dazu Selbsthilfegruppen gibt?
    Für Ihre wertvollen Newsletter möchte ich Ihnen an dieser Stelle herzlich danken.
    Trotz der gegebenen Umstände wünsche ich Ihnen frohe Festtage und fürs kommende Jahr von allem nur das Beste.
    Freundliche Grüsse
    Beatrix Blanchard

    • Lilli_01 sagt:

      Hallo Beatrice, ich habe bereits Beiträge im tv gesehen über Selbsthilfegruppen, gegründet von Großeltern, die ihre Enkelkinder weder sehen noch beschenken durften. Über die Ursachen wurde nicht im Einzelnen berichtet. Der Bericht tat weh. Ich hätte nicht geglaubt, wieviel Grosseltern betroffen sind. Für Dich alles liebe. Ich bin gerade erst Schwiegermutter geworden, werde jetzt Oma und hoffe nicht in eine solche Situation zu kommen. Ich wünsche Dir, dass ihr einen weg zueinander findet vg c.

    • Ja, es ist zwar entlastend, wenn man weiß, dass man die Schuld nicht allein bei sich suchen muss, es erweckt aber den Kontakt zur Tochter nicht wieder zum Leben. Zeigen Sie Ihrer Tochter, dass Sie den Kontakt suchen – ohne dabei aufdringlich zu sein und zu viel zu erwarten. Sie wird ihn eines Tages in Anspruch nehmen! Selbsthilfegruppe zu diesem Thema kenne ich leider nicht. Vielen Dank für Ihre wertschätzenden Worte und alles Gute!

    • Ira sagt:

      Liebe Beatrix,
      erst heute kann ich schreiben, gestern hat es mich noch zu sehr aufgewühlt. Dennoch tut es gut, zu wissen, dass es da jemanden gibt, der genau dasselbe durchmacht.

      Unser Sohn lebte 1,5 Jahre mit seiner Freundin bei uns. Wir ahnten nichts. Erst als die beiden in eine gemeinsame Wohnung zogen, spürten wir, wie er sich von uns distanzierte. Bis dahin dachten wir ein gutes und vertrauensvolles Verhältnis zu ihm zu haben. Wir haben seine Freundin angenommen, wie all seine vielen Freundinnen zuvor auch. Sie war immer bei all unseren Geburtstagen dabei, lud uns aber nie zu ihrem Geburtstag ein. Kommentar:”Ich lade doch niemanden zu meinem Geburtstag ein, den ich nicht leiden kann.”
      Inzwischen hatten sie geheiratet und es ging immer mehr bergab. Unsere Schwiegertochter beschimpfte uns per mail, verbal….. wir baten um ein gemeinsames Gespräch. Unser Sohn saß da und sagte nichts unsere Schwiegertocher beschimpfte uns. Wir konnten es nicht fassen. Alle weiteren Versuche von uns, die Situation zu klären führten nicht zu einer Lösung. Unseren Sohn konnten wir nie allein sprechen, um seine Sicht der Dinge zu erfahren.
      Es begann eine Zeit mit grübeln über grübeln, wir durchforsteten jeden Winkel unserer Erziehung und waren am Ende tief verstört. Hatten wir unserem Sohn alle die Jahre in denen er aufwuchs so viel Böses angetan, dass er sich nun wortlos von uns abwandte? Es war und es ist die Hölle.
      Auch wir kennen unsere beiden Enkelkinder nicht. Obwohl wir wissen, dass wir nichts tun können, um die Sitation zu ändern trauern wir. Es ist ja wie ein Todesfall, wenn ein Kind den Kontakt abbricht.
      Mein Mann war es, der mir vor einige Zeit einen Artikel zu lesen gab und mich fragte, an wen mich das erinnere. Er fand es treffe genau auf unsere Schwiegertochte zu, es ging um narzisstische Menschen und wir begannen zu recherchieren. Es tut gut eine Erklärung zu finden, dennoch bleiben die Zweifel an einem selbst gepaart mit Hilflosigkeit.
      Meine besten Wünsche für Sie und alle Eltern die das vielleicht lesen.

    • Sonnenblume sagt:

      … gerade lese ich mal wieder diese Beiträge. Bei Ihrem bin ich hängengeblieben. Ich kann so gut nachvollziehen, wie es sich anfühlt, ausgeschlossen zu werden.

      Das ist traurig und schwer. Gleichzeitig ist die Tochter erwachsen und vollständig für sich selbst verantwortlich. Zu 100 %.

      Kinder gehören uns nicht. Wir Eltern sollten sie immer – egal warum und um was es sich dreht – ganz in Liebe loslassen für ihren eigenen Weg. Nicht mehr nacherziehen oder auch nicht retten wollen, denn das können wir nicht und es steht uns auch nicht zu.

      Jeder hat das Recht auf seine Lebenslektionen, auch auf die eigenen Enttäuschungen, die eigenen Sichtweisen und Erfahrungen, die sich entfalten und entwickeln.Lebensphase um Lebensphase auf dem Weg mit allem, was er mit sich bringt.

      Ich finde es in diesen Tagen besonders schwer, denn gerade auch in der Weihnachtszeit habe ich schöne, heile Bilder im Kopf und ich sehne mich danach, gerade weil ich es leider nicht im entferntesten so heil und gesund haben, wie ich es wirklich sehr gerne hätte und wünsche.

      Immer wieder besucht mich die ehrliche Traurigkeit. Ich erinnere mich an einen schönen Vergleich: Mit der Trauer ist es so wie mit dem Leben mit einer Katze. Die Katze kommt wann sie will und geht wann sie will. Sie möchte gut behandelt werden….

      Ich darf meiner unabhängigen Beziehungsbereitschaft ganz treu bleiben. Diese Bereitschaft soll frei und unbelastet, auch nicht bitter oder mit Erwartungen angereichert, in mir sein. Einfach da sein.

      Und wer weiß, was es im Leben nicht noch für Wendungen gibt. Vielleicht schon bald, oder auch erst nach vielen Jahren…. oder auch nie….das bleibt unwesentlich für diese Bereitschaft, die unversehrt auf ihre Zeit hoffen kann…. frei und bedingungslos.

      Das finde ich ein schönes und sinnvolles Ziel. Und ich glaube, dass sie goldwert ist.

      So kann ich auch meiner Liebe treu bleiben. Liebe ist keine Einbahnstrasse. Sie kann weiterlieben. Frei und unabhängig, glaube ich.

      Und so kann ich auch meinen Schmerz annehmen, der mir zeigt, was vermissen und ein echter Verlust wirklich ist und dann eben wie weiter oben beschrieben, möglichst liebevoll mit dieser Trauer umgehen.

      Was hilft bei Trauer?

      trauern

      Glaube, Liebe, Hoffnung

      Alles Gute und gesegnete Weihnachtstage, an warmen oder kalten Tagen – in Dur oder Moll wünsch ich Ihnen und auch mir und jedem, der hier vorbeikommt und sich von dem ein oder anderen Gedanken ansprechen lässt,

      S.

    • Astrid sagt:

      Hallo, wir machen das auch seid fast 5 Jahren mit, unseren Enkel ( fast 2) kennen wir nicht, da wir uns nicht erpressen lassen und kein Geld gezahlt haben, zb um ein Haus zu erwerben.
      Die Entfremdung unserer Tochter ging so schnell, ehe wir etwas gemerkt hatten, war sie schon für uns verloren.
      Wir mussten lernen, damit umzugehen, fast 5 Jahre später tut es nur noch selten weh. Erpresser-oder Hassbriefe unseres Schwiegersohnes öffnen wir nicht oder lassen Freunde kurz darüber schauen, ob sie was Entscheidendes erhalten.
      Es geht darum, sich selber zu schützen und sich nicht vergiften zu lassen.
      Unserer Tochter können wir im Moment nicht helfen, aber sollte sie mal erwachen, werden wir alles in unserer Macht stehende tun, um sie zu unterstützen.
      Bleibt stark, haltet es aus und lasst Euch nicht manipulieren.
      Mit Gruß aus Norddeutschland, Astrid

    • G.Stegmann sagt:

      Sozialberater, Jugendamt suchen, alle Konflikte aufschreiben,Jahr/Tag/Uhrzeit.
      Bei der Familiengericht Besuch der Enkelkinder beantragen. Nie Aufgeben!

  7. Reh sagt:

    Danke für diesen Beitrag. Ich habe mich selbst nach 12 Jahren Beziehung von einem Narzissten endlich befreien können, kürzlich meine Tochter aber genau wie beschrieben, an einen solchen Menschen verloren. Er bestimmt ihr Leben und ich bin für sie nicht mehr existent. Ich warte auf den Tag, an dem sie selbst aufwacht, und werde bereit sein, die Scherben ihrer Seele aufzusammeln. Aber im Augenblick bin ich der Feind.

  8. Petra Moennig sagt:

    Könntet ihr über narzistische Mutter schreiben. Zerstörerische Zweckautistin.
    Von jedem narzistischen Menschen kann man sich psychisch trennen. Von solchen Müttern never. Nicht mal nach Hypnose Therapie

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