Der Narzisst isoliert seinen Partner

Narzissten versuchen in einer Beziehung, ihren Partner von dessen sozialem Umfeld vollständig zu isolieren: Der Partner darf zu niemandem mehr Kontakt haben außer zu dem Narzissten. Der Narzisst will alleine über seinen Partner verfügen, um diesen nach Belieben manipulieren zu können. Aus diesem Grund entwertet er das soziale Umfeld seines Partners und schneidet diesen von jeglichem Kontakt ab, um vollständige Macht über ihn zu bekommen.

Bild: © Björn Braun – stock.adobe.com

Es beginnt fast immer schleichend: Der Narzisst mäkelt subtil, aber beständig an dem Familien- und Freundeskreis seines Partners herum. Zunächst hat er nur Kleinigkeiten zu beanstanden wie den Kleidungsstil bestimmter Personen, ihre Tischmanieren und Essgewohnheiten, die Wahl der Gesprächsthemen oder die Meinung und die Ausdrucksform einzelner Anwesender. In der Regel äußert er anfänglich nur gewöhnliche Beobachtungen, die die Lebensart anderer betreffen. Über diese kann man zwar diskutieren, sie sind aber durchaus tolerierbar, unterliegen einer subjektiven Bewertung und werden daher von dem Partner nicht weiter ernst genommen.

Der Partner kann sich der kritischen Sichtweise des Narzissten nicht anschließen, ihm sind die angeblich unpassenden Umgangsformen seines Familien- und Bekanntenkreises bislang nicht aufgefallen. Der Narzisst versucht nun im weiteren Verlauf der Beziehung penetrant, dessen Wahrnehmung dafür zu schärfen, indem er immer häufiger auf scheinbare Absonderlichkeiten  hinweist. Unentwegt fällt ihm ein vermeintlich suspektes Verhalten auf oder regt er sich über angeblich befremdliche Aussagen anderer auf, die auf ihn mit zunehmender Häufigkeit regelrecht verabscheuungswürdig wirken.

Die Unzufriedenheit des Narzissten wächst mit jeder weiteren Begegnung mit dem sozialen Umfelds seines Partners: Er kritisiert dann nur noch an den Eigenarten der anderen herum, wertet die Sitten und Gepflogenheiten des Familien- und Freundeskreises allesamt ab, lehnt Werte und Überzeugungen kategorisch ab und spottet über Traditionen und Rituale. Der Narzisst wird nicht müde, die Vertrauten seines Partners zu diffamieren, und dieser beginnt aufgrund der permanenten Missbilligungen langsam damit, sich für sein soziales Umfeld zu schämen.

Der Partner reduziert den Kontakt zu seinem sozialen Umfeld

Um der ständigen Kritik zu entgehen, beginnt der Partner, sein soziales Umfeld aus der Schusslinie des Narzissten zu nehmen. Zunächst trifft er sich allein mit seinen Freunden oder Angehörigen seiner Familie, bis ihm auch dies von dem Narzissten ausgeredet wird. Bekommt der Narzisst mit, dass sich sein Partner wieder mit den verhassten Freunden oder Verwandten getroffen hat, kann er sich seine bissigen Kommentare nicht verkneifen und muss abermals mit der Entwertung beginnen. Daraufhin trifft sich der Partner bestenfalls noch heimlich mit seinem sozialen Umfeld, um den Narzissten nicht mehr zu reizen und das leidige Thema zu meiden.

Stehen unvermeidliche Treffen mit Freunden oder der Familie an wie z. B. bei Hochzeiten, an Geburtstagen oder Feiertagen, sagt der Partner entweder unter einem Vorwand ab oder er versucht, die gemeinsame Zeit mit den Freunden oder Verwandten möglichst gering zu halten, sich nicht in die Nähe von Personen zu begeben, die dem Narzissten besonders missfallen, oder auf sein soziales Umfeld so einzuwirken, dass es bestimmte Gewohnheiten an diesem Tag unterlässt oder gewisse Themen ausnahmsweise nicht anschneidet. Der Partner gerät jedes Mal unter Stress, wenn ein Treffen ansteht, weil er fürchtet, den Narzissten mit seinem sozialen Umfeld zu verärgern.

Der Partner kann sein soziales Umfeld jedoch nicht so präparieren, dass der Narzisst nicht doch etwas findet, das ihn ärgert und womit er seinem Partner den Tag und das Treffen vermiest. Häufig merken auch die anderen, dass der Narzisst mit ihrer Art und Weise nicht einverstanden ist, weil er entweder ständig spitze Bemerkungen fallenlässt oder seine gesamte Körperhaltung seine Hochnäsigkeit und innere Verachtung verrät. Mit der Zeit legt auch das soziale Umfeld des Partners keinen besonderen Wert mehr darauf, den Narzissten um sich zu haben – gerne würde es aber mit dem Partner in Kontakt bleiben.

Der Kontakt zum sozialen Umfeld wird gemieden

Der Narzisst spürt, dass ihn die Freunde oder Familienangehörigen seines Partners skeptisch betrachten, und nimmt sehr genau deren ablehnende Haltung war. Fortan wird er sich bei seinem Partner darüber beschweren, dass er von dessen sozialem Umfeld nicht akzeptiert wird, dass man ihn ausgrenzt und missachtet oder dass sich gar eine Verschwörung gegen ihn gebildet hat. Dies wiederum sieht der Narzisst als endgültigen Beweis dafür, dass das soziale Umfeld seines Partners bösartig und verlogen ist und man zukünftig solche Personen meiden muss.

Der Partner gerät auf diese Weise in einen inneren Konflikt: Eigentlich würde er gerne mit seinem sozialen Umfeld in Kontakt bleiben, weiß aber, dass er dann den Zorn des Narzissten auf sich zieht und sich ständig Kritik anhören darf. Da er den Narzissten nicht verlieren will und meint, aus Liebe auf dessen Wünsche eingehen zu müssen, stellt er sich auf seine Seite, meidet zukünftig sein soziales Umfeld und boykottiert alle Kontaktversuche, um Unannehmlichkeiten aus dem Weg zu gehen.

In diesem schleichenden Prozess nimmt der Partner kaum wahr, wie sein soziales Umfeld schlechtgeredet und ihm auf diese Weise nach und nach entzogen wird. Zuweilen sind die Darstellungen der Erlebnisse mit den Angehörigen des Partners aus Sicht des Narzissten so ungeheuerlich und gleichzeitig so unzweifelhaft, dass sich der Partner ernsthaft die Frage stellt, warum er nicht selbst und schon viel früher die negativen Eigenarten seiner Freunde und Familie bemerkt hat. Viele Partner sind am Ende sogar davon überzeugt, dass die radikale Säuberung ihres sozialen Netzes durch den Narzissten zu ihrem Besten ist.

Der Partner ist vollständig isoliert

Plötzlich steht der Partner völlig alleine da und hat keine Freunde oder sozialen Kontakte mehr – bestenfalls darf er sich noch mit Angehörigen des Freundes- und Familienkreises des Narzissten treffen, an denen dieser sonderbarerweise nie etwas auszusetzen hat. Aber zum eigenen sozialen Umfeld besteht kein Kontakt mehr: keine Treffen, keine Telefonate, keine Briefe – nichts. Nicht einmal mehr mit dem Nachbarn oder anderen flüchtigen Bekannten wird kommuniziert, weil der Narzisst selbst diese mit seiner Kritiksucht vertrieben hat und es nicht duldet, wenn sich der Partner auf diese Personen einlässt.

Am Ende hat der Narzisst seinen Partner erfolgreich von dessen sozialem Umfeld abgeschnitten und kann ganz allein über ihn verfügen. Der Partner kann nur mit ihm kommunizieren, nur er steht ihm für einen Austausch oder bei Schwierigkeiten zur Verfügung und nur sein Urteil bekommt der Partner zu hören. Den Einzigen, den der Partner noch hat, ist der Narzisst. Dieser kann seinen Partner daraufhin nach Belieben beeinflussen und hat totale Kontrolle über ihn: Nichts entgeht ihm, was in Zusammenhang mit seinem Partner steht. Der Partner sitzt in der Falle.

Der Partner ist vollkommen abhängig

Der Narzisst macht seinen Partner vollständig abhängig von sich und vergrößert auf diese Weise seine Macht über ihn. Die Folge für den Partner ist eine völlige Vereinsamung verbunden mit dem Verlust von Selbstvertrauen und Lebensfreude. Der Partner wurde durch den Narzissten von der Gesellschaft ausgegrenzt, isoliert und ins Abseits getrieben. Er ist dann auf sich selbst gestellt und völlig schutzlos der Willkür des Narzissten ausgesetzt.

Oftmals sind die Partner auch finanziell abhängig von dem Narzissten, haben kein eigenes Auto oder dürfen noch nicht einmal den Führerschein machen, dürfen das Haus nur mit Zustimmung des Narzissten verlassen und müssen einen klaren Zeitplan einhalten, wenn sie sich außer Haus befinden, haben kein eigenes Handy und dürfen niemals eine Entscheidung alleine treffen. Sie werden dann wie Leibeigene behandelt ohne Recht auf Selbstbestimmung. Leider funktioniert diese perfide Strategie des Narzissten nur allzu oft, weil er seinem Partner glaubhaft vermitteln kann, dass alles nur zu seinem Besten sei, oder er den Partner mit seiner Gereiztheit in Bezug auf dessen soziales Umfeld stark verunsichert und einschüchtert.

Betroffene sollten niemals den Kontakt zu ihren Freunden und ihrer Familie abbrechen, selbst wenn der Narzisst noch so verärgert darüber ist. Mit zunehmender Dauer der Beziehung benötigen Partner von Narzissten einen emotionalen Ausgleich und die Möglichkeit, sich mit anderen auszutauschen. Wenn sie unentwegt dem Einfluss des Narzissten ausgesetzt sind, wird ihre Wahrnehmung getrübt und sie können nicht mehr zu einem eigenen und vernünftigen Urteil kommen. Ihr gesamtes Denken, Fühlen und Handeln wird dann von dem Narzissten gesteuert und sie verlieren die Kontrolle über ihr Leben. Um sich eine eigene Meinung zu bilden und in der eigenen Wahrnehmung bestätigt zu werden, ist der Austausch mit anderen so wichtig – vor allem, wenn man mit einem Narzissten zusammen ist.


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Veröffentlicht in Beziehung mit einem Narzissten, Blog
18 Kommentare zu “Der Narzisst isoliert seinen Partner
  1. Bianka sagt:

    Mein Vater hat meiner Mutter alle Kontakte zerstört. Mit ihren fünf Geschwistern hatte sie zum Schluss nur noch heimlichen Telefonkontakt.
    Jeder VHS-Kurs, Sport, Kaffeeklatsch wurde so madig gemacht, dass sie es irgendwann ganz gelassen hat. Ging sie doch mal, bekam die ganze Familie seinen Unmut zu spüren. Dabei war er kreativ.
    Er lief ihr hinterher, wenn sie „zu lange“ bei uns im Kinderzimmer war. War immer dabei, wenn wir mal alleine bummeln gehen wollten. …
    Nach unserem Auszug dauerten Telefonate mit meiner Mutter 2-3 Minuten und sie besuchte uns meistens heimlich. Immer kurz, immer angespannt, oft heimlich.
    Nun ist meine Mutter (84) seit 2 Wochen in einem Pflegeheim- HirnTumor. Er (89) ist das erste mal alleine! Der Kontakt über gemeinsame Bekannte liefen über meine Mutter…
    Er wollte, dass ich meinen Job aufgebe und mich kümmere 😂, obwohl wir die letzten 5 Jahre keinen Kontakt hatten. Letzte Woche rief er an und spielte mir einen Notfall vor. Als ich da war, ging es ihm gut und er wollte keinen Arzt. Er wollte Aufmerksamkeit!
    Dieses Erlebnis hat mich wachgerüttelt und ich habe diese Seite gefunden. Bis dahin dachte ich, meine Kindheitserlebnisse, mein Vater wären einzigartig, nicht erklärbar. Und nun weiß ich endlich, ich bin nicht die „Bekloppte“.

  2. Maritt sagt:

    Ganz genauso war es bei mir. Ich bin immer wieder verblüfft über die Übereinstimmung des Verhaltens. Ich habe während der langen Jahre mit meinem Narzissten viele Freundschaften aufgegeben, weil ich den ständigen Konflikt deswegen nicht aushalten konnte. Auch habe ich bemerkt, wie der Same aufgegangen ist, der im mir gelegt wurde: auch ich wurde gegenüber versch. Personen misstrauisch und habe deren vermeintlich schlechten Eigenschaften überbewertet. Außerdem hat der Narzisst ganz bewusst Situationen provoziert um meine Freunde/Familie in ein schlechtes Licht zu rücken. Irgendwann hab ich bemerkt, was da passiert und wollte mir nicht schon wieder einen Freundeskreis kaputt machen lassen. Monatelanger zermürbender Streit deswegen und dann hat mich mein Narz. aus der gemeinsamen Wohnung raus geworfen. Das war sein Fehler. Er hat seine Macht überschätzt. Ich bin nicht wieder gekommen und habe nach 2,5 Jahren Kampf die Scheidung einer 35 jährigen Beziehung hinter mich gebracht. Die Trennung ist nicht leicht, aber zu schaffen. Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende! Und wer sich selber hilft, dem wird geholfen…ist so!

  3. Lydia Schmidt sagt:

    Alle sind schlecht für meine Entwicklung, er aber so gut für meine Entwicklung. Ich war immer die, die sich entwickeln musste…Defizite hat. Und meine Familie und Freunde waren alle blööd…und nun wo es zu Ende ist : Er kann sich ganz schnelle ganz viele Leute ranziehen aus der der Nachbarschaft und meinem Freundeskreis von früher…und macht mich da schlecht, und er erzählt da Sachen dreht es um…er ist der Arme der von mir ausgenutzt und kontrolliert wurde…ich habe alle schlecht gemacht bei ihm. Habe ein Telefonat mitgehört, da zieht es einem die Schuhe aus…ich denke nur immer…ruhig bleiben, die werden es auch noch erleben…dagegen angehen ist nur Energieverschwendung…auf solche ehemaligen Freunde, die sich so was erzählen lassen und es glauben kann ich verzichten….

    • W. sagt:

      @ Lydia,
      Genau das erlebe ich seit Monaten.
      Es werden Lügen erzählt, Tatsachen verdreht, allerdings hat das schon vor der Trennung angefangen wie ich jetzt feststellen musste.
      Ich hatte und habe noch teilweise das Bedürfnis alles richtig stellen zu müssen.
      Aber der Gedanke, dass Menschen die mich kennen und wertschätzen, genau wissen dass dies so nicht stimmt lässt mich gelassener werden.
      Ich bin auch sehr enttäuscht über manche Personen ,die seit Jahren den Kopf über sein Verhalten geschüttelt haben und ihm jetzt trotzdem seine Märchen glauben(noch).
      Auf der anderen Seite muss ich feststellen, dass Menschen die in den ganzen Jahren nie ein Wort gegen ihn gesagt haben mir nach der Trennung mit den Worten „Gott sei Dank “ & „endlich bist du da raus“ begegnet sind.
      Ich war schon sehr erstaunt darüber, dass es doch für manche Menschen so offensichtlich war.
      Also habe ich für mich beschlossen, dass es in meinem Leben nur noch die Menschen gibt, die mir glauben und vertrauen.
      Auf die anderen ,die als flying Monkys benutzt werden , kann ich in meinem neuen Leben getrost verzichten.
      Er blamiert sich inzwischen so gut er kann und schreckt nicht davor zurück mir im Beisein von Amtspersonen den Tod zu wünschen.
      Wie blöd muss man sein , sich dann auch noch für besonders clever zu halten und nicht zu kapieren ,dass er mir mit solchen Äusserrungen in die Karten spielt.
      Ich hoffe dass ich da eines Tages drüber stehen kann, weis aber, dass es ein langer , steiniger Weg wird.

      Ich wünsche allen die das durchmachen viel Kraft.

      lg W.

  4. Lilli sagt:

    Hallo,
    ich muss wie Ihr auch, auf MEINE Kontakte achten und sie pflegen.
    Wie auch bei Euch, hat er bei meinen Leuten seinen überheblichen Touch.
    Ich treffe mich eher außerhalb mit meinen Leuten, oder sie holen mich ab zu Interessen, die er nicht teilt, und sehen ihn nur kurz.
    Wenn eins unserer erwachsenen Kinder kommt, habe ich eingeführt, dass die Treffen unseres Kindes mit seinen Freunden, oder für sich was zu machen, hier Vorrang hat, dass mit mir, ihm oder uns beiden was zu machen, an zweiter Stelle steht.
    Das klappt und mein Mann hält sich immer wieder dran.
    Immer wieder, d.h. dass er immer wieder versucht mehr im Mittelpunkt zu stehen und gegensteuern und sich abseilen nötig wird.
    Zur Grundsatzfrage gehen oder bleiben, finde ich, das A und O ist, selbständig zu werden. Wenn dies in der Partnerschaft unmöglich ist, bin ich für Trennung.
    Mein Mann mit seinen narzissmusgestörten Zügen, ist nicht ganz so extrem.
    Er zieht immer wieder mit. Ein mühsames Geschäft, doch er bleibt und ich auch.

    • Lilli sagt:

      … wenn ich ihn konfrontiere, z.B. damit, dass er sich nicht entschuldigt, wird er, auf meine Emotionen zielend, ausfallend und versucht mich mit Aufzählung meiner ‚Verfehlungen‘ schuldig zu sprechen.
      Diese seine Ausfälligkeiten kann ich inzwischen ganz bei ihm lassen. Ich grenze mich ab, schlafe einige Nächte im anderen Zimmer und mache nichts mit ihm.
      Mit falschen Aussagen von seiner Seite ist zu rechnen, das wissen auch unsere erwachsenen Kinder.
      Einige Jahre waren wir früher nicht auf der Weihnachtsfeier unseres Berufsverbandes. Als ich dann sagte, dieses Jahr geh ich allein hin, ging er mit. Dann hörte ich, wie er dem Organisator zu verstehen gab, i c h hätte die letzten Jahre nicht zur Weihnachtsfeier gehen wollen.
      Nachdem ich mich darüber geärgert hatte, und ihn mit seiner Falschheit konfrontiert hatte, dachte ich mir, egal,
      i c h gehe in Zukunft zu dieser Weihnachtsfeier. Nun geht er immer mit.
      Mit einer falschen Aussage einer narzisstischen Freundin, die ich dann vor allen richtig gestellt hatte, war ich früher mal in einer Kaffeeklatschrunde konfrontiert. Die ‚Freundinnen‘, die der Verleumderin geglaubt hatten, waren keine Freundinnen von m i r.
      Zwei in der Runde hatten mich danach zum Geburtstag angerufen und wir unterhalten uns heute noch, wenn wir uns begegnen.
      Inzwischen pflege ich lieber Hobbys, wo das gemeinsame Tun die Hauptrolle spielt und nicht der Klatsch.
      Die Versuchung, Kontakte einzustellen, weil der Narzisst sie nicht haben will, kenne ich auch. Doch ich habe sie weitergepflegt, zu.B. den Kreis meiner Yogarunde.
      Und auch unsere Kinder pflegen ihre Kontakte, und sagen eher ihrem Vater mit seinen narzisstischen Zügen ab.
      Mein Mann ist nicht ganz so extrem wie meine beiden vorigen narzisstischen Partner und meine narzisstische Mutter.
      Ich bin froh, dass ich Narzissmus und Co- Verhalten bzw. Komplementär- Narzissmus in meiner Familie und in beiden Verwandtschaften, für mich und für unsere Kinder lockern und lösen bzw. mich distanzieren konnte/kann. Das ist in meinem Fall schon sehr viel.
      Seit ich Sven Grüttefiens Texte immer wieder lesen kann, bin ich immer mehr zur Ruhe gekommen,
      und nachträglich bin ich froh, dass es ‚meine‘ Beratungsstelle gibt, die ich in dieser Ehe seit vielen Jahren von Anfang an immer wieder besucht habe.

  5. Manu-1978 sagt:

    Hier werden wohl psychopatische oder gar paranoide Persönlichkeiten beschrieben, also Verwechslung ist möglich. Aber naja. und die sogenannten Opfer sind sowieso dependente Personen, die sich nicht trennen wollen.

  6. Waltraud sagt:

    Ich wurde von „ihm“ bei anderen in Misskredit gebracht. Ganz subtil und unauffällig. Ich konnte mir manche Reaktion nicht erklären, bis ich selber Mal mitkriegte, wie sich in meinem Beisein über mich amüsiert wurde, ich aber keine Ahnung hatte, wieso. Auch wurde immer versucht, mir Sachen madig zu machen, mit den Worten, das schaffst Du sowieso nicht, wozu willst Du das machen usw.
    Als ich Mal fragte, wessen Leben wir eigentlich leben, meins waers jedenfalls nicht, bekam ich den Rat, dann müsste ich halt meins suchen. Als ich’s dann tat, Drohungen. Überhaupt Drohungen wenn’s nicht so lief wie geplant für ihn.

  7. Ben sagt:

    Hat meine Ex mit mir ganz genau so gemacht! Vollkommen alleine und ohne Kontakte stand ich am Ende da.
    Das Seltsame allerdings, ist, daß sie meinem Nachfolger große Freiheiten einzuräumen scheint, den er macht ein Menge (was ich nicht tat).
    Und – Nein! – ich beneide dieses Würstchen nicht, der sich zudem so toll als Flying Monkey macht.

    • Uta Möller sagt:

      Hallo Ben, das ist nur der Anfang – dass Deinem Nachfolger große Freiheiten eingeräumt werden. Das wird jetzt quasi als Beweis gebraucht, dass Du Dich zu Unrecht über mangelnde Freiheit beschwert hast. Deinem Nachfolger wird es ergehen wie Dir. (Da muss er wohl durch – falls Du nicht mit ihm ein Bier trinken gehen und ihn warnen willst.)
      Mein Ex-Mann hat es fertiggebracht, mit jeden Schritt vorzuschreiben und mich gleichzeitig unselbständig zu schimpfen.

  8. Melanie sagt:

    …..meine Schminkutensilien sind auf einer Reise „verschwunden“ und ich erhielt von IHM Komplimente, dass ich ihm ungeschminkt viel besser gefallen würde😳

    Heute weiß ich, dass er mir irgendwann im „Endstadium“ den Kontakt zu unseren „gemeinsamen Kindern“ verboten hätte – eigentlich das Grausamste was ich mir hätte vorstellen können🥺😩!

    ER hat es nicht geschafft; denn ich habe vorher die „Reissleine“ gezogen….. Ein Ende mit Schrecken ist besser als ein Schrecken ohne Ende….
    Viel Hoffnung, Kraft und Glück an ALLE….
    Melanie

  9. Lissy sagt:

    Die Analyse kann ich zu 100% bestätigen. “Meine” Narzisstin trieb es noch weiter, indem unser Wohnort auf eine Insel verlegt wurde. Es wurde sogar als Wohltat für mich aus gesundheitlichen Gründen verkauft. Die Kontrolle über mich ging so weit, dass immer alle Türen im Privathaus offen zu stehen hatten, …wegen der Katze …, selbst die Toilette war nicht verschließbar.
    Befreien konnte ich mich erst, als ich ganz am Boden war. Nur der radikale Schnitt war erfolgreich. Es dauerte aber Jahre, bis ich mich auch emotional erholen konnte.

  10. Saphyra sagt:

    Es gibt aber auch noch andere Arten der Isolierung durch einen Narzissten!!!

    Mein Mann hat die Angewohnheit, seine jeweilige Partnerin einfach komplett zu entwurzeln.

    Meine Vorgängerin ist mit ihm sogar nach Kanada ausgewandert und dort völlig vereinsamt. Ich wurde in eine andere Stadt umgesiedelt – alles natürlich rein beruflich und wichtig für SEINE Karriere.
    Irgendwann saß ich dann arbeitslos in einer fremden Stadt.
    Später saß ich arbeitslos mit Kind im Umland meiner Heimatstadt und war depressiv und vereinsamt. Dann hat er sich ein neues Opfer gesucht.

    Um meine Freunde zu vergraulen, hat er einfach versucht, sie als seine Freunde zu übernehmen. Einige haben sich das eine Weile angeschaut, andere sich erst mal oder auch dauerhaft zurück gezogen.

    Um mir meine Hobbies zu verleiden, wollte er sie als seine Hobbies übernehmen. Bei einigen Sportarten klappte das nicht, da er keine Lust zum Üben hatte. Tanzen ohne ihn war aber undenkbar – er wäre vor Eifersucht explodiert.

    So stand ich dann irgendwann da:
    Keine Freunde
    Keine Hobbies
    Keine Lebensfreude
    Kein Job
    Krank
    Depressiv

    Ich wünschte, er würde mal so gequält werden, wie er andere quält.

  11. Susanna sagt:

    Ich bin erschrocken, wie wahr Sie hier berichten. Genau so ist es ! Mein Ex-Partner hat das genauso gemacht. Es ging schleichend. Er rollte schon mit den Augen, wenn ich mit einer Kassierin im Supermarkt sprach. Oder bei einer Wanderung waren Pferde auf der Weide. Ich ging hin um sie zu streicheln. Er stand in der Entfernung und starrte nur. Ich konnte irgendwann keine Freude mehr empfinden, weil es ihm missfiel, wenn ich mit „anderen“ Kontakt aufnahm. Er ging sogar weiter und schaffte eine Atmosphäre von „Bedrohungen“ vor denen ich mich schützen soll. „Spülmittel“ sei radioaktiv verseucht, alles, was ich benutze oder ass, war angeblich „giftig“. Absolut irre. Der Typ hatte ein Rad ab und was mir nie auffiel zu Anfang, als ich ihn kennenlernte. Er hatte KEINE Freunde. DAS ist auch ein wichtiges Indiz, ob ein Mensch „sozial integriert“ ist oder nicht. Heute bin ich wachsamer und vor allem, wenn ich einen kennen lernen würde, würde ich mir wirklich erst mal sein ganzes Umfeld anschauen, auch seine Eltern. Denn so wie sie sind, das sagt viel über deren „Kind“ aus. Sie haben ihn geprägt.

  12. Simena sagt:

    Mein Ex-Narz hat bei Treffen mit Freundinnen mich danach mit Ghosting bestraft. Dies 3 mal. Da ich etwas weiter weg gezogen sind, bin ich dann nicht mehr so oft an meinen alten Ort zu meinem Umfeld zurück, was auch für Isolation geführt hat. Er meinte dann, die können ja zu uns kommen. Dabei ging es nur darum, dass er kontrollieren konnte, wer kommt und was geredet wird. Das wollte ich allerdings nicht.
    Wenn ich mal eine Meinung über ihn weitergeleitet hatte, wollte er immer wissen wer was gesagt hat. Dabei ist das ja wohl egal.
    Diskussionen mit ihm waren sowieso sinnlos, da er ja nie etwas falsch gemacht hat wie er meine Mutter gegenüber auch bekräftigte, daraufhin habe ich Schluss gemacht (wir waren ja schon beim Paartherapeuten und ich wollte schon 3 Mal gehen, aber ER macht ja nie etwas falsch, liegt nur alles an mir. Nun jetzt ist er mich los).
    Warum ich Schluss gemacht habe, hat er auch nicht verstanden.

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