Monolog mit meiner Mutter

Ein Gastbeitrag von Valerie Horumsberg

Valerie Horumsberg ist die Tochter einer Mutter mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung. Sie war Opfer von psychischem Missbrauch und emotionaler Vernachlässigung. In einem Moment der Wut kumulieren ihre Emotionen von Jahrzehnten – und münden in eine eindrucksvolle Unterredung mit einer Mutter, die nicht zuhört.

Bild: © SplitShire-2573

Was glaubst du eigentlich, wer du bist? Rufst hier an, hast ein Problem, heulst mir was vor, und behauptest, ich müsse dir helfen. Warum sollte ich das tun? Du glaubst nicht wirklich, auf diese Art zu bekommen, was du mir nie gegeben hast: Hilfe, wenn man nicht mehr weiter kann?

Du hast mich, obwohl du meine Mutter bist und mich hättest lieben sollen, schwer verletzt, immer wieder, jeden Tag aufs Neue, von Anfang an und ohne große Pause. Du hast mich zutiefst gedemütigt, mich mit chronisch kranker Seele in ein Leben geschickt, das du mir nicht geschenkt, sondern aufgebürdet hast. Ein Leben, das ich trotz der enormen Schwierigkeiten, mit denen ich zu kämpfen hatte, selbständig bewältigt habe. Weil ich stark wurde.

Überleben

So oft musste ich den Dreck fressen, den du mir mit auf den Weg gegeben hast. Doch ich habe überlebt. Weil ich leben wollte. Deine Quälereien haben in mir den Teil stark gemacht, der kämpfen kann, ums Überleben kämpfen kann. Obwohl ich innen drin ein Häufchen Elend war, das Elend, das du in mich hineingepflanzt hast. Deine böse Saat ist nicht aufgegangen.

Ich hatte die Kraft, die Wahrheit anzusehen, mich durch das widerliche Labyrinth meiner Kindheit und Jugend zu arbeiten, zu erkennen, wie grausam meine Eltern sind, wie psychisch krank meine Herkunftsfamilie ist. Danach habe ich das schadhafte Betriebssystem, das du, mit der Unterstützung deines Mannes, bei mir installiert hast, repariert. Ich habe die ganze vervirte Software runtergeschmissen und durch gute ersetzt. Es hat lange gedauert. Verdammt lange.

Erst heute, mit über 50 Jahren, weiß ich, wie Liebe geht. Heute habe ich eine Familie. Eine richtige Familie, in der einer den anderen unterstützt, statt sich gegenseitig zu hassen und kaputt zu machen. Ich lebe in einem Haus der Liebe. Dass ich das kann, hat mich Jahrzehnte gekostet. Zu lernen, zu vertrauen, war die größte Herausforderung, der ich mich je zu stellen hatte.

Und jetzt findest du, ich müsse dir helfen?

Deine Unersättlichkeit

Was du meinst, ist: Ich soll dein Problem lösen, die Verantwortung für dein Wohlergehen übernehmen, die Last deines Lebens und der Sorgen auf meine Schultern übertragen, all deine narzisstischen Bedürfnisse erfüllen. So, wie ich es immer schon zu tun hatte, als kleines Kind, als Säugling, als Dreijährige, als Zehnjährige, als Vierzehnjährige, als Dreißigjährige.

Sicher bist du auch überzeugt, es sei meine Schuld, dass du jetzt allein dastehst und für die Pflege deines Mannes verantwortlich bist. Für die Pflege des Mannes, der mein Vater ist, und der dich, so psychisch krank und mich beschädigend, wie du warst, konsequent in Schutz genommen hat. Der nie etwas getan hat, dich, die Grande Dame des mütterlichen Sadismus, davon abzuhalten, mich zu quälen. Er hat stets behauptet, du würdest mich lieben, und auch er würde mich lieben.

Doch auch er hat mich erniedrigt. Er hat mich fotografiert, nackt, als Achtjährige, und es seinen Freunden gezeigt. Ich hatte ihn mehrfach gebeten, es nicht zu tun. Es hat ihn nicht interessiert. Er hat auch nichts tuend weggesehen, als sein Freund und Kollege mich über Jahre hinweg sexuell missbraucht hat. Rein gar nichts hat er getan, zu meinem Schutz. Obwohl es ein Leichtes gewesen wäre, zu sehen, was jeder liebende Vater gesehen hätte.

Gemeinsame Sache

Dieser Mann, den du jetzt zu pflegen hast, hat dafür gesorgt, dass du dein krankes Werk an mir verrichten konntest. Du konntest mich ungestört kleinmachen, verletzen, kaputtmachen, mir die Selbstachtung nehmen, bevor die auch nur keimen konnte. Du konntest mich ungehindert lehren, dass ich für alles und jedes die Schuld zu tragen hatte, und, das war ja so wichtig, dass ich nichts, aber auch rein gar nichts richtig machen konnte, egal wie sehr ich mich anstrengte.

Dein Mann, mein Vater, hat mir den Schutz verweigert, mit dem er dich hätte bloßstellen müssen. Also kümmere dich jetzt um ihn. Er hat es verdient, dieser kniefällige Despot. Dafür, dass du über alles die Macht hattest und nie in dein dunkles Inneres schauen musstest. So wie ich es tun musste. Mein Leben lang. Weil ich niemanden hatte, der mich finanziert, der mich freigehalten hätte von den Herausforderungen eines eigenständigen Lebens.

Du hast mit ihm gemeinsame Sache gemacht, gegen das Kind, das ihr gezeugt und in die Welt geschickt habt. Gegen das Kind, das ihr hättet lieben können, wenn ihr euch nur dafür entschieden hättet. Doch ihr habt euch gegen mich entschieden.

Ihr habt stattdessen eure kranken Seelen gepflegt, ihnen größtmöglichen Raum gegeben, damit sie bestmöglich gedeihen konnten. Ich war diejenige, die das ausbaden musste. Darum werde ich dir, der Pflegenden, und auch ihm, dem Kranken, ganz sicher nicht helfen.

Ohne mich

Das kannst du jetzt ausbaden. Alleine. Ohne mich. Deine Nachricht auf meiner Mailbox wird unbeantwortet bleiben. Hilf dir selbst. Geld ist sicher genug da. Lerne, so stark zu sein, wie ich es sein musste, seit ich geboren wurde, als ich zu begreifen hatte, dass ich von Menschen abhängig bin, denen es gut ging, sobald sie meine Seele wahlweise vernachlässigten oder misshandelten.

Ich musste Jahrzehnte leben, ohne zu wissen, was Liebe tatsächlich ist, wie respektvoller Umgang sich anfühlt. Ich musste mühsam lernen, wie es geht, nicht angstvoll zu sein, wenn Menschen anwesend sind, wie es möglich ist, nicht ununterbrochen im Überlebensmodus zu existieren, und nicht ständig auf der Hut zu sein, weil irgendwo ein Angriff auf mein Sein lauern könnte.

Ich musste Jahrzehnte überleben, um zu begreifen, wie es ist, zu leben!

Du wirst nicht wissen wollen, wie ich das geschafft habe. Ich sage es dir trotzdem: In meinem Inneren sitzt eine Stimme, die selbst du nicht kaputt gekriegt hast. Sie hat mich immer aufgefordert, meinen Weg zu finden und dabei geduldig zu sein. Sie war klein und kaum hörbar, als ich ein Kind war, doch sie ist mit mir gewachsen. Und sie hat mich klug und mutig gemacht.

Klug und mutig

Sie war dein Gegenspieler, immer dann, wenn etwas abwich von dem, was du mich glauben lassen wolltest. Sie ließ mich anderen Menschen zuhören, und nachdenken, über die himmelschreienden Unterschiede zwischen deren und deinen Wahrheiten. Ich habe gelernt, ihr als Indikator zu vertrauen, in allen Momenten, in denen etwas nicht stimmig daherkommt.

Zum Beispiel damals, als die Lehrerin meinen Einser-Aufsatz der ganzen Klasse vorlas. Noch während ich vor entsetzter Scham im Boden versank, schob sich eine Frage inmitten meine Aufregung: Wie kann das sein, bin ich denn nicht dumm?

Oder als ich in der S-Bahn diese fremde Mutter sah, ihre kleine Tochter im Arm haltend, beide voller Zärtlichkeit miteinander verbunden, leise darüber plaudernd, wer sich welches Essen zur Abendzeit wünschte. Ich saß daneben und kämpfte still mit den Tränen. In mir drin, da tobte es: So viel Vertrauen kann da sein, zwischen einer Mutter und ihrer Tochter?

Und auch, als der Vater einer Mitschülerin aufmerksam der Erzählung seiner Tochter folgte, um ihr sodann zu sagen, wie sehr er sie bewundere, für den Mut, den sie in der Schule mit einem berechtigten Widerwort bewiesen hatte, war es die Stimme in meinem Inneren, die mich auf den Gedanken kommen ließ: Es gibt Väter, die ihre Töchter unterstützen?

Sogar, als der Model-Scout mich auf offener Straße ansprach. Reflexhaft wehrte ich ab, doch sofort tauchte neue Skepsis auf: Warum hat der das gemacht, bin ich denn nicht hässlich?

Die Stimme war auch da, als ich beruflich Fuß zu fassen versuchte, was schwer genug war, mit geringem Selbstbewusstsein. Doch sie half mir, die förderlichen Vorgesetzten und Chancen herauszupicken. Sie half mir, jede Niederlage als Lehre zu verwerten, statt mit der Nase im Dreck klein beizugeben.

Und sie war immer da, wenn Menschen in mein Leben kamen, um mir Freundschaft, gar Liebe anzutragen, obwohl ich beides, deiner Aussage nach, nicht verdient hatte. Und trotzdem ich lange nicht mit positiv an mich gerichteten Gefühlen umzugehen wusste, forderte die Stimme in meinem Inneren mich auf, dranzubleiben, denn: Könnte es sein, dass auch ich das wert bin?

Endlich Gewissheit

Die notwendigen Antworten habe ich in Büchern gefunden. Allen voran in dem Buch einer Psychotherapeutin, die es als eine der ersten wagte, emotionale und seelische Gewalt zum alleinigen Thema zu machen. Denn es war nie deine Hand, die mich verletzt hat, es waren immer deine Worte, deine Blicke, deine Abscheu, dein Hass in allem, was du getan und gesagt hast.

Traumatisierung gab es bis dahin lediglich im Zusammenhang mit Kriegen, Katastrophen und drastischer körperlicher Gewalt. Für mich war dieses Buch eine Offenbarung. Es war der lang gesuchte Beweis für den immensen Schaden, den du angerichtet hast. Es war die Absolution für die beständig gärende Wut auf dich. Es war die Erlösung, mein Weg zur Heilung war damit frei.

Dennoch hat es viele Jahre gedauert, bis ich es riskieren konnte, durchgängig an mich zu glauben und meiner eigenen Wahrnehmung zu vertrauen. Ich musste mich selbst immer wieder aufs Neue bearbeiten, um all die destruktiven Verhaltens- und Denkmuster zu überwinden. Ich musste dich besiegen, in mir. Dein Damoklesschwert schwebte noch lange über meiner Existenz.

Mein Weg

Nach unendlich vielen Rückschlägen, konnte ich irgendwann tatsächlich herausfinden, woran ehrliche und wohlwollende Menschen zu erkennen sind, und wie ich selbst genau das sein konnte. Die Tränen, die ich auf diesem Weg vergossen habe, wirst du niemals willens sein, zu ermessen.

Du hast mir nie zugehört. Du hast mich nie um Verzeihung gebeten. Vor vielen Jahren habe ich euch verlassen, nachdem ich endlich begriffen hatte, wie hoffnungslos es ist, auf eure Liebe zu warten – und wie fähig ich bin, mich selbst zu retten.

Und jetzt bist du es, die alleine ist. So wie ich es immer war. Doch das ist in Ordnung so. Es ist dein Leben. Und das kümmert mich nicht mehr.


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Veröffentlicht in Blog, Erfahrungsberichte
69 Kommentare zu “Monolog mit meiner Mutter
  1. Jörg sagt:

    Hallo Valerie,
    kenn ich nur zu gut. Missbrauch, emotionale Kälte, Demütigung, Gewalt. Vor zwei Jahren als mein Vater starb, hab ich den Kontakt zu meiner Mutter endgültig abgebrochen. Es hat trotzdem noch eine Narzisstische Beziehung gebraucht, um endlich zu begreifen, das ich mich um die Wunden kümmern muss. Hab mein Leben von Grund auf durchleuchtet, viel gelesen, andere Kreise gesucht. Irgendwann wurde mir bewusst, das ich endlich frei bin und nun ein eigenes Leben leben kann. Und das mit fast 50 Jahren.
    Danke, für Deinen Artikel, er spricht vieles aus, was ich so nicht hätte schreiben können. Es geht nie weg, aber ich hab’s geschafft mir endlich mit Selbstliebe zu begegnen. Ich fühle einen inneren Reichtum, den ich vorher nicht kannte. Jetzt erst kann ich anderen Menschen ’normal‘ begegnen und weisste was? Es macht Spass, ja manchmal bin ich wie ein kleiner Junge der einfach nur Spass hat, der auf einmal das Schöne sieht, mache wieder Sport, geh aus, plane und lebe. Herr Grütefien hat schon so seine liebe Not mit uns bis wir begreifen, dass es nicht der Narzisst an sich ist den wir ändern müssen, sondern uns selbst.

    • Silv sagt:

      Jörg.ohja. Genau: es geht um uns- wir müsstem und können ja auch nur uns selbst reflektieren und ändern

    • Valerie Horumsberg sagt:

      Lieber Jörg, wie schön du das schreibst: „Ich fühle einen inneren Reichtum, den ich vorher nicht kannte“. Ja, du hast recht: „Es geht nie weg, aber“ es gibt für Überlebende wie uns viele Möglichkeiten der Veränderung auf dem Weg zur Lebensfreude. Die dürfen wir haben! Und auch, wenn sie immer mal wieder weggeht, weil die Erinnerung und die alten Gefühle Oberwasser haben, dürfen wir uns doch darauf verlassen, dass sie wieder zurückkommt. Ich freue mich für dich, dass du dich selbst gefunden hast und wünsche dir noch viele, viele Momente als kleiner Junge, der einfach Spaß hat. Viele Grüße von Valerie!

  2. Josi sagt:

    Hallo liebe Valerie,

    auch ich danke dir für deinen Text. Ich bin nun Ende 40 und habe vor ca. 10 Jahren den Kontakt zu meiner gesamten Ursprungsfamilie abgebrochen. Das ging nur so, da meine Mutter die Kontrolle über meine Geschwister noch haben darf und nichts an ihr vorbei geht. Sie hängen noch im kranken Familiensystem fest und geben dies völlig erkenntnisresistent an ihre Kids weiter.

    Das was den meisten hier Schreibenden einschließlich mir eingepflanzt wurde ist schwer aufzulösen. Würde der Kontakt allerdings noch bestehen, dann wären Fortschritte – zumindest für mich – nahezu unmöglich.

    Alles Gute für dich!

    • Valerie Horumsberg sagt:

      Liebe/r Josi, wie mutig von dir, als einzige in der Familie Erkenntnis zu wagen. Ja, du hast recht: Das, was da ins Innere gesetzt wird, ist wahnsinnig schwer aufzulösen. Ganz schafft man es vielleicht auch nie, aber das muss auch nicht sein. Wichtig ist, dass man lernt, seinen eigenen Weg zu finden und – vor allem – nicht selbst zum Täter zu werden. Allein das zu schaffen, ist in meinen Augen das Größte, was ehemals missbrauchte Kinder erreichen können. Dazu ist der Kontaktabbruch zuweilen zwingend nötig. Ich wünsche dir viel Kraft weiterhin! Viele Grüße von Valerie

  3. Lise1 sagt:

    Liebe Valerie, Vielen Dank für Ihren Text! das was viele fühlen, sich aber nicht erklären können, dafür haben Sie Worte gefunden. Man kann ihn auch bestimmt umschreiben, wenn es um den Bruch zu einem Partner oder Ex-Partner geht. Dann hilft es vielleicht, sich klar zu werden, dass man dem Missbrauch nicht mehr hinterhertrauern muss.

    • Valerie Horumsberg sagt:

      Liebe Lise, ich kann mir sehr gut vorstellen, dass der Bruch mit einem vielleicht langjährigen Partner ähnliche Auswirkungen hat. Wie schön, dass Sie Ihre Gefühle in meinen Worten gefunden haben. Nehmen Sie die Worte gerne mit, lassen Sie sich stärken. Herzliche Grüße und alles Gute für Sie!

  4. Nora sagt:

    Liebe Frau Horumsberg,auch von mir vielen Dank für den Artikel.

    Ich habe über 5 Jahrzehnte gebraucht, um langsam zu erkennen, warum ich mich mein Lebenlang als unsichtbarer Außenseiter gefühlt habe und was die Ursachen für meine psychosomatischen Symptome sind, die sich schon früh im Leben bemerkbar gemacht haben. Endlich weiß ich, dass es nicht an mir gelegen hat sondern an diesem feindlichen Umfeld, in dem ich aufgewachsen bin.

    Nach 5-jähriger Kontaktsperre ist sie jetzt der Meinung, dass ich wieder für ihre emotionale Versorgung im gebrechlichen Greisenalter zur Verfügung stehen soll.
    Das Schlimme ist, dass es mir trotz aller Erkenntnisse jedesmal wieder schwer fällt, mich abzugrenzen von ihren Forderungen, weil sofort das schlechte Gewissen zum Vorschein kommt, was einem als Kind von ihr eingepflanzt wurde. Es ist so anstrengend.

    • Valerie Horumsberg sagt:

      Liebe Nora, ich verstehe dich gut. Das Alter der Eltern wirbelt bei Kindern wie uns alles plötzlich noch einmal auf. Dein schlechtes Gewissen kenne ich gut. Ich halte es für natürlich, denn eigentlich möchte man doch da sein für die eigenen Eltern. Aber: Das waren keine Eltern. Nur biologische, aber sie waren kein Schutz, kein Halt, keine Liebe. Also musst du ihnen das auch nicht geben. Ja, es ist anstrengend. Dennoch: Bleibe bei dir! Alles Liebe und Gute für dich von der Autorin

    • Valerie Horumsberg sagt:

      Oh, liebe Nora, ich sehe gerade, ich habe Sie versehentlich geduzt. Bitte verzeihen Sie mir. Ich wollte nicht unhöflich sein, bin nur ein bisschen durcheinandergekommen 🙂 Herzliche Grüße!

    • Hannah sagt:

      Hallo, liebe Nora,
      ich war auch so lange unsichtbar.

      Wegen des Umstandes, dass es Ihnen manchmal immer noch schwer fällt sich abugrenzen:
      Stellen Sie sich einmal vor, dass Sie zu Ihrem Gegenüber, ob Kind oder Erwachsener, sagen, was Ihre Mutter zu Ihnen gesagt hat. Stellen Sie sich ein lebendiges Gegenüber mit Gefühlen vor und etwas Demütigendes, das Ihre Mutter zu Ihnen gesagt hat, das Sie nun diesem Gegenüber sagen sollen. Sie würden das nicht über die Lippen bekommen, weil es so grausam wäre und weil Sie nämlich nicht krank sind, und weil Sie in der gleichen Realität wie Ihr Gegenüber leben, das Sie nicht verletzen wollen.
      Ihre Mutter konnte das, weil sie krank ist und in ihrer eigenen, erschaffenen Realität lebt. Wenn Sie oder wir alle ein schlechtes Gewissen hatten oder haben und dachten, wir müssen uns um unsere nun gealterten Mütter kümmern, dann gilt dieses schlechte Gewissen etwas, das die Gesellschaft zu Recht Mutter nennt, aber nicht dem, was wir hatten.
      Dieses schlechte Gewissen ist genau so Teil der Realität des Narzissten wie alle anderen schlechten Strukturen, mit denen er/sie einen zu binden und auszunutzen versucht.
      Wenn Sie schon seit 5 Jahren keinen Kontakt mehr zu Ihrer Mutter haben, dann haben Sie schon so viel geschafft. Schieben Sie doch einfach das schlechte Gewissen weit weg in die Realität ihrer Mutter. Bei Ihnen ist es falsch am Platz 🙂

  5. Feder sagt:

    Ach und Maedelaine, ich verstehe nicht viel von Sternzeichen, aber ich habe such schon oft an die Ähnlichkeit mit Zwilling gedacht.

  6. Feder sagt:

    Liebe Valerie, vielen Dank hierfür. Es ist schön zu wissen, daß es Menschen gibt, die einen verstehen. Ich habe meine Eltern vor vielen Jahren verlassen. Damals gab es noch kein Wort dafür. Ich konnte es niemandem erklären, aber ich wußte genau, daß es quasi um mein Leben ging. Von diesem Tag an ging es mir spontan besser, plötzlich hatte ich enorm Energie für mich übrig. Ich denke oft mit Schaudern an die Vergangenheit zurück. Wie oft habe ich von anderen den Satz gehört: „Aber, es sind doch Deine Eltern….“ Ich bin es müde und leid, anderen zu erklären. Ich trage dieser Frau nichts nach, ich spüre Ihr gegenüber weder Wut noch Hass, aber auch keine Liebe. Nicht mal Bedauern. Einfach nichts. Das ist der schimmste Zustand, den ein Mensch erreichen kann: Gleichgültigkeit. Das hat sie geschafft. Ich habe es immer noch schwer im Leben, kann oftmals gut und böse – Freund und Feind nicht unterscheiden. Aber, ich bin frei und das ist das BESTE

    • Lise1 sagt:

      Feder, ich lese deinen Text un da fällt mir ein, dass es stimmt: man hat plötzlich Zeit und Energie. Auch mehr Geld in einigen Fällen. Vorher bleib da ncichts übrig, weil dasvon einem andern aufgesaugt wurde. Dass man ganz normal Zeit und Energie hat, ist ein tolles Geschenk. Manche haben nie erlebt, dass das völlig normal ist. Erst hinterher merkt man vieleicht daran, was einem vorher alles genommen wurde, welchem Zustand man hinterher trauert oder was einem mit dem Argument, es wären doch die Eltern, weiter genommen werden soll. Das vielleicht mal an die, die sich noch schwer tun, ihre Grenzen wahren zu lernen.
      Die Hoffnung aufgeben dass da noch irgendwann was draus wird, heißt ihr bekommt etwas dafür! Es ist ein guter Tausch

      • Feder sagt:

        Ja, Lise1, wenn man dressiert wird, sich nur um die Belange des anderen zu kümmern, merkt man gar nicht, wieviel Energie man verbraucht. Das ist ein Teil des Mißbrauchs. Wenn ich heute ab und zu vor einer schwierigen Situation stehe, sage ich mir immer: du hast 30 Jahre deine Mutter überlebt, das schaffst du!

    • Valerie Horumsberg sagt:

      Liebe/r Feder, wie treffend du das formuliert hast: „ich wußte genau, daß es quasi um mein Leben ging“. Ja, so sehe ich das auch: Es geht ums Leben. Und deshalb ist da jedes „Aber, es sind doch Deine Eltern“ fehl am Platze! Niemand verlässt seine Eltern, weil ihm gerade nichts Besseres einfällt. Das ist eine schwere Entscheidung, eine, die jahrelang, vielleicht sogar jahrzehntelang gereift ist. Sie kostet enormen Mut, und es ist immer der Mut der Verzweiflung. Ich antworte auf derart unverständige Bemerkungen immer mit: Meine Eltern haben mich misshandelt. Dann ist meist still. Wenn du magst, gib ihnen meinen Artikel zu lesen. Vielleicht macht das folgende Staunen dich dann stärker? Herzliche Grüße und alles Gute für dich von der Autorin

      • Feder sagt:

        Liebe Valerie, ich bin ein Mädchen:-)
        Ja, diese Strategie habe ich auch entwickelt, wenn mich jemand nicht verstehen will. Einfach klar und direkt antworten.
        Hat Deine Mutter diesen Monolog gelesen?

        • Valerie Horumsberg sagt:

          Okay, dann liebe Feder 🙂
          Nein, ich habe meiner Mutter den Text nicht gegeben. Ich halte strikte Kontaktsperre im eigenen Interesse. Der Text ist auch definitiv nicht für meine Mutter geschrieben, sondern für alle, die sich selbst darin erkennen wollen, und für alle, die lernen möchten, was es bedeutet, ohne Liebe und mit viel Hass aufzuwachsen. Deshalb steht er hier im Netz und liegt nicht im Briefkasten meiner Mutter. Mütter wie meine würden ihn nicht lesen, ihn aber immer zu einem Schwert formen, das sie sogleich gegen ihr Kind richten.
          Alles Gute für dich!

        • Valerie Horumsberg sagt:

          Liebe Feder, mir ist aufgefallen, ich habe meine letzte Antwort an dich nachlässig formuliert. Ich korrigiere: Den Text habe ich zunächst natürlich nur für mich selbst geschrieben. Um meine Gedanken und Gefühle auszudrücken, um ihnen Form zu verleihen, mit dem Wissen, dass sie in die Richtung meiner Mutter gesagt, niemals gehört würden. Ich hatte auch gar keinen Wunsch, ihn meine Mutter lesen zu lassen. Die Konversation mit meiner Mutter ist für immer abgeschlossen. Und das ist gut so. Der Text war also schlicht nur für mich verfasst. Therapeutisches Schreiben. Nach einer Weile habe ich aber bemerkt, dass in diesem Text etwas steckt, was wichtig sein könnte für andere Betroffene. Meine kämpferische Natur hat nach Öffentlichkeit für diesen Text verlangt – und, voi­là! Hier ist er deshalb. Viele Grüße!

          • Feder sagt:

            Natürlich, liebe Valerie, hätte sie weder zugehört noch irgendetwas verstanden. Ich dachte nur, weil es überall zu lesen ist. Interessanterweise habe ich die Aufsatzszene auch durch. Mein 1er Aufsatz – zum Thema Gefühle ( bei uns wurde dieses Wort nie ausgesprochen ) – wurde im Wohnzimmer lauthals verlesen und sich schallend lachend lustig über mich gemacht. Schaudern über solch ein Verhalten. Und den Typ Vater, den Du beschreibst, kenne ich auch.

          • Valerie Horumsberg sagt:

            Wie schrecklich das für dich gewesen sein muss! Und wie sehr sich Schicksale doch manchmal gleichen … Am besten, wir loben uns heute einfach selbst für die Note 1 🙂 Liebe Grüße von Valerie

    • Goldmund sagt:

      Wenn es bei mir ein Gefühl für solche Menschen gibt, dann am ehesten Mitleid. Sie sind krank. Und das Schlimmste daran: sie erkennen es nicht. Für mich als empathischer Mensch ist jedoch klar, auch Narzissten sind Menschen. Ihr Verhalten ist inakzeptabel und unentschuldbar. Doch wie sagen die Buddhisten: „Verurteile niemals einen Menschen, verurteile ihre Taten“. So halte ich es auch. Ich möchte nicht ein Leben lang die Energie des Wuts und Hass mit mir herumtragen. Die Energie möchte ich für positive Dinge im Leben frei haben. Deshalb ist für mich verzeihen wichtig. Verzeihen heisst nicht entschuldigen. Verzeihen heisst, sich von der negativen Energie zu lösen. Zu erkennen, dass es sich bei Narzissten um kranke Menschen handelt, ist sehr hilfreich. Wir geben alle unser Bestes im Leben. So auch die Narzissten. Leider können sie es nicht besser. Das ist traurig.

      • Arianna sagt:

        Ja, sie halten sich für „normal“, sind es aber nicht. Sie wären empört, wenn man ihnen eine Persönlichkeitsstörung unterstellen würde. Alle anderen um sie herum brauchen Therapie oder was auch immer, sie niemals.
        Ich habe keine Ahnung, ob so einem Menschen überhaupt geholfen werden kann; mit klassischer Gesprächstherapie sicher nicht, dazu sind sie viel zu beratungsresistent. Eigentlich können sie wirklich nichts dafür, sie stecken in einer Sackgasse. Aber indem wir sie bedauern und versuchen wollen, ihnen zu helfen, versinken wir nur im gleichen Sumpf. Normalerweise bin ich immer für mitfühlen und helfen… aber bei solchen Menschen gilt leider nur, sich selbst zu retten, so lange man noch kann.

        • Goldmund sagt:

          Liebe Arianna

          Man kann keinem Menschen helfen, der sich nicht helfen lassen will. Gem. meinem heutigen Kenntnisstand ist Narzissmus soweit therapierbar, um dem Narzissten ein einigermassen erträgliches Leben führen lassen zu können. Dies bedingt allerdings, dass der Narzisst bereit ist, sich darauf einzulassen und die Therapie nicht vorzeitig abbricht. Eine vollständige Heilung ist meines Wissens dennoch nicht möglich.

      • Valerie Horumsberg sagt:

        Liebe/r Goldmund, das hast du ziemlich treffend formuliert, wie ich finde. Es ist eine Sichtweise, die ich mit dir teile, denn es ist auch dieses Mitleid, das mich vor einer aussichtslosen Konfrontation zurückhält. Aber ich finde auch, dass unsere Gesellschaft oft viel zu viel Verständnis für Täter aufbringt – und viel zu wenig davon für die Opfer. Achten wir darauf, dass wir selbst das richtige Maß für beide Seiten aufbringen. Du tust das bereits 🙂 Alles Liebe und Gute für dich! Valerie

        • Goldmund sagt:

          Liebe Valerie

          Danke für deine Worte!

          M.E. geht es nicht um Verständnis für Täter, sondern um Erklärungen, wie es überhaupt soweit kommen konnte. Wenn wir die Ursachen verstehen, können wir Taten am ehesten vermeiden. Täter haben ihre Geschichten genauso wie wir unsere haben. Kein Mensch ist fehlerfrei. Mir geht es nicht darum, Taten zu entschuldigen, sondern darum zu verstehen, dass auch Täter Menschen sind. Sonst sind wir bald wieder bei der Todesstrafe. Dass Taten verurteilt werden sollen, steht ausser Frage. Aber kein Racheakt und keine Strafe macht eine Tat ungeschehen. Strafen sollen Täter zur Einsicht bringen, was bei Narzissten allerdings beinahe unmöglich ist. Und Co−Narzissten können von Narzissten eine Menge lernen, wie bspw. sich abzugrenzen und wahre Selbstliebe. Wenn wir lernen, auf uns selbst acht zu geben und dafür zu sorgen, dass es uns gut geht, dann können wir erst wirklich dafür sorgen, dass es auch anderen gut geht. Wir müssen also Verantwortung für uns selbst und unser Leben übernehmen. Wenn wir immer einen Schuldigen suchen, verharren wir in der Opferrolle, was unserem Selbstwertgefühl nicht gut tut. Laotse brachte es auf den Punkt:

          Willst du die Welt verändern, dann verändere dein Land.
          Willst du dein Land verändern, dann verändere deine Stadt.
          Willst du deine Stadt verändern, dann verändere deine Straße.
          Willst du deine Straße verändern, dann verändere dein Haus.
          Willst du dein Haus verändern, dann verändere dich.

      • Hannah sagt:

        Wenn ich mir das Verstehen von Sprache ansehe, finde ich, dass es bezüglich der Menschen, die mit jemandem mit einer NPS zusammengelebt haben (ob Eltern oder/und Partner), und den anderen, die anders aufgewaschen und gelebt haben, fast so ist wie bei Korzybski. Die Landkarte ist nicht die Landschaft.
        Ich glaube, wenn wir, die wir Erfahrung mit zum Beispiel einer narzisstischen Mutter haben, von Verzeihen sprechen, ist das ausschließlich das Erkennen, dass der Narzisst krank ist, sonst nichts. Und diese Erkenntnis bringt uns Distanz, die richtig gut für uns ist, und wir kommen weiter.
        Wenn ein Mensch, der keine Erfahrung mit narzisstischen Eltern hat, von Verzeihen spricht, meint er damit, dass man die Schuld des anderen sich auflösen lässt, dass man zum anderen sagt „ich verzeihe dir“, aber das kann man ja einem Narzissten gar nicht sagen (das wäre fast so etwas wie ein Insider-Witz).

        Ich glaube auch, dass wir unsere Eltern nicht verurteilen, sondern, dass wir einfach nur verstehen wollen, wieso sie uns das antun konnten. Und für uns war es so etwas Grausames, weil wir eben nicht so sind wie sie. Wir haben eine andere Realität und ein anderes moralisches Gerüst.

        Ich halte es für schwierig in zum Beispiel meiner Position zu denken, dass auch Narzissten ihr Bestes geben. Meine Mutter war ein Mensch mit einer Bilderbuch NPS, und der Vater meiner Tochter hat im gleichen Maße eine NPS (meine Mutter sagte mal über ihn, was für ein schrecklicher Mensch er sei und dass er bestimmt vereinsamt sterben würde :-)).
        Ich glaube, wenn Menschen einem so viel immer wieder und wieder angetan haben, dann ist es zweitrangig, ob sie ihr Bestes geben oder nicht.
        Es ist garantiert wichtig zu erkennen, warum diese Menschen so geworden sind, damit man sich damit selbst helfen kann. Und wenn ich durch die Zeit zurückreisen könnte, würde ich sowohl meine Mutter schnappen als auch den Vater meiner Tochter, als sie klein waren, und erst einmal so richtig stinknormal aufwachsen lassen, mit Liebe und Urvertrauen und allem Drum und Dran.
        Mitgefühl und hohe Sensibilität haben wir als missbrauchte Kinder sowieso. Das kann man nicht abstellen.
        Aber ich muss keine mitleidigen Gedanken haben für den Narzissten.

        Ich meine, wenn man sich als missbrauchtes Kind, egal ob erwachsen oder nicht, damit auseinandersetzt, dass der Elternteil ein Narzisst ist, kommen all die Phasen, die man braucht, auch Wut. Aber die vergeht sowieso, wenn man sich von der Realität des Narzissten getrennt hat.

        Ich glaube, wir, die das alles hinter sich haben, haben echt Schwerstarbeit geleistet. Wir müssen nichts mehr tun, was wir nicht wollen. Wir müssen uns auch nicht mehr darum sorgen, was mit den Tätern passiert oder nicht. Wir haben wirklich genug getan.

      • Hannah sagt:

        Hallo, Lise1 🙂
        ja, das finde ich auch.
        Wenn ich mir überlege, was den Vater meiner Tochter und meine Mutter hat werden lassen, wie sie dann waren oder sind, kann ich genau die gleiche quälende Dunkelheit in ihnen sehen, die sie erlebt haben müssen, die sie in uns eingepflanzt haben, während sie uns erzogen oder mit uns umgingen.
        Ich glaube, die Menschen mit Narzisstischer Persönlichkeitsstörung und jemand wie ich, der mit einer Mutter mit einer NPS aufgewachsen ist, haben den gleichen Ausgangspunkt und ähnliches erlebt, haben aber verschiedene Verteidigungs-oder Überlebensmechanismen benutzt um weiter zu existieren.

  7. Arianna sagt:

    „Und jetzt bist du es, die alleine ist. So wie ich es immer war.“
    Wie wahr. Meine Mutter hat mich nicht nur psychisch ausgebeutet, sondern auch als Geisel und Erpressungsmittel gegen ihren geschiedenen Exmann benutzt. Alkohol- und tablettenabhängig war sie auch, aber das habe ich erst viel später erfahren.
    Danken wir dem Himmel, dass wir mit Hilfe anderer, wohlmeinender Leute da herausgefunden haben. Ich möchte nicht wissen, wie viele diese Tortur nicht überleben oder bis an ihr Lebensende krank und in Therapie sind… weil niemand merkt, dass sie eigentlich normal sind aber Opfer jahrzehntelangen psychischen Missbrauchs.
    „Monolog“, wie passend. Man führt mit diesen Menschen nur Monologe. Meine Mutter tat immer verständnisvoll und zuhörend, aber das war reines Täuschungsmanöver. Sie ist gar nicht fähig, über ihren Horizont zu sehen. „Meine Gefühle, meine Bedürfnisse… MIR geht es so schlecht…“ Immer dieselbe Leier.
    Ich hatte auch nach dem Kontaktabbruch von meiner Mutter noch jahrelang Angst, sie könnte mich zu einer unbeherrschten Reaktion provozieren und mich dann irgendwo einliefern lassen, mit sich als „liebender, helfender Mutter“. Dann hätte sie mich auf Nummer Sicher gehabt, als Mülleimer für ihren eigenen Dreck. Kein Arzt oder „Experte“ hätte jemals mir geglaubt, konfrontiert mit ihrer gekonnten, jahrzehntelang einstudierten Selbstinszenierung. Zum Glück kennt sie weder meine aktuelle Adresse noch Telefonnummer und wir haben keine gemeinsamen Bekannten mehr, die sie ausspionieren könnte. (Hat sie auch oft gemacht. Und mich hinter meinem Rücken als böse, undankbar, dumm etc. dargestellt, um mich zu isolieren. Das habe ich auch alles erst viel später begriffen. Ich wusste nur, dass ich dringend von ihr fortmusste. Reiner Überlebensmodus.
    Unsere Elterngeneration ist, glaube ich, oft noch Opfer des preußischen Drills, der Kinder zu Gefühlskrüppeln heranzog. Wir müssen das noch in dritter Generation ausbaden.
    Meine Bewunderung für Ihren Mut. Ich hatte nicht den Nerv, eigene Kinder zu bekommen. Schlimm, wie abhängig man von seinen Eltern ist, allein schon durch das Materielle…

    • Valerie Horumsberg sagt:

      Liebe Arianna, ganz herzlichen Dank für Ihre Worte, die deutlich machen, wie sehr Sie selbst gelitten haben. Ich kann Sie nur bestärken, in Ihrer totalen Abgrenzung. Es gibt Konstellationen, da ist das die einzige Wahl – und „reiner Überlebensmodus“, wie Sie es so treffend geschrieben haben. Der preußische Drill und die Erfahrungen des Krieges haben viele Eltern geprägt und seelisch zerstört. Dennoch bin ich ganz entschieden der Meinung: Das ist ein Grund, ein Kind zu misshandeln, aber keinesfalls eine Entschuldigung! Ich wünsche Ihnen alles Liebe und Gute! Herzliche Grüße von der Verfasserin des obigen Gastbeitrags

      • Arianna sagt:

        Unserer Generation geht es vergleichsweise gut. Wir sind in Frieden und viele von uns auch in Wohlstand aufgewachsen. Und die heutigen Erziehungsmethoden, zumindest die gängigen, sind besser. Aber unsere Eltern missgönnen uns unser Glück. Sie denken nicht „Meine Kinder sollen es besser haben“, sondern „Meine Kinder wären nichts ohne mich und haben mir alles zu verdanken“. Sie halten sich für Gott, zumindest den Kindern gegenüber. Und dann tun sie oft noch religiös und drohen mit dem Vierten Gebot. Und faseln noch von Liebe. Es ist keine Liebe, wenn man Dankbarkeit und Gehorsam einfordert, „weil ich so viel für dich getan habe“.
        Ich versuche mein Möglichstes, um meine Mutter zu ehren, d.h. Respekt zu haben für ihr Leid. Aber ehren bedeutet noch lange kein Kadavergehorsam.

        • Valerie Horumsberg sagt:

          Liebe Arianna, sie haben das sehr treffend differenziert, wie ich finde. Ich durfte in meinem Leben immer wieder staunen, welch warmherzige, ehrliche, offene, selbstkritische Menschen aus ehemaligen Kriegskindern hervorgehen können. Trotz der extremen Traumatisierungen und der enormen Belastungen durch den Krieg und die Zeit danach, haben sie dennoch nicht den Blick dafür verloren, was Liebe wirklich meint. Das war für mich immer eine wichtige Erkenntnis: Es MUSS nicht damit enden, dass man als Eltern seine Kinder zerstört. Letztendlich ist es eine Wahl, eine Entscheidung – und die dürfen Kinder immer zum eigenen Wohl erwarten. Denn Kinder, die haben einfach keine Wahl, niemals. Alles Liebe und Gute für Sie!

          • Arianna sagt:

            Liebe Valerie,
            ein großes Problem ist, dass man so wenig Hilfe und Verständnis findet. Die Eltern sind eben die Eltern, Punktum. Man wird von Außenstehenden oft abgekanzelt wie ein Fünfjähriger, der seine Suppe nicht essen will.
            „Sie meint es doch nur gut.“ „Alle Eltern lieben ihre Kinder.“ „Du kannst von deine Mutter nicht erwarten, dass sie perfekt ist.“ Et cetera et cetera.
            Alle Eltern machen Fehler, sicher. Aber sein Kind mal verletzen, bei Gelegenheit ungerecht sein, etwas vielleicht nicht so ganz verstehen, das ist menschlich. Das Leben seines Kindes völlig zerstören ist unmenschlich und sollte keinesfalls geduldet werden. Aber manche Leute werden Eltern, setzen sich einen Heiligenschein auf und schließen mit ihrem eigenen Gewissen fürs Leben ab.
            Vielen Dank für den Text. Wir brauchen viel mehr Menschen, die offen zugeben, dass ihre Eltern sie fast zerstört haben, auch ohne sie körperlich zu misshandeln.

    • Goldmund sagt:

      Liebe Arianna

      Genau deshalb ist es wichtig, dass Opfer von narzisstischen Eltern diesen Teufelskreis stoppen und auflösen. Sonst hört das nie auf und wird von Generation zu Generation weitergegeben. Wenn es keine Co−Narzissten mehr gibt, kriegen Narzissten keine Nahrung mehr.

      • Goldmund sagt:

        PS: Ja, sie meinen es gut. Aber gut gemeint ist eben nicht gut gemacht.

        • Lise1 sagt:

          Nicht alle meinen es gut, und viele Kinder wurden nicht aus Liebe geboren. Viel Eltern geben ganz und gar nicht ihr Bestes und nicht alle Eltern lieben ihre Kinder. Mit diesen hohlen Phrasen sollte es auch mal ein Ende haben.

  8. Hannah sagt:

    Hallo, liebe Frau Horumsberg,
    meine Schwester und ich hatten auch eine Mutter mit einer Narzisstischen Persönlichkeitsstörung. Es ist toll, und ich freue mich ganz doll für Sie, dass Sie nun in jeder Beziehung in Sicherheit sind. Dass Sie das ganz allein geschafft haben, ist bewundernswert. Es ist etwas Besonderes. Es ist so schwer sich aus dem Dunkel ´rauszukämpfen, in dem einen die Mutter gehalten hat.
    Es tut mir Leid, dass Sie die Erfahrung gemacht haben, nicht beschützt zu werden. Das ist, finde ich, eine der schlimmsten Erfahrungen überhaupt im Zusammenleben mit einem Menschen mit dieser Persönlichkeitsstörung). Wenn die Mutter einen seelisch missbraucht, in die Pfanne haut und über einen lügt, und wenn dann auch noch niemand etwas tut oder offensichtlich zum Täter hält. Man möchte am liebsten ganz von der Erde verschwinden und nie dagewesen sein.
    Aber wenn man es dann geschafft hat und sein eigenes Ich hat und sein eigenes Leben, ist das so toll. Ich würde am liebsten manchmal die Zeit zurückdrehen. Ich wäre jetzt so gern jünger und würde gern noch viel mehr Zeit haben, mein Leben zu leben (ohne Menschen mit einer NPS). Meine Schwester und ich (wir sind 56 und 51) haben gestern darüber gesprochen, dass wir jetzt richtig losleben wollen 🙂
    Ich wünsche Ihnen von Herzen alles Gute und ganz viel Glücklichsein.

    • Valerie Horumsberg sagt:

      Liebe Hannah, wie schrecklich und wie schön, was Sie da beschreiben! Danke für Ihre Aufmerksamkeit für mein Leben. Und danke für Ihre schöne Rückmeldung, die mir zeigt: Sie wissen sehr genau, was all das bedeutet! Ich danke für Ihre guten Wünsche und sende an Sie und Ihre Schwester nur die allerbesten Gedanken durch das Netz. Leben Sie, Sie haben es beide verdient! 🙂

    • Goldmund sagt:

      Toll, das ihr richtig losleben wollt! Es ist nie zu spät, das Beste aus dem Rest unseres Lebens zu machen!

  9. Gitte sagt:

    Als wäre ich es, die du beschreibst, Valerie! Danke für diese Worte, was ich bisher nie in Worte zu fassen gewagt hatte. Alles Gute für dich, dass du deinen Weg weiterhin gut machen wirst – ich werde es auch, Stück für Stück, jeden Tag ein bißchen mehr. Danke für die guten Gedanken und Worte!

    • Valerie Horumsberg sagt:

      Gerne! Nimm sie ruhig mit, die Worte, die dir gut gefallen, liebe Gitte, und lass dich davon stärken 🙂 Ich wünsche dir alles Gute und weiterhin viel Kraft auf deinem Weg! Herzliche Grüße von Valerie

  10. Solveig sagt:

    Sehr interessant! Ich musste erstmal weinen.. Meine Mutter habe ich einfach immer als sehr streng angesehen.. Wenn ich in ihren Augen „etwas schlimmes“ gemacht habe, bekam ich zu hören“ „Ich habe dich nicht mehr lieb.“ Ich hatte panische Angst vor diesem Satz. Oder ich wurde drei Tage wie Luft behandelt, als ob es mich gar nicht gäbe. Oder ohne Abendessen ins Bett geschickt. Einmal habe ich meine Spielsachen nicht aufgeräumt, da hatte mein älterer Bruder den Auftrag, meine Spielsachen zu verbrennen und ich musste zusehen. Das sind nur ein paar Ausschnitte. Habe mir öfter gewünscht, dass entweder meine Mutter oder ich nicht mehr da wäre. Sie ist innerhalb von sieben Monaten an Krebs gestorben. Mich haben heftige Schuldgefühle geplagt. Wenn ich über alles nachdenke, bekomme ich Wut. Ich habe die Aufgabe von einer Psychologin bekommen, einen Brief an meine Mutter zu schreiben, in dem ich alles reinschreibe, was ich mir als Kind von ihr gewünscht hätte. Ich habe diesen Brief bis heute nicht geschrieben, vor lauter Angst, ich könnte ihr nochmal irgendwie begegnen.

    • Valerie Horumsberg sagt:

      Liebe Solveig, was du beschreibst, sind schreckliche Szenen. Wer ein Kind in panische Angst versetzt und ihm die Liebe aufgrund eines banalen Verhaltens versagt, verübt Gewalt! Immer wieder höre ich, dass Menschen sagen, ihre Eltern seien schon sehr streng gewesen, meist begleitet von einem geknickten Gesichtsausdruck. Ich möchte dann immer fragen: Bist du sicher, dass du nicht Opfer von Gewalt warst? Aber das wäre in den meisten Fällen nicht gut. Also schweige ich und bin traurig darüber, wie wenig die Folgen von psychischer Misshandlung heutzutage bekannt und anerkannt sind. Jedes Kind muss Liebe erfahren! Ich wünsche dir alles Gute für deinen Weg raus aus der Angst! Herzliche Grüße von der Autorin dieses Gastbeitrags

    • Goldmund sagt:

      Wie schrecklich, Solveig! Ich hatte lange das Gefühl, Sklave meiner Eltern zu sein und kein Anrecht auf ein eigenes, selbstbestimmtes Leben zu haben. Trotzdem sind die Eltern unsere Herkunft. Wir tragen ihre Gene in uns…

      • Hannah sagt:

        Ach, aber die Gene sind ja nichts Schlimmes, Belastendes oder Verpflichtendes.
        Ich bin froh, dass meine Tochter verstanden hat, dass ihr Vater als liebenswertes Baby geboren wurde und es toll ist, dass sie so viele gute Eigenschaften von ihm hat. Sie hat verstanden, dass das, was sie von ihm auch immer geerbt hat, nur gut sein kann.

    • Hannah sagt:

      Hallo, Solveig,
      Mann, mir tut es ehrlich Leid, dass du etwas wie das erleben musstest. Dass du wütend wirst, ist aber toll. Sei ruhig wütend. Du hast das Recht dazu. Ich habe damals meiner Mutter (und da war sie auch schon seit tot) in Gedanken alles „an den Kopf geschimpft“ und ihr gesagt, wie sich eine Mutter eigentlich verhalten sollte und dass sie gar keine Mutter ist. Ich war oft so wütend. Und irgendwann fing sie an, nicht mehr so viel Raum in mir einzunehmen, und dann hab ich sie einfach aus mir ´rausgeschubst.

      Ich bin Agnostikerin, Solveig. Ich weiß nicht, ob es einen Himmel gibt, aber wenn, dann ist es garantiert so, dass die Seelen unserer Mütter ohne ihre Persönlichkeitsstörung dorthin geflogen sind. Wenn du also einen Brief schreiben würdest, ganz so, wie es gut für dich wäre, kann dir nichts passieren. Die Persönlichkeitsstörung unserer Mütter ist jetzt nicht mehr da.

  11. Sofia sagt:

    Liebe Frau Horumsberg Danke für diese mutigen und klaren Worte; sie sind Balsam für meine Seele. Wer als Kind physisch und psychisch missbraucht wurde, verweigert sich zu Recht, wenn im Alter nochmals „Sklavendienste“ von den narzisstischen Müttern eingefordert werden. Das wäre für mich trotz allem Mitgefühl dann das Einverständnis zu meiner totalen Selbstaufgabe und Erniedrigung gewesen, nur weil der biologische Abbauprozess auch vor dem Narzissten keinen Halt macht. Selbst als
    + 65-Rentnerin darf eine betroffene und fast ihr ganzes Leben benutzte und abgewertete Tochter endlich aufstehen und für ihre Würde eintreten und die hochbetagte narzisstische Mutter von professionellen Pflegediensten betreuen lassen.

    • Valerie Horumsberg sagt:

      „Sklavendienste“ – wie passend ist diese Formulierung, liebe Sofia! All das ist sicher nur zu verstehen, wenn man erlebt hat, was Sie und ich und viele andere erlebt haben. Wie gut, dass Sie für sich erkannt haben, wie Sie am besten für sich selbst einstehen können! Ich freue mich, dass meine Worte Ihnen so gut tun und wünsche für Sie alles Liebe und Gute!

  12. Kathrin Werres sagt:

    Liebe Frau Horumsberg,
    Ihr Beitrag ist ganz großartig. Ich wache erst jetzt mit Anfang 50 so langsam aus dem Albtraum des emotionalen Missbrauchs durch meine Mutter auf. Mein Weg zu einem „gesunden“ Leben wird noch lang sein.
    Aber meinen eigenen Kindern bin ich eine andere Mutter,trotz allem.
    Auch mir haben Bücher die Augen geöffnet, dass erste mal habe ich mich wiedergefunden und meine Emotionen und die grenzenlose Wut findet eine Erklärung.
    Ich habe als Konsequenz den Kontakt reduziert.
    Aber es wird auch von mir keine Pflegeleistung geben.

    Danke für Ihren schonungslosen Beitrag und alles gute auf Ihrem Weg, Kathrin Werres

    • Valerie Horumsberg sagt:

      Liebe Kathrin Werres, vielen herzlichen Dank für Ihren schönen Kommentar. Was kann es Wichtigeres geben, als sich nach derartiger Prägung dennoch aufzumachen, um eine gute Mutter zu sein? Viele schaffen das und ich freue mich für Sie und Ihre Kinder, dass Sie die Kraft und den Willen dazu gefunden haben. In meinen Augen ist das heldenhaft! Und ich bin überzeugt, dass die Schonungslosigkeit – wie Sie es so treffend formulieren – meines Beitrags extrem wichtig ist, um endlich aufzuzeigen, was es bedeutet, „nur“ emotional misshandelt worden zu sein. Alles Liebe und Gute für Sie und Ihre Kinder!

      • Kathrin Werres sagt:

        Liebe Frau Horumsberg,

        Danke, dass sie meinen Kommentar gelesen und sogar Stellung genommen haben.
        Das ist sehr freundlich von Ihnen.

        Mit herzlichen Grüßen, Kathrin Werres

        • Valerie Horumsberg sagt:

          Liebe Kathrin Werres, selbstverständlich gerne! Für Sie und all die anderen Leser/innen hier wurden meine Worte ja veröffentlicht! 🙂

  13. u. sagt:

    großartig! wie aus meinem herzen geschrieben! vielen dank fürs teilen!!!

  14. Simone sagt:

    Liebe Valerie, vielen Dank für deinen Artikel. Er hat sehr viel in mir ausgelöst. Vor allem diese leise Stimme in dir, die dir das Überleben gesichert hat, hat mich zu Tränen gerührt, denn auch in mir war wohl diese Stimme, die mich weiter angetrieben hat. Danke für deine Offenheit und Ehrlichkeit. Ja, man darf wütend sein auf Eltern, die einem, statt einen aus vollen Herzen zu lieben, zu unterstützen, zu schützen, so viel Leid zugefügt haben. Herzliche Grüße, Simone

    • Valerie Horumsberg sagt:

      Liebe Simone, herzlichen Dank für dein schönes Feedback. Es zeigt mir, dass es möglich ist, genau zu verstehen, was ich mit diesem Text ausdrücken wollte. Ja, ich halte die „Erlaubnis“, wütend zu sein und klare Schuldzuweisungen machen zu dürfen, für Kinder, wie ich eines war, für absolut entscheidend. Natürlich sollten danach noch andere Gefühle und Entwicklungsschritte folgen. Doch die Erkenntnis, dass die Eltern schlicht und einfach gewalttätig waren und das nicht hätte sein dürfen, legt in meinem Augen die Basis für jedes Darüberhinauswachsen. Alles Liebe und Gute für dich!

  15. Katinka sagt:

    „Das hast du falsch verstanden; du bist viel zu empfindlich; das war gar nicht so gemeint“; auf eine plötzliche Frage hatte auch ich keine Antwort parat: was weißt du überhaupt; null Unterstützung in der Schule geschweige denn menschlich, nur stets mit Geld…wochenlang allein zuhause, Madam war im Urlaub. War ich anderer Meinung, wurde ausgesperrt/geschwiegen. Sie war null reflektiert, noch heute nicht. Ich musste heranwachsend schnell in meine Unabhängigkeit, die innere Stimme hat auch mich voran geleitet. Neue Menschen, die mich berührten – ach, so fühlt sich das an, ist ja toll, dann versuch ich das auch mal…null Selbstbewusstsein, null Selbstwert, wo andere so viel mehr in mir sahen. Das Innere hat sich langsam nach außen gearbeitet, aber oft zu sehr in anderer Beurteilung (neg./pos.) wiedergefunden. Dank der inneren Anbindung, die ich aufgrund der Situation immer hatte, kann ich zufrieden auf meine Entwicklung mit Höhen und Tiefen zurück schauen und bin gespannt auf das weitere Leben (51 Jahre dabei)….Allen nur das Beste zur weiteren Entwicklung im L(i)eben!

    • Valerie Horumsberg sagt:

      Danke, Katinka, das wünsche ich dir auch! Wie schön, dass du dich in meinem Artikel finden kannst. Fremde Menschen können ungemein hilfreich sein, nicht wahr? Ich sehe, dir ging es ein wenig wie mir. Es ist möglich, da raus zu kommen – man darf nur nicht zu viel von sich selbst erwarten. Nach schlimmen Erfahrungen und Prägungen wird man nie so „normal“ sein wie die anderen. Aber das macht nichts, ein paar Macken sollen und dürfen gerne bleiben. Das macht uns Überlebende liebenswert 🙂 Alles Gute für dich von der Autorin des obigen Gastartikels!

      • Goldmund sagt:

        Liebe Valerie Horumsberg

        Bloss keine Selbstzerfleischung! Ich glaube, es gibt keine Menschen ohne Macken. Macken können uns auch interessant machen 😉

        Alles Gute!

    • Goldmund sagt:

      Liebe Katinka

      Genau das ist so schade. Durch den narzisstischen Missbrauch und das daraus resultierende Selbstvertrauen liegt so viel Potenzial brach! Es ist unsere Aufgabe, an uns zu arbeiten und das in uns liegende Potenzial zu entfalten und zu nutzen. Wir tragen die Verantwortung für unser Leben, und niemand sonst. Wir haben es in der Hand, etwas aus unserem Leben zu machen!

      LG

  16. Bevor ich die Artikel des Verfassers über Narzisstische Persönlichkeiten hier im Internet gelesen hatte, konnte ich diese Persönlichkeitesstörung nicht einordnen. Erst jetzt, und rückwirkend betrachtet, bin ich entsetzt, wie viele dergestalt strukturierte Menschen mir bis zur Stunde begegnet sind – überwiegend Männer! Ich glaube, dass dieser Zeitgeist der beste Nährboden für narzisstisch orientierte Persönlichkeiten sind. Dieser Zeitgeist mit seiner hemmungslosen Lust an der Selbstdarstellung und Demütigung des Anderen ist astrologisch gesehen eine Zwillingserscheinung. Wir müssen dem selbstbewusst und mit erhöhter Achtsamkeit entgegentreten.

    • Valerie Horumsberg sagt:

      Liebe Maedlaine, ich würde sagen, du hast etwas ganz Wesentliches über unseren Zeitgeist verstanden: Den sich ausbreitenden, salonfähig gewordenen Narzissmus. Narzissmus ist grundsätzlich sehr gesund. Ich selbst musste ihn mir mühsam aneignen, um daraus meine Überlebenskraft schöpfen zu können. Doch sobald er ein gewisses Maß überschritten hat und sich als eine die Persönlichkeit durchdringende Eigenschaft darstellt, schädigt er – so wie das bei meiner Mutter der Fall war. Wenn du Lust hast, schau einmal in dieses Video hinein: https://youtu.be/mZn7d3aqu0Y. Vielleicht kannst du ein paar Erkenntnise für dich entnehmen. Herzliche Grüße von der Autorin des obigen Gastbeitrags

      • Goldmund sagt:

        Das Problem ist, dass Narzissmus in Politik und Wirtschaft geradezu gefördert wird. Deshalb sind da, v.a. in oberen Chargen, auch viele Narzissten zu finden.

  17. Michael sagt:

    Wahnsinnig guter Artikel!
    Vielen Dank dafür!

    Könnte auch von mir sein, nur ging der Horror bei mir, da ich immer der Jüngste (und, weil ich musste, Schlaue) und Kleinste war, tagtäglich in der Schule weiter.
    Horror pur und ich kämpfe mich seit fast einem halben Jahrhundert ohne jegliches Vertrauen, fast ausnahmslos durch ein seelisches Schlachtfeld, welches sich ständig immer wieder selbst bestätigt, weil ich ja auch auf nichts anderes warte, weil ich nichts anderes als Missbrauch und Verrat gelernt habe. 🙁

    • Valerie Horumsberg sagt:

      Lieber Michael, danke für dein schönes Feedback. Ich freue mich, dass du dich in meinem Artikel entdecken kannst. Und ich verstehe dich sehr gut: Es ist enorm schwer, etwas anderes als Missgunst in der Umwelt zu erwarten, wenn das doch das Einzige ist, mit dem man umzugehen gelernt hat. Hab bitte Verständnis für dich. Dein Verhalten ist nichts als eine gesunde Selbstschutzreaktion auf eine negative Umwelt. Tatsächlich bist du ein Held! Alles Liebe und Gute für dich!

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