Monolog mit meiner Mutter

Ein Gastbeitrag von Valerie Horumsberg

Valerie Horumsberg ist die Tochter einer Mutter mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung. Sie war Opfer von psychischem Missbrauch und emotionaler Vernachlässigung. In einem Moment der Wut kumulieren ihre Emotionen von Jahrzehnten – und münden in eine eindrucksvolle Unterredung mit einer Mutter, die nicht zuhört.

Bild: © SplitShire-2573

Was glaubst du eigentlich, wer du bist? Rufst hier an, hast ein Problem, heulst mir was vor, und behauptest, ich müsse dir helfen. Warum sollte ich das tun? Du glaubst nicht wirklich, auf diese Art zu bekommen, was du mir nie gegeben hast: Hilfe, wenn man nicht mehr weiter kann?

Du hast mich, obwohl du meine Mutter bist und mich hättest lieben sollen, schwer verletzt, immer wieder, jeden Tag aufs Neue, von Anfang an und ohne große Pause. Du hast mich zutiefst gedemütigt, mich mit chronisch kranker Seele in ein Leben geschickt, das du mir nicht geschenkt, sondern aufgebürdet hast. Ein Leben, das ich trotz der enormen Schwierigkeiten, mit denen ich zu kämpfen hatte, selbständig bewältigt habe. Weil ich stark wurde.

Überleben

So oft musste ich den Dreck fressen, den du mir mit auf den Weg gegeben hast. Doch ich habe überlebt. Weil ich leben wollte. Deine Quälereien haben in mir den Teil stark gemacht, der kämpfen kann, ums Überleben kämpfen kann. Obwohl ich innen drin ein Häufchen Elend war, das Elend, das du in mich hineingepflanzt hast. Deine böse Saat ist nicht aufgegangen.

Ich hatte die Kraft, die Wahrheit anzusehen, mich durch das widerliche Labyrinth meiner Kindheit und Jugend zu arbeiten, zu erkennen, wie grausam meine Eltern sind, wie psychisch krank meine Herkunftsfamilie ist. Danach habe ich das schadhafte Betriebssystem, das du, mit der Unterstützung deines Mannes, bei mir installiert hast, repariert. Ich habe die ganze vervirte Software runtergeschmissen und durch gute ersetzt. Es hat lange gedauert. Verdammt lange.

Erst heute, mit über 50 Jahren, weiß ich, wie Liebe geht. Heute habe ich eine Familie. Eine richtige Familie, in der einer den anderen unterstützt, statt sich gegenseitig zu hassen und kaputt zu machen. Ich lebe in einem Haus der Liebe. Dass ich das kann, hat mich Jahrzehnte gekostet. Zu lernen, zu vertrauen, war die größte Herausforderung, der ich mich je zu stellen hatte.

Und jetzt findest du, ich müsse dir helfen?

Deine Unersättlichkeit

Was du meinst, ist: Ich soll dein Problem lösen, die Verantwortung für dein Wohlergehen übernehmen, die Last deines Lebens und der Sorgen auf meine Schultern übertragen, all deine narzisstischen Bedürfnisse erfüllen. So, wie ich es immer schon zu tun hatte, als kleines Kind, als Säugling, als Dreijährige, als Zehnjährige, als Vierzehnjährige, als Dreißigjährige.

Sicher bist du auch überzeugt, es sei meine Schuld, dass du jetzt allein dastehst und für die Pflege deines Mannes verantwortlich bist. Für die Pflege des Mannes, der mein Vater ist, und der dich, so psychisch krank und mich beschädigend, wie du warst, konsequent in Schutz genommen hat. Der nie etwas getan hat, dich, die Grande Dame des mütterlichen Sadismus, davon abzuhalten, mich zu quälen. Er hat stets behauptet, du würdest mich lieben, und auch er würde mich lieben.

Doch auch er hat mich erniedrigt. Er hat mich fotografiert, nackt, als Achtjährige, und es seinen Freunden gezeigt. Ich hatte ihn mehrfach gebeten, es nicht zu tun. Es hat ihn nicht interessiert. Er hat auch nichts tuend weggesehen, als sein Freund und Kollege mich über Jahre hinweg sexuell missbraucht hat. Rein gar nichts hat er getan, zu meinem Schutz. Obwohl es ein Leichtes gewesen wäre, zu sehen, was jeder liebende Vater gesehen hätte.

Gemeinsame Sache

Dieser Mann, den du jetzt zu pflegen hast, hat dafür gesorgt, dass du dein krankes Werk an mir verrichten konntest. Du konntest mich ungestört kleinmachen, verletzen, kaputtmachen, mir die Selbstachtung nehmen, bevor die auch nur keimen konnte. Du konntest mich ungehindert lehren, dass ich für alles und jedes die Schuld zu tragen hatte, und, das war ja so wichtig, dass ich nichts, aber auch rein gar nichts richtig machen konnte, egal wie sehr ich mich anstrengte.

Dein Mann, mein Vater, hat mir den Schutz verweigert, mit dem er dich hätte bloßstellen müssen. Also kümmere dich jetzt um ihn. Er hat es verdient, dieser kniefällige Despot. Dafür, dass du über alles die Macht hattest und nie in dein dunkles Inneres schauen musstest. So wie ich es tun musste. Mein Leben lang. Weil ich niemanden hatte, der mich finanziert, der mich freigehalten hätte von den Herausforderungen eines eigenständigen Lebens.

Du hast mit ihm gemeinsame Sache gemacht, gegen das Kind, das ihr gezeugt und in die Welt geschickt habt. Gegen das Kind, das ihr hättet lieben können, wenn ihr euch nur dafür entschieden hättet. Doch ihr habt euch gegen mich entschieden.

Ihr habt stattdessen eure kranken Seelen gepflegt, ihnen größtmöglichen Raum gegeben, damit sie bestmöglich gedeihen konnten. Ich war diejenige, die das ausbaden musste. Darum werde ich dir, der Pflegenden, und auch ihm, dem Kranken, ganz sicher nicht helfen.

Ohne mich

Das kannst du jetzt ausbaden. Alleine. Ohne mich. Deine Nachricht auf meiner Mailbox wird unbeantwortet bleiben. Hilf dir selbst. Geld ist sicher genug da. Lerne, so stark zu sein, wie ich es sein musste, seit ich geboren wurde, als ich zu begreifen hatte, dass ich von Menschen abhängig bin, denen es gut ging, sobald sie meine Seele wahlweise vernachlässigten oder misshandelten.

Ich musste Jahrzehnte leben, ohne zu wissen, was Liebe tatsächlich ist, wie respektvoller Umgang sich anfühlt. Ich musste mühsam lernen, wie es geht, nicht angstvoll zu sein, wenn Menschen anwesend sind, wie es möglich ist, nicht ununterbrochen im Überlebensmodus zu existieren, und nicht ständig auf der Hut zu sein, weil irgendwo ein Angriff auf mein Sein lauern könnte.

Ich musste Jahrzehnte überleben, um zu begreifen, wie es ist, zu leben!

Du wirst nicht wissen wollen, wie ich das geschafft habe. Ich sage es dir trotzdem: In meinem Inneren sitzt eine Stimme, die selbst du nicht kaputt gekriegt hast. Sie hat mich immer aufgefordert, meinen Weg zu finden und dabei geduldig zu sein. Sie war klein und kaum hörbar, als ich ein Kind war, doch sie ist mit mir gewachsen. Und sie hat mich klug und mutig gemacht.

Klug und mutig

Sie war dein Gegenspieler, immer dann, wenn etwas abwich von dem, was du mich glauben lassen wolltest. Sie ließ mich anderen Menschen zuhören, und nachdenken, über die himmelschreienden Unterschiede zwischen deren und deinen Wahrheiten. Ich habe gelernt, ihr als Indikator zu vertrauen, in allen Momenten, in denen etwas nicht stimmig daherkommt.

Zum Beispiel damals, als die Lehrerin meinen Einser-Aufsatz der ganzen Klasse vorlas. Noch während ich vor entsetzter Scham im Boden versank, schob sich eine Frage inmitten meine Aufregung: Wie kann das sein, bin ich denn nicht dumm?

Oder als ich in der S-Bahn diese fremde Mutter sah, ihre kleine Tochter im Arm haltend, beide voller Zärtlichkeit miteinander verbunden, leise darüber plaudernd, wer sich welches Essen zur Abendzeit wünschte. Ich saß daneben und kämpfte still mit den Tränen. In mir drin, da tobte es: So viel Vertrauen kann da sein, zwischen einer Mutter und ihrer Tochter?

Und auch, als der Vater einer Mitschülerin aufmerksam der Erzählung seiner Tochter folgte, um ihr sodann zu sagen, wie sehr er sie bewundere, für den Mut, den sie in der Schule mit einem berechtigten Widerwort bewiesen hatte, war es die Stimme in meinem Inneren, die mich auf den Gedanken kommen ließ: Es gibt Väter, die ihre Töchter unterstützen?

Sogar, als der Model-Scout mich auf offener Straße ansprach. Reflexhaft wehrte ich ab, doch sofort tauchte neue Skepsis auf: Warum hat der das gemacht, bin ich denn nicht hässlich?

Die Stimme war auch da, als ich beruflich Fuß zu fassen versuchte, was schwer genug war, mit geringem Selbstbewusstsein. Doch sie half mir, die förderlichen Vorgesetzten und Chancen herauszupicken. Sie half mir, jede Niederlage als Lehre zu verwerten, statt mit der Nase im Dreck klein beizugeben.

Und sie war immer da, wenn Menschen in mein Leben kamen, um mir Freundschaft, gar Liebe anzutragen, obwohl ich beides, deiner Aussage nach, nicht verdient hatte. Und trotzdem ich lange nicht mit positiv an mich gerichteten Gefühlen umzugehen wusste, forderte die Stimme in meinem Inneren mich auf, dranzubleiben, denn: Könnte es sein, dass auch ich das wert bin?

Endlich Gewissheit

Die notwendigen Antworten habe ich in Büchern gefunden. Allen voran in dem Buch einer Psychotherapeutin, die es als eine der ersten wagte, emotionale und seelische Gewalt zum alleinigen Thema zu machen. Denn es war nie deine Hand, die mich verletzt hat, es waren immer deine Worte, deine Blicke, deine Abscheu, dein Hass in allem, was du getan und gesagt hast.

Traumatisierung gab es bis dahin lediglich im Zusammenhang mit Kriegen, Katastrophen und drastischer körperlicher Gewalt. Für mich war dieses Buch eine Offenbarung. Es war der lang gesuchte Beweis für den immensen Schaden, den du angerichtet hast. Es war die Absolution für die beständig gärende Wut auf dich. Es war die Erlösung, mein Weg zur Heilung war damit frei.

Dennoch hat es viele Jahre gedauert, bis ich es riskieren konnte, durchgängig an mich zu glauben und meiner eigenen Wahrnehmung zu vertrauen. Ich musste mich selbst immer wieder aufs Neue bearbeiten, um all die destruktiven Verhaltens- und Denkmuster zu überwinden. Ich musste dich besiegen, in mir. Dein Damoklesschwert schwebte noch lange über meiner Existenz.

Mein Weg

Nach unendlich vielen Rückschlägen, konnte ich irgendwann tatsächlich herausfinden, woran ehrliche und wohlwollende Menschen zu erkennen sind, und wie ich selbst genau das sein konnte. Die Tränen, die ich auf diesem Weg vergossen habe, wirst du niemals willens sein, zu ermessen.

Du hast mir nie zugehört. Du hast mich nie um Verzeihung gebeten. Vor vielen Jahren habe ich euch verlassen, nachdem ich endlich begriffen hatte, wie hoffnungslos es ist, auf eure Liebe zu warten – und wie fähig ich bin, mich selbst zu retten.

Und jetzt bist du es, die alleine ist. So wie ich es immer war. Doch das ist in Ordnung so. Es ist dein Leben. Und das kümmert mich nicht mehr.


E-Book: Die narzisstische Mutter

Beschreibung der Verhaltensweisen einer narzisstischen Mutter und praktische Hilfen zur emotionalen Befreiung von und zum Umgang mit der narzisstischen Mutter (inkl. einer geführten Mediation als MP3-Datei)

Mehr Informationen über das E-Book


Veröffentlicht in Blog, Erfahrungsberichte
128 Kommentare zu “Monolog mit meiner Mutter
  1. Liebe Leser und Kommentatoren,
    da die Diskussion zu diesem Beitrag offenbar eine unerfreuliche Entwicklung genommen hat und Beteiligten es zur Zeit nicht mehr möglich erscheint, auf die Ebene der Sachlichkeit zurückzukehren, sperre ich nun vorerst die Kommentarfunktion für diesen Beitrag und hoffe, dass bei zukünftigen Beiträgen wieder ein konstruktiver und respektvoller Austausch stattfindet. Es darf durchaus kontrovers diskutiert werden, solange jeder seine Meinung auf sachliche Weise äußert. Dabei sollte eine Toleranz gegenüber Andersdenkenden gezeigt werden, indem man den anderen nicht versucht zu bekämpfen, sondern sich bemüht, ihn zu verstehen und ggf. den eigenen Standpunkt als Gegendarstellung sachlich erläutert.
    Herzliche Grüße an alle!
    Sven Grüttefien

  2. Anstand sagt:

    @Herr Grüttefien,
    schon wieder wird hier ein menschenfreundlicher, kluger Andersdenkender wie Friderike als Troll diffamiert. Meinungsdiktatur und extrem schräger, respektloser Umgang dürfte wohl auch nicht in Ihrem Sinne sein.
    Silv hat sich beispielsweise noch immer nicht für Ihre Verleumdungen entschuldigt.
    Hier zur Rechtslage:
    Eine Persönlichkeitsrechtsverletzung kann beispielsweise darin bestehen, dass der sich äußernde Nutzer den Betroffenen in strafbarer Weise beleidigt (§ 185 StGB), übel nachgeredet (§ 186 StGB) oder verleumdet hat (§ 187 StGB) .
    Ebenso kann die Persönlichkeitsrechtsverletzung durch Äußerung von sog. Schmähkritik – also einer Meinungsäußerung, die nicht sachlich ist, sondern vor allem die Herabsetzung der anderen Person zum Ziel hat – oder durch unwahre Tatsachenbehauptungen entstanden sein.
    Zwar sind die Betreiber von Blogs nicht die Täter der Rechtsverletzung. Sie haben jedoch willentlich und adäquat-kausal zur Beeinträchtigung des Persönlichkeitsrechts des Betroffenen beigetragen und sind somit als Störer anzusehen. Sie haften dann auf Beseitigung und Unterlassung (Löschung) der rechtsverletzenden Äußerungen analog § 1004 Absatz 1 Satz 2 BGB in Verbindung mit § 823 Absatz 1 BGB, wenn sie zumutbare Prüfpflichten verletzt haben (so der BGH, Urteil vom 25.10.2011, Az. VI ZR 93/10 zu der sog. „Störerhaftung“). Dabei gilt: sie müssen die in ihren Foren und Blogs gespeicherten Beiträge nicht (vorab) auf Rechtsverletzungen überprüfen; jedoch müssen sie dann tätig werden, wenn sie Kenntnis von der Persönlichkeitsrechtsverletzung erlangt haben.

    • Lise1 sagt:

      Also ehrlich, mir tut jeder Forenbetreiber leid, hier besonders Herr Güttefien. Da will er mit anderen gemeinsam helfen. Aber der Kindergarten von Usern, die trotz Anonymität hier fast mit dem Anwalt wegen winken, machend viel seriöse Arbeit zunichte.

      Die Artikel sind mit viel Mühe und viel Wissen erstellt worden.

      Ich entschuldige mich in aller Form bei Ihnen, Herr Güttefien für den
      Stress, den ich als Einzelne und als Bestandteil der Gruppe verursacht habe. Auch ich werde mich zurückziehen, weil sich mir nicht die Frage stellt, ob man dies oder jenes darf, sondern die Frage, ob es mir das wert ist, einen kompetenten Forenbetreiber bis an die Grenze zu treiben für Dinge für die er nichts kann.

      Und an die beleidigen Seelen appelliere ich, die Dinge unter sich zu klären und und nicht so hilflos zu tun und höhere Mächte in Form eines Forenbetreibers für ihre selbst ganz einfach lösbaren Problemchen einzuspannen.

  3. Friderike sagt:

    Ich habe eben noch etwas nicht geschrieben:Narzissmus hin oder her… auch von einem Menschen mit einer narzisstischen Störung kann man lernen. Ich hatte das GLÜCK, dass einige dieser schwierigen Menschen meinen Lebensweg kreuzten oder zum Teil auch begleiteten.
    Es war nicht immer leicht, manchmal kam ich an meine Grenzen… es gab Tage, an denen ich an der Liebe zweifelte. Der Tatsache, dass ich nie vergaß, dass meine Augen vorne sind und ich also dafür beschaffen bin, nach vorne zu sehen, habe ich zu verdanken, dass ich IMMER in der Auseinandersetzung mit narzisstischen Menschen wachsen durfte und dann dadurch in mir selbst Liebe wachsen konnte. Dafür bin ich allen Beteiligten dankbar.

    • Valerie Horumsberg sagt:

      Cool, Friderike! Jetzt hast du doch verstanden, was ich geschrieben habe. Dass man dran wachsen kann und so. Aber weißt du, was mir auffällt? Du magst Wut nicht. Und du hattest offenbar überdurchschnittlich oft Kontakt mit narzisstischen Menschen. Ich verrat dir was: Das hängt zusammen. Viel Erfolg wünscht dir die unreife Autorin. *ironieoff* Beste Grüße, Valerie

      • Friderike sagt:

        Na, Ihre Kommentare, sehr geehrte Autorin, klingen jetzt aber doch ein wenig nach Kränkung. Darf es denn eine Meinung geben, die unterschiedlich zu der Ihren ist? Ist das Abwerten einer anderen Haltung für Sie das Mittel der Wahl für Kommunikation? Schade!

  4. Friderike sagt:

    traurig ist es, wenn ein Erwachsener bzw. jemand. der glaubt erwachsen zu sein, mit derartiger Wut Wortschwälle losläßt und nix Gutes mehr an seinem eigenen Leben in der Kindheit läßt, was die Mutter betrifft. Das ist echt fürchterliche Energie – zum Fürchten. Da kann wohl kaum einer glauben, dass hier am Thema LIEBE gearbeitet wurde…. Mit Liebe geschreiben klingt eine solche Schilderung aber anders!- selbst dann, wenn die Mutterqualitäten nicht angenehm waren!

    • Valerie Horumsberg sagt:

      Liebe Friderike, Mutterqualitäten, die „nicht angenehm waren“, sind nicht Inhalt meines Textes. Deine Urteil ist verfehlt, weil du offenbar den Kern des Themas und der Situation, die beschrieben wird, nicht erfassen konntest. Viele Grüße von der Autorin

      • Lise1 sagt:

        Ich meinte nicht „verborgene“, sondern verbogene Auffassung vom Liebesgefühl. Das muss hinterfragt werden, was in manchen Familien, Religionen oder sonstigen Gruppen darunter verstanden wird, und was es wirklich wäre, wenn der Begriff nicht so zur Manipulation missbraucht worden wäre

    • Lise1 sagt:

      @Friederike,
      das Stockholm-Syndrom oder Abhängigkeit von Űbergeordneten Persönlichkeiten in allen Varianten und das „mit Liebe bedecken“ von Missbrauch ist aber keine Liebe!

      Niemand muss Menschen lieben, bei denen es ums eigene Überleben ging, leider wird das oft erwartet, von Menschen die nicht wissen, was geschah

      Wer so aufwuchs, dem wurde verwischt, was Liebe wirklich ist. Da wird das dann verwechselt mit anderen Gefühlen. Fatal für heilende Beziehungen zu Eltern, Partnern oder Kindern.

      Wirklich an Liebe arbeiten sieht ganz anders aus. Dazu muss man den von Misshandlern ererbten Begriff mal sehr intensiv hinterfragen. Sonst wendet man das verborgene Gefühl auf alle Beziehungen an und wundert sich, dass man immer neu verletzt wird oder verliert den Glauben an die Menschen. Das ist erstmal lieblos!

      Und manchmal ist es auch so, dass wirklich jede Liebe kaputt gemacht wurde, das wurde unwiederbringlich gestohlen und kann wenn man Glück hat durch gute Psychotherapie aushatlbar werden. Kein Grund, mit erhobenen Augenbrauen vorzuwerfen, nicht genug an der Liebe gearbeitet zu haben. Das ist doppelzüngig und paradox (weil lieblos und wieder mal vom Heiligen zum Sünder gesprochen).

  5. Valerie Horumsberg sagt:

    Du meine Güte, was ist denn hier los. Liebe positive Teilnehmer der Diskussion hier. Hier haben sich eindeutig ein paar Trolle breitgemacht. Die können einem echt den Tag vermiesen. „Das Trollen ist für den Autor ein Spiel, in welchem das einzige Ziel das Erregen von möglichst erbosten und unsachlichen Antworten ist“ (Judith Donath). Trolle gehören in Communities gesperrt. Bitte lasst euch nicht für Troll-Zwecke missbrauchen, indem ihr auf provokante und grenzüberschreitende Kommentare eingeht. Damals, bei den Eltern, hattet ihr keine Wahl. Heute habt ihr eine. Geltende Verhaltensregeln lauten im Netz: Ihr könnt ÜBER den Troll reden, aber solltet nicht MIT ihm reden. Oder ihr ignoriert ihn einfach 😉

    • Valerie Horumsberg sagt:

      PS: Ich fand die lebhaften, zuweilen auch kontroversen Diskussionen hier ansonsten prima. Lasst euch nicht dreinreden!

    • Lise1 sagt:

      Sorry!

      • Valerie Horumsberg sagt:

        Liebe Lise1, du hast in meinen Augen kontrovers diskutiert, aber nicht getrollt. Ersteres ist gut, Letzteres will nur jede gute Diskussionen schädigen. Von dir ist kein Sorry erforderlich, finde ich. Viele Grüße!

  6. Anstand sagt:

    @Grüttefien
    Wieso lassen Sie das zu, dass eine Silv hier Andersdenkende als Trolle beschimpft?!

    „Ach @ Friedel wieder. Und wieder mit Trollkommentaren.“

    Ein Minimum an Psychohygiene sollte schon vorhanden sein auf einem Psychoblog. Es ist Ihre Aufgabe, dafür zu sorgen.

    Auch auf mich wirken die Kommentare von Lise unreif und verbittert. Der durchgängie Tenor ist: die Eltern sind an meinem verpfuschten Leben schuld.

    • Hannah sagt:

      Anstand, weiß Laotse von Ihrem Kommentar?

      • Hannah sagt:

        p.s. 🙂
        Wissen Sie was, „Anstand“? Ich habe in meinem Leben die Menschen kennen gelernt, die Dinge sagen wie „es sind immer zwei an etwas Schuld“ oder „immer auf die Eltern schieben“ etcetera, und die, die so etwas nie sagen würden.
        Ich kann Ihnen nicht sagen, wie müde ich dieser Art zu denken bin.

        Spontan kann ich Ihnen das zu diesem Blog sagen: um Schuld geht es hier nicht. Die, die sich mit der Narzisstischen Persönlichkeitsstörung ihrer Eltern oder Partner auseinander gesetzt haben, haben garantiert von ihrem Psychotherapeuten irgendwann einmal dies erklärt bekommen: Es geht nicht um Schuld. Schuld hat jemand, der etwas bewusst mit bösartiger Intention initiiert hat zum Schaden eines anderen. Wenn wir alle unsere Familien einschließlich uns durchleuchtet haben, haben wir alle erklärt bekommen, dass es nicht um Schuld geht, sondern um Strukturen, in denen agiert und reagiert wird.
        Und das Beste kommt jetzt: der Grund, warum Menschen wie wir überhaupt das Thema Schuld in einer Therapie angesprochen haben, ist der, dass wir selbst sofort alle Verantwortung und Schuld immer auf uns genommen haben und lange noch nehmen, nachdem wir schon alles verstanden hatten. Ich könnte Stein und Bein schwören, ohne dass ich hier jemanden kenne, dass es in keiner Therapie jemals darum ging, dass jemand mit einem narzisstischen Elternteil oder Partner da sitzt und sagt „meine Eltern haben mein Leben verpfuscht“ oder „mein Partner hat an allem Schuld“.

        Ich gehe davon aus, dass manche Menschen, die hier gepostet haben und nach Hilfe suchen, noch jung sind. Wenn diese jungen Menschen zum Beispiel noch in einem Schuldgefühl gefangen sind dem narzisstischen Elternteil gegenüber, oder wenn sie noch gequält werden von dem kranken Elternteil, dann ist es meiner Meinung nach fahrlässig, überhaupt auch nur ansatzweise zu erwähnen, dass wir etwas von unseren Eltern in uns tragen. Es gibt eine Phase während des ganzen Distanzierens vom Narzissten und des Findens der eigenen Identität, da denkt man, dass man nichts, absolut nichts von seinem kranken Elternteil haben will, dass man ihm oder ihr nicht ähnlich sein will, nicht so klingen will … gar nichts. Und man will keine Verbindung haben, von der man denkt, all die schlechten Mechanismen hören nie auf. (Das ändert sich später alles, und dann verschwinden solche Gedanken für immer.)
        Wie schrecklich muss es dann sein, darauf hingewiesen zu werden, dass Eltern unsere Herkunft sind und wir ihre Gene in uns tragen. Es ist super, dass Menschen, die sich sofort schuldig den Eltern gegenüber fühlen, wenn sie so etwas lesen, dann auch Kommentare wie Lises sehen, denn dann relativiert sich sofort alles.
        Ich finde es unsensibel, in einem Blog über das Loslösen von der narzisstischen Mutter überhaupt auch nur einen Hauch davon zu finden, der die Persönlichkeitsentwicklung einschränken könnte.

        Menschen, die denken, es geht darum, den Eltern die Schuld an etwas zu geben, haben entweder gar nicht verstanden, worum es geht, oder sie haben keine andere Möglichkeit Dinge so zu sehen, weil sie nicht zuhören. Oder sie schwimmen noch in der Realität ihrer Eltern herum. Oder vielleicht sind sie auch gar nicht tatsächlich betroffen.

        Sie, Anstand, lesen diesen Blog also so, dass er dauernd bestätigt „Eltern haben mein Leben verpfuscht“. Warum? Fühlen Sie sich, als müssten Sie „Eltern“ verteidigen? Warum? Können die denn nicht für sich selbst sorgen? Stehen Ihre Eltern hier stellvertretend für alle Eltern?

        • Anstand sagt:

          @Hannah
          „Wie schrecklich muss es dann sein, darauf hingewiesen zu werden, dass Eltern unsere Herkunft sind und wir ihre Gene in uns tragen.“

          Wer seine Kindheit verarbeitet hat, kann den obigen Tatsachen gelassen entgegensehen. Das bedeutet Heilung für mich.

          Ein reifer Erwachsener akzeptiert irgendwann einmal die Kindheit – egal wie traurig sie war – als Teil seiner Biographie und richtet seine Ressourcen in die Zukunft.

        • Friedel sagt:

          @Hannah,

          auch nach mehrmaligem Lesen ist es mir im Kommentar von Anstand nicht gelungen das Wort „Schuld“ herauszulesen.

          Persönlich würde ich nicht davon ausgehen, dass viele Menschen, die hier posten noch jung sind. Vielmehr stellt sich mir dar, dass viele Kommentatoren eine Vielzahl von Lebensjahren hinter sich haben.

          Manche Blogbeiträge sind nahezu genial zur Verdeutlichung in der Antwort zum Inhalt des eigentlichen Kommentars sich auf eine vollkommen andere Ebene der eigenen Interpretation und Ablenkung zu begeben.

          Und die Fragen die daraus entstanden sind…..“Fühlen Sie sich, als müssten sie „Eltern“ verteidigen? Warum? Können die denn nicht für sich selbst sorgen?

          Gerne nehme ich Hilfestellung in Anspruch und lasse mich abholen….
          Woraus begründen sich diese Fragen aus dem Kommentar von Anstand?

          Zitat:
          Wie schrecklich muss es dann sein, darauf hingewiesen zu werden, dass Eltern unsere Herkunft sind und wir ihre Gene in uns tragen. Es ist super, dass Menschen, die sich sofort schuldig den Eltern gegenüber fühlen, wenn sie so etwas lesen, dann auch Kommentare wie Lises sehen, denn dann relativiert sich sofort alles.

          Empfinde ich überhaupt nicht so. Ebenfalls empfinde ich nicht, die Entstehung grundsätzlich rein auf einen Biochemischen Prozeß zu begrenzen ist.

          Schrecklich empfinde ich meine Herkunft und Gene doch nur, wenn es nicht gelungen ist, sich im Rahmen der eigenen Erkenntnisse, Klarheit und infolge Entwicklung gelingt oder gelungen ist sich von der „Behandlung“ durch die Eltern zu befreien und zu distanzieren und emotional dieses Band und Bürde zu kappen.

          • Hannah sagt:

            Hallo, Friedel,
            diese Fragen nach den Eltern habe ich gestellt, weil ich denke, dass Anstand vorher unter dem Namen Goldmund gepostet hat. Wenn ich mich irre, gehen meine Fragen an zwei Personen ins Leere und nicht wie bisher an eine. Das macht aber auch nichts. Ich gehe sowieso. Es ist einfacher mit Menschen, wenn sie einem persönlich gegenüber stehen oder sitzen :-).

            Anstand sprach vom Tenor dieses Blogs, der angeblich war „dass die Eltern das Leben verpfuscht haben“. Das heißt für mich, Anstand kritisiert, dass den Eltern die Verantwortung oder Schuld gegeben wird daran, wie das Leben der Postenden hier ist oder war. Daraufhin habe ich erklärt, dass es nicht um Schuld geht.

            Ihr letzter Absatz „Schrecklich empfinde …“ Ja, genau. Das ist das, was ich auch meinte. Ich meine, man muss ein bisschen gucken, wie weit Menschen sind, die die Erfahrung gemacht haben und machen, die wir gemacht haben. Die, die noch nicht so weit sind – ich glaube, für diejenigen ist es nicht gut, immer wieder gesagt zu bekommen, dass die Eltern etwas sind, das wir genetisch in uns tragen. Später ist das überhaupt nicht schlimm oder spielt keine Rolle mehr, und man denkt sogar mit einem guten Gefühl an geerbte Eigenschaften.
            Aber wenn man ganz klar lesen kann, dass jemand noch viel Zeit braucht, dann muss man ihn mit so etwas in Ruhe lassen. Und wenn man denjenigen nicht in Ruhe lässt, stimmt etwas nicht mit demjenigen, der nicht aufhört.

          • Lise1 sagt:

            Liebe Friedel, du hast das Wort Schuld nach mehrmaligem Durchlesen in dem Text von Anstand ncht gefunden.

            Ich habe es dir mla hierher kopiert.:Zitat Anstand „Der durchgängie Tenor ist: die Eltern sind an meinem verpfuschten Leben schuld.“

            Bitteschön!

            (Aber es stimmt insoweit, dass i c h das nie so geschrieben habe und ich auch finde und immer wieder betone, dass wir ab 18 erwachsen sind und dem Verlorenen oder Weggenommenen etwas Neues, Eigenes gegenüberstellen können und somit ein sehr sinnvolles Leben führen können. Unabhängig davon kann man sich von den Eltern emanzipieren, wenn man nicht das Leben der Eltern leben will. Zumndest in der Jungend will man nicht das Leben de Eltern leben, da kann es natürlich später doch passieren, dass der Rest eingeebnet wird und man es dann doch tut. Jedem selbst überlassen)

          • Silv sagt:

            @Friedel: vllt sind sie auch ‚ Anstand’….
            Nach kontroversen Äußerungen ihrerseits auf Beiträge der User erscheinen stets ‚ neue unbekannte‘ User, die sie unterstützen indem sie ihre/die gleiche Haltung vertreten.
            Warum meinen sie hier im Forum unter mehreren Nicks schreiben zu müssen? Fiel auch schon in anderen Beiträgen auf.

          • Silv sagt:

            Sehr geehrter Hr. Grüttefien,
            Ich verabschiede mich jetzt aus diesem Forum.
            Einige User scheinen auch hier narzisstische Eigenschaften, tlw ggfs unter mehreten Nicks ‚austoben‘ zu wollen. Da nennt ein User ‚ Friedel‘ die Nicks ‚Anstand‘ und ‚Goldmund‘, die sie garnicht wäre. Letztere war zuvor von meiner Seite garnicht im Gespräch.Vllt sind aber auch alle 3 im RL befreundet und werfen sich hier die Bälle zu. Es ist einfach zu offensichtich.
            Machen Sie hiet bitte weiter, ihre Beiträge sind mit Gold nicht aufzuwiegen.

    • Hallo Anstand,
      ich gebe Ihnen Recht: Eine gewisse Überprüfung der Kommentare sollte erfolgen, damit der gegenseitige Respekt erhalten bleibt. Im Zweifel ist es natürlich immer schwer und unterliegt immer auch einer subjektiven Bewertung, was noch als akzeptabel oder bereits grenzüberschreitet anzusehen ist.

      • Friedel sagt:

        Hallo Sven,

        unter Bezugnahme der letzten beiden Einträge von Silv und Unterstellung hier unter verschiedenen Namen zu posten- im Umkehrschluss mir angeblich meine eigenen Bestätigungen zu posten- bitte ich Dich nunmehr diese zu prüfen. Mittlerweile und auch, insbesondere unter Berücksichtigung der Attaken gegen eine Teilnehmerin zum Newsletter „Man ist ihm keine Antwort wert“ gehen auch mir diese bezogenen Kommentare zu weit.

        Vielen Dank!

      • Friedel sagt:

        Hallo Silv,

        gerne erkläre ich Ihnen das. Gemäß Kommentar von Hannah v. 12.07., 22.09 Uhr wurde hier die Vermutung geäußert, dass „Anstand“ vorher unter „Goldmund“ gepostet hätte. Nachfolgend Sie mir unterstellen mittels mehrerer Pseudonyme, von Ihnen erwähnt „Anstand“, zu schreiben.

        Bei mir ist zumindest der Eindruck entstanden, dass es nahezu ausgeschlossen erscheint zu jeweiligen Themen andere Meinungen zu vertreten, und zwar nicht nur von einer Person sondern auch von mehreren.

        • Silv sagt:

          @Friedel wie so oft: der Ton macht die Musik. Man sollte nicht versuchen, Jemanden durch Abwerten von der eigenen Meinung zu überzeugen.
          Zitate heraus zu suchen, ist mir zu aufwendig und nicht zielführend.Letztendlich hat aber Jeder einen Grund, sich in solch einem Forum aufzuhalten.

    • Lise1 sagt:

      Mein Leben ist nicht verpfuscht und ich bin schon lange keine Opfer mehr!
      Dazu war nötig, dass ich das Abwehrverhalten:“Idendifikation mit dem Täter“ (Stockholmsyndrom, Rechtfertigung des Täterverhaltens oder Kleinreden des Täterverhaltens, Lächerlichmachen des eigenen Leids oder Verdrängen des eignen Leids, um dieses frühe Dogam nicht unter Schmerzen aufgeben zu müssen. Ist hier verkürzt dargestellt. Mehr dazu könnten sie in einer Therapie zum eignen Selbstwert bzw dessen Störung erfahren)aufgebe. Und es nerv mich, wenn ich dem salbungsvollen , aufenwischenden Gerede immer und immer wieder begegne während diese Schreiber sich wundern, dass sie immer noch alten Beziehungen hinterhertrauern oder die nicht rauskommen. Da steckt genau das dieses erlernte und eingewachsene Verhalten drin.

      Ich verstehe auch, warum es so schewr ist, das sein zu lassen, habe dazu jahrzehnte gebracut, aber als der Knoten geplatzt war, konnte ich alles, was da an Folgeschäden war in den Griff bekommen.

      Es wird mir untergejubelt, dass ich behaupte, dass die Eltern an meinem verpfuschten Leben schuld sind, denn es sit nicht verpfuscht, hätte aber passiern können, dass ich bis zum Tod in toxischen Beziehungen geblieben wäre, wenn mir die mechanismen nicht klar geworden wären. Ich brauchte nur leider bis fast 60, dass ich erwachsen werden durfte und mich von den Eltern emanzipieren konnte.
      Das Festhalten an der Verehrung von Peinigern ist eine sehr kindliche Rolle und abhängiges Verhalten. Nicht das Wiederfinden und Gestalten des Eigenen.

      Und obwohl es mch nciht mehr betrifft, warum wird Verbitterung als Schimpfwort benutzt? Die sit in vielen Fällen berechtigt und man darf die nicht für unwesentlich ansehen , sondern sollte scheuen, was das als Wegweiser in eine bessere Situation taugen könnte. Es hilft sehr beim Ausprobieren von Neuem , wenn man das Aufleben oder Abnehmen der Verbitterung, Trauer, Wut, Eifersucht, Neid, Einsamkeit Zorn usw beobachtet und entsprechend sein leben gestaltet.

      • Friedel sagt:

        @Lise

        Ich meine, Deine Sichtweise und Dein höchstpersönlicher Weg zu Deiner eigenen Bearbeitung Deiner Geschichte ist mehr als deutlich geworden.

        Aus meiner Sicht versuchst Du jedoch Deinen dem Eindruck nach sich darstellenden ultimativen Weg zwanghaft in Stein zu meisseln und allen anderen Betroffenen hier als einzige Weisheit über stülpen zu wollen. Toleranz zu unterschiedlichen Entwicklungswegen, Sichtweisen und individuell gestalteten Entscheidungen sowie eigenem selbstbestimmten Leben fällt da gänzlich hinten über.

        Der „Lise Weg“ scheint dem Eindruck nach der einzig richtige Weg zu sein.

        In Deinen Kommentaren lese ich wiederholt Interpretationen, die schlichtweg nur dem Tunnelblick Deiner Sichtweise entspringen und Deiner eigene analytischen „Weisheiten“, jedoch sämtliche tolerante oder offene Sichtweise eingrenzen, dem tatsächlichen Inhalt eines Kommentares zu folgen. Und nicht nur das. Mittels Machete werden andere Entwicklungsdarstellungen in Einzelteile zerhackt und nur Deine Sicht ist ultimativ.

        Die meisten von uns haben Jahre gebraucht, das bedeutet jedoch nicht, dass alle den „Lise Weg“ gehen.

        Zitat:
        „Das Festhalten an der Verehrung von Peinigern ist eine sehr kindliche Rolle und abhängiges Verhalten. Nicht das Wiederfinden und Gestalten des Eigenen.“

        Vollkommen Deine eigene Interpretation. Kann ich aus vielen Beiträgen überhaupt nicht erkennen. Abgesehen davon empfinde ich das als überaus abwertend unter Bezugnahme auf einige eigene Lebensberichte und eigene Entwicklungen.

        Gerne hätte auch ich zum aktuellen Thema zu meiner persönlichen Geschichte und Entwicklung beigetragen. Ich habe mich wohl überlegt und sehr bewusst entschieden meine Mutter zu betreuen und dazu meinen eigenen Weg gefunden. Da ich jedoch überhaupt keinen Wert darauf lege, dass meine persönliche Entscheidung von einer mir unbekannten Person zerstückelt wird nach dem „Lise Prinzip“ , habe ich mich gegen eine Veröffentlichung entschieden.

        Um es gleich Vorweg zu nehmen. Dir gebe ich keine Schuld daran, das war meine höchstpersönliche Entscheidung.

        Zitat:
        „Was soll das sagen, dass du Gene der Eltern in dir trägst? Das ist normal, jeder Fadenwurm hat das so, und braucht nicht mit Ehrfurcht ideologisch verbrämt zu werden, sondern ist Voraussetzung zum Leben für die meisten Mehrzeller. Reine Biochemie, ohne Verdienste für igend einen.“

        Ich empfinde diesen Deinen Kommentar als unterirdisch und für mich ist daraus der deutliche Eindruck erweckt, dass daraus viel Verbitterung spricht.

        Verbitterung wurde hier nicht als Schimpfwort eingesetzt. In Verbitterung aufgrund der Erfahrung in toxischen Beziehungen zu geraten ist aus meiner Sicht tragisch und dramatisch. Verbitterung macht unfrei schafft Mauern und Verharren im Tunnelblick.

        • Lise1 sagt:

          Zitat „In der Deutschen Traumafolgekostenstudie kamen wir bei einer moderaten Schätzung auf Kosten von elf Milliarden Euro im Jahr für Folgen belastender Kindheitserfahrungen. Dabei können persönliches Leid, verpasste Entwicklungs- und Bildungschancen nicht in Geld aufgewogen werden. Der Skandal ist ein alltäglicher, und die Familie leider für viele Kinder kein Schutzraum, sondern Tatort.“
          aus Frankfurter Allgemeine 10.07 2018 Professor Dr. Jörg M. Fegert

          Meine Position hat nichts mit persönlicher Verbitterung oder Unfreiheit aufgrund negativer Energie zu tun. Verbitterung und Unfreiheit aber bei den Kindern, die kaum Lobby und zu wenig Hilfe haben, die müssen die negative Energie ertragen. Und dann später sollen sie auch noch wieder mal die Eltern schützen.

          So umstritten ist Alice Miller gar nicht. Dass sie aufgrund ihres Überlebens im jüdischen Ghetto früh lernte, eine Maske zu tragen und dass sie aufgrund schwerster Traumatisierung eine schlechte Mutter war, macht die grundlegende Erkenntnis, dass sich frühe Traumata verhehrend auswirken nicht unwahr, möglicherweise machte ihr eigenes und ihres Sohnes Drama sie zur Verfechterin für Kinderrechte. Dass sie einiges anders hätte machen können, kann man rückwirkend sagen, aber hinterher ist man immer schlauer, aus der damaligen Sicht hat sie rdikal mit schwarzer Pädagogik aufgeräumt, an deren Folgen ein großer Teil Gesellschaft krankt, und die auch heute noch bagatellisiert wird oder für gute Erziehung geahlten wird. Jedenfalls hat sie wichtige Tabus gebrochen, die Freud und andere Therapeuten noch nicht so brechen konnten, und auch bei ihr ist die Entwicklung der Psychologie nicht stehen geblieben, sodnern hat sich weiter entwickelt. Es gibt viele Traumaforscher, Säuglingsforscher, Gehirnforscher, die darum ringen, dass Kinder weder körperlich noch psychisch gedemütigt werden dürfen, weil es lebenslange Folgen hat und diese Kinder schwerer Arbeit leisten, wenn sie ihr Leben später als Erwachsene eigenverantworlich auf die Reihe bringen wollen.

          Wenn die größeren oder keineren Demütigungen jedoch geschehen sind, so schrieb ich früher im Blog hier mal, kann jeder nach der Aufarbetung seiner Schmerzen gern entscheiden, ob er irgendwann ehrlichen Zugang zu seinen Eltern finden will oder nicht. Genauso wie man sich frei entscheiden muss, ob man irgendeinem andern Menschen, der einem massiv geschadet hat, die Hand reichen kann und ohne Maske in Zukunft miteingander ehrlich umgehen kann, oder ob es nur einem alten Glaubenssatz, der von andern Respektspersonen, (bis hin zu Gott oder inneren unsichtbaren Selbstzensuren), kommt, der in manchen schlimmen Fällen wieder nur schmerzhaftes Verbiegen bedeutet. Das als segensreich und freiheitsbringend darzustellen, ist meiner Meinung nach falsch. Vor allem wenn das Verbiegen nicht wahr genommen wird und als normales und gutes Handeln empfunden wird. Für den einen oder andern ist es tatsächlich alternativlos. Und das „Vergeben“ ist dann immer noch fremdgesteuert, ohne dass man es wahr nimmt. Alles Fremdgestuerte kann man ja auch nicht ablegen, es ist enfach zu viel, dazu reicht ein Leben nicht, zumal man oft erst in dr Mitte das Lebens damit anfangen kann. Trotzdem kann man sich wegen dieser heroischen Überwindung aber sehr wohl fühlen und stolz auf sich sein. Das wird gern mit Freiheit verwechselt, aber das macht ja nichts, wenn es sich gut anfühlt. Viel Gefühle werden verwechselt, auch bei mir natürlich, weil da vieles verschleiert wurde, so dass man für manche Gefühle die falschen Namen gelernt hat. Ob man gesagt bekam, man wäre müde, weil die Eltern die Kinder im Bett haben wollten, ob man gesagt bekam, der Haarschnitt sähe hübsch aus, weil die Eltern keine Zöpfe flechten wollten, ob man gesagt bekam, dass man Hunger hat, bloß weil die Eltern essen wollten, man hatte das aber nie gespürt, weil nicht vorhanden, man ist dadurch selbst entfremdet und weiß nicht, wie sich die Gefühle richtig anfühlen. Der Partner konnte das Spiel dann perfektionieren, oder der Chef, einmal trainiert funktioniert das für immer, dass man den größten Quatsch glaubt, obwohl das Gefühl sich eigentlich melden müsste, aber es ist ist wirksam ausgeschaltet worden. Man glaubt einem Narzissten nach den Schlägen, dass er einen liebt usw. Dem Cheff nach den unbezahlten Überstunden, dass er einen für einen wertvollen Mitarbeiter hält. So ist man ein gut funktionierendes Zahnrad, die Gesellschaft freut sich.

          Segensreich und frei sind die selbstbestimmten Entscheidungen dafür oder dagegen oder auch das Austesten oder Annähern in Wellen oder das Entfernen, wie auch immer. Das muss eine relativ freie Entscheidung sein, und muss abgesichert sein durch die Einsicht der Eltern und der realen Chance, dass man in Zukunft nicht mehr herabgewürdigt oder als Pfleger, Geld- und Zeitgeber oder Freizeitversorger benutzt wird. Demütigend ist auch das Androhen von Enterben oder Bevorzugen von anderen Famileinmitgliedern, wenn man nicht mitmacht. Irgendwo las ich die Geschichte von dem Geschäftsmann, der seinem jungen arbeitslosen Künstlersohn einen Porsche schenkte, dafür beim Umfeld als guter Vater glänzte, aber den Sohn demütigte, der nicht mal das Benzin dafür kaufen konnte und sich das sein Leben lang nicht hätte leisten können. Die Worte,“du wirst es nie zu was bringen“ haben dem Vater nicht gereicht. Für viele Demütigungen gibt es keine Worte und die werden von außen auch nicht gesehen, der Verstand versagt, man soll denken, ist doch toll, aber das Gefühl und der Köper sagen klar, was da läuft, wer wen an der Leine hält. Wer in Wirklichkeit der Stärkere war und bleibt. (ich las hier oft den Satz, dass man die permanente Überforderung oder Lieblosigkeit aushält, weil man stark ist oder eine Kämpferin ist. Ich frag mich, ob die Verteilung von Stärke wirklich klar gesehen wird, es ist zumindest ein Wechselspiel)

          Das was ich oft sehe und was ich nicht befürworte ist das Zähne zusammenbeißen und der gequälte Umgang aus einem ungeschriebenen Gesetz heraus oder dem von der Gesellschaft oder Familie erzeugten schlechten Gewissen heraus. Das ist nicht echte Zuneigung, hat auch nichts mit Liebe oder Wahrhaftigkeit zu tun, von beiden Seiten nicht. Man ist gleichzeitig machtlos (es sind doch die armen einsamen Eltern, die uns gemacht haben und alle erwarten das wir sie ehren) und Überlegener (die sind narzisstisch, benutzen uns und wir sind gesund und stehen empathisch und moralisch über ihnen), diese fast unauflösbare Paradoxie zieht Energie ohne Ende – bis zum Ende. Aber auch das muss jeder selber entscheiden, ich habe auch das gelegentlich geschrieben, niemand muss sein Leid beenden und das meine ich ohne zynischen Unterton. Denn die Freiheit hat jeder, sein Leben in die eigenen Hände zu nehmen, egal wie, auch gern weiter Objetkt zu sein und sich mit dem Verzeihen oder Zusammenreißen gut zu fühlen, aber weiter auf die Eltern oder Partner herab zu sehen oder weiter heimlich zu weinen und keine Zeit zur Heilung zu haben. Es gibt ja auch viel Lebenssinn, ein schwieriges Leben zu meistern und Altruismus bringt viel Anerkennung. Nichts muss, nichts ist Pflicht.

          Aber was mir vorausgesagt wurde: ich werde nie wieder bequem sein, nicht mehr hörig, wenn ich gängige Muster hinterfrage und endlich anfgange, eigene Meinungen zu äußern. Und das freut mich, das von einigen hier bestätigt zu bekommen, da hat sich dann doch eine Menge getan für mich.

          Danke an Hannah und auch andere!

        • Silv sagt:

          @Friedel Zitat:‘ ich empfinde diesen deinen Kommentar als unterirdisch…’usw usf
          Soviel zum Geltenlassen anderer Sichtweisen ihrerseits.

      • Anstand sagt:

        @Lise
        Dann fangen Sie doch endlich mal an zu leben und zu gestalten anstatt im Seniorenalter immer noch Vergangenheitsbewältigung zu betreiben und hier wie besessen die umstrittenen Alice Miller-Dogmen rund um die Uhr zu posten.

        Aus meiner Sicht ein verpfuschtes – da ungelebtes – Leben.
        Ganz traurig!!!

        • Hannah sagt:

          Sehr geehrter, lieber Herr Grüttefien, ich glaube, dieser Kommentar von User Anstand an Lise1 ist zu menschenverachtend für eine so gute Seite wie Ihre.
          Ich wünsche Ihnen alles Gute.
          Viele Grüße,
          Hannah

    • Silv sagt:

      Friedel, du/ sie schreiben unter mehreren Nicknames. Nicht nur in diesem Beitrag. Hier jetzt auch unter ‚ Anstand‘. Dabei geben sie tlw beleidigende Äußerungen von sich. Um den Ärger Anderer zu erregen. Das nennt die ‚ Netzcommunity‘ :“ trollen“.

      • Friedel sagt:

        Guten Tag Silv,

        bei vorstehender Behauptung sowie oben genannter Wiederholung handelt es sich um eine öffentlich eingestellte Verleumdung, die ich mir nunmehr nicht mehr gefallen lassen und Aufklärung sowie Richtigstellung einfordern werde. Weder habe ich Kenntnis um welche Personen es sich handelt, die im Forum unter den Namen „Anstand“ und „Goldmund“ posten noch verwende ich deren Namen, um meine eigenen Kommentare zu bestätigen.

        Ich weise darauf hin, dass es mittels der beim Forum Betreiber bekannten Email als auch IP Adressen möglich sein dürfte, eine von Ihnen unwahr behauptete Verbindung zu prüfen.

        Des Weiteren teile ich mit, dass ich hier meine eigene Meinung vertrete.

      • Hallo Silv,

        nach Überprüfung der von Ihnen angeführten Nicknamen kann ich aufgrund der mir vorliegenden Daten nicht darauf schließen, dass es sich lediglich um eine Person handelt, die unterschiedliche Pseudonyme verwendet. Ich bitte Sie daher, Ihre Haltung zu überprüfen!
        Schöne Grüße
        Sven Grüttefien

        • Silv sagt:

          Sehr geehrter Hr. Grüttefien,
          Der/Die Userin ‚Friedel‘ attackiert nicht nur in diesem Beitrag andere User mit im Ton nicht gerechtfertigten Beiträgen in sehr scharfem Ton.Mir fiel dabei auf, dass sofort neue unbekannte User erschienen, die sie unterstützten.
          Die Daten zu den Personen- wie IP etc- können natürlich variieren.
          Ich halte dieses Forum für Laien als sehr sinnvoll.
          Natürlich kommts auch hier ggfs zu unerwünschten Verhaltensweisen.Wie z.b. Kommentaren in der Art‘ wie verbittert muss man sein‘, etc.
          Da hätte ich mir durchaus schon vorher ein Eingreifen gewünscht.
          Danke für ihr Engagement. Wissen 2ir jetzt zumindest, dass bestimmte Beiträge nicht unter der gleichen IP und mailAdresse geschrieben wurden.

  7. Jörg sagt:

    Hallo Valerie,
    kenn ich nur zu gut. Missbrauch, emotionale Kälte, Demütigung, Gewalt. Vor zwei Jahren als mein Vater starb, hab ich den Kontakt zu meiner Mutter endgültig abgebrochen. Es hat trotzdem noch eine Narzisstische Beziehung gebraucht, um endlich zu begreifen, das ich mich um die Wunden kümmern muss. Hab mein Leben von Grund auf durchleuchtet, viel gelesen, andere Kreise gesucht. Irgendwann wurde mir bewusst, das ich endlich frei bin und nun ein eigenes Leben leben kann. Und das mit fast 50 Jahren.
    Danke, für Deinen Artikel, er spricht vieles aus, was ich so nicht hätte schreiben können. Es geht nie weg, aber ich hab’s geschafft mir endlich mit Selbstliebe zu begegnen. Ich fühle einen inneren Reichtum, den ich vorher nicht kannte. Jetzt erst kann ich anderen Menschen ’normal‘ begegnen und weisste was? Es macht Spass, ja manchmal bin ich wie ein kleiner Junge der einfach nur Spass hat, der auf einmal das Schöne sieht, mache wieder Sport, geh aus, plane und lebe. Herr Grütefien hat schon so seine liebe Not mit uns bis wir begreifen, dass es nicht der Narzisst an sich ist den wir ändern müssen, sondern uns selbst.

    • Silv sagt:

      Jörg.ohja. Genau: es geht um uns- wir müsstem und können ja auch nur uns selbst reflektieren und ändern

    • Valerie Horumsberg sagt:

      Lieber Jörg, wie schön du das schreibst: „Ich fühle einen inneren Reichtum, den ich vorher nicht kannte“. Ja, du hast recht: „Es geht nie weg, aber“ es gibt für Überlebende wie uns viele Möglichkeiten der Veränderung auf dem Weg zur Lebensfreude. Die dürfen wir haben! Und auch, wenn sie immer mal wieder weggeht, weil die Erinnerung und die alten Gefühle Oberwasser haben, dürfen wir uns doch darauf verlassen, dass sie wieder zurückkommt. Ich freue mich für dich, dass du dich selbst gefunden hast und wünsche dir noch viele, viele Momente als kleiner Junge, der einfach Spaß hat. Viele Grüße von Valerie!

  8. Josi sagt:

    Hallo liebe Valerie,

    auch ich danke dir für deinen Text. Ich bin nun Ende 40 und habe vor ca. 10 Jahren den Kontakt zu meiner gesamten Ursprungsfamilie abgebrochen. Das ging nur so, da meine Mutter die Kontrolle über meine Geschwister noch haben darf und nichts an ihr vorbei geht. Sie hängen noch im kranken Familiensystem fest und geben dies völlig erkenntnisresistent an ihre Kids weiter.

    Das was den meisten hier Schreibenden einschließlich mir eingepflanzt wurde ist schwer aufzulösen. Würde der Kontakt allerdings noch bestehen, dann wären Fortschritte – zumindest für mich – nahezu unmöglich.

    Alles Gute für dich!

    • Valerie Horumsberg sagt:

      Liebe/r Josi, wie mutig von dir, als einzige in der Familie Erkenntnis zu wagen. Ja, du hast recht: Das, was da ins Innere gesetzt wird, ist wahnsinnig schwer aufzulösen. Ganz schafft man es vielleicht auch nie, aber das muss auch nicht sein. Wichtig ist, dass man lernt, seinen eigenen Weg zu finden und – vor allem – nicht selbst zum Täter zu werden. Allein das zu schaffen, ist in meinen Augen das Größte, was ehemals missbrauchte Kinder erreichen können. Dazu ist der Kontaktabbruch zuweilen zwingend nötig. Ich wünsche dir viel Kraft weiterhin! Viele Grüße von Valerie

  9. Lise1 sagt:

    Liebe Valerie, Vielen Dank für Ihren Text! das was viele fühlen, sich aber nicht erklären können, dafür haben Sie Worte gefunden. Man kann ihn auch bestimmt umschreiben, wenn es um den Bruch zu einem Partner oder Ex-Partner geht. Dann hilft es vielleicht, sich klar zu werden, dass man dem Missbrauch nicht mehr hinterhertrauern muss.

    • Valerie Horumsberg sagt:

      Liebe Lise, ich kann mir sehr gut vorstellen, dass der Bruch mit einem vielleicht langjährigen Partner ähnliche Auswirkungen hat. Wie schön, dass Sie Ihre Gefühle in meinen Worten gefunden haben. Nehmen Sie die Worte gerne mit, lassen Sie sich stärken. Herzliche Grüße und alles Gute für Sie!

  10. Nora sagt:

    Liebe Frau Horumsberg,auch von mir vielen Dank für den Artikel.

    Ich habe über 5 Jahrzehnte gebraucht, um langsam zu erkennen, warum ich mich mein Lebenlang als unsichtbarer Außenseiter gefühlt habe und was die Ursachen für meine psychosomatischen Symptome sind, die sich schon früh im Leben bemerkbar gemacht haben. Endlich weiß ich, dass es nicht an mir gelegen hat sondern an diesem feindlichen Umfeld, in dem ich aufgewachsen bin.

    Nach 5-jähriger Kontaktsperre ist sie jetzt der Meinung, dass ich wieder für ihre emotionale Versorgung im gebrechlichen Greisenalter zur Verfügung stehen soll.
    Das Schlimme ist, dass es mir trotz aller Erkenntnisse jedesmal wieder schwer fällt, mich abzugrenzen von ihren Forderungen, weil sofort das schlechte Gewissen zum Vorschein kommt, was einem als Kind von ihr eingepflanzt wurde. Es ist so anstrengend.

    • Valerie Horumsberg sagt:

      Liebe Nora, ich verstehe dich gut. Das Alter der Eltern wirbelt bei Kindern wie uns alles plötzlich noch einmal auf. Dein schlechtes Gewissen kenne ich gut. Ich halte es für natürlich, denn eigentlich möchte man doch da sein für die eigenen Eltern. Aber: Das waren keine Eltern. Nur biologische, aber sie waren kein Schutz, kein Halt, keine Liebe. Also musst du ihnen das auch nicht geben. Ja, es ist anstrengend. Dennoch: Bleibe bei dir! Alles Liebe und Gute für dich von der Autorin

    • Valerie Horumsberg sagt:

      Oh, liebe Nora, ich sehe gerade, ich habe Sie versehentlich geduzt. Bitte verzeihen Sie mir. Ich wollte nicht unhöflich sein, bin nur ein bisschen durcheinandergekommen 🙂 Herzliche Grüße!

      • Nora sagt:

        Liebe Valerie, vielen Dank für die aufbauenden Worte.
        Kein Problem mit dem Duzen. Viele Grüße

    • Hannah sagt:

      Hallo, liebe Nora,
      ich war auch so lange unsichtbar.

      Wegen des Umstandes, dass es Ihnen manchmal immer noch schwer fällt sich abugrenzen:
      Stellen Sie sich einmal vor, dass Sie zu Ihrem Gegenüber, ob Kind oder Erwachsener, sagen, was Ihre Mutter zu Ihnen gesagt hat. Stellen Sie sich ein lebendiges Gegenüber mit Gefühlen vor und etwas Demütigendes, das Ihre Mutter zu Ihnen gesagt hat, das Sie nun diesem Gegenüber sagen sollen. Sie würden das nicht über die Lippen bekommen, weil es so grausam wäre und weil Sie nämlich nicht krank sind, und weil Sie in der gleichen Realität wie Ihr Gegenüber leben, das Sie nicht verletzen wollen.
      Ihre Mutter konnte das, weil sie krank ist und in ihrer eigenen, erschaffenen Realität lebt. Wenn Sie oder wir alle ein schlechtes Gewissen hatten oder haben und dachten, wir müssen uns um unsere nun gealterten Mütter kümmern, dann gilt dieses schlechte Gewissen etwas, das die Gesellschaft zu Recht Mutter nennt, aber nicht dem, was wir hatten.
      Dieses schlechte Gewissen ist genau so Teil der Realität des Narzissten wie alle anderen schlechten Strukturen, mit denen er/sie einen zu binden und auszunutzen versucht.
      Wenn Sie schon seit 5 Jahren keinen Kontakt mehr zu Ihrer Mutter haben, dann haben Sie schon so viel geschafft. Schieben Sie doch einfach das schlechte Gewissen weit weg in die Realität ihrer Mutter. Bei Ihnen ist es falsch am Platz 🙂

  11. Feder sagt:

    Ach und Maedelaine, ich verstehe nicht viel von Sternzeichen, aber ich habe such schon oft an die Ähnlichkeit mit Zwilling gedacht.

  12. Feder sagt:

    Liebe Valerie, vielen Dank hierfür. Es ist schön zu wissen, daß es Menschen gibt, die einen verstehen. Ich habe meine Eltern vor vielen Jahren verlassen. Damals gab es noch kein Wort dafür. Ich konnte es niemandem erklären, aber ich wußte genau, daß es quasi um mein Leben ging. Von diesem Tag an ging es mir spontan besser, plötzlich hatte ich enorm Energie für mich übrig. Ich denke oft mit Schaudern an die Vergangenheit zurück. Wie oft habe ich von anderen den Satz gehört: „Aber, es sind doch Deine Eltern….“ Ich bin es müde und leid, anderen zu erklären. Ich trage dieser Frau nichts nach, ich spüre Ihr gegenüber weder Wut noch Hass, aber auch keine Liebe. Nicht mal Bedauern. Einfach nichts. Das ist der schimmste Zustand, den ein Mensch erreichen kann: Gleichgültigkeit. Das hat sie geschafft. Ich habe es immer noch schwer im Leben, kann oftmals gut und böse – Freund und Feind nicht unterscheiden. Aber, ich bin frei und das ist das BESTE

    • Lise1 sagt:

      Feder, ich lese deinen Text un da fällt mir ein, dass es stimmt: man hat plötzlich Zeit und Energie. Auch mehr Geld in einigen Fällen. Vorher bleib da ncichts übrig, weil dasvon einem andern aufgesaugt wurde. Dass man ganz normal Zeit und Energie hat, ist ein tolles Geschenk. Manche haben nie erlebt, dass das völlig normal ist. Erst hinterher merkt man vieleicht daran, was einem vorher alles genommen wurde, welchem Zustand man hinterher trauert oder was einem mit dem Argument, es wären doch die Eltern, weiter genommen werden soll. Das vielleicht mal an die, die sich noch schwer tun, ihre Grenzen wahren zu lernen.
      Die Hoffnung aufgeben dass da noch irgendwann was draus wird, heißt ihr bekommt etwas dafür! Es ist ein guter Tausch

      • Feder sagt:

        Ja, Lise1, wenn man dressiert wird, sich nur um die Belange des anderen zu kümmern, merkt man gar nicht, wieviel Energie man verbraucht. Das ist ein Teil des Mißbrauchs. Wenn ich heute ab und zu vor einer schwierigen Situation stehe, sage ich mir immer: du hast 30 Jahre deine Mutter überlebt, das schaffst du!

    • Valerie Horumsberg sagt:

      Liebe/r Feder, wie treffend du das formuliert hast: „ich wußte genau, daß es quasi um mein Leben ging“. Ja, so sehe ich das auch: Es geht ums Leben. Und deshalb ist da jedes „Aber, es sind doch Deine Eltern“ fehl am Platze! Niemand verlässt seine Eltern, weil ihm gerade nichts Besseres einfällt. Das ist eine schwere Entscheidung, eine, die jahrelang, vielleicht sogar jahrzehntelang gereift ist. Sie kostet enormen Mut, und es ist immer der Mut der Verzweiflung. Ich antworte auf derart unverständige Bemerkungen immer mit: Meine Eltern haben mich misshandelt. Dann ist meist still. Wenn du magst, gib ihnen meinen Artikel zu lesen. Vielleicht macht das folgende Staunen dich dann stärker? Herzliche Grüße und alles Gute für dich von der Autorin

      • Feder sagt:

        Liebe Valerie, ich bin ein Mädchen:-)
        Ja, diese Strategie habe ich auch entwickelt, wenn mich jemand nicht verstehen will. Einfach klar und direkt antworten.
        Hat Deine Mutter diesen Monolog gelesen?

        • Valerie Horumsberg sagt:

          Okay, dann liebe Feder 🙂
          Nein, ich habe meiner Mutter den Text nicht gegeben. Ich halte strikte Kontaktsperre im eigenen Interesse. Der Text ist auch definitiv nicht für meine Mutter geschrieben, sondern für alle, die sich selbst darin erkennen wollen, und für alle, die lernen möchten, was es bedeutet, ohne Liebe und mit viel Hass aufzuwachsen. Deshalb steht er hier im Netz und liegt nicht im Briefkasten meiner Mutter. Mütter wie meine würden ihn nicht lesen, ihn aber immer zu einem Schwert formen, das sie sogleich gegen ihr Kind richten.
          Alles Gute für dich!

        • Valerie Horumsberg sagt:

          Liebe Feder, mir ist aufgefallen, ich habe meine letzte Antwort an dich nachlässig formuliert. Ich korrigiere: Den Text habe ich zunächst natürlich nur für mich selbst geschrieben. Um meine Gedanken und Gefühle auszudrücken, um ihnen Form zu verleihen, mit dem Wissen, dass sie in die Richtung meiner Mutter gesagt, niemals gehört würden. Ich hatte auch gar keinen Wunsch, ihn meine Mutter lesen zu lassen. Die Konversation mit meiner Mutter ist für immer abgeschlossen. Und das ist gut so. Der Text war also schlicht nur für mich verfasst. Therapeutisches Schreiben. Nach einer Weile habe ich aber bemerkt, dass in diesem Text etwas steckt, was wichtig sein könnte für andere Betroffene. Meine kämpferische Natur hat nach Öffentlichkeit für diesen Text verlangt – und, voi­là! Hier ist er deshalb. Viele Grüße!

          • Feder sagt:

            Natürlich, liebe Valerie, hätte sie weder zugehört noch irgendetwas verstanden. Ich dachte nur, weil es überall zu lesen ist. Interessanterweise habe ich die Aufsatzszene auch durch. Mein 1er Aufsatz – zum Thema Gefühle ( bei uns wurde dieses Wort nie ausgesprochen ) – wurde im Wohnzimmer lauthals verlesen und sich schallend lachend lustig über mich gemacht. Schaudern über solch ein Verhalten. Und den Typ Vater, den Du beschreibst, kenne ich auch.

          • Valerie Horumsberg sagt:

            Wie schrecklich das für dich gewesen sein muss! Und wie sehr sich Schicksale doch manchmal gleichen … Am besten, wir loben uns heute einfach selbst für die Note 1 🙂 Liebe Grüße von Valerie

    • Goldmund sagt:

      Wenn es bei mir ein Gefühl für solche Menschen gibt, dann am ehesten Mitleid. Sie sind krank. Und das Schlimmste daran: sie erkennen es nicht. Für mich als empathischer Mensch ist jedoch klar, auch Narzissten sind Menschen. Ihr Verhalten ist inakzeptabel und unentschuldbar. Doch wie sagen die Buddhisten: „Verurteile niemals einen Menschen, verurteile ihre Taten“. So halte ich es auch. Ich möchte nicht ein Leben lang die Energie des Wuts und Hass mit mir herumtragen. Die Energie möchte ich für positive Dinge im Leben frei haben. Deshalb ist für mich verzeihen wichtig. Verzeihen heisst nicht entschuldigen. Verzeihen heisst, sich von der negativen Energie zu lösen. Zu erkennen, dass es sich bei Narzissten um kranke Menschen handelt, ist sehr hilfreich. Wir geben alle unser Bestes im Leben. So auch die Narzissten. Leider können sie es nicht besser. Das ist traurig.

      • Arianna sagt:

        Ja, sie halten sich für „normal“, sind es aber nicht. Sie wären empört, wenn man ihnen eine Persönlichkeitsstörung unterstellen würde. Alle anderen um sie herum brauchen Therapie oder was auch immer, sie niemals.
        Ich habe keine Ahnung, ob so einem Menschen überhaupt geholfen werden kann; mit klassischer Gesprächstherapie sicher nicht, dazu sind sie viel zu beratungsresistent. Eigentlich können sie wirklich nichts dafür, sie stecken in einer Sackgasse. Aber indem wir sie bedauern und versuchen wollen, ihnen zu helfen, versinken wir nur im gleichen Sumpf. Normalerweise bin ich immer für mitfühlen und helfen… aber bei solchen Menschen gilt leider nur, sich selbst zu retten, so lange man noch kann.

        • Goldmund sagt:

          Liebe Arianna

          Man kann keinem Menschen helfen, der sich nicht helfen lassen will. Gem. meinem heutigen Kenntnisstand ist Narzissmus soweit therapierbar, um dem Narzissten ein einigermassen erträgliches Leben führen lassen zu können. Dies bedingt allerdings, dass der Narzisst bereit ist, sich darauf einzulassen und die Therapie nicht vorzeitig abbricht. Eine vollständige Heilung ist meines Wissens dennoch nicht möglich.

          • Lise1 sagt:

            stimmt, es ist eine Menge möglich, aber es ist genau so wenig wie die abhängige PS, oder z.B. Hypersensibilität (was ebenso auf der permanenten Hab-Acht-Stellung von frühester Kindheit an herrührt) vollständig heilbar, und auch dort genau so: nur wer leidet und wer Hilfe mit aller Kraft will, dem kann das Leben leichter gemacht wreden.

            Es ist ins Leben eingewachsen, was man als Kind, sogar noch vor der Geburt, erlebte. Man kann in manchen (wahrscheinlich leichteren) Fällen aber lernen, alles was überflüssig und anstrengend oder selbstentfremdet und destruktiv ist, soweit sein zu lassen, dass man eines Tages nach vielen Jahren keine Diagnose laut Diagnosehanbuch mehr bekommen würde. Dazu muss ein Betroffener wissen, was einem geschah und was an eigenem (Abwehr)Verhalten gute Beziehungen und in der Folge die eigene Gesundheit boykottiert. Dazu muss einmal (oder immer wieder) die sehr hohe Schwelle übersprungen werden, dass man nicht die potenziellen Helfer als inkompetent abwertet.

      • Valerie Horumsberg sagt:

        Liebe/r Goldmund, das hast du ziemlich treffend formuliert, wie ich finde. Es ist eine Sichtweise, die ich mit dir teile, denn es ist auch dieses Mitleid, das mich vor einer aussichtslosen Konfrontation zurückhält. Aber ich finde auch, dass unsere Gesellschaft oft viel zu viel Verständnis für Täter aufbringt – und viel zu wenig davon für die Opfer. Achten wir darauf, dass wir selbst das richtige Maß für beide Seiten aufbringen. Du tust das bereits 🙂 Alles Liebe und Gute für dich! Valerie

        • Goldmund sagt:

          Liebe Valerie

          Danke für deine Worte!

          M.E. geht es nicht um Verständnis für Täter, sondern um Erklärungen, wie es überhaupt soweit kommen konnte. Wenn wir die Ursachen verstehen, können wir Taten am ehesten vermeiden. Täter haben ihre Geschichten genauso wie wir unsere haben. Kein Mensch ist fehlerfrei. Mir geht es nicht darum, Taten zu entschuldigen, sondern darum zu verstehen, dass auch Täter Menschen sind. Sonst sind wir bald wieder bei der Todesstrafe. Dass Taten verurteilt werden sollen, steht ausser Frage. Aber kein Racheakt und keine Strafe macht eine Tat ungeschehen. Strafen sollen Täter zur Einsicht bringen, was bei Narzissten allerdings beinahe unmöglich ist. Und Co−Narzissten können von Narzissten eine Menge lernen, wie bspw. sich abzugrenzen und wahre Selbstliebe. Wenn wir lernen, auf uns selbst acht zu geben und dafür zu sorgen, dass es uns gut geht, dann können wir erst wirklich dafür sorgen, dass es auch anderen gut geht. Wir müssen also Verantwortung für uns selbst und unser Leben übernehmen. Wenn wir immer einen Schuldigen suchen, verharren wir in der Opferrolle, was unserem Selbstwertgefühl nicht gut tut. Laotse brachte es auf den Punkt:

          Willst du die Welt verändern, dann verändere dein Land.
          Willst du dein Land verändern, dann verändere deine Stadt.
          Willst du deine Stadt verändern, dann verändere deine Straße.
          Willst du deine Straße verändern, dann verändere dein Haus.
          Willst du dein Haus verändern, dann verändere dich.

          • Hannah sagt:

            Mensch, Goldmund, jetzt muss ich mich aber beherrschen.

            Sie meinen also, dass jemand, der sich in emotionaler Abhängigkeit mit einem missbrauchenden Menschen mit einer Persönlichkeitsstörung befindet, etwas von diesem lernen kann, nämlich Selbstliebe und sich abzugrenzen?

            Sie haben aber schon verstanden, dass Menschen mit einer NPS sich nicht lieben?
            Haben Sie denn auch verstanden, dass der Narzisst sich eben nicht abgrenzt? Ist Ihnen nie aufgefallen, dass alles er ist, oder wie es sich auswirkt, dass er in anderen keine individuellen Persönlichkeiten sieht, sondern nur Funktionen?

            Niemand kann von einem Narzissten lernen, sich abzugrenzen oder sich selbst zu lieben. Der Narzisst erschafft sich doch gerade ein Konstrukt, in dem er sich als fehlerlos sehen und sich erheben kann über andere, weil er kein Selbstwertgefühl hat. Woher soll er das auch haben, wenn er keine Verbindung zu seinem Inneren hat.

            Wenn Sie sich einmal ansehen, wo Sie hier posten, dann sollte Ihnen doch auffallen, dass die Autorin dieses Artikels das, was Sie erwähnen (Verantwortung für sich selbst übernehmen …) schon längst erledigt hat und noch viel mehr. Die Menschen hier verändern sich doch selbst und wissen, dass man bei Narzissten gegen die Wand rennt.
            Das alles passt überhaupt nicht, was Sie schreiben.

            „Wenn wir die Ursachen verstehen, können wir Taten am ehesten vermeiden.“
            Wie vermeiden Sie denn, dass der Narzisst missbraucht, manipuliert und lügt, während Sie wissen, wie er aufgewachsen und was ihn zum Narzissten gemacht hat?
            Die Realität des Narzissten ist doch statisch.
            Man braucht all die Informationen darüber, was den Narzissmus verursacht hat und warum man sich zum Beispiel mit einem Menschen mit einer NPS zusammengefunden hat, ausschließlich dafür, um sich selbst zu helfen. Und in Bezug auf Eltern muss man so etwas betrachten, weil man sie dann als Individuen sehen kann, die nicht die Mutter oder der Vater waren, sondern auch Menschen ohne uns, die, bevor wir auf der Welt waren, gute und schlechte Erfahrungen gemacht haben, mit denen wir nichts zu tun haben. So können wir Kinder uns abgrenzen vom Narzissten, der sich niemals abgrenzt.
            Mannomann!

          • Goldmund sagt:

            Genau so ist es, Hannah. Narzissten lieben nicht sich selbst, sondern sie lieben das Bild, welches sie von sich erschaffen haben. Genausowenig wie sich ein Narzisst liebt, liebt sich ein Co−Narzisst. Es immer allen recht machen wollen und sich ständig zu verbiegen, hat nichts mit Selbstliebe zu tun. Durch die ständigen Beleidigungen und Demütigungen des Narzissten können wir lernen, besser auf uns und unsere Bedürfnisse zu achten.

          • Hannah sagt:

            Goldmund, wollen Sie damit sagen, dass Sie ständige Beleidigungen und Demütigungen durch einen Narzissten erfahren haben und es brauchen, diesen einen Sinn zu geben? Wollen Sie damit sagen, dass Sie ohne diese Beleidigungen und Demütigungen nicht gemerkt hätten, dass Sie etwas wert sind?

      • Hannah sagt:

        Wenn ich mir das Verstehen von Sprache ansehe, finde ich, dass es bezüglich der Menschen, die mit jemandem mit einer NPS zusammengelebt haben (ob Eltern oder/und Partner), und den anderen, die anders aufgewaschen und gelebt haben, fast so ist wie bei Korzybski. Die Landkarte ist nicht die Landschaft.
        Ich glaube, wenn wir, die wir Erfahrung mit zum Beispiel einer narzisstischen Mutter haben, von Verzeihen sprechen, ist das ausschließlich das Erkennen, dass der Narzisst krank ist, sonst nichts. Und diese Erkenntnis bringt uns Distanz, die richtig gut für uns ist, und wir kommen weiter.
        Wenn ein Mensch, der keine Erfahrung mit narzisstischen Eltern hat, von Verzeihen spricht, meint er damit, dass man die Schuld des anderen sich auflösen lässt, dass man zum anderen sagt „ich verzeihe dir“, aber das kann man ja einem Narzissten gar nicht sagen (das wäre fast so etwas wie ein Insider-Witz).

        Ich glaube auch, dass wir unsere Eltern nicht verurteilen, sondern, dass wir einfach nur verstehen wollen, wieso sie uns das antun konnten. Und für uns war es so etwas Grausames, weil wir eben nicht so sind wie sie. Wir haben eine andere Realität und ein anderes moralisches Gerüst.

        Ich halte es für schwierig in zum Beispiel meiner Position zu denken, dass auch Narzissten ihr Bestes geben. Meine Mutter war ein Mensch mit einer Bilderbuch NPS, und der Vater meiner Tochter hat im gleichen Maße eine NPS (meine Mutter sagte mal über ihn, was für ein schrecklicher Mensch er sei und dass er bestimmt vereinsamt sterben würde :-)).
        Ich glaube, wenn Menschen einem so viel immer wieder und wieder angetan haben, dann ist es zweitrangig, ob sie ihr Bestes geben oder nicht.
        Es ist garantiert wichtig zu erkennen, warum diese Menschen so geworden sind, damit man sich damit selbst helfen kann. Und wenn ich durch die Zeit zurückreisen könnte, würde ich sowohl meine Mutter schnappen als auch den Vater meiner Tochter, als sie klein waren, und erst einmal so richtig stinknormal aufwachsen lassen, mit Liebe und Urvertrauen und allem Drum und Dran.
        Mitgefühl und hohe Sensibilität haben wir als missbrauchte Kinder sowieso. Das kann man nicht abstellen.
        Aber ich muss keine mitleidigen Gedanken haben für den Narzissten.

        Ich meine, wenn man sich als missbrauchtes Kind, egal ob erwachsen oder nicht, damit auseinandersetzt, dass der Elternteil ein Narzisst ist, kommen all die Phasen, die man braucht, auch Wut. Aber die vergeht sowieso, wenn man sich von der Realität des Narzissten getrennt hat.

        Ich glaube, wir, die das alles hinter sich haben, haben echt Schwerstarbeit geleistet. Wir müssen nichts mehr tun, was wir nicht wollen. Wir müssen uns auch nicht mehr darum sorgen, was mit den Tätern passiert oder nicht. Wir haben wirklich genug getan.

      • Lise1 sagt:

        Man kann sich auch von der negativen Energie befreien, auch wenn man es nicht „verzeihen“ nennt.

        Dieses „leider können sie es nicht besser“ ist für mich schwer zu verstehen, denn es ist nach wie vor von oben herab, nach dem Motto wir sind die Guten und die andern sind krank. Nee, nee, so einfach ist es aber nicht

        • Hannah sagt:

          Hallo, Lise1 🙂
          ja, das finde ich auch.
          Wenn ich mir überlege, was den Vater meiner Tochter und meine Mutter hat werden lassen, wie sie dann waren oder sind, kann ich genau die gleiche quälende Dunkelheit in ihnen sehen, die sie erlebt haben müssen, die sie in uns eingepflanzt haben, während sie uns erzogen oder mit uns umgingen.
          Ich glaube, die Menschen mit Narzisstischer Persönlichkeitsstörung und jemand wie ich, der mit einer Mutter mit einer NPS aufgewachsen ist, haben den gleichen Ausgangspunkt und ähnliches erlebt, haben aber verschiedene Verteidigungs-oder Überlebensmechanismen benutzt um weiter zu existieren.

  13. Arianna sagt:

    „Und jetzt bist du es, die alleine ist. So wie ich es immer war.“
    Wie wahr. Meine Mutter hat mich nicht nur psychisch ausgebeutet, sondern auch als Geisel und Erpressungsmittel gegen ihren geschiedenen Exmann benutzt. Alkohol- und tablettenabhängig war sie auch, aber das habe ich erst viel später erfahren.
    Danken wir dem Himmel, dass wir mit Hilfe anderer, wohlmeinender Leute da herausgefunden haben. Ich möchte nicht wissen, wie viele diese Tortur nicht überleben oder bis an ihr Lebensende krank und in Therapie sind… weil niemand merkt, dass sie eigentlich normal sind aber Opfer jahrzehntelangen psychischen Missbrauchs.
    „Monolog“, wie passend. Man führt mit diesen Menschen nur Monologe. Meine Mutter tat immer verständnisvoll und zuhörend, aber das war reines Täuschungsmanöver. Sie ist gar nicht fähig, über ihren Horizont zu sehen. „Meine Gefühle, meine Bedürfnisse… MIR geht es so schlecht…“ Immer dieselbe Leier.
    Ich hatte auch nach dem Kontaktabbruch von meiner Mutter noch jahrelang Angst, sie könnte mich zu einer unbeherrschten Reaktion provozieren und mich dann irgendwo einliefern lassen, mit sich als „liebender, helfender Mutter“. Dann hätte sie mich auf Nummer Sicher gehabt, als Mülleimer für ihren eigenen Dreck. Kein Arzt oder „Experte“ hätte jemals mir geglaubt, konfrontiert mit ihrer gekonnten, jahrzehntelang einstudierten Selbstinszenierung. Zum Glück kennt sie weder meine aktuelle Adresse noch Telefonnummer und wir haben keine gemeinsamen Bekannten mehr, die sie ausspionieren könnte. (Hat sie auch oft gemacht. Und mich hinter meinem Rücken als böse, undankbar, dumm etc. dargestellt, um mich zu isolieren. Das habe ich auch alles erst viel später begriffen. Ich wusste nur, dass ich dringend von ihr fortmusste. Reiner Überlebensmodus.
    Unsere Elterngeneration ist, glaube ich, oft noch Opfer des preußischen Drills, der Kinder zu Gefühlskrüppeln heranzog. Wir müssen das noch in dritter Generation ausbaden.
    Meine Bewunderung für Ihren Mut. Ich hatte nicht den Nerv, eigene Kinder zu bekommen. Schlimm, wie abhängig man von seinen Eltern ist, allein schon durch das Materielle…

    • Valerie Horumsberg sagt:

      Liebe Arianna, ganz herzlichen Dank für Ihre Worte, die deutlich machen, wie sehr Sie selbst gelitten haben. Ich kann Sie nur bestärken, in Ihrer totalen Abgrenzung. Es gibt Konstellationen, da ist das die einzige Wahl – und „reiner Überlebensmodus“, wie Sie es so treffend geschrieben haben. Der preußische Drill und die Erfahrungen des Krieges haben viele Eltern geprägt und seelisch zerstört. Dennoch bin ich ganz entschieden der Meinung: Das ist ein Grund, ein Kind zu misshandeln, aber keinesfalls eine Entschuldigung! Ich wünsche Ihnen alles Liebe und Gute! Herzliche Grüße von der Verfasserin des obigen Gastbeitrags

      • Arianna sagt:

        Unserer Generation geht es vergleichsweise gut. Wir sind in Frieden und viele von uns auch in Wohlstand aufgewachsen. Und die heutigen Erziehungsmethoden, zumindest die gängigen, sind besser. Aber unsere Eltern missgönnen uns unser Glück. Sie denken nicht „Meine Kinder sollen es besser haben“, sondern „Meine Kinder wären nichts ohne mich und haben mir alles zu verdanken“. Sie halten sich für Gott, zumindest den Kindern gegenüber. Und dann tun sie oft noch religiös und drohen mit dem Vierten Gebot. Und faseln noch von Liebe. Es ist keine Liebe, wenn man Dankbarkeit und Gehorsam einfordert, „weil ich so viel für dich getan habe“.
        Ich versuche mein Möglichstes, um meine Mutter zu ehren, d.h. Respekt zu haben für ihr Leid. Aber ehren bedeutet noch lange kein Kadavergehorsam.

        • Valerie Horumsberg sagt:

          Liebe Arianna, sie haben das sehr treffend differenziert, wie ich finde. Ich durfte in meinem Leben immer wieder staunen, welch warmherzige, ehrliche, offene, selbstkritische Menschen aus ehemaligen Kriegskindern hervorgehen können. Trotz der extremen Traumatisierungen und der enormen Belastungen durch den Krieg und die Zeit danach, haben sie dennoch nicht den Blick dafür verloren, was Liebe wirklich meint. Das war für mich immer eine wichtige Erkenntnis: Es MUSS nicht damit enden, dass man als Eltern seine Kinder zerstört. Letztendlich ist es eine Wahl, eine Entscheidung – und die dürfen Kinder immer zum eigenen Wohl erwarten. Denn Kinder, die haben einfach keine Wahl, niemals. Alles Liebe und Gute für Sie!

          • Arianna sagt:

            Liebe Valerie,
            ein großes Problem ist, dass man so wenig Hilfe und Verständnis findet. Die Eltern sind eben die Eltern, Punktum. Man wird von Außenstehenden oft abgekanzelt wie ein Fünfjähriger, der seine Suppe nicht essen will.
            „Sie meint es doch nur gut.“ „Alle Eltern lieben ihre Kinder.“ „Du kannst von deine Mutter nicht erwarten, dass sie perfekt ist.“ Et cetera et cetera.
            Alle Eltern machen Fehler, sicher. Aber sein Kind mal verletzen, bei Gelegenheit ungerecht sein, etwas vielleicht nicht so ganz verstehen, das ist menschlich. Das Leben seines Kindes völlig zerstören ist unmenschlich und sollte keinesfalls geduldet werden. Aber manche Leute werden Eltern, setzen sich einen Heiligenschein auf und schließen mit ihrem eigenen Gewissen fürs Leben ab.
            Vielen Dank für den Text. Wir brauchen viel mehr Menschen, die offen zugeben, dass ihre Eltern sie fast zerstört haben, auch ohne sie körperlich zu misshandeln.

    • Goldmund sagt:

      Liebe Arianna

      Genau deshalb ist es wichtig, dass Opfer von narzisstischen Eltern diesen Teufelskreis stoppen und auflösen. Sonst hört das nie auf und wird von Generation zu Generation weitergegeben. Wenn es keine Co−Narzissten mehr gibt, kriegen Narzissten keine Nahrung mehr.

      • Goldmund sagt:

        PS: Ja, sie meinen es gut. Aber gut gemeint ist eben nicht gut gemacht.

        • Lise1 sagt:

          Nicht alle meinen es gut, und viele Kinder wurden nicht aus Liebe geboren. Viel Eltern geben ganz und gar nicht ihr Bestes und nicht alle Eltern lieben ihre Kinder. Mit diesen hohlen Phrasen sollte es auch mal ein Ende haben.

          • Goldmund sagt:

            Diese Einstellung bringt uns nicht weiter. Sie zeigt nur, dass noch nicht verstanden wurde, dass jede/r selbst die Verantwortung für sein Leben trägt. Wer das nicht versteht, bleibt in der Opferrolle gefangen.

          • Lise1 sagt:

            nein, ich schreibe es, weil der vorauseilende Gehorsam, dass Eltern immer nur das Beste für die Kinder wollen, oder dass sie ihre Kinder lieben, eine verzerrt wahrgenommene Realität ist.

            Es ist keineswegs so, sondern es gibt eine verblüffend große Anzahl, wo das Gegenteil der Fall ist!

          • Lise1 sagt:

            Die Augenwischerei, das Leugnen der schmerzhaften Wahrheit, verhindert ne Menge von dem Wichtigen, was in die Freiheitt von Misshandlung führt.

          • Silv sagt:

            @Lise1 und Goldmund
            Leider gibts auch Eltern, die es nicht gut meinen mit ihren Kindern
            S. Emot. Missbrauch
            S. Körperliche und sexuelle Misshandlung/- missbrauch.

  14. Hannah sagt:

    Hallo, liebe Frau Horumsberg,
    meine Schwester und ich hatten auch eine Mutter mit einer Narzisstischen Persönlichkeitsstörung. Es ist toll, und ich freue mich ganz doll für Sie, dass Sie nun in jeder Beziehung in Sicherheit sind. Dass Sie das ganz allein geschafft haben, ist bewundernswert. Es ist etwas Besonderes. Es ist so schwer sich aus dem Dunkel ´rauszukämpfen, in dem einen die Mutter gehalten hat.
    Es tut mir Leid, dass Sie die Erfahrung gemacht haben, nicht beschützt zu werden. Das ist, finde ich, eine der schlimmsten Erfahrungen überhaupt im Zusammenleben mit einem Menschen mit dieser Persönlichkeitsstörung). Wenn die Mutter einen seelisch missbraucht, in die Pfanne haut und über einen lügt, und wenn dann auch noch niemand etwas tut oder offensichtlich zum Täter hält. Man möchte am liebsten ganz von der Erde verschwinden und nie dagewesen sein.
    Aber wenn man es dann geschafft hat und sein eigenes Ich hat und sein eigenes Leben, ist das so toll. Ich würde am liebsten manchmal die Zeit zurückdrehen. Ich wäre jetzt so gern jünger und würde gern noch viel mehr Zeit haben, mein Leben zu leben (ohne Menschen mit einer NPS). Meine Schwester und ich (wir sind 56 und 51) haben gestern darüber gesprochen, dass wir jetzt richtig losleben wollen 🙂
    Ich wünsche Ihnen von Herzen alles Gute und ganz viel Glücklichsein.

    • Valerie Horumsberg sagt:

      Liebe Hannah, wie schrecklich und wie schön, was Sie da beschreiben! Danke für Ihre Aufmerksamkeit für mein Leben. Und danke für Ihre schöne Rückmeldung, die mir zeigt: Sie wissen sehr genau, was all das bedeutet! Ich danke für Ihre guten Wünsche und sende an Sie und Ihre Schwester nur die allerbesten Gedanken durch das Netz. Leben Sie, Sie haben es beide verdient! 🙂

    • Goldmund sagt:

      Toll, das ihr richtig losleben wollt! Es ist nie zu spät, das Beste aus dem Rest unseres Lebens zu machen!

  15. Gitte sagt:

    Als wäre ich es, die du beschreibst, Valerie! Danke für diese Worte, was ich bisher nie in Worte zu fassen gewagt hatte. Alles Gute für dich, dass du deinen Weg weiterhin gut machen wirst – ich werde es auch, Stück für Stück, jeden Tag ein bißchen mehr. Danke für die guten Gedanken und Worte!

    • Valerie Horumsberg sagt:

      Gerne! Nimm sie ruhig mit, die Worte, die dir gut gefallen, liebe Gitte, und lass dich davon stärken 🙂 Ich wünsche dir alles Gute und weiterhin viel Kraft auf deinem Weg! Herzliche Grüße von Valerie

  16. Solveig sagt:

    Sehr interessant! Ich musste erstmal weinen.. Meine Mutter habe ich einfach immer als sehr streng angesehen.. Wenn ich in ihren Augen „etwas schlimmes“ gemacht habe, bekam ich zu hören“ „Ich habe dich nicht mehr lieb.“ Ich hatte panische Angst vor diesem Satz. Oder ich wurde drei Tage wie Luft behandelt, als ob es mich gar nicht gäbe. Oder ohne Abendessen ins Bett geschickt. Einmal habe ich meine Spielsachen nicht aufgeräumt, da hatte mein älterer Bruder den Auftrag, meine Spielsachen zu verbrennen und ich musste zusehen. Das sind nur ein paar Ausschnitte. Habe mir öfter gewünscht, dass entweder meine Mutter oder ich nicht mehr da wäre. Sie ist innerhalb von sieben Monaten an Krebs gestorben. Mich haben heftige Schuldgefühle geplagt. Wenn ich über alles nachdenke, bekomme ich Wut. Ich habe die Aufgabe von einer Psychologin bekommen, einen Brief an meine Mutter zu schreiben, in dem ich alles reinschreibe, was ich mir als Kind von ihr gewünscht hätte. Ich habe diesen Brief bis heute nicht geschrieben, vor lauter Angst, ich könnte ihr nochmal irgendwie begegnen.

    • Valerie Horumsberg sagt:

      Liebe Solveig, was du beschreibst, sind schreckliche Szenen. Wer ein Kind in panische Angst versetzt und ihm die Liebe aufgrund eines banalen Verhaltens versagt, verübt Gewalt! Immer wieder höre ich, dass Menschen sagen, ihre Eltern seien schon sehr streng gewesen, meist begleitet von einem geknickten Gesichtsausdruck. Ich möchte dann immer fragen: Bist du sicher, dass du nicht Opfer von Gewalt warst? Aber das wäre in den meisten Fällen nicht gut. Also schweige ich und bin traurig darüber, wie wenig die Folgen von psychischer Misshandlung heutzutage bekannt und anerkannt sind. Jedes Kind muss Liebe erfahren! Ich wünsche dir alles Gute für deinen Weg raus aus der Angst! Herzliche Grüße von der Autorin dieses Gastbeitrags

    • Goldmund sagt:

      Wie schrecklich, Solveig! Ich hatte lange das Gefühl, Sklave meiner Eltern zu sein und kein Anrecht auf ein eigenes, selbstbestimmtes Leben zu haben. Trotzdem sind die Eltern unsere Herkunft. Wir tragen ihre Gene in uns…

      • Hannah sagt:

        Ach, aber die Gene sind ja nichts Schlimmes, Belastendes oder Verpflichtendes.
        Ich bin froh, dass meine Tochter verstanden hat, dass ihr Vater als liebenswertes Baby geboren wurde und es toll ist, dass sie so viele gute Eigenschaften von ihm hat. Sie hat verstanden, dass das, was sie von ihm auch immer geerbt hat, nur gut sein kann.

      • Lise1 sagt:

        Was soll das sagen, dass du Gene der Eltern in dir trägst? Das ist normal, jeder Fadenwurm hat das so, und braucht nicht mit Ehrfurcht ideologisch verbrämt zu werden, sondern ist Voraussetzung zum Leben für die meisten Mehrzeller. Reine Biochemie, ohne Verdienste für igend einen.

        • Friedel sagt:

          Ich frage mich, wie verbittert man sein muss, um solche Kommentare auf Beiträge abzugeben.

          • Hannah sagt:

            Ich lese keine Verbitterung in diesem Post. Ich verstehe den Post gut. Der Post von Lise1 ist das Gegengewicht zu dem dahingeseufzten „Trotzdem sind sie unsere Eltern, und wir tragen ihre Gene in uns“ o. ä. Gott sei Dank hat Lise1 das gepostet.

            Ich finde in einem Blog wie diesem hat alles absolut nichts zu suchen, was jemanden mit einem narzisstischen Elternteil belasten könnte – ob es nun nur ein Gedanke oder eine Meinung ist oder sogar nur eine dieser unzähligen sinnfreien, unpassenden hohlen Phrasen, die hier gepostet wurden.
            Ausgerechnet hier passiert so etwas.

          • Lise1 sagt:

            Danke, Hannah!

        • Lise1 sagt:

          Verbittert über Kommentare, dass man ja bedenken muss, dass man von den Eltern abstammt und dass das Vereziehn die negarive Energie nimmt, denn die Eltern haben ja ihr Bestes getan. Alle wissen, dass es Eltern gibt, die nicht ihr Bestes tun und die ihre Kinder ganz offiziell nicht lieben, oder die ganz offiziell und ohne Schuldbewusstsein misshandeln, aber die pauschale Verehrung jeglicher Elternschaft und der mahnende Zeigefinger, wir hätten ihnen ja unseres Existenz zu verdanken, hört auch hier nicht auf. Wir ahben ihnen allerhöchste Not zu verdanken und die Unfähigkiteti, gute Beziehungen zu führen. Das muss im hohen Alter erst gelernt werden, bei manchen 30, 50, 70 Jahre nicht gelebtes eigenes Leben.

          Aber danke, Friedel, für deine Diskreditierung meiner Gefühle. Ich werde aber deshalb nicht aufhören, diese Augenwischerei anzuprangern, weil sie das echte Verzeihen und aufarbeiten und Befreien behindert.

    • Hannah sagt:

      Hallo, Solveig,
      Mann, mir tut es ehrlich Leid, dass du etwas wie das erleben musstest. Dass du wütend wirst, ist aber toll. Sei ruhig wütend. Du hast das Recht dazu. Ich habe damals meiner Mutter (und da war sie auch schon seit tot) in Gedanken alles „an den Kopf geschimpft“ und ihr gesagt, wie sich eine Mutter eigentlich verhalten sollte und dass sie gar keine Mutter ist. Ich war oft so wütend. Und irgendwann fing sie an, nicht mehr so viel Raum in mir einzunehmen, und dann hab ich sie einfach aus mir ´rausgeschubst.

      Ich bin Agnostikerin, Solveig. Ich weiß nicht, ob es einen Himmel gibt, aber wenn, dann ist es garantiert so, dass die Seelen unserer Mütter ohne ihre Persönlichkeitsstörung dorthin geflogen sind. Wenn du also einen Brief schreiben würdest, ganz so, wie es gut für dich wäre, kann dir nichts passieren. Die Persönlichkeitsstörung unserer Mütter ist jetzt nicht mehr da.

  17. Sofia sagt:

    Liebe Frau Horumsberg Danke für diese mutigen und klaren Worte; sie sind Balsam für meine Seele. Wer als Kind physisch und psychisch missbraucht wurde, verweigert sich zu Recht, wenn im Alter nochmals „Sklavendienste“ von den narzisstischen Müttern eingefordert werden. Das wäre für mich trotz allem Mitgefühl dann das Einverständnis zu meiner totalen Selbstaufgabe und Erniedrigung gewesen, nur weil der biologische Abbauprozess auch vor dem Narzissten keinen Halt macht. Selbst als
    + 65-Rentnerin darf eine betroffene und fast ihr ganzes Leben benutzte und abgewertete Tochter endlich aufstehen und für ihre Würde eintreten und die hochbetagte narzisstische Mutter von professionellen Pflegediensten betreuen lassen.

    • Valerie Horumsberg sagt:

      „Sklavendienste“ – wie passend ist diese Formulierung, liebe Sofia! All das ist sicher nur zu verstehen, wenn man erlebt hat, was Sie und ich und viele andere erlebt haben. Wie gut, dass Sie für sich erkannt haben, wie Sie am besten für sich selbst einstehen können! Ich freue mich, dass meine Worte Ihnen so gut tun und wünsche für Sie alles Liebe und Gute!

  18. Kathrin Werres sagt:

    Liebe Frau Horumsberg,
    Ihr Beitrag ist ganz großartig. Ich wache erst jetzt mit Anfang 50 so langsam aus dem Albtraum des emotionalen Missbrauchs durch meine Mutter auf. Mein Weg zu einem „gesunden“ Leben wird noch lang sein.
    Aber meinen eigenen Kindern bin ich eine andere Mutter,trotz allem.
    Auch mir haben Bücher die Augen geöffnet, dass erste mal habe ich mich wiedergefunden und meine Emotionen und die grenzenlose Wut findet eine Erklärung.
    Ich habe als Konsequenz den Kontakt reduziert.
    Aber es wird auch von mir keine Pflegeleistung geben.

    Danke für Ihren schonungslosen Beitrag und alles gute auf Ihrem Weg, Kathrin Werres

    • Valerie Horumsberg sagt:

      Liebe Kathrin Werres, vielen herzlichen Dank für Ihren schönen Kommentar. Was kann es Wichtigeres geben, als sich nach derartiger Prägung dennoch aufzumachen, um eine gute Mutter zu sein? Viele schaffen das und ich freue mich für Sie und Ihre Kinder, dass Sie die Kraft und den Willen dazu gefunden haben. In meinen Augen ist das heldenhaft! Und ich bin überzeugt, dass die Schonungslosigkeit – wie Sie es so treffend formulieren – meines Beitrags extrem wichtig ist, um endlich aufzuzeigen, was es bedeutet, „nur“ emotional misshandelt worden zu sein. Alles Liebe und Gute für Sie und Ihre Kinder!

      • Kathrin Werres sagt:

        Liebe Frau Horumsberg,

        Danke, dass sie meinen Kommentar gelesen und sogar Stellung genommen haben.
        Das ist sehr freundlich von Ihnen.

        Mit herzlichen Grüßen, Kathrin Werres

        • Valerie Horumsberg sagt:

          Liebe Kathrin Werres, selbstverständlich gerne! Für Sie und all die anderen Leser/innen hier wurden meine Worte ja veröffentlicht! 🙂

  19. u. sagt:

    großartig! wie aus meinem herzen geschrieben! vielen dank fürs teilen!!!

  20. Simone sagt:

    Liebe Valerie, vielen Dank für deinen Artikel. Er hat sehr viel in mir ausgelöst. Vor allem diese leise Stimme in dir, die dir das Überleben gesichert hat, hat mich zu Tränen gerührt, denn auch in mir war wohl diese Stimme, die mich weiter angetrieben hat. Danke für deine Offenheit und Ehrlichkeit. Ja, man darf wütend sein auf Eltern, die einem, statt einen aus vollen Herzen zu lieben, zu unterstützen, zu schützen, so viel Leid zugefügt haben. Herzliche Grüße, Simone

    • Valerie Horumsberg sagt:

      Liebe Simone, herzlichen Dank für dein schönes Feedback. Es zeigt mir, dass es möglich ist, genau zu verstehen, was ich mit diesem Text ausdrücken wollte. Ja, ich halte die „Erlaubnis“, wütend zu sein und klare Schuldzuweisungen machen zu dürfen, für Kinder, wie ich eines war, für absolut entscheidend. Natürlich sollten danach noch andere Gefühle und Entwicklungsschritte folgen. Doch die Erkenntnis, dass die Eltern schlicht und einfach gewalttätig waren und das nicht hätte sein dürfen, legt in meinem Augen die Basis für jedes Darüberhinauswachsen. Alles Liebe und Gute für dich!

  21. Katinka sagt:

    „Das hast du falsch verstanden; du bist viel zu empfindlich; das war gar nicht so gemeint“; auf eine plötzliche Frage hatte auch ich keine Antwort parat: was weißt du überhaupt; null Unterstützung in der Schule geschweige denn menschlich, nur stets mit Geld…wochenlang allein zuhause, Madam war im Urlaub. War ich anderer Meinung, wurde ausgesperrt/geschwiegen. Sie war null reflektiert, noch heute nicht. Ich musste heranwachsend schnell in meine Unabhängigkeit, die innere Stimme hat auch mich voran geleitet. Neue Menschen, die mich berührten – ach, so fühlt sich das an, ist ja toll, dann versuch ich das auch mal…null Selbstbewusstsein, null Selbstwert, wo andere so viel mehr in mir sahen. Das Innere hat sich langsam nach außen gearbeitet, aber oft zu sehr in anderer Beurteilung (neg./pos.) wiedergefunden. Dank der inneren Anbindung, die ich aufgrund der Situation immer hatte, kann ich zufrieden auf meine Entwicklung mit Höhen und Tiefen zurück schauen und bin gespannt auf das weitere Leben (51 Jahre dabei)….Allen nur das Beste zur weiteren Entwicklung im L(i)eben!

    • Valerie Horumsberg sagt:

      Danke, Katinka, das wünsche ich dir auch! Wie schön, dass du dich in meinem Artikel finden kannst. Fremde Menschen können ungemein hilfreich sein, nicht wahr? Ich sehe, dir ging es ein wenig wie mir. Es ist möglich, da raus zu kommen – man darf nur nicht zu viel von sich selbst erwarten. Nach schlimmen Erfahrungen und Prägungen wird man nie so „normal“ sein wie die anderen. Aber das macht nichts, ein paar Macken sollen und dürfen gerne bleiben. Das macht uns Überlebende liebenswert 🙂 Alles Gute für dich von der Autorin des obigen Gastartikels!

      • Goldmund sagt:

        Liebe Valerie Horumsberg

        Bloss keine Selbstzerfleischung! Ich glaube, es gibt keine Menschen ohne Macken. Macken können uns auch interessant machen 😉

        Alles Gute!

    • Goldmund sagt:

      Liebe Katinka

      Genau das ist so schade. Durch den narzisstischen Missbrauch und das daraus resultierende Selbstvertrauen liegt so viel Potenzial brach! Es ist unsere Aufgabe, an uns zu arbeiten und das in uns liegende Potenzial zu entfalten und zu nutzen. Wir tragen die Verantwortung für unser Leben, und niemand sonst. Wir haben es in der Hand, etwas aus unserem Leben zu machen!

      LG

  22. Bevor ich die Artikel des Verfassers über Narzisstische Persönlichkeiten hier im Internet gelesen hatte, konnte ich diese Persönlichkeitesstörung nicht einordnen. Erst jetzt, und rückwirkend betrachtet, bin ich entsetzt, wie viele dergestalt strukturierte Menschen mir bis zur Stunde begegnet sind – überwiegend Männer! Ich glaube, dass dieser Zeitgeist der beste Nährboden für narzisstisch orientierte Persönlichkeiten sind. Dieser Zeitgeist mit seiner hemmungslosen Lust an der Selbstdarstellung und Demütigung des Anderen ist astrologisch gesehen eine Zwillingserscheinung. Wir müssen dem selbstbewusst und mit erhöhter Achtsamkeit entgegentreten.

    • Valerie Horumsberg sagt:

      Liebe Maedlaine, ich würde sagen, du hast etwas ganz Wesentliches über unseren Zeitgeist verstanden: Den sich ausbreitenden, salonfähig gewordenen Narzissmus. Narzissmus ist grundsätzlich sehr gesund. Ich selbst musste ihn mir mühsam aneignen, um daraus meine Überlebenskraft schöpfen zu können. Doch sobald er ein gewisses Maß überschritten hat und sich als eine die Persönlichkeit durchdringende Eigenschaft darstellt, schädigt er – so wie das bei meiner Mutter der Fall war. Wenn du Lust hast, schau einmal in dieses Video hinein: https://youtu.be/mZn7d3aqu0Y. Vielleicht kannst du ein paar Erkenntnise für dich entnehmen. Herzliche Grüße von der Autorin des obigen Gastbeitrags

      • Goldmund sagt:

        Das Problem ist, dass Narzissmus in Politik und Wirtschaft geradezu gefördert wird. Deshalb sind da, v.a. in oberen Chargen, auch viele Narzissten zu finden.

        • Lise1 sagt:

          Goldmund, da weiß man nicht, ob da das Huhn oder das Ei zuerst da waren. Viele Posten kann man nur als Narzisst asuführen, die narzissten sorgen aber auch für die entsprechenden Posten und das Volk ist gewohnt, Führungspersönlichkeiten zu wählen. Also es ist nicht „die Gesellschaft“ oder „die da“, sondern wir alle, die das fördern

  23. Michael sagt:

    Wahnsinnig guter Artikel!
    Vielen Dank dafür!

    Könnte auch von mir sein, nur ging der Horror bei mir, da ich immer der Jüngste (und, weil ich musste, Schlaue) und Kleinste war, tagtäglich in der Schule weiter.
    Horror pur und ich kämpfe mich seit fast einem halben Jahrhundert ohne jegliches Vertrauen, fast ausnahmslos durch ein seelisches Schlachtfeld, welches sich ständig immer wieder selbst bestätigt, weil ich ja auch auf nichts anderes warte, weil ich nichts anderes als Missbrauch und Verrat gelernt habe. 🙁

    • Valerie Horumsberg sagt:

      Lieber Michael, danke für dein schönes Feedback. Ich freue mich, dass du dich in meinem Artikel entdecken kannst. Und ich verstehe dich sehr gut: Es ist enorm schwer, etwas anderes als Missgunst in der Umwelt zu erwarten, wenn das doch das Einzige ist, mit dem man umzugehen gelernt hat. Hab bitte Verständnis für dich. Dein Verhalten ist nichts als eine gesunde Selbstschutzreaktion auf eine negative Umwelt. Tatsächlich bist du ein Held! Alles Liebe und Gute für dich!