Ich kann mich nicht mehr verlieben

Von narzisstischem Missbrauch Betroffene können nach einer Beziehung mit einem Narzissten oft niemanden mehr an sich heranlassen und haben große Angst, sich wieder zu verlieben und einem neuen Partner anzuvertrauen. Um sich vor weiteren Verletzungen zu schützen, meiden sie Kontakte, die zu viel Nähe erfordern könnten. Dabei sind sie keineswegs darüber glücklich, sich nicht mehr verlieben zu können, wollen aber nicht noch einmal so bitter enttäuscht werden.

Ich kann mich nicht mehr verlieben: Eine Frau will nicht von einem Mann berührt werden

Bild: © JackF – stock.adobe.com

Eine langjährige Beziehung mit einem Narzissten hinterlässt tiefe Spuren. Die ständigen Zurechtweisungen, Anschuldigungen, Abwertungen und Schikanen haben zu einer verminderten Lebensfreude und einem geschwächten Selbstwertgefühl geführt: Betroffene sind sich bezüglich der eigenen Ansichten, Fähigkeiten, Bedürfnisse und Ziele nicht mehr sicher. Der Narzisst hat sie einer vollständigen Gehirnwäsche unterzogen und vielfach ist ihre Selbstsicherheit völlig verlorengegangen: Sie wissen nicht mehr, wer sie sind und was sie können. Dadurch, dass ihre Gutmütigkeit und ihr Vertrauen auf rücksichtslose Weise missbraucht wurden, haben sie ihre Selbstachtung, ihren Optimismus und ihre Fröhlichkeit verloren.

Aufgrund des destruktiven Dauereinflusses des Narzissten können sich bei Betroffenen schwere psychische Störungen wie Depressionen, Angststörungen oder eine Posttraumatische Belastungsstörung entwickeln, aber auch leichtere Beeinträchtigungen wie Konzentrationsstörungen, erhöhte Reizbarkeit und Nervosität. Oft sind Betroffene nach der belastenden Beziehung auch physisch sehr angeschlagen und nehmen aus der vermeintlichen großen Liebe verschiedenste psychosomatische Störungen mit wie Schlafstörungen, wiederkehrende Kopfschmerzen, Antriebslosigkeit, Schwindel und Verdauungsstörungen. Ihr körperlicher Zustand ist nach der Beziehung in der Regel geschwächt.

Zudem müssen Betroffene mit der Trennung häufig weitere Opfer verkraften wie finanzielle Verluste, einen eingeschränkten Umgang mit den Kindern oder gar einen völligen Kontaktabbruch, den Verlust des Wohnortes, des Freundeskreises oder des persönlichen Ansehens. Betroffene stehen vor dem Nichts und müssen gezwungenermaßen feststellen, dass ihre Liebe auf schäbige Weise missbraucht wurde. Während der Narzisst nahezu unbeschadet aus der Beziehung herausgeht, stehen sie vor einem Scherbenhaufen und wünschen, dem Narzissten niemals begegnet zu sein.

Betroffene wollen nie wieder leiden müssen

Verständlich, dass Betroffene in diesem Zustand kein Interesse an einer neuen Beziehung haben und auch kaum noch in der Lage sind, sich nach diesem Martyrium einem anderen wieder anzuvertrauen. Die Fähigkeit, sich neu zu verlieben, sich erneut zu öffnen und an das Gute im Menschen zu glauben, scheint verlorengegangen zu sein. Betroffene sind erst einmal damit beschäftigt, sich körperlich und seelisch wieder zu stabilisieren und die zahlreichen Schäden in ihrem Leben zu beheben. Ihr Bestreben richtet sich vorrangig darauf, so etwas Unvorstellbares wie die Beziehung mit einem Narzissten nie wieder zu erleben und kein erneutes Risiko einzugehen.

Der seelische Schutz steht nach den schweren Missbrauchserfahrungen vor dem Bedürfnis nach sozialer Nähe. Dabei sehnen sich Betroffene nach der Zeit mit dem Narzissten und den vielen Enttäuschungen und Verletzungen durchaus nach Zuneigung und sind daher gerade nach der Trennung höchst anlehnungsbedürftig. Ihr überhöhtes Misstrauen verhindert aber, sich frei und unbefangen auf einen neuen Partner einzulassen – zu sehr schmerzen noch die Wunden, die ihnen der Narzisst zugefügt hat.

Dieses Misstrauen begrenzt sich häufig nicht nur auf den Wunsch, eine neue Beziehung zu führen, sondern erstreckt sich auch auf neue Bekanntschaften und jede Form von sozialen Kontakten. Betroffene ziehen sich zurück, lassen sich nur sehr zögerlich auf andere ein, meiden jegliche Bindung und haben immer wieder schlimme Erinnerungen an die Zeit mit dem Narzissten vor Augen. Um diesen Albtraum nicht noch einmal erleben zu müssen, sind sie bereit, allein zu bleiben und ihr Liebesbedürfnis zu leugnen.

Die Sehnsucht nach Liebe muss irgendwie kompensiert werden

Betroffene müssen gegen ihre Sehnsucht ankämpfen, sich wieder verlieben zu wollen. Innerlich träumen sie von einer idealen Liebe, in der die Partner verständnisvoll miteinander umgehen, jeder den anderen wertschätzt und ihn bei dessen Bedürfnissen, aber auch Sorgen unterstützt. Sie träumen von Leidenschaft, Vertrautheit und Innigkeit, können sich aber nicht mehr vorstellen, dieses Ideal jemals zu finden. Insgeheim schämen sie sich sogar für ihre Fantasien, sagt ihnen doch ihr Verstand, dass sie nie den richtigen Partner finden werden und am Ende doch wieder leiden müssen.

Eine ambivalente Gefühlslage wird zum neuen Lebensbegleiter: Betroffene würden sich zwar gerne wieder verlieben, trauen sich aber nicht und ziehen sich bereits beim ersten zaghaften Annäherungsversuch eines Bewerbers sofort zurück. Selbst einer harmlosen Umarmung, einem Begrüßungskuss oder dem Angebot einer Verabredung wird aus dem Weg gegangen. Obwohl sie gerne würden, ist die Angst vor einem erneuten Schiffbruch einfach zu groß. Der Gedanke „Ich kann mich nicht mehr verlieben!“ wird zu einem Mantra, das sich sofort meldet, sobald sich eine Möglichkeit zu ergeben scheint.

Stattdessen reden sich Betroffene ein, dass sie gar keinen Partner mehr benötigen, dass es ohnehin keine wahre Liebe gibt, dass alle nur an ihren eigenen Vorteil denken und dass ein bedingungsloses Füreinander-Einstehen ein ewiger Traum bleiben muss. Das Alleinsein wird dann zu einer Tugend hochstilisiert, indem man anderen stolz erklärt, gar keinen Partner und keine Liebe nötig zu haben und bestens allein zurechtzukommen. Die bewusste Demonstration von Unabhängigkeit verbunden mit der Entwertung potenzieller Beziehungskandidaten wird dann zur Selbststärkung genutzt: Man erlebt sich als überlegen, weil man sich dem Zwang, unbedingt einen Partner haben zu müssen, bequem entziehen kann.

Selbst dann, wenn Betroffene ernsthaft vorhaben, sich einem neuen Partner anzuvertrauen, und sich verlieben möchten, können sie ihr erhöhtes Misstrauen nicht einfach ablegen. Sie öffnen sich nur äußerst zögerlich, wollen nicht zu viel von sich preisgeben und versuchen, sich durch ausweichendes Verhalten zu schützen, wenn der neue Partner zu tief in sie einzudringen versucht. Verlangt der neue Partner zu schnell zu viel Nähe, werden sie skeptisch und ziehen sich wieder zurück.

Überall wird Narzissmus gesehen

Betroffene können den Reflex, sich zurückzuziehen, nicht unterdrücken. Die Angst davor, eine weitere Pleite zu erleben, ist allgegenwärtig, und aus dieser erhöhten Sensibilität heraus werden Äußerungen und Handlungen eines neuen Partners häufig fehlinterpretiert. Schon bei harmlosen Begebenheiten, die in irgendeiner Weise an Situationen mit dem Narzissten erinnern, schrecken sie zurück und meinen, Anzeichen dafür zu erkennen, wieder in die Missbrauchsfalle zu tappen. Sie können sich auf eine neue Situation überhaupt nicht entspannt einlassen, glauben, überall narzisstisches Verhalten zu erkennen, und werden grundlos von einer inneren Panik befallen. Dem neuen Partner wird dann vielfach Unrecht getan, was diesen wiederum zu Misstrauen und mehr Vorsicht verleitet.

Die zunehmende Zurückhaltung und Skepsis des neuen Partners als Antwort auf das misstrauische Verhalten des Betroffenen können diesen wiederum in dessen Meinung bestärken, gar nicht richtig geliebt zu werden. Während er von seinem neuen Partner den Mut zur bedingungslosen Liebe erwartet, nimmt er selbst eine reservierte Haltung ein und prüft erst ausgiebig, ob der Partner seine Erwartungen auch erfüllt. Während der Betroffene aufgrund seiner Erfahrungen mit dem Narzissten in der neuen Beziehung mit angezogener Handbremse unterwegs ist, muss der neue Partner Vollgas geben, um sich zu beweisen. So wird der neue Partner dazu genutzt, das eigene Selbstwertgefühl zu stabilisieren und die eigenen Wunden zu heilen, statt sich wirklich auf ihn einzulassen.

In diesem Fall nutzen Betroffene eine neue Beziehung nur zur Behebung ihres Selbstwertmangels und missbrauchen den neuen Partner ihrerseits. Oftmals rechtfertigen Betroffene ihre Zurückhaltung mit der großen Enttäuschung aus ihrer vorangegangenen Beziehung mit dem Narzissten und nutzen zukünftig andere aus, um sich über deren Zuwendung als begehrenswert zu erleben. Um selbst keine Verletzungen mehr zu erfahren und wieder Lebensfreude und Lebensmut zurückzubekommen, werden dann andere getäuscht.

Diese Form der Selbstwertregulierung produziert aber nur weitere Opfer und bringt das Vertrauen in die Liebe und in eine harmonische Beziehung zu einem anderen Menschen nicht wieder zurück. Betroffene sollten daher eine Phase des Alleinseins nicht als unabwendbares Schicksal betrachten und sich in ihren Gram zurückziehen, sondern sie als Chance nutzen, mit sich selbst wieder ins Reine zu kommen und die schrecklichen Erlebnisse mit dem Narzissten zu verarbeiten. Ein liebevoller Selbstfindungsprozess kann das Vertrauen in die Liebe wieder zurückbringen.


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Veröffentlicht in Blog, Trennung von einem Narzissten
28 Kommentare zu “Ich kann mich nicht mehr verlieben
  1. Kathleen sagt:

    Ich habe bisher in meinem Leben erst einen Narzissten kennengelernt. Ich persönlich schätze die Wahrscheinlichkeit aus dem Grund gering ein, wieder an einen zu geraten. Dennoch kann ich mich nicht mehr verlieben weil mir normale Männer zu fad geworden sind. Das klingt komisch aber ich langweile mich schnell und will sie dann nicht mehr und alles stört mich gleich an ihnen. So war ich früher nicht. Ich war immer tolerant, hab über vieles hinweg gesehen usw. Heute bin ich das nicht mehr. Meine Ansprüche an einen Mann sind ins Unermessliche gestiegen. Der Narzisst hat mich komplett verändert. Da sind so viele Männer, die sind sehr lieb zu mir aber ich merke, dass ich mir sein Verhalten schon zu sehr angenommen habe.
    Es gibt viele Menschen, die einfach nicht nett sind, teils Arschlochverhalten haben, auch narzisstische Züge aber einen richtig Pathologischer Narzisst ist noch mal eine völlig andere Hausnummer. Von daher: ich kenne keinen der so ist wie er. Und ich kenne wirklich viele Menschen. Er war der Teufel und wo auch immer ich mich verloren habe, ich habe das Gefühl, dass mein altes Ich tot ist. Ich bin nicht mehr so und ich fühle nicht mehr so. Ich bin teilweise eiskalt geworden, auch bin ich leider nicht mehr so freundlich zu anderen Männern und merke wie ich geworden bin wie der Narzisst, indem ich anderen weh tue. So war ich nie. Ich sage absichtlich Dinge, wo ich weiß dass sie andere verletzen. Ich erkenne mich selbst nicht wieder und das ein Jahr nach der Trennung. Was auch immer er aus mir gemacht hat, es fühlt sich an als hätte er meine Seele in tausend Teile zerfetzt.

  2. Silia sagt:

    Ich denke, dass wir Erlebnisse mit einem narzisstischen Menschen – selbst wenn es wie bei mir bereits seit 53 Jahren andauert (narzisstische Persönlichkeitstörung mit histrionischen Anteilen (Cluster B) bei meiner Mutter) – gut überwinden könnten, wenn die Umgebung „normal“ wäre. Ich finde, wir haben einen gesellschaftlichen Wandel mit einer Zunahme an Egoisten und ich fürchte auch mit einer zunehmenden Anzahl an narzisstischen Persönlichketsstörungen. Zum ursprünglichen Trauma gesellen sich leider häufig weitere menschliche Enttäuschungen im Alltag. Das, was den Menschen ausmachen sollte, vermisse ich zunehmend. Zumindest mir begegnet wenig menschliche Wärme, Weichheit, Menschlichkeit. Obwohl ich partnerschaftliche keine narzisstische Beziehung hatte, kann ich mir inzwischen aus der Summation unterschiedlicher Erfahrungen keine Partnerschaft mehr vorstellen. Vielleicht müsste es jemand sein, der ähnliche Erfahrungen gemacht hat und Freundschaft im Vordergrund stehen würde. Mein Vater, der weiter in der Hölle mit meiner Mutter lebt, gibt mir immer den Rat, allein zu bleiben. Heute würde er nicht mehr heiraten. Und ich frage mich manchmal auch, warum wir immer der Zweisamkeit hinterher hecheln und meinen, nur so würde man glücklich werden. Man muss das Alleinsein trainieren, aber wer sagt, dass das gegenüber der Zweisamkeit nur zweite Wahl ist?

    • Emily sagt:

      Hallo zusammen,

      auch ich merke, dass ich mich nicht mehr verlieben kann.

      Treffe ich einen Mann, der mir gut gefällt, möchte ich am liebsten wieder umdrehen, so groß ist die Angst, wieder abgewertet und lächerlich gemacht zu werden. Ich habe dann riesiges Herzklopfen und fühle mich, als sei ich eine einzige, große Projektionsfläche. Leider bin ich dann gar nicht ich selbst (lustig, spontan, charmant). Und das Misstrauen, das ist riesengroß geworden. So schade!!

      Emily

      • Hannelore Holzwarth sagt:

        Das kenne ich leider nur zu gut 😔.
        Mich macht das wütend und traurig zugleich.
        Aber wie kann man je wieder einem Mann was anvertrauen, um Hilfe bitten, wenn einem es dann böse um die Ohren gehaue wird. Den sogenannten liebesbeteuerungen, Kosenamen usw….. Glauben schenken. Wenn dann der Text mit einem süffisanten Lächeln kommt,…. Du wolltest es doch hören 😭

  3. Carmen sagt:

    Ich war selbst davon betroffen und kann nur wiedergeben was ich davon denke:

    Man kann sich nicht mehr verlieben, weil man immer noch an der Vergangenheit festhält. Man kann nicht Glauben, dass man auf einen Narzissten reingefallen ist und das knackst am Ego. Glaubt Ihr mir nicht? Ist aber so!
    Akzeptiert, dass Ihr auf einen Narz reingefallen seit, akzeptiert, dass auch ihr Fehler gemacht habt. Akzeptiert, dass Ihr nicht perfekt seid. Und vor Allem, akzeptiert, dass die Geschichte Vergangenheit ist. Nehmt euch Zeit zum Heilen, seid vorsichtig mit Neuen Partnern, aber redet Euch nichtein, Ihr könntet Euch nie wieder verlieben, wegen den Verletzungen!

    Hört auf in der Vergangenheit zu Leben und schaut nach Vorne. Was pasiert ist, kann man nicht ändern. Aber man kann so Leben, dass es kein Thema mehr ist. Hab ich auch gemacht, und mein Missbrauch ist erst 4 Jahre her! Ich bin jetzt Glücklicher als je zuvor, während mein Narz so weitermacht wie bisher und auch paar Mal wieder, erfolglos, Kontakt aufgenommen hat

  4. Caacoo sagt:

    O ja das alles kenne ich. Während ich völlig verstört und entkräftet war nach der Trennung damals von meinem Narzissten brauchte er keine Woche um sich ohne Probleme die nächste Frau zu nehmen. Ich dagegen war monatelang entkräftet und misstrauisch und habe recherchiert über das Phänomen. Dann habe ich mich vorwiegend in Gruppen aufgehalten ohne Partnerschaft. Ich hatte eine Wandergruppe, etc. Irgendwann war es aber bei mir vorbei. Inzwischen habe ich einen neuen Partner. Es kann gehen!

  5. Sonja Stendera sagt:

    Ich habe irgendwie noch nie an Liebe geglaubt, ich weiß gar nicht, wie das geht. Liegt vllt. an meiner Mutter, eine verdeckte Narzisstin, die mich nicht geliebt hat. Und dann 35 Jahre lang einen Narzopathen… Auch sonst hat mich noch nie jemand geliebt, sei es potentielle Partner oder Freunde. Es gibt vielleicht mal ein zaghaftes: ‚ich mag dich‘ von anderen Menschen, aber das ist es dann auch schon. Dann widmen sie sich anderen Menschen. Naja, ich mag auch den Frühling, Nutella oder Currywurst…haha. Freunde habe ich keine, es will irgendwie nie jemand mit mir zu tun haben, in den Arm genommen wurde ich seit Jahren nicht mehr. Und letzten Sommer bin ich dann auf eine Zisse reingefallen, die das Programm lovebombing et. im Schnelldurchlauf durchzog. Wollte meine Freundin sein und hat so einiges behauptet, um Gemeinsamkeiten herzustellen. Zum Glück habe ich das erkannt und die Notbremse gezogen. Denn, nach 51 Jahren will ein Mensch meine Freundin sein, einfach so? Mich mag jemand? Da kann ja was nicht stimmen… So ist das: entweder man fällt wieder auf solche Toxen rein oder man ist alleine. Ich habe alles probiert: von people pleasing bis Authentizität – Menschen mögen mich trotzdem nicht. Und ich bleib lieber alleine, als jemals wieder auf solche reinzufallen. Ich war von Anfang an nicht wirklich auf dieser Welt erwünscht, also ist es besser, anderen nicht zur Last zu fallen. Hört sich jetzt nach Opfermentalität an, aber ich fühle mich nicht als Opfer oder so, ich denke nur, manche müssen wohl alleine bleiben ihr Leben lang, wie vorherbestimmt. Aber besser allein, als das Leben von Narzissten bestimmt zu bekommen. Und jetzt mit 50+ ist der Zug eh angefahren 🙂

  6. Amy sagt:

    Man ist ja meistens nicht nur mit einem narzisstisch Gestörten zusammen sondern wirkt nach meiner Erfahrung wie ein Magnet auf diese Menschen. Da kann man leicht den Glauben an die gesamte Menschheit verlieren, nicht nur an Liebesbeziehungen. Erst wenn man begreift, dass es vernünftige, loyale Menschen durchaus gibt und man seine Lebenszeit nicht mit den Gestörten verschwenden muss, kann sich vielleicht etwas ändern.
    Dann muss man noch an sich arbeiten und akzeptieren, dass man gesunde Beziehungen zu Freunden, einem Partner und am Arbeitsplatz wert ist und nicht nur dazu da ist, benutzt und heruntergemacht zu werden.
    Leider ist dieses Thema allgemein noch immer wenig bekannt und so leiden Betroffene jahre- oder schlimmstenfalls lebenslang…

  7. Thomas sagt:

    Das Beschriebene trifft auch auf mich zu. Ich bin nach einer „narzisstischen Ehe“ von 16 Jahren mit entfremdeter Tochter seit 7 Jahren Single und hab keine Hoffnung mehr auf Zweisamkeit, weil zum Ersten mit 58 Jahren, bei Veranstaltungen Männer Überschuss herrscht und zum Zweiten Corona das Singledasein ohnehin in Stein meißelt!

    • Sandra sagt:

      Hallo Thomas,
      Uns trennen mehr als 20 Jahre, aber ich hatte genau die gleichen Gedanken. Frau, Mitte 30, geschieden, kinderlos mit Katze. Davon gibt es so viele, warum sollte ein „guter“ Mann da gerade mich wählen, wenn doch so eine Fülle an Singlefrauen in diesem Alter existiert, viele davon ohne die seelischen Narben, wie ich sie trage. Während Corona hab ich mich sehr mit Sadhguru beschäftigt. Seine Perspektive von Liebe und Partnerschaft sind so anders, als alles was wir hier im Westen kennen. Es hilft mir unglaublich ein stabiles Selbst zu entwickeln und das Leben auf eine ganz andere Art wahr zu nehmen. Ich weiß nicht wie, aber ich habe vor kurzem einen Mann in mein Leben gezogen, der unfassbar liebenswert ist. Aber auch mit ihm möchte ich keine Beziehung, ich sehe ihn als Gefährten, wir helfen einander unsere Bedürfnisse zu stillen und uns das Leben schöner zu machen. Vielleicht würde dir auch ein Perspektivenwechsel gut tun und dir helfen dich besser zu fühlen. Dafür kann ich dir den Sadhguru nur empfehlen und wünsche dir von ganzem Herzen alles Liebe,
      Sandra

      (Vergiss nicht, dass Frauen eine höhere Lebenserwartung und Männer zumeist eine ungesundere Lebensweise haben. In ein paar wenigen Jahren wird deine Situation eine gänzlich andere sein und wenn du dich bis dahin gut um dich kümmerst, wird dir ein weites Feld an liebeshungriger Witwen offen stehen 😉 Liebe ist zeitlos, unvergänglich und immer schön, auch mit 60, 65 und 70!)

    • Simone sagt:

      Hallo Thomas,
      mir ging es ähnlich. Ich bin 52 ind ich tue mich auch sehr schwer.
      Vllt. können wir ja mal telefonieren.
      VG, Simone

    • Erika sagt:

      Nicht aufgeben Thomas, wenn die Zeit gekommen ist kommt auch die Richtige in Dein Leben.

  8. lilli sagt:

    Hallo,
    gutes Thema.
    In puncto Partnerschaft bin ich mit dem dritten nicht ganz so krassen Narzissten, Vater unserer erwachsenen unabhängigen Kinder, zusammen.
    Ich denke, wie Puzzleteile passende gleichgewichtige Liebe bei Paaren gibt es nicht oft. –
    In meinem Freundeskreis übe ich zur Zeit Freiheit
    vom Narzissmusstress. Da erwarte ich im Grunde, dass die anderen besonders nett zu mir sein sollten,
    während ich meine Handbremse nicht so ganz zu lösen wage.
    Da versuche ich die früheren Erfahrungen mit narzisstischen Freund.innen
    zu überwinden und freundlicher zu sein,
    wobei die Online- Zoom- Treffen ein gutes Übungsfeld für mich sind.

  9. Sonja sagt:

    Ich erkenne mich in dem Artikel total wieder! Ich war 12 Jahre lang mit einem Narzissten verheiratet. Dies ist bereits 9 Jahre her. Nach der Trennung hatte ich zwei neue Beziehungen. In der ersten Beziehung danach erkannte ich erneut Züge von Narzissmus und trennte mich nach einem Jahr. In der zweiten Beziehung bin ich nach wie vor, seit bereits 5 Jahren. Mein neuer Partner ist das Gegenteil von einem Narzissten, sehr einfühlsam und rücksichtsvoll. Doch ich merke, dass eine Mauer um mich herum ist und ich mich nicht mehr vollständig öffnen kann. Letztens meinte mein Partner, ob wir nicht zusammenziehen möchten und sprach auch von heiraten. Ich wurde daraufhin so panisch, dass ich seither sogar an Trennung denke, obwohl er der liebste Mensch ist, der mir je begegnet ist. Ich möchte jedoch nie mehr so einen Schmerz erleben, wie in der kranken Ehe davor. Ich frage mich immer wieder, ob ich nicht besser alleine bleibe.

    • Waldhaus sagt:

      Hallo Sonja, ich kann dich super gut verstehen. Ich lebe seit 16 Jahren in einer narzisstischen Ehe und bin seit einem Jahr dabei, mich von meinem Narzissten zu trennen. Wegen Corona war es bisher nicht möglich, eine Wohnung für mich zu finden. Ich hoffe nun, dass es in diesem Jahr – wenn Corona es zulässt – doch noch mit einer Wohnung klappt. Ich habe mich innerlich bereits vor einem Jahr von meinem Mann getrennt und das klappt auch sehr gut. Er kommt nicht mehr an mich heran. Ich lasse ihn nun genauso einfach stehen und antworte auf Fragen und Kommentare – sofern er überhaupt spricht – ebenfalls einfach nicht mehr. Er hat schon gemerkt, dass ich mich verändert habe und gibt nun sehr oft – wenn auch am nächsten Tag – klein bei. „Geht doch“. Nun habe ich natürlich auch Bedürfnisse und stelle mir vor, was wäre, wenn ich einen neuen Mann kennen lernen würde, der tatsächlich emphatisch ist und liebevoll. Ich glaube, ich würde mein eigenes Reich auch nicht noch einmal aufgeben. Wenn er mich liebt, bleibt er auch ohne Heirat und man kann ja mal hier und mal bei ihm leben, man würde schon eine Lösung finden.
      So denke ich, dass du dich darauf auch nicht einlassen musst. Heute ist es doch Gang und Gäbe, ohne Trauschein zu leben und niemand fragt warum. Wenn er dich liebt, bleibt er auch ohne Trauschein. Gib ihn nicht auf, wenn er dich doch sonst glücklich macht. Du hast es absolut verdient, glücklich zu sein. Alleinsein ist nicht schön….

    • lilli sagt:

      Hallo,
      zu wissen,
      was man im eigenen Leben möchte,
      für sich, bzw.
      in Partnerschaft und Freundschaften,
      um gemeinsame und verschiedene Interessen pflegen zu können oder eigene,
      statt sich zu sehr anzupassen,
      ist wichtig für das Lebensglück.
      Die Erwartung, dass nun der/die andere sich mehr anpassen könnte aus Liebe,
      ist dieselbe Sackgasse.

      • lilli sagt:

        … dieser Drang des/der Narzissten/in oder Egzentrikers/in die Hauptperson sein zu müssen bzw. zu wollen und die eigene Unzufriedenheit und Negativität immer den anderen anzulasten,
        ist ohne Kenntnis der NPS nicht einzuschätzen.
        Ohne die Entwicklung oder Wiederherdtellung des eigenen gesunden Egos
        ist die Angst davor nicht zu überwinden und die Freiheit sich für oder gegen jemand zu entscheiden, eingeschränkt.

  10. Susanne sagt:

    Bei mir ist es anders herum, war 32 Jahre mit einem Mann glücklich zusammen (verh., der 1. Mann in meinem Leben)und bin, nachdem ich Witwe wurde (mit 3 Jahre Pause dazwischen) an so einen toxischen Gefühlstäter geraten.

    Ich war wohl ein wenig bedürftig nach den ganzen Schicksalsschlägen und sein Verhalten kam mir komisch vor (Lovebombing, Future Faking usw.), konnte es aber nicht einordnen. Woher soll ich wissen, dass es so etwas gibt, mit einem Wort: Ich war gutgläubig und nicht vorsichtig genug.

    Wer rechnet schon damit, dass es böse Menschen gibt, die einen im Namen der Liebe nur für ihre Zwecke benutzen wollen.
    Die Beziehung war dementsprechend nur kurz, wenige Monate und ich danach fix und alle physisch und psychisch.
    Dann kam die sog. toxische Einsamkeit und ich lernte auch sofort wieder jemanden kennen, der mehr als nur Interesse an mir hatte.

    Aber ich konnte mich nicht einlassen und um zu verhindern, dass das passiert, was im oberen Bericht geschrieben wurde, dass ich selber zur Täterin werde und den Mann ausnutze, habe ich ihm nach 3. Treffen einen Korb gegeben.
    Seitdem bin ich Single und habe keinerlei Ambitionen mich wieder auf irgendjemanden einzulassen.

    Mir geht es alleine sehr gut, ich bin stabil und ganz bei mir selber.
    Ich suche auch nicht.
    Bin aber trotzdem offen, wenn mir nochmal jemand begegnet.
    Inwiefern ich dann Mauern hochziehe, kann ich nicht beurteilen.
    Und wenn ich niemanden treffe ist es auch gut, dann bleibe ich eben alleine. Mit 55 Jahren sollte man das
    können.

    • Hanna sagt:

      Liebe Susanne,
      du hast den Vorteil, dass eine langjährige liebevolle Beziehung geführt hast, aber was soll man machen, wenn man gar nicht weiß, wie das geht? Wie sich das anfühlt? Ich habe 20 Jahre mit einem Narzissten gelebt. Ich würde 2 Jahre nach der Trennung auch gerne wieder jemanden in mein Leben lassen, aber wüsste gar nicht wie. Und mit 50 und unter Corona-Beschränkungen ist es schwer, überhaupt jemandem zu begegnen, der für eine Beziehung in Frage käme.
      Schöne Grüße
      Hanna

      • Susanne sagt:

        Hallo Hanna,

        ich habe mich auch schon gefragt, wie mein Leben wohl verlaufen wäre, wenn ich in jungen Jahren an so einen Mann geraten wäre.
        Ich weiß es nicht! Ich weiß nur, dass ich schon immer ein wenig aufmüpfig war und mir nichts gefallen lassen habe. Auch nicht von Vorgesetzten.

        Mein Eindruck ist, dass besonders auch ältere Männer patriarchisch erzogen wurden und dieses natürlich gelebt haben. Das Ergebnis ist jetzt, dass viele ältere Männer wenig anfangen können mit Augenhöhe, sondern geht es eben um Macht und Kontrolle. Partnerschaft im Sinne von gegenseitigem Respekt und ausgeglichenem Geben und Nehmen ist bei denen ein Fremdwort.
        Aber auch Corona wird irgendwann beherrschbar sein, kein Grund sein Glück nicht weiter zu versuchen, wenn man das möchte.

        Ich persönlich war mein Leben lang in einer Partnerschaft und vermisse derzeit rein gar nichts.
        Schon gar nicht nach den Erlebnissen. Meine Lebenszeit ist endlich und dann überlegt man sich irgendwann genau, wen man noch in sein Leben lässt und wen nicht.

        Ich habe Familie und 3 Enkelkinder, bin reicht gesegnet und will zufrieden sein.
        Und was heute läuft ist so und so krank, da kann ich nur sagen, dass Partnerschaft so und so überbewertet wird. Und wenn dann nur noch, wenn es mich bereichert.

        Auch ohne ist man „ganz“, nur die Gesellschaft nervt, man wird als Singlefrau zum Freiwild und soll sich stetig rechtfertigen. Allerdings habe ich auch Verständnis dafür, wenn junge Menschen es nicht so locker sehen, die die heutige Spaßgesellschaft und die unendlichen Auswahlmöglichkeiten lassen eine Bindung oftmals gar nicht mehr zu und Narzissten und Psychopathen haben leichtes Spiel (Stichwort Singlebörse)

        • Hanna sagt:

          Liebe Susanne,
          das Thema Singlebörse ist tatsächlich sehr schwierig. Ich habe es selbst nicht versucht, aber von Freundinnen gehört, dass sich dort eben gerade viele Männer tummeln, die entweder nur ihren Spaß haben wollen und/oder „nutzenorientiert“ vorgehen. Narzisstische und psychopathische Tendenzen sind dort wahrscheinlich auch vertreten. Mein Ex hat sich darüber gleich eine Neue gesucht und wurde binnen 2 Monaten nach seinem Auszug bei mir fündig.
          Da mein Freundeskreis fast nur aus (verheirateten) Freundinnen besteht, ist es schwer Kontakte zu knüpfen. Männliche Freunde hat mein Ex natürlich gar nicht zugelassen und selbst hat er gar keinen Freundeskreis gehabt, bis auf zwei Freunde, die sehr weit weg wohnen. Typisches Muster der Isolation.
          Mit 50, zwei jugendlichen Töchtern und einer langen narzisstischen Beziehung ist die Vorstellung den Rest des Lebens ohne Partnerschaft zu verbringen, nicht besonders reizvoll. Ich hätte gern eine Beziehung auf Augenhöhe. Nochmal an einen Narzissten geraten, um Gottes willen nein!

          Liebe Grüße
          Hanna

          • Susanne sagt:

            Liebe Hanna,

            genau diese Erfahrungen habe ich auch gemacht. Rate mal, wo „er“ mich eingesammelt hat. In
            genau so einer Singlebörse, von der ich mich gerade abmelden wollte, weil ich es dort ganz gruselig finde und sofort ein Fluchtreflex bei mir eintritt.
            Warenhausmentalität und Oberflächlichkeit sind dort an der Tagesordnung und besonders gerne Gestörte tummeln sich auch dort, weil dort die Hemmschwelle für sie dort eben am Niedrigsten ist.
            Mein Ex hat sich auch kurz nach unserer „Beziehung“ gleich wieder auf der Partnerbörse eine Neue gesucht.
            Man wird ausgetauscht, wie eine Batterie, während man selber nicht mehr in der Lage ist zu vertrauen und sich auf jemanden einzulassen. Auch nach 2,5 Jahren bin ich nicht wirklich in der Lage dazu.

    • Hanna sagt:

      Ja, das bestätigt auch das, was ich gehört habe. Ich wurde auch einfach mittels Parship ausgetauscht. Jetzt kann ich drüber lachen, aber damals war das heftig. Nach dem Gespräch, als die Kinder von uns, geredet habe aber natürlich nur ich, erfuhren, dass wir uns trennen, hat er sofort (als ich weg war) den Kindern (11 und 14 Jahre)eröffnet, dass er nicht alleine bleiben wird und sie schon mal eine Liste erstellen könnten, wie die Neue denn sein sollte. Sie könnten Wünsche äußern. Das erfuhr ich am Abend darauf, als mich meine Tochter fragte, ob mir noch was einfallen würde, was sie auf die Liste schreiben könnte. Später hat er auch noch ein Video von der Kleinen gedreht, wo sie sagt, was die Neue alles können und mögen muss. Das Jugendamt sagte dazu, „das grenzt an Kindeswohlgefährdung“.
      Ich muss wohl nicht sagen, dass die Dame ein sehr, sehr ähnliches Profil wie ich hat und noch ein paar zusätzliche vorteilhafte Eigenschaften. Ich kann inzwischen wirklich darüber schmunzeln. Ihr wird es vielleicht nicht ganz so wie mir ergehen, weil sie keine Kinder mit ihm hat, aber ich weiß ja, dass die Entwertung schleichend kommt. Zwischen dem Gespräch mit den Kindern und ihrem Einzug bei ihm lagen keine drei Monate. Sein Spruch schon früher war: „Dann kommt die Nächste“.

  11. Sternchen sagt:

    Oh bin mein Gott, ich erkenne genau „mein“ Muster in diesem Artikel. Nach einer langen toxischen Beziehung, ein apruptes Ende dieser Beziehung, steht auf einmal ein Mensch da, der liebenswert und ehrlich ist. Und die einzige Frage die man sich stellt ist: wo ist der Haken? Alles wird hinterfragt und misstrauisch beäugt. Und selbst steckt man in seiner Komfort Zone und gibt nicht viel Preis. Nur das, was unbedingt nötig ist.
    Es ist furchtbar, wie man sich von einem fröhlichen, lebensbejahenden mutigen Menschen in einen ängstlichen zurückhaltenden misstrauischen und pessimistischen Menschen verwandeln kann. Ich bedaure es wirklich sehr und hoffe, dass die Mutation zu meinem alten Ich nicht so lange dauert wie die Zerstörung dessen.
    Sternchen

  12. Yvonne sagt:

    Genau so ist es. Dies ist aber nach jeder Missbrauchs-und Ausbeuter-Beziehung so. Missbraucher und Ausbeuter sind oft Narzissten, aber eben nicht ausschliesslich. Manchmal sind sie einfach „nur“ egoistische, gewalttätige Idioten. Sie nützen aus und missbrauchen alle Gutmütigen und besonders den Liebespartner. Und es scheint immer mehr von denen zu geben, warum auch immer. Einseitige Nehmer. Wenn man nicht mehr geben kann, weil man schon total „ausgelutscht“ ist, sind sie weg. Beim nächsten Opfer. Und sie fühlen sich meistens im Recht und werfen einem oft noch „Geiz“ vor, oder andere Eigenschaften und versuchen einem obendrein noch ein schlechtes Gewissen zu machen. Unfassbar.

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