Wann wissen Betroffene, dass sie den Narzissten endgültig verlassen müssen?

Partner eines Narzissten sind häufig dessen ständigen Übergriffen und Ausschweifungen gegenüber viel zu nachsichtig und können die Hoffnung nicht aufgeben, dass sich das Verhalten des Narzissten doch noch eines Tages bessert. Aus diesem Grund sind sie bereit, viel zu viel zu ertragen und viel zu lange durchzuhalten. Sie erkennen nicht, wann ihre Geduld ein Ende haben muss und der richtige Zeitpunkt ist, den Narzissten endgültig zu verlassen.

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Partner von Narzissten quälen sich häufig unverhältnismäßig lange durch eine unglückliche Beziehung. Obwohl ihnen schon bewusst ist, dass sie kaum einen positiven Einfluss auf den Narzissten ausüben können und dieser sich nicht ändern wird, können sie sich dennoch nicht trennen und ihn verlassen. Aufgrund von gemeinsamen Kindern oder anderen Verpflichtungen versuchen sie, durchzuhalten, oder haben trotz allem noch die Hoffnung, der Narzisst könnte irgendwann ein Einsehen haben und sich wieder in den Kavalier verwandeln, der er am Anfang der Beziehung war.

Partner müssen sich fortlaufend mit ihrer traurigen Situation beschäftigen: Sie denken stundenlang darüber nach, was sie ändern und wie sie sich besser auf den Narzissten einstellen könnten, warum der Narzisst immer so rücksichtslos und niederträchtig agieren muss und wie sie sich vor seinen Attacken schützen könnten. Sie denken über eine Paartherapie nach, distanzieren sich zunehmend, reden nicht mehr viel mit dem Narzissten oder geben sich der Vorstellung hin, ihn zu verlassen, um endlich Ruhe zu haben. Der wiederkehrende Schmerz, verursacht durch die permanenten Gemeinheiten des Narzissten, zwingt sie dazu, sich einen Ausweg einfallen zu lassen.

Häufig sind Partner von Narzissten auch aufgrund der ständigen Querelen so erschöpft oder krank, dass sie gar nicht mehr in der Lage sind, ihre Situation zu ihren Gunsten zu beeinflussen oder sich überhaupt ernsthafte Gedanken über geeignete Lösungsstrategien oder eine Trennung zu machen. Sie leben nur noch vor sich hin und warten insgeheim auf ein Wunder oder denken im schlimmsten Fall sogar an einen Suizid. In diesem Fall hat sie der Narzisst bereits so sehr ausgelaugt, dass sie sich nicht mehr alleine aus ihrer Not befreien können und den spätesten Zeitpunkt des Absprungs verpasst haben.

Wann ist der richtige Zeitpunkt, den Narzissten zu verlassen?

Trennen sich Betroffene zu früh von dem Narzissten, weil sie sein arrogantes und vereinnahmendes Wesen nicht mehr ertragen können, obwohl sie noch Gefühle für ihn haben, vermissen sie ihn irgendwann und sehnen sich nach seiner liebevollen Seite zurück. Sie bereuen den Schritt, weil sie die Trennung zwar aus Vernunft vollzogen haben, doch noch immer an dem Narzissten denken müsen. Oder sie fühlen sich geschmeichelt, wenn der Narzisst nach der Trennung versucht, wieder mit ihnen in Kontakt zu treten und sie mit seinen betörenden Verführungskünsten zurückzugewinnen. Partner können dann ihre Trennungsabsicht nicht durchhalten und werden schwach, sobald der Narzisst wieder vor ihnen steht und ihnen schöne Worte ins Ohr flüstert.

Auf der anderen Seite können sie den Narzissten nicht erst dann verlassen, wenn sie körperlich oder psychisch stark angeschlagen und nervlich am Ende sind oder wenn Abhängigkeiten und Verpflichtungen einen unkomplizierten Ausstieg aus der Beziehung erschweren und einen erheblichen Nachteil für sie bedeuten würden. Gehen sie zu früh, trauern sie möglicherweise einer vermeintlich verpassten Chance hinterher, gehen sie hingegen zu spät, können sie sich womöglich nie mehr von den Schikanen erholen und der Mensch werden, der sie einmal waren, bevor sie den Narzissten kennengelernt haben. Es ist gleichsam eine Kunst, den richtigen Zeitpunkt zu erwischen, an dem man gehen kann, ohne zu bedauern, und mit sich im Reinen ist, um nicht für immer dem Narzissten ausgeliefert zu sein.

Der richtige Zeitpunkt ist auch deshalb oft so schwer zu erkennen, weil der Missbrauch, den der Narzisst an seinem Partner verübt, schleichend und unauffällig verläuft. Wären die Misshandlungen offensichtlicher, würde es Betroffenen wahrscheinlich leichter fallen, sich bedenkenlos zu trennen, bevor der Narzisst sie völlig zerstört. Da es aber neben schrecklichen Erlebnissen auch immer wieder schöne, geradezu aufregende Momente gibt, fällt es Partnern sehr schwer, den Narzissten zu verlassen, weil in ihm auch ein guter Kern zu stecken scheint. Dieses Wechselbad aus wunderschönen Höhepunkten und bitteren Tiefpunkten birgt die große Gefahr, den richtigen Zeitpunkt zu verpassen, weil Betroffene immer wieder glauben, dass es besser werden und sich die Beziehung irgendwann stabilisieren könnte.

Partner halten durch, bis das Fass überläuft

In der Regel bedarf es bestimmter Auslöser, die dem betroffenen Partner endlich die Augen öffnen und ein so unangenehmes und belastendes Bauchgefühl bei ihm hervorrufen, dass seine Zweifel an der Beziehung beträchtlich anwachsen und damit die Illusion, der Narzisst sei der ideale Partner, endgültig platzt. Der Partner muss wachgerüttelt werden und aus seinem Dornröschenschlaf erwachen. Andernfalls neigt er immer wieder dazu, die Beziehung mit dem Narzissten schönzureden und eindeutiges Fehlverhalten zu verharmlosen. Die Bereitschaft zum Verzeihen muss deutlich verringert sein.

Folgende Verschulden des Narzissten ist häufig der Grund dafür, dass sein Partner endgültig die Reißleine zieht und sich trennt:

  • einmaliges oder wiederholtes Fremdgehen
  • körperliche Gewaltanwendung
  • kriminelle Machenschaften wie Unterschlagung, Diebstahl, Betrug oder Veruntreuungen
  • Kindesmisshandlungen
  • finanzielle Krisen oder verschwenderischer Umgang mit Geld
  • unentwegtes Lügen
  • permanente Vernachlässigung von Pflichten 
  • inakzeptable Beleidigungen, die die moralische Grenze des Partners deutlich überschreiten

Häufig gewinnen Partner von Narzissten auch entscheidende Erkenntnisse aufgrund hilfreicher Hinweise von außen: Familienmitglieder oder Freunde leiten allgemeine Informationen über narzisstischen Missbrauch an den Betroffenen weiter oder dieser recherchiert selbstständig im Internet über Gründe für den fortlaufenden Beziehungskonflikt und die seltsamen Verhaltensauffälligkeiten des Narzissten. Manchmal gerät der Betroffene auch aufgrund einer Erkrankung im Rahmen eines stationären Aufenthaltes im Krankenhaus an einen versierten Therapeuten und wird von diesem auf das narzisstische Verhaltensmuster aufmerksam gemacht.

Die Toleranzgrenze von Betroffenen muss sinken

Vielfach sind Betroffene von narzisstischem Missbrauch viel zu tolerant und geben dem Narzissten trotz eindeutiger Entgleisungen immer wieder eine Chance. Ihr Bauchgefühl sagt ihnen zwar, dass mit dem Narzissten etwas nicht stimmen und es so nicht weitergehen kann, sie übergehen aber leichtfertig ihre Intuition, weil sie einfach an die ideale Liebe glauben wollen. Doch wenn sich das ungute Bauchgefühl aufgrund permanenter seelischer oder körperlicher Angriffe des Narzissten zu häufig meldet, sollten betroffene Partner endlich eine Trennung in Erwägung ziehen und den Narzissten verlassen.

Mindestens sollten sie aber beginnen, ein Tagebuch zu führen, und die vielen Vergehen und Übergriffe des Narzissten schriftlich festhalten, um ihr Bauchgefühl zu objektivieren. Immer wiederkehrender Streit wegen Kleinigkeiten, permanente aggressive Ausbrüche, zu häufige Beleidigungen, Entwertungen und Bestrafungen haben niemals etwas mit Liebe zu tun und können nicht die Basis für eine harmonische Partnerschaft sein. Betroffene müssen sich klar vor Augen halten, dass jede Form von Gewalt inakzeptabel ist und dass sie ihre Toleranzgrenze nach unten korrigieren müssen.

Letztlich ist der Verlauf einer jeden Beziehung mit einem Narzissten individuell und Betroffene kommen nicht daran vorbei, selbst zu spüren, wann für sie Schluss sein muss. Wenn das Leid jedoch merklich zunimmt, wenn keine längere Phase der Eintracht mehr eintritt, wenn der Narzisst zunehmend den Anstand verliert und gehäuft durch Taktlosigkeiten und Dreistigkeiten auffällt, sollten die Alarmglocken angehen. Wenn sich der Narzisst trotz mehrfacher Gespräche nicht auf den Partner einstellen kann oder will und an seinem Verhalten auch nichts Absonderliches findet, dann sollten Betroffene ihrem Bauchgefühl folgen und den richtigen Zeitpunkt für die Trennung nicht verpassen. Wenn sie bei dem Narzissten auf eine Wand der Uneinsichtigkeit stoßen und ihr Schmerzpegel regelmäßig überschritten wird, sollten sie schleunigst das Weite suchen und ihn verlassen, bevor es zu spät ist.


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Veröffentlicht in Blog, Trennung von einem Narzissten
42 Kommentare zu “Wann wissen Betroffene, dass sie den Narzissten endgültig verlassen müssen?
  1. Adam sagt:

    Hallo Ihr Lieben.

    Ich danke, dass es den Autor dieser Webseite gibt und euch, die ihr hier Komm

  2. realistisch sein... sagt:

    “Wann wissen Betroffene, dass sie den Narzissten endgültig verlassen müssen?”

    Wenn “Betroffene” folgendes verstanden haben:
    Narzissten suchen ständig jemanden, auf den sie ihr nicht verarbeitbares Trauma projizieren können. Sie suchen jemanden, den sie in exakt die gleiche Situation bringen können wie ihn damals. In die totale Hilflosigkeit

    Erleben (provozieren) Narzissten Situationen, in denen “Betroffene” genauso hilflos reagieren wie es der Narzisst damals war, scheint es eine Erlösung für den Narzissten zu sein. Er war damals nicht Schuld(jemandem vertraut zu haben), denn andere können “damit” auch nicht besser umgehen.

    “Wann wissen Betroffene, dass sie den Narzissten endgültig verlassen müssen?”

    Wenn “Betroffene” erkennen, dass jemand partout keine Konflikte lösen will, keine Kompromisse finden möchte.

    “Betroffene” sind übrigens ganz normale Menschen.
    “Betroffene” sind nicht schuld daran, dass ein Wildfremder als Kind mißbraucht wurde oder sein Opa als Soldat irgendeine Scheiße im Krieg erleben musste oder selbst angestellt hat. Warum auch immer….

    • Amy sagt:

      Das beschreibt meine Beziehung zu meiner N. Mutter exakt. Sie wollte mich in die Ecke drängen, hilflos machen, dafür sorgen, dass ich mich ihr ausgeliefert fühlte. Dazu hat sie mich mit allen Mitteln unterdrückt und verunsichert und jede Beziehung zu Menschen, die mir einen Halt hätten bieten können, unterbunden oder unterdrückt. Ich habe später sogar von dicken Lügen erfahren, die sie Bekannten von mir erzählt hat.
      Wie gestört muss jemand sein, wenn ihm nichts mehr Freude bereitet, als einem anderen Menschen zuzusehen, der sich in seelischen Qualen windet. Und dann noch zu behaupten, eine Supermutter zu sein, die selbstverständlich für ihr armes Kind da ist; warum es dem “armen Kind” schlecht geht kann an Gott und der Welt liegen, natürlich nicht an ihr, der einzigen verbliebenen Bezugsperson. Einfach nur schrecklich.

  3. Amy sagt:

    Auf jeden Fall sollte man nicht darauf warten, dass diese Menschen von selbst gehen. Manchmal tun sie das, um einen zu “bestrafen” und die Oberhand zu behalten. Aber das heißt noch lange nicht, dass sie mit ihren Opfern fertig sind. Wenn sie wittern, dass noch etwas zu holen ist, kommen sie immer wieder.

  4. lilli sagt:

    Hallo,

    etwas tun zu ‘müssen’,
    kenne ich als narzisstische Aufforderung seit meiner narzisstischen Mutter.
    Für mich ist wollen das Schlüsselwort zur Selbständigkeit.
    Solange ich versuchte,
    es den Ansprüchen der ‘müssen’- Leute recht zu machen, und mein Wollen nicht ergründete, war ich unselbständig.
    Zur Mutter kann man Abstand nehmen, Grenzen ziehen,
    endgültig verlassen ist
    nicht wirklich möglich.
    Solange ich es ihr irgendwie recht zu machen versuchte,
    versuchte ich das auch mit narzissmusgestörten Partnern.

  5. Paula sagt:

    Liebe Melanie , herzlichen Dank für deine Reaktion .

    Nochmal 20 Jahre länger , oh Mann .Das ist echt eine Leistung du Liebe , ich dachte ich sei schon selten “ blöd “ verstrickt gewesen .

    Ich freue mich auch , dass du da draußen und mehr drinnen bist mit dir .

    7 Jahrzehnte hast du schreibst du , ich fast 6 .

    Ich wünsch dir alles alles Gute .

    Herzliche Grüße
    Paula

  6. Isabell Evers sagt:

    Antwort an K.W.: ich musste lachen bei dem Post und dachte, ob es wohl mein EX sei. Könnte passen. Drei Jahre Beziehung- parallel war er durchgehend auf Dating- Portalen, hat mich x-mal angelogen, dass er zu seiner Ex-Frau muss und hat währenddessen neue Frauen getroffen. Seiner EX-Frau hat er wahrscheinlich bis heute nicht erzählt dass er auf einem Konto viel Geld geparkt hat von dem sie nix weiss. Stattdessen lebt sie in einer 2-Zimmer Wohnung weil man sich mehr nicht leisten könne. Und das Schönste: in der Öffentlichkeit ist er der Papst ein gutes und nachhaltiges Leben. Ich stehe kmmer wieder davor und bin fassungslos. Traurig aber wahr. Trotzdem habe ich aus der Beziehung und dem Schmerz unendlich viel gelernt und bin froh, über die Lektion

  7. Paula sagt:

    Ich lese schon seid Jahren diese Webseite , am Anfang hat sie mich im Absturz wirklich gerettet .
    Bei mir ist die Trennung Knall 6 Jahre her .
    Nach 24 Jahren Beziehung . 1 Tochter , die ist heute 25 Jahre .

    Schon Jahre vor der Trennung war ich länger in Psychotherapie .
    Es ging mir sehr schlecht .
    Ich hatte viele Suizidgedanken .
    Mein Therapeut , das habe ich erst letztes Jahr verstanden , bei einer Begegnung außerhalb der Therapie ist auch ein Narzisst.

    Tja , keine Hilfe für mich . Ganz im Gegenteil .
    Nach der Trennung ( schlechter Hollywood Film ) habe ich mich neben voller Arbeit an vielen Wochenenden um meine Demenzkranke Mutter gekümmert , 2 Jahre sehr intensiv , an den Wochenenden 600 km hin und her . Sie ist vor 2 Jahren gestorben .

    Jetzt laaaangsam scheine ich zu mir zu finden , wobei wer bin ich ?

    Ich habe wohl zu lange in einer missbräulichen Beziehung gelebt , ohne zu verstehen was los ist mich nur wahnsinnig schlecht gefühlt immer wieder . Das muss ich nicht beschreiben , kennt ihr alle .

    Jetzt jetzt habe ich das Gefühl , jetzt kommt in mir wieder ein ich selbst .

    Es ist schon beeindruckend wie sehr ich mich verlieren konnte . Ūber so viele Jahre .

    Ja und Betrug und finanzieller Missbrauch , na klar , war auch alles mit von der Party .

    Schade dass ich solange gebraucht habe .

    Und doch bin ich froh jetzt draußen zu sein . Total froh . Ein Gefühl von innerer Freiheit , wunderbar .

    Ich hoffe auf ein weiteres gutes Leben mit nährenden Kontakten .

    Ich bin gespannt .

    Und noch etwas ich bin oder war nicht “ dumm” hielt mich auch für reflektiert und doch bin ich da immer tiefer versunken . Damals . Das beeindruckt mich nachhaltig .

    • Melanie sagt:

      …hallo Paula, Du hast recht, wir müssen uns unsere Gefühle wirklich nicht beschreiben, denn das unendliche „Leid“ können wir alle hautnah spüren…

      Ich bin diesem „Trauma“ leider
      noch 20 Jahre länger als Du gefolgt – trotzdem muss ich sagen, es hat mich niemand dazu gezwungen, ich habe es freiwillig getan, weil ich einfach nicht begreifen wollte,
      dass ein gemeinsames „Altwerden in Würde“ mit einem NZ nicht möglich ist😢

      Deshalb habe ich den „Knall“ auch unbedingt gebraucht, um dem Ganzen (Leiden) ein Ende zu setzen und das ganze Ausmaß hat meine Vorstellungskraft noch überschritten🙄

      Auch mir hat diese Plattform seit 2017 bei dem Erkennen und Verarbeiten sehr geholfen und tut es nach wie vor, denn gerade der aktuelle Beitrag hat mich wieder sehr bewegt!

      Ich bin nun bei 7Jahrzehnten angekommen…aber ich fühle mich so befreit, glücklich, schaffensfroh, zupackend und Gottseidank gesund, dass ich Euch allen hier Mut machen und ein bisschen von meinem Esprit abgeben möchte!

      Der Weg ist nicht einfach, aber es lohnt sich, ihn zu gehen, denn wir haben es uns sehr hart „verdienen“ müssen unser 🍀 allein oder auch zu zweit zu suchen oder zu finden!

      Beste Grüße für Euch!
      Melanie

      • Hanna sagt:

        Liebe Paula, liebe Melanie,

        ich bin immer wieder erschrocken, wenn ich lese, dass es vielen genau wie mir ergangen ist. Auch ich bin nach normalen Maßstäben nicht dumm, sondern überaus reflektiert, aber ich konnte mir nicht vorstellen, dass ein Mensch so manipulativ sein kann und daran Freude hat. Viele Reaktionen meines narzisstischen Ex-Mannes (z.B. merkwürdiges Grinsen) musste ich mir nach der Trennung von einer Psychotherapeutin erklären lassen.

        Ich hatte auch auf ein Altwerden in Würde gehofft. Wenn man ihm nicht mehr die nötige Bewunderung zukommen lässt, z.B. weil er sie sich mit Kindern teilen muss, dann geht die Entwertung los und man steigt immer tiefer in den Keller. Am Ende ist es dunkel und man findet nicht mehr raus. Zum Glück hatte ich wahnsinnig liebe Freunde, die mir geholfen haben. Eines hat er nämlich nicht geschafft: mich völlig zu isolieren.

        Danke für den Zuspruch!!!

        • Melanie sagt:

          Liebe Hanna,
          für dieses typische „Grinsen“ konnte ich für mich nur einen Begriff finden:

          S ü f f i s a n t…..

          Bravo, dass auch Du den „Absprung“ – wenn auch spät – geschafft hast!

          Herzliche Grüße
          Melanie

          • Hanna sagt:

            Liebe Melanie,
            ja, das trifft es sehr gut. Von einer Psychotherapeutin hörte ich auch, dass der Narzisst in solchen Momenten ein Gefühl von Macht über den anderen verspürt. Das konnte ich mir nicht vorstellen, aber es ergab Sinn.
            Mich tröstet der Gedanke, dass es Menschen wie dich gibt, die nach einer solch schlimmen Erfahrung wieder so viel Kraft geschöpft haben.
            Vielen Dank für deinen Zuspruch!
            Herzliche Grüße
            Hanna

        • Ruth sagt:

          Hallo Hanna,
          vielleicht hast du Lust noch etwas über das ‘Grinsen’ zu schreiben.
          z.B.Was hat die Therapeutin darüber gesagt?
          Das würde mich noch interessieren…

          weiterhin viel Mut und Kraft und Einsicht,
          wünscht dir Ruth

          • Hanna sagt:

            Liebe Ruth,

            ich schildere dir mal eine typische Situation. Wir waren noch nicht lange verheiratet und unsere Tochter war noch sehr klein. Ich hatte Ansprüche an ihn gestellt, er könne doch mehr im Haushalt helfen etc. Ich fühlte mich überfordert. Da hat er mir mit Trennung gedroht. Das Wort Trennung verwendete er immer, wenn ich etwas von ihm forderte. Ich bekam riesige Angst, weil ich damals emotional schon sehr abhängig war. Ich war zu diesem Zeitpunkt mit seiner Mutter verabredet, musste dringend weg. Als gewissenhafter Mensch wollte ich ihr nicht absagen und so flehte ich ihn an, dass er bleiben soll und ich Angst hätte, ob er noch da wäre, wenn ich wiederkomme. Ich verspürte regelrechte Panik. Er daraufhin: “Schau’n wir mal.” (Diese Wendung gebrauchte er übrigens oft, er wollte mich möglichst im Unklaren lassen). Da zeigte er dieses überhebliche, süffisante Grinsen nach meiner Erinnerung zum ersten Mal mir gegenüber. Es tauchte immer wieder auf. Ein Nachbar hat mir auch mal gesagt, ihn habe das merkwürdige Grinsen meines Ex-Mannes gestört. Mein Ex war natürlich noch da, als ich voller Angst wiederkam. Und er tat so, als wäre nichts geschehen. Natürlich habe ich danach lange Zeit keinerlei Forderungen mehr gestellt.

            Die Psychotherapeutin hat gesagt, dass dieses Grinsen bei Narzissten daher rührt, dass sie Genugtuung verspüren, wenn sie ihre Macht und Erhabenheit über andere bestätigt sehen. Man kann auch sagen, wenn sie andere erfolgreich manipuliert haben. Die Therapeutin, die ihn kennengelernt hat, hat ihn sogar als “emotional behindert” bezeichnet, zu echten Gefühlen sind diese Menschen nicht oder kaum in der Lage. Lauthals gelacht hat mein Ex übrigens nie. Gelacht hat er meist nur aus Schadenfreude. Und so klang sein Lachen auch.

            Irgendwo auf dieser Seite führt Herr Grüttefien aus, dass die Mimik bei Narzissten schief ist/sein kann. Das habe ich letztes Jahr bei meinem Ex vor Gericht gesehen: Ein Lächeln mit heruntergezogenen Mundwinkeln. Ich kann die Ausführungen also bestätigen.

            Liebe Grüße
            Hanna

          • Ruth sagt:

            danke Hanna,ich verstehe es jetzt besser.
            Also ein Grinsen aus Genugtuung und dem Gefühl von Erhabenheit und Macht.
            Das ist kein warmes Lächeln das verbindet ,im Gegenteil es steht isoliert da,ist kalt und eigentlich ein Schuss nach hinten.
            Nur merkt der narzisstisch Gestörte das selbst nicht.
            Das ist das Problem,für ihn und somit auch für seine Umgebung.
            Das ist die Behinderung. Menschliche Teilnahme an der Umgebung ist ihm nicht möglich.
            Eigentlich ist das ein Gefängnis.

            machs gut,ruth

          • Hanna sagt:

            Liebe Ruth,
            ja, so ist es gemeint. Noch eine kleine Anekdote: Ich habe tatsächlich kurz nach der Trennung von meinem Ex in einem Gefängnis unter der Erde geträumt. Freunde redeten auf mich ein, ich müsse gut aufpassen, dass er da nicht rauskommt. Ich sah ihm durch die Gitterstäbe zu und er war sehr zufrieden in seinem Gefängnis…
            Im Grunde genommen haben wir alle hier hinter den Regungen des anderen Gefühle wie bei uns vermutet, aber dem war und ist nicht so. Deshalb waren manche Reaktionen des Narzissten so deplatziert, unvereinbar mit den eigenen Vorstellungen, nicht zu deuten.
            Herzliche Grüße
            Hanna

  8. Hubertus sagt:

    Hallo Matthias,
    Hallo Ingo,

    ich freue mich,dass auch zunehmend Männer den Mut haben,..sich zu diesen toxischen Erfahrungen zu äußern,..ich finde das sehr wichtig,..dass wir betroffenen Männer damit in die Öffentlichkeit gehen,..das ist überfällig.
    Ja,..diese Webseite kann ich nur weiterempfehlen,..sehr gute Aufklärungsarbeit,..vielen lieben Dank.
    Ich wünsche euch weiterhin alles Gute,..und viel Kraft und Zuversicht.

    • Hanna sagt:

      Hallo an die Männer auf dieser Seite,
      ich kenne auch einen Mann, der in die Narzissmusfalle getappt ist. Er war der Partner meiner Ex-Schwiegermutter. Erst nachdem wir beide uns getrennt hatten, haben wir verstanden, dass es uns sehr ähnlich ergangen ist (Schweigebehandlung, narzisstische Wut, Abwertung etc.), ihm mit meiner Schwiegermutter und mir mit meinem Ex-Mann. Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Er hat nach 8 Jahren Schluss gemacht, weil er spürte, dass er seine Würde verliert. Ein kluger Mann. Bei mir hat es 20 Jahre gedauert 😉
      Männer trifft es genauso. Viel Kraft!
      Schöne Grüße
      Hanna

  9. Daisy sagt:

    Auch ich habe – wie viele, die sich hier treffen – viel zu lange neben einem Narzissten ausgeharrt: über 20 Jahre, über die Hälfte meines Lebens! In dieser Zeit bin ich in eine Spirale aus überwiegend emotionaler Gewalt, Missachtung und Manipulation geraten, die mich immer mehr hat an mir zweifeln lassen, die mich immer kleiner und nichtiger gemacht hat. Bis ich fast kaputt war. Ich habe das Gefühl – selbst ein Jahr nach der Trennung! – noch nicht wieder ganz zu sein, noch nicht wieder ich selbst zu sein(ich selbst? Wer war das gleich noch…?).
    Auslöser für die Trennung waren die x-te Affäre meines Partners, seine Abwesenheit, als ich eine Krebsdiagnose bekommen hatte (die Arbeit = das Wellness-Wochenende mit der Geliebten war wichtiger), und die Tatsache, dass er Unterlagen vernichtet, Konten verschleiert und mit großer Wahrscheinlichkeit Geld zur Seite geschafft hat.
    Das Schlimme dabei ist einerseits, dass auch ich mich sehr verändert habe, und andererseits, dass einem niemand “da draussen” glaubt.
    “Das kann doch gar nicht wahr sein…Hast du denn Beweise?” Doch, leider, es kann wahr sein. Auch ohne Beweise Schwarz auf Weiß.
    Ich wünschen allen, die sich mit einem Narzissten auseinandersetzen müssen oder sich trennen, Durchhaltevermögen, Kraft und einen Blick für das wirklich Wichtige im Leben!

    • Hubertus sagt:

      Hallo Daisy,.ja das ist ein wichtiger Punkt den du erkannt hast,..die Leute glauben da draußen nicht,..was einem passiert ist,..und somit geschieht Unrecht,..und das tut zusätzlich sehr weh,..du hast mein Mitgefühl,.ich wünsche dir die Kraft,..dass du weiter deinen Weg gehst,..und wünsche dir gute neue soziale Kontakte,..die in dir Freude,Zuversicht und den Mut auslösen,..neue Dinge zu wagen.

    • Ingo sagt:

      Ja, das glaubt einem teilweise niemand. Vor allem, wenn der Narzisst mit anderen Leuten die charmanteste Person überhaupt ist.
      Ich schreibe seit Jahren Tagebuch, um mir die Dinge selber immer wieder vor Augen zu halten.
      Als Drehbuch nach Hollywood könnte ich das nicht verkaufen. Viel zu unrealistisch.

      Auch ich habe mich verändert. Kein Vertrauen mehr zu niemandem und ständige Angst, hintergangen zu werden. Aber mit der Erkenntnis kann man das auch wieder zurückdrehen. Dauert halt. In einem Jahr kann nicht reapriert werden, was der geliebte Mensch in über 10 Jahren kaputt gemacht hat.

      • Sonja sagt:

        Das geht mir auch so, ich kann einfach keinem mehr richtig trauen inkl. mir selbst. Nach 51 Jahren Narz-Missbrauch wohl auch kein Wunder (Mutter, Ex-Mann).
        Und andere, nichtbetroffene können das nicht begreifen, wenn nur du selbst so behandelt wirst und nach außen hin die Narzen die besten Menschen auf diesem Planeten sind. Fürsorgende Mutter, charmanter, intelligenter, liebevoller Ehemann. Lächerlich.

        • Hubertus sagt:

          Liebe Sonja,..ich kann dich so verstehen,..du hast mein Mitgefühl als Betroffener,..und Überlebender,..und heute wacher Beobachter,..ich habe es geschafft,..weil ich aus dem Dramadreieck ausgestiegen bin,..in ganz kleinen Schritten,..das wünsche ich dir auch,..lerne dir wieder selber zu vertrauen,..das ist ein wichtiger Baustein für ein erfülltes Leben,..ist meine Erfahrung,..ich wünsche dir ganz viel Kraft und Zuversicht.

        • Sonnenblume sagt:

          Liebe Sonja,

          … ich denke gerade an das Wort “Enttäuschung”.

          Ich habe mich getäuscht. Also ist die große Enttäuschung in großer Schritt hin zu einer neuen Sicht. Weil ich einer Täuschung aufgesessen bin.

          Immer wieder ist es ja genau das. Ich dachte, mir würde das so nie passieren. Ist es aber. Also habe ich mich getäuscht. Auch in mir.

          Gott sei Dank ist das nicht das Ende geblieben, sondern ein Anfang geworden. Ist es nicht immer wieder so, dass das, was nach Ende aussieht, ebenso ein Anfang ist?

          Hin zur wahren Liebe (nicht an einen Mensch gefesselt oder gebunden). Die sich so verhält, dass es gut tut und zum Blühen bringt und mich ganz annimmt, wie ich bin, war und sein werde. Jenseits der Idealvorstellungen oder auch des großen Mangels, der nach Erfüllung lechzte….

          Das ist die eigentliche Lebensquelle, die mich erfrischt, belebt und erneuert. Ob in Moll oder Dur ist nicht entscheidend.

          Ich denke auch daran, dass viele Bilder und Vorstellungen zerbrechen. Auch die ich mir von mir selbst oder vom Leben gemacht hatte, auch von Gott.

          Aber es sind Bilder. Sie können zerbrechen. Und das ist auch gut, finde ich. Denn ich will mich nicht von Bildern aufhalten lassen, das Leben zu entdecken und ganz neu und immer freier und befreiender zu entdecken und leben zu lernen. Wie ein Instrument oder eine fremde Sprache….

          Hinter dem Zerbrochenen wartet das Leben, die Liebe, die Freiheit, der Frieden und die Heilung oder der Trost mit offenen Armen…. in vielerlei Gestalten und auf bunte Art und Weise….

          …. ich wünsche Dir das Beste aus all dem und jedem und jeder hier auf dem Weg,

          Sonnenblume

    • Hanna sagt:

      Hallo,
      ich schreibe hier zum ersten Mal, weil es mir ähnlich wie vielen hier ergangen ist. Ich war 20 Jahre mit einem Narzissten zusammen, habe ihm sogar selbst einen Heiratsantrag gemacht. Die Hochzeit mit großem Fest, die Eheringe und alles andere habe ich bezahlt. Den Lebensunterhalt natürlich auch. Auch bei mir hat er nach außen gestrahlt. Ich habe festgestellt, dass ich alles dafür getan habe, dass er strahlt. Ich habe erst nach der Trennung meinem Umfeld sagen können, wie es wirklich war. Es wäre mir ansonsten so furchtbar peinlich gewesen und mein ideales Bild wäre zerstört gewesen. Erst als ich die Reaktion der Menschen gesehen habe, denen ich hinterher Details aus unserer Beziehung erzählt habe, habe ich gemerkt, wie tief meine Toleranzgrenze gesunken war.
      Beweise habe ich auch nicht wirklich. Das große Gewissen, das die Partner*innen von Narzissten oft haben, hat es mir verboten, in seinen Sachen zu wühlen. Deshalb ist es jetzt schwer, vor Gericht den Unterhalt für die Kinder zu erstreiten. Er will seine Einkünfte nicht offenlegen. Immerhin hat das Gericht ihn dazu verdonnert.
      Ich bin – wie viele hier schreiben – ebenfalls krank geworden, musste 7 Mal am Bauch/Unterleib operiert werden. Tja, so viel zum Bauchgefühl. Im Krankenhaus besucht hat er mich in der Regel nicht. Einmal hat er mich einfach vor dem Klinikeingang abgesetzt und ist mit meiner besten Freundin, die gerade gekommen war, zum Restaurant gefahren. Ich muss schmunzeln, wenn ich daran denke, dass ich drauf gedrungen habe, dass die beiden doch fahren sollen. Ich hatte ja den Tisch für das Restaurant reserviert und da kamen meine fürchterlichen Bauchschmerzen dazwischen.
      Die Trennung ist nun fast 2 Jahre her. Ich bin inzwischen bei den Wurzeln angekommen, einem Vater mit narzisstischen Anteilen und einer Mutter, die versucht hat, alles durch harte körperliche Arbeit (auf dem Bauernhof) zu kompensieren. Ungewollt habe ich sie kopiert, wollte die beste Ehefrau und Mutter sein. Die Manipulation habe ich auch erst nach der Trennung verstanden, als eine Freundin mich auf das Phänomen Gaslighting aufmerksam machte. Der Abgang war auch ein narzisstischer Knall. Ich war hinterher am Boden zerstört und konnte mich kaum noch auf den Beinen halten. Ich hatte den richtigen Zeitpunkt zu gehen, total verpasst. Auch weil ich dachte, ich dürfte den Kindern den Vater nicht nehmen. Aber vor allem wohl, weil ich dachte, ich kann nichts, ich bin nichts, während er auf dem Sockel stand (Originalzitate von ihm: “Ich kann alles”, “Ich habe immer recht”). Die Abwertung vollzog sich schleichend. Selbst als er unsere Kleine so sehr geohrfeigt hat, dass sie noch Tage später einen Abdruck auf der Wange hatte, habe ich mich nicht getrennt. Erst als die Tochter immer verhaltensauffälliger wurde und er zu den Ärzten und Therapeuten immer wieder sagte, dass sie ja nur ein Problem mit mir hätte, und ihre Therapeutin mir eindringlich riet, mich von ihm zu trennen (ich sei nur der Puffer, an dem die Tochter ihren Frust ablasse), da war es soweit. Ein dreiviertel Jahr lang habe ich mich täglich übergeben müssen. Die Ärzte meinten, meine Situation sei “zum Kotzen” oder daran sieht man, wie viel ich in all den Jahren geschluckt habe. Deshalb der Rat an alle, die sich angesprochen fühlen, Herr Grüttefien hat recht. Macht zum richtigen Zeitpunkt Schluss.
      Inzwischen geht es mir mit der “No Contact”-Regel gut. Die Flashbacks kommen aber und sehen will/darf ich ihn nicht. Es steigt sofort wieder die Übelkeit hoch. Ach ja, zwei Jahre lang hatte ich Albträume. Interessant war, dass sie immer weiter zurückgingen. Das habe ich daran erkannt, dass unsere Kinder in den Träumen immer jünger wurden.
      Kleine Anekdote zwischendurch: Natürlich hat er sich sofort über Parship eine neue Partnerin gesucht. Die ist innerhalb von 3 Monaten, nachdem er hier raus war, bei ihm eingezogen (er hatte übrigens die ganze Zeit über sein eigenes Haus, in das er immer geflüchtet ist, wenn ihm die Stimmung bei mir nicht passte bzw. seine Tochter randalierte). Die Neue kocht, backt, putzt, wäscht und bezahlt wohl auch die Lebensmittel und den Urlaub für ihn. Sie wurde auch einfach zum Elternabend mitgenommen, und zwar 1 Monat, nachdem sie dort eingezogen war. Ohne mich oder die Kinder zu fragen. Die anderen Eltern wussten nicht mal, dass wir getrennt waren. Da habe ich zum ersten Mal wirklich “nein” gesagt, zwar erst danach und deutlich später. Ich brauchte dafür aber das Jugendamt.
      Und ja, die Gefahr, dass die Kinder auch narzisstische Züge entwickeln, ist reell. Neben der genetischen Veranlagung (die Eltern meines Ex sind beide Narzissten) spielt vor allem eine Rolle, dass man als Co-Narzisstin – weil man die Liebe des Partners nicht bekommt – seine Kinder mit Liebe überschüttet und auch versucht, die schlechte/lieblose Behandlung durch den Vater zu kompensieren. Herr Grüttefien hat das in seinem E-Book sehr gut erklärt.
      Das Einzige, was man dann noch tun kann, ist tatsächlich, ganz klare Grenzen zu setzen und auf das eigene Bauchgefühl zu hören, das man sich erst wieder schwer erarbeiten muss. Wenn ich diese und andere Seiten lese, komme ich mir nicht mehr so dumm vor. Es kann jeden bzw. jede treffen, nur ich denke, dass diejenigen, die wie ich so lange bei einem Narzissten bleiben, ein grundsätzliches Problem haben, unabhängig vom Bildungsgrad. Ein Narzisst kommt in der Anfangsphase der Beziehung dem Ideal sehr nahe und die Anziehungskraft, die von ihm ausgeht, entwickelt sich sehr schleichend in einen Sog, der einen immer weiter nach unten zieht. Der Durchhaltewillen (es muss doch irgendwie funktionieren, ich muss es nur besser machen), der unerschütterliche Glaube an den guten Kern des anderen (ich muss nur tief genug bohren, um ihn zu finden) und das völlig zerstörte Selbstwertgefühl halten einen fest.
      Liebe Grüße in die Runde

  10. Katinka sagt:

    Dieses An-sich-Zweifeln, der eigenen Wahrnehmung nicht mehr trauen, immer unsicherer zu werden… das kenne ich nur zu gut. Ich hatte den Punkt im 4. Ehejahr bereits erreicht und mir psychologische Hilfe holen wollen. Dort schien man das Problem überhaupt nicht zu kennen. Stattdessen bekam ich Tabletten. Zweiter Versuch 5 Jahre (sowie 1 Kind und Hausbau) später. Dasselbe. Tabletten!! Narzissmus?? Mein Verdacht wurde wieder abgewiegelt. Dann folgte Krankheit auf Krankheit, Reha auf Reha. Mittlerweile weiß ICH genau, dass es sich um die Variante “verdeckter Narzissmus” handelt UND dass Betroffene (ich sage ungern Opfer) von Psychologen überhaupt nicht ernst genommen werden. Man kann sich heutzutage Gott sei Dank über das Internet selbst informieren. Das einzige was mir half, meine innere Mitte wieder zu finden. Es ist eine Katastrophe, wie viele Menschen durch unfähige Therapeuten noch zusätzlich ins Unglück getrieben werden. Wie viele kostbare Jahre sind dahin. Dank versierter Menschen wie Ihnen, Herr Grüttefien, konnte ich zumindest seelisch mittlerweile wieder gesunden. Nun muss ich nur noch die körperliche Kraft wiederfinden um die weiteren Schritte zu gehen.

    • Hubertus sagt:

      Hallo Katinka,

      ich bin froh,..dass du das hier mal ansprichst,..nicht alle Therapeuten sind gute Therapeuten,..und oft ist es ja so,..dass der Hausarzt oder irgendeine andere Person aus dem Gesundheitswesen,..mir fallen da auch Wohlfahrtsverbände ein,..Familienberatungsstellen ein,oder andere öffentliche Stellen,..dir einen Vorschlag machen,..wo man hingehen kann,..man recherchiert selber nicht,..oft fehlt auch die Kraft dazu,..und dann stellt sich in der Therapie heraus,..dieser Therapeut oder die Therapeutin scheint selber ein verdeckter Narzisst zu sein,..und zieht aus dem Leid vom Klienten selber Energie,..ich gehe davon aus,..dass es mindestens jeder dritte Therapeut ist,..bzw. Therapeutin,..also ein reines Roulettspiel,..und das bei einer so wichtigen Entscheidung,..darum ist es so wichtig da selber zu recherchieren,..den es ist unser Leben,..wo es drum geht,..gehen wir also achtsam mit diesem Thema um.

      • Ingo sagt:

        Ja, die lieben Therapeuten…… Keiner (ich war bei 3) hat mir gesagt, dass meine Ex eine Narzisstin ist. Probier mal dies, probier mal das, rede mal, …. Wenn ich was gesagt habe: “Darüber kann ich mir kein Urteil erlauben.” Und mal selbst als Laie zweifelt noch mehr.
        Meine Ex wurde nach Ende der Affäre von ihrem CHef fertig gemacht. Sie war dann auch beim Therapeuten. Da bin ich sogar einmal mitgegangen, weil er mich “angeblich” kennen lernen wollte. Von der Stunde hat er mind. 45 min geredet. Eins, was wahr ist, hat er mir mit auf den Weg gegeben. Meine Ex spiegelt VOrwürfe gegen sich selber immer auf mich.
        Allerdings hat er bei ihr den Narzissmuns richtig zum Ausbruch gebracht. Einerseits sag ich mir, dass er das erkennen sollte, andererseits kann er nur auf das reagieren, was sie ihm erzählt. Und dass das nicht die Wahrheit war, kann man sich denken.
        Was bleibt am Ende übrig? Man kann sich nur selber helfen, wenn man diese Störung erkannt hat.

  11. K.W. sagt:

    Ich bin einem amourösen (verheirateten) Narzissten verfallen, der unter der Woche die Puppen tanzen lässt und am WE zur Familie zurückkehrt.
    Er warf mir vor, dass ich alles hinterfragen würde. Ich solle doch lockerer sein … und wie ich auf die Idee kommen könnte, die Einzige zu sein, die er benutzt. Ich nenne es mal benutzen.

    Er hat immer einige Damen am Laufen, durch Corona wird allerdings die Aquise erschwert durch geschlossene Swingerclubs und Fitnessstudios. So greift er auf ältere Quellen zurück und die Opfer werden länger hingehalten als gewöhnlich. Denn wenn sie unbequem werden , folgt der Austausch ohne Wenn und Aber. Denn Narzissten interessieren sich tatsächlich nicht für den Menschen, nur für den Zweck, den die jeweilige Kontaktperson (mehr ist man nicht!)erfüllt.
    Er ist mein Nachbar und ich sehe meine Nachfolgerinnen kommen und gehen. Sie werden dasselbe erleben. Für mich ist das eine harte Prüfung. Er ist mein Lehrer, mein Spiegel.
    Seit vier Monaten wende ich die Grey Rock Methode an. Ich bin noch nicht ganz durch, aber es wird immer besser. Und bitte lest alles zum Thema Traumabonding. Lest am besten in jeder freien Minute ALLES, um da raus zu kommen und euren Anteil zu erkennen! Warum ihr das mit euch machen lasst. Diese Menschen haben kein Bewusstsein. Sie haben eine zerstörte (Kinder)Seele und sind nicht in der Lage, ihr Tun als destruktiv zu erkennen. Je eher man sie verlässt , desto eher
    wird man frei. Auch wenn der Schmerz nicht auszuhalten ist und in der darauffolgenden Zeit sich alles wie Stagnation anfühlt… Das ist euer persönliches Wachstum! Es geht um eure Persönlichkeitsentwicklung!
    Und wenn Kinder im Spiel sind…. schützt sie. Man kann sie nicht von dem Elternteil komplett trennen, aber wenn ich hier lese, was da so passiert.. was das mit den hilflosen Kinderseelen macht. Denn die Kinder von heute, die solche Dinge erfahren, können die nächste Generation der Menschen werden, über die wir hier schreiben .
    Danke , Herr Grüttefien, für diese Seite. Je Woche ein Highlight.

  12. Maria sagt:

    …ganz genauso ist es. Der beste Text den ich bisher über den Ablauf/Auslöser einer Trennung von einem Narzissten gelesen habe. Ich musste noch ein ganzes Jahr hin- und her überlegen um dann wirklich die Trennung vollziehen zu können. Ich war 10 Jahre mit ihm verheiratet und wir haben ein gemeinsames Kind. Auslöser für meinen Auszug war, dass er den Kleinen am Ohr gezogen hat, so feste dass es noch eine halbe Stunde danach knallrot war, sowie die seine Bemerkung während einer (letzten!) gemeinsamen Autofahrt: Er: “Ich würde dich am liebsten aussetzen!” Danach wusste ich, ich werde nie wieder mit ihm Auto fahren. Das nächste Mal macht er es vielleicht noch wahr! Einen Monat vorher starb mein Vater und es tat ihm nicht leid. Kein bisschen Mitleid. Unfassbar. Aber verständlich wenn man alles verstanden hat. Gott sei Dank (ich meine es im wörtlichen Sinne..!) gibt es das Internet und Aufklärung. Von alleine kommt man nicht drauf. Man kann es nicht verstehen, weil die eigene Denkweise eine ganz andere ist. Deshalb glaubt man immer noch an Besserung, an Verbesserung der Beziehung, so wie sie am Anfang war. Alles Lug und Trug. Ich habe 11 Jahre meines Lebens an diesen Menschen verschwendet. Immerhin haben wir einen fantastischen Sohn bekommen, von mir zu 99,9% erzogen – er möchte seinen Vater nie wieder sehen! Er hatte gesagt: “Mein Vater ist ein hinterhältiger Fuchs!” Aussage eines 10-jährigen!! Alles Gute allen Lesern!!!!

    • Melanie sagt:

      …irgendwann hat man das „Achterbahn fahren“ leid und will aus diesem „Labyrinth“ ausbrechen, aber wir liebenden, hingebungsvollen, leidensfähigen, hoffnungsvollen und manipulierten Wesen brauchen dazu einen Auslöser! Entweder muss das Fass überlaufen oder eine Bombe muss knallen! Es muss jedenfalls ein derartiges „Schlüsselerlebnis“ geben, dass sofort „verbrannte Erde“ für immer hinterlässt! Was mir nach sehr langer Ehe geholfen hat, dass ich niemals mehr an meinem „Weg“ gezweifelt habe und viel Kraft daraus schöpfen konnte!
      Euch allen wünsche ich auch einen kraftvollen Weg mit viel Vertrauen in Euch selbst und in die Zukunft👍
      Mutvolle Grüße
      Melanie

      • Hubertus sagt:

        Ja,Melanie,..wir dürfen an unserem eigenen Weg nicht zweifeln,..das ist ein guter Baustein,..ich achte darauf,..dass ich immer im Hier&Jetzt bin,..denn der Augenblick ist immer sicher,..ich fokusiere meine Kraft auf meine Interessen und meine eigenen Lebensziele,..so laufe ich viel weniger in Gefahr,..der Vergangenheit diese Aufmerksamkeit zu schenken,..was mir nutzlose Energie raubt,..das ist meine Erfahrung.

    • Hubertus sagt:

      Hallo Maria,
      ich freue mich für dich,..dass du den Absprung geschafft hast,..das Verhalten ist natürlich inakzeptabel,..und die Entscheidung war sicherlich richtig.
      Wenn du aber heute schreibst,..du hast elf Jahre an diesen Menschen verschwendet,..zeigt mir das,..dass du noch weit von einer Heilung entfernt bist,..du hast damals diesen Menschen angezogen,..und das hat mit deinen eigenen seelischen Störungen zu tun,..welcher Art auch immer,..das will ich nicht beurteilen,..wenn du aber hier im Kommentar deinen Sohn mit einbindest,..und seine Aussagen zitierst,..dann ist das nicht okay,..das ist Triangulation,..das ist auch ein narzisstisches Muster,..du benutzt hier deinen Sohn gegen den eigenen Vater,..das ist für mich inakzeptabel,..vielleicht denkst du mal darüber nach,..wo deine Anteile liegen,..wo deine seelischen Wunden sind,..die du hier kompensierst.

      • Maria sagt:

        Hallo Hubertus,
        ich bin erst seit letzten April getrennt, bzw. bin endlich ausgezogen. Natürlich bin ich noch nicht geheilt oder über die ganze Sache hinweg. Das liegt in der Natur der Sache. Übrigens hat mein Vater, der auch letztes Jahr gestorben ist, auch narzisstische Anteile gehabt. Ich bin also schon auf der Suche nach Erklärungen und tiefergehenden Ursachen.
        Ich benutze nicht den Sohn gegen den eigenen Vater. Das war einfach die persönliche Einschätzunge meines Sohnes gegenüber dem Vater. Mein Sohn wusste schneller, intuitiv, wessen “Geistes Kind” sein Vater ist. Früher als ich es erfasst habe, im Gegenteil – ich habe den Vater jahrelang geschützt und sein Verhalten entschuldigt! Natürlich habe ich 11 Jahre meines Lebens verschwendet. Ich bin jemanden mit meiner Liebe hinterhergelaufen und er wollte sie gar nicht haben oder annehmen, die sprichwörtliche “vergebliche Liebesmüh”. Als Frau kann man sich im Nachhinein unheimlich darüber ärgern! Vielleicht sogar mehr als ein Mann. Also bitte hier nicht so viel reininterpretieren und nach eigenen Anteilen fischen.. es gibt auch neue Studien in denen klar belegt ist, dass die Wahrscheinlichkeit, an einen narzisstischen Partner zu geraten, auch psychisch völlig gesunde Personen trifft und diese hinterher eben nicht mehr psychisch völlig gesund sondern “psychisch angeschlagen” sind! Wobei ich tatsächlich eine derjenigen bin, die eine narzisstische Persönlichkeit angezogen hat. Aber wie gesagt, das ist nicht die Regel! Dies alles mal zur Klarstellung.
        So – der Sohn und ich erholen uns langsam aber stetig. Es lohnt sich immer auszuziehen und sich zu trennen, selbst wenn man hinterher finanziell schlechter gestellt ist und man komplett allein klar kommen muss. Freiheit ist das höchste Gut! Für uns ist die Corona-Krise im Vergleich zu unserer vorherigen Ehe-Hölle ein Klacks. Falls jemand einen Tipp für einen Psychologen in Bayern hat, der sich mit Narzissmusopferhilfe oder -therapie auskennt, wäre ich dankbar ihn zu lesen.

        • Hubertus sagt:

          Danke Maria,dass du so ausführlich geantwortet hast,und für dich einstehst,.manchmal braucht es eben noch mehr Hintergrundinformationen,..um das ganze Drama zu verstehen,.ich wünsche dir und deinem Sohn alles Gute.

          • Maria sagt:

            Lieber Hubertus,
            danke für deine Wünsche und dein Verständnis.
            Ja, darum geht es: endlich für uns und unsere Wünsche einstehen und wissen, wir sind es uns wert. Das ist gar nicht so einfach.
            Liebe Grüße an alle Leser und Betroffenen…

        • Hanna sagt:

          Liebe Maria,
          meine Kinder haben auch viel schneller verstanden, wie ihr Vater tickt. Ich wollte sie nach der Trennung weiterhin schützen, habe dann aber recht bald eingesehen, dass das nicht immer sinnvoll ist. Es tut mir für sie leid, aber die Fehler des Vaters auszubügeln, geht nicht mehr. Damit ist auch ihnen nicht geholfen und man selbst kommt aus dem Teufelskreis nicht mehr raus.
          Ich sehe viele Parallelen zwischen uns. Besteht die Möglichkeit, dass wir direkt in Kontakt kommen? Vielleicht über das Forum? Da bin ich bisher noch nicht.
          Schöne Grüße, Hanna

  13. W. sagt:

    Ja, das Fass muss erst überlaufen.
    Aber vor allen Dingen muss man erst mal wissen womit man es zutun hat.
    Zig Jahre konnte ich nicht nach vollziehen warum er so egoistisch ist, warum er sich so gemein verhält.
    Meine Toleranzgrenze war einfach viel zu hoch.
    Dann wurde ich krank, das hat mich veranlasst diese Grenze nach unten zu korrigieren.
    Dann zeigte er erst recht sein wahres Gesicht.
    Außerdem entdeckte ich den finanziellen Betrug an mir, das brachte das Fass dann zum überlaufen.
    Bis zu diesem Zeitpunkt wusste ich nichts über Narzissmus, aber erst mit diesem Wissen habe ich die Kraft gefunden und die Selbstachtung diesem erbärmlichen Trauerspiel ein Ende zu setzten.

  14. Ingo sagt:

    Ich bin jedes Mal wieder erschrocken, wie sehr die Darstellungen hier meiner Ehe entsprechen.
    Bei mir war der Punkt zur physischen Trennung ein schwerer Autounfall, bei dem ich zum Glück unverletzt geblieben bin. Danach habe ich aber immer wieder versucht Brücken zu bauen, weil ich nicht verstanden habe, was mit ihr los war. Schwerer wurde das ganze durch die Kinder, die aber viel mehr verstehen als man glaubt, auch wenn sie noch recht jung waren. Sie haben auch gesehen, wie ihre Mutter mit mir umgeht.
    Wie schwer das ganze ist, wird bei der Historie klar:
    2014 Beginn einer Affäre mit ihrem Chef
    2015 Ende der Affäre mit dem Chef und start einer kurzen mit einem Kollegen. Versuch einer Ehetherapie (von ihr abgebrochen, da sie mit der Kritik des Therapeuten an ihrem Verhalten nicht umgehen konnte. Man kritisiert sie nicht!)
    2016 ausgezogen
    2017 Scheidung eingereicht und wieder zurückgezogen, weil Hoffnung aufkeimte
    2019 Scheidung wieder eingereicht und angehalten, weil wir uns für ein paar Monate verstanden haben. Aber unbeschwert war das nie. Und die Kinder haben dem von vornhereicn keine Chance gegeben.
    2020 Scheidung wieder gestartet. Da hatte mich jemand darauf aufmerksam gemacht, dass sei eine Narzisstin ist. Ich habe nur noch gelesen, geweint und mich befreit gefühlt. Endlich hatte ich verstanden, dass ich nichts falsch gemacht hatte und es keinen Ausweg gibt. Es war wie ein Feuerwerk in meinem Kopf.
    Selbst bei der Scheidungsverhandlung hat sie sich wieder unmöglich verhalten. Von totaler Ignoranz bis zu der Aussage gegenüber der Richtern, dass es keinen Versöhnungsversuch gegeben hätte. Da konnte dann wegen falscher Versorgungsauskünfte die Scheidung immer noch nicht ausgesprochen werden.

    Und dennoch…. ich habe diese Tage die richtigen Dokumente zum Versorgungsausgleich erhalten. Insofern wird die Scheidung dann wohl die nächsten Tage ausgesprochen werden. Und obwohl ich das alles jetzt weiß, sitze ich da und bin traurig, weil das alles mal ganz anders geplant war.

    In der ganzen Zeit habe ich viel zu viel Alkohol getrunken, so daß nun meine Gesundheit mir noch die Quittung präsentiert.

    Ich bin immer noch erstaunt, wie diese Beiträge hier sich mit meinem Leben / meiner Erfahrung decken. Normal sollte man das für unmöglich halten. Aber es ist auch nicht zu begreifen, wie ein Mensch, den man über alles liebt, sich so verändern kann.

    Was am meisten weh tut, ist nicht die Affäre als solches, sondern dass es über 5 Jahre gedauert hat, bis sie das zugegeben hat, obwohl ich ihr vorher bereits Beweise in schwarz auf weiß vorgelegt habe. Es wurde alles immer so wehement geleugnet, dass ich angefangen habe, an meinem Verstand zu zweifeln. Und selbst heute versucht sie immer noch mit allen möglichen Tricks und Lügen zu manipulieren. Zum Glück habe ich das erkannt und kann es meistens an mir abtropfen lassen.

    Auch die Kinder wollen dort nur noch weg, wenn sie 18 sind bzw studieren. Vorher schaffen sie es nicht, weil sie dann von ihrer Mutter fertig gemacht werden. Daher kann ich sie dort auch nicht rausholen. Die Chancen dazu habe ich in den Anfängen nicht genutzt. Nun ist es zu spät bzw. das Ende absehbar.

    Herr Grüttefien,
    ich danke Ihnen von ganzem Herzen für Ihre Darstellungen. Es ist zwar alles für einen aussen stehenden unglaublich, aber trotzdem so, wie Sie es darstellen.
    Mir hat die Erkenntnis / das Wissen, was hier falsch läuft und was es ist, überhaupt ein Leben ohne ständiges Gedankenkreisen wieder möglich gemacht.
    Nun bin ich soweit, dass ich auch wieder Freude an meinem Leben habe und es schaffe, sie linkss liegen zu lassen. Nur dann werden die Kinder benutzt. Gott sei Dank haben die es schon lange verstanden. Ihr Kommentar zur Scheidung war: “Dann ist es endlich vorbei.”

  15. Matthias Keller sagt:

    Kann das geschriebene zu 100% bestätigen.
    Ich handelte genauso, bis das Fass wortwörtlich übergelaufen ist, und ich mir gesagt habe, jetzt reicht es.
    Solange man diesen Punkt nicht erreicht, geht man immer wieder in diese toxische Beziehung zurück, und glaubt daran, das sich alles zum guten wenden wird.

    Meine Ex kontaktierte mich nach ca. 3 Monaten, sie hätte da ein Problem ob ich Ihr helfen könnte, ich besuchte Sie und da war Sie dermaßen charmant, und versuchte mich wieder um den Finger zu wickeln.

    Aber ich blieb standhaft, ich ließ mich nicht mehr auf dieses Katz und Maus Spiel ein.

    Der Ausstieg war äußerst schmerzhaft, ich hatte sehr oft das Gefühl es zerreißt mich innerlich, ein Gefühlschaos sondergleichen. Ich hatte Sie permanent im Kopf, dachte täglich an Sie. Das Gefühl Sie widerstehen zu wollen war sehr groß, aber ich wußte wenn ich nicht standhaft blieb, dann würde das nie aufhören.

    Heute nach ca. 1,5 Jahren Abstand und kein Kontakt, bin ich darüber hinweg. Ab und an habe ich Flashbacks, wenn ich mit jemanden Kontakt habe, der in einer ähnlichen Beziehung festhängt.

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