Zweifel an der Beziehung mit dem Narzissten

Mit zunehmender Dauer bekommen Partner immer mehr Zweifel an der Beziehung mit dem Narzissten und fragen sich, ob die Liebe wirklich so einmalig und perfekt ist, wie sie diese am Anfang empfunden haben. Das auffallend egoistische und distanzierte Verhalten des Narzissten löst bei Partnern viele Fragen aus und bringt sie mit ihrer Selbstunsicherheit in Berührung. Sie beginnen, zwischen der Treue zum Narzissten und Trennungsgedanken hin und her zu schwanken.

Zweifel an der Beziehung mit dem Narzissten

Bild: © Tommaso Altamura – 123rf.com

Wenn die anfängliche Leidenschaft in einer Beziehung mit einem Narzissten allmählich verfliegt und die Phase der Verliebtheit vorüber ist, zeigt sich der Narzisst zunehmend von seiner weniger netten Seite. Er beginnt, seine schlechte Laune an seinem Partner auszulassen, überzogene Ansprüche an ihn zu stellen, ihn wiederholt zu kritisieren und abzuwerten. Zudem räumt er sich selbst mehr Rechte ein als dem Partner und verbringt seine Zeit vorrangig mit eigenen Interessen. War der Partner am Anfang der Beziehung noch sein leuchtender Stern am Himmel, so wird dieser im weiteren Verlauf immer ruppiger und unwürdiger von dem Narzissten behandelt.

Gemeinsame Stunden werden seltener und Partner von Narzissten erleben bei Weitem nicht mehr die Zuwendung, die sie anfänglich noch verzaubert hat. Auf einmal fühlen sich nicht mehr so stark geliebt und begehrt wie zuvor. Partner bekommen dann Zweifel an der Beziehung und fragen sich, was sie wohl falsch machen, dass sie derart unfreundlich und abweisend von dem Narzissten behandelt werden. Stellen Sie ihn zur Rede, um eine Erklärung zu bekommen, erhalten sie entweder ausweichende Antworten oder der Narzisst gibt ihnen die Schuld an seinem unausgeglichenen Verhalten und den Schwierigkeiten in der Beziehung.

Partner müssen dann feststellen, dass sich der Narzisst keineswegs für ihre Gefühle, Bedürfnisse und Sorgen interessiert und ihre Bedenken eher noch vergrößert, als ihnen mit seiner Erklärung Sicherheit zu geben. Sie verstehen nicht, was mit dem Narzissten los ist, warum er sich ihnen so verschließt, warum er sich mit ihren Fragen und mit ihrem Kummer nicht auseinandersetzen will und warum er sie so abschätzig behandelt. Partner können nicht herausfinden, warum sich der Narzisst von einem liebenswerten und aufmerksamen Charmeur in einen ekligen Griesgram verwandelt hat.

Zweifel an der Beziehung aufgrund mangelnder Zuwendung

Da der Narzisst auf Nachfrage keine plausible Erklärung für sein Verhalten liefert und die Sorgen des Partners kleinreden will, spüren Partner, dass irgendetwas nicht stimmt und sich die Beziehung im Vergleich zu früheren Tagen nicht mehr so vertraut anfühlt. Ihnen kommen Zweifel an der Beziehung, weil sie sich nicht mehr richtig wahrgenommen fühlen, keine ausreichende Wertschätzung mehr erfahren und ständig für die Unzufriedenheit des Narzissten verantwortlich gemacht werden. Mit der Zeit wissen sie kaum noch, was sie noch tun sollen, damit der Narzisst nicht ständig an allem herummäkelt und ihnen nicht immer die Schuld an allen Missständen gibt.

Folgendes Verhalten des Narzissten löst Zweifel an der Beziehung aus:

  • Der Narzisst verhält sich seinem Partner gegenüber nicht mehr so aufmerksam und liebevoll wie am Anfang der Beziehung.
  • Alles muss sich in der Beziehung um den Narzissten drehen: Es geht nur um seine Bedürfnisse, seine Wünsche, seine Interessen und seine Sorgen und Probleme.
  • Der Narzisst spannt seinen Partner immer mehr für Dienste ein, hat hohe Erwartungen und wird sofort unzufrieden, wenn etwas nicht so läuft, wie er es sich vorstellt.
  • Er muss seinen Partner ständig belehren, bevormunden und kritisieren. Alles, was ihm nicht gefällt, lastet er dem Partner an und macht ihn damit zur Zielscheibe seiner Unzufriedenheit und Wut.
  • Er wertet den Partner unentwegt ab und schwächt damit dessen Selbstwertgefühl.
  • Er verunsichert seinen Partner fortlaufend in dessen Wahrnehmung und unterstellt ihm, Unsinn zu reden und die Realität nicht zu sehen.
  • Er verhält sich seinem Partner gegenüber wenig einfühlsam, kann sich nicht in dessen Haut hineinversetzen, nimmt dessen Gefühlslage nicht wahr und scheint überhaupt kein echtes Interesse an dessen Person zu haben.
  • Er geht häufig seinen eigenen Interessen nach, ohne seinen Partner einzubinden.

Das egoistische und rücksichtslose Verhalten des Narzissten löst bei Partnern zunehmend Zweifel an der Beziehung aus. Sie fühlen sich in Gegenwart des Narzissten auf einmal unsicher, einsam und ungeliebt – in manchen Situationen haben sie sogar regelrecht Angst vor dem Narzissten. Sie fragen sich dann, ob sie wirklich mit dem richtigen Partner zusammen sind und ob es sich wirklich um die perfekte Liebe handelt, wie es anfänglich schien. Aufgrund des destruktiven Verhaltens des Narzissten und der Tatsache, dass sich immer alles nur um ihn drehen muss, fühlen sie sich minderwertig und unwichtig.

Die Zweifel führen zu einem endlosen Gedankenkreisen

Meist beziehen Partner ihre Zweifel an der Beziehung jedoch weniger auf den Narzissten als vielmehr auf sich selbst. Aufgrund der ständigen Unzufriedenheit des Narzissten und aufgrund von dessen gemeinen Abwertungen glauben sie, sich nicht genug Mühe zu geben und es nicht zu schaffen, sich so um den Narzissten zu kümmern, dass dieser rundum befriedigt ist. Daraufhin strengen sie sich noch mehr an, um dem Narzissten zu gefallen und diesen zu beglücken, in der Hoffnung, auf diese Weise die große Liebe vergangener Tage wieder zum Leben zu erwecken.

Doch die Zweifel an der Beziehung mit dem Narzissten vergrößern sich noch, wenn Partner mit der Strategie der totalen Unterwürfigkeit und perfekten Anpassung nicht den erhofften Erfolg haben. Partner verzweifeln dann geradezu an dem Narzissten und wissen nicht mehr, was sie noch tun sollen, um eine dauerhaft glückliche Beziehung mit ihm zu führen. Immer häufiger kreisen dann die folgenden Fragen durch ihren Kopf:

  • Bin ich genug für ihn?
  • Wird er mich jemals wirklich lieben?
  • Liebt er mich überhaupt?
  • Kann das mit uns gutgehen?
  • Bin ich schon wieder an den Verkehrten geraten?
  • Sieht er überhaupt, was ich alles für ihn tue?
  • Ist die Beziehung überhaupt das, was ich will?
  • Warum nimmt er mich nicht ernst?
  • Liebe ich ihn eigentlich noch?

Viele Partner beginnen auch in ihrer Verzweiflung, die schlechten Seiten des Narzissten einfach auszublenden, nur noch das Gute in ihm zu sehen und sich selbst eine zu kritische und unfaire Haltung zu attestieren. Sie verharmlosen und beschönigen das rücksichtslose Verhalten des Narzissten – sich selbst, aber auch anderen gegenüber. Sie wollen einfach an die perfekte Liebe glauben und aus diesem Grund darf nicht sein, was nicht sein soll. Sie meinen, auf diese Weise ihre Zweifel an der Beziehung besiegen und den Narzissten uneingeschränkt lieben zu können.

Wie können die Zweifel an der Beziehung endlich beendet werden?

Wenn aber die Zweifel an der Beziehung weder mit der Strategie der Selbstaufopferung noch mit der Methode der Verleugnung in den Griff zu bekommen sind, brauchen Betroffene dringend Impulse von außen, um nicht in eine tiefe Krise zu stürzen. Sind sie erst einmal so tief gesunken, dass sie keine Perspektive mehr haben und von dem Narzissten völlig abhängig geworden sind, befinden sie sich in einer äußerst prekären Lage, aus der sie sich alleine nicht mehr befreien können. Da der Narzisst durch sein manipulierendes Verhalten ihre Wahrnehmung, ihr Selbstwertgefühl und ihre Gesundheit nachhaltig beeinträchtigt hat, sind sie nicht mehr dazu fähig, ihre Lage objektiv zu bewerten und richtige Entscheidungen für ihr Leben zu treffen.

Der Austausch mit anderen Betroffenen, mit Freunden oder Fachleuten, die sich mit narzisstischem Missbrauch auskennen, kann helfen, die Zweifel an der Beziehung zu beenden und Gewissheit über die eigene Position innerhalb der Beziehung zu erlangen. Die narzisstischen Verhaltensmuster und die Ausbeutung durch den Narzissten müssen offengelegt werden, damit Betroffene erkennen, in welche Art von Beziehung sie geraten sind und dass ihr ungutes Bauchgefühl, das sie nahezu durchgängig begleitet, begründet ist und nicht ihrer Einbildung entspringt.

Auf ihr ungutes Bauchgefühl sollten sich Betroffene auch verlassen, wenn sie keine Hilfe von außen erfahren und sich nicht mit Gleichgesinnten oder Vertrauen austauschen können. Es ist ihr Wegweiser hinaus aus einer missbräuchlichen Beziehung. Die wiederkehrenden Zweifel an der Beziehung, die immer dann besonders stark auftreten, wenn sich der Narzisst wieder gemein und schamlos verhält, sollten Betroffene dazu veranlassen, mindestens vorübergehend Abstand zu dem narzisstischen Partner zu suchen, um wieder einen klaren Blick zu bekommen.

Im Einflussbereich des Narzissten wird ihre Wahrnehmung immer wieder auf den Kopf gestellt und sie können zu keiner vernünftigen Einschätzung bezüglich der Beziehung und ihrer Zukunft gelangen. Sie bleiben in einer ambivalenten Haltung gefangen und brauchen daher die Distanz, um eine neue Perspektive bekommen und klare Entscheidungen treffen zu können.


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Veröffentlicht in Beziehung mit einem Narzissten, Blog
8 Kommentare zu “Zweifel an der Beziehung mit dem Narzissten
  1. Fate 21 sagt:

    Ist er wirklich ein Narzisst?

    Ich weiß nicht, ob ich hier richtig bin, aber ich muss loswerden, was mich seit langem beschäftigt – die Frage: Bin ich an einen Narzissten geraten? Ich weiß nicht mehr, was richtig oder falsch ist und kann mich nicht mehr auf mich selbst verlassen.

    Alles begann vor knapp zwei Jahren… Er war immer nur ein Kollege, ein guter Kollege und wir konnten gut zusammenarbeiten. Doch plötzlich wurde so viel mehr daraus. Der Kontakt wurde immer enger. Wir schrieben uns täglich stundelang WhatsApp-Nachrichten und tauschten so viele Informationen aus – auch jenseits der Arbeit. Wir redeten über Träume, Hoffnungen, verpassten Gelegenheiten, Wünsche… – einfach so viel, alles sehr persönlich. Er hörte mir zu und nahm sich unendlich viel Zeit für mich. Es war eigentlich zu schön, um wahr zu sein. Wir beide haben eine feste Beziehung und ich war selber überrascht über diese Entwicklung. Er war so charmant und zuvorkommend und ich wollte mich dem gar nicht entziehen. Irgendwann wurde es – in den Nachrichten – sexuell. Wir redeten auch diesbezüglich über alles und irgendwann blieb es nicht nur allgemein, sondern er schickte mir Fotos und Videos und wollte vor allem eine Bestätigung seiner Männlichkeit. Für mich war das alles ein Spiel und ich habe mir nichts dabei gedacht, da ich davon ausgegangen bin, dass wir mit den gleichen Spielregeln spielten. Irgendwann wurde es dann auch körperlich zwischen uns, aber für uns beide war es nur eine Affäre ohne Verpflichtungen. Auch auf der Arbeit verbrachten wir viel Zeit miteinander und er war auch bei Problemen und Sorgen immer für mich da. Er baute mich auf, wenn es mir schlecht ging, und half mir, wo immer er konnte. Hilfe meinerseits lehnte er immer ab. Das Körperliche ging wieder zurück, war dann plötzlich wieder da. Er bestimmte das Verhältnis von Nähe und Distanz. Es war ein ständiges Auf und Ab, ein Hin und Her… und langsam warnte mich mein Bauchgefühl. Ich wurde mir zunehmend unsicher, was er wollte. Wenn ich mir heute meine Einträge in mein Tagebuch durchlese, finde ich Zweifel, Fragen und Enttäuschungen…

    Ich hatte das Gefühl, er ist nur mit mir zusammen, um sich selbst besser zu fühlen. Ich hatte immer wieder den Eindruck, er verletzt mich bewusst. Er konnte immer wieder so nett sein, aber dann war er plötzlich wieder kühl, distanziert, verlogen. Und ich wusste nie, welche Person mich an einem Tag erwarten würde. Ich wollte nur noch, dass er aus meinem Leben verschwindet, aber ich schaffte es nicht. Er hat mich unzählige Male enttäuscht, und in meinem Tagebuch lese ich immer wieder, wie enttäuscht er mich hat. Irgendwann hat er mir so häufig meine angeblichen Fehler und Unzulänglichkeiten vorgeworfen. Nachts konnte ich nicht mehr schlafen und habe täglich geweint.

    Wenn ich versuchte, mit ihm über uns und all das zu sprechen, wich er mir aus, blieb ausschließlich auf der Sachebene, warf mir vor, ich würde alles falsch interpretieren… Es ging immer so weiter und die Einträge in meinem Tagebuch wurden immer häufiger. Ich wollte weg von ihm, er tat mir nicht gut, aber ich schaffte es nicht. Er überzeugte mich irgendwie immer wieder vom Gegenteil, wobei er mir immer die Schuld gab und selber keine Fehler oder einen Anteil an allem hatte. Er sagte, ich sei bösartig, verrückt, hätte Probleme aufgrund schlechter Erfahrungen, wäre mit mir selber nicht im Reinen und war so überzeugend dabei, dass ich mich tatsächlich hinterfragte, das Gefühl hatte, wahnsinnig zu werden. Ich wusste nicht mehr, was richtig oder falsch war… Er machte sich über mich lustig und kritisierte mich, aber es war natürlich alles immer nur Spaß und ich würde alles falsch verstehen, da ich seinen Humor nicht verstehen würde. Keiner seine Freunde hätte jemals so reagiert auf seine Witze und Späße und ich suchte den Fehler wieder bei mir. Ich entschuldigte mich für mein Verhalten, auch wenn ich manchmal gar nicht wusste, was ich falsch gemacht hatte. Ich sprach einfach die Dinge, die mir missfielen, offen an. Wenn es ihm zu viel wurde, ignorierte er meine Nachrichten, ignorierte er mich und ging mir für ein paar Tage aus dem Weg. Mit ihm auch nur einmal über alles zu sprechen, gelang mir nie, auch wenn ich ihn noch so oft darum bat.

    Es spitze sich immer mehr zu. Ich bat ihn, bestimmte Verhaltensweisen zu unterlassen, er machte dann gerade genau das. Ich hatte zunehmend das Gefühl, dass er all das bewusst machte. Irgendwann zog ich einen radikalen Schlussstrich, weil ich nicht mehr konnte. Ich blockierte ihn sogar auf meinem Handy. Da wir zusammenarbeiten, konnten wir uns natürlich nicht ganz aus dem Weg gehen, und mir war wichtig, einen kollegialen Weg der Zusammenarbeit zu finden. Doch er ließ nicht mal mehr eine kollegiale Ebene zu. Wir redeten kein Wort mehr miteinander und auch hier wollte er wieder nicht über das Geschehene sprechen. Und ich wollte ihm so gern erklären, wie es mir die ganze Zeit ging und wie sein Verhalten auf mich gewirkt hat. Ich schrieb ihm auch, dass ich das Gefühl habe, er zeige narzisstische Verhaltensweisen. Und die dann folgenden Nachrichten waren nur noch verletzend, vorwurfsvoll und enttäuschend. Er könne meine Einschätzung nicht nachvollziehen. Er sei nicht selbstbezogen und sein soziales Umfeld sei das Wichtigste in seinem Leben. Daher hätte er auch immer so viel für mich getan. Ich hätte nicht verstanden, was ich bei ihm gelernt habe. Auf meine Gefühle ging er in keinster Weise ein und ich musste mir wieder anhören, dass ich alles falsch interpretieren würde.

    Zuvor hatte ich mich noch nie mit dem Thema Narzissmus beschäftigt, als ich aber nach einer Erklärung für all das – sein Verhalten, mein Verhalten, unsere Beziehung – suchte, stieß ich immer wieder auf Bücher und Internetseiten zum Thema Narzissmus. Ich las so viel und all das Beschriebene kam mir so bekannt vor. Es war teilweise so, als würde ich in meinem Tagebuch lesen. Aber glauben kann ich das alles immer noch nicht. Kein Mensch kann sich einem anderen Menschen gegenüber so verhalten und dabei so gleichgültig sein. Und wieder und wieder suche ich daher nach meinem Fehlverhalten und weiß nicht, ob ich nicht doch die Schuld an allem habe. Alle Außenstehenden würden ihn als charmant, hilfsbereit, immer gut gelaunt, kommunikativ und intelligent beschreiben… keiner würde ihm so ein Verhalten zutrauen. Vielleicht liege ich daher mit meiner Einschätzung doch falsch. Aber dann lese ich immer und immer wieder, Artikel über narzisstisches Verhalten und fühle mich so bestätigt. Aber wie und warum kann ein Mensch so auftreten? Und das Schlimmste ist, dass ich ihn unendlich vermisse. Auch wenn ich weiß, dass es wieder zu einem Auf und vor allem Ab kommen würde, wünschte ich, ich könnte alles rückgängig machen. Ich habe das Gefühl, ich bin abhängig… und kann meinem Verstand und mir nicht mehr trauen. Ich glaube mittlerweile wirklich, dass ich ein bösartiger Mensch bin, der ungerecht ein Urteil gefällt hat, das nicht zutrifft. Aber kann meine Intuition mich so verlassen? Ich weiß nicht mehr weiter…

  2. Andreas sagt:

    Gruselig wenn man das liest.

    Bei mir ist es so das meine Frau nur geringe narzistische Tendenzen zeigt, aber da ich nun sehr viel gelesen habe fallen diese mir stetig auf und ich zweifel an der Beziehung.

  3. Kersten sagt:

    Sich öffnen: sehr schwer, schließlich kommt man sich extrem dumm vor…

    Manipulation ist teilweise so subtil. Wer manipuliert wen? Durch die Dynamik der Beziehung ist das teilweise kaum mehr erkennbar, denn das “Opfer” wendet irgendwann diese Techniken auch an, weil es das einzige ist, das hilft. Egal wie eklig es sich anfühlt, es ist die letzte Selbstverteidigung, die ein bisschen wirkt.

    Ich habe hier schon mehr geschrieben, weil ich feststecke. Ich komme nicht vom schlau reden ins Tun. Da werden völlig irrationale Ängste wach, wieso? Bisher konnte ich ganz gut alleine, na gut, nicht ganz alleine. Und nun fühle ich mich total verlassen und alleine, habe kaum noch Initiative. Wie komme ich da raus? Alles blockiert mich, alles scheint zu schwierig. Ich verstehe inzwischen gut, warum manche Menschen in pathologischen Beziehungen feststecken….

    • Hoff.44 sagt:

      Ich habe es so langsam satt, diverse Verteidigungsstrategien und Rechtfertigungsversuche in meiner über 20jährigen Ehe anzuwenden. Seit Anfang des Jahres ziehe ich mich weitgehend aus unserer Ehe zurück. Ich kümmere mich um Kinder und Haushalt,gehe arbeiten,lese auf diesen Seiten und denke vertieft über mein Leben mit meinem Mann nach. Ich habe keine Lust mehr auf Streitereien, Schuldzuweisungen, Rechtfertigungen,Beschimpfungen und die “großen ” Wahrheiten. Ich möchte nur, dass mein Mann mich in Ruhe lässt,damit ich meine Kräfte sammeln kann, um zum letzten Schlag auszuholen, damit ich endlich genug Mut mir selbst zu sprechen kann, um ihn zu verlassen. Da ich durch diese Gedankengänge zwischen Wut, Hass,Ängste und Zweifel zimlich ruhig geworden bin, hat doch mein Mann tatsächlich zu mir gesagt:”weist du, ich glaube, es geht so langsam aufwärts mit uns”. Ich musste mir das Lachen verkneifen. Ich bat ihn darüber nachzudenken, welche Gründe es noch haben könnte.Da sagte er “Oder es ist dir egal, du hast mich schon aufgegeben und du willst die Trennung. ” Ich habe mich nicht getraut, ihm das zu bestätigen. Warum? Weil schon wieder diese Ängste und Zweifel da waren. Weil der Zeitpunkt noch nicht gekommen ist. Aber irgendwann ist es soweit. Nur worauf warte ich eigentlich. Es wird kein Wunder geschehen. Egal welchen Auslöser ich brauche, es wird trotzdem weh tun. Da müssen wir alle durch: es auszuhalten und durchzuhalten. Sonnst stellt man sich immer die Frage, warum habe ich es nicht getan und was wäre wenn…

  4. Hendrik K. sagt:

    Der wichtigste Satz:
    Im Einflussbereich des Narzissten wird ihre Wahrnehmung immer wieder auf den Kopf gestellt und sie können zu keiner vernünftigen Einschätzung bezüglich der Beziehung und ihrer Zukunft gelangen.
    Und dierekt die Lösung:
    Sie bleiben in einer ambivalenten Haltung gefangen und brauchen daher die Distanz, um eine neue Perspektive bekommen und klare Entscheidungen treffen zu können.
    Vielen Dank für die wöchentlichen Berichte!

  5. Marty Mc Fly sagt:

    Ich bin immer wieder erstaunt, wie treffend das hier alles beschreiben wird. Wie ein Protokoll meiner Ehe.
    Mein Gedankenkreisen war
    1. Was habe ich falsch gemacht?
    2. Wann habe ich es falsch gemacht?
    3. Wo ist der Ausweg, dass es wieder so wird wie früher?

    Zum Glück habe ich es irgendwann nicht mehr ausgehalten und habe mich gerettet. Da waren aber dann immer noch die Zweifel und wieder das Hamsterrad.

    Erst mit der Erkenntnis, dass es sich um eine Narzisstin handelt und damit die drei Fragen beantwortet werden konnten:
    1. Nichts
    2. Nie
    3. Es gibt keinen Ausweg

    habe ich es geschafft mich soweit zu lösen, dass sie mich nicht mehr manipulieren kann. Im Zweifel drehe ich mich um und gehe. Den Kontakt ganz abbrechen kann ich nicht, da unsere Kinder noch bei ihr wohnen.

    Das schwierigste ist, so glaube ich, sich jemandem zu öffnen. Das hilft schon. Nur der Schritt ist sehr schwer, da das ganze ja auch beschämend ist, was man alles mit sich geschehen hat lassen. Und wer glaubt einem die Erzählungen? Die Erlebnisse sind teilweise so haarsträubend, dass sie einfach unglaublich sind.
    Es ist aber wahr. Wenn ich zweifle, hilft es mir, ein oder zwei Seiten in meinem Tagebuch zu lesen. Dann wird mir alles wieder bewußt.

    • lilli sagt:

      Nichts/Nie/Es gibt keinen Ausweg.

      So ist es.
      Es hilft nur Abstand.

      • Stephan sagt:

        Lilli,

        “nie” stimmt nicht.
        Jeder macht Fehler, auch man selbst in einer Beziehung mit einem Narzissten. Das ist auch völlig normal. Nur wird hier so manipuliert, dass man selbst die kleinsten Dinge auf die Goldwage legt.

        Sobald man sich all diese Dinge fragt, wäre eigentlich der Zeitpunkt, das Alles zu überdenken. Und das ist der Ausweg. Lauf Forrest, lauf!

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