Narzissten fordern einen hohen Preis

Narzissten verstehen es sehr gut, andere Menschen für sich zu gewinnen. Jeden Antrag, den sie vorbringen, klingt überzeugend. Sie können Menschen motivieren und sie in den Glauben versetzen, an einer fantastischen Sache teilzuhaben. Hat man sich aber erst einmal auf sie eingelassen und ist in ihre Abhängigkeit geraten, so muss man feststellen, dass der Preis für ein Leben an ihrer Seite ungeheuer hoch ist.

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Leben Sie bereits mit einem Narzissten in einer langjährigen Beziehung oder dürfen sie an der Seite eines narzisstischen Chefs arbeiten, dann werden Sie allmählich dahinter gekommen sein, dass Sie mehr und mehr vereinnahmt und zu seinen Zwecken ausgenutzt werden. Was Sie jedoch in der Regel an dieser vorsätzlichen Böswilligkeit zweifeln lässt, ist seine Art, sie durch eine Reihe von Annehmlichkeiten unauffällig an sich zu binden.

Der Partner wird in das narzisstisches Leben eingesponnen

Eine Lebensbeziehung oder Ehe mit einem Narzissten kann eine ganze Reihe Vorzüge bieten. Man zieht gemeinsam in ein schönes und großes Eigenheim in bevorzugter Stadtlage, leistet sich traumhafte Urlaube und andere noble Vorzüge. Der Narzisst bastelt gründlich an seiner Karriere, während der Partner den eigenen Beruf und die eigene Karriere an den Nagel hängt, um das Familienleben zu organisieren. Dafür erhält er einen komfortablen Wagen, großzügiges Haushaltsgeld und eine Haushaltshilfe.

Aufgrund des beruflichen Erfolges kann man sich zwar ein luxuriöses Leben in einer illustren Gesellschaft leisten, der Narzisst ist aber immer seltener wirklich für den Partner da und konzentriert sich vornehmlich auf öffentliche Auftritte, die seinem Ansehen fördern. Der Narzisst beschert seinen Partner ein scheinbar sorgenfreies Leben, erwartet aber zugleich, eine permanente Verfügbarkeit über den Partner.

Kommt es im späteren Verlauf zu einer Trennung, weil der Partner nicht bereit ist, sein Leben allein für den Partner zu opfern, werden die Schattenseiten dieses Lebenslaufs erst recht deutlich. Das Opfer hat keine eigenen Einkünfte, keine Berufsperspektiven, der zukünftige Umgang mit den Kindern muss geregelt werden und das Wohnrecht ist zu klären. Vielleicht sind auch leichtfertig Kreditverträge aufgenommen worden, für die nun eine gemeinsame Haftung besteht. Oft wurde auch in einem Ehevertrag das Leben nach der Ehe für den Narzissten erträglicher geregelt als wie für den Partner.

Manchmal kann der Partner zu der tragischen Erkenntnis kommen, dass ein Bleiben an der Seite des Narzissten vorteilhafter wäre, als eine Trennung mit allen finan- ziellen, emotionalen und gesellschaftlichen Konsequenzen.

Und nicht selten tauchen im Zuge einer Trennung zudem noch bislang unbekannte Leichen aus dem Keller auf, wie z.B. eine langjährige Geliebte, ein uneheliches Kind, ein völlig überzogenes Bankkonto oder in schlimmeren Fällen sogar gefälschte Dokumente. Gerade das so souveräne und kompetente Auftreten des Narzissten veranlasst den Partner in der Beziehung ganz der „stärkere Hälfte“ zu vertrauen, was aber leider oft dazu führt, dass der Narzisst in seinem Glauben an Unfehlbarkeit maßlos wird und unüberschaubare Risiken eingeht.

Ein Narzisst geht eine Ehe oder Beziehung aus Kalkül ein. Er spannt den Partner für alle möglichen Dinge seines Lebens ein. Zwar bietet er im Gegensatz dazu auch etwas, achtet aber immer darauf, dass er das größere Stück vom Kuchen bekommt. Während der Partner treu mit der Erfüllung der Wünsche des Narzissten beschäftigt ist, schafft dieser sich Freiräume für weitere zum Teil geheime Projekte.

Mitarbeiter werden von dem narzisstischen Arbeitsstil erdrückt

Ein narzisstische Chef ist sich seiner Leistungsträger sehr bewusst. Er braucht brillante und treue Mitarbeiter, um die eigenen Ziele zu erreichen. Daher lockt er mit interessanten Projekten, Privilegien wie andere Arbeitszeiten oder einen eigenen Dienstwagen, einem besseren Gehalt oder einer attraktiven Erfolgsprämie. Immer wird er aber dafür mehr verlangen als wie er gegeben hat, selbst wenn es noch so großzügig erscheint. Im Beförderungsgespräch vergisst er gelegentlich, darauf hinzuweisen.

Der Preis für die Begünstigungen ist hoch: Abruf- und einsatzbereit bei Tag und Nacht, immer schwierigere Aufgaben in immer kürzeren Zeitintervallen, launische Attacken des Chefs verbunden mit demotivierender Kritik und willkürliche Arbeitsanweisungen. Die Zweifel, ob man den richtigen Job hat, sind allgegenwärtig.

Dennoch fällt es einem Mitarbeiter schwer, sich aus den Fängen zu lösen. Zum einen liebt er seinen Beruf,  aber vielleicht nur nicht die Art und Weise des Chefs, zum anderen fühlt er sich den Kollegen und dem Unternehmen verbunden. Davon abgesehen ist die Nutzung der vielen Privilegien schon eine Besonderheit, die man nicht so leicht wieder aufgeben möchte. Wer sich einmal einen gehobenen Lebensstil erarbeitet hat, kommt die Treppe nur noch schwer hinunter. Ist man dann noch der Allein-Ernährer der Familie oder gar alleinerziehend, kann eine schnelle Veränderung nicht vollzogen werden.

Man ist im Netz der Narzissten gefangen und beginnt, einfach nur noch durchzuhalten und zu funktionieren, sowohl beruflich wie auch privat. Der Narzisst hat sein Opfer in seine Welt eingesponnen und kann nun nach Belieben mit ihm verfahren.

Suchen Sie dann das Gespräch mit dem narzisstischen Vorgesetzten und dieser spürt ihre gedanklichen Abwanderungspläne, wird er versuchen, sie noch stärken an sich zu binden. Er wird ihnen mehr Geld anbieten, aber auch mehr Verantwortung. Vielleicht wird er ihnen sogar, wenn er selbst Eigentümer des Unternehmens ist, die Teilhaberschaft anbieten. Alle Vorschläge zielen nur daraufhin, sie noch mehr ans Unternehmen zu binden. Sein Verhalten wird er jedenfalls nicht verändern. Im Gegenteil, er wird überzeugt sein, je mehr er ihnen gibt, desto mehr wird er sich dafür die Berechtigung erkaufen, sie über alle Maße zu fordern.

Sie können die narzisstische Ketten sprengen

Den Narzissmus so früh wie möglich zu erkennen, ist oftmals die einzige Chance, dem schleichenden Prozess ins Unglück und den Abhängigkeiten zu entkommen. Dem Narzisst geht es immer nur um sich selbst, ihr Glück ist ihm völlig gleich. Je später Sie die narzisstischen Gesetzmäßigkeiten verstehen und die raffinierte Vorgehensweise eines Narzissten durchschauen, desto tiefer verstricken Sie sich in seine Welt.

Menschen, die dazu neigen, zu vertrauensvoll und nachgiebig zu sein, die bereit sind, des lieben Friedens willen, nachzugeben und sich von den wenn auch in Geschenkpapier verpackten, aber dennoch maßlosen Forderungen verführen zu lassen, sollten sich dringend den objektiven Abstand bewahren und ihre Gefühle und Träumereien beiseite schieben. Es wäre ratsam, sich im Vorfeld mit dem Narzissmus und narzisstischen Eigenschaften vertraut zu machen. Nicht unter jeder Krone befindet sich auch ein echter Prinz.

Veröffentlicht in Eigenschaften eines Narzissten
15 Kommentare zu “Narzissten fordern einen hohen Preis
  1. Anna sagt:

    Leider bin ich vor 9 Monaten auch an so einen Menschen geraten. Ich habe das Gefühl ich liebe ihn abgöttisch. Ich muss dazu sagen das ich seit 2009 an Depressionen leide und es nun schon so weit ist das ich denke das ich eine schwere persönlichkeits Störung habe. Er dreht es so hin damit ich es denke und alles lese und es glaube, von Tag zu Tag geht es mir schlechter. Ich glaubte ich bin an allem schuld. Wir streiten nur wenn mir Aufmerksamkeit fehlt und ich ihn darauf anspreche, null Reaktion. Frage ich nochmal wird er wütend und hält mir vor das ich ihn damit immer weiter weg treibe. Und noch weitere Faktoren. Am liebsten bin ich ihm wenn ich den ganzen Tag voll cool drauf bin und lachen, aber innerlich zerbreche ich daran.

  2. Kerstin sagt:

    Hallo, bin mit einem Narzissten verheiratet und die Seite hilft mir immer mehr zu verstehen dass ich nicht die Schuldige bin. Ich wünschte mir, ich könnte mich trennen aber ich schaffe es einfach nicht. Ich komme mir so schwach und hilflos vor. Ich frage mich, warum die Trennung so schwer ist…warum? Jeden Tag Ist er so böse und verletztend zu mir und ich habe Angst mich zu trennen…hat jemand schon eine Trennung durch gemacht und mir einen Rat?

    Gruß

    • Amanda sagt:

      Kerstin, mir geht es ähnlich wie dir. Ich habe es bisher nicht geschafft.
      Aber ich bereite mich – wenn ich mal allein sein kann (und das ist nicht oft) – darauf vor: mache eine Aufstellung mit unserem gemeinsamen Besitz etc., Kontoständen zu den entsprechenden Stichtagen, sammele alle wichtigen Unterlagen und Infos und/oder scanne sie und speichere sie an einem sicheren Ort online, den ich auch erreichen kann, falls die Trennung Hals über Kopf passiert und ich nur mit dem gehen kann, was ich in dem Moment bei mir habe.
      Ich habe als Nebenfolge der Beziehung kein Einkommen mehr und erkundige mich über die Möglichkeiten, meine Altersvorsorge zu beleihen usw., damit ich im schlimmsten Fall nicht (wie bisher) zusehen muss, dass ich mich versöhnlich verhalte, die Schuld für alles (egal ob sinnig oder nicht) auf mich nehme etc., damit wieder „Ruhe & Frieden“ einkehren, sondern damit ich frei entscheiden kann, mich zu trennen und wirklich zu gehen, wenn’s mal wieder hart auf hart kommt.
      Das alles gibt mir ein gutes Gefühl. Ich habe mich bisher nie getrennt, weil ich keinen Plan hatte, was danach passiert. Falls du das noch nicht getan hast, hilft dir das vielleicht auch.

      Auf jeden Fall bist du nicht allein in der Situation, und ich wünsch dir die Kraft, die du brauchst, um die Entscheidung zu treffen, die dich endlich wieder glücklich macht!

  3. Paula sagt:

    Auch ich kann alles nur so bestätigen, ich bin seit 30 Jahren mit einem Narzissten verheiratet. Wurde lange Jahre von ihm belogen und betrogen. Es dauert sehr sehr lange bis man erkennt, zu was dieser Mensch alles fähig ist.
    Ich bin aber nicht fähig mich von diesem Mann zu trennen. Immer wieder kommt er zurück und ich denke immer noch, dass er sich ändern kann aber es wird mir immer mehr bewusst, dass er sich nie ändern wird. Ich kämpfe schon lange mich von ihm zu trennen und fange an mich zu hassen weil ich es nicht schaffe. Es hilft mir, hier zu lesen wie es andere geschafft haben, vielen Dank für die Unterstützung.

  4. me sagt:

    Hallo…
    ich vermute seit langem, dass ich ein Narzisst bin. Ich bin weiblich, 28 Jahre, verheiratet und habe eine Tochter (18 Monate). Sehr viele Punkte, die auf dieser Seite geschildert sind, treffen auf mich zu. Ich mache mir selbst und meinem Umfeld das Leben schwer. Ich hatte vor meiner Schwangerschaft 8 jahre lang Bulimie. Ich leide unter meinen Gedanken und Verhalten und fühle mich gefangen in meiner eigenen Seele. Gibt es eine Heilung? Ich bin unglücklich, obwohl alles perfekt sein könnte/ist. Mein armer Mann leidet wegen mir, obwohl er mich liebt…

    • Maria Magdalena sagt:

      liebe Me , ja es gibt eine Chance ! Deine Selbsterkenntnis und dein Wunsch nach charakterlicher Veränderung sind sehr gute Indikatoren ; dass Gottes Geist an dir wirkt. Jesus kann uns heilen. Bitte glaube daran , dass Gebet alles in dir verändern kann . Du darfst darauf vertrauen !Ich habe Erfahrung mit Gottes verändernder Gnade gemacht , als ich sein Wort vor vielen Jahren durch Bibelstudium kennengelernen durfte und möchte dir Mut machen. Wenn du mir schreiben möchtest , gerne . mit ganz lieben Grüßen Maria

  5. E sagt:

    wenn du einen Narzissten enttarnt und durchschaut hast,musst du dich fragen,ob du seine Spielchen noch weiter mitspielen willst.
    letztendlich ist er ja das kleine,verletzte Kind,was niemals um sich selbst wegen geliebt wurde.
    dabei wird er immer therapieresistent sein.
    therapeuthen hassen Narzissten,weil sie von ihnen auch nur immer manulativ abgewertet werden.
    keiner mag sie eigentlich,außer uns Frauen,die ihnen „reingefallen“ sind.
    aber was lieben wir denn an ihnen?
    die Fähigkeit zu träumen,wünsche zu formulieren,weltumspannend(auch wenn sie es nie realisieren werden…)
    begeben wir uns doch auf eine fantasieriese mit unserem Narzissten,teilen sie sie mit ihm,natürlich nur im Gedanken,er kann das nimmer einlösen,
    kümmern wir uns um uns und unser wohl,
    unseren eigenen,üppig blühenden garten und gewähren ihm einlass,wenn WIR das wünschen,
    machen uns aber niemals abhängig von ihm(Geld,kinder,beruf),
    aber das sollte eine frau im 21.jahrhundert sowieso nicht tun….,
    er kann doch auch entzückend sein mit seinen inspirierenden Projekten,nutzt das doch für euch,eure Erotik,
    aber lasst nie,NIEMALS zu,dASS ER MACHT ÜBER EUCH BEKOMMT.
    ihr habt ihn doch schon seit langer zeit durchschaut.
    er kann keine Kritik vertragen,also bitte nicht.bewundwert ihn mäßig,dann wenn er es wirklich verdient hat……
    hängt an seinen lippen,wenn er labert,das braucht er um sich lebendig zu fühlen……
    weltumspannende vorträge(erinnere dich an ein schönes Kochrezept und lass ihn blubbern.bla bla……er möchte ja nur sich selbst hören…….)
    aber,wenn ihr ihn liebt,müsst ihr ihm das verzeihen,er kann ja nichts dafür…….
    ihr hängt doch so alle an unseren Narzissten,weil sie ja auch so toll sein können,
    finde ich auch,
    also Mädels:nicht immer nur jammern-informiert euch hier im Internet,und wenn ihr euren Narzissten liebt,dann macht was draus.
    es gibt schlimmere Störungen.
    doch:niemals nie die eigene Identität aufgeben.
    ihr seit auf einer langen,therapeutischen reise,er wird sich niemals hilfe holen,aber ihr und ihr könnt ihn glasklar durchschauen und so manipulieren,dass ein erquickliches und schönes leben winkt.
    ich liebe meinen narzisstisch gestörten mann seit 14 jahren,habe mein eigenes leben,sehe ihn nur am Wochenende und komme,nachdem ich mich über seine Störung informiert habe,sehr gut mit ihm klar.
    meine schwester ist psychotherapeuthin und fragt nur manchmal ironisch:HAST DU IHN HEUTE NOCH NICHT GENUG BEWUNDERT?
    er ist nach wie vor mein Adonis
    also:lasst ihnen verzeihen,sie hatten eine narzisstische mutter,wie bei meinem süßen oder ähnliche schlimme Kindheiten,nehmt sie mit Humor,lebt euer eigenes,schönes leben und erfreut euch an ihnen…..
    aber wie gesagt.NIEMALS kritisieren,auch wenn es schwerfällt,das nimmt ihnen den saft zum leben.
    immer nick nick machen,immer bewundern,das brauchen sie wie ein lebenselexier,und lieben wir sie denn nicht?
    ja,wir lieben sie,mit allen ihren stöhrungen,
    wir wissen doch um den kleinen,niemals um seiner selbst geliebten jungen…..wir lieben ihn aufrechtig,werden ihn nicht heilen könnenh,aber können ihn aufrichtig lieben,wenn wir um seine Verletzlichkeiten wissen und niemals vergessen,dass wir selbst emphatisch,zugeneigt,heilend und sehr verliebt sind.

    • Emmi sagt:

      Das klingt so manipulativ und berechnend, dass ich mich frage, ob da nicht die Störung auf Ihrer Seite liegt.
      Meines Erachtens ist man, wenn man ehrlich und frei verliebt ist, nicht in der Lage zu manipulieren, zu berechnen, zu planen und sich derart zu verhalten. Und genau das ist es ja auch, was es dem Narzissten möglich macht, den/die Partner/in so einzunehmen und zu binden. Der andere liebt, der Narzisst versucht nur zu kalkulieren, um seine Bedürfnisse befriedigt zu wissen.
      Was hat es mit Liebe zu tun, jemandem Bewunderung vorzugaukeln, weil er „sie so braucht“, wenn man sie nicht empfindet?
      Was hat es mit Liebe zu tun, jemanden „durchschaut“ zu haben und permanent darauf achten zu müssen, den anderen „keine Macht“ über einen haben zu lassen.
      Beziehungen sind immer auch gegenseitige Abhängigkeiten. Wenn man sich und seine Grenzen ständig schützen muss, stets auf der Hut vor raumgreifenden Manipulationen haben muss, hat das nichts mit einer gesunden Beziehung zu tun, in der man glücklich wird.
      Und wenn man dann selbst anfängt, etwas zu konstruieren und zu manipulieren, dann ist man selbst von einer Störung wohl auch nicht mehr weit entfernt.

      Denke ich zumindest.

  6. Akira sagt:

    Ich habe einen ähnlichen Fall in der Familie.

    Mein Mitte 30 – jähriger Onkel hat eine nach 7-9 Jahren Beziehung eine Narzisstin geheiratet, vor ungefähr einem halben Jahr haben sie ein Kind bekommen. Gleichzeitig bauen sie ein Haus in einer beliebten Lage, dafür haben sie eine halbe Million Euro Kredit aufgenommen. Mein Onkel wurde immer wieder so von ihr beeinflusst, dass er jetzt der „Stammhalter“ ist und sich um die Fertigstellung des Hauses, um das Kind usw. kümmern muss. Er ist sehr nervös und aehr leicht reizbar geworden. Seine eigene Persönlichkeit wurde durch ihren zynischen Einfluss auch sehr zynisch und verletzend. Einerseits pinselt sie ihm den Bauch, macht ihn ganz wichtig und unentbehrlich für sich und gleichzeitig formt sie ihn geschikt so, wie sie ihn haben möchte: gut verdienneder, gut aussehender, Markenklamotten tragender junger Mann. Diverse frühere Hobbys darf es nicht mehr ausüben, weil er ja erwachsen ist und seine frühere Beschäftigung schien ihr kindisch und nicht angebracht zu sein.
    Die ganze Familie seinerseits konnte von Anfang an nichts mit ihr anfangen, weil sie so anders ist, weil sie ihn so stark negativ beeinflusst hat. Ganz auffällig war es, wenn er allein zu seiner Familie kam und man sich mit ihm normal unterhalten konnte (er war so wie wir kannten). Wenn er zusammmen mit ihr war, dann war das teilweise nicht auszuhalten, die Arroganz, der Zynismus, die Härte und die Abwertung anderer.
    Sie war anfangs eifersüchtig auf die damals noch vertrauensvolle und lockere Beziehung zwischen mir und ihm (wir sind 6 Jahre auseinander). Mittlerweile ist diese Beziehung futsch, sie hat ihn für sich eingenommen und von der Familie etwas separiert, weil nur noch seine Mutter (meine Oma) alle Familienmitglieder vereinen möchte, gibt es im Grunde Kontakt. Meine Mutter ubd ich können mit dieser Situation nur schlecht umgehen.
    Ich weiß nicht mehr, wie ich mich verhalten soll. Wir haben selten Kontakt, und wohnen recht weit voneinander entfernt (ca. 4-5 Stunden Autofahrt). Bestimmte Besuche sind rein familientechnisch unabdingbar, aber wir fühlen uns sehr unwohl dort.
    Mein langjähriger Partner und ich waren schon mal übers Wochenende im letzten Jahr dort und es war ein so dermaßen großes auf und ab der Gefühle, dass es unheimlich anstrengend war. Im Grunde wollen wir nicht mehr dahin, ich habe innerlich meinen Onkel aufgegeben, weil ich ihn nicht mehr erkannt habe. Der Band zwischen uns ist weg. Obwohl ich das Gefühl hatte, dass er sich sehr gefreut hat mich zu sehen, und jedes mal, wenn es deutlich zu sehen war, hat seine Hälfte versucht mich wie ein Kind beleidigt anzugreifen. Ganz gruselig.
    Ich würde gern mit ihm darüber reden und ihm ihre Manipulation aufzeigen, aber ich weiß nicht, ob es sinnvoll ist, weil er sie in der Regel immer verteidigt. Und andererseits möchte ein Teil von mir ihn nicht aufgeben.
    Ich weiß überhaupt nicht mehr, was ih tun soll. Haben Sie vielleicht einen Ratschlag?

  7. Sue sagt:

    Ich habe vor kurzem herausgefunden dass einer meiner Arbeitskollegen ein Narzist ist – vieles in diesem Artikel passt zu ihm. Zum Glück muss ich nicht häufig mit ihm zusammenarbeiten, die paar Mal im Monat reichen mir – die sehr sensibel ist – schon um mich durcheinanderzubringen.
    Er ist eine schillernde Lichtgestalt die es versteht sich in Szene zu setzen. Dauernde Bewunderung von Kollegen und Kunden ist ihm durch seine immer neuen tollen Sachen und Einfälle stets garantiert. Ein hohes Maß an Wortgewandtheit und Ideenreichtum haben ihn schnell zu einem Liebling des Chefs gemacht. Dazu gibt es immer wieder Annehmlichkeiten für seine „Jünger“ – mal einen Rehrücken, ein Ster Brennholz umsonst oder eine Einladung zum Mittagessen.
    Gleichzeitig ist er sehr mitteilsam, Privatangelegenheiten von ihm und von Kollegen werden nur zu gerne ausgeplaudert.
    Arbeitsanweisungen werden entweder in viel zu hoher Zahl und/oder vollkommen chaotisch mitgeteilt.
    Geld, Materialismus und Vernetzung ist für ihn das wichtigste. Höher, schneller, weiter – das ist sein Lebensmotto.
    Er hat sich durch seine Art bereits so im Unternehmen und über dessen Grenzen hinaus verwoben und vernetzt, dass ein Rausschmiss (der durchaus gerechtfertigt wäre) unmöglich ist.
    Spricht man ihn auf einen Irrtum seinerseits an, wird mit einem ganz anderen Thema vehement abgelenkt – ein Zurückkehren auf das eigentliche Thema ist nicht mehr möglich (zum Glück wird er nicht agressiv).

    Ich habe ziemlich schnell gemerkt dass mit dem was nicht ganz koscher ist und habe mich nicht von ihm einlullen lassen – meide ihn und seine Geschenke so gut es geht. Es ist aber immer wieder ein Kampf mich gegen ihn zu wehren – mich nicht mitziehen zu lassen, mich im Schein seiner Selbst nicht klein und minderwertig zu fühlen…

    Eine schwierige Per

  8. Dinni sagt:

    Meine Lebensbeziehung findet sich in jeder Zeile des Artikels (eigentlich in jedem Artikel auf dieser Website) wieder.
    Ich habe meinen „golden Käfig“ nach Jahrzehnten aufgegeben. Leider wusste ich nichts von dieser Persönlichkeitsstörung bei ihm, habe immer die Fehler bei mir gesucht. Nachdem er handgreiflich wurde und ich Angst um mein Leben hatte, habe ich den Absprung geschafft. Eine Ehe/Partnerschaft auf Dauer mit einem Narzissten ist NICHT möglich.

  9. Hakim sagt:

    Ihre Beschreibung nach muss die Person Ihrer Betrachtung einen überdurchschnittlichen IQ besitzen, um all das zu schafen, was Sie beschreiben. Es ist aber mir nicht klar, wie Narzismus sich bei Menschen mit einer eher unterdurchschnittlichem IQ und nicht heraustechenden Fähigkeiten äußert. Eine Person, die keinen hohen beruflischen Erfolg vorzuweisen hat und in ihrem Leben viele Verletzungen und Kränkungen erlebt hat?

    Gruß und Dank, Hakim

  10. Margarete sagt:

    Es ist unglaublich! Diese Seite kam genau zum richtigen Zeitpunkt in mein Leben! Ich habe so lange geglaubt, es mit einem einfach genialen Menschen zu tun zu haben. Die schlimmen und unmöglichen Verhaltensweisen habe ich immer wieder zu verstehen versucht und die Fehler bei mir gesucht. Bei ihm konnten sie ja nicht liegen. Nun habe ich keine abgeschlossene Berufsausbildung, zwei kleine Kinder, kein eigenes Einkommen, Schulden und bin völlig von ihm abhängig. Wenn ich gehe, wird sein Kartenhaus wahrscheinlich zusammenbrechen. Ich habe immer gefühlt, dass etwas nicht stimmt, habe aber dieses Gefühl aus Angst immer beiseite geschoben. Diese Kälte hinterrücks, den Menschen gegenüber, die ihn schätzen und ihn um Rat fragen. Diese Wandlungen: nach einem schrecklichen Wochenende zu Hause mit Wutausbrüchen, Vorwürfen, Aggressionen, war er Montag bei der Arbeit wieder völlig fröhlich, aufgeschlossen, lieb und nett. Von den furchtbaren Sorgen und Nöten und Katastrophen war/ist dann nichts mehr da. Wie oft habe ich fassungslos neben ihm gestanden und beobachtet, wie er nach solchen Ausbrüchen plötzlich wieder seinen ganzen Charme spielen lassen konnte. Ich habe alles mögliche in ihn hinein interpretiert. Nun sehe ich, dass ich von der Wahrheit sehr weit entfernt war.
    Mein Entschluss zu gehen ist zwar gefasst, jedoch wird es ein sehr hartes Stück Arbeit werden. Ich hätte niemals geglaubt, dass ich in so ein Situation gelangen könnte. Nun stehe ich vor der Wahl entweder zu bleiben oder sein Kartenhaus zu zerstören, an dem ich jetzt natürlich in den letzten Jahren mit gebaut habe. Wie naiv ich war. Habe ihm alles geglaubt, obwohl ich gemerkt habe, dass er nur redet, aber nicht selber handelt. Ich weiß nur eins: ich will und kann nicht mehr! Es wird sehr schwer werden, aber mir stellt sich nur noch die Frage: Er oder ich!
    Neben der Angst, sein Kartenhaus nun umzustoßen, habe ich auch Angst davor nicht stark genug zu sein! Ich darf endlich entdecken, dass dies nicht der Fall ist. Ich habe die Möglichkeit festzustellen, dass ich sehr wohl ein schönes und gutes Leben führen kann, auch und gerade ohne ihn an meiner Seite. Ich habe ihn jahrelang, auch schon vor unserer Hochzeit, auf einen Sockel gestellt. Ihn dort wieder herunter zu holen ist schmerzhaft und mit Schuldgefühlen verbunden, jedoch ist es auch sehr heilsam.
    Ich muss es tun, denn sonst werde ich irgendwann keine gute Mutter mehr sein können.
    Ich sage von ganzem Herzen Danke für diese Seiten!
    Viele Grüße,
    M

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