Frieden bedeutet bei einem Narzissten lediglich Waffenruhe

Narzissten neigen dazu, Unfrieden zu stiften und Spannungen zu erzeugen. Sie lieben den Kampf und die Auseinandersetzung, um sich darin zu behaupten und als stark und überlegen zu erleben. Zu viel Harmonie nimmt ihnen ihre Motivation und Lebenslust, weil sie unter dem Druck der Anpassung und Eintönigkeit ihre Einzigartigkeit zu verlieren glauben.

Narzisst streitet mit seiner Partnerin

Bild: © gmast3r – 123rf.com

Warum kann man mit einem Narzissten keine friedliche Beziehung führen? Warum stellt sich nie eine wirkliche dauerhafte Harmonie ein? Warum wird das Zusammensein immer wieder von unnötiger Kritik, Härte und Rücksichtslosigkeit gestört? Warum kann man nicht einfach ruhig und glücklich miteinander leben und auskommen?

Diese Fragen stellen sich Betroffene, die eine Beziehung mit einem narzisstischen Menschen führen und die ständigen Querelen und Demütigungen nicht mehr ertragen können. Warum findet der Narzisst immer das Haar in der Suppe, warum muss er sich immer wieder einmischen, nörgeln, belehren, bevormunden und abwerten? Es könnte alles so leicht sein, wenn der Narzisst auch mal über einen Makel hinwegsehen, einen Kompromiss eingehen oder in einer Sache zurückstehen könnte.

Betroffene gehen davon aus, dass allen Beteiligten daran gelegen sein müsste, aufeinander zuzugehen, sich miteinander zu verständigen und nach Gemeinsamkeiten zu suchen, statt Zwietracht zu säen. Sie glauben, dass es dem Narzissten auch nicht gefallen kann, sich ständig mit seinen Mitmenschen anzulegen und Konflikte heraufzubeschwören. Betroffene meinen vielfach, dass die Probleme und die unterschiedlichen Standpunkte in dem jeweiligen vordergründigen Sachthema begründet sind und weniger in der mangelnden Flexibilität des Narzissten.

Es muss so laufen, wie es der Narzisst will

Sie übersehen dabei das krankhafte Verhalten des Narzissten, das sich bei der Gestaltung von Beziehungen besonders gravierend äußert. Der Narzisst ist nicht primär an einem guten Miteinander interessiert, sondern vielmehr an der Inszenierung seiner Grandiosität. Er will sich als besser erleben. Daher sucht er auch keinen Kompromiss und keine Lösung, mit der alle leben können, und schon gar nicht will er nachgeben müssen. Er will sich durchsetzen, ob seine Ideen nun besser sind und dem Sachthema dienen oder nicht. Ein Narzisst kann es nicht ertragen, wenn er nicht den Ton angibt und es nicht so läuft, wie er es will.

Sich anzupassen, zurückzustehen und sich unterzuordnen ist für einen Narzissten keine Option – es sei denn, es handelt sich dabei um Themen, die ihm nicht wichtig sind und ihm keine Bewunderung einbringen. Wo er aber das Gefühl hat, entweder seine Einzigartigkeit unter Beweis stellen zu können oder sein grandioses Selbstbild verteidigen zu müssen, kennt er keine Freunde. Dann wirft er sich ins Zeug und muss allen beweisen, dass er recht hat, es besser weiß und kann, keine Widerworte duldet und sich nichts vormachen lässt.

Daher streitet ein Narzisst so lange und redet so vehement auf andere ein, bis er endlich als Sieger aus einer Diskussion hervorgeht. Betroffene sind dann häufig fassungslos angesichts dieser eisernen Unnachgiebigkeit und meinen, der Narzisst müsse doch von allein erkennen, wie unpassend er sich aufführt, wie sehr er übertreibt und das gegenseitige Vertrauen mit seiner Kompromisslosigkeit belastet. Sie können nicht verstehen, dass ein Mensch um alles in der Welt seinen Willen durchsetzen muss, hierfür alle Grenzen missachtet und auch vor schamlosen Äußerungen und gemeinsten Erniedrigungen nicht zurückschreckt.

Der Narzisst geht immer aufs Ganze

Ein Narzisst setzt alles auf eine Karte, wenn es darum geht, seine Fassade aufzuputzen und sein Selbstbild zu schützen. Keine Logik, keine Vernunft und auch kein Mitgefühl kann ihn bremsen. Er will um jeden Preis gewinnen und muss daher alle anderen niederringen. In seinem Vernichtungswahn bekommt er dann gar nicht mit, wie alle anderen um ihn herum leiden und allmählich anfangen, sich gegen ihn zu verschwören, weil sie diese Widerspenstigkeit nicht länger ertragen können.

Damit die Beziehung durch den flammenden Feldzug des Narzissten nicht gänzlich zerstört wird, sind Betroffene häufig bereit, nachzugeben und sich den Ansichten des Narzissten zu fügen. In der Regel bekommt das stürmische Wortgefecht eine derartige Brisanz, dass der Narzisst nur noch mit Beschwichtigung zu bremsen ist. Betroffene spüren sehr genau, dass erst dann wieder Ruhe eintritt, wenn der Narzisst seinen Willen bekommen hat und sich niemand mehr gegen ihn auflehnt.

Dies bedeutet aber keineswegs, dass der Narzisst bei der nächsten Gelegenheit nicht wieder Zank heraufbeschwört. Wenn Betroffene ihre Toleranz und Nachgiebigkeit zeigen und somit dem Narzissten signalisieren, dass ihnen seine Meinung und Wünsche wichtig sind, bedeutet das noch lange nicht, dass er es ihnen hoch anrechnet und das nächste Mal zurückhaltender agiert. Auch bei der nächsten Kontroverse muss er wieder seine Größe beweisen. Und selbst wenn niemand mehr gegen ihn kämpfen will und alle um ihn herum freiwillig zurückstehen, fährt er seine Geschütze auf.

Dauerhaften Frieden kann es mit einem Narzissten nicht geben

Frieden gibt es bei einem Narzissten nicht, sondern bestenfalls eine kurzzeitige Waffenruhe. Der Narzisst braucht den Streit, die Herausforderung und den Kampf, um seine Einzigartigkeit unter Beweis zu stellen. Und wenn es keinen Grund zum Stänkern gibt, dann muss der Narzisst eben einen Grund provozieren, nur damit er wieder in die Schlacht ziehen kann. Der Narzisst sucht keine Harmonie. Wenn alles gleichförmig läuft, kann sich der Narzisst nicht herausstellen, sich nicht von anderen abheben und als großartig erleben. Er geht in der Eintönigkeit unter und kommt dann mit einem Gefühl der Sinnlosigkeit in Berührung.

Daher müssen sich Betroffene in einer Beziehung mit einem Narzissten darauf einstellen, dass es immer wieder zu Unruhen kommen wird. Ein Narzisst braucht den Wettkampf und provoziert hierzu seine Mitmenschen, damit sie mit ihm in den Kampf treten und sich gegen ihn zu wehren versuchen. Und nach dem Kampf ist für den Narzissten immer vor dem Kampf: An dem Widerstand der anderen kann er sich reiben, sich aufladen, sich lebendig fühlen und seine Stärke erleben.

Betroffene können daher einem Frieden in der Beziehung nur dann etwas näher kommen, wenn sie gar nicht erst kämpfen, sondern den Narzissten so lassen, wie er ist, ohne ihn von einer anderen Sichtweise überzeugen zu wollen. Dies bedeutet jedoch nicht, dass sie sich nicht abgrenzen sollen – sie sollen dabei nur nicht mit ihm streiten. Betroffene sollten ihre Meinung und ihre Bedürfnisse klar und gelassen äußern, ohne dem Drang zu unterliegen, unbedingt recht haben oder sich bei Widerworten und Provokationen des Narzissten rechtfertigen zu wollen. Er darf seine Meinung haben – sie aber auch. Manchmal kann es auch lohnenswerter sein, einfach nichts zu sagen.

Wenn es jedoch um Themen geht, die eine gemeinsame Lösung erfordern, sollte man so lange sachlich Argumente austauschen, bis ein für beide Seiten tragfähiger Weg gefunden ist. Wenn der Narzisst grob beleidigend und laut wird, müssen Betroffene lernen, diese Spannung auszuhalten, sich nicht von den Gefühlsausbrüchen  anstecken zu lassen und ebenfalls emotional zu reagieren, sondern ganz bei sich und ihren Überzeugungen zu bleiben. Wenn der Narzisst spürt, dass der andere nicht ins Wanken kommt, wird er entweder noch unerbittlicher – woraufhin man sich schleunigst seinem Einfluss entziehen sollte – oder er lenkt ein oder vertagt die Auseinandersetzung, weil er nicht das Risiko eingehen will, den Kampf möglicherweise zu verlieren. Auch ein Narzisst stößt irgendwann an seine Grenzen..


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Veröffentlicht in Blog, Eigenschaften eines Narzissten
26 Kommentare zu “Frieden bedeutet bei einem Narzissten lediglich Waffenruhe
  1. Juch sagt:

    mein narzistisches Gegenüber fühlt sich einfach nur wie ein Fisch an! Logik, Verständnis, Vernunft, Übernahme von Verantwortung, finden keinen Platz in seiner Argumentation. ich habe nach echt langer und intensiver Auseinandersezung mit der narzistischen Funktionsweise nur noch eine Lösung vor Augen: WEGRENNEN SOWEIT ES GEHT. Jeder Hoffnungsfunke scheint schon im Keim zu ersticken.

  2. D. Kiep sagt:

    Bin jetzt 2 Jahre raus der der Beziehung und mit psychotherapeutischer Unterstützung nehmen Verfolgungsängste usw. deutlich ab, schöne Momente zu empfinden wird mehr. Auch Gefühle der Trauer zu ertragen nimmt zu. Öfter empfinde ich Frieden in der Welt. Wenn ich arglos gelöst und eins mit der Welt und mit mir bin und eine Verabredung am Telefon bezüglich unseres gemeinsamen Sohnes treffe, werde ich immer wieder belehrt, dass auch der Beziehungsabstand keinen echten Frieden bedeutet. Jetzt arbeite ich daran, der Welt wieder zu vertrauen, jedoch bei Kontakt zur ehemalgen Partnerin wachsam zu sein. Mein Muster war, ich muss alles ertragen. Nein, das muss ich nicht mehr! Diesen Abstand zu schaffen ist irrsinnig schwer für mich gewesen und wie ich lesen kann, für so viele Betroffene von Partnerinnen und Partnern ohne die Fähigkeit zur Empathie auch. Doch es geschen Zeichen und Wunder, so komisch kann ich nur das (neu)Erwachen von Leben in mir benennen. Zu glauben, nun, wo es mir besser wird, ist die Welt wieder in Ordnung, war meine naive Fehlannahme, diesbezüglich ist mir der Artikel sehr wertvoll! Danke!

  3. Michael sagt:

    Ich lebe seit 10 Jahren mit meiner Narzisstischen Frau zusammen. Der Bericht spiegelt sich genau auf sie. Würde es was bringen Sie mit ihrer Krankheit zu konfrontiert?

  4. Kate sagt:

    Hallo, gerade war er da und hat die Kinder für das Wochenende abgeholt. Wir sind in Scheidung, seit Juli letzten Jahres getrennt lebend.
    Ich habe ihm nie zugehört, mich nie richtig bemüht, nie mit ihm wirklich reden wollen und er hat alles für mich getan.
    Sobald ich meinen Mund aufmache, weil er weiß, dass ich diese Schuldzuweisungen nicht so stehen lassen kann, zieht er Grimassen, unterbricht mich, macht Faxen.
    Ich dreh mich dann um und gehe schweigend ins Haus.
    Zumindest tut es mir nicht mehr weh, auch wenn ich nicht verstehen kann, dass reden unmöglich ist. Ich werde es verstehen, irgendwann, und dann muss ich es hoffentlich auch nicht mehr, mit ihm reden.
    An alle da draußen, die mit dem Thema kämpfen: Es liegt nicht an Euch! Lasst Euch das nicht einreden. Es ist nicht verstehbar, ihr könnt nur Euer Handeln anpassen, auf eine Art und Weise, die ihr vielleicht gar nicht wollt. Jeder Kontakt kostet unendlich viel Kraft und Zurückhaltung. Ohne Aussicht auf Verbesserung! Oh Mannomann. Ganz liebe Grüße K

  5. Tanja sagt:

    Ja, das habe ich auch hinter mir: jahrelang. Wir sind nach 27 Ehejahren jetzt in Scheidung…und es geht weiter! Bin gespannt, wann ich diesen Topf mit dem Deckel verschliessen kann und nichts mehr damit zu tun habe. Ein langer Leidensweg, immer mit der Hoffnung auf Besserung…

    • Waltraud sagt:

      Hallo Tanja,habt Ihr gemeinsam beschlossen Euch scheiden zu lassen?
      Vor über 10 Jahren kam mein Narzisst nach jahrelanger Trennung u.a. mit dem Vorschlag, wenn eine Partnerschaft nicht mehr möglich wäre, könnten wir uns auch scheiden lassen. Für ihn kein Problem!!! Obwohl ich damals schon den ganzen schriftlichen Aussagen misstraute, bin ich iwann auf seinen Vorschlag eingegangen. Was kam, war wie üblich Drohen und was das für mich bedeuten würde, wenn ich trotzdem die Scheidung einreiche. Ich wollte mir die Bestätigung dessen einholen, was ich schon wuste. Lügen über Lügen, um mich wieder unter seine Kontrolle zu bekommen. Vorher hab ich aber durch seine Intrigen, sein mobben, verdrehen von Tatsachen, seine Lügen, einsetzen seiner Flying Monkeys viel verloren. Aber selbstredend hatte er mit nichts was zu tun, auch nicht mit seinen eigenen Aussagen. Im Gegenteil. Nach aussen der Retter + Helfer, der Gutmensch par Ecelance. Ich wünsch Dir Kraft und Zuversicht

      • Waltraud sagt:

        PS.: Vergessen, von Narzissmus und seiner pathol. Störung war mir zu dem Zt.punkt leider nichts bekannt. Erst durch diesen letzten mich in die Knie zwingenden Umstand kam ich ihm und seinem kranken Hirn auf die Spur.

  6. Astrid sagt:

    Wir machen das nach einiger Zeit der Ruhe gerade wieder durch. Unsere Tochter ist seit 6 Jahren mit einem Narzissten liiert, inzwischen gibt es 2 Kinder, die uns vorenthalten werden…es sei denn, wir zahlen viel Geld, gestehen für alle Zeit unsere Schuld ein…das übliche eben.
    Gestern kam mal wieder ein Brief mit einem Vorschlag zum Treffen und natürlich vorweg Forderungen, die wir zu unterschreiben haben. Wir haben ein kurzes Treffen an einem neutralen Ort vorgeschlagen, dazu wird aber ziemlich sicher nicht kommen, weil wir auf die Forderungen natürlich nicht eingehen. Ich ahne schon, dass unsere Tochter gesagt bekommt, dass er ja alles, wirklich alles zur gütigen Einigung versucht hat, wir uns aber ( wie immer) mal wieder weigern.
    Wir leben nun schon viele Jahre damit, immer in der Hoffnung, dass sich mal irgendwann etwas ändert – das werden aber nicht die Verhaltensweisen des Narzissten sein

    • Waltraud sagt:

      Hallo Astrid,
      womit werden denn die Forderungen begründet? Als Eltern bzw. Großeltern ist man doch in keiner Weise verpflichtet, irgend welchen Forderungen nachzukommen, die Kinder, die eine eigene Familie gegründet haben rechtfertigt. Es sei denn man macht es auf freiwilliger Basis und um vielleicht einen Engpass zu überbrücken. Aber eine Forderung in schriftlicher Form, die man auch noch unterschreiben soll, ist einfach nur unverschämt. Und allein deshalb sollte man nicht darauf eingehen. Wirklich furchtbar und schade für Enkelkinder und Großeltern.

      • Astrid sagt:

        Hallo Waltraut, so ist es leider.
        Wir wären ja auch bereit finanziell unter die Arme zu greifen, aber nicht so.
        Bei unserem Schwiegersohn geht es schon immer ums Geld, er ist darauf total fixiert, stellt für ihn Macht dar. Ich meine, dass ich auch mal irgendwo etwas gelesen habe zu dem Thema Narzissmus und Geld, kann sein, dass es sogar hier im Blog war.
        Aber er in seinem Größerwahn ist wahrscheinlich der Meinung, dass er eigentlich der Führer der Familie mit entsprechendem monatlichen „Gehalt“ sein sollte. Leider ist er damit bei uns an der falschen Stelle und deshalb werden wir abgrundtief gehasst und versucht, uns zu verletzten.
        Seine eigenen Eltern scheint er da besser im Griff zu haben und deshalb fließt wahrscheinlich Geld, ohne dass er arbeiten muss.

  7. Virgel sagt:

    Danke für diesen tollen Artikel, ja genau so ist es.
    Und auch um diesem Wissen kann man sich den Anfeindungen nicht immer entziehen! Ich versuche es jetzt schon 6 Jahre… es gelingt mal besser, mal schlechter. Ich hoffe, dass es endgültig aufhört, wenn mein Kind ein eigenes Leben führt und nix mehr zu klären ist. So lange halte ich durch und freue mich immer auf einen neuen Artikel, der mir hilft besser mit dem Narz-Verhalten umzugehen.

    Danke

    • Claudi sagt:

      Hallo!
      Das tut sooo gut, dieses zu lesen!
      Genau so denke ich auch! Das ist die einzige Möglichkeit des Umgangs und der Haltung ihm gegenüber!
      Danke!

  8. Elle sagt:

    Ja streiten kann er, er ist so uberzeugend dann und hat so eine laute Stimme, das keiner wagt sich nicht was dagegen sagen. Und wenn ich was sage, dann gleich bin ich am allem Schuld und behauptet das ich Schreie. Am schlimmsten sind seine Abwertungen, Beschimfungen und Lüge, unterschtellungen. Er denkt sich was aus und dann behauptet, das so ist. Mann hat keine Chance.

  9. Christina. L sagt:

    P.S. Mein Mann starb vor 2 Jahren…

  10. Christina L. sagt:

    Manoooo und ich habe mir jahrelang immer wieder die Mühe gemacht den Scherbenhaufen zusammenzu wischen, habe immer wieder an eine mögliche Liebe geglaubt und daran festgehalten, war immer wieder verwirrt, verstand soo vieles nicht weil ich davon ausgegangen bin das wir einander lieben und vertrauen…ich war über Jahre hinweg so blind, verwirrt, habe(konnte!) viel weinen und wurde dadurch nicht verrückt oder krank und mein Glaube und die persönliche Beziehung zu Gott und Jesus machten mich stark. Ich war/rutschte trotz allem in eine Co-Abhängigkeit KONNTE meinen Mann nicht verlassen auch wegen den Kindern. Als mein Mann die Diagnose Krebs bekam sah ich meine Chance mich nochmals für uns zu engagieren, wollte ich ihm klarmachen dass ich ihn liebe…und habe ihn doch nie erreichen können. Narzissmus zerreisst, der abgestorbene Persönlichkeitsanteil tötet(in welcher Form auch immer), raubt Leben. So oft ich meinem Mann Chancen gegeben habe muss ich nun geduldig mir Chancen geben um in das normale Leben zurückzufinden. Nebst tragenden Freundschaften, seelsorgerlicher( sehr professionel!) Begleitung hilft mir Sport unheimlich. Ich wage wieder Neues auszuprobieren die Freude am Leben wacht immer wieder auf.
    Danke sehr für diese Beiträge die ich immer wieder gerne lese und mir auf meinem Lebensweg helfen. Vielen, vielen Dank
    Christina

    • Stefano sagt:

      Dankeschön für dein
      Teilen, Christina… der Satz, „ Narzissmus zerreißt“ ein passendes Bild…. Lässt nicht zu, dass die inneren Wunden heilen können…

  11. Kaikoo Lalkaka sagt:

    Ich erlebe es jeden Tag. Harmonie ist nicht erwünscht aber Streit ja. Auch erlebe ich ein fördernde Ton on was gesagt wird. Uns immer recht haben ist an der tagesordnung. Auch wenn sie vom Thema nichts versteht wird belehrt. Was machen ist die Frage. Diese tägliche Auseinandersetzung frisst an der lebensfreude und kraft

  12. Matthias sagt:

    Sehr treffend beschrieben. Ich erlebe es täglich genauso. Es ist erstaunlich, daß dieses Muster auf einen spezifischen Menschen zutrifft, obwohl wir ja alle verschieden sind. Erstaunlich in dem Sinn, daß es sich bei Narzismus um eine Persönlichkeitsstörung handelt, die ein Krankheitsbild hat, das auf sehr viele Menschen gleichermaßen zutrifft. Ich denke trotzdem, daß wir alle verschieden sind. Wie erwächst dann pathologischer Narzismus mit einem allgemein gültigen Krankheitsbild aus unseren spezifischen Persönlichkeiten? Sind pathologische Narzisten genetisch vorbelastet oder enstehen sie aus schief gelaufenen Sozialverhältnissen, welcher Art auch immer, oder beides? Nicht, daß ich Mitleid mit Narzisten hätte, unter denen ich jahrzehntelang gelitten habe, aber ist Narzismus heilbar? Dem Eindruck dieses Beitrags nach zu urteilen wohl eher nein. Ein großes Lob an Sven Grüttefien. Nach langer Leidenszeit habe ich durch seine Beiträge und Bücher sehr viel gelernt, mit Narzismus besser umzugehen. Da es sich um ein weit verbreitetes gesellschaftliches Phänomen handelt, helfen Sie damit sehr vielen Menschen.

    • Weitere Informationen zur Entstehung einer narzisstischen Störung finden Sie unter:

      https://umgang-mit-narzissten.de/ursachen-narzisstischer-persoenlichkeitsstoerungen/

      Vielen Dank für Ihren Kommentar!

      • Julia sagt:

        Vielen, vielen Dank für diese Informationen und diese Homepage! Ich trenne mich gerade von einem Narzissten, d.h. Er trennt sich für eine Affäre von mir und unseren 4 Kindern. Es ist soooooo hart und ich finde kaum Zurück, aber diese Informationen helfen mir wirklich sehr einiges zu verstehen und abzulegen! Danke und ich kämpfe mich weiter zurück!

        • lilli sagt:

          Hallo,

          ich schließe mich dem Dank an Sven Grüttefien an.
          Bücher über Narzissmus zu lesen, machte mir im Lauf der Jahre klar, dass ich mein Leben lang mit Narzissmus zu tun hatte und im Zweifelsfall zu Co-Narzissmus neigte.
          Durch diese Site ‚Umgang mit Narzissten‘ und dem Lesen der Erfahrungen
          in den verschiedenen Beiträgen dazu,
          erstarkte ich noch mehr im Abgrenzen der Freiheit meiner Persönlichkeit.
          Das konkrete praktikable Erlernen der Besonderheiten der Narzissten/innen,
          an der kein mit ihm/ihr/ihnen lebender Partner/-in/Angehöriger Schuld hat,
          auf die man sich nur immer wieder einstellen kann bzw.
          der man nur abgrenzend immer wieder klare Ansagen und Konsequenzen entgegnen kann,
          brachte mir große Klarheit.
          Ohne Sven Grüttefien würde ich mich im tiefsten Inneren doch noch schuldig fühlen und öfters ‚helferkrank‘, statt selbständig im ‚Umgang mit (den) Narzissten (meines Lebens)‘,
          sein.
          Danke, danke, danke !

  13. Lina sagt:

    Narzissten ertragen keine emotionale Langeweile. Sie brauchen permanent Zufuhr, egal ob positiv oder negativ, um ihr Selbst daran zu stabilisieren oder wenigstens zu spüren.
    Ns machen es entweder übers Schleimen, oder übers Streit anzetteln, je nachdem was sie von dem Gegenüber gerade wollen. Hauptsache beachtet werden.
    Sobald man das weiß, ist man geschützt, weil man den Inhalt des Narzisstengeblubbers einfach ignorieren kann.

  14. Anni sagt:

    Erschreckend genau beschrieben. Genau so habe ich es erlebt.

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