Wenn Sie sich gleich in eine neue Beziehung stürzen

Betroffene können ihre Beziehung mit einem Narzissten nach der Trennung nicht so einfach vergessen. Zu verletzend waren die Erlebnisse, die sie mit dem Narzissten machen mussten, und zu sehr hat das Selbstwertgefühl gelitten. Viele Betroffene suchen ihr Heil dann in einer neuen Beziehung, in der Hoffnung, die Episode mit dem Narzissten auf diese Weise überwinden und schnell vergessen zu können. Doch hier können leicht andere, ungeahnte Schwierigkeiten auftreten.

Bild: © Daniel Ernst – Fotolia.com

In der Regel sind Betroffene nach einer Beziehung mit einem Narzissten noch ziemlich aufgewühlt. Sie brauchen sehr viel Zeit, um die schlimmen Erfahrungen zu verarbeiten. Die meisten konzentrieren sich jedoch nur darauf, um jeden Preis die belastenden Gefühle wie Trauer, Wut, Schuld, Angst, Sehnsucht oder Enttäuschung irgendwie loszuwerden und nicht mehr fühlen zu müssen. Sie wollen den Narzissten aus ihrem Kopf bekommen und alles einfach nur hinter sich lassen. Doch je mehr sie versuchen, sich dagegen zu wehren, desto länger bleibt in der Regel der Kummer erhalten.

Daher ist es ratsam, sich regelmäßig diesen Gefühlen und den gemachten  Erfahrungen zu stellen und die Verhaltensmuster in dieser Beziehung zu erkennen – sowohl die des Narzissten als auch die eigenen. Dazu sollte man Kenntnisse über den krankhaften Narzissmus haben, um das Verhalten des Narzissten verstehen zu können. Nur so kann man sich von der Schuldfrage lösen, und nur so kann man die einzelnen Erlebnisse während der Beziehung reflektieren und in den richtigen Kontext bringen. Auf diese Weise kann die Beziehung allmählich verarbeitet und losgelassen werden.

Manche überspringen aber diesen Schritt, weil sie vor ihren Gefühlen fliehen wollen, die Persönlichkeitsstörung nicht erkennen und daher keine geeigneten Antworten auf ihre Fragen und Zweifel bekommen. Sie wollen unbedingt der drängenden inneren Unruhe und der Anspannung entrinnen. Damit wird das Leid, das sie erfahren haben, jedoch nicht aus der Welt geschafft. Es wird nur unterdrückt und in die nächste Beziehung hineingetragen.

Hals über Kopf ins neue Glück

Natürlich tritt zunächst eine temporäre Verbesserung ein, wenn man frisch verliebt ist: Man ist glücklich, fühlt sich endlich wieder beachtet und stößt bei dem neuen Partner auf eine wohltuende positive Resonanz, die nach der niederschmetternden Erfahrung mit dem Narzissten wie Balsam für die Seele wirkt. Man erlebt vielleicht die  starke emotionale Zuwendung, die man auch am Anfang der Beziehung mit dem Narzissten erlebt hat, und glaubt erneut, nun endlich den richtigen Partner fürs Leben gefunden zu haben.

Aus Euphorie darüber, vom Liebesgott erhört worden zu sein und die Last des Trübsinns von sich streifen zu können, sowie aus Erleichterung, den Narzissten endlich loslassen zu können und besseren Zeiten entgegenzugehen, klammern sich Betroffene oft an die neue Beziehung und beginnen, den neuen Partner zu idealisieren. Sie sehen in dem neuen Partner all das, was sie zuletzt bei dem Narzissten vermisst haben. 

Erkennbare Makel oder Fehltritte des neuen Partners werden dann nur allzu leicht verziehen oder gar nicht erst wahrgenommen. Unangebrachtes Verhalten des neuen Partners wird schöngeredet, weil man an die ideale Beziehung glauben möchte und weil es so unglaublich guttut, wieder von einem Menschen geliebt zu werden. Betroffene setzen sich ein weiteres Mal die rosarote Brille auf und begeben sich somit erneut in eine Abhängigkeit. In der Folge tun sie alles dafür, um den neuen Partner nicht zu verlieren. Dieser wird nicht so gesehen, wie er ist, sondern er wird im Grunde für die eigene psychische Stabilisierung nach der seelischen Vergewaltigung durch den Narzissten missbraucht. Verhält sich der neue Partner dann nicht so, wie Betroffene es benötigen, folgt wieder die Enttäuschung und zwangsläufig ergeben sich Konflikte.

Die Vergangenheit kommt wieder zurück

Selten sind  sich Betroffene bewusst, dass sie ihre ungelösten Probleme mit in die neue Beziehung hineinschleppen, dem neuen Partner das Leben damit nicht gerade leichter machen und das gemeinsame Glück auf eine harte Probe stellen. Die grauenvolle Vergangenheit kommt in dieser Beziehung nämlich immer wieder zum Vorschein: entweder in Form von Erinnerungen, die plötzlich im Kopf des Betroffenen auftauchen, oder durch unbewusste Aussagen oder Handlungen des neuen Partners – oder auch, weil der Narzisst ständig auftaucht und sich in die neue Beziehung einmischt.

Vergangene Situationen, Erinnerungen oder Gefühle steigen trotz gründlicher Unterdrückung immer wieder auf und wollen einfach nicht verschwinden. Auch wenn der neue Partner am Anfang der Beziehung meist Verständnis für die Gefühlslage des Betroffenen aufbringen kann, so ist er doch selten in der Lage, das Ausmaß des Leids wirklich nachvollziehen zu können. Eine ganze Weile wendet sich der neue Partner dem Betroffenen einfühlsam zu, hört ihm zu und spricht ihm Mut zu. Doch irgendwann muss er feststellen, dass die Vergangenheit des Betroffenen einen erheblichen Teil der Beziehung in Anspruch nimmt. Immer wieder kommt es zu sonderbaren Aussetzern, nicht unkontrollierbaren Aktionen des Betroffenen, Widersprüchlichkeiten und Verletzungen. Immer wieder ist die Rede von dem Narzissten und von dem Missbrauch, den dieser betrieben hat.

Der Narzisst mischt sich in die neue Beziehung ein

Noch problematischer wird es, wenn der Narzisst immer wieder auf der Bildfläche erscheint und seinen Ex-Partner zurückhaben möchte. Dann sieht sich der neue Partner plötzlich in ein Duell mit dem Narzissten verwickelt und muss um seine sicher geglaubte Liebe kämpfen. Narzissten geben ihre Partner nicht so einfach frei: Sie wollen auch nach der Trennung noch über sie verfügen, glauben an eine Wiederbelebung der alten Beziehung oder wollen den Ex-Partner nur mal für einen Seitensprung missbrauchen.

Betroffene haben es dann ziemlich schwer, dem neuen Partner verständlich zu machen, dass sie ihm treu sind und dass die Initiative von dem Narzissten ausgeht. Doch weil der Narzisst so häufig auftaucht und einfach nicht lockerlässt, Betroffene sich außerdem meist auf ein Gespräch mit dem Narzissten einlassen – wenn auch nur mit der Absicht, diesen zu besänftigen und ihn irgendwie loszuwerden -, steigen die Zweifel des neuen Partners hinsichtlich der Treue von Betroffenen beträchtlich an.

Zwar wollen Betroffene in der Tat meist nichts mehr von dem Narzissten, aber dies weiß der neue Partner ja nicht. Dieser will dem Betroffenen zwar gerne glauben, wird aber durch die häufigen Auftritte des Narzissten und dessen Penetranz ständig durcheinandergebracht. Noch schwieriger wird es, wenn der Betroffene seinem neuen Partner gar nicht erst erzählen möchte, dass er sich mit dem Narzissten trifft oder diesen getroffen hat, um den Partner nicht zu beunruhigen. Diese Heimlichkeit belastet natürlich die neue Beziehung.

Der Narzisst gießt noch Oel ins Feuer

Meist hilft der Narzisst gründlich dabei, einen Konflikt zwischen den beiden Frischverliebten anzuzetteln, indem er ständig auftaucht, wenn sich das glückliche Paar auswärts trifft, sich einfach dazusetzt und ungeniert die Zweisamkeit stört. Es ist ihm noch nicht einmal peinlich, in Gegenwart des Neuen über intime Details während der Beziehung mit dem Ex-Partner zu reden.

Der Narzisst nimmt aber auch gerne direkt Kontakt mit dem neuen Partner auf, um ihm mitzuteilen, wie sehr der Betroffene noch an ihm hängt, wie sehr er sich den Narzissten zurückwünscht und dass er ihn einfach nicht vergessen kann. Als Höhepunkt berichtet er dann davon, dass er vor kurzer Zeit noch Sex mit seinem Ex-Partner hatte, und prahlt damit, dass nur er ihn sexuell befriedigen könne. Auch schreibt er gerne anonyme Briefe oder SMS an den neuen Partner, um diesen zu verunsichern und einen Keil zwischen die beiden Frischverliebten zu treiben.

Natürlich bringt das jeden neuen Partner irgendwann ins Wanken, denn er kann nicht erkennen, wie unverfroren der Narzisst lügt. Jedenfalls kann er nicht glauben, dass alles, was der Narzisst behauptet, frei erfunden sein soll. Das übersteigt in der Regel seine Vorstellungskraft, weil er sich zu wenig oder gar nicht mit der narzisstischen Persönlichkeitsstörung auskennt. Somit schwankt er zwischen dem Glauben an die neue Liebe und seinem Vertrauen dem Betroffenen gegenüber sowie seinen Bedenken oder seiner Eifersucht aufgrund der hartnäckigen Interventionen des Narzissten hin und her und gerät in einen kaum zu lösenden Konflikt.

Der neue Partner muss eingebunden werden

Je mehr Betroffene versuchen, die Vergangenheit und Fakten zu vertuschen, desto mehr belasten sie die neue Beziehung. Betroffene sollten besser konsequent offen mit dem neuen Partner sprechen. Oft wird auch aus einem Schamgefühl heraus dem neuen Partner nicht mitgeteilt, wie sehr man in der Beziehung gelitten hat und missbraucht wurde. Ein Teil der Wahrheit wird ausgeblendet, weil man sie sich nicht eingestehen und nicht daran erinnert werden möchte.

Betroffene sollten aber den neuen Partner mit ins Boot holen, auch wenn sie befürchten müssen, ihn dadurch abzuschrecken. Sie sollten sich eingestehen, wie sehr sie gelitten haben und sie sollten auch dem neuen Partner offen und ehrlich sagen, dass sie die alte Beziehung noch nicht verarbeitet haben. Der neue Partner sollte sich ausführlich mit dem Thema narzisstischer Missbrauch auseinandersetzen, um die Motive des Narzissten, aber auch das Leid und die Ohnmacht des Betroffenen verstehen zu können.

Zukünftig sollte der neue Partner in jeden Schritt eingebunden werden, vor allem für die Situationen, in denen der Narzisst auftaucht. Der neue Partner kann nur dann eine Stütze sein und bedingungslos vertrauen, wenn er über alles informiert ist, was mit der vergangenen narzisstischen Beziehung in Zusammenhang steht. Wird der neue Partner aber nur dazu benutzt, zu kuscheln und sich selbst abzulenken, dann wird er als Seelentröster missbraucht. Eine echte Partnerschaft sollte jedoch darin bestehen, sich gegenseitig bei Problemen zu helfen – und das bedarf Transparenz.

Der neue Partner ist mit der Situation überfordert

Die ungelösten Konflikte aus der Vergangenheit können allerdings auch ein Grund dafür sein, dass der neue Partner vorsorglich auf Distanz geht, weil er erkennen muss, dass er dem Betroffenen nicht helfen kann oder dieser keine Hilfe annimmt, der Betroffene sich in seinen Gefühlen noch nicht sicher ist oder das Auftreten und die Vereinnahmung des Narzissten einfach zu dominant sind.

Daher sollten Betroffene eine neue Beziehung nur dann eingehen, wenn sie ihre Vergangenheit wirklich vollständig geklärt haben und sich mit voller Konzentration und ganzer Kraft in eine neue Partnerschaft begeben können. Sie können sich aber auch von dem neuen Partner dabei helfen lassen, die Vergangenheit zu bewältigen, wenn sie dazu bereit sind, sich gegenüber dem neuen Partner komplett zu öffnen und diesen mit einzubinden. Dazu bedarf es auf Seiten des neuen Partners neben einer ausgeprägten Empathie auch der inneren Stärke, Widersprüchlichkeiten aushalten zu können, und der Bereitschaft, mit dem Betroffenen durch diese raue See zu segeln zu wollen.

Nie wieder eine Beziehung

Es gibt auch Betroffene, die es gar nicht mehr wagen, eine neue Beziehung einzugehen und einen interessierten Bewerber überhaupt in ihre Nähe zu lassen. Zu stark ist dann das Misstrauen nach den verletzenden Erfahrungen mit dem Narzissten angewachsen, als dass sie sich so leicht wieder auf einen anderen Menschen einlassen könnten. Auf keinen Fall möchten sie nochmals eine solche schmerzhafte Phase erleben und nehmen dafür notfalls die Einsamkeit in Kauf. Betroffene haben dann eine übertriebene Angst davor, dass selbst freundliche und gutgemeinte Annäherungsversuche irgendwann in ein Horror-Szenario umschlagen und der Partner sein wahres Gesicht zeigt.

Durch die grundsätzliche Ablehnung einer neuen Beziehung kann man sich vielleicht vor Missbrauch schützen – man wird so aber auch nicht wieder glücklich. Betroffene fokussieren sich zu stark darauf, nicht wieder leiden zu müssen, statt darauf, glücklich zu werden – was verständlich nach den schmerzhaften Erfahrungen ist. Dieses Vermeidungsverhalten sorgt zunächst zwar für eine emotionale Entlastung, Betroffene vergessen aber dabei, die Erlebnisse richtig aufzuarbeiten und die Muster zu begreifen, in die sie sich verstrickt haben.

Nur wer Kenntnisse über den krankhaften Narzissmus hat, kann narzisstische Verhaltensweisen auch schnell erkennen und sich dann entsprechend schützen. Betroffene sollten sich Kenntnisse über diese psychische Störung aneignen, am Anfang eines Kennenlernens zunächst eine wohlwollende Distanz bewahren und ein waches Auge haben. Eine gesunde Portion Misstrauen ist durchaus angebracht und sollte sich jeder Mensch im Laufe seines Lebens aufgrund entsprechender Erfahrungen zulegen. Doch zu viel Misstrauen kann kein dauerhaftes Glück hervorbringen – im Gegenteil: Es isoliert zunehmend und der Mensch wird verbittert.


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Veröffentlicht in Blog, Trennung von einem Narzissten
56 Kommentare zu “Wenn Sie sich gleich in eine neue Beziehung stürzen
  1. Josi sagt:

    Nachtrag: Langjährige persönlichkeitsgestörte Freunde müssen auch nicht diese Anfangsanstrengungen übernehmen, deine Schwächen herauszufinden. Sie kennen dich schon inn- und auswendig, da du ihnen als Freund(in) bereits viel anvertraut hast.

    Wenn sie dich dann im Sack haben, schlagen sie schneller zu als du gucken kannst, da sie schon jahrelange Vorarbeit geleistet haben.

    Darüber könnte Sven evtl. auch einen Artikel schreiben.

    Ich kümmere mich nun um mich und meine psychischen Defizite. Und dann mal schauen, was mich im Leben noch so erwartet (optimistisch betrachtet).

  2. Josi sagt:

    Wenn ich euch einen Tipp geben darf. Haltet euch von einem „Freund“ fern, der die Freundschaft in eine Partnerschaft umwandeln möchte.

    Ich war vor der Partnerschaft mit meinem Ex 26 Jahre befreundet. In der Partnerschaft kam dann das wahre Gesicht raus. Die Erkenntnis, dass ich mich über einen so langen Zeitraum blenden lies, war heftig für mich.

    Während der Freundschaft habe ich zwar auch einige Eigenheiten wahrgenommen, allerdings habe ich sie toleriert, weil ich nicht emotional verstrickt war.

    Ich will das nun nicht pauschalisieren. Vorsicht ist trotzdem geboten.

    Ich bin raus aus dem falschen Film, bin des Öfteren noch traurig, aber weiß mittlerweile, dass ich es geschafft habe.

    Auf in ein neues zufriedeneres Leben! Vorerst ohne neue Partnerschaft.

    Alles will verarbeitet werden.

    Alex, deine Beiträge sind super. Genauso fühle und denke ich auch.

    Viele liebe Grüße an euch Alle!

  3. Katja sagt:

    Hier möchte ich ein sehr wertvolles Buch empfehlen, das einen differenzierten TEST enthält, um herauszufinden wo jemand oder man selbst steht: auf einer Skala von 0 (Echoist) – 10 (extremer Narzisst),
    war sehr spannend zu lesen, da es den bisherigen Horizont erweitert, und man die Wechselwirkung zwischen Echoisten und Narzissten erkennt:
    Es gibt also nicht immer nur den EINEN Täter (und das andere Opfer),
    außerdem kann man sich selber mit dem Test gut einstufen – gut für die Selbstreflektion.

    „Der Narzissten-Test – Wie man übergroße Egos erkennt … und überraschend gute Dinge von ihnen lernt“ von Dr. Craig Malkin

    Über das Buch:
    Tatsächlich ist in Büchern und Internetbeiträgen mittlerweile von einer Narzissmus-Epidemie die Rede. Autoren wie die US-Psychologin Jean Twenge werfen einer ganzen Generation Überheblichkeit vor und begründen dies mit steigenden Narzissmuswerten, wie sie mit bestimmten Fragebögen ermittelt werden, etwa dem sogenannten Narcissistic Personality Inventory (NPI). Laut Twenge ist der Durchschnittswert seit den 1980er-Jahren ähnlich stark gestiegen wie das durchschnittliche Körpergewicht.

    Als vor sieben Jahren Twenges Buch „The Narcissism Epidemic“ erschien, entbrannte unter Psychologen und Psychiatern ein Streit. Der Hauptkritikpunkt: Twenge habe lediglich den NPI-Fragebogen ausgewertet. Und der gilt nach Ansicht vieler Forscher mittlerweile als überholt. So sieht es auch Psychiater Röpke. Zwischen den Aussagen „Ich gehe gern in der Menge unter“ und „Ich will im Mittelpunkt stehen“ gebe es nun mal Spielräume. Diese kämen im NPI-Fragebogen mit seinen je zwei Antwortmöglichkeiten bei 40 Items kaum zum Ausdruck.

    Zahlreiche Forscher machen sich deshalb mittlerweile dafür stark, den Narzissmus differenzierter zu sehen. Der amerikanische Psychologe Craig Malkin plädiert in seinem vor Kurzem erschienenen Buch „Der Narzissten-Test“ dafür, sich Narzissmus auf einer Skala von 0 bis 10 vorzustellen. Dabei siedelt er die gesunden Narzissten bei den mittleren Werten an. Sie sehen optimistisch auf ihr Leben, besitzen ein ausgeprägtes Selbstwertgefühl und können emotionale Unterstützung gut geben und annehmen. Sie verfolgen Ziele in ihrem Leben und können mit vertrauten Personen trotzdem über ihre Unsicherheiten sprechen. Gesunde Narzissten besitzen nicht nur ein positives Bild von sich selbst, sondern auch von ihren Lieben. Dosiert kann ein Narzisst ein Team beflügeln und Gruppen mitreißen. Ein wenig Narzissmus schadet also nicht – im Gegenteil: die Tendenz zur leichten Selbstüberschätzung ist sogar menschlich.

    So wundert das Ergebnis einer Studie kaum, die der Psychologe Jonathon Brown von der University of Washington im Fachmagazin Personality and Social Psychology Bulletin publizierte. Er wertete Standard-Fragebögen aus, die über mehrere Jahrzehnte in verschiedenen Ländern ausgefüllt wurden und das Selbstwertgefühl erfassen sollten. Dabei zeigte sich ein klarer Trend: Die überwältigende Mehrheit der Probanden gab an, mehr bewundernswerte und weniger abstoßende Eigenschaften zu besitzen als 80 Prozent des eigenen Umfelds.

    In der Sozialpsychologie wird dieses Phänomen als der „Besser-als-der-Durchschnitt-Effekt“ bezeichnet. Vermutlich dient diese leichte Überlegenheitsillusion der psychischen Gesundheit. Menschen mit gesundem Narzissmus leben häufig glücklicher und gesünder als realistischere Zeitgenossen. Zudem gibt es Hinweise, dass sie sogar besser mit Schicksalsschlägen zurechtkommen.

    Am linken Ende von Craig Malkins Spektrum liegen die sogenannten Echoisten. So nennt der Psychologe Menschen, die sich auf seiner Skala zwischen 0 und 2 bewegen. Sie leiden unter einem Narzissmusdefizit und stellen ihre eigenen Bedürfnisse hinter die anderer Menschen zurück. Wirklich problematisch für ihr Umfeld und sich selbst sind jedoch jene Menschen, die zwischen 9 und 10 Punkten auf der Malkin-Skala erreichen. Es sind jene, die tatsächlich unter einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung leiden. Sie kennen keinerlei Mitgefühl, sabotieren andere und leiden unter Größenwahn. Etwa ein Prozent der Bevölkerung fällt unter diese Kategorie, schätzt der amerikanische Psychologe Joseph Burgo in seinem Buch „The narcissist you know“. Die Ergebnisse decken sich mit einer Studie, die im Journal of Personality Disordersim Jahr 2010 erschien. Dabei wurden 40 000 Probanden auf Persönlichkeitsstörungen hin befragt. Hinweise auf eine ernsthafte narzisstische Persönlichkeitsstörung fanden die Forscher ebenfalls nur bei etwa einem Prozent der Befragten.

    Diese Betroffenen bräuchten eigentlich alle dringend eine Psychotherapie, landen dort aber meist erst, wenn ihr Leben in Scherben liegt. Wenn der Partner sich trennt oder es Probleme am Arbeitsplatz gibt. „Sie empfinden es schon als Kränkung, dass sie Hilfe brauchen. Das lassen sie den Therapeuten auch spüren“, sagt der Berliner Psychiater Stefan Röpke aus eigener Erfahrung. Oft brechen sie die Therapie ab, stellen die Kompetenz des Therapeuten infrage oder beleidigen ihn. „Es handelt sich um eine der am schwersten zu behandelnden Persönlichkeitsstörungen“, sagt Röpke.

    Ein besonderes Problem sind auch die sogenannten introvertierten Narzissten, schon weil kaum jemand von ihrer Existenz weiß. Sie wurden als Kinder oft kleingehalten und fühlen sich häufig wertlos, auch wenn sie selbstsicher wirken. Verletzt den latenten Narzissten jemand, sagt er nicht „Das macht mich traurig, du tust mir weh.“ Er zieht sich zurück. Oder er bestraft indirekt mit Liebesentzug, stilisiert sich als Opfer oder macht einem ein schlechtes Gewissen.

    Gerade am Arbeitsplatz hat das mitunter üble Folgen. Während Menschen mit einem gesunden Selbstwertgefühl zugeben können, dass sie einen Fehler gemacht haben, fühlen sich Narzissten als ganze Person angegriffen. Was also tun, wenn die eigene Chefin eine Narzisstin oder der Kollege ein Narzisst ist? In seinem Buch schlägt Craig Malkin verschiedene Strategien vor. Erstens: Jede Beleidigung dokumentieren. Zweitens: Immer zum Sachthema zurückkehren. Drittens: Intrigante Winkelzüge abwehren. Wenn Kollegen oder der Chef plötzlich Entscheidungen kritisieren, die zuvor alle begrüßt haben, Gegenfrage stellen: Warum kommen Ihnen jetzt diese Bedenken? Viertens: Positives Verhalten loben.

    Schließlich gibt es auch Momente, in denen sich Narzissten sozialer verhalten. Diese Augenblicke gilt es würdigend hervorzuheben und gleichzeitig mit dem Erfolg des Narzissten verknüpfen. Handelt es sich beim eigenen Chef jedoch um einen Narzissten im Neuner- oder Zehnerspektrum, werden auch diese Strategien wenig nützen. In solchen Fällen kann es vernünftiger sein, die Kündigung einzureichen und zu gehen.

  4. Überstanden sagt:

    Lieber Sven, ich möchte mich endlich einmal von ganzem Herzen bedanken für dieses Forum!! Es hat maßgeblich dazu beigetragen, dass ich endlich glücklich bin. Ich hatte zwei Beziehungen mit ausgeprägten Narzissen. Mit dem ersten habe ich zwei Kinder. Er hat die Kinder immer benutzt. Viel zu lange bin ich aus Angst vor den Konsequenzen geblieben. Vor fünf Jahren bin ich dann endlich gegangen. Danach ging der Terror erst richtig los. Die Drohung „Du kannst jederzeit gehen, aber die Kinder bleiben hier, dafür sorge ich.“ hat er wahr gemacht. Die Kinder hat er täglich vor die Entscheidung „Mama oder Papa“ gestellt und förmlich zerissen. Mich in den finanziellen Ruin getrieben. Trotzdem bin och nicht zurück. In dieser schweren Zeit bin ich geradewegs dem nächsten Narzisten in die Arme gelaufen. Es war eine Fernbeziehung und ich habe es viel zu spät bemerkt bzw. es nicht wahrhaben wollen. Beziehungen hatte er weltweit mehrere.
    Ich hatte also auf der einen Seite den Kampf um meine Kinder und auf der anderen Seite einen Mann, der sich quasi alles erlauben durfte: Erniedrigungen, Betrug, Benutzen wie er es brauchte. Seine Lieblingssätze: „Ich brauche die anderen Frauen um dich zu ertragen – aber bei keiner fühlt es sich an wie bei dir.“ und „Ich bin ein Alphamann und verdiene eine tolle Frau. Mit dir habe ich mich nach unten orientiert – also gib dir gefälligst mehr Mühe.“ Heute kann ich es fast nicht mehr glauben und nur noch mit dem Kopf schütteln. Vor zwei Jahren war ich nur noch voller Schmerz. Dann hat er mich endlich „aussortiert“. Kurz nachdem meine Kinder zu ihrem Vater gezogen sind.
    Ich war schon vorher auf diese Seite gestoßen. Und habe so vieles wiedererkannt. Das hat so geholfen. Oft kamen die passenden Newsletter genau im richtigen Moment. Habe dann – weil mir meine Eltern und Freunde regelrecht die Pistole auf die Brust gesetzt haben – angefangen mich endlich mal um mich zu kümmern. Intensiv mit Sport begonnen. Viel meditiert. Meine Ernährung umgestellt. Geweint, geschrien, geschlafen. Seit Anfang des Jahres geht es mir mit mir so gut wie noch nie. Meine Kinder (17 und 15) erkennen den Missbrauch inzwischen selbst und sind wieder zu mir gezogen. Es ist toll zu sehen wie sie sich langsam erholen. Und seit fünf Monaten habe ich einen wundervollen Partner. Er hat selbst eine narzistische Beziehung (über 20 Jahre) hinter sich. Was wir uns geben, ist unbeschreiblich schön. So viel Verständnis, Wertschätzung und Liebe. Wir wissen beide was wir wollen, unterstützen uns bei den Themen, die noch nicht so rund laufen und sind voller Dankbarkeit für diese Chance. Vor zwei Jahren hätte ich das nicht für möglich gehalten. Ich wollte keine Beziehung mehr – so wie es in dem Artikel steht. Mein Partner war nur kurz getrennt. Ohne all das Wissen über die narzistische Persönlichkeit hätten wir es sicher auch nicht so weit geschafft. Unsere Expartner sind ja durch die Kinder ständig präsent. Sie schaffen es aber nicht, einen Keil zwischen uns zu treiben. Wir reden unglaublich viel und erzählen uns ganz offen was sie gerade wieder versuchen. Sie sind beide außer sich und verzweifelt, weil sie merken, dass sie keine Macht mehr über uns haben.
    Inzwischen haben wir fast schon einen humorvollen Umgang damit entwickelt. Lachen hilft. Und aus der sicheren Distanz sind viele Verhaltensweisen tatsächlich lächerlich. Und wir reden unglaublich viel. Reflektieren vorallem uns. Und die Kinder (insgesamt fünf) genießen die Harmonie und die Ruhe. Das ist die schönste Bestätigung überhaupt. Also: es lohnt sich durchzuhalten!!! Mit aller(letzter) Kraft für sich zu sorgen und so ganz langsam ein ganz neues Leben zu beginnen. Ich wünsche euch allen von Herzen alles alles Gute und vorallem Liebe!!

    • Mi Chi sagt:

      Hallo Überstanden,
      auch ich hab´s überstanden, bin seit fast 3 Jahren von meinem narzisstischen Ex getrennt und habe 2 Kinder mit ihm (4 und 7).
      Ich habe zwei Jahre gebraucht, um mein Leben wieder auf die Reihe zu bekommen und bin bewusst keine Beziehung eingegangen, weil ich vermeiden wollte, wieder ins gleiche Schema zu verfallen…und es hat sich alles gelohnt, die Arbeit an mir selbst und das Vertrauen in die Liebe…

      Seit März dieses Jahres habe ich, genau wie du es beschreibst, den wundervollsten Mann an meiner Seite (selbst 17 Jahre in einer ähnlichen Beziehung, 2 Kinder im gleichen Alter)…

      Auch ich hätte es nie für möglich gehalten, dass es so etwas wirklich gibt. Kann dir nur zustimmen – es ist so unbeschreiblich schön – Wertschätzung, Liebe, Gelassenheit, Humor. Es ist nicht immer leicht mit den „Nebengeräuschen“ (wie wir die beiden Ex nennen) – aber mit ganz viel reden, lachen und uns gegenseitig zu unterstützen schaffen wir das.

    • Sterntaler sagt:

      An “ Überstanden „, ich kann nur sagen super 👍! Deine Worte und dein Verlauf gibt einem die Kraft, die Hoffnung nicht aufzugeben!!
      Und ich wünsche dir und deiner Familie weiterhin das allerbeste und weiterhin viel Glück und Harmonie!!
      Als ich deinen Kommentar gelesen habe, hatte ich Tränen in den Augen!! Es ist auch gut zu lesen, dass es auch wieder bergauf gehen kann!! Danke 🙏 🙏

  5. Claudi sagt:

    Hallo Zusammen,seine ganzen Sachen sollte man aus der Wohnung verdammen u wenn es geht noch Veränderungen vornehmen,damit ein solcher Mensch ganz draußen ist.es befreit ungemein u man bekommt wieder Luft zum Atmen.viel Erfolg euch.bei mir war es so nachdem das letzte Teil sogar aus dem Keller war – könnte ich erst endgültig abschließen.

    • Mike sagt:

      Alles raus, sagen „Bis dann und dann hast Du Deine SDachen geholt, oder sie wander auf den Müll!“ und dann Alles löschen und verbannen, was Einen an den/die Narz erinnert.
      Und ganz wichtig, hat bleiben und jegliche Kontaktversuche und Schleimereien ignorieren. Die ändern sich nicht, wir schon!

  6. Lea sagt:

    Hallo zu Zusammen,
    schön, das es dieses Forum gibt, denn ich fühle mich so schon genug verlassen und allein mit meinem Schmerz und Narzissten.

    Es ist undenkbar für mich, mich in eine neue Beziehung zu stürzen, obwohl ich es mir so wünschen würde. Leider aktuell noch mit meinem Narzissten, aber das wird sicher nichts mehr….
    und einen neuen Mann zu finden ist nicht einfach – ich war vor meinem Narzissten 2,5 Jahre allein und wollte dem nächsten Mann mit meinem Herzen folgen, statt Verstand und Vernunft – ich folgte meinem Herzen diesmal und zum ersten Mal!
    Fataler Fehler!!!

    Mein Narzisst ist so ohne Worte, das ich einfach alles nicht begreife! Ich wurde nur benutzt!

    Ein Schauspieler, ein Künstler, zudem auch noch bekannt…. er rühmt sich mit seinem Single da sein, obwohl wir nun fast 1,5 Jahre zusammen sind/ waren… was auch immer es gerade ist. Er äußert sich nicht, schiebt mich weg, ist mit seinem neuen Buch beschäftigt, welches er schreibt – einem Roman. Damit seine weiblichen Fans, die ich im übrige sehr schätze (denn sonst hätte er niemanden, der Ihn anhimmelt ohne jegliche Kritik) wieder Material zum lesen haben und er sich auf seine Art und Weise als „Mann schöner Worte“ einiges von der Seele schreiben kann, denn Kommunikation liegt Ihm nicht so – wenn eben nur in und mit der Sprache der Manipulation des Narzissmus.

    Ich stecke leider noch voll im Schmerz, da noch nichts 100% geklärt ist.
    Eine Achterbahnfahrt vom anderen Stern.
    All seine Sachen sind noch hier und meine ganze Wohnung, alles ist voll von Ihm. Egal, was es ist, Kleidung, Schmuck, Schal, Taschen, seine Kunst etc. Aktuell kann ich die Sachen nicht abhängen, wegräumen, sie gehören hier zur Einrichtung…

    Auf den Weg möchte ich mitnehmen und allen da draußen mitgeben, sprecht mit Eurem neuen Partner über den Narzissmus. Auch, wenn wir alle einen gewissen Narzissmus in uns tragen sind die Ausprägungen so unterschiedlich und erschreckend, was damit uns und in unserer Gesellschaft im zwischenmenschlichen Bereich – im wichtigsten – DER LIEBE – angerichtet wird!
    Gebt acht auf Euch!

    • Alex sagt:

      „Er äußert sich nicht“
      Nimm es selbst in die Hand und geh endgültig, Alles Andere ware eine sinnlose Verlängerung.

    • Lise1 sagt:

      @ Lea
      Er klärt nichts?
      Warum er?
      DU mussst das tun, oder hast du nur Verachtugn für dich übrig, dass dir so einen Behandlung zustünde? Siehtst du denn nicht, wie er dich veräppelt? Das war gerade ein Euphemismus. Was du erleidest, dafür gibt es sowieso keine passende Bezeichnung, es ist unfassbar..dund denkst, du kannst seine Sachen nicht aus deiner Umgebung entfernen…

      Warum? Warum denkst du das?

      Raus mit seinem Kram, nackte Wände werden dir besser tun, als seine Deko! Sie gehören natürlich n i c h t in deine Einrichtung. Das ist ist eine sehr dünne Ausrede, sorry.

      Es ist nicht die Aufgabe der PartnerInnen, mit dem toxischen Partner zu sprechen, und ihn nocht irgendwie was „Wichtiges“ für sein Leben mitgeben zu wollen. Die Narzissten wissen alles selber und denken nicht daran, mal zum Fachmann zu gehen, wissen es selber besser und lassen sich bestimmt nicht von ihrem verletzten Weibchen belehren! Da müssen – falls überhaupt – ganz andere kommen, die die Spielchen durchschauen und sich das nicht bieten lassen.

      Du hättest mit dir selber genug zu tun, darüber nachzudenken ob und was er für sich tut–> Perlen vor die Säue, dafür hast du gar keine Zeit!

    • Maria sagt:

      Pack die Sachen zusammen,Alles!
      Und stell sie vor die Tür oder schick sie ihm.
      Weine ruhig dabei oder tobe.
      Du musst dich lösen!
      Schmeiß ihn raus, auch wenn es furchtbar weh tut!
      Du machst es nur noch schlimmer um so länger du weitermachst!
      Du musst mit ihm nichts 100% tig klären sondern mit dir.
      Viel Kraft

    • Friedel sagt:

      Ich fasse Deine Ausführungen mal gestrafft zusammen:

      …Fataler Fehler!
      …dass ich es einfach nicht begreife. Ich wurde nur benutzt!
      …schiebt mich weg!
      …nur in der Sprache der Manipulation des Narzissmus!
      …stecke leider noch voller Schmerz!

      Deine Wohnung ist voll von seinen Sachen, die Du nicht wegräumen kannst und für Dich zur Einrichtung gehören.

      Es liest sich, dass Du an einer Fata Morgana festhälst und diese Sachen Dir einen Hoffnungsschimmer -einen letzten Rettungsanker – geben.

      Solange seine Sachen da sind, ist dieser bekannte Schauspieler, Künstler und Buchautor noch – augenscheinlich – Teil Deines Lebens. Das könnte ein Trugschluss sein.

      Einzig und allein DU hast die Wahl ihn verschwinden zu lassen aus Deinem Leben.

      Solange Du festhälst, wird er den für ihn am bequemsten Weg gehen sich sämtliche Türen offen zu halten.

      Ich empfehle Dir für Dich eine Klärung mit Dir selbst zu finden und Du wirst nach einer persönlichen „Durststrecke“ der Enttäuschung überrascht sein, wie gut es Dir wieder gehen wird. Es gab ein Leben vor ihm und auf Dich wartet ein Leben nach ihm!

  7. Lara sagt:

    Hallo Thomas, und danke den Anderen. Habe mir besonders diesen wunderbaren Spruch mit den Tränen gemerkt. Ich hoffe, dass ich diesen meinem Narzissten eines Tages mit warmen Gefühl im Herzen sagen kann. Vielleicht sogar mit Dankbarkeit dafür, dass ich durch die Beziehung mit ihm gelernt habe, mich endlich selbst zu lieben, meinen alten tiefen Schmerz endlich zuzulassen und ihn hoffentlich irgendwann endlich auflösen zu können. Er hat sich von mir plötzlich per Telefon nach 10 Monaten sehr intensiver Fernbeziehung getrennt.Gerade als es besonders innig und schön war, so nah wie nie zuvor. Wir hatten unseren 2. gemeinsamen Urlaub miteinander verbracht, im Gegensatz zu unserem ersten nach 6 Monaten, der zur ersten Trennung meinerseits führte, war er sehr geduldig mit mir und besonders liebevoll.Er ist Lehrer und hat sehr hohe Ansprüche an seine Partnerin. Nach seiner Trennung von seiner Frau aufgrund ein langjährigen Affäre hatte er mit dieser eine 3jährige Beziehung, ging wieder fremd, zurück zu ihr, dann die nächste und ich war jetzt wohl die Nr. 6 der letzten 2 1/2 Jahre. Die Single-Börsen bieten gutes Futter an Liebesbedprftigen. Nunja, immerhin hat er es mit mir wohl am längsten ausgehalten. An seinem Geburtstag tauchte seine langjährige Affäre, die beiden haben immer noch Kontakt, als Überrasschungsgast auf. Sie war wohl auch über mich sehr überraschte, wusste gar nichts von mir. Tja, und dann am nächsten Tag Adieu per Telefon. Ich muss zugeben, dass er mir von Anfang an all diese Frauengeschichten erzählt hat, nichts beschönigt hat. Er war meine erste Beziehung nach sehr schmerzlicher Trennung nach 23 Jahren von meinem Ex-Mann. Mein Bauchgefühl hat mich von Beginn an gewarnt…aber ich wollte das einfach leben, dieses wunderbare Lovebombing, dass mich jemand so verwöhnte, liebevoll und zärtlich war, mich in den Himmel hob. Dann begann er kleine Dinge an mir zu kritisieren, wollte mich verändern. Schon wie ich Gemüse schnitt war nicht ok, wie ich die Teller auf den Tisch stellte. Ich wurde immer unsicherer, begann mich aber zu wehren. Wut kam in mir auf, ein mir bisher fremdes Gefühl. Es war wue Zuckerbrot und Peitsche, wunderschon, exessiv, leben pur, aber auch so anstrengend und aufreibend. Ich fühlte mich im Dauerstress. Seinen hohen Ansprüchen in unserem SommerUrlaub: seine Hobbys Bergsteigen, Rennradfahren, Skilaufen konnte ich nicht genügen, obwohl ich sehr sportlich bin, offen für Neues und echt bemüht war. Das hat dann direkt nach dem Urlaub zur Trennung meinerseits (eigentlich hat er sie mir in den Mund gelegt) geführt. Mir ging es sehr schlecht und da er selber mal spasseshalber erwähnt hatte, er sei Narzisst, begann ich darüber zu lesen und konnte es kaum glauben…alles war nun zu verstehen, er ein Narzisst wie er im Buche steht und ich erkannte zu meinem Entsetzen auch mich wieder, eine echte Co-Narzisstin. Ich bestellte das Buch „Wie befreie ich mich von einem Narzissten“ und hatte ein Aha-Erlebnis nach dem Anderen. Trotz all dieser Erkenntnisse bin ich dann keine 2 Wochen später wieder mit ihm zusamnengekommen. Wir sprachen über all das auch…ja, das ging nun 3 Monate gut. Wahrscheinlich war es nun zu harmonisch, zu nah… Trotzdem ich all das vom Verstabd her weiß, ist die Sehnsuchtso groß und es schmerzt unendlich. Nun musste ich gestern auch noch meine geliebte Katze einschläfern lassen, ich weiß nicht was mir mehr schmerzt. Ich habe das Gefühl, ich halte diesen Schmerz nicht aus. Aber ich arbeite wieder mit diesem wunderbaren Buch -vielen Dank dafür – und will mich dem endlich stellen. Diesen Schmerz hat er nicht verursacht, den hat er nur ausgelöst, es ist an der Zeit ihn anzunehme und hoffentlich irgendwann loslassen zu können. Meine alten Wunden müssen heilen, dann bin ich auch nicht mehr das liebesbedprftige Opfer, dass solche Narzissten anzieht. Ich muss diesen Schmerz jetzt einfach aushalten und gebe die Hoffnung nicht auf, noch einmal einen Partner zu finden, der mich so annimmt wie ich bin und den ich nicht brauche, um meine innere Lehre zu füllen, der eine Bereicherung für mein Leben ist. Er tut mir auch leid, ich fühle seine Einsamkeit und Unruhe, seine ewige suche nach Liebe, die er nie finden wird, solange er keine Therapie macht. Aber das ist sein Problem, ich kann mich verändern, da habe ich ihm soviel voraus und vor allem kann ich wirkliche Liebe empfinden, dafür bin ich dankbar. Ich hoffe ich habe die Kraft ihm auch in Zukunft zu wiederstehen, ich will…Ich wünsche euch allen ganz viel Kraft und Liebe für euch selber
    Lara

    • Lise1 sagt:

      Zitat:“Ich hoffe, dass ich diesen meinem Narzissten eines Tages mit warmen Gefühl im Herzen sagen kann. Vielleicht sogar mit Dankbarkeit dafür, dass ich durch die Beziehung mit ihm gelernt habe, “

      Lara, arum willst du das machen, hast du ncihts bessers zu tun? Gibt es ncht ganz ander menschen, die dein warmes Gefühl bekommemn sollten?

      Dankbar für die Qualen..was für ein Zurechtbiegen der Wirklichkeit. Ich verstehe ja, du musst das so drehen, um es zu ertragen, aber Dankbarkeit für die Lehren des Lebens sollltest du ganz woanders hintragen, zuerst zu dir, dann zu dienen echten Freunden, zu Therapeuten und Leuten, die dir sonst geholfen haben. Aber doch nicht zu einem, der verletzt!

      • Lara sagt:

        Lise, da hast du wohl Recht. Aber die Vorstellung, einmal so empfinden zu können, bedeutet für mich, einen Weg zu mir selber gefunden zu haben, mich endlich selber lieben zu können. …und Ansporn, wirklich daran zu arbeiten. Ich kann und will mich verändern…er wird es nie können.

        • Lise1 sagt:

          Wenn du dich selber gefunden hast, musst du ihm nichts mehr sagen, dann bist du endlich DU! Peiniger gehören dann nicht mehr mit warmen Worten beschenkt, (denn warum sollte das dein Interesse sein). Herablassendes Lächeln des Angesprochenen wirst du dir dann nicht mehr antun (denn warum solltest du von oben herab behandelt werden wollen oder ignoriert werden wollen.) Wenn du dich liebst, wirst du Anderes tun, gute Menschen und Lebendiges in dein Leben holen. Du wirst ihn seinLleben leben lassen können, ohne auch nur im Geringsten irgendwas Gütiges, wie Perlen vor die Säöue zu werfen. Wer sich liebt, kümmert sich um sich, probiert aber nicht, sich so zu verbiegen, dass man seinem Peiniger auch noch mit Güte belabern möchte. Der lacht sich höchstens eins und fühlt sich noch bestätigt. Willst du das ernsthaft? Unter Selbstliebe würde ich das niemals zählen, aber wenn du musst, mach es ruhig, aber ordne es richtig ein.

          • Lara sagt:

            Es ging mir um die Vorstellung es irgendwann mal zu können, nicht darum, es real jemals zu tun. Denn wenn ich es könnte, wäre es mir nicht mehr wichtig, weil er mir nichts mehr bedeuten würde. Du hast mich nicht wirklich verstanden… Aber es gehören immer zwei dazu und ich habe mich so behandeln lassen, obwohl ich spürte, dass es mir nicht gut tat, warum? Die Antwort kann ich mir nur selber geben… Und ich hatte auch außergewöhnlich schöne Zeiten mit ihm. Die möchte ich nicht missen…auch wenn du das nicht verstehen wirst. Dafür bezahle ich nun… Nochmal möchte ich solche Menschen wie ihn nicht in meinem Leben haben.

        • Silv sagt:

          Lara, sich selbst zu finden heißt nicht,großmütig Alles verzeihen zu können. Das ist Selbstüberschätzung und ebenfalls eine stark narzisstische Verhaltensweise. Die Großherzige, die fähig ist, Alles zu vergeben. Eben weil sie so unglaublich großherzig ist. Du musst- wie wir Alle- auch bei Dir schauen und deine conarz. Verhaltensweisen erkennen

          • Lise1 sagt:

            Doch Lara, ich versteh dich nur zu gut. Ich habe das alles hinter mir.

          • Lara sagt:

            Das habe ich doch, die Co-Narzisstin wie sie im Buche steht, und ich arbeite dran. Trotz allem wäre ich gerne großherzig, wenn es wirklich aus tiefsten Herzen kommt. Jeder so, wie er es für sich braucht. Toleranz… auch eine wichtige Eigenschaft. Euch viel Glück

  8. Claudi sagt:

    Bei mir auch St. Die Trennung fast zwei Jahre her.ich fühle mich richtig befreit u denke ich habe es mit Hilfe einer Therapie aufgearbeitet.Trotz allem fühle ich mich blockierten oder ist es Angst,wieder eine Beziehung ne einzugehen.?ich habe einen sehr guten Freund mit dem ich viel unternehme.er kennt meine Situation die ich mitgemacht habe. aber mehr wird da nicht daraus.ist jemand in einer ähnlichen Situation?langsam merke ich ,dass es mir aber guttun würde mit ihm eine Beziehung zu haben – wir kommen aber beide nicht weiter.freunde ,die uns beide kennen verstehen es nicht,dass da nicht mehr wird.

    • Alicja sagt:

      @ Claudi
      bei mir ist auch die Trennung 2 Jahre her.
      und ich traue mich nicht was neues zu anfangen. bin echt misstrauisch geworden.
      und ich hatte auch einem alten Freuend, der mit mir zusammen sein wollte. aber jetzt bin ich echt sensibel geworden, und viele Sachen will ich nicht haben: z.B. immer zu einem Treffen zu spät kommen (von seiner Seite).
      entweder passt es alles oder nicht, ich gehe keine Kompromisse (mehr) an.
      das hat mich mein Narzisst gelehrt. auf mich zu hören.

      • Lise1 sagt:

        Alicja, willst du von Narzisten lernen?
        Wenn dein Freund zu spät kommt, dann frag ihn, ob er was gegen dich hat oder warum er das tut? Oder sag, dass du das nicht ok findest, denn du musstest dir auch Mühe geben, um pünktlich zu sein. Oder irgendwas, aber sag was. Das hat nichts mit einem Kompromiss zu tun. Für manche Menschen ist es wirklich nicht wichtig pünktlich zu sein, sie sind es aber, wenn sie wissen, dass sie andere sonst ärgern.

        Eine perfekte Beziehung und einen perfekten Menschen gibt es nicht. Ich weiß, dass Narzissten das wollen, dass sie nicht gern Kompromisse eingehen, aber das wäre dann das Falsche, was von ihm gelernt worden wäre. Keien Kompromisse zu machen ist eine Strategie, die behindert. Und das verletzt andere, die eben einfach nicht perfekt sind.

        • Silv sagt:

          @Lise1 Neben Kompromissbildung gibts noch die Möglichkeit einen gemeinsamen anderen dritten Weg zu suchen. So muss keiner verzichten und arbeitet dann später, oft unbewusst, gegen den ungeliebten Kompromisd

    • Lise1 sagt:

      Claudi, Was denkst du denn selber, woran es liegt?

      • Lise1 sagt:

        ich meine, frag ihn doch einfach, ob ihr euch öfter treffen könntet, oder mal eine Wochenendfahrt machen könntet. Was hast du/er davon, àuf die Zuwendung, die euch beiden vielleicht gefallen würde, zu verzichten?

        • Lise1 sagt:

          ich mein, es muss ja einen Gewinn für euch geben, das so zu machen. Welcher ist es? Angstvermeidung? Vermeidung von Verantwortung? Angst vor Investition in den Falschen? Angst, vergeben zu sein, keinen Beseren mehr zu finden? Erholungspausen zwischen den Treffen nötig haben? Ich habe keine Ahnung, aber irgendwas muss es ja sein.

        • Friedel sagt:

          …..oder einfach mal den Dingen ihren Lauf lassen.
          Es ist doch vollkommen unwichtig, ob Freunde es verstehen, das aktuell nicht mehr daraus wird. Im Umkehrschluss könnte das schon wieder Druck und Zweifel aufbauen.
          Es gibt doch keinen Zeitplan eine Beziehung zu intensivieren und was spricht dagegen, einfach eine Beziehung, die im Augenblick gut tut zu einem Freund, so wie Claudi es im Augenblick beschreibt, einfach genauso aktuell stehen zu lassen und gemeinsame Unternehmungen zu genießen.
          @Claudi
          Du schreibst, dass es Dir gut tut mit ihm eine Beziehung zu haben. „Gut tut“ ist das Entscheidende. Mehr brauchst Du doch im Augenblick nicht.
          Gib Dir Zeit und Raum das zu betrachten. Folge in überlegter Ruhe, mit Blick auf Deine inneren Impulse dem weiteren Verlauf. Lasse Dich durch außen nicht unter Druck setzen und treffe keine überhasteten Entscheidungen.

          Gib Dir Zeit und verlasse Dich auf Deine inneren Impulse.

          Es gibt Menschen, die immer zu spät kommen, weil sie einfach „verplant“ sind es zu schaffen pünktlich zu sein. Und es gibt Narzissten, die ein zu spät kommen einsetzen, um mehr über die „Angriffsfläche“ herauszufinden.

          Du hast doch alle Zeit der Welt, dass in Ruhe zu betrachten!

      • Alicja sagt:

        Lise, das macht mich bisschen glücklich, diese virtuelle Welt hier, Austausch usw., danke für deine Nachricht.
        und ja, ich habe von meinem Narz gelernt, durch ihm achte ich sehr auf Respektlosigkeiten. Das hat er mir beigebracht wenn auch vielleicht indirekt.
        Und mein alter Freund kamm immer zu spät, habe ich geärgert mit ihm drüber gesprochen, er wollte das ändern, hat aber nicht angehalten. Er meine sogar offen, er weiß das er durch zu spät kommen Aufmerksamkeit bekommt, das war „sein Moment“.
        Das letzte mal als wir uns treffen wollten, kamm er überhaupt nicht, und Stunden später hat er geschrieben, dass ihm nicht gut ging etc…blabla…Ich will mit ihm kein Kontakt mehr.
        ich sortiere jetzt Leute aus.

  9. Alex sagt:

    Caro, das dauert.
    Ich hatte, bis Mitte November, 1,5 Jahre komplett Ruhe vor Meiner und dann kam sie wieder an. Und in der Zeit ohne Sie, war ich def. noch nicht bereit für was Neues, denn der Schaden, den sie hinterlassen hat, war zu gross.
    Kommt natürlich auch immer auf die Gegenüber an, aber ich wollte mich niemandem antun, bevor dieses Kapitel nicht wirklich abgscghlossen ist.

    Und Ihr erneutes ankommen hat mich genau an diesen Punkt gebracht:
    Genugtuung, eintretende Gerechtigkeit und die Faust des Karmas haben in mir einen Schalter umgelegt, der mich endlich komplett von ihr befreit hat!

    • Lise1 sagt:

      „aber ich wollte mich niemandem antun,“
      Was ist das denn? Meinst du das ernst oder hattest du andere Gründe?
      Asl ob man nach so eienr Erfahrung nicht wertvoll genug ist für andere, les ich hier oft (auch u.a. Thomas und weitere)
      Da liegt ja der Hund begraben

      • Alex sagt:

        Ähm, es ist doch logisch, dass, wenn ich aus einer toxischen Beziehung komme, ich absolut NICHT direkt für etwas Neues geeignet bin.
        Mir kann niemand erzählen, dass er den narzisstischen Missbrauch mal so nebenbei wegsteckt und umgehend in eine Neue Bez gehen und dort Glücklich sein kann.

        Das mit dem „nicht antun“ meine ich aus diesem Grund vollkommen Ernst, denn was wäre denn dann passiert?
        Nach meiner Ex hätte ich mich in etwas gestürzt, worauf ich in keinster Weise bereit gewesen wäre. Wäre das der neuen Person gegenüber fair? Mit Sicherheit nicht, denn die müsste unbewusst für das büßen, was meine Narzisstin mir angetan hat. Und bevor der Kopf nicht frei von der Ex ist, sollte man, egal in welcher Situation, sich selbst niemals einem neuen potentiellen Partner antun.
        Bei mir hat das 1,5 Jahre gedauert und das war, wie ich finde, nach dem Erlebten relativ schnell.

        Etwas vollkommen Anderes ist, und ich gehe mal davon aus, genau das hast Du gemeint, dass man nach einer toxischen Bez. so wenig Selbstwertgefühl hat, dass man zu sich selbst sagt „Ich bin für niemanden mehr gut genug!“.
        Mal abgesehen davon, dass diese Aussage natürlich totaler Blödsinn ist, ist aber genau dass, das Ergebnis der narzisstischen Manipulation. Und da muss man raus, bzw rauswollen. Das muss aber jeder mit sich selbst ausmachen.
        In Selbstmitleid zu verfallen ist hier aber der falsche Weg.

        Aber das habe ich absolut nicht gemeint.

    • Maria sagt:

      Hallo Alex,
      diesen Satz, „Ich wollte mich niemandem antun . “
      finde ich wunderbar und er spricht sehr für dich und wie stark du bist.
      Man tut sich da nämlich auch Leuten an , die schlecht für einen sind.
      Weil einfach die eigene Wahrnehmung noch nicht wieder normal ist.
      Weil das Selbstbewusstsein im Arsch ist und du bist um Jeden froh der dich mag.
      Also ich mein jetzt nicht nur Liebespartner.
      Ich habe mich damals aus lauter Verzweiflung, weil ich gedacht habe ich bin nur ein“ warziger Winzling “ mit Leuten eingelassen die mir nicht gut taten.
      Jetzt bin ich nur noch “ warzig “ und spüre langsam das ich die Leute wieder einschätzen kann.

  10. Alex sagt:

    Wer wirklich einem Narzissten/Psychopathen zum Opfer gefallen ist,mit Allem, was so dazu gehört, der denkt an Vieles, aber mit Sicherheit NICHT an eine sofortige neue Beziehung.
    Dafür ist man nämlich viel zu sehr mitgenommen!

    Die Narzissten machen das ohne mit der Wimper zu zucken; zT direkter Warmwechsel.

    • Flora sagt:

      Das kann ich nur bestätigen. Bei mir hat es 2 Jahre gedauert.. 2 schwere Jahre, die mich verändert haben. Mein anfänglichen Misstrauen habe ich überwunden. Inzwischen genieße ich das Gefühl wenn ein Mann MICH interessiert, dachte das ist alles tot in mir. neeee 😉
      Mein Leben wurde wie eine Sanduhr auf den Kopf gestellt und es dauert bis der Sand, Korn für Korn durchgerieselt ist und seinen Platz gefunden hat.Denke aber, jeder be und verarbeitet soetwas anders. Kopf und Herz betrügen gern, hört auf euren Bauch!

  11. Thomas sagt:

    Obwohl die Trennung durch meine narzisstische Ex-Frau dreieinhalb Jahre durch Austausch meiner Person nach 16 Jahren mit Kind her ist und ich noch einen bis Juni diesen Jahres juristischen haltlosen Nachschlag erhalten hab, indem auch die Tochter involviert wurde, leide ich noch unter dieser Situation. Besonders die von mir isolierte Tochtersituation schmerzt. – Als ich aus einer vorherigen schmerzvollen Beziehung,mit Sohn, ein Jahr später meine Frau, die eine verdeckte Narzisstin ist, kennenlernte hab ich mich geöffnet und Wunden erzählt mit dem Ergebnis vom Regen in die Traufe gekommen zu sein.
    Mehrere Fragen ergeben sich aus dem Post: Ich hab die altbekannten Narzissmusbücher gelesen, mich ausgiebig in Foren beteiligt, beratendes Personal aufgesucht und doch werd ich nicht frei. Bin jetzt 54 Jahre alt und seit der Trennung allein. Wieviel Jahre müssen noch vergehen bis das erlebte Gedankengut abgearbeitet ist?
    Ich wohne in dorflichem Raum und gehöre nicht zu den Mainstreammenschen die die allwöchentlichen Ü-30 Ballermann Partys besuchen. Kurzum abgesehen das ich es aufgrund der vorerwähnten Gegebenheiten nahezu für ausgeschlossen halte jemanden kennen zulernen, wie soll man da noch vertrauen? Was noch dazu kommt ist, so meine Erfahrungen und in den Medien favorisierte Meinung: „Hast du was, dann biste Was“.

    Ich arbeite seit 15 Jahren als Selbstständiger in meinem Ein-Mann Einzelhandelsgeschäft. Das heisst 6 Tage Woche im Verkauf zu den bekannten Zeiten. Ich kann davon leben muss aber sparsam sein und muss Unterhaltsverplichtungen nachkommen. Kaum bis kein Urlaub und möglichst keine Krankheitsausfälle gehören auch dazu. Welche Frau will sowas? Einer der Gründe warum die Ex mich für einen Besseren, mit der Begründung „sie brauche einen Mann auf den sie stolz sein kann“ ausgetauscht hat!

    • Maritt sagt:

      Also Thomas, entschuldige mal aber ich halte das für Quatsch, wenn du fragst „Welche Frau will sowas!?“ Da steckst du die Frauen in deine aus bitteren Erfahrungen gezimmerte Schublade. Und wenn du dich mit dieser Einstellung auf die Suche machst, kannst du es wahrscheinlich vergessen. Aus deinem Kommentar spricht soviel Bitterkeit und Unzufriedenheit, das ist natürlich wenig anziehend für eine Frau. Meines Erachtens hast du da noch viel nicht verarbeitet was aber, wie im Artikel steht, notwendig ist für eine neue erfolgreiche Beziehung. Vor allem lerne mit dir und mit dem was du tust zufrieden, noch besser stolz darauf zu sein. Überleg doch mal, wenn deine Einstellung stimmen würde, gäbe es ja nur glückliche Beziehungen bei entsprechender materieller Ausstattung und bequemen Leben. Ist doch Quatsch. Es ist sicher nicht einfach einen neuen passenden Partner zu finden. Aber das gilt für Viele. Ich war auch über 20 Jahre mit einem Narzissten zusammen.Kann mir auch überhaupt nicht vorstellen, dass sich für mich ein Partner findet. Aber mir ist klar, dass es sicher nicht klappen wird, wenn ich mit dieser Einstellung durch die Gegend laufe. Also Kopf hoch! LG Maritt

    • Kira sagt:

      Hallo Thomas,
      „sie brauche einen Mann auf den sie stolz sein kann“ ist wirklich heftig und hat dich bestimmt hart getroffen. Aber das ist ihre Sichtweise. Wie siehst du das? Bist du stolz auf dich? Was macht dich aus?

      Die Liebe kommt meist, wenn man am wenigsten damit rechnet. Wenn man niemanden sucht. Wenn man ist, wie man ist. Mit sich selbst im Reinen.

      Alles Gute für dich!

    • mike sagt:

      Thomas, schau bitte endlich mal nach Dir!
      Sie nimmt immer noch viel zuviel Platz in Deinem Leben ein.
      Ja, ich weiß, Verhandlungen und so, aber Du must da endlich für Dich einen Cut machen, weil Ändern kannst Du doch sowieso nix mehr.
      Du must jetzt mal wieder an Dich denken, sonst bist Du in 10 Jahren immer noch in diesem Trott und wirst Dir irgendwann im Leben mal sagen „Hätt ich doch früher mal was getan!“.
      Die Fragen, die Du Dir stellst, was bringt Dir das ausser nur noch mehr Leid? Richtig, nix!
      Genieß Dein Leben wieder und mach Dich emotional nicht von Ihr abhängig, denn das ist momentan leider noch der Fall.
      Dir Alles gute, aber Du must endlich selbst aktiv werden!

    • Alex sagt:

      @Thomas
      Ich lese ja Deine Beträge schon eine ganze Zeit mit und frage mich, ohne das jetzt in irgendeiner Weise böse oder anderweitig Negativ zu meinen, was sich bei Dir in der Zeit verbessert hat?

      Du fragst Dich, wie lange es dauert, das Verarbeitete zu verabeiten. Willst Du das überhaupt oder was tust Du dafür?
      Du must selbst aus der Situation rauswollen und, genau wie Mike geschrieben hat, endlich den Cut machen.

      Von selbst ändert sich nämlich nix, ich musste mir den Arsch aufreissen um aus meinem Loch zu kommen, auch wenns mich verdamt viel energie gekostet hat und ich oftmals kurz vorm aufgeben war.
      Aber es hat sich gelohnt, sehr sogar.

      Lerne, alleine glücklich zu warden, den es besteht ein sehr großer Unterschied zwischen „alleine sein“ und „einsam sein“.
      So lange du in deiner jetzigen Situation verharrst, wird jede potentielle Kandidatin weglaufen, weil Du auch unbewusst, genau das in Deine Umgebung abstrahlst. Wie will man jemanden Glücklich machen, wenn man selbst unglücklich ist? Funktioniert nicht.

      Setze dich mit Deiner Situation auseinander und dannhak es ab, egal wie Schlimm es ist, den, wie unten geschrieben, Du selbst kannst nur was an Dir ändern, nicht aber an der Situation.
      Und ganz wichtig:
      Scheiß Drauf, was Andere denken!

    • Lise1 sagt:

      Thomas, es gibt ja noch ander Möglichkeiten als Ü30-Partys.
      Allerdings Partnerrbörsen würde ich ausschließen, da lauern zu viele auf Opfer. Da käme man vom Regen in die Traufe, aber sonst..nichts wie unter Leute mit ähnlcihem Alter oder/und ähnlichen Interessen!

      Wenn bisher noch kein Therapeut helfen konnte, such dir noch einen, du bist ja völlig traumatisiert, du hast da Anspruch drauf! Die Kasse zahlt und wenn es 3 Jahre dauert, du musst mit diesen Selbstbeschimpfungen aufhören!

      • Alex sagt:

        Bevor Thomas eine neue APrtnerin sucht, muss er das alles erst einmal mit sich selbst ausmachen und vor Allem verarbeiten.
        Solange er noch so drin hängt, wird das nix.

        Klar, es sind Kinder betroffen und das ist schlimm, aber ansonsten muss man das loslassen, was man nicht ändern kann.

        An dem Punkt war ich auch und das hat gedauert, aber danach fällt Ballast von einem ab und es geht bergauf.

        Deswegen Thomas, denk nicht mehr an Sachen die Du eh nicht ändern kannst und fang wieder an zu leben

    • Arianna sagt:

      Lieber Thomas,
      genau darum geht es doch. Deine Exfrau sagt, du bist nichts wert, und DU GLAUBST IHR. Sie hetzt auch deine Tochter gegen dich auf zu dem gleichen Zweck.
      Das ist ein schwacher Mensch ohne Selbstwertgefühl, der auf andere herabsehen, sie benutzen, ausnutzen und wegwerfen muss, um sich stark zu fühlen! Und du glaubst ihr, nimmst den Dreck an, mit dem sie dich bewirft? Du hast dich mit dem Thema beschäftigt, weißt, was sie für eine ist, aber ihr Wort ist für dich immer noch das Amen in der Kirche? Sie ist wie dein Gott, scheinbar allgegenwärtig und allwissend.
      Entschuldigung, aber kannst du nicht wegziehen? Etwas ganz Neues woanders anfangen und das ganze endlich aus einer anderen Perspektive sehen? Alles ist besser, als in diesem inneren Hamsterrad zu bleiben und darauf zu hoffen, dass ihre Umgebung sie endlich durchschaut. Überlass es der Zeit… Und denk in der Zwischenzeit an dich und nicht an sie.

  12. Friedel sagt:

    Ich schließe mich den Ausführungen des Newsletters an.

    Wie schade wäre es, wenn wir Betroffene und „Überlebende“ aus der Beziehung im Nachgang auch noch wertvolle Zeit opfern, aufgrund der Erfahrungen, in Verbitterung und Misstrauen zu verweilen.

    Verschenkte Zeit, unsere wichtige Zeit!

    • caro sagt:

      Danke fuer die Ausfuehrungen. Ich bin zwar schon mehr als ein halbes Jahr weg mit Betreuung und merke diw Prozesse langsam.Es war mein erster „wissentlicher“ Narzisst, den ich als solchen erkannte.Aber erst nachdem er es zu bunt trieb und ich ging.Dennoch erkenne ich Muster in mir auf anderen Ebenen und Vorbeziehungen. Das ist sehr ernuechternd.Daher schliesse ich Beziehungen aus, auch wenn ein Wunsch da waere.Aber es macht keinen Sinn.Wunsch ist eines Realisierung etwas anderes. Ich denke, dass es sehrwohl partnerschaftsfreie Lebensentwuerfe gibt (Witwenschaft oder dergleichen), die nicht destruktiv sind.Sie sind aktiv frei gewaehlt und spiegeln ein Beduerfnis wider…Was soll daran so falsch sein? Sich in eine neue Partnerschaft zu stuerzen, ist menschlich sehr verstaendlich..und vielleicht auch zielfuehrend..das weiss ich nicht…aber instrumentalisiere ich damir nicht den neuen Partner?

      • Lise1 sagt:

        Witwenschaft ist in den meisten Fällen nicht freiwillig. 😉

        Es gibt unendlich viel einsame Menschen, die sich Partner oder Freundschaft wünschen, aber ich habe fast den Eindruck, dass wir Vieles für echte Beziehungen nicht gelernt ahben bzw. es abgewöhnt bekamen.
        Aber so lange man lebt, ist es nicht zu spät, das (neu) zu lernen.

        Sich an einsame Menschen zu orientieren, die es als äußere Maske geschafft haben, ohne Klagewn ihre Einsamkeit zu ertragen, das finde ich nicht zielführend. Innen drin ist es oft sehr leer. Aber dann orientiern sie sich zum vermmeintlcihen Trost an die andern , die vermeintlICh und ohne äußer Klagen das aushalten.

        Liebe, Herzenswärme und Erotik sind etwas sehr lebendiges.

        Will man denn so traurige Einsamkeit immer im Leben haben? und sich dann ncoch als Opfer des Lebens fühlen, stolz das zu schaffen?

        Wäre es nicht besser, sich zu spüren und nicht so zu tun, als ob man noch einen und noch einen Verzicht aushalten kann? Statt dessen lieber zu suchen, ggf. mit kompetenter Unterstützung, ob man nicht doch wieder ein wenig lebendiger werden kann?

        Einen Anderen zu instrumentalisieren ist dabei nicht Pflicht und wirklich überflüssig!

    • Lea sagt:

      Lieber Friedel,

      ja, der Newsletter ist so wahr und ich bin froh, das es diesen Newsletter und das Forum gibt.

      Wünschte mir auch, keine dieser Zeit nur im Ansatz verschenkt zu haben,
      bzw. jetzt auch noch zu verschenken.
      (Auch, wenn wir zu Beginn eine Wahnsinns Zeit zusammen hatten und ich viel von der Welt sehen durfte)

      Wenn es nur irgendwo Hilfe gäbe „NarzisstenWegTropfen“ oder ähnliches –
      statt sich hier durch Schreiben und der Zeit den Schmerz ein wenig zu erleichtern…
      Tja, aber so ist es wohl…. Es hilft nur Zeit, Zeit den Schmerz zu lindern… und ja – es ist schade, als Betroffen dieses Opfer auch noch bringen zu müssen.
      Das haben wir alle nicht verdient…

      VG

      • Alex sagt:

        „Es hilft nur Zeit, Zeit den Schmerz zu lindern“

        Jein.
        Warten, dass es von alleine Besser wird, bringt Null!
        Man muss selbst erkennen und entsprechend handeln. Nur beschweren und rumheulen bring absolut nix, man muss sehen was das Problem ist und dass man nur selbst durch harte Arbeit da wieder rauskommt.
        Hab ich selbst Alles durch und ich könnte mich ärgern, dass nicht schon früher gemacht zu haben!

        • Lise1 sagt:

          Alex, was du schreibst, finde ich hilfreich, auch wenn wir nicht immer einer Meinung sind, aber es ist das positive Aktivieren der eigenen Kräfte, wo wir überein stimmen. Dass kann ich immer nur unterschreiben.

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