Der Narzisst und seine Aggressionen

Ein Narzisst hat große Probleme mit der Kontrolle seiner Aggressionen und Affekte. Zu früh in seiner Kindheit war er gezwungen, seine Gefühle zu verdrängen und konnte nicht lernen, adäquat mit ihnen umzugehen. Daher zeigt er selten echte spontane Gefühlsregungen aus Angst, die Kontrolle über sich zu verlieren. Jedoch dringen von Zeit zu Zeit übermächtige Gefühle an die Oberfläche, die nicht länger unterdrückt werden können. Wie geht der Narzisst in diesem Fall damit um?

Bild: © lassedesignen – Fotolia.com

In seiner Kindheit lernte der Narzisst negative Gefühle wie Wut und Hass zu unterdrücken, weil er ansonsten mit schlimme Konsequenzen rechnen musste. Er durfte seine wahren Gefühle gegenüber den Eltern nicht äußern, weil er befürchten musste, dass ihm die Zuwendung und Liebe der Eltern untersagt würden. Somit hatte er keine Chance zu lernen, mit seinen Gefühlen richtig umzugehen und konnte nur zu der Schlussfolgerung kommen, dass es wohl nicht passend ist, Gefühle offen zu zeigen.

Durch die Unterdrückung von Gefühlen konnte der Narzisst keine Beziehung zu den eigenen Emotionen und seinem Innenleben aufbauen. Er war gezwungen, Teile seiner Persönlichkeit abzuspalten und baute in der Folge ein gestörtes Verhältnis zu seinem Selbst auf. Das macht ihn zuweilen unbeholfen im Umgang mit den eigenen Gefühlsregungen und fördert Widersprüchlichkeiten in seinem Verhalten zutage.

Eigentlich ist der Narzisst sehr darauf bedacht, mit seinen Aggressionen vorsichtig umzugehen und verbietet sich, seine Wut zuzulassen, weil er tief im Unterbewusstsein die Angst hat, etwas Verbotenes zu machen und durch seine Wut unangenehme Gegenreaktionen auszulösen. Er hat gelernt, dass ihm seine Gefühle gefährlich werden können und dass er sie besser beherrschen sollte.

Leider brechen sie aber dennoch  von Zeit zu Zeit aus ihm heraus, wenn die Unterdrückung zu lange andauert und sich zu viel Wut aufgestaut hat. Dann reicht oft der sprichwörtlich letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt – und der Narzisst explodiert. In den meisten Fällen erfolgt dann eine unverhältnismäßige Reaktion auf einen oft geringen oder geradezu lächerlichen Anlass. Dieses Missverhältnis kann der Narzisst aber nicht erkennen und spielt seine Wut im Nachhinein immer herunter – zuweilen sogar aus Scham.

Der Narzisst will selbstbeherrscht auftreten

Der Narzisst will nach außen beherrscht, gelassen und souverän wirken. Er verbietet sich, unpassende Affekte zu äußern und durch unkontrollierte Gemütsregungen negativ aufzufallen. Für ihn stellt es einen besonderen Ausdruck von Stärke dar, wenn er seine Gefühle unter Kontrolle hat und sozusagen über den Dingen steht. Den Gefühlen freien Lauf zu lassen ist für ihn ein Zeichen von Sich-gehen-Lassens oder Sich-nicht-in-der-Hand-Haben. Eine derartige Entgleisung ist unter seiner Würde.

Das muss ein Narzisst zwangsläufig so sehen, weil er es ja nicht gelernt hat, ein Verhältnis zu den eigenen Gefühlen herzustellen und vernünftig mit ihnen umzugehen. Also macht er aus einem Makel eine Tugend, indem er seine große Selbstbeherrschung als Charakterstärke darstellt und weniger beherrschte Personen für sensibel, reizbar und nervenschwach hält. Diese Selbstzüchtigung führt aber manchmal dazu, dass sich der Narzisst zu keinerlei Gemütsbewegung hinreißen lässt und unfähig ist, mit seinem Umfeld mitzuschwingen, selbst wenn freudige Ereignisse eine gewisse Heiterkeit rechtfertigen würden. Seine Mine bleibt dann versteinert wie eine Betonwand.

Die Unterdrückung von Gefühlen kostet viel Energie

Bei der permanenten Unterdrückung von unerwünschten Impulsen besteht jedoch die Gefahr, dass sich der Narzisst überfordert, weil er seine Affekte zu stark drosselt. Die negativen Gefühle werden im Unbewussten gestaut und häufen sich dort zu einem beträchtlichen Unbehagen an. Der Narzisst muss in der Folge immer mehr Kontrolle aufwenden,  damit die aus seiner Sicht peinlichen Gefühle nicht zum Vorschein kommen und aus ihm herausbrechen.

Damit der Berg unterdrückter Emotionen nicht zu hoch wird und das Fass nicht überläuft, werden die Gefühle praktischerweise an anderer Stelle ausgelebt, wo sie nicht unbedingt als Aggressionen zu erkennen sind, wie. z. B. als strenger Erziehungsstil, der zum Besten der Kinder sein soll oder als ständiges und unmittelbares Korrigieren des Partners bei geringsten Fehlern, um diesem scheinbar edelmütig zu helfen. Die Aggressionen können auch in Prahlerei zum Ausdruck kommen, in ausgiebigem Lästern über andere, in unsachlicher Kritik an den Mitmenschen, in einem zügellosen Aktivitätsdrang oder in dominanten Sexpraktiken.

Der Narzisst sucht sich Alternativen, um seine Aggressionen zu bewältigen.

Eine weitere für den Narzissten legitime Möglichkeit des Auslebens von Aggressionen ist das Anprangern von und Angehen gegen unhaltbare Zustände. Verhält sich ein Mensch nicht entsprechend der Gesetzeslage, einer Richtlinie, den guten Sitten oder den Vereinbarungen, wird sofort unerbittlich und kompromisslos dagegen vorgegangen. Ob es sich dabei um einen sozialen, medizinischen, juristischen, religiösen oder moralischen Bereich handelt, ist dabei zweitrangig.

Der Narzisst kann sich geradezu fanatisch gegen inakzeptable Zustände wehren und Anklage erheben. Er sucht dann manchmal regelrecht das Haar in der Suppe, nur um etwas zu finden, worüber er sich echauffieren kann. Wenn man vorrangig ein Ventil für die eigenen Aggressionen sucht, dann wird man auch immer etwas finden, gegen das man aus Überzeugung angehen kann und somit scheinbar ein Übel bekämpft, um Gutes zu tun.

Auch hinter einer übermäßigen Korrektheit kann sich aggressives Verhalten verbergen. Hier kann das Ausleben von Wut in blanken Sadismus münden, z. B. wenn ein narzisstischer Vater absolute Pünktlichkeit von seinem Kind verlangt und harte Bestrafungen bereits dann durchführt, wenn sich das Kind nur um wenige Sekunden verspätet. Weitere Beispiele dafür sind der Partner, der im Stadtverkehr nicht jederzeit die Geschwindigkeitsbegrenzung von 50 km/h einhält, ein Lehrer, der kleinste Interpunktionsfehler ankreidet und ein Richter, der sich streng an den Gesetzen orientiert und nicht die Motive eines Menschen hinterfragt. Hier zeigt sich die eigentliche Aggression in Form von Pedanterie und Rigidität und wird sorgfältig durch ein scheinbar korrektes Verhalten getarnt. Der Narzisst handelt ja vordergründig richtig – es sind die anderen, die sich nicht rechtmäßig verhalten.

Ein Narzisst kann höhnisch über das Missgeschick eines anderen lachen und geradezu in eine Albernheit verbunden mit einem fortwährenden Lachanfall verfallen, was nicht nur in der Situation unangemessen wirkt, sondern den anderen auch zutiefst demütigt. Hier wird eben nicht nur leise über die Fehlleistung eines anderen geschmunzelt, sondern die günstige Situation wird zum Anlass genommen, alle aufgestauten Gefühlen herauszulassen.

Es gibt viele Gelegenheiten, die eigenen Aggressionen auszuleben

Auch kann sich aggressives Verhalten hinter einem Drill, z. B. in der Erziehung verbergen oder hinter grenzenlosem Ehrgeiz. Auch bewusst eingesetztes Trödeln, Umständlichkeit, Unentschlossenheit, Vergesslichkeit, Unpünktlichkeit, hartnäckiges Schweigen, Nörgeln und Ungeschicklichkeit können die Umwelt erheblich quälen und der Narzisst kann durch diese sehr subtile Form der Aggression seine Mitmenschen zur Weißglut treiben. Er ist nicht offen aggressiv, so dass ihm nichts vorgeworfen werden kann, er seine Mitmenschen aber sehr zielsicher reizen kann.

Nicht zuletzt streben Narzissten daher besonders häufig nach Machtpositionen, weil sie hier ihre Aggressionen offen und rechtmäßig ausleben können, ohne eine Form der Beschränkung oder Bestrafung zu erfahren. Im Namen der Ordnung, des Erfolgs, der Zucht oder des Gesetzes kann dann unter dem Deckmantel des Guten und scheinbar Sinnvollen unbeherrscht agiert werden und die eigene Wut auf andere Objekte verschoben werden.

Der innere Konflikt kann nicht unterdrückt werden

Die langjährige Unterdrückung von Aggressionen äußerst sich dann auch in der Körpersprache. Die innere Zerrissenheit zwischen den emotionalen Impulsen und dem Zwang der Unterdrückung führt zu Ungleichmäßigkeiten in der Motorik, weil der Narzisst eine starke innere Unruhe erlebt, die er zu beherrschen versucht und daher zwangsläufig verkrampfen muss. Körpersprache und Mimik sind dann gekennzeichnet durch eckige, kantige, abrupte, gekünstelte, schiefe oder verkrampfte Bewegungen. Dieses ständige Aufkommen von Gefühlen und das ständige Dagegen-Angehen verhindern einen gleichförmigen und harmonischen Bewegungsfluss.

Durch den inneren, scheinbar unlösbaren Konflikt zwischen Aggressiv-sein-Wollen und Nicht-aggressiv-sein-Dürfen baut sich ein inneres Spannungsverhältnis auf: der innere Zwiespalt zwischen unbedingter Kontrolle und dem Sich-gehen-Lassen. Kann die Spannung nicht mehr ausgehalten werden, bricht das Unterdrückte unverhofft durch und kann sich in Hysterie, Amokläufen, Jähzorn oder einem Vernichtungsfeldzug äußern. Dann wird der Narzisst von seinen unterdrückten Gefühlen geflutet und er verliert die Selbstkontrolle.

Der Stau von Affekten kann auch zu plötzlichen Weinkrämpfen führen und der Narzisst zeigt dann eine ungewöhnliche Sentimentalität. Plötzlich wird er anhänglich, nachgiebig und beinahe hilflos wie ein kleines Kind. Beruhigt er sich wieder und wird er sich seines Kontrollverlustes bewusst, entwickelt er meist Schamgefühle, weil er sich so erbärmlich hat gehen lassen, und wird wiederum wütend auf sich selbst, was den Aggressionsspeicher erneut anfüllen lässt.

Der Narzisst verbietet sich, seine Gefühle zuzulassen, weshalb er gezwungen ist, andere Wege zu finden, die ihm ein Ausleben seiner Aggressionen ermöglichen. Er will nicht als ein gewalttätiger, gemeiner, boshafter oder sadistischer Mensch erscheinen, weshalb er seine Aggressionen in gesellschaftsfähige Formen presst, die nach außen Anständigkeit signalisieren sollen, in Wahrheit aber nur seiner inneren Wut ein Ventil geben.


E-Book : Wie erkenne ich einen Narzissten?

Beschreibung von über 100 verschiedenen Eigenschaften und vieler Kennzeichen, um den Narzissten besser verstehen und schneller erkennen zu können.

Mehr Informationen über das E-Book


Veröffentlicht in Blog, Eigenschaften eines Narzissten
75 Kommentare zu “Der Narzisst und seine Aggressionen
  1. sceptic sagt:

    Ganz grundsätzlich fehlt im Artiekl der zweite Hauptgrund/Variante für die Ausbildung einer NPS:

    Nämlich das FEHLEN jedweder Grenzen in der Kindheit (also das absolute Gegenteil!)

    So bilden sich die Hirnareale faktisch nicht oder nur rudimentär aus, die für Selbstreflexion, Empathie, Schuldgefühle usw zuständig sind – und der kleine jähzornige, cholerische Mini-Narz wird sich selbst als grenzenlos genial ansehen und für Aussenstehende auf groteske Weise für absolut unfehlbar halten, sein krankes Verhalten als absolut berechtigt – v.a., wenn diese PS bereits Generationen vor ihm (gerne in männlicher Linie) „Tradition“ hatte und durch das aktuelle Umfeld als Erwachsener (Beruf Schauspieler, Sänger, sonstiger „Künstler“) in ihrer vermeintlichen Korrektheit permanent bestätigt, gefördert wird, ja meist noch die Histrionische Komorbidität gigantische Ausmaße erreicht; das Demütigen, Quälen usw anderer Menschen, das armselige Spielchen von Projektion und Abwertung immer als „richtig“ bestätigt wurde zB seitens ängstlicher Mütter, Geschwister, Spielkameraden usw.

    Die eigene permanente Affektlabilität, daraus resultierende widerliche Ausbrüche werden trotz Zeugen negiert, umgedeutet in das *gähn* bewährte krude Verdrehen der Realität in Form seiner Wahnidee von „Angriff und lediglich rechtmäßiger Verteidigung“ imaginärer „Feinde“ – und das alles eben NICHT, weil er in der Kindheit gelitten hätte, sondern weil das Leid seines gesamten Umfeldes aufgrund dysfunktionaler Familienstrukturen, die meist schon lange bestehen, verharmlost wurde, die Opfer sehr leidensfähig sind bzw sein mussten – und alle ihn als rohes Ei behandeln lebenslang – so macht sich besagtes Umfeld massiv mitschuldig (wenn auch unbewusst und unbeabsichtigt) am „Grossziehen“ eines echten, ekelhaften Vollbild-Narz.

  2. Feder sagt:

    Maris, Du sprichst mir aus der Seele. Ewig im Vergangenen hängenbleiben bringt nichts.

  3. Friedel sagt:

    Wie und ob verziehen wird ist doch eine ganz individuelle Sache eines jeden Einzelnen.

    Sich selbst zu verzeihen Signale und Hinweise nicht erkannt zu haben oder dem einstellenden Gefühl nicht gefolgt zu sein, ist aus meiner Sicht der Weg wieder in das eigene Selbst zu finden.

    Kritik zu äußern an der jeweiligen Geisteshaltung zur Vergebung ist aus meiner Sicht fehl am Platze. Sofern Betroffene ihren inneren Frieden und ihre Zufriedenheit darin finden dem Narzissten zu vergeben, gibt es doch daran rein gar nichts zu kritisieren. Die Kommentare derjenigen, die ihre Geisteshaltung mitteilen, dienen doch ausschließlich nur Impulsen der Anregung der eigenen Gedanken.

    Ich stelle mir die Frage, warum einige sich derart auf die Hinterbeine stellen so gegen andere Einstellungen, die offensichtlich den jeweiligen Kommentartoren geholfen haben, gegen an zu gehen.

    Ich fühle mich in keinster Weise davon angegriffen, wenn @Burgi und @ Klarsicht einfach nur ihre Geisteshaltung mitteilen. Vielmehr fühle ich mich angeregt darüber nachzudenken.

    • Lise1 sagt:

      Ich lass mich auch gern anregen, darüber habe ich vor läntger Zeit sehr intensiv nachgedacht.

      Ich habe nichts gegen Vergeben. Ich habe etwas gegen vermeintliches Vergeben, wo der Groll in Wirklichkeit nur vershlossen wird. So tun als ob, und dann weiter hetzen gegen den N.

      Oder gegen Vergeben, weil man so erzogen wurde, weil man ein guter Mensch sein will, ohne es zu hinterfragen, was das bedeutet an Energieaufwand, sich den Schmerz wieder mal wegzubeamen und statt dessen Wärme zum Peiniger in sich zu fühlen.
      Wer das will kann das ja machen, aber es muss echt sein, das sehe ich aber in den Texten nicht.

      Darum ging es mir. Nicht gegen echtes Vergeben und freies Leben mit warmem Herzen.

      • Friedel sagt:

        Dann wäre es doch einfach wünschenswert auch genauso darauf zu reagieren und zu kommentieren. Ich lese aus den Kommentaren von Burgi und Klarsicht nur ihre eigene Geisteshaltung und was ihnen geholfen hat.

        Ich erkenne darin weder Missionar Tätigkeit noch sonstige Aufforderung dem ultimativ zu folgen. Allerdings beinhalten die antwortenden Kommentare Kritik und eigene Interpretationen. Als Betroffene sitzen wir doch alle in einem Boot. Somit ist es doch mehr als legitim, die eigene Geisteshaltung, die dem jeweiligen geholfen hat in einen Pool zu schmeißen, um jedem Gelegenheit zu geben für sich einen Nährwert oder auch nicht daraus zu fischen.

        Vielmehr lassen die kritisierenden Beiträge darauf schließen, dass noch viel Groll und Schmerz verborgen ist.

        • Lise1 sagt:

          ja, das ist auch richtig, dass ich bei Missionieren Groll empfinde, das schrieb ich ja auch, dass mich das nervt. Das musste ich lange genug aushalten.

          Dass der Groll zum Vorwurf gemacht wird, irgendwie herabgewertet, kenne ich auch, jedoch ist es ein Warnsystem für mich und ich bin froh, das endlich spüren und zugeben zu können. Jedenfalls schützt es mich vor Misionieren. Wenn mir ein besserer Schtutz davor einfällt, dann werde ich ihn benutzen.

        • Silv sagt:

          @ Klarsicht…letztendlich teilt hier Jede-r seine Sicht der Dinge mit.
          Schwierig finde ICH dad missionieren der eigenen Haltung und suggerieren, das Diese die Richtige sei.
          Meine Einstellung ist, dass Vergebung nicht immer einfach möglich und angebracht ist. Dinge, die in einer zerstörerischen Beziehung von einem Partner voran getrieben wurden um den Anderen an seine Grenzen zu bringen, kann man sachlich mit ‚ Störung‘ erklären gefühlsmäßig ist die Verletzung groß. Verarbeiten MEINER Rolle in dem ‚Spiel‘ sehe ich als meine Aufgabe. Distanzhalten ist mir das Wichtigste und Kraft in scheinbares Verzeihen setzen, ist nicht mein Weg

        • Silv sagt:

          @ Friedel: Burgi u Klarsicht interpretieren eine andere Sichtweise als ‚ festsitzen im Groll‘ und so gäbe es keine Befreiung ( sinngem). Also stellen sie nicht nur ihre sicherlich auch bedenkenswerte Sichtweise dar.
          Bei emot. und/ oder körperl Verletzungen mit tlw Vorsatz ist Wut/ Ärger/ ggfs Hass eine nachvollziehbare Reaktion des Opfers. Vorübergehend zumind..oben lasen wir, dass Narzissten diese Gefühle in der Kindheit abgesprochen wurden und nun offen oder verdeckt gelebt werden. Wir mit unseten conarz Anteilen könnten ähnlich veranlagt sein.je nach Ausprägungsgrad/ Reflektionsfähigkeit sind wir fähig, dies zu erkennen. Gegenhandeln fällt oft lange schwer. Wir ‚ verzeihen und verzeihen‘ offb in solchen Beziehungen deutlich zu oft und zu viel. Bis der Gegenpart immer expansiver wird- bis wir nicht mehr können und gehen, gegangen werden oder in den Abgrund stürzen.
          Darum halte ich Wut erstmal für wichtig um sich lösen zu können
          Später in det Bewältigungsphase hab ich für mich erkannt, dass mir nur radikale Distanz und Akzeptanz hilft. Mir gehts gut, ich bin umgezogen, habe gute Freunde und Bekannte und empfinde mein Leben als reich.

    • Silv sagt:

      @Ftiedel: du fühlst dich nicht negativ tangiert durch die Darstellung von Burgi und Klarsicht, da Du ihre Haltung teilst.

    • Alex sagt:

      Warum soll ich mir bitte verzeihen, dass ich die Warnsignale nicht sofort erkannt oder meinem Bauchgefühl nicht gefolgt bin?

      Das suggestiert, dass ich wegen diesen beiden Dingen Schuldgefühle habe, was absolut nicht der Fall ist.
      Es ist ärgerlich, aber mehr auch nicht, also gibt’s hier nix zu verzeihen.

      Auch würde ich davon abraten, Leuten eine Schuld deswegen zu suggestieren. Mann kann sagen „Scheiße, was war ich so doof“ oder ähnliches, aber wer dann deswegen ein Schuldgefühl hat, macht genau das, was der Narzisst erreichen will. Mán war verliebt, da sieht man oftmals nicht die Realität. Das ist menschlich.

      Ärgert Euch drüber, schreit mal laut, werft was gegen die Wand, aber ich rate dringenst davon ab, sich wegen seiner damaligen Gefühle zum Narz Schuldgefühle einzureden!

      Einem Narzissten muss man daher garnix vergeben.
      Man muss nur dafür sorgen, dass dieser nie wieder einen Platz im eigenen leben hat und dass man den Hintern hochbekommt und endlich wieder glücklich wird.

      • Silv sagt:

        @Alex Verziehen habe ICH MIR‘ das Bleiben trotz Erkenntnis‘
        Der Narzisst kann mir gestohlen bleiben..🙂

      • Flora sagt:

        Die Schuldgefühle sind da, die redet man sich nicht ein. Wenn es bei dir anders ist, gut für dich.
        Jeder hat seine eigene coping Strategie. Thomas zb wälzt noch alles auf “ Andere“ ab, auch das wird sich irgendwann ändern. Es ist vielleicht auch ein Unterschied ob man nur ein paar Jahre in soeiner Beziehung vor sich hindümpelt, oder Jahrzehnte, ob Kinder involviert sind oder nicht. Es ist doch völlig egal, welche psychischen Konstrukte man wählt, wichtig ist sich auf den Weg zu machen um zu heilen.

        • Alex sagt:

          Ich lese immer „Schuldgefühle“.
          Für was denn?
          Das man so viel hat mit sich machen lassen?
          Aber was hat das mit SCHULD zu tun?
          Schuldgefühle kann ich nur haben, wenn ich etwas Schlimmes gemacht habe und mir das unendlich Leid tut.
          Wenn jemand meint diese Gefühle wegen dem zu haben, was er für seinen Narzissten getan hat, dann hat das absolut nix mit Schuld zu tun.

          Ärgert Euch über Euch und dass ihr den Mist mitgemacht habt, aber bürgt Euch niemals eine Schuld auf, die es nicht gibt!

          • Lise1 sagt:

            Alex, ich kann das unterschreibe.

            Wenn hier steht Schuldgefuhle sind da und nicht eingeredet, so ist ja auch klar, dass niemand sich sowas „einredet“, ebenso wenig wie zb Angst vor Spinnen eingeredet sind. Es ist da, auch wenn es absolut keinen Grund dafür gibt.

            Darum geht es ja hier auch, dass es hervorgerufen wurde, obwohl es absolut keinen Grund dafür gibt. Es geht an der Realität vorbei, beruht auf verzerrter Wahrnehmung. Das Gefühl ist ja trotzdem mit allen Folgen und Nachteilen real vorhanden.

            Da kann man aufräumen und aufhören damit, es gibt keine Grundlage, es ist auch nicht mehr nötig.

            Es gibt Vorprägungen, die in manchen Menschen besonders leicht Schuldgefühle hervorrufen können, das wird danach gern vom N. instinktiv ausgenutzt. Schuld ist eine Fessel und macht leicht steuerbar. Man will ja was gut machen oder verzeihen. Wem nützt es, denkt nach.

            Der Vergleich sind Geldschulden, so lange man die hat, beeinflusst es das Verhalten, eventuell arbeitet man mehr oder versagt sich die eine oder andere schöne Anschaffung und bleibt gefesselt wie mit einem Stein am Knöchel. Mit inneren Schuldgefühlen ist das auch so. Es fesselt und beeinflusst das Verhalten, indem man viel Energie reinstecken und das vielleicht trotzdem nicht los wird.

            Hatte ich auch, versteh ich alles, ist auch schwer loszulassen, sogar als ich wusste, es gibt absolut keine Grundlage für die Schuldgefühle.
            Ohne Therapeut würde ich vielleicht gut machen und verzeihen auf die alte Art und es trotzdem nicht los werden.

            Ich kenne Leute, die ihre Schuldgefuhle für alles Mögliche scheinbar züchten, von außen betrachtet. In sich drin sind sie dem ausgeliefert, auch wenn die Gründe dafür nur für sie selber da sind. Mit Einreden hat das aber nichts zu tun, das Gefühl ist stark und real vorhanden.

          • Josi sagt:

            @Lise1

            Eine super Erklärung der „inneren Schuldgefühle“! Und ja, sie sind da. Man kann sie sich nicht wegreden bzw. -denken.

    • Headache sagt:

      Dem kann ich komplett zustimmen!

    • Headache sagt:

      …dem kann ich komplett zustimmen!

      Hier sollte der Kommentar stehen, der leider irgendwo unten noch mal steht, wo er nicht landen sollte….

    • Jonas sagt:

      Ich finde das sehr interessant. Verzeihen oder nicht.
      Bisher hatte ich den Narzissmus nicht erkannt. Diese Seiten waten für mich gerade deshalb sehr hilfreich.Ich habe Borderline als Krankheit
      gesehen und viele Dinge nicht persönlich genommen und ihr verziehen.
      und den Zusammenhang zwischen Borderline und Narzissmus nicht erkannt.
      Letztlich bleibt es eine Krankheit. Aber das darf und kann kein Freibrief sein.Ich habe meiner Ex deutlich gesagt was ich für verletzend halte und empfinde. Ich nehme Sie in vielen Dingen sehr reflektiert wahr. Aber was dieses Thema betrifft,scheint nichts anzukommen. Die Einsicht liegt bei gleich Null.

  4. Lise1 sagt:

    Daher auch so viel Narzissten in Führungspositionen oder bei Richtern, dort können sie gut sein und gleichzeitig Macht ausüben.
    Ich würde auch bei den Ärzten und ähnlichen Berufen einige vermuten.
    Ich weiß, dass auch Narzissten oft glauben, gut zu sein und den Menschen zu dienen oder zu helfen.

    Das überschneidet sich vielleicht teilweise mit den altruistischen Narzissten, Artikel vom 22. 8. ? Nur so einen Idee.

    • Klarsicht sagt:

      Sind wir doch stolz, dass wir sie erkennen und ihnen nicht mehr auf den Leim gehen…

      • Lise1 sagt:

        Nach Vergebung und Freiheit hört sich das aber nicht an.

        Bin mir auch nicht sicher, ob man das einfach so erkennen kann, oder ab wann man denn jemandem auf den Leim geht?
        Das ist Gebundenheit mit negativem Vorzeichen, man wird immer noch von dem Verhalten des Ex bestimmt, indem man sich selber ein Teil des Lebens oder normaler zwischenmenschlicher Beziehungen versagt

  5. Claudia sagt:

    Intuitiv dachte und wusste und spürte ich das von Anfang an – der Verstand war immer klar, aber solche Typen haben es halt mit ihrem Anfangsgeschleime drauf, dass du nicht mehr auf dich selber hören kannst/willst.

  6. Burgi sagt:

    All das, was hier geschrieben steht kann ich eins zu eins aus der Beziehung mit meinem Lebensgefährten, den ich im Juni 2017, nach sieben Jahren (5 Jahre Wochenendbeziehung und 2 Jahre habe ich bei ihm gewohnt) verlassen habe, bestätigen. Nun reflektiere ich darüber, was den Narzissten in mein Leben gezogen hat. Eigentlich bin ich ihm ja auch noch dankbar, weil er mir gezeigt hat, dass meine Mutter auch eine Narzisstin war und ich nun endlich begriffen habe, wieso sie meinem Bruder und mir keine Liebe schenken konnte. Meine Mutter hat zeitlebens all ihre negativen Eigenschaften auf mich projiziert. Sie hat auch mal im Alter gesagt, sie habe nie in ihrem Leben einen Fehler gemacht, außer den meinen Vater geheiratet zu haben. (Er war Alkoholiker, was mich heute nicht mehr wundert, bei einem Leben mit einer Narzisstin.) Na, ja, was soll man dazu noch sagen? Es war eben so und ich habe ihr alles vergeben, denn wer weiß vielleicht war es ja mein Karma? Die Exfrau meines ehemaligen Lebensgefährten war auch Alkoholikerin, wundert mich auch nicht mehr. Er wäre aber NIE auf die Idee gekommen, dass vielleicht er der Grund für ihren Alkoholismus war. Das Einzige, was einen Menschen aus all diesen Traumata befreien kann ist die tiefste und reine Vergebung von Herzen allen Beteiligenten gegenüber und vor allen Dingen sich selbst gegenüber.
    Lieber Sven Grüttefien, herzlichen Dank für Ihre wunderschöne Seite, denn die hat mir erst gezeigt, dass mein Lebensgefährte ein Narzisst ist.

    • Silv sagt:

      @ sich selbst vergeben kann ich mit Dir teilen.
      Einem narz. Veranlagtem seine Querelen und den emotionalem Missbrauch vergeben, muss nicht sein.
      Es reicht, die Situation erkannt zu haben, zu wissen wo in Einem selbst die Ursachen liegen und den Kontakt zu den missbräuchlichen Narzissten abzubrechen. Wo es evtl nicht geht auf ein Mindestmaß zu reduzieren. Zu meinen, man wäre so großartig, dass man fähig ist oder sein sollte, Alles vergeben zu können, ist eigzl auch eine narz. Verhaltensweise.
      Ich habe da meine Grenzem endlich erkannt und jeglichen Kontakt zu Expartner und der eigentlichen Ursache- meiner Mutter- abgebrochen. Meine Mutter wurde im Alter immer exzessiver trotz oder gerade wegen weitgehender Unterstützung. Sie intrigierte im Familienkreis und ließ mich, in meinem Erkrankungsfall, abwertend im Regen stehen. Unfähig mitzufühlen. Jetzt fühle ich mich wie befreit.

    • Klarsicht sagt:

      @Burgi
      Ich finde das toll wie Du das machst. Geht mir genau gleich, verzeihe auch meinem Narzissten, von dem ich mich getrennt habe, und versuche auch meinen Anteil zu sehen, und habe auch den Anteil, den meine Mutter, bzw. meine Erziehung daran hatte, erkannt… Dafür bin ich ungeheuer dankbar, und verzeihe auch ihr, dass sie es getan hat und mir, dass ich es zugelassen habe. All dies hat mich weitergebracht. Meiner Meinung nach kann nur durch Verzeihen Heilung stattfinden, super dass das hier auch einmal gesagt wird.
      @ Silv : „…zu meinen, man wäre so großartig, dass man fähig ist oder sein sollte, alles vergeben zu können, ist eigtl auch eine narz. Verhaltensweise“
      Diese Deine Aussage halte ich für falsch. Nicht verzeihen zu können = sich nicht lösen können = im Hass und Groll stecken zu bleiben… Und das materialisiert sich im eigenen Körper und macht krank. Nur das Verzeihen (dem anderen und sich selbst) bringt Heilung.
      Alles Liebe Klarsicht

      • Lise1 sagt:

        Ich finde mich auch auch in Silvs Meinung wieder, alles vergeben können ist keine Pflicht und auch kein besonderrer WErt an sich.
        Wenn man annehmen kann , was geschehen ist oder ws man zuließ ohne Schuldzuweisungen in die eine oder ander Richtung, und dann als ERwachsener damit lernt umzugehen, da wird für mich ein schuh draus.
        Ovb man vergibt oder nicht, speilt gar keine Rolle!

        Wie geht es denen, die das von sich wollen, es aber nicht können, denen schint mal wieder, dass sie nicht perfekt sind und die , die das unmenschlcihe schaffen, meinen besser zu sein, als die die das nicht können. So sehe ich das nicht.

        Jeder mag da anders dneken, ich meine nur, Vergebung von schlimmen Dingen ist kein heres ziel, sondern es gibt wichtigers, das stellt ja den Narzissten wieder viel zu sehr in den Mittelpunkt, wo ein ganz anderer hingehört.

        Wer im Lauf der zeit merkt, er ist nicht mehr bitter oder traurig, ist ja ok, aber auch das hat nicht mit Vergebung von schwersten Verletzungen zu tun.

        Keineswegs ist Heilung nur durch Vergebung möglich, das ist so als Allgemeinse Aussage ganz falsch!

        Ich werde nicht vergeben, wozu auch diese Mühe? Ich habe Besseres in der Zeit zu tun! Vielleicht eigenes Leben nachholen, Ansichten reflektieren, lernen, arbeiten, Beziehungen pflegen, genießen, wachsen?

        • Klarsicht sagt:

          Es gibt ein wunderbares Buch: „Verzeihen ist die beste Heilung“ Für mich ist das Verzeihen ein Loslassen und hat nichts mit Eingestehen von Schuld oder eines Fehlers zu tun, denn ich verzeihe mir auch. Aber jedes Mal, wenn ich meinen Expartner bzw. Gedanken an ihn, die ab und zu hochkommen mögen, loslasse und in Liebe verzeihe, dann fühle ich mich wieder so frei, weit entfernt von ihm, gar nicht mehr betroffen und voller neuer Energie.
          Das wünsche ich Euch auch!

          • Lise1 sagt:

            Danke!

            Mir persönlich hat das Buch gar nicht gefallen, ich bin auch so frei geworden

          • Silv sagt:

            @ Klarsicht: missionieten empfinde ich als unangenehm. Belehren auch. Wenn das dein Weg ist- schön. Ich sehe real, was da zwischen mir und meinem Expartner passierte. Zuviel Empathie für ungehörige u zerstörerische Verhaltensweisen hat mich an den emotionalen Abgrund gebracht und in eine lebensbedrohliche Situation. Gut ist für mich, dass ich mich auf diesem Wege direkt von meinen narz Eltern trennen konnte. Die haben mir letztendlich am meisten geschadet.

        • Maris sagt:

          Wer gehört denn in den Mittelpunkt?! Doch wohl niemand, denn beide Seiten sind Täter und Opfer, schwach und stark zugleich.

          Kann das Opfer, wenn es sich „nur“ um einen Partner handelt, nicht gehen, aus freien Stücken?!
          Sagt jetzt bitte nicht NEIN, weil das stimmt eben nicht. Hier findet eine Suche seitens der „Opfer“ statt, für die auch der „narzisstische Täter“ nicht wirklich was kann….

          Ich habe jetzt gut 2 1/2 Jahre eine Affäre mit einem Narzissten geführt, denn eine Beziehung kann man sowas ja nicht nennen…

          Relativ früh war mir klar, „mit dem Vogel stimmt irgendwas nicht“, aber er hatte ja auch seine guten Seiten. Die kamen allerdings nur dann zum Vorschein, wenn alles perfekt für ihn war. Wie es mir ging, was ich mir wünschte, das war komplett egal in der ganzen Zeit.

          Werde mich hier nicht im Detail auslassen, was alles passiert und gesagt wurde; sämtliche Kommentare und Berichte bestätigen mir jedoch meine Annahme.

          Grundsätzlich zum Vergeben. ICH muss mit seiner Störung nicht leben. Ich kann diesem Menschen vergeben, da er ebenso ein Opfer seines Vaters war, der ihn als „gefühlsduseliges Weichei“ verachtete.
          Vergessen werde ich diesen emotionalen Terror nicht und in Zukunft alle roten Flaggen beachten, wenn mir so jemand nochmal vor die Füße fällt.

          Entweder eine Beziehung bringt ein gutes Gefühl mit sich, und wenn nicht, dann Finger weg.

          lg

          • Maris sagt:

            PS: Diese Seite und auch die Kommentare sind sehr informativ, um überhaupt mal zu verstehen, was passiert ist.

            Werde das Thema jedoch nun abschließen, da ich meine Erklärung dazu habe, mehr bedarf es nicht.
            Möchte meine Zeit und Energie nicht mehr weiter verplempern für einen Menschen, dem ich im Grunde nur Mittel zum Zweck war.

            Alles Gute an alle!

      • Silv sagt:

        @ Klarsicht: ich verstehe, was Du meinst. Hass und tiefen Groll empfinde ich nicht ( mehr). Hass ist sowieso nicht kein Ding. Alles verzeihen ist evtl eine übermenschliche Leistung. Würdest du einem Vergewaltiger oder Kindesmissbraucher verzeihen? Wohl kaum. Sich distanzieren reicht mir da vollkommen.

      • Mike sagt:

        „Nur das Verzeihen (dem anderen und sich selbst) bringt Heilung“

        Sorry, aber diese Aussage ist komplett falsch und totaler Quatsch!
        WAS soll ich denn bitte einem Narzissten verzeihen?
        Das er so ist, wie er ist? Also bitte!
        Auch brauch ich mir nix zu verzeihen; damit würde ich ja sagen, der Fehler für den Missbrauch liegt zu einem großen Teil auch bei mir!
        Und der Einzige Fehler, den ich wohl gemacht habe, war, den Mist so lange toleriert zu haben. Aber verzeihen?

        Verzeihen hat nullkommanix mit loslassen zu tun.
        Realisieren, was passiert ist und sich selbst sagen, dass man sowas nie wieder will, das ist loslassen.
        „In Liebe verzeihen“? Sorry, aber da lach ich nur; das ist missionieren ohne Sinn und bringt in der Realität absolut nix.
        Wer meint, das würde helfen, bitte, aber ich garantiere, das tut es eben nicht. Warum? Weil es nix zu verzeihen gibt!

        Man sollte generell mehr auf die LMAA Schiene gehen, denn Hass ist auch ein Gefühl und solange Hass da ist, hängt man noch am Ex. Von daher, egal was mit der Person ist, realisiert was passiert ist und hakt es ab. das bringt Einen selbst nämlich keinen Millimeter im leben weitzer, wenn man an etwas festhält, was Einem sowieso nie gutgetan hat.

        • Das sehe ich anders! Ob man dem Narzissten verzeihen möchte, ist die eine Sache! In jedem Fall aber sollte man irgendwann sich selbst verzeihen können und erkennen, dass man in dieser Phase einfach nicht anders konnte, alles versucht hat und sein Bestes zum Gelingen der Beziehung beigetragen hat. Es ging damals eben nicht anders oder besser! Wenn dieser Schritt nicht gelingt, bleibt man im Bereuen hängen und entwickelt weiterhin negative Gefühle und wird diese Erfahrungen niemals los.

          • Mike sagt:

            Für mich hat das Eine aber Nichts mit dem Anderen zu tun.

            Richtig ist, dass man in der Zeit das Beste, bzw das bestmögliche versucht hat… aber am Ende eben gescheitert ist, weil es mit einem N niemals ein Happy End geben kann.

            ABER für mich gibt’s da Nichts selbst zu verzeihen.
            Ich habe das getan, weil ich für diese Person da sein wollte, sie geliebt, bzw an etwas geglaubt habe, was eben nicht hat sein sollen.

            Mir verzeihen kann ich nur, wenn ich mich schuldig fühle. Tue ich das? Absolut nein, denn ich habe für mich damals in dieser Situation das Richtige getan und würde dies genau wieder so tun. Von daher bin ich mit mir und meinen Taten im reinen.

            Das einzige, was ich hinterfragen kann, ist, warum ich den Mist so lange mitgemacht habe. Aber selbst das brauch ich mir nicht zu verzeihen.

            Man muss erkennen und realisieren, WAS passiert ist. Solange das nicht passiert, wird man rückfällig und ist affin für den erneuten Versuch des N’s, wenn er wieder Kontakt aufnimmt.

            Aber mir selbst zu verzeihen hab ich rein garnichts.

          • Ja, ich verstehe Ihre Sichtweise! Für viele Betroffene ist aber nicht nur entscheidend WAS passiert ist, sondern eben WIE es passiert ist. Es ist nicht der Verstand, der nicht begreifen will, sondern die Gefühle, die nicht verstummen wollen. Dann bedarf es anderer Techniken, weil das Begreifen alleine den Schmerz nicht stillen kann.

          • Mike sagt:

            Absolut korrekt.
            Aber dennoch sind Begreifen und Verzeihen komplett unterschiedliche Dinge.

            WARUM hab ich mich immer wieder auf diese person eingelassen?
            Weil ich sie geliebt habe, gehofft habe, dass sie es endlich eingesehen hat, was ich tue.

            Hier muss man ansetzen. WARUM habe ich das mit mir machen lassen? Weil ich gutgläubig bin? Weil ich nicht alleine sein kann? Weil ich mir etwas eingeredet habe?
            Diese Dinge muss ich jmit mir selbst klarmachen, aber das hat Alles Nichts mit sich selbst verzeihen zu tun.

            Hätte ich meine Freundin betrogen, DANN hätte ich etwas, was ich mir zu verzeihen habe.

            Von daher haben meiner Meinung nach, die Opfer von narzisstischem Missbrauch sich selbst absolut nix zu verzeihen!

        • Maria sagt:

          Mike, ich stimme dir voll zu!
          Diese ganze Verzeiherei geht mir ganz schön auf die Nerven.
          Da bist du völlig am Boden und dann kommen noch so wohlmeinende Ratschläge:“Aber du mußt doch verzeihen.“
          Da bekommst du dann nochmal Druck.
          Ich werde nicht verzeihen.
          Ich werde versuchen loszulassen, weil ich merke das mich das heilt.
          Ich habe auch mir selber nichts zu verzeihen.
          Ich bin da reingeraten weil es halt so war, wie es war und muß da jetzt mit klarkommen.
          Und Zorn und Wut sind auch Gefühle, wie Liebe und Humor und ich muß sie zulassen dürfen sonst werd ich krank.

          • Mike sagt:

            Wenn ich das auf meine Situation projeziere:
            Ich habe mir nix zu verzeihen, ganz einfach!
            Ich habe zu realisieren was passiert ist und habe entsprechend zu handeln, dass mir sowas nie wieder passiert, bzw ich früh genug die Reißleine ziehe!

          • Lise1 sagt:

            Die Verzeiherei geht mir auch auf die Nerven.
            Vor allem wenn das noch so esoterisch angehaucht ist und der Freiheit dienen soll.
            Freiheit kann man ganz anders bekommen.
            Was man den anderen Gutes tun soll, habe ich mir zu lange angehört, es hat einfach nicht jeder verdient, dass ich nach allem diese Arbeit auch noch bewältigen soll für einen, dem es sowieso egal ist oder der es sogar als Zumutung und Herabsetzung empfindet.
            Was soll ich jemanden heimlich mit meiner angeblichen Güte beglücken. Ich finde man sollte sich nicht damit befassen, von oben herab als Guter dem armen Sünder zu verzeihen, das kann auch narzisstisch sein, man fühlt sich dann so richtig überlegen. Hab ich alles gemacht, aber gut war es nicht.

        • Silv sagt:

          @ Mike: du sagst es.
          ‚Verziehen‘ oder verstanden habe ich für mich, warum ich diese Beziehung so zugelassen habe.

      • Silv sagt:

        @ Klarsicht, Du verzeihst Dir, das Du die Erziehung deiner Mutter in der Art zugelassen hast?
        Welche Chance hattest Du denn als Kind? Und was genau hast DU da zu verzeihen.
        Ich habe auch immer verziehen und großmütig über narz Verhaltenswrisen hinweg gesehen mit det Folge, dass die narz. veranlagten Menschen in meinem Leben immer expansiver wurden. Und sich immer mehr über meine Grenzen bewegten. Erst ein Kontaktabbruch auch zu meiner Mutter, die im Falle meiner Krebserkrankung fragte, ob ich ihr denn nun noch ‚ helfen könnte, wo ich doch selbst ein Todeskandidat sei‘ hat mir die Ruhe gebracht, die ich für mein Leben und Genesen brauchte…

      • Silv sagt:

        @ Klarsicht: letztendlich sind/ waren wir Alle Conarzissten. Mit zu wenig grenzenwahrenden Verhaltensweisen u d übermäßigem Verständnis. Gelernt in der Kindheit bei/durch narz. Bezugspersonen

    • Maria sagt:

      Man soll seinen Feinden verzeihen,
      aber nicht eher als bis sie gehängt sind.

      Heinrich Heine

    • Tesar Patrick sagt:

      Hallo Burgi, und an den Rest der armen Betroffenen.
      Diese Zeilen geben mir Hoffnung.
      ‚Das Einzige, was einen Menschen aus all diesen Traumata befreien kann ist die tiefste und reine Vergebung von Herzen allen Beteiligenten gegenüber und vor allen Dingen sich selbst gegenüber‘
      Ich hoffe für mich, diesen Zustand bald zu erreichen. Alle anderen Gefühle. die in einem herschen, wie Wut, Zorn, Rachegelüsten, führt nur dazu, sich weiter mit dem Narz. zu befassen.
      Ich wurde, nach einer Beziehung von 10 Jahren!mit 3 kleinen Kindern, wegen einer Internet-Chat-Wix-Bekanntschaft, eiskalt abserviert. Dieser ehrsame Mann, der sich hartnäckig in die Beziehung gedrängt hat, wohnt jetzt zusammen mit meinen Kindern. Das Dillema in dem ich stecke, bezgl. Vergebung. Ich werde wahrscheinlich immer auf meine Ex sauer sein, für die verlorene Zeit mit meinen allerliebsten Kindern. Jetzt, bei der Wohnungssuche, und überhaupt in meiner Situation, bemerke ich immer mehr, wie wichtig diese Trennung für mich war. Das Leben ist wieder schön geworden, ohne diesen ständigen Hass-Wut-Terror Einfluß meiner Ex ausgesetzt zu sein. Dieses Forum hier, ein großes Dankeschön an Herrn Dr.Sven Grüttefien, hat mich seit zwei Jahren extrem unterstützt, in diesem grausamen Leben neben einem Narzissten. Ich verstehe auch, liebe Burgi, daß Vergebung die letzte Befreiung ist, in diesem langen Weg des Terrors. Alles ist gut, aber sobald ich an die verlorene Zeit mit meinen Kindern denke,(die Kinder lieben mich so sehr, werden ihre Mutter mal verlassen, ich brauch nur Geduld) kriecht stetig der Hass in mir hoch, den ich gegenüber meiner Ex empfinde.

      • Lise1 sagt:

        @Tesar Patrick, das kannst du doch ncht verdrängen, indem du hoffst, eine reine Vergebung, die es gar nicht in dem Sinne gibt, anstrebst. Du verlangst von dir da was ganz Komisches! Das ist Verbiegen hoch 10.

        Der Hass hat einen Grund und ist zu beachten. Wenn du vermeintlich verzeihst, ist das damit nicht weg, sondern ist wie Lava in einem verschlossenen Vulkan, innen drin brodelt es, verdeckt von schweren Verschlüssen. Wenn die mal versagen bei einer krisenartigen anderen Gelegenheit, dann explodierst du zu deinem Nachteil.

        Es sind berechtigte und wichtige Gefühle, keinesfalls verboten. Einige haben durch den Glaubenssatz, dass man solche Gefühle nicht haben soll, nie gelernt, angemessen damit umzugehen bzw der gute und richtige Umgang wurde aberzogen, es sind Tabu-Themen, wütend, zornig, eifersüchtig, ängstlich usw zu sein. Augenwischerei, es gehört zu der gesunden Gefühlswelt. Die Frage ist, wie man gut und sinnvoll damit umgeht.

        Besser ist, man stellt sich dem Gefühl und lernt es anzunehmen als genau so berechtigt wie Freude, Vertrauen usw. Diese angeblich bösen, verbotenen Gefühle warnen vor Gefahr und sind sinnvoll, um sich zu schützen in Zukunft und sein Verhalten so auszurichten.

        Ich habe die Theorie, die nicht stimmen muss, das manche warm verzeihen wollen, damit sie nicht auf gemeine Art Rache nehmen wollen am Ex, und sich selber dabei ins Unrecht setzen. Diese Angst muss man nicht haben, wenn man die Gefühle annimmt, den Sinn begreift und angemessen damit umgeht. Man kann hassen oder wütend sein, ohne schlimme Rachehandlungen und völlig frei leben, ohne ständig an die Verletzungen denken zu müssen, oder sein Leben einschränken zu müssen.

        Es ist einfach so, dass manche N. eben sich die Wut hart über Jahre erarbeitet haben, alle Chancen in den Wind geschlagen haben. Sehenden Auges. Warum soll man das verzeihen? Sie wollten es doch so. Kann man das nicht einfach anerkennen?

      • Lise1 sagt:

        Kümmere dich um deine Entwicklung und nicht mehr um die Ex, die braucht deine Gefühle nicht.
        Statt dessen:
        Tröste dich, schaffe dir eine Umwelt, die dir angenehm ist, von Wohnung über Arbeit über dein eigenes körperliches Wohlfühlen über gute Kontakte, entsorge Altes und Kaputtes von all diesen Dingen!

      • Silv sagt:

        Wie gesagt: Verzeihen kann übermenschlich sein. ICH finde eine Phase der Wut völlig o.k.- gefolgt von ( relativer)Distanz zum Partner. Nicht von den Kindern

  7. Claudia sagt:

    Geeeeenau so erlebt !!!!

    Der Mann mit dem ich zusammen war, betreibt sogar via seiner eigenen narzisstisch befürftigen Lebensinszenierung eine Vortragsreihe „Lebenskunst“ incl dem Facebookaccount – um sich im aussen mit weissestem Hemd darstellen zu können. Der Obersuuuuuperchecker von Leben und Liebe.
    Nur hinter verschlossener Tür traut er sich ….. A L L E S rauszuhaun was an angestauter Aggression über all diese Ausseninszenierung seiner Heiligkeit in ihm steckt. Und das ist brutalster aggressivster Narzissmus pur wie er „im Buche steht“.
    Und alle – vor allem natürlich Frauen – fallen drauf rein – auf diesen selbstinszenierten Supertypen mit weissestem Hemd und soooooo viel Gefühl 😝. Ich war zu blöd. Und da er alle narzisstischen Spielarten beherrscht, hab ich auch keine Chance den Menschen zu outen. Er wird noch vielen Frauen wehtun.

    • Silv sagt:

      @Claudia: DU hast es/ ihn für Dich erkannt- freue Dich, mehr kannst Du letztendlich nicht tun.Oder?

      • Claudia sagt:

        Ganz ehrlich:
        Ich habe eine gefühlte Ewigkeit gebraucht um einen Menschen wie ihn zu „verarbeiten“.
        Aber mich kotzt es immer noch an (sorry für diesen Ausdruck), dass einer, der in der Öffentlichkeit als perfekter Gut-Mensch agiert und sich – perfekter Narzisst as he is – ganz bewusst absichert (z.B. indem er mich schon mal vorsorglich als psychisch krank diffamierte – vor all seinen Facebookherzchengeberinnen etc., die mich gar nicht kannten 😎, sein Ding weitermachen kann.

        Ich habe noch nie einen solch schizoiden Menschen erlebt. Aber er genießt Ansehen mit seiner Inszenierung – und keiner weiß oder würde gar glauben dass er hinter verschlossener Tür nicht nur psychisch zuhaut – von seiner krassen bis exhibistionistischen Sexsucht gar nicht zu reden.

        • Silv sagt:

          @ Claudia: tja. Ich kenn auch so einen Gutmenschen: Pflegedienstleiter bei einem Palliativdienst.
          Auch er hält sich für ‚ gut‘ und über den Andeten stehend, da er den Durchblick meint zu haben. Ich habe viel gelernt durch die Beziehung. Leider trieb er mich bis an den Rand des emotionalem Zusammenbruchs.Ich kenne jetzt den Grund in meiner Person. Das hat es mich gelehrt. Seit 2 Jahren ists vorbei, vor einem Jahr trennte ich mich von meinen narz Eltern und betrachtete meine Erkenntnisse auch bzgl meiner Person. Mir gehts gut, ich fühle mich befreit. Das reicht mir absolut.

    • Lise1 sagt:

      Wenn einer seine Lebenskunst schon so betont…

      • Claudia sagt:

        Intuitiv dachte und wusste und spürte ich das von Anfang an – der Verstand war immer klar, aber solche Typen haben es halt mit ihrem Anfangsgeschleime drauf, dass du nicht mehr auf dich selber hören kannst/willst.

  8. Stella sagt:

    Ich würde von mir behaupten, keine Narzisstin zu sein, trotzdem kommt mir das im Artikel Beschriebene sehr bekannt vor… Ist uns nicht allen in der Kindheit gespiegelt worden, dass Aggressionen-zeigen „böse“ ist und haben wir dann nicht alle lernen müssen, sie häufiger als uns gut tat zu unterdrücken? Wo ist der Unterschied zu der Ausprägung bei Narzissten?

    • Die meisten Menschen werden in der Kindheit ihre Gefühle unterdrückt haben, weil es in Gegenwart der Eltern nicht anders ging. Die meisten werden dann auch in unvorhersehbaren Situationen von ihren aufgestaute Gefühle überrollt. Der Unterschied zu dem Narzissten besteht in der Häufigkeit, der Vehemenz, der Unberechenbarkeit und der mangelnden Selbstreflexion. Er kann sich das unpassende Verhalten nicht eingestehen, weil er darin gar nichts Ungewöhnliches erkennen kann. Andere Menschen sind sich ihrer unpassenden Gefühlsausbrüche in der Regel bewusst, fühlen sich in einer solchen Situation irgendwie fremdgesteuert und schämen sich oft hinterher. Der Narzisst empfindet sein Verhalten als einen Teil von sich und findet es entweder normal und bagatellisiert es oder er gibt den anderen die Schuld an seinen Entgleisungen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*