Kinder narzisstischer Mütter

Narzisstische Mütter haben die Angewohnheit, ihre Kinder für ihre Zwecke zu instrumentalisieren. Sie erkennen ihre Kinder nicht in ihrer Veranlagung, ihrem wahren Wesen und mit ihrem inneren Reichtum. Die unerwünschten Persönlichkeitsanteile ihrer Kinder blenden sie einfach aus und behandeln sie als reine Objekte, die dem Idealbild der Mutter zu entsprechen haben. Die Kinder werden dabei von den eigenen Wahrnehmungen und Gefühlen, die im Widerspruch zu  den Anforderungen der Mutter stehen, innerlich zerrissen und geraten in eine Orientierungslosigkeit.

Die narzisstische Mutter nutzt die Abhängigkeit der Kinder zur Befriedigung ihrer narzisstischen Bedürfnisse aus. Die Kinder sind für sie nur die Erweiterung ihrer eigenen Persönlichkeit. Sie betrachtet ihre Kinder ganz selbstverständlich als ihren Besitz, über den sie nach Lust und Laune verfügen kann. Die Kinder sind aus ihr hervorgegangen, sie sind Teil ihres eigenen Fleisches, sie hat sie ausgetragen und somit auch erschaffen. Sie betrachtet ihre Kinder nicht als eigenständiges Wesen, sondern als einen Teil ihrer selbst. Die narzisstische Mutter glaubt, ein lebenslanges Recht an ihren Kindern zu besitzen.

Sie formt die Kinder ganz nach ihrer Idealvorstellung

In erster Linie will sie sich mit gut erzogenen, gebildeten, leistungsfähigen und erfolgreichen Kinder selbst aufwerten. Jeder soll sehen, was sie für einmalige Geschöpfe in die Welt gesetzt hat, wie brillant ihre Erziehung und ihr Vorbild gewesen sein muss, wenn so außergewöhnliche Menschen daraus hervorgehen. Für narzisstische Mütter sind die Kinder nur ein weiteres kostbares Prestigeobjekt, um ihre Grandiosität unter Beweis zu stellen.

Dafür nimmt sie durchaus sehr viele Entbehrungen in Kauf. Sie organisiert den Alltag für die Kinder, sie bringt sie zur Schule, putzt sie heraus, macht mit ihnen Hausaufgaben, spricht mit Lehrern über den aktuellen Leistungsstand und mit Eltern der Freunde über das Verhalten ihrer Kinder. Das Nachmittagsprogramm wird umfangreich verplant. Der Tageskalender der Kinder wird überschüttet mit sportlichen, musischen, kulturellen oder anderen Veranstaltung, die sie fortwährend in Bewegung halten. Dafür erwartet sie nicht nur von anderen Menschen Bewunderung für die Tatsache, wie sie sich für ihre Kinder aufopfert, sondern sie erwartet dieselbe Bewunderung auch von ihren Kindern.

Diese enorme Erwartungshaltung wird sie niemals ablegen. Wer aus Ihrem Schlund entspringt, wem sie das Leben geschenkt hat, der wird ihr ein Leben lang etwas schuldig bleiben.

Die Kinder werden idealisiert und nicht so gesehen, wie sie sind. Die narzisstische Mutter spricht ihren Kindern Eigenschaften und Verhaltensweisen zu, die diese gar nicht haben und die allein ihrer idealisierten Vorstellung entspringen. Die Mutter glaubt, auf diese Weise ihr eigenes als unzureichend empfundenes Ich zu vervollständigen und somit ihr inneres Defizit füllen zu können. Die Kinder dienen ihr dabei als eine konstante und jederzeit verfügbare Quelle von Bestätigung und Bewunderung. Da die Kinder ihr bedingungslos ausgeliefert sind, kann sie ihre Macht über die Kinder grenzenlos ausleben.

Nur nützliche Kinder sind gute Kinder

Die narzisstische Mutter akzeptiert nur die Eigenschaften und Verhaltensweisen an ihren Kindern, die ihr dienlich sind und nützlich erscheinen. Die aus ihrer Sicht unerwünschten Eigenarten ihrer Kinder empfindet sie als einen Störfaktor, der schleunigst eliminiert werden muss. Autonomiebestrebungen der Kinder werden im Keim erstickt, wenn notwendig bestraft und mit der Erzeugung von Schuldgefühlen nachhaltig belastet. Jede Zuwiderhandlung gegen die Anweisungen und Vorstellungen der narzisstischen Mutter wird von ihr als eine verletzende und vorsätzliche Aktion oder sogar als hinterlistigen Verrat empfunden. Eine narzisstische Mutter scheut sich  nicht davor, durch Zwangsmaßnahmen wie Hausarrest, Aufgaben im Garten, im Haushalt oder andere Hilfsarbeiten die Loyalität ihrer Kinder zu erzwingen.

Doch die narzisstische Mutter übt nicht nur eine enge Kontrolle darüber aus, was ihre Kinder tun, sondern auch über ihre Gefühle und Gedanken. Sie glaubt, ihr Kind besser zu kennen, als es sich selbst. Sie weiß ganz genau, was ihr Kind denkt, fühlt und will. Zumindest glaubt sie das. In Wahrheit aber will sie ihren Kindern nur einreden, was diese zu denken, zu fühlen und zu wollen haben. Und als wenn dies nicht schon schlimm genug wäre, erwartet sie von den Kindern nicht nur, dass diese sich ihren Erwartungen beugen, sondern sie sollen es auch noch aus ganzer Leidenschaft selber wollen. Sie verlangt, dass die Kinder voll und ganz mit ihrem Idealbild verschmelzen.

Sie ist unachtsam gegenüber den Bedürfnissen der Kinder

Niemals aber wird sie sich dazu herablassen, ihre Kinder zu sehen, wie sie wirklich sind. Sie begibt sich auch gar nicht erst auf die Suche. Sie ist unfähig, den ureigensten Veranlagungen und Möglichkeiten der Kinder zu vertrauen und sie dem Leben zu überlassen. Da sie sich selbst von Außeneinflüssen und der Bewunderung durch andere steuern lässt und sich auch durch die Kinder repräsentieren möchte, ruht ihr permanentes Auge auf ihre Sprösslinge, was den Kindern unmöglich macht, einen andere als den von ihr vorgegebenen Weg zu einzuschlagen.

Die Kinder werden von einer allgegenwärtigen und hautnahen Beschattung der Mutter umhüllt, die jedoch nur das Misstrauen, das mangelnde Interesse, die Achtlosigkeit, die emotionale Abwesenheit und die fehlende Liebe der Mutter indiziert.

Die narzisstische Mutter zeigt nur selten ihre Gefühle. In erster Linie glaubt sie, funktionieren und alles perfekt machen zu müssen. Sie strahlt keine mütterliche Wärme aus und nimmt sich keine Zeit für die wahren Bedürfnisse ihrer Kinder. Sie kümmert sich zwar um alles und regelt das Leben der Kinder, sie zeigt dabei aber niemals ihr Herz. Wenn sie auf ihre Kinder eingeht, dann bekommen diese Gespräche meistens den Charakter einer lehrerhaften Inspektion. Sie zeigt ihren Kindern auf, wie sie zu funktionieren haben.

Die Kinder finden keinen Zugang zu ihrem innersten Wesen

Sie werden nicht zu einem Menschen erzogen, sondern zu einer dressierten Marionette, die für alles sensibilisiert wird, was der Mutter wichtig ist. Solche Kinder werden sehr lange Zeit als Erwachsener benötigen, um sich seelisch daraus wieder zu lösen oder sie werden ein Leben lang nicht wissen, wer sie eigentlich sind. Selbst wenn sie sich schon aus der permanenten physischen Präsenz ihrer Mutter gelöst haben und ihre eigene Familie gegründet haben, bleiben Sie häufig der „Sklave“ der Mutter und schaffen es nicht, sich von dieser übermächtigen Figur zu lösen. Sie schrecken immer noch vor den Forderungen ihrer Mutter zurück und erfüllen  nachgiebig ihre Wünsche.

Wenn die Kinder trotz der Förderung durch die narzisstische Mutter eine schwache Persönlichkeit entwickeln, dann leidet die Narzisstin ganz besonders. Sie empfindet es als persönliche Niederlage, wenn ein Kind in ihren Augen scheitert und sie wird es dem Kind bei jeder passenden Gelegenheit vorhalten. Sie findet einfach kein anderes Ventil, um mit ihrer Enttäuschung umzugehen.

Narzisstische Frauen suchen sich als Lebenspartner in der Regel einen schwächeren Mann, den sie ebenso wie ihre Kinder benutzen können. Insofern finden die Kinder in ihrem Vater, sofern es sich um einen friedfertigen und wohlwollenden Menschen handelt, vielleicht einen verständnisvollen Ruhepol, aber kein Gegengewicht zur patriarchischen Mutter. Letztlich wird sich auch der Vater nicht gegen seine Frau stellen, aus Angst vor ihren unberechenbaren Reaktionen.

Die Kinder brauchen eine wohlwollende Bezugsperson

Hat sich der Vater hingegen zwischenzeitlich von seiner narzisstischen Partnerin getrennt und darf die Kinder nur mehr an den Wochenenden sehen, kann dies unter bestimmten Umständen ein Segen für die Kinder sein, sofern der Vater offen und herzlich mit seinen Kindern umgeht und ihnen erlaubt, so zu sein, wie sie sind. Dies wird von den Kindern oft als eine wohltuende Erholung von der stressigen Mutter empfunden, was ihnen den Zugang zum wahren Selbst zu mindestens für einen Augenblick öffnet. Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass der Vater nicht seine eigenen negativen Erfahrungen mit der narzisstischen Ehefrau in die Kinder hinein projiziert und das die Mutter sich aus dem Vater-Kind-Verhältnis heraushält  und dem Vater für das Wochenende keine Gebrauchsanweisung für die Kinder mitgibt.

Auch andere Bezugspersonen wie die Großeltern, Onkel oder Tanten, Lehrer, Trainer oder auch möglicherweise die Eltern von Freunden können eine große Unterstützung für die Kinder sein, wenn sie in dieser Umgebung die Chance erhalten, sich frei bewegen und entfalten zu können. Sofern die Narzisstin mehrere Kinder hat, können sich die Geschwister auch untereinander austauschen und gegenseitig stützen. Dies ist ohnehin in vielen Fällen zu beobachten, dass unter dieser Erziehungsform die Geschwister einen ganz besonderen Zusammenhalt untereinander entwickeln.

Die Kinder müssen in ihrem Käfig einen Platz entdecken, in dem sie so sein dürfen, wie sie sind. Sie müssen einen Ort finden, wo sie dem permanenten Spannungszustand entfliehen können und wo man ihnen das notwendige und vorenthaltene Verständnis entgegenbringt.

Im späteren Leben werden diese Kinder große Mühen haben, sich aus der Umklammerung der Mutter zu lösen. Sie bleiben fixiert auf die Meinung und das Urteil ihrer früheren Erzieherin, weil sie aufgrund der jahrelangen Gewöhnung diese Denk- und Verhaltensmuster nicht ablegen können. Die narzisstische Mutter tut auch im Alter noch das ihrige dazu, dass die Kinder ihr treu bleiben.

Allerdings sollte man sich auch davor hüten, die Kinder vorschnell dem Einfluss der Mutter zu entreißen. Das würde die Kinder in einen schweren Loyalitätskonflikt bringen, was sie ebenso belasten würde. Immerhin sind die Kinder von der Liebe der Mutter abhängig und glauben durch Gehorsam dieses wertvolle Gut zu bekommen. Sie können noch nicht erkennen, dass sie statt selbstloser Liebe nur eine selbstherrliche Duldung im Falle ihrer Gefügigkeit empfangen. Aber daran klammern sie sich, weil sie nichts anderes kennen.

Manchmal haben solche Kinder durch einen starken Lebenspartner die Möglichkeit, ihr Schicksal zu erkennen und sich mit seiner Unterstützung aus der Umklammerung zu befreien. Die narzisstische Mutter empfindet dies natürlich als einen Angriff auf ihr Eigentum. Der Sohn oder die Tochter wird ihr sozusagen unter den Händen weggerissen.

Die Folge sind dann oscarreife Psycho- und Intrigen-Schauspiele, die kaum in ihren Verflechtungen und in ihrer Dramatik zu überbieten sind. Der Lösungsvorgang kann dann in vielen Fällen nur mit einem vorübergehenden und manchmal auch endgültigen Kontaktabbruch zur Mutter vollzogen werden. Die Kinder sind zu der Lebensaufgabe verdammt, die Ketten, die ihnen ihre narzisstische Mutter umgelegt hat, zu sprengen. Das geht leider nicht ohne Krach !

Veröffentlicht in Blog, Familie und Erziehung
95 commenti su “Kinder narzisstischer Mütter
  1. Anja sagt:

    Es gibt eine Selbsthilfegruppe in Hamburg für erwachsene Kinder mit Kontaktabbrüchen (Gruppenname KIMKA).
    Kontakt über KISS in Hamburg Wandsbek. Treffen jeden dritten Montag im Monat.

  2. Monika sagt:

    Hallo, liebe Leidensgenossinnen 🙂

    Ich bin 48 J./w. und in einer ähnlichen Lage wie ihr.

    Meine Mutter hat NPS, und seit 33 Jahren erniedrigt sie mich, beleidigt mich, und beschuldigt mich mit allem.

    Am Donnerstag hatte ich Geburtstag, ich habe es gewagt, sie auch mal zu kritisieren. Daraufhin stand sie auf, und ging wortlos. Sie hat also meine Feier versaut.

    Seit dem Tag habe ich psychosomathische Beschwerden, es geht mir überhaupt nicht gut. 33 Jahre mache ich das schon mit, es ist einfach genug.

    Mein Vater ist der typische Komplentär-Narzisst, wird ihr immer ähnlich, folgt ihren Befehlen wie ein Hund, erfüllt ihr jeden Wunsch, obwohl sie ihn auch seit 50 Jahren erniedigt und kritisiert.

    Das Problem ist: Ich kann den Kontakt nicht abbrechen, weil ich den Kontakt von meinem Sohn zu ihr nicht unterbinden möchte (sie ist ja die Oma). Außerdem bin ich allein erziehend, brauche manchmal die Unterstützung meiner Eltern.

    Was könnt ihr mir raten?
    Bin echt am Ende…

  3. Claudia sagt:

    Hallo alle zusammen!
    Ich habe gerade sehr viele der Beiträge hier gelesen. In einem Beitrag stand sinngemäß: „Ich musste erst 58 J. alt werden, um das alles zu erkennen…“ So ergeht es mir auch! Bei mir sind´s halt 51 Jahre…

    Ich könnte viel schreiben, aber es wurde hier schon alles gesagt. Ich hatte im Laufe meines Lebens immer wieder den Kontakt zur Mutter abbrechen wollen, es aber nie geschafft! Vor 3 Monaten nach einem wieder mal unmöglichen Telefonat mit ihr, fiel es mir ganz plötzlich wie Schuppen von den Augen, dass es diesmal endgültig gereicht hat u. ich einfach auflegte! Seitdem habe ich keine Kontakt mehr zu ihr u. es geht mir sooo gut damit!Ich habe mich das aller erste Mal nur FÜR MICH SELBST entschieden! Und das tat sooo gut, dass ich es kaum ausdrücken kann!! Meine Jammer-Tränen waren augenblicklich versiegt, ich spürte eine Klarheit in mir wie selten zuvor. Ich muss dazu sagen, dass ich mich als Kind immer mit Schokolade trösten musste, was sich im Laufe meines Lebens zu einer extremen Fettsucht entwickelt hat. Nach dem Kontaktabbruch vor 3 Monaten habe ich begonnen, mich über vegane Ernährung zu informieren u. sofort meine Ernährung umgestellt. Mein ganzes Leben lang habe ich versucht, mein Gewicht zu verlieren u. meine Ernährung umzustellen. Nie ist es mir gelungen u. heute weiß ich, dass es nicht gelingen KONNTE, denn der ganze Fressdruck war einfach viel zu groß u. somit war dies immer zum Scheitern verurteilt. Diesmal ging es so leicht, dass ich bis heute keinen einzigen Fressanfall mehr hatte! Ich habe am Anfang mir 2 mal eine kleine Tafel Schok. gekauft; heute ist das Verlangen danach vollkommen versiegt! Ich stelle mich nicht auf die Waage u. es geht mir heute nicht mehr um mein Gewicht, sondern ausschließlich darum, mir Gutes zu tun, Ich bin mir selbst wichtig genug, mir meine Gesundheit zurück zu holen. Und ich zwinge mich zu nichts – alles geschieht wie von allein, ohne dass ich darüber nachdenken muss! Mein Appetit hat sich wie von selbst reguliert, ich esse mit Vorliebe Obst, Gemüse, Salate, für mich kommen nur noch Vollkornprodukte aus dem Bioladen ins Haus u. Bio-Mineralwasser. Ich ernähre mich fast ausschließlich vegan (mit kleinen Ausnahmen), es geht mir hervorragend und ich bin wie befreit von meinen Jahrzehnte langen Fressanfällen, die nur psychische Ursachen hatten!!

    Ich verteufle meine Mutter nicht (nicht MEHR!)! Sie tut mir nach wie vor irrsinnig leid, für all das Schlimme, dass viele Menschen ihr in ihrer eigenen Kindheit angetan haben! Ich habe ihr sehr vieles vergeben in meinem Herzen, aber nicht alles! Immer habe ich mich gezwungen, ihr alles vergeben zu wollen, aber es gibt Dinge, die Kann ich nicht vergeben! Und nun weiß ich, das muss ich auch gar nicht! Ich bin nicht GOTT!, der alles vergeben kann, oder? Sie fehlt mir nicht einmal! Ich wollte einfach nur noch raus! Und ich bin ausgestiegen! Endlich! Vllt. weil ich auch einfach nicht mehr anders konnte!

    Ich wünsche Euch allen lieben verletzten Seelen, hier u. überall sonst, dass Ihr das Gleiche schafft! Liebt Euch selbst! Lasst Eure Mutter einfach los! Sie geht ihren eigenen Weg schon ihr ganzes Leben lang ohne Euch. Was Ihr ihr vegeben könnt, vergebt aus Eurem Herzen heraus. Und was Ihr nicht vergeben könnt, das müsst Ihr auch nicht vergeben!

    In Liebe!
    Eure Claudia

    • Dany sagt:

      Liebe Claudia,

      Ich bin eben „zufällig“ auf deinen Beitrag gestoßen und danke für sehr für deine Offenheit. Mir geht es genau wie dir, nur dass ich schon seit 7 Jahren keinen Kontakt mehr zu meiner narzistischen Mutter habe und es mir ausgesprochen gut damit geht. Hin und wieder überlege ich, wieder Kontakt aufzunehmen, aber sofort meldet sich meine innere Alarmanlage und ich lasse erleichtert die Finger davon.

      Sei herzlich gesegnet, Dany

      • Claudia sagt:

        Lieben Dank, Dany!
        7 Jahre sind eine lange Zeit… Ich würde mich erst bei ihr melden, wenn Du Dich dazu stark genug fühlst. Wie ich nach so einer langen Zeit empfinden werde, vermag ich heute noch nicht zu sagen… Ich höre nur noch auf mein Herz, meine Intuition u. meine Bedürfnisse. Ich wünsche Dir, dass Du das auch kannst u. dass Du es Dir erlaubst!
        Alles Liebe!
        Claudia

  4. repairman sagt:

    Hallo zusammen,

    das Hauptproblem ist bei narzistischen Eltern, dass sie den Kindern den Willen und das Selbstbewusstsein nehmen.
    Stattdessen pflanzen sie dem Kind ihre eigene Wertvorstellungen ein, woraus ein unheimlicher innerer Konflikt entsteht.
    Zudem gibt es statt normaler elterlicher Liebe nur Angst- und Schuldgefühle.
    Das führt meist soweit, dass die Opfer, wenn sie das klärende Gespräch suchen, wieder zum Sündenbock gemacht werden und sich noch schlechter fühlen! Dabei wird gelogen bis sich die Balken biegen.

    Es gibt da eigentlich nur einen Ausweg:
    Man muss die harte Wahrheit akzepieren, von den Eltern nicht geliebt worden zu sein, den Kontakt abbrechen UND ein abschließendes Gespräch, Treffen suchen.
    Meiner Meinung nach reichen keine Briefe, zumindest telefonisch sollte es sein.
    Die Ängste der Kindheit müssen am Anfang der Konfrontation da sein. Im Gespräch darf man sich nicht beirren lassen. Narzissten lügen und verleugnen wie es nur geht. Es geht NUR darum die eigene Meinung und seine Gefühle zu äussern. Den Narzisten wird man dadurch nicht ändern, aber man verlässt das „Spielfeld“ und gibt dem Missbraucher quasi verbal sein „Gift“ zurück.
    Das Wichtigste dabei ist sich selbst treu zu sein und das zu sagen, was man fühlt (auch wenn es Hass, Wut und Schuld ist), OHNE zurückzurudern und sich seine Gefühle ausreden zu lassen bzw. sie aufgrund der Manipulation zu unterdrücken.

    • Gabriele sagt:

      Hallo Repairmen,

      auf den Punkt gebracht! So ist es!
      Als ich mich dann endlich traute ihr konsequent Grenzen zu setzen und ihr mitzuteilen, wie ich mich fühle, waren ihre Reaktionen so hässlich, grenzenlos verletzend und vernichtend, dass ich aufstand und sie mit den Worten verließ, nie mehr wiederzukommen. Sie hat sich nie wieder gemeldet.
      Sie versucht kich mit Rufmord zu strafen. Ich habe die Menschen, an die sie herantritt – Freunde- Verwandte- darum gebeten mir nichts mehr weiterzusagen.

      Ich grüße Dich sehr herzlich
      Gabriele

  5. Mara sagt:

    Hello

    Noch ein Hinweis zu Alice Miller. Die Frau hat ja einige sehr wichtige Standartwerke geschrieben. Unbestreitbar. Was erschreckend ist, ist, dass sie selbst eine fürchterliche Mutter war. Sie überliess ihren Sohn dem schlagenden Vater.
    Alice Millers Sohn hat auch ein Buch geschrieben: Martin Miller: Das wahre Drama des begabten Kindes.

    Mich hat dies schon etwas geschockt.

    Geht dies nicht in die selbe Richtung, wie das Engagement einiger Mütter hier, die ebenfalls in der Pädagogik tätig sind? Pure Doppelmoral.

    Weibliche Narzissten sind eben oft ganz anders als männliche. Sie lieben die Opferrolle, die Rolle der grossartigen Lehrerin, die der Weisen…. Sie sind zu allen sehr lieb, hilfsbereich und geben die Einfühlsame – nur nicht bei ihren eigenen Kindern!

    Liebe Grüsse

  6. Sabia sagt:

    @ Sonja

    Deinen Beitrag kann ich voll unterschreiben.
    Meine Mutter gehörte auch früher zu den subtil-verdeckten Narzisten, heute lebt sie es offen aus (event. bedingt durch geistigen Abbau ??).

    Ich war so blind, blöd und betäubt – jahrzehntelang.

    Wie soll man da heilen, wenn das Unheil zwar erkannt ist, aber der Film noch weiterläuft ?

    LG Sabia

    • Gabriele sagt:

      Hallo Sabia,
      Ich kann Dich soooo gut verstehen! Ich musste 58 Jahre alt werden um das alles zu “ erkennen“… Du warst nicht blind und schon gar nicht blöd!!! Wir haben es einfach nicht anders gewusst….. Von klein auf…. Nicht einmal Psychiater und Psychologen können damit umgehen… Und suchen im Netz Schutz vor Patienten mit NPS !
      Meine Mutter ist nun 84…. manipuliert immer noch verdeckt . Das Schlimmste ist, dass sie meine einzige Tochter, die ich sehr liebe von klein auf genauso manipuliert hat ( sie war das Sonnenkind, ich der Sündenbock)……
      Ich habe den Kontakt zu meiner Mutter vor 3 Monaten eingestellt…. Es geht mir ziemlich gut damit…. Ich habe endlich einmal Ruhe gefunden…. Dabei hilft mir mein wunderbarer Mann und auch meinenlangjährige liebe Freundin. Was ich mir wünschen würde ist eine Selbsthilfegruppe- diese scheint es nicht zu geben, schade !
      Ich sende Dir gute Gedanken- mit lieben Wünschen
      G. B.

  7. Sabia sagt:

    Hallo zusammen,

    ich bräuchte dringend einen Tip im Umgang mit einer narzistischen Mutter (78) und einem Vater (80) zu dem ich fast mein Leben lang keine Beziehung hatte (auch weil meine Mutter mich auf ihre Seite gezogen hat und ich es im betäubten Zustand zugelassen habe), der aber durchaus auch narzistische Neigungen hat, allerdings weniger ausgesprägt als bei meiner Mutter.

    Meine Mutter war die meiste Zeit ihres Lebens krank (Depression, Zwangsstörungen, Parkinson -jetzt seit 11 Jahren-, massive orthopädische Leiden) bis auf vereinzelte kurze, aber immer wiederkehrende Phasen, wo es ihr besser ging. Es ist nicht übertrieben, wenn ich sage, dass ich mich sehr um sie gekümmert habe. Besonders war ich ihre personifizierte Klagemauer, wo sie ihren emotionalen Müll und Klagen über ihre krankheiten und meinen Vater ablassen konnte. Ich war damals wie Wachs in ihren Händen, wurde instrumentalisiert, aber auch idealisiert und mit Geld geködert – geschmiert – gefügig gemacht … egal wie man es nennen will, aber alles unter dem Deckmäntelchen der Gutherzigkeit, Großzügigkeit, Liebe, Fürsorge (was ich auch noch immer glauben will, dass das DAMALS die Motive waren). Beide Elternteile (meine Mutter jedoch mehr) haben mit (eine gewisse Eigenschuld besteht natürlich auch) verhindert, dass ich autonom wurde, so wohl emotional wie auch wirtschaftlich (natürlich habe ich auch gearbeitet, aber wenn ich die gutgemeinten „Fresskörbe“ nicht mitnahm oder Geld von meiner Mutter nicht annahm, wurden sie sehr ungehalten).
    Damals als junger, naiver, betäubter, uninformierter Mensch habe ich es (gern) geschehen lassen, obwohl ich mich auch dagegen wehrte.

    Dies und der „Umgang“ meiner Mutter mit mir habe ich auch nur geschehen lassen können, weil ich ab dem 17. Lebensjahr schwer drogenabhängig war, also durchweg betäubt, willenlos und dies ging so ca. 20 Jahre.
    Ich war eine sogenannte angepasste Süchtige, will sagen, man sah es mir NULL an. Ich war gepflegt und hatte überwiegend gute Jobs.
    Meine Eltern haben in dieser Zeit zu mir gestanden, zwar passiv, aber sie haben mich NICHT fallengelassen, was ich auch nie vergessen werde.

    Ich hatte immer das Gefühl missbraucht worden zu sein. Konnte es aber nicht konkretisieren … ich dachte eher immer an sex. Mißbrauch (der bei weibl. Abhängigen nicht selten ist). Es gab zwar auch sex. Übergriffe während meiner Ausbildung und später an einer Arbeitsstelle, aber da war noch was. Ich kam nur nicht drauf … bis ich eines Tages (Jahrzehnte waren vergangen) über emotionalen Missbrauch, emotionale Vampire und narzistische Mütter/Väter las. Bingo !!!! Als ob jemand in mein Leben geschaut hätte …
    Ich habe mich jahrelang gefragt warum ich so erschöpft bin nach einem Besuch bei meiner Mutter.

    Meine Mutter lebte damals den Narzissmus eher versteckt, bescheiden aus und ich wurde, wie gesagt, auch überwiegend immer noch idealisiert.
    Heute ist es/alles umgekehrt !
    Sie lebt inzwischen in einem Pflegeheim (Wohnung war absolut nicht behindertengerecht), kann sich durh den schweren Parkinson + orthop. Leiden kaum noch bewgen außer im Rollstuhl und ein wenig mit dem Rollator.
    Zuhause war mein Vater, der ihr nächst Nahestehender, der sich kümmerte, wobei ich aber auch fast täglich vorbei kam.
    Zu der Zeit lebte sie schon ihre narzistischen Neigungen voll offen aus, was mein Vater dann voll ab bekam. Bis er irgendwann fix und alle war … leergesaugt sozusagen und wir sie nach einem KH-Aufenthalt nach schweren Diskussionen überzeugen konnten in ein Pflegeheim zu gehen.

    Nun sind die Rollen getauscht – ich bin die ihr nächst Nahestehende und mache den gleichen Film mit wie zuhause vorher mein Vater. Ich kriege die volle Breitseite ab. Sie fordert ohne Ende und ohne Grenzen, massiv egozentrisch und egoistisch. Absolute Abwertung meiner Person, weil ich ihr gesagt habe, dass ich sie durchschaue und ihre Maske gefallen wäre – ergo nix mehr mit Idealisierung o.ä.. Im Gegenteil … sie beklagt sich haupts. über mich, aber auch über meinen Vater bei Verwandten. Bei Verwandten ist sie kurioserweise immer nett, zurückhaltend, lieb. Ich reisse mir echt was auf und mache und mache und es ist nie genug oder richtig. So war sie ja zuhause schon. Alles was wir tun konnten um es ihr angenehmer zu machen wurde getan – aber es reichte nie.
    Mein Problem ist: ich kann mich nicht abgrenzen …
    Bis vor Kurzem war ich fast tgl. über Std. bei ihr – wenigstens das habe ich reduziert und trotzdem komme ich an meine Grenzen. Sie möchte am liebsten Rund-um-die-Uhr-Betreuung VON MIR; Kontakte oder Veranstaltungen im Pflegeheim interessieren sie nicht. Ein Teil der Pflegedienstleistungen übernehme ich sowieso, weil sie das so will.
    Also um Missverständnisse vorzubeugen: es ist für mich normal mich um meine kranke Mutter im Heim zu kümmern, aber was anderes ist leer gesaugt und ausgebeutet zu werden … Ich steh phasenweise kurz vor dem Zusammenbruch. Hinzu kommt noch die tel. Kontrolle, so dass ich mitunter das Handy abschalten muß.
    Ein Mensch, der diese Problematik nicht kennt, weiß gar nicht wie leer und erschöpft dich solche Menschen machen.
    Hinzu kommt noch das sie ja durch 11 J. Parkinson geistig beieinträchtigt ist. Man kann sich zwar noch absolut normal mit ihr unterhalten, aber ein geistiger Abbau wurde eh schon diagnostiziert und event. liegt eine aggressive Demenzform vor. Sie wurde ja schon gegen mich tätlich und die Parkinson medikation verursacht Impulskontrollstörungen u.v.m.
    Das kommt alles noch als Sahnehäubchen obendrauf :-(((.

    Auf der einen Seite tut sie mir unendlich leid aufgrund ihrer vielen Krankheiten, auf der anderen Seite kann ich 1. nichts dafür (sie versucht oft mir Schuldgefühle zu machen ala „wenn ich die ganzen Krankheiten hätte, blah, blah, blup“) und 2. habe ich auch noch ein Recht auf ein HARMONISCHES Leben.
    Weil ich ledig (hahaha) bin und sehr zurück gezogen lebe, sind meine Eltern IMMER NOCH meine einzigsten Bezugspersonen (ok das kann nur ich alleine ändern) und ich lebe das Leben meiner Eltern – *kopfklatsch*.

    Ich bin tatsächlich wie ein Mühlstein der zwischen zwei Narzisten zermahlmt / zerrissen wurde. Identitätsstörung, Depression und und und.

    Von einem Partner kann man sich trennen … aber was ist mit kranken, alten Eltern (die Geschichte von mir und meinem Vater würde hier den Rahmen sprengen) ???

    Hat da jemand eine Idee, Tipps, Hilfe ??

    DANKE.

    • Mara sagt:

      Liebe Saja

      Sehr vieles in deinen Schilderungen kommt mir bekannt vor. Meine Situation ist ähnlich. Alte Eltern. Ich habe vor einiger Zeit jedoch entschieden, dass ich mich nicht verpflichtet fühle sie zu pflegen.

      Sie haben mich auch nicht gepflegt. Sie haben geschlagen und mich auch körperlich vernachlässigt, so dass ich heute viel Schmerzen wegen einem Geburstgebrechen habe. Jeder Arzt bestätigte mir dass man da was hätte machen können als ich ein Kind war. Sie wundern sich. Ich mich unterdessen nicht mehr.

      Meine Mutter erzählt ja auch immer wieder mit Freuden (mit einem zuckersüssen Lächeln) wie ich als Baby stundenlang geschrien hätte. Ich hätte nur geschriebn, ich wäre hald da schon ein freches Kind gewesen.

      Von den ganzen anderen verbalen Demütigungen und dem ganzen verfluchten Erbe (kein selbstwert, schuldgefühle, deprophasen…) das sie mir auf den Weg mitgegeben haben ganz zu schweigen.

      Du bist nicht für sie verantwortlich. Klar ist es extrem schwierig, denn man ist ja auf Schuldgefühle und Abhängigkeit trainiert. Doch man hat ein Recht auf ein eigenes Leben.

      Denke immer daran. Du bist jetzt erwachsen. Du bist nicht mehr so hilflos wie als Kind. Du musst dir auch nicht mehr alles gefallen lassen. Klar ist es umso schwieriger wenn die Mutter krank, weil sie dies ja auch gegen einem einsetzten (Jammern, Schuldzuweisungen …). Trotzdem. Es ist ihr Leben, nicht deins. Es liegt in ihrer Verantwortung, nicht in deiner.

      Vielleicht wäre es ratsam du würdest versuchen deine Besuche schrittweise etwas einzuschränken? In der gewonnen Zeit versuchen dir etwas gutes zu tun?

      Liebe Grüsse

      • Sabia sagt:

        Liebe Mara,

        Du sagst es ganz genau: man ist auf Schuldgefühle und Abhängigkeit trainiert … ich würde mich so gar als dressiert bezeichnen.

        Meine Mutter sieht jetzt dadurch das sie im Pflegeheim ist, dass sie am Ende ihrer Lebensleiter angekommen ist und dadurch kommt zu der bekannten Störung nochmals eine unbändige Wut / Enttäuschung hinzu, weil sie nicht das bekommen hat, was ihr in ihren Augen vermeintlich zustand bzw das Gute was andere haben (Neid hoch 10).
        sie hat inzwischen einen aggressiven „Kommunikationsstil“, wo mir nichts mehr zu einfällt.
        Ich bin so geschockt über ihre Dreistigkeit, ihre massiven Forderungen und Bösartigkeit / Wut, dass es mir die Sprache verschlägt … mir fällt dann nichts mehr ein, wie ich darauf angemessen reagieren soll.
        So gewinnt sie augenscheinlich jeden verbalen Disput und geniesst es.
        Ich sag es jetzt mal frei heraus: ich als ü50 habe Angst vor der vernichtenden Wut meiner physisch und psychisch kranken Mutter !

        Mara, Du schreibst es sehr richtig und ich habe es schon oft gehört … ich müßte mir das auf die Stirn tätowieren lassen 😉
        ICH BIN NICHT FÜR SIE VERANTWORTLICH !!!!!!
        Zumal sie NIE irgendwas versucht hat um eine Situation zu verbessern, weder in Bezug auf ihre „bescheidene“ Ehe (zb Trennung) noch in Bezug auf ihre Krankheiten (nie Physiotherapie, jede Medikation wurde gecancelt mit Begründungen wie „wirkt nicht, vertrag ich nicht“ usw), aber volles Rohr Jammern ging immer.

        Leider bin ich auch noch Einzel“kind“ und keine Hilfe weit und breit.

        Ich habe mich früher oft verurteilt, dass ich die Geldgeschenke angenommen habe und so immer (wirtschaftlich) abhängiger wurde.
        Heute seh ich es als Schmerzensgeld und kann es besser aushalten.

        Vielen Dank Mara für Deine ermutigenden Zeilen !

        Alles Gute Dir und all den Anderen hier …

        • Gabriele sagt:

          Liebe Sabia,

          ….. Du erzählst zu 80 % ….. Meine Geschichte…… Mein Erleben….. Meine Schuldgefühle….. Gruselig.
          Ich bin unfassbar krank darüber geworden… Ich habe mich anfang diesen Jahres nach einer unendlich langen Krankheits und Trauerphase verabschiedet…. Von dem inneren Kind und von dem Wunschtraum einer liebenden Mutter…..Sonst wäre ich cielleicht schon VOR meiner Mutter verstorben…. Diese hat ausschliesslich von meiner Energie gelebt.

          Mit lieben Gedanken für Dich, Deinen Mut Dich bald abzugrenzen und zu heilen.

  8. Th. St. sagt:

    Ich finde Ihre Seite zwar sehr interessant, jedoch wird die Neigung narzißtischer (ich halte mich an die traditionelle Rechtschreibung!) Mütter auch sexuell gegenüber ihren Kindern übergriffig zu werden, gar nicht erwähnt. Ja, bis hin zum offenen Inzest! Dieser wird über Jahre durch verdeckten, emotionalen Inzest vorbereitet. Über die Voraussetzungen dazu, haben Sie je bereits alles geschrieben, nur deuten Sie es nicht weiter aus. Der Inzest ist nämlich ein weiterer Schritt der Entfremdung der Kinder von sich selbst.

  9. sanne sagt:

    Nochwas kurz zu den Büchern: ich finde es ganz toll, dass es anscheinend da mittlerweile gute Fachbücher zu kaufen gibt, mit deren Hilfe man sich diesem Problem stellen kann, die scheinen echt viel zu helfen 🙂

    Ich musste mir das meiste selbst verarbeiten und diese tollen Bibelsprüche helfen da halt auch überhaupt nicht 😉

    Aber es hat, abgesehen von vielen anderen Büchern und Filmen, besonders zwei Sachen gegeben, die mir durch die Blume bei der Verabeitung sehr geholfen haben, weil sie auf mehr oder weniger sanfte Art in mir einen Prozeß angeregt haben, der mir half, mit diesen Sachen endgültig ins Reine zu kommen.

    Das eine ist eine relativ kurze Erzählung von Greg Egan, „The Safe-Deposit Box“, diese Geschichte hat mich im tiefsten Innersten erschüttert, nachdem ich schon alles verarbeitet glaubte, und darüber sind mir viele Sachen nochmal klarer geworden. Ich weiß nicht, wie man diese Geschichte sonst deuten könnte, es gibt bestimmt ein paar Möglichkeiten, für mich persönlich war sie die Beschreibung meiner Kindheit und Jugend.

    Das andere ist der Film „Blade Runner“. Ich kenne die Original-Geschichte von Philip K. Dick nicht, aber der Film hat einen Charakter von emotionaler Reifung in Roy Batty, mit dem ich mich irgendwie sehr identifizieren kann, ich bin absolut autonom in meiner Handlung, aber emotional noch nicht ganz so weit entwickelt, meinen Humanismus musste ich lernen, so wie er, auf die harte Tour, um mein Leben kämpfend.

    Ich denke, was ich für mich mitgenommen habe ist: es ist meine Aufgabe „das Leben an sich“ zu schätzen und zu ehren, das, was ums Überleben kämpft, das, was nicht klein beigibt, und das schließt alles Leben mit ein, mein eigenes, das meiner Feinde, auch das meiner Mutter. Auch, wenn sie nicht dazu in der Lage ist, das hat mit mir nichts zu tun.

  10. Frau Holle sagt:

    Das vierte Gebot sagt: „Du sollt Vater und Mutter ehren auf dass es dir wohl ergehe und du lange lebest auf Erden…“

    Habe in den letzten Tagen die beiden Bücher von Alice Miller: DAS DRAMA DES BEGABTEN KINDES sowie DIE REVOLTE DES KÖRPERS gelesen – mich endgültig verabschiedet von dem Gedanken daran, meine Eltern zu brauchen, sie doch lieben zu müssen – obwohl sie meine Seele massakriert, mich gedemütigt, verletzt und geschunden haben, bis nichts mehr von mir übrig war …

    Nennt mir einen einzigen Grund dafür, warum ich jemanden „lieben und ehren“ soll, der alles dran gesetzt hat, mich (meine Seele) umzubringen – mich mit jahrelanger Nichtbeachtung dafür abstraft, dass ich noch lebe…?

    Seit Jahren stoße ich in Gesprächen regelmäßig auf Unverständnis darüber, dass ich meine Eltern nicht mehr vermisse und sie deshalb auch nicht mehr zu hassen brauche. Unsere Eltern verachten und misshandeln uns körperlich und seelisch – aber wir MÜSSEN sie TROTZDEM lieben – alle kindlichen Gefühle des Missbrauchs und der Respektlosigkeit deshalb abspalten oder verdrängen. Und als Erwachsene verfolgen uns diese nichtgelebte Gefühle als Krankheiten oder schädliche Muster – wir WIEDERHOLEN unsere Kindheitstraumata in unseren Partnerschaften, mit unseren eigenen Kindern, die wieder mit ihren Kindeskindern… Was für ein Dilemma …

    Die letzten Tage waren übel – so traurig aber irgendwie auch befreiend – ich kann das mit meinen eigenen beschränkten Worten kaum beschreiben – Alice Miller erklärt so gefühlvoll und doch so klar was mit uns passiert ist – jetzt weiß ich endlich, das die Entscheidung, meine Eltern aus meinem Leben zu verabschieden, eine selbstverständliche Entwicklung und kein Frevel ist …

    Sie machen es mir auch einfach – keiner fragt nach mir – Kinder sind auch keine da, an denen ich das Drama fortsetzen könnte…

    Schritt für Schritt …

    • Arianna sagt:

      Hallo Frau Holle,
      mit diesem Gebot habe ich mich auch ziemlich lange herumgequält. Ich glaube inzwischen, dass dieses Gebot richtig ist, nur sehr oft falsch interpretiert wird.

      1. Es ist die Rede von „ehren“, nicht von „lieben“.
      2. Mit „ehren“ ist nicht gemeint, dass man gehorchen soll. Man kann einen Menschen nur gemessen an seinen Leistungen ehren.

      Ich glaube, dass die 10 Gebote nicht nur das soziale Leben regulieren sollen, sondern auch die Ausgeglichenheit des Einzelnen. Wenn du deine Eltern nicht ehren kannst, findest du keinen Seelenfrieden.
      Aber – siehe Punkt 2 – du kannst dir in deiner Lage sagen: „Meine Mutter ist selbst unglücklich, sie weiß es nicht besser. Gott erbarme sich ihrer Seele, nach der vielen Schuld, die sie auf sich geladen hat.“
      Mehr nicht. Das ist kein Entschuldigen und keine Aufforderung an den Missbraucher, so weiterzumachen.
      Schütze dich selbst, dein Leben und deine Seele; übernimm Verantwortung für dein Glück und ebenso für deine Fehler; klag diese Frau nicht weiter an. Mehr kann niemand von dir im Sinne von „ehren“ verlangen.
      Sieh am besten zu, dass du so wenig wie möglich an sie denkst. Glaub mir, sie ist es nicht wert, dass du dir den Kopf über sie zerbrichst. Das macht nichts ungeschehen und sie wird sich auch nie ändern, einsehen, was sie dir angetan hat, sich entschuldigen und mit dir eine gute Mutter-Tochter-Beziehung haben können. Ebenso könnte ein geistig Behinderter auf einmal Algebra verstehen.
      Gott will nicht, dass du unglücklich bist. Wir Menschen sollen uns an bestimmte Verhaltensregeln halten, ja, aber uns nicht dauernd quälen. Unser Leben soll erfüllt sein, darauf hat jeder ein Recht.

      Ganz wichtig: das aller-allererste Gebot lautet „Du sollst keinen Gott haben neben mir“!!!

      Diese Menschen wollen aber genau das – sie wollen, dass wir ihnen einen Altar in unserem Kopf errichten, sie für das Non-plus-ultra halten, stets mit ihnen einer Meinung sind, alles tun, sagen, fühlen, was sie wollen, alles für sie opfern. Das will selbst der biblische Gott nicht, er hat uns einen freien Willen gegeben!
      Darum: du bist kein schlechter Mensch oder unchristlich, wenn du dich von dieser Frau distanzierst. Im Gegenteil, wenn du mit ihr in Kontakt bleibst, verletzt sie dich weiter und versündigt sich damit weiterhin an dir. Du handelst dir selbst und auch ihr gegenüber besser, wenn du sie meidest.
      In der Bibel steht auch, dass man Menschen an ihren Taten und nicht an ihren Worten erkennt. Und dass man sich von Menschen, deren Taten sie eindeutig als bösartig identifizieren, abwenden soll. Man soll vergeben, ja – aber vergeben bedeutet nicht, diesen Menschen zu erlauben, sich weiter an dir zu versündigen! Es bedeutet nur, dass man sich nicht an ihnen rächen soll.
      Ignoriere sie, lass sie links liegen. Wenn du gläubig genug bist, bete für sie und bitte Gott, etwas für ihre Seele zu tun; du kannst das nicht, das übersteigt die Fähigkeiten jedes Menschen. Sie hat sich entschieden, Böses zu tun und die phantasievollsten Ausreden dafür zu finden; sie sieht sich nicht selbst an, sondern hält sich immer für das Opfer; das ist IHR Problem. Deswegen musst du dich nicht schuldig fühlen. Es ist keine Schuld auf deiner Seite, wenn du unabhängig und glücklich leben willst. SIE ist schon sehr früh in ihrem Leben auf Abwege geraten und kommt da nicht mehr heraus. Rette, was du kannst – dich selbst.
      Glaub mir, Gott verlangt nichts von dir, was du nicht geben kannst. Das tut SIE, wenn überhaupt, niemand sonst. Sie hält sich für Gott und will, dass du das auch denkst. Lass das nicht zu. Bring dich in Sicherheit. Der Abstand wird dir dabei helfen, ihre seelische Erpressung allmählich besser zu durchschauen und deine Weltanschauung anders aufzubauen, nicht länger auf der Basis der kranken Ansichten dieser Frau.

      Viel Glück im Neuen Jahr! 🙂

      • Frau Holle sagt:

        Hallo Arianna,
        herzlichen Dank für Deine aufbauenden Zeilen.
        Es ist in der tat so, dass ich erst seit dem ich auf diese Seiten hier gekommen bin, mich näher mit meiner Mutter beschäftige, bis dahin habe ich sie immer nur für depressiv gehalten und daher alles eher verdrängt. Mittlerweile weiß ich, dass ich mich und meine Muster nur dann erkennen kann, wenn ich mehr über meine Mutter (und Familie) erfahre. Mithilfe meiner psychologischen Beraterin habe ich in den letzten Wochen Einiges herausgefunden.
        Meine Mutter hat ihre ersten Lebensjahre als Zuchtprodukt in einem Lebensborn-Heim verbracht (dies hatte sie manchmal beiläufig erwähnt, nie vertieft, und ich bin dem auch nie weiter nachgegangen). Aufgrund dieser Genese durfte sie sich nie aufrichtig im normalen Umfang mögen – hatte regelrecht einen Selbsthass, auf den sie mit dieser typisch narzisstischen Persönlichkeitsstruktur reagierte. Da ich ihr als ihre Tochter in vielen Dingen sehr ähnlich bin, hat sie diesen unterschwelligen, teilweise auch ideologisch begründeten Hass wohl auch auf mich übertragen – mit den bekannten Folgen. Mit meinem Vater ist es leider ähnlich. Mein einziger Schutz war und ist die Distanz – innerlich und räumlich.

        Mir ist schon vor Jahren klar geworden, dass bei meinen Eltern nichts mehr zu machen ist – diese Erkenntnis erleichtert es mir durchaus.
        Momentan versuche ich, Zusammenhänge herzustellen und andere Menschen zu finden, die mit einem ähnlichen Hintergrund aufgewachsen sind.

        Viele liebe Grüße und einen guten Start in’s neue Jahr

        • Frau Holle sagt:

          Nachtrag:
          Es mag sich skurril anhören – seit vielen Jahren träume ich oft von der Beerdigung meiner Eltern – dieses Wochenende bin ich ganz alleine zum Friedhof gegangen und habe meine Eltern tatsächlich rituell beerdigt – inklusive Trauerrede, geweint, gelacht… Danach habe ich ein mitgebrachtes Desperado-Bier getrunken und die Freiheit gefeiert – grandios!

    • sanne sagt:

      Liebe Frau Holle,

      sorry, wieder so’n langer Text 😐

      Zu den Geboten kann ich nicht viel sagen, da ich nicht gläubig bin und auch nie war. Meine Mutter hat den Spruch „du sollst Vater und Mutter ehren“ & „die andere Wange hinhalten“ zwar oft benutzt, aber sie hat da gleich von mir die Antwort bekommen, dass sie da nicht gemeint ist, dass es da um andere Mütter und Väter gehen muss, da sie ja auch die anderen Gebote nicht beachtet hat. Sie hat notorisch gelogen, dass sich die Balken bogen, schlecht über andere geredet, sie war regelmässig grün vor Neid auf mich und andere und deren Reichtum und Kinder/Familien („was bilden die sich ein, wer die sind“, „die halten sich für was besseres“, „die können mir nicht das Wasser reichen“ *hust* Du kannst dieses verhutzelte alte primitive Hexlein grad nicht vor dir sehen ;), weil sie ein Auto oder ne Einbauküche haben oder sowas) und gewalttätig war sie ja auch. Wirklich KEIN gutes Vorbild, nichts was man ehren könnte, wenn man nicht irgendwie soziopathische Anwandlungen hat, oder? Ausserdem sollte man, wenn man schon Gott ehren will, auch seine Schöpfung ehren und nicht zerstören wollen. Auch hier ein Widerspruch zwischen Selbstbild und Realität. Das wollte sie natürlich nicht hören, aber ich konnte leider auch keinen Hehl daraus machen, für wie menschlich verkommen und armselig ich sie hielt, bevor mir ihre Störung durch den Unterricht damals bekannt wurde. Ich habe sie regelrecht verachtet und auch intensiv gehasst, die meiste Zeit vor dem Heim, als ich ihr komplett ausgeliefert war. Und dann wurde mir plötzlich klar, dass Hass auch eine Bindung darstellt und zwar eine ziemlich starke und ich habe sie danach im Geiste zu Grabe getragen weil ich diese Verbindung nicht mehr wollte, ich habe für mich definiert, dass sie nicht meine Mutter ist, und dann, nach einiger Zeit und nachdem ich gemerkt habe, dass auch mein Heimaufenthalt keine Änderung bei ihr bewirken konnte, war’s vorbei. Durchhalten, Scheuklappen, nach vorne auf’s Ziel schauen und sie größtenteils ignorieren, das ging dann ganz gut. Sie konnte mich nicht mehr treffen, sie langweilte mich nur noch mit ihrer Art und den Lügen und der Jammerei und ihren alten uninteressanten Geschichten, ich hab die Ohren auf Durchzug gestellt und ab und zu noch genickt oder „achso“ oder „echt“ gesagt, ist ihr nicht weiter aufgefallen 😉 Ab und zu hat sie dann angefangen zu jammern, da hab ich sie dann „ernstgenommen“ und mir nen Spass draus gemacht, mit 15/16/17 die Diskussion dann zu dem Punkt zu treiben, wo man sagt „man kann ja eigentlich gar nichts mehr essen, weil alles voll mit Pestiziden/Giften/schwarzen Männern ist, am besten man legt sich gleich in die Grube“, worauf dann ein „ja, so ist es“ kam… was soll man machen, wenn man nicht auskommt und jeden Tag den ganzen Tag zu Hause verbringen muss? Ohne die vorherige Abnabelung hätte ich sie wahrscheinlich irgendwann erschlagen, so krass sich das anhört, das einzige, was mich davor zurückgehalten hat, war die Einsicht, dass ich mir mein Leben wegen ihr nicht versauen möchte.

      Abgesehen davon hat sie ja meinen Vater, den ich gar nicht kenne, schlecht gemacht, wo es nur ging, auch da hat sie sich selbst widersprochen, wie hätte ich ihr das abkaufen sollen? Jedenfalls sagt mir das religiöse Sprücheklopfen alles nichts, ich schau mir die Menschen an, und wenn die Gebote brauchen, um gute Menschen zu sein, dann haben sie vom Mensch sein i.d.R. keine Ahnung, mit Verlaub. Ich habe lediglich die Pflicht (für mich), mein Leben so gut und anständig wie möglich zu leben. Ein guter Mensch ist man mMn dann, wenn man sich selbst und andere und ihre Meinungen respektiert, daraus und nur daraus lassen sich mMn alle anderen wesentlichen Gebote ableiten. Wenn der zwischenmenschliche Respekt grundsätzlich fehlt, sind auch die Gebote nichts wert und nur Tünche für einen schlechten Charakter, finde ich jedenfalls. Leute, die mir mit solchen Sprüchen kommen, sind mir grundsätzlich suspekt, sie scheinen oft nicht die Charakterstärke zu haben, ein wirklich guter Mensch zu sein, aus sich selbst heraus, meine ich. Meine Mutter war da nur eins in einer ganzen Reihe von schlechten Beispielen, bitte nicht als totale Verallgemeinerung sehen, dass sind nur die Dinge, die mir aufgefallen sind. Gute & religiöse Menschen haben es i.d.R. gar nicht nötig, ständig Bibelsprüche zu klopfen, sie können das aus sich selbst heraus auch mit eigenen Worten begründen und leben diese Gebote einfach, ohne ständig darauf hinzuweisen, diese Menschen möchte ich keinesfalls abwerten.

      Zu dem Unverständnis allgemein: google mal „schwierige Mütter“ und gehe dann zu dem Forum einer Frauenzeitschrift mit B, da findest Du ganz viele Frauen, denen es ganz ähnlich geht wie uns! Der Thread ist wahrscheinlich sehr heftig für Leute, die erst angefangen haben zu heilen, aber er ist sehr heilsam, denke ich. Nur zur Info: ich schreibe dort nicht, ich möchte mich auch allgemein aus dem Thema zurückziehen langsam, für mich ist die Angelegenheit vorbei, das war nur noch mal so ein Flashback, der mit den alten Akten wieder hochgekommen ist, und da Erzählungen von eigenen Erfahrungen anderen bei der Heilung zu helfen scheinen, wollte ich mein Scherflein dazu beitragen…

      Hat ja auch jeder andere Lösungsmechanismen, meine werden nicht auf andere passen und waren z.T. schon echt extrem (aber notwendig, fand/finde ich, ich bin mit mir selbst im Reinen diesbezüglich), aber manch einer fragte sich vielleicht schon, was denn mit den Kindern passiert, die tatsächlich rebellieren und Hilfe suchen, davon lese ich relativ wenig, leider. Ich denke, es hat mir viel erspart, so im Nachhinein. Ich finde es vielmehr geradezu erschütternd, lesen zu müssen, mit welchen emotionalen Schwierigkeiten selbst erwachsene Kinder konfrontiert sind, die genauso übel oder noch übler misshandelt worden sind und die selbst da nicht in ihrer Kindheit/Jugend rebelliert haben und es zum Teil immer noch nicht tun. Wie kann man sich so wenig wert sein? Das ist echt kein Vorwurf, mich macht das fertig, ehrlich gesagt, wenn ich mir überlege, wieviel Demütigungen und Grausamkeiten dahinter stecken müssen, dass das passiert, ich kann mich ja leider reinversetzen 🙁 Wieviel Schuldgefühle da immer noch auf Seiten des Kindes vorhanden sind, die eigentlich auf die Mutterseite gehören. Wahnsinn, wie viel Macht so eine Erziehung haben kann. Da ist in mir auch wieder ein bisschen Wut aufgekommen auf diese „Mütter“, wenn ich ganz ehrlich bin, ich werde das wahrscheinlich auch nicht mehr los.

      Das Unverständnis kenne ich auch von Freunden, das sind bei mir zumeist Leute, die aus guten Familien kommen und sowas echt nicht nachvollziehen können, aber es gibt im Alltag auch viele, die selbst in solchen Strukturen festhängen und diese irgendwie verklären, damit sie selber klar kommen, weil sie den Absprung noch nicht geschafft haben. Dazu brauch ich gar nicht über meine eigene Kindheit sprechen sondern mir nur anschauen, was bei Mobbing mit den Zeugen passiert („der meint das nicht so“, „das hast Du falsch verstanden“, „du bist empfindlich“, …), das ist genau das gleiche. Feige Menschen, die nicht für sich selbst einstehen können und es nicht vertragen können, wenn es einer dann mal tut und nicht klein beigibt, weil sie ja auch schon soundso oft nachgegeben haben. Das kommt ihnen dann furchtbar ungerecht vor („was bildet der/die sich ein“), ist es aber nicht, sie sind für sich selbst verantwortlich, wenn sie immer klein beigeben und auf ihre Rechte verzichten oder sich beleidigen lassen, ist das ihr Problem, nicht meins.

      Gerade diese Leute verteidigen diese ganzen Gebote und Glaubenssätze, die nur den Missbrauch stützen, gerne mal mit Zähnen und Klauen. Ich nehme das zur Kenntnis und lasse es dann so auch stehen, ich brauche das Mitleid oder das Verständnis anderer Leute nicht (mehr), ich kann und werde für mich selbst kämpfen. Darauf würde ich also an Deiner Stelle auch echt nichts geben, DU weißt, wie es war, DU weißt, dass sie dich verletzt hat, DU weißt, dass DU unglücklich warst. DU hast jedes Recht, Deine ganz persönlichen Konsequenzen daraus zu ziehen. Ich weiß, es ist trotzdem schön, mal wenigstens eine Bestätigung zu hören, daher: Ich glaube Dir das! Kein Mensch will sich unbedingt eine schlechte Kindheit einreden, im Gegenteil verklärt man manchmal so einiges, selbst mir passiert das ab und zu noch. Aber es ist nicht die Verantwortung eines Kindes, glücklich aufzuwachsen. Wenn die Mutter es nicht schafft, ihr Kind glücklich und emotional gestärkt aufwachsen zu lassen, dann hat sie als Mutter komplett versagt und ist ihrer Verantwortung nicht gerecht geworden, meine Meinung. Meine Mutter z.B. hatte sehr viele Möglichkeiten, verantwortungsvoll zu handeln: sie hätte mich abtreiben können, sie hätte mich als Findelkind abgeben können, sie hätte mich meinem Vater mitgeben können, sie hätte mich wenigstens im Heim dann in Ruhe lassen können, sie hätte eine Therapie machen können… Hat sie alles nicht getan. Da gibt es nichts zu ehren. SIe ist ein Feigling, jemand, der sich Problemen nicht stellt, sondern sie einfach weglügt. Und wenn die Liebe und Zuverlässigkeit gänzlich fehlt, wie soll ein Kind Lieben lernen? Es ist hart, wir haben oder hatten viel aufzuholen, ich weiß… Wo andere bei Null starten, starten wir bei minus zehn in der emotionalen Entwicklung, scheint mir manchmal. Aber wir können das aufholen, sobald der Anfang – die Erkenntnis – gemacht ist 🙂 Jetzt sind wir verantwortlich, wir haben alle Fäden in der Hand. Es gibt immer eine Wahl, selbst da, wo wir meinen, keine zu haben, haben wir eine, man muss nur im inneren bereit sein, diese Entscheidung zu treffen, dann sehen wir die Möglichkeiten auch.

      Ich habe nur dieses eine Leben, auf mich wartet noch nicht einmal ein Jenseits nach meiner Vorstellung, ich kann also nichts „gewinnen“, wenn ich ein Leben lang meinen Ärger runterschlucke, leide, mich anpasse und Opfer spiele. Dieses eine Leben, das ich trotz aller Widrigkeiten immer noch habe, um das ich gekämpft habe, mit meiner Mutter oder mit solchen Leuten zu verbringen ist eine unglaubliche Verschwendung von Zeit und Lebensenergie, die ich lieber darauf verwende, mit den Menschen, die mir guttun und die mich respektieren, zu leben!

      Liebe Frau Holle, vertrau Dir selbst, gib Dir die Liebe, die du brauchst und heile! Es wartet ein wunderbares Leben auf einem wunderbaren kleinen blauen Planeten mit wunderbaren Menschen auf Dich! Es ist ein u.U. langer, schmerzhafter Prozeß, aber es lohnt sich. Es ist alles da, was Du brauchst, Du musst nur die andere Seite, die dich immer noch festhält endgültig abschütteln, die vergifteten Wurzeln kappen, dann kannst Du nach Deinem Leben greifen 🙂

      p.s.
      Ich will Dich nicht belehren, nur Mut machen, was Du tust oder für Dich dabei rausziehst, bleibt ganz allein Dir überlassen 🙂

      • Frau Holle sagt:

        Hallo liebe sanne,

        nein, belehrt fühle ich mich wirklich nicht – denn: Deine Zeilen helfen mir, dieses Thema zu verarbeiten, meine Schlüsse zu ziehen und Handlungen einzuleiten- und letztendlich die Provinienz meiner Genese sauber abzuschließen. Ich danke Dir sehr dafür. Bin nicht religiös aufgewachsen – wohl aber habe ich Menschen kennengelernt, die in ihrer menschlichen Aufrichtigkeit gläubiger waren als viele kirchlich-institutionell praktizierende Leute.

        Ich arbeite heute mit Jugendlichen UND mit ihren Eltern – und es ist leider so: auch heute noch hört ihnen kaum einer zu, sie sind ihren Eltern hilflos ausgeliefert. Ihnen werden AD(H)S, Autismus, Borderline und sonstwas angeheftet, es wird so lange rumuntersucht, bis irgendwelche diagnostischen Kriterien wenigstens halbwegs erfüllt sind. Keiner fragt, woher Wut, Trauer und Angst kommen, Ihnen werden Medikamente verordnet, sie werden bestraft, werden ruhig gestellt – hauptsache, niemand hinterfragt das Verhalten der Eltern … Es wird – wenn überhaupt – erst dann reagiert, wenn die Kids schlechte Noten heimbringen oder dramatische Krankheiten und „Fehlverhalten“ zeigen. Die Aufnahmezahlen der Kinder- und jugendpsychiatrischen Einrichtungen steigen seit Jahren. Es ist ein Fass ohne Boden… Es fällt mir auch heute noch nach so vielen Jahren in diesem Beruf verdammt schwer, mich professionell abzugrenzen, wenn ein wegen übersteuerter Wutanfälle gerade aus der Schule geflogener 13 jähriger Junge oder eine schwer magersüchtige 15jährige merkwürdig unbeteiligt von ihren desaströsen familiären Rahmenbedingungen berichten… Kann nicht ruhig bleiben, wenn eine gutsituierte, depressiv klammernde Mutter aus meinem Bekanntenkreis, die ihren 7jährigen Sohn respektlos und wie ein kleines Püppchen behandelt, über dessen heftige Jähzorn-Attacken jammert. Und immer immer wollen Sie – auch über ihre eigenen Leichen – ihre miesen Eltern schützen – weil sie sie lieben und nichts anderes kennen…
        Das sind die späteren Erwachsenen, die in Threads wie diesem hier verzweifelt versuchen, ihre Schäden zu heilen, weil sie viel zu viel verziehen haben…
        Feigheit und Inaktivität sind überall – wir gucken hin aber wir SEHEN nichts, sind zu bequem und gehen lieber den Weg des geringsten Widerstands – religiöse Verbrämtheit ist da nur ein Symptom…
        Deshalb finde ich unter Anderem Deine Zeilen so wertvoll, liebe sanne – weil sie anderen dazu verhelfen zu sehen und zu handeln – sie helfen auch mir, meine Defizite anzugehen, mutiger zu werden und zu handeln…

        • sanne sagt:

          Vielen Dank für Deine Rückmeldung 🙂

          Wenn es tatsächlich so ist, wie Du beschreibst und ich finde leider einige Anzeichen dafür wie wachsende Verschreibungszahlen für Psychopharmaka, dann wäre das furchtbar!

          Dass diese Jugendlichen dann in ein Heim oder eine andere Einrichtung kommen, ist ja schon mal gut, aber wenn bei ihnen weiterhin nur der Gehorsam gefordert wird und nicht die Situation besprochen/verarbeitet wird, dann wird der Missbrauch im Endeffekt genauso fortgesetzt, wie es bei mir ohne Medikamente der Fall war.

          Ich bin ehrlich gesagt grad am Überlegen, ob ich nicht mit dem Jugendamt nochmal Kontakt aufnehmen soll, um meinen Fall mal als Beispiel dafür zu nehmen, wie man es nicht macht. Rechtlich kann ich nichts mehr machen, es ist mehr als 20 Jahre her und daher verjährt, eigentlich müsste man es so machen, eigentlich könnte ich auch Opferentschädigung beantragen und dem Staat wegen seiner Unfähigkeit mich zu schützen auf der Tasche liegen, praktisch gesehen bin ich kein Opfer mehr und will auch keins mehr sein, der Antrag würde abgelehnt.

          Aber wie mach ich das diesen Leuten nur begreiflich? Wie schaffe ich es, sie zu sensibilisieren, ohne dass sie sich angegriffen fühlen und nur abwehren? Da Du vom Fach zu sein scheinst, hast Du eine Idee, wie ich da am besten weiterkomme, ob das überhaupt was bringt, oder ist das ein Kampf gegen Windmühlen, zumindest, solange die Gesetze sich nicht ändern? Ich könnte wohl noch mit den Leuten vom Heim reden, da ist noch jemand da, den ich kenne, die anderen sind alle in Rente mittlerweile und die haben mir ja auch geholfen, so gut sie konnten.

          Diese „merkwürdigen“ unbeteiligten Erzählungen kenne ich auch von mir selbst, es war damals ein Schutzmechanismus, damit ich die Situation überhaupt berichten konnte. Wurde mir oft genug als „Lügen“ ausgelegt, wenn ich das wirklich erlebt hätte, hätte ich ja das heulen anfangen müssen… Dass ich das vielleicht nicht nochmal wirklich durchleben will, darauf kommt halt nur einer von zehn.

          Einer meiner Lehrer, der, der uns über den Narzissmus aufgeklärt hat, hat mir sehr geholfen, indem er meine Mutter für Ihre „Unterstützung“ und Verständnis für mich sehr gelobt hat und dass er sofort gesehen habe, wie sich das positiv auswirke. War natürlich Schwachsinn, hat aber insoweit geholfen, als dass sie sich ganz toll unterstützend vorkam und mich wenigstens in Ruhe ließ, wenn ich gesagt habe, dass ich lernen muss 😉

          • sanne sagt:

            Nachtrag: hab schon ne Idee, ob sie funktionieren wird, werd ich nie erfahren, aber ich denke, diplomatischer und mehr an der richtigen Stelle kann ich das nicht unterbringen.

            & Herzlichen Glückwunsch/Herzliches Beileid zum Begräbnis!

          • Frau Holle sagt:

            Hallo, liebe sanne,

            vom Fach bin ich nicht wirklich. Meine Beobachtungen stützen sich auch weniger auf Zahlen oder Studien – ich nehme halt im Rahmen meiner jahrelangen Berufstätigkeit ganz subjektiv eine solche Tendenz wahr. Allerdings wird in Statistiken nur ungenügend abgebildet, ob die Zunahme von behandlungsbedürftigen Jugendlichen daran liegt, dass in Schulen und Einrichtungen die Individualbetreuung aus Kostengründen immer mehr eingedampft wird zugunsten einer reduzierten sozialpädagogischen Gruppenbetreuung, bei der üblicherweise sonst im System aufgefangene aufwändigere Jugendliche früher auffällig und an Kliniken weitergereicht und/oder medikamentös „behandelt“ werden.
            Ich hatte das Glück, drei Jahre bis zur Volljährigkeit in einer sehr wertschätzenden und fördernden Pflegefamilie bleiben zu dürfen, hier bin ich etwas zur Ruhe gekommen – weiß nicht, was ohne diese Menschen aus mir geworden wäre…

            Heime werden von Trägern unterhalten, die im Rahmen einer formalen Ausschreibung der Jugendbehörden den Zuschlag erhalten haben und nun die Kindesunterbringung durchführen – teils befristet und mit mehr oder weniger guter Qualität – je nach Kostenrahmen… Wenn Du Dich jetzt also an das Jugendamt wendest, so befürchte ich, dass Dein ehemaliger Sachbearbeiter bestenfalls eine Kopie Deiner Akte auf den Tisch bekommen, sich das durchlesen und kommentarlos in den Schrank legen wird. Wenn Dir aber an generalisierter Sensibilisierung gelegen ist, so scheint mir ein Weg über die Medien zu sein. Dieser einfühlsame Lehrer von dem Du sprachst, der sich damals immerhin so gut auskannte, dass er in der Lage war, die typischen narzisstischen Trigger bei Deiner Mutter anzubringen, um Dir Ruhe zu verschaffen, kam sicherlich nicht nur als Referendar im Kurzseminar mit Narzissmus in Kontakt – hier war wohl auch persönliche Betroffenheit im Spiel…

            Bin selbst noch relativ frisch in dieser Thematik – kann mir aber vorstellen, dass eine Sensibilisierung der Massen in allen Bereichen unseres Systems zum Beispiel im Zusammenarbeit mit Opferorganisationen wie dem Weißen Ring, Selbsthilfegruppen (Stichwort Burnout !), Psychosomatische Kliniken und anderen Multiplikatoren über die Unterhaltungs- und Kulturredaktionen der öffentlich/rechtlichen Sender als Thematik aufgenommen werden könnte (ob Privatsender auch Kulturredaktionen haben, weiß ich nicht…). Nach meinem laienhaften Verständnis halte ich zum Beispiel auch Sven’s Seiten hier für gut geeignet, diese komplexe Thematik einer breiten Öffentlichkeit näher zu bringen. Es muss sich halt einfach ein entscheidungsbefugter Redakteursmensch finden, der ggfls. aus persönlicher Betroffenheit heraus das Potenzial dieses Themas erkennen kann.

            Jetzt bin ich neugierig, welche Idee Du hast…
            … Und vielen Dank für die Glückwünsche … ,-)

          • sanne sagt:

            Vielen Dank für Deine Einschätzung,

            Du hast recht, es ist im Endeffekt schwierig zu sagen, wo die zunehmenden „Probleme“ herkommen, ob das an Schule liegt, dem gesellschaftlichen Klima, etc., aber wenn man wenigstens an einer Stelle, z.B, in der Familie oder in der Schule, etwas Erleichterung für die Kinder schaffen kann, die dem ganzen Leistungsdruck mehr oder weniger hilflos ausgeliefert sind, dann wäre das auch ein Fortschritt, denke ich.

            Du hast mir mit Opferhilfe etc. echt gute Vorschläge gemacht, ich komm ja aus einer größeren Stadt, da muss es so einiges geben… darauf wäre ich wohl selbst nicht gekommen, ich kenn mich allgemein zu wenig aus, was die heutigen Möglichkeiten so betrifft.

            Das Jugendamt selbst scheint mir auch eher nicht geeignet dafür zu sein, also die Behörde, Du hast Recht, da geht es hauptsächlich nach Aktendeckeln, auch wenn es hin und wieder positive Ausnahmen wie in meinem Fall gab, ich hatte drei Leute von unterscheidlichen Stellen, darunter den Leiter vom JA, die auf meiner Seite waren (hat alles nichts gegen ihre Mutterrechte genutzt). Aber die Leute sind auch alle nicht mehr da. Ich wäre eher auf die Anlaufstellen für die Kinder zugegangen, beim JA, da wo die erste Konfrontation stattfindet, das ist allerdings nicht mehr die gleiche Stelle wie damals, es scheint, ich muss mich durch ein neues Dickicht wühlen, bis ich finde, was ich suche.

            Die Leute aus dem Heim wären jetzt meine erste Anlaufstelle gewesen, ich wollte ohnehin noch mal mit jemandem dort reden, ob sich im Nachhinein die Beurteilung über mich/meine Situation evtl. auch von selbst im Nachhinein geändert hat, das wäre ja möglich. Wenn es zu diesem Treffen kommt, würde ich eins dieser Bücher von Forward/Miller (gibt es Empfehlungen für selbst nicht vorbelastete Leute, die das dann besser erkennen lernen? Wo aber auch die Folgen thematisiert werden und die große Bedeutung der Trennung?) besorgen und unverbindlich schenken. Was die Leute dabei rausziehen für sich, ist natürlich ihnen überlassen, aber ich denke, dass sie im Alltag mit solchen Situationen konfrontiert sind, sie waren es bei mir, und diese dann evtl. ein bisschen besser verstehen/einschätzen können. Mehr kann ich im Heim auch nicht tun. Aber es ist die richtige Stelle, denke ich. Träger ist das Jugendamt.

            Die Privatisierung der Jugendfürsorge sehe ich mit großer Sorge. Fälle wie die Haasenburg, Friesenhof etc. habe ich mit großer Betroffenheit verfolgt, sah aber auch das immer noch als Einzelfallvon einzelnen bösen Trägern, mir fehlt da der Einblick inwieweit wirklich ausgelagert wird… Ich habe den Eindruck, zumindest in meiner Stadt ist das anders, auch wenn in einer der beiden Einrichtungen auch „einer von uns“ war. Wenn das ein größeres Problem ist, dann darf das so nicht stehen bleiben, wenn ich meinen Beitrag zu einem besseren Verständnis leisten kann, dann will ich das gerne tun.

            Im Grunde genommen denke ich wirklich, eine wesentliche Änderung wird erst dann erreicht, wenn „der Staat“ mit den Folgen seines Nichthandelns konfrontiert wird, wenn jemand auf Opferentschädigung klagt und Recht bekommt. Ein paar solche Urteile und es wird eine Gesetzesänderung geben, die es dem Jugendamt erleichtert, Kinder aus schädlichen Elternhäusern rauszunehmen, einfach, weil „der Staat“ kein Geld hat, dafür in Haftung genommen zu werden.

            Für Medien bin ich nicht gemacht, bin auch selbständig, muss schon ein bisschen aufpassen, wie ich mich in der Öffentlichkeit präsentiere,…

            Ja, mein Lehrer… er war u.a. diplomierter Psychologe, ich weiß nicht, ob er selbst vorbelastet war, er war ein grundanständiger Mensch, ein Humanist durch und durch, und er war auf jeden Fall ziemlich kenntnisreich. Wenn er mir zu verstehen gibt, dass meine Mutter ein bösartiger Narzisst ist, und sie so „behandeln“ kann, dann hat das Hand und Fuß, würde ich sagen, auch wenn es nie eine offizielle Diagnose bei ihr gab. Leider konnte ich mich nicht mehr bei ihm bedanken, das schmerzt mich immer noch, mehr, als mich die Trennung von meiner Mutter geschmerzt hat.

          • Frau Holle sagt:

            Hallo liebe sanne,
            … steter Tropfen höhlt den Stein … Welche Personen sind beteiligt am Aufwachsen von Kindern? Das sind Lehrkräfte, Kinderärzte, Kindertherapeuten, Eltern, Sozialpädagogen, Schulpsychologen, Schulcaches, Behördenmitarbeiter, Richter (die z. B. wider besseres Wissen auf Veranlassung meiner Mutter per richterlichem Beschluss meine Pflegeeltern gezwungen haben, mich alle 14 Tage ihr zu überlassen) – und nicht zuletzt auch ehrlich bemühte Eltern …

            Meine Idee der generalisierten Sensibilisierung setzt schon bei der Ausbildung dieser Personen an. Ich bin wie gesagt erst seit wenigen Wochen dabei, die vielen Infoquellen zu diesem Thema für mich zu sortieren – kann mir mit meinem äußerst beschränkten Wissenstand gar nicht anmaßen, irgendwem irgendwas empfehlen zu wollen. Demnächst habe ich die Gelegenheit, einen Lehrerausbilder an einer Ausbildungsschule sowie eine Schulpsychologin zu dieser Thematik anzusprechen, um zu erfahren, wie das Thema Narzissmus (und Co-Narzissmus!) im Studium behandelt wird…

            Für mich selbst als Laie kann ich mittlerweile sagen, dass mich die Bücher von Alice Miller sowie Francois Lelord bis jetzt am meisten berühren. H.P. Röhr (Wege aus der Abhängigkeit) erklärt Narzissmus und Abhängigkeit an Hand von Märchen (die wohl fast jeder kennt) – wobei ich persönlich Schwierigkeiten habe, die Aussage zu integrieren, dass am Ende einer guten Therapie immer das Verzeihen stehen sollte (zumindest dann, wenn damit die Misshandler gemeint sind, die ja nicht immer nur Narzissten sein müssen…). Und Sven’s e-Books soll es ja demnächst auch als Papierbücher geben… Dieses Thema betrifft so viele Menschen, dass es meiner Meinung nach auch unbedingt laienverständlich dargebracht sein sollte.

            Antisozial, liebe sanne, heißt in meinen Augen, ohne Rücksicht auf Verluste zu schädigen. Für mich ist jemand, der sich nicht um Konventionen schert noch lange nicht anti-sozial. Nach meinem Wissen haben Menschen mit dem Asperger-Syndrom Schwierigkeiten mit einer in sozialen Strukturen üblichen situativ angemessenen Kommunikation (sender- und empfängerbezogen), sie sind jedoch NICHT OHNE Gefühle und Gewissen – von jugendlichen Asperger-Autisten lernte ich zum Beispiel eine bedingungslose Ehrlichkeit und Klarheit in der Kommunikation …

            Du kannst mit tausend schönen Worten Danke SAGEN, aber nur einmal Danke TUN … Dein sensitiver Lehrer hat Dir den Freiraum geschaffen, Dich auf das Lernen zu konzentrieren, Dich somit nicht nur schulisch zu entwickeln. Ich bin sicher, dass er erlebt hat, wie Du diese Freiräume genutzt und unter Anderem den höchstmöglichen allgemeinbildenden Schulabschluss erreicht hast – glaub mir und erinnere Dich – er hat Deinen GELEBTEN Dank wahrgenommen…

          • sanne sagt:

            Liebe Frau Holle,

            vielen lieben Dank für den Einblick, den Du mir bereits verschafft hast durch Deine Antworten 🙂

            Ich denke, ich werde mal „Das Drama des Begabten Kindes“ besorgen, ich werde auch selbst einmal reinlesen, bevor ich es weitergebe, ich hoffe, dort ist nicht so sehr von Verzeihen als vielmehr – nach vielen anderen Schritten – von Loslassen und Erwachsen-werden die Rede. Ich weiß halt immer nicht, ob es funktioniert, Menschen den Zustand zu erklären, den sie i.d.R. noch nicht einmal wahrnehmen können (oder wollen). Oder ob sie akzeptieren können, schon soundso oft weggesehen zu haben, damit sie es in Zukunft anders machen können. Und mein Weg war schon sehr „individuell“. In vielem, was andere Betroffene von ihren Erlebnissen beschreiben, finde ich Ähnlichkeiten zu meiner Situation, aber die emotionalen Folgen sind für die meisten anderen doch ganz andere gewesen als für mich, insoweit war es gut, dass ich meine Aufarbeitung selbst zu einem Abschluß bringen konnte und dass es für andere die richtigen Bücher gibt. Ich bin da jetzt auch einfach mal nicht der „Maßstab“ 😉

            Das kommunikative Grundproblem – zumindest bei mir – ist, dass ich Subkontext (manipulative Kommunikation mit unausgesprochenen Aufforderungen) oft nicht wahrnehme und auch nicht anwenden kann, ich kann daher darauf oft nicht so (re)agieren, wie der derjenige, der diese Art von Kommunikation betreibt, es wohl erwartet. Ich denke, das ist das, was Du als ehrliche Kommunikation beschreibst. Eine Frage ist eine Frage und keine versteckte Aufforderung ohne Möglichkeit zur Widerrede. Eine Aussage ist eine Aussage, i.d.R. wortwörtlich gemeint oder aufgefasst. Die Tendenz, rhetorische Fragen zu beantworten habe ich auch heute noch. Es reicht auch leider nicht, wenn ich den Mechanismus zwar verstehe, aber nicht verinnerlichen kann, weil es gegen meine Persönlichkeit gerichtet ist, lügen z.B. Es gibt auch gewisse Charaktereigenschaften (die Pedanterie, das ewige Gedächtnis, die Unverrückbarkeit des Ich) die zumindest mir da zusätzliche Probleme bereiten können in einer nicht adäquaten Umgebung, das war bei mir verstärkt der Fall, leider. Ich habe auch generell ein eher technisches und weniger emotionales Verständnis meiner Umwelt, bei mir führt eine Ursache zur konsequenten Wirkung, ich selbst „funktioniere“ auch so, andere Menschen erscheinen mir oft sehr unberechenbar in ihren (Re)Aktionen, im Vergleich. Insbesondere Feigheit, Jammerlappigkeit, Neid, Opferhaltung, sich selbst aufgeben im Wesentlichen, kann ich echt nicht nachvollziehen, Mitleid kann ich schon empfinden, aber wenn es zu sehr beansprucht wird und ich den Eindruck gewinne, es geht nur ums Jammern und nicht ums blosse Ausheulen und dann evtl. auch Ändern der Situation, dann ändert sich das auch sehr schnell wieder. Und unter diesen Umständen war ausgerechnet eine narzisstische Mutter in meinen ersten Lebensjahren mein einziger Ansprechpartner, die meiste Zeit war ich wie im falschen Leben, wie Josef K. im Process.

            Mir fällt auch auf, dass sich viele Menschen recht unpräzise äussern oder Andeutungen machen, halbe Sätze, und sich trotzdem mehr oder weniger darauf verlassen können, dass die Bedeutung doch rüberkommt. Das habe ich erst mit 20 bemerkt, ich dachte vorher immer, die Leute sind so wirr und/oder reden aneinander vorbei ohne es zu merken oder sie sprechen doch ne andere Sprache? Ich muss dann nachfragen und fange an von Konnotationen von verschiedenen Worten in dieser grammatikalischen Position zu sprechen und merke nach 5 Minuten, dass der andere schon aufgegeben hat oder nur einen Witz machen wollte oder so etwas. Falscher Planet, irgendwie, manchmal, immer weniger, früher sehr oft. Narzissten nutzen ja genau diese mangelnde Präzision in der Sprache, um sich nicht festnageln zu lassen und ihre Realität jederzeit beugen/ändern zu können, die meisten anderen tun es, um die Kommunikation zu erleichtern. Beides läuft bei mir meist ins Leere.

            Mündliche Prüfungen, Bewerbungsgespräche mit Personalern (wir testen jetzt mal die „social skills“) und dgl. laufen i.d.R. nicht so toll für mich, für Kundenkontakt, wo man auch Small Talk führen muss, bin ich auch nicht so geeignet, ich dringe immer gleich zum Kern einer Angelegenheit vor und wenn ich zur Sache nichts zu sagen habe, schweige ich und ergehe mich nicht in blahblah… das ist für mich z.T. quälend, für den anderen sicherlich ebenso. Am Ende fühlen sich oft beide Seiten unverstanden 🙁

            Narzisstisch gestörte Personen dürften mich in erster Linie als unangenehm empfinden, die meisten von ihnen, mittlerweile auch meine Mutter, halten jedenfalls freiwillig Abstand zu mir, weil ich nicht gut lügen/schmeicheln kann, ich kann höchstens schweigen, Projektionen akzeptiere ich nicht bzw. werfe diese knallhart zurück. Ich bin für ihr falsches Selbstbild sehr gefährlich, weil ich die Person sehe und spiegele, die sie „sind“, nicht die, die sie darstellen wollen, da fehlt mir ja auch das halbe Bild. Ich empfinde diese Menschen als „leere Hüllen ihrer selbst“, lediglich gefüllt mit negativen Gefühlen, aber sie haben keine Persönlichkeit in dem Sinne, dass ich Zuneigung zu ihnen verspüren könnte, meistens gehen sie mir mit ihrer kindischen, oft auch aggressiven und generell einfach unreifen Art auf die Nerven, wenn ich sie überhaupt wahrnehme und nicht einfach ignoriere. Für mich sind Narzissten im Endeffekt alles mehr oder weniger perfekte Klone, Individualität/Persönlichkeit hat sich dort nie auch nur ansatzweise entwickelt, scheint mir.

            Interessanterweise ist Ironie/Sarkasmus und dgl. kein Problem für mich, ich neige auch zu einem eher trockenen oder beissenden Humor, aber als mir meine Mutter z.B. erzählte, dass sie gestürzt wäre und dass ihr fremde Leute geholfen hätten, verstand ich als Inhalt der Kommunikation die Tatsache, dass sie gestürzt ist und sagte ihr halt dann, dass sie besser aufpassen solle oder sich am Geländer festhalten, völlig unsarkastisch in diesem Fall. Sie hat es wohl auch nicht so aufgefasst, glücklicherweise, sonst hätte ich ein Trommelfell weniger nach dem Telefonat 😀

            In Strängen wie diesem habe ich nun gelernt, dass ich ihr voll Schuldgefühl und Sorge hätte zu Hilfe eilen müssen stattdessen, ohne dass sie mich explizit um Hilfe bitten müsste. Tja. Wer nicht fragen/bitten kann, bekommt keine Antwort von mir (und auch dann wäre die Antwort nein gewesen).

            Aber wie bereits gesagt, ich denke, dieses Kommunikationsproblem, das ich da habe, ist schon sehr speziell und nicht so sehr für die Aufarbeitung von dysfunktionalen Familienstrukturen geeignet, es kann aber z.T. als Erklärung dienen, warum gewisse Sachen bei mir speziell tatsächlich nicht funktioniert haben, nicht funktionieren konnten. Ich bin mir bei dieser Selbstdiagnose auch nicht hundertprozentig sicher und bin auch nicht so beeinträchtigt, dass ich eine echte Diagnose oder Hilfe bräuchte, von daher…

            Ja, mein Lehrer…

            Danke Frau Holle 🙂

          • Frau Holle sagt:

            Hallo sanne,

            nö – so hilfebedürftig wirken Deine Zeilen nicht auf mich – und besondere diagnostischen Fähigkeiten sind ja nicht wirklich gefordert worden – fand ich doch die einschlägigen Hinweise in Deinem Beitrag…,-)

            Heute hadere ich nicht mehr mit meiner Kindheit und Jugend – mittlerweile konnte ich diese Prägungen als Ressource integrieren – selbst erfahrene Gefühle und Situationen kann ich so bei anderen Menschen viel besser verstehen…

            Ja, ich bin von narzisstischen Eltern geprägt worden und hatte in der Folge narzisstische Partnerschaften – momentan sieht es so aus, dass ich aus diesen Erfahrungen entwicklungsmäßig Gewinn ziehe…

            Meinen Dank an Dich für diesen äußerst interessanten und informativen Austausch !

          • Sanne sagt:

            Liebe Frau Holle,

            ich möchte Dir auch herzlich für Deine Geschichte und unseren Austausch danken 🙂

            Trotz aller vermeintlicher Abgeklärtheit habe auch ich in den letzten Wochen, Tagen, auch in unserem Austausch, viele Dinge neu verstanden, z.T. allein dadurch, dass ich es niederschreiben durfte und dass es jemand gelesen UND verstanden hat (und dadurch, dass ich mein eigenes Problem endlich in Worte fassen und damit in einen Zusammenhang setzen konnte).

            Es tut auch mir unglaublich gut, mit anderen Menschen zu sprechen/schreiben, die endlich einmal nachvollziehen können, was ich bis jetzt doch überwiegend allein, „von allen unverstanden“, irgendwo tief innen drin mit mir herumschleppte. So wie ich z.B. zu Weihnachten in einer unglaublich netten Familie mit drinsitze und mich doch irgendwie – tief im Inneren – immer noch ein wenig fehl am Platz fühle und es gleichzeitig nicht glauben kann und glücklich bin und z.T. nur stumm dasitze und es geniesse…

            So traurig es ist, es ist doch irgendwie „schön“, nicht allein zu sein mit dieser Vergangenheit, vielleicht macht es das ein bisschen weniger ungerecht, zumindest für mich. Ich weiß, dass das egoistisch ist, aber irgendwie ist es so, auf eine sehr verdrehte Art und Weise.

            Ich muss meine Kommunikation nun vermehrt mit der Wirkung bei anderen abgleichen, in der Hoffnung, dass unbeabsichtigte Verletzungen/Fehlkommunikationen (gerade bei Narzissten), die von mir leider immer noch ausgehen, auch weniger werden, aber jetzt, wo ich weiß, wo das Problem liegt, kann ich den Prozess evtl. ein bisschen abkürzen. Auch für mich ist der Weg nicht zu Ende, aber er ist auch interessant und er wird ein Weg zu anderen Menschen sein, ich gehe ihn sehr gerne.

            Und Du wirst Deinen eigenen Weg zu Dir finden 🙂

            Du hast heute schon mehr Mut bewiesen, als ich jemals aufbringen musste, wenn Du Dich gefunden hast, wirst Du unbesiegbar sein 🙂

            Man kann es Menschen ansehen, die ihre Mitte gefunden haben oder ihr nahe sind, sie werden speziell für Narzissten langweilig, uninteressant oder unangenehm sein, früher hättest Du vielleicht kein Wort mit ihnen gewechselt, aber jetzt kannst Du sie erkennen und Du kannst sie mögen und sie können Dich mögen, weil Du Dich selbst magst und Dich nicht mehr verstellen musst.

            Ich wünsche Dir von Herzen alles Gute auf Deinem weiteren Weg 🙂

          • Sanne sagt:

            Entschuldigung, mir ist grad noch was aufgefallen, nämlich, woran man diese Menschen, die in sich selbst ruhen, bei denen man man selbst sein darf erkennt: Stille!

            Menschen, mit denen man auch mal Schweigen kann, die nicht jede Stille mit Blahblah ausfüllen müssen, sondern es ertragen oder geniessen, auch mal gemeinsam eine Stunde auf einen Fluß zu schauen, das sind Menschen, mit denen ich gerne zusammen bin. Kann sein, dass das auch wieder nur wg. meinem „Problem“ so ist, aber ich denke, sie sind eine große Teilmenge davon.

            So, jetzt bleib auch ich ruhig 🙂

      • Arianna sagt:

        Hallo Sanne,
        zum Thema Religion habe ich nur eine kurze Anmerkung.
        Es steht natürlich jedem frei, zu glauben oder nicht zu glauben, was er will. Religion jeder Art ist zu jeder Zeit immer wieder missbraucht worden; dass sie missbraucht wurde bedeutet meiner Ansicht nach nicht, dass sie automatisch wertlos ist. Das muss jeder selbst wissen – manchen spricht sie an, andere nicht.
        Das Problem mit gläubigen Menschen ist, dass sie von anderen, die ich jetzt mal als „Pseudo-Gläubige“ bezeichne, gern unter Druck gesetzt werden, z.B. mit dem Vierten Gebot. Ich wollte mit meinem Eintrag unten sagen, dass das Blödsinn ist und dass die Zehn Gebote durchaus ihren Sinn haben; man darf sie nur nicht für den eigenen Egoismus interpretieren. Sie sind Gebote, d.h. jeder sollte sich daran halten, nicht von anderen erwarten, dass sie sich daran halten. Wer den moralischen Zeigefinger erhebt ist nicht automatisch frei von jedem Fehler, das glauben diese Menschen nur gern, und lassen es auch andere gern glauben.
        In der Bibel steht auch deutlich, woran man böse Menschen erkennt; nirgendwo steht, dass man automatisch eine Ausnahme ist, nur weil man Kinder bekommen hat. Das möchte ich an dieser Stelle einmal ganz deutlich sagen.
        Religion ist in den letzten Jahrzehnten leider ziemlich „out“ geworden und ist ersetzt worden durch die „New Age“ Auffassung „All you need is love“; damit einher geht die Überzeugung, dass alle Mütter automatisch wundervolle, liebende Wesen sind und dass die Kinder nur bei den sie liebenden Müttern bleiben müssen, dann werde schon alles gut. Menschen wie wir wissen aber aus Erfahrung, dass oft genau das Gegenteil der Fall ist. Die christliche Religion hat nie behauptet, dass Liebe die Antwort auf alles ist; sie betont im Gegenteil, dass in jedem Menschen Böses ist und dass man lernen muss, diese bösen Anteile zu beherrschen. „Liebe“ ist keine Antwort, denn für seine eigenen bösen Anteile ist jeder Mensch selbst verantwortlich.
        Leider – wie Frau Holle ja auch erzählt – wird dieses Problem oft unterschätzt, die Eltern in jedem Fall hochgelobt und das Problem bei den Kindern gesucht; das Naheliegendste, nämlich bei den Eltern, die das Kind doch ernähren und kleiden usw. anzunehmen, dass diese ihre Kinder möglicherweise trotzdem nicht lieben sondern aufs Übelste benutzen, kommt auch Fachleuten nach wie vor nur selten in den Sinn, außer in wirklich harschen Fällen wie Prügel, sexuellem Missbrauch usw.
        Ich will hier, wie gesagt, niemanden bekehren: aber niemand sollte sich durch Pseudo-Religiosität einschüchtern lassen. Dazu ist wahre Religion nicht da. Meine sogenannte Mutter hat das früher auch oft gemacht; ich musste mich näher mit dem Thema beschäftigen, um zu begreifen, dass sie nicht wirklich religiös ist sondern dass ihre „Religiosität“ nur ein weiteres Druckmittel ist, das sie gern benutzt, weil viele sich nicht trauen, es zu hinterfragen.
        Ich bin nicht aus der Kirche ausgetreten und lehne nicht alles religiöse ab; ich bin nur kritischer geworden und übernehme nicht mehr alles kommentarlos. Religion kann sehr gut und hilfreich sein, wenn sie richtig aufgefasst wird; aber was auch immer diese narzisstisch gestörten Menschen berühren, sei es „Mutterliebe“, sei es „Religion“, wird automatisch zu Gift. Und das wirklich Schlimme ist, dass so viele andere, die an sich nicht gestört sind, sich einschüchtern lassen und ihnen glauben.
        Kurz: Religion an sich ist nicht das Problem. Sie wird nur zum Problem in den Händen dieser Menschen und ihrer – vielleicht gutmeinenden, aber eingeschüchterten – Helfer.

        • sanne sagt:

          Liebe Arianna,

          ich danke Dir für Deine Erklärung 🙂

          Ich selbst bin überhaupt nicht „bibelfest“ und könnte das nie so schön in diesem religiösen Zusammenhang erklären, daher habe ich es aus meinem zugegebenermassen materialistischen Weltbild heraus versucht, einfach auch, um eine andere Perspektive zu bieten, die nicht aus dem religiösen Kontext kommt.

          Es steht mir auch fern, Religion als solche schlecht machen zu wollen, ich sehe sehr wohl, dass sie vielen Menschen auch eine wertvolle Stütze sein kann, ich möchte das niemandem absprechen! Ich sehe aber auch, ebenso wie Du und wie Frau Holle, dass sie oft missbraucht wird, wenn das geschieht, sollte man das auch klar benennen, finde ich, denn diese z.T. auch in den Medien sehr präsenten „Pseudoreligiösen“ und ihre komischen Interpretationen bestimmen das Bild, das sich jemand wie ich, der sonst keinen Bezug dazu hat, von Religion an sich macht, natürlich auch ein Stück weit mit.

          Antiautoritäre Erziehung ist, denke ich, ein Thema, das mir persönlich schon wieder zu allgemein ist. Ich habe ja auoritäre Erziehung genossen, für mich war das genau das falsche. Speziell in meinem Fall (was wirklich sehr speziell ist, zugegeben), kommt man mit autoriärer Erziehung auch nicht weiter, entweder ich verstehe eine Regel, dann kann ich sie akzeptieren oder ich verstehe sie nicht, dann richte ich mich nicht danach, aus Prinzip. Das ich noch nicht straffällig geworden bin, zeigt nur, dass unsere Regeln im allgemeinen recht sinnvoll und logisch sind, ich stehe voll auf dem Boden des Grundgesetzes 🙂

          Aber ich denke, das ist das, was bei mir als „antisozial“ diagnostiziert wurde, es ist aber leider/glücklicherweise integraler Bestandteil meiner Persönlichkeit. Ich weiß nicht, ob das eine Erziehungsfrage war oder schon bei der Geburt angelegt war, ich habe einige Erinnerungen, die mir sagen, dass das immer schon so war. Stichwort Asperger. Die Moral von der Geschichte ist: Strafen helfen bei mir nicht, lösen Rebellion aus, das einzige, was bei mir hilft, ist respektvolles Miteinander, sonst Totalverweigerung. Ich kann und ich will das auch nicht ändern. Im Grunde hätte ich -mit meiner Störung- eine verlässliche, allerdings unbedingt antiautoritäre, Erziehung gebraucht, die mit meiner Mitarbeit auf gegenseitigem Respekt begründet erfolgen hätte müssen. Ich bin überzeugt, auch wenn andere Kinder diese „Störung“ nicht haben, ist eine solche Erziehungsarbeit auch mit „normalen“ Kindern möglich. Man muss Kinder nicht manipulieren oder bestrafen, ich denke wir alle alle bestrafen uns im Geiste selbst genug, wenn wir merken, dass wir unserer Umwelt Probleme bereiten. Wenn man nicht gerade ein Kind oder (schlimmer) einen Jugendlichen übermässig verhätschelt, dann sehe ich kein Problem darin. Grenzen muss und wird jedes Kind lernen, spätestens im Umgang mit anderen, Kinder sind recht gut im Grenzen setzen, eigentlich, sie sind nur (noch) schlecht darin, die Grenzen anderer zu respektieren, da muss man ansetzen in der Erziehung, denke ich.

          Mein Atheismus ist übrigens kein Produkt meiner Erziehung oder Rebellion, auch wenn er dadurch quasi gefestigt wurde, er war bei mir immer schon da. Insoweit möchte ich auch um Verständnis werben für Menschen, denen Religion einfach nicht zur Verfügung steht (so würde ich das für mich selbst beschreiben, ich habe einfach keinerlei Zugang dazu, auch wenn ich mich bemüht habe) und zeigen, dass man auch als Materialist nicht unbedingt ein schlechter Mensch sein muss 🙂

          • sanne sagt:

            Nachtrag: Der Absatz mit „Strafen führt bei mir zu Totalverweigerung“, dazu wollte ich noch anmerken, dass das zu dem Zeitpunkt war, wo ich mich von meiner Mutter noch nicht abgenabelt hatte.

            Ich habe natürlich auch mit der Zeit gelernt, dass Totalverweigerung nicht immer zum Ziel führt und dass es auch rhetorische Möglichkeiten gibt, Angriffe abzuwehren, aber solange ich noch nicht volljährig war, hatte ich ja nie die Möglichkeit zu gehen und da fühlt man sich dann auch schneller in die Ecke gedrängt und ich habe auf diesen Druck halt immer mit erhöhter Kampfbereitschaft und nicht mit Unterwerfung reagiert.

            Es ist heute noch so: ich kann mich letztendlich nicht unterwerfen, ich weiß nicht, wie andere Leute das schaffen, es ist mir ein echtes Rätsel. Wenn das von mir verlangt wird, dann entferne ich mich, das ist eine Situation, die ich anders nicht mehr auflösen kann. Wenn entfernen nicht geht, dann kämpfe ich. Unterwerfung ist keine Option für mich. Ich möchte aber umgekehrt auch niemanden unterwerfen, wenn mir jemand einmal sagt: „Ich will nicht“, gut dann nicht, kein Problem. Wenn ich sage, ich will nicht, versuchen die Leute, mich trotzdem zu überreden, meine Mutter hat das ja auch versucht, aber das geht nicht. Wenn ich nicht will, will ich nicht, man kann mich nicht überreden, locken, bestechen zu wollen. Und das finde ich eigentlich voll in Ordnung von mir, was daran „antisozial“ sein soll, erschliesst sich mich nicht 😉

        • Sanne sagt:

          Liebe Arianna,

          ich weiß nicht, inwieweit Du den Austausch zwischen Frau Holle und mir mitverfolgst, daher möchte ich Dir hier auch herzlich für Deine Geschichte und unseren Austausch danken und für die Zukunft alles Gute wünschen 🙂

          Alle Gedanken, die ich dort geäussert habe, darfst Du gern auch an Dich gerichtet wissen.

          Dir danke ich insbesondere für den Einblick in die Welt der Bibel, in den wenigen Zeilen, die Du dazu geschrieben hast, habe ich mehr Information erhalten als in über einem Jahrzehnt evangelischem Religionsunterricht!

          Ich denke, das ist der Unterschied zwischen den Menschen, die die Bibel – wie so vieles – nur für die eigenen Zwecke benutzen und denen, die sie eigentlich nicht bräuchten 😉

          Vielen Dank 🙂

      • Jasmin sagt:

        Vielen lieben Dank. Ist echt das Härteste einen klaren Schlussstrich zu ziehen, versuche es schon seit Jahren. Das es noch andere gibt, denen es so ergeht, ist zugleich tröstlich und traurig…. Danke, jedenfalls.

  11. Arianna sagt:

    „Cargo-Kult“ trifft es ziemlich gut 🙂 Und nicht nur Vampirgeschichten passen oft auf erschreckende Weise in dieses Bild: auch das Thema der Familienerbflüche. Ist irgendwie doch nicht ganz Aberglauben…
    @ Sanne
    Ich bewundere deinen Mut, ich habe es schwerer gehabt, da herauszukommen, obwohl meine Lage eigentlich weniger extrem war. Aber meine Mutter war immer gut zu mir, als ich klein war; irgendwie ist da doch noch Liebe für sie da, und daraus resultiert mein anhaltendes schlechtes Gewissen.
    Du hast recht, irgendwie sind diese Menschen nur zu bedauern, wenn man bedenkt, was sie auf ihr Gewissen geladen haben. Das wünscht man eigentlich niemandem. Und ihre Störung begann schon im Kindesalter, also bevor ihnen bewusst war, was da überhaupt geschieht. Wer weiß, was das alles für einen tieferen Sinn hat… Mein Mann sagt manchmal, „Das Leben jedes Menschen hat einen Sinn, und sei es auch nur als schlechtes Beispiel.“

    • sanne sagt:

      Liebe Arianna,

      ich denke, gerade, weil Du noch gute Erinnerungen an Deine Mutter hast, fällt es Dir schwer! Insoweit habe ich wirklich „Glück“ gehabt, dass der Hass meiner Mutter mir ggü. so präsent war, es gab für mich keinen Zweifel, sie ist mein Erzfeind, sie will mich „kaputtmachen“, meinen Willen brechen, ich habe in meinem Leben noch niemanden getroffen, der mich oder irgendjemanden so abgrundtief verabscheut hat, ohne sie wüsste ich nicht, was das ist, Hass, Ekel, Abscheu vor anderen Menschen. Ohne sie wüsste ich nicht, wie bösartig Menschen sein können. Aber dadurch bin ich innerlich ziemlich stark geworden und mir meiner selbst sehr bewusst und eben nicht so wie sie, sie war mein schlechtes Beispiel sozusagen, was mich sehr froh macht, wenn ich mir den Rest der Familie so anschaue.

      Zum Schluß war es der Mut der Verzweiflung, mir blieb wieder nichts nichts anderes übrig als darauf zu vertrauen, dass ich wenigstens nen Schlafplatz für die Nacht bekomme, keiner kann mich nach einer Nacht so dermassen hassen wie meine Mutter, also hatte ich eigentlich nichts zu verlieren. Ich habe die positiven Erfahrungen gesucht und versucht, die negativen Erfahrungen hinter mir zu lassen.

      Es ist wirklich nicht schön, wenn man in so eine Situation kommt, aber ich habe mir und meiner Menschenkenntnis auch vertrauen können, bin optimistisch geblieben…

      Leute, die mich überhaupt nicht kannten, haben mir einfach so geholfen, ohne zu wissen, was los ist, das war eine gute, aufbauende Erfahrung, eine die ich dringend gebraucht hatte und mir Freunde für’s Leben gebracht hat.

      Da ich zu dem Zeitpunkt volljährig war, konnte sie nichts machen. Ich war frei. Ich liebe dieses Gefühl, frei zu sein. Ab da gings aufwärts für mich.

      Ich wünsche euch allen hier, dass ihr diese „Dämonen“ der Vergangenheit abschütteln und in eine Zukunft aufbrechen könnt, in der ihr selbstbewusst und ohne falsche Schuldgefühle eure eigenen Entscheidungen trefft und euer eigenes Leben lebt. Es steht euch zu.

      In diesem Sinne: Guten Rutsch ins Neue Jahr 🙂

      • Arianna sagt:

        Na ja, gute Erinnerungen sind die eine Sache… Aber der Grund war rückblickend alles andere als gut.
        Ich fühlte als Kind mich in ihrer Gegenwart wohl und verstanden, eben weil sie die Reife eines Kindes hat. Mit meiner Großmutter ging es mir nicht anders.
        Das mag toll sein, so lange man klein ist; aber wenn man wächst und stärker wird als diese Frau als Bezugsperson, wird das Leben zu einem ständigen Kampf. Mutter und Tochter verstehen die Welt nicht mehr, sie wissen nicht, was ihre Beziehung so geändert hat. Die Tochter erkennt die Mutter auf einmal als dumm, eigensinnig und unselbständig, und die Mutter hält die Tochter für aufsässig, egoistisch oder sogar „gestört“, weil diese ihr nicht mehr so ganz gehört wie früher.
        Es ist irgendwie tragisch für beide Seiten, aber unvermeidbar. In einer „normalen“ Mutter-Tochter-Beziehung findet, denke ich, ein Abnabeln statt und beide Frauen begegnen einander auf Augenhöhe: bei einer narzisstisch gestörten Mutter muss die Tochter davon ausgehen, dass ihre Mutter stets alle Register ziehen wird, um sie wieder „klein“ zu machen. Da ist ein Kontaktabbruch oft die einzige Lösung, weil sie außerdem gern tratscht und sich „Verbündete“ sucht, indem sie die Tochter überall schlecht macht und somit isoliert.
        Wenn es sein muss, kann ich jedem Kind eines solchen Elternteils nur den Mut wünschen, die Trennung zu wollen und auch durchzuführen.
        In diesem Sinne – frohes Neues Jahr 🙂

  12. sanne sagt:

    Kann es sein, dass Narzissten (oder zumindest meine Mutter) unglaublich gute Lügner sind? Die meisten „normalen“ Leute zeigen über Körpersprache oder Mimik mehr oder weniger deutlich, in Abstufungen, dass das, was sie erzählen, nicht im Einklang mit ihrem Gefühl steht, meine Mutter konnte manchmal wahsinnig überzeugend lügen, ihre Körpersprache verrät nichts, der „Brustton der Überzeugung“ war echt, wenn auch manchmal in der Betonung und ständigen Wiederholung dann deutlich übertrieben. Redet sie es sich selbst ein dann?

    Wenn man nicht sicher weiß, dass diese Geschichten nicht stimmen, glaubt man sie, was mich selbst lange davon überzeugt hat, dass sie irgendwie Wahnvorstellungen haben muss, so wie Leute, die eine Madonna weinen sehen, nur sieht sie mich halt an der Nadel (ohne jede Einstichspur). Sie und ihr Körper scheinen in dem Moment im Einklang zu sein, so als ob sie selbst das wirklich glaubt in dem Moment, zwei Wochen später weiß sie dann, wieder sehr überzeugend, nichts mehr davon. Ich frage mich wirklich, wie das funktioniert, weiß man dazu etwas mehr, oder täuschte mich mein Eindruck damals oder war sie ein „Naturtalent“?

    • Arianna sagt:

      Hallo,
      vielleicht handelt es sich um Übertragung. Das habe ich mich schon bei deinem vorherigen Eintrag gefragt: es wäre interessant, zu erfahren, wie die Jugend deiner Mutter verlaufen ist – war / ist sie drogensüchtig, suizidal, Sektenmitglied, hatte sie Verhältnisse mit älteren Männern? Das würde einiges erklären. Ich glaube auch, dass meine eigene Mutter an mir viel von ihrem Selbsthass ausgelassen hat.
      Diese Menschen können, wissen und taugen nichts, und das wissen sie selbst. Sie können andere mit psychischem Druck dazu bringen, ihnen etwas zu geben bzw. sich um sie zu kümmern, aber selbst bekommen sie kaum etwas auf die Reihe und wenn, dann nur unter äußerster Anstrengung.
      Ich halte es für ein großes Problem, wenn Kinder nicht zu Selbstdisziplin erzogen werden (weil die Eltern angeblich „modern“, „antiautoritär“ sein wollen – sie wissen nicht, wie gefährlich das ist!) Solche Kinder wachsen zu unfähigen Manipulatoren auf, und das ist nicht nur für ihre Umwelt schlimm sondern auch für sich selbst; worauf sollten sie denn eine eigene Selbstachtung aufbauen, wenn sie nichts können, nichts schaffen, außer rumzuheulen, dass sich jemand gefälligst um sie kümmern soll? Das führt zu dieser Selbstablehnung, die sie dann gern mit Hilfe von Übertragung auf andere projizieren und an diesen auslassen.
      Ich würde gern einmal wissen, zu wem warst du denn ausgezogen, als sie dich körperlich bedroht hat? Ich wollte schon immer von meiner eigenen Mutter weg, aber ich wusste nicht wohin, und ich konnte auch zu keine Jugendamt etc., da sie mich rein psychisch fertig gemacht hat und ich bis heute nicht weiß, inwieweit sie meine Umwelt gegen mich aufgebracht hat. Ich weiß nur, dass ich sehr allein war, ich hatte zwar ein paar Freunde, aber ich nehme an, dass diese sie nicht störten, weil sie wusste, dass ihr diese nicht gefährlich werden konnten.

      • sanne sagt:

        Die Jugend meiner Mutter würde mich auch interessieren, sie erzählte ein paar ganz wenige Sachen, aber insgesamt eher unspektakuläre wie z.B. dass ihre Mutter sie in DDR trotzdem unbedingt evangelisch erziehen lassen wollte und das sie aber unbedingt das blaue Halstuch der Pioniere haben wollte, in allen Details ausgeschmückt, wie sie einmal das Halstuch heimlich übernommmen hatte an welcher Häuserecke sie dann getauscht hat, welcher Apfelbaum da stand etc., wie ihr ein Huhn angeblich das Kotelett vom Teller stahl, etc. diese Geschichten blieben über die Jahre, in denen sie sie mir erzählt hatte, weitestgehend konstant, aber nachfragen nach anderen Details löst Beleidigungen aus, als ob man ihre Geschichte anzweifeln würde. Ich weiß nicht, ob sie wahr sind.

        Es ist allgemein schwierig, ihren Geschichten von früher zu folgen, sie springt von einem Punkt zum anderen, lenkt ab und springt wieder zurück, sie fängt viele Sätze an und beendet sie nicht, sie wiederholt sich oft, etc. es ist wahnsinnig ermüdend, solchen Geschichten zuzuhören. Andere Geschichten aus ihrem Leben hat sie nicht, sie scheint kein eigenes Leben nach ihrem 18. Lebensjahr zu haben, „alles für die Kinder“. Wenn sie redet, dann schlecht über andere, auch über die Familie, was sie in der Zeitung gelesen hat, anderen Input hat sie nicht mehr. Und hin und wieder kommt dann, dass ich so schwach und so schwierig gewesen wäre, blah, blah, dann hab ich i.d.R. aufgelegt.

        So wie ich sie im Alltag wahrnahm, war sie eigentlich nicht sehr religiös, sie hat aber einen sehr kindlichen Gottglauben („der liebe Gott“ zu dem sie angeblich betete wg. mir), sie hat mich selbst auch nicht religiös erzogen, ich bin auch nicht getauft, aber sie hat größten Wert darauf gelegt, dass ich in der Schule in den Reli-Unterricht muss, obwohl ich nicht wollte.

        Ich denke mir schon, dass diese Geschichten irgendwie einen wahren Kern haben werden, aber wahrscheinlich sind es grösstenteils falsche Erinnerungen. Sie hatte wohl auch keine Freunde in ihrer Kindheit und Jugend, die Tante, die mich auch schlug, sei allein „vom Gerüst gefallen, Mutti war so in Sorge“ und sie hat ihre Behinderung genau dort, wo meine Mutter mich schlug, damit man die blauen Flecken nicht gleich sieht.

        Meinen Vater habe ich nie kennengelernt, ich weiß also nicht, wie er war, wie sie in der Partnerschaft war etc., ich glaube aber, sie hat im Grunde ihr ganzes Leben lang kein Interesse an sexuellem Kontakt gehabt, sondern nur, um es „mir zu zeigen“ oder wahlweise jemand anderem.

        Zu dem Fluchtpunkt: ich hatte das „Glück“, einen pädophilen Mann kennenzulernen (ja, genau so funktioniert das mit den Pädophilen und den Kindern, die nicht mehr wissen, wohin), der mich allerdings tatsächlich lange Zeit respektiert hat, er wollte was von mir, aber er hat mich in Ruhe gelassen und „mir Zeit gegeben“, als ihm das dann zu lange gedauert hatte, hat er mich, nachdem ich ihm den Fuß in die Fresse gehauen habe, rausgeschmissen. Sie hat ihn wohl noch angemacht :O

        Es ist mir zwar nichts passiert, aber meine Mutter wusste davon und hat es gedeckt, die ganze Zeit über, ebenso wie meine Schwester. Mir war damit klar, dass ich beiden nicht wichtig bin, mehr Beweise habe ich für mich nicht mehr gebraucht, ab da habe ich dann das Heim endgültig in Angriff genommen und angefangen in der Schule zu provozieren etc, damit das auffällt.

        Alles krass, irgendwie, aber ich wollte, ich musste da raus, ich habe nach jedem Strohalm gegriffen, ich hab echt alles versucht, was ich konnte. Und ich bin glücklicherweise echt gut rausgekommen aus der ganzen Geschichte, ich kann’s eigentlich selbst kaum glauben, meine Schwester hat’s hingegen nicht geschafft, sie ist genauso geworden wie unsere Mutter.

        • Arianna sagt:

          Ja, die Aussagen meiner Mutter widersprechen sich auch oft. Vor allem nach ihrer 2. Heirat hatte ich das Gefühl, dass sie ihr ganzes vorheriges Leben „umschreiben“ wollte, so, dass sie keinerlei Verantwortung mehr dafür hatte. Sie war jetzt erst recht nur noch das arme Opfer. Sie behauptet zwar, mich zu lieben… aber ich glaube, dass sie mich in Wirklichkeit hasst, weil ich sie an die Vergangenheit erinnere und sie meinen Verstand und meine Erinnerungen nicht so weit zerstören oder manipulieren konnte, bis ich nur noch ihre willenlose Puppe wurde („Ja, ja, du bist die Schönste, die Beste, die Liebste, du armes Opfer, du hast ja so recht“ etc.)
          Ich meine: wie ehrlich, glaubwürdig, reif, sozial, religiös o.ä. kann eine Frau sein, die behauptet, dass sie mich nur liebt, weil sie meine Mutter ist, denn ich hätte keine einzige liebenswerte Eigenschaft und hätte immer nur Böses getan?! Ich glaube, dass man die Gewissenlosigkeit und Grausamkeit dieser Menschen bei weitem unterschätzt. „Psychologische“ Ansätze neigen ja dazu, Täter zu entschuldigen und die Gründe für deren Verhalten in einer schwierigen Kindheit zu finden etc. Das mag zum Teil stimmen, aber darum darf man sie nicht entschuldigen! Das liefert ihnen nur ihre Opfer weiter aus und gibt ihnen einen Freibrief, andere zu ihren Opfern zu machen.
          In alten Vampirgeschichten finden sich oft erschreckende Parallelen! Und auch in der Bibel heißt es deutlich, man solle sich von bestimmten Menschen abwenden, das Böse nicht unterstützen, die eigene Seele schützen… daran ist oft mehr, als man denkt. Mein Fehler war der, dieser Frau viel zu sehr zu glauben und mich von ihr in ihre kranken Überzeugungen hineinziehen zu lassen. Sie scheint so lieb und nett… nur wenn man sie näher kennt, sieht man, dass das nur oberflächlich ist. Sie will das Vertrauen ihrer Mitmenschen erschleichen, um deren Seele aufzufressen. Das klingt jetzt sehr dramatisch und übertrieben, ist es aber nicht! Religion sowie unheimliche Geschichten und Legenden beschreiben dieses Phänomen oft viel exakter – und warnen entsprechend davor – als die Wissenschaft der Psychologie!

          • sanne sagt:

            Hallo Arianna,

            Zu den Vampirgeschichten: da gebe ich Dir uneingeschränkt recht, sowohl was die Situation mit solchen Menschen angeht, als auch die Konsequenzen, die man für sich persönlich dabei ziehen muss.

            Zur Psychologie: sicher wird gern „entschuldigt“ mit einer schlechten Kindheit und speziell vor Gericht scheinen bei ansonsten abgrundtief bösen Taten entsprechende Urteile z.T. extrem unverhältnismässig zu sein, ich denke auch nicht, dass ein Gericht der richtige Ort ist, um solche Sachen „abzuwägen“.

            Praktisch sehe ich hier aber auch, dass diese Personen für ihr Handeln insoweit nicht verantwortlich sind, als dass sie tatsächlich „so gemacht wurden“ und es nicht ihre Schuld ist, dass ihre Eltern auch so grausam gewesen sind, es war ihr einziger Schutz, nicht sie selbst zu werden sondern sich machen zu lassen, mit allen Folgen.

            Mir kommt allein der Gedanke daran so unglaublich grausam vor. Ich würde auch niemandem wünschen, in der Haut meiner Mutter zu stecken, mit all dem, was sie getan hat und nun mühevoll verdrängen muss.

            Meine ganze mir bekannte Familie ist so, es ist grausam mitanzusehen, wie eine Generation nach der anderen innerlich verfault geradezu, ich habe zwei noch als Kinder kennengelernt, und man möchte schreien: hört auf damit, ihr zerstört euch selbst, ihr braucht Hilfe, seht euch doch an, was ihr aus euch und euren Kindern macht, aber es bringt ja nichts, es hagelt nur Beleidigungen und Verleumdungen und alles wird geleugnet.

            Ich sehe eigentlich für diese Menschen behandlungstechnisch nur eine Option: das „falsche Selbst“ komplett zerstören und ein neues, echtes Selbst aufbauen, möglicherweise unter Drogeneinfluß (soweit ich das verstehe, hat nie ein echtes selbst existiert, es wurde im Keim erstickt sozusagen). Die Leute, die speziell zu letzterem in der Lage sind, kann man wahrscheinlich an einer Hand abzählen, zudem müsste der Narzisst sich erstmal in Behandlung begeben.

            All das ist extrem unwahrscheinlich.

            Was also tun ausser sich fernhalten?

          • sanne sagt:

            Dieser Narzissmus erinnert mich ehrlich gesagt ein bisschen an die Diskussion, ob die Erde sich um die Sonne dreht oder umgekehrt. Die mathematischen Berechnungen dieses Problems waren eindeutig, aber die Kirche hat sich lieber die abstrusesten Erklärungen für Phänomene wie Ebbe/Flut etc. ausgedacht und sie drakonisch durchgesetzt als die Realität zu akzeptieren.

            Meiner Meinung nach sind Narzissten zutiefst unglückliche (und oft auch bösartige) Kleinkinder in einer für sie ansonsten komplett unverständlichen Welt. Sie glauben, sie zu verstehen, kommen aber über Cargo-Kult eigentlich nicht hinaus.

      • sanne sagt:

        Mir fällt grad auf, du meinst wohl meinen zweiten Auszug? Da bin ich in einer relativ offenen Szene „rumgestolpert“, wo ich dann mal bei dem einen und mal bei dem anderen übernachten durfte, bis ich endlich eine Wohnung gefunden hatte. Ich war quasi obdachlos und von der Freundlichkeit mir fremder Menschen abhängig. Hat gut funktioniert 🙂

  13. sanne sagt:

    Ich sitz grad hier, arbeite meine Heimakten durch und kann somit, hoffentlich, mit dem Thema für mich bald abschliessen… evtl. erkennt sich der ein oder andere wieder, ich persönlich hoffe vorallem, dass die rechtlichen Möglichkeiten für Kinder besser sind, als zu meinen Zeiten. Ich bin seit 14 Jahren in einer stabilen und glücklichen Beziehung, in der über alles rational geredet werden kann.

    Ich habe noch gelegentlich Probleme mit plötzlichem Körperkontakt und halte mich nicht gern in geschlossenen Räumen auf, die nicht meiner Kontrolle unterliegen, aber ich denke, dass das Folgen der Misshandlungen sind und nicht unbedingt etwas mit der narzisstischen Störung meiner Mutter zu tun haben. Ich habe keine Kinder und möchte auch keine.

    Ich habe also auch eine derartige Mutter, kannte sowas damals natürlich auch gar nicht, wurde von ihr regelmässig verprügelt und habe eigentlich recht früh bemerkt, dass sie meine Umgebung zu meinem Nachteil manipuliert. Sie war alleinerziehend, ging Vollzeit arbeiten, also ging ich in Kindergarten und Hort. Überall, Kindergarten, Hort, Schule, wurde ich als „Satansbraten“ vorgestellt, meine 14 Jahre alte Schwester war „das goldene Kind“, sie war angeblich immer brav, blah, blah, ich wäre schwierig, rebellisch und ich würde wahnsinnig schnell blaue Flecken bekommen(!), was ich heute als Drohung ggü. den Erziehern verstehe, damals hab ich mich nur gewundert, was das soll und dass das gar nicht stimmt, aber es hatte Folgen: ich durfte nichts! Wenn andere Kinder spielen und rennen gingen, wurde ich von den Erziehern ausgesondert, ging ich trotzdem und schürfte mir mal ein Knie auf, bedrohte sie wieder die Erzieherinnen, so ging es überall, ich konnte nichts dagegen machen. Die Erzieherinnen konnten mich wegen ihr nicht leiden, ich begann, mich für sie zu schämen, weil sie sich nicht unter Kontrolle hat, so schien es mir damals.

    Sie drohte mir mehrmals mit Heim und dass sie telefoniert habe und in zwei Stunden Männer mich abholen würden, die mich dann einsperren und unter Drogen setzen würden, damit ich endlich gehorche. Dann sollte ich Koffer packen und warten, kam natürlich nie jemand oder nur meine Schwester, die dann stundenlang mit meiner Mutter redete und dann wieder ging, manchmal hat sie sich von mir verabschiedet.

    In der Schule habe ich dann endlich Hilfe beim Jugendamt gesucht, aber da ich keine Beweise/Zeugen hatte, und meine Schwester für meine Mutter gelogen hatte, konnte man mir nicht unmittelbar helfen, hat aber hinter den Kulissen alles daran gesetzt, mich aus ihrem Haushalt zu lösen, was damals leider nur mit ihrer Einwilligung ging und sie haben sie dann schließlich überredet. Im Zuge dessen (durch ein Gutachten, auf erste Behauptungen von ihr, ich sei schwererziebar und drogensüchtig) wurde bei mir eine Hochbegabung bei gleichzeitige „schwerer emotionaler Problematik mit Tendenz zur Überforderung im Elternhaus“ festgestell und dass das Verhältnis zwischen meiner Mutter und mir zerrüttet ist. Meine Mutter gab in der Familie mit der Hochbegabung an, ohne Ende (ich bin nach wie vor die einzige mit einem validen Hochschulabschluß in dieser Familie), allerdings wollte sie mich dann trotzdem in die Psychiatrie einweisen lassen, weil ich ja drogensüchtig sei.

    Ab dem Zeitpunkt, wo ich ins offene Heim gekommen bin, hat sie mit Anträgen und unter Ausnutzung ihres Sorgerechts Umgangsverbote ausgesprochen, ich durfte nicht rausgehen, nicht schwimmen, nicht reiten, keine Freunde besuchen oder haben und ansonsten sollen sie mich zwingen, mit ihr am Telefon zu sprechen und mich endlich in eine geschlossene Anstalt einweisen, da ich doch schwer drogensüchtig sei, Mitglied in einer Sekte und ihr gegenüber gewalttätig wahlweise suizidal, was alles erstunken und erlogen war. Ich wurde auf ihre Anweisung mehrmals in unangekündigten Tests überprüft, nichts nachgewiesen, auf die Sekte ging man gar nicht ein, so ein Blödsinn war das, aber alles immer mit der Ansage, wenn du jetzt nicht spurst, kommst du in die geschlossene (ich hätte zur Hauptschule gehen müssen, nichts gegen Hauptschule, aber ich wusste, die Befähigung rettet mich vor geschlossener Unterbringung, weil es damals das einzige Recht eines Kindes war, das auch gegen den Willen der Mutter durchgesetzt werden kann, deswegen war das echt wichtig).

    Dann kam noch ein Antrag bei Gericht auf geschlossene Unterbringung unter Wiederholung der abstrusen Behauptungen und trotz aller Beweise wurde ich wieder getestet und wieder und im Heim fand genau das statt, was ich im Kindergarten auch erlebt hatte: haben Erzieher sich über ihre teils merkwürdigen Anweisungen hinweggesetzt, wurden sie sofort angegangen und bedroht, so dass die Erzieher schliesslich meinem Freiheitsdrang und meinem Flehen nach Freiraum und Ruhe vor ihr überdrüssig wurden und selbst anfingen, darauf hinzuarbeiten, mich entweder gehorsam im Sinne meiner Mutter zu bekommen (also ohne soziale Kontakte) oder mich aus dem Heim zu entfernen. Im Gutachten hat der pychiatrische Gutachter meiner Mutter ihre Sorge um mich geglaubt, die erste Diagnose „schwere emotionale Problematik im Elternhaus“ in eine antisoziale Störung meinereiner umgedeutet und gefolgert, dass ich das Gymnasium eh nicht schaffen werde, auch die Hauptschule fraglich sei und somit sicherlich geeignet. Die Psychologin, die den zweiten Intelligenz- und Persönlichkeitstest mit mir machte, hat meine Intelligenz noch einmal bestätigt, es wurde festgestellt, dass ich offen, warmherzig emotional stabil und selbstbewusst bin (also genau das Gegenteil von dem, was meine Mutter schon immer über mich behauptet) und auch nicht drogenabhängig, vor allem sei wichtig, dass ich dringend einen zuverlässigen Menschen, dem ich vertrauen kann, bräuchte.

    Ich hatte glücklicherweise im Jugendamt zwei Betreuuer meines Falls, die sich sehr für mich eingesetzt haben, musste dann aber erkennen, dass ich meiner Mutter rechtlich einfach nicht auskomme, oder nicht ohne mir weiter zu schaden und bin dann wieder zu ihr zurück.

    Ich hab mich so gut wie möglich zusammengerissen und hatte vier Jahre lang keine Freunde, keine Unternehmungen oder Sport ausserhalb der Schule und war entsetzlich einsam. Ihr habe ich „Compliance“ vorgespielt und mich weiterhin dann unwissentlich wie ein „gutes Kind aus einem Misshandlungshaushalt“ verhalten, ich hatte kaum soziale Kontakte, habe mich sehr zurückgenommen und habe in der Öffentlichkeit meine Mutter idealisiert, sie sei die beste, ich würde sie sehr lieben. Alles, um mein Abi machen zu können.

    Seit meiner Volljährigkeit hat sie dann wieder die alten Verhaltensmuster gezeigt, aus dem Nichts heraus solange rumprovozieren, bis man streitet oder, wenn ich gegangen bin, mir hinterherlaufen, weiterkeifen… ich begann, im Freien zu lernen, auch im Winter.

    Sie brachte dann einen älteren Mann mit, der mich pausenlos anmachte und auch angegrabbelt hat, was ich natürlich brüsk zurückwies, sie meinte, dass ich doch auf ältere Männer stehen würde(? das war neu!) und ich könne ja ausziehen. Von unserer Abmachung, dass ich mein Abi in Ruhe machen könne, war keine Rede mehr.

    Sie lud meine Tante ein, erzählte ihr wohl von den Lügen, die sie Jahre vorher allen vom Jugendamt erzählt hatte, dass ich sie geschlagen hätte, und ließ mich dann bei abgeschlossener Tür in ihrem Beisein von ihr verprügeln.

    Zwei Wochen vor den ersten Abiprüfungen griff sie mich mit einem Messer an, ich bin dann ausgezogen und habe mich jahrelang nicht gemeldet. Sie hat den Kontakt aufgenommen, aber da ich zu ihr tatsächlich seit langem keinerlei Gefühle habe, habe ich kein Problem damit gehabt, sie zum einen auf Abstand zu halten und sie auch hin und wieder zu testen, ob sie vielleicht doch ein schlechtes Gewissen hat. Nein, hat sie nicht, sie leugnet alles oder versucht, zu behaupten, was ich in den Akten von ihrer Schreibmaschine mit ihrer Unterschrift versehen gesehen habe, hätten andere gesagt und sie wollte immer nur mein bestes.

    Ich hatte das Glück, in der Schule hervorragende Lehrer zu haben, einer von ihnen hat dann im Ethik-Unterricht das Thema „Kindesmisshandlung“ und in dem Zusammenhang über narzisstische Mütter gesprochen, ich habe dort fast angefangen zu heulen. Seitdem kann ich dem Kind einen Namen geben, ich weiß seitdem sicher, dass es auch objektiv ein wirklich fundamentales Unrecht war, was meine Mutter mir angetan hat, dass ich das nicht nur subjektiv empfunden habe, was allerdings auch mein großes Glück war, ich weiß ja im Grunde, seit ich vier bin, dass meine Mutter mich hasst, ich hab ja auch den Blick in den Augen gesehen, wenn sie wieder ausgeholt hat, den vor Ekel und Verachtung verzerrten Mund, den Speichel, der Fäden zog vor lauter Wut und Kontrollverlust. Wenn ich davon ein Foto gehabt hätte, hätte mir jeder sofort geglaubt, so waren alle, auch wenn die meisten gemerkt haben, dass mir ihr wirklich was nicht stimmt, immer die Sorge um mich abgekauft und so war ich hilflos.

    Mir hat es den „Vorteil“ gebracht, dass ich manipulative Menschen mittlerweile innerhalb von einem Augenblick erkennen kann und entsprechende Strategien entwickeln kann bzw. mich ganz aus der Situation entfernen. Ich habe mit solchen Leuten nichts zu tun.

    Nachdem ich mit den Heimakten alles schwarz auf weiß habe, habe ich kein Interesse mehr an ihr und mittlerweile den Kontakt abgebrochen wie ich auch den Kontakt zum Rest meiner „Familie“ abgebrochen habe. Mehr kann ich, denke ich, nicht mehr dazu erfahren, ob sie ihre Störung behandeln lässt oder nicht, ist mir wurscht, weil das ihr Problem ist. Rechtlich gesehen ist es so, dass ich meinen Freund nicht heiraten „kann“, weil ich ihr im Falle einer Pflegebedürftigkeit keinen Zugriff auf sein Vermögen/Gehalt/was auch immer geben will, also sie beeinflusst mein Leben auch heute noch. Aber damit können wir leben 🙂

    • Arianna sagt:

      Hallo Sanne,
      wenn ich das so lese, werde ich für meine eigene Mutter fast dankbar… Sie war zwar schlimm, aber nie so extrem wie deine! Obwohl das den Nachteil hat, dass ich immer noch ein wenig Schuldgefühle ihr gegenüber habe, denn sie konnte auch durchaus nett sein (so lange sie glaubte, einen unter Kontrolle zu haben).
      Ich konnte den Kontakt zum Glück rechtlich unterbinden, nachdem ich erfahren habe, dass sie mich bei meiner ehemaligen Vermieterin – zum Glück war ich ein paar Monate vorher umgezogen – und meinem Arbeitgeber als psychisch krank diffamieren wollte. Ich bin seitdem „untergetaucht“ und genieße so viel Frieden wie noch nie… Ich bin auch schon lange in einer glücklichen Beziehung, habe aber keinerlei Kinderwunsch.
      Geschichten wie deine bestärken mich, denn sie zeigen, wie weit solche Frauen gehen können, um ihr Kind zu versklaven und zu quälen. Meine eigene Mutter war zwar nicht so schlimm, aber das war reines Glück. In den Ansätzen haben unsere Mütter eine sehr ähnliche Lebenseinstellung. Ewig diese Behauptung von Liebe und dass sie nur unser bestes wollten… in Wirklichkeit hassen und beneiden sie uns. Erschreckend! Ich hoffe nur, dass dieses Thema endlich bekannter wird und dass Ärzte, Lehrer, Psychologen usw. dieses Thema mindestens genauso wichtig nehmen wie sexuellen Missbrauch. Auch die rechtlichen / juristischen Grundlagen gehören meiner Ansicht nach gründlich überholt.

      • sanne sagt:

        Danke für Dein Verständnis 🙂

        Meine neueste Info ist, dass Kinder bei Gewalt, auch wenn sie nicht bewiesen werden kann, sicherheitshalber erstmal rausgeholt werden, das wäre schon mal sehr gut, ich habe mehr als ein Jahr auf Hilfe warten müssen. Meine Mutter hat natürlich gedacht, wenn da keiner reagiert, kann sie machen, was sie will und hat das boshaft ausgenutzt.

        Was mich halt insgesamt so irritiert und damls auch sehr irritiert hat, ist, dass den geschulten Pädagogen im Heim anscheinend schon die richtigen „Stichworte“ aufgefallen sind, sie waren sich des Problems eigentlich bewusst, sie liessen sich dann aber trotzdem von ihr manipulieren und zwar, obwohl meine Mutter ziemlich primitiv ist und für mich dieser „Riss in der liebenden Fassade“ auch im Alltag für mich offensichtlich war. Evtl. war einer der Erzieher auch Narzist und ist sofort unterbewusst auf ihren Rachetrip gegen den Sündenbock angesprungen? Informationen dazu hätt ich mir aus den Akten erhofft, waren aber leider nicht drin.

        Welche „liebende Mutter“ will ihr hochbegabtes Kind nicht beschulen sondern psychiatrisieren lassen??? Aber das wurde halt mit einer Art „übermächtigen“ Sorge erklärt dann 🙁
        Aber selbst wenn: welcher normale Mensch würde meine Mutter unterstützen?

        Mir persönlich fällt es auch auf, wenn Mütter in der Öffentlichkeit überbetont liebvoll sind, war meine auch, mich gruselts dann, hoffe dann aber immer, dass das nur mir so vorkommt und dass alles ok ist.

    • Frau Holle sagt:

      Liebe Sanne, wenn ich Deinen Beitrag lese, kommen mir so viele Gedanken und Erinnerungen hoch. Bis heute dachte ich, meine Mutter wäre depressiv. Ich lese hier so viel verwirrende Ähnlichkeiten – Egal, was ich auch anpackte – alles boykottierte sie – vordergründig äußerst liebevoll besorgt um mich – hintenrum hat sie meinen älteren Bruder die Drecksarbeit machen lassen. Bis ich mit 18 ausgezogen bin, hat er mich verprügelt, gedemütigt und missbraucht, … meine manipulative Schwester spielte den beiden in die Hände. Ich musste mich auch ruhig verhalten, wenn mein jüngerer Bruder mich oft anfasste – immer saß Mutter leidend in ihrem Bett (nein – sie thronte…) – ich musste stillhalten und alles erdulden, denn sie sollte ja nicht wegen mir sterben (wenn ich nach Vorfällen aus der Schule nach Hause kamen wusste ich nie, was mich erwartete – es dröhnte schwere klassische Musik durchs Haus und sie lag leidend im Bett…) Wir mussten sie dann wieder aufpäppeln bis alles wieder gut war…
      Diese Ohnmacht, diese Lähmung – genau das gleiche Gefühl, als meine Partner mir erklärten, dass sie mir gerade wehtun, weil sie mich ja lieben und das für sie selbstverständlich zu einer Partnerschaft dazugehöre…
      Als ich ca. 4 war, hat Mutter mir das erste Mal gesagt, dass ich in’s Heim komme, wenn ich mich nicht benehme – ungefähr zu dieser Zeit fingen meine Panikattacken an – manchmal habe ich mich unters Bett gelegt, um mich irgendwo festzuhalten, mich zu arretieren, um nicht wegzufliegen. Als ich ca. 6 Jahre alt war, verprügelte mein Bruder mich das erste Mal mit einer alten Radfelge – wie sie meinen Jochbeinbruch dem Kinderarzt erklärte, weiß ich nicht, er fragte nicht, sie war ja so besorgt um mich, ich war so ein wildes Kind… Sie gab mir Hustensaft als Durstlöscher zu trinken – und beschäftigte anschließend die halbe Notaufnahme des Krankenhauses mit ihrer Sorge um mich … Mit 9 hat sie mir das erste Mal einen ihrer Lover in’s Bad geschickt, als ich in der Wanne lag – später erzählte sie mir, wie ihren Männern meine körperlichen Eigenschaften gefallen würden… Dass mich keiner dieser Männer je angefasst hat, verdanke ich wohl dem Umstand, dass keiner von ihnen Interesse an Kindern hatte… Weiß das alles nur aus ihren Erzählungen – warum erzählt sie sowas??
      War so voller Wut, die sich explosionsartig böse entlud, nachdem mich andere Schulkinder monatelang drangsaliert hatten – Ja – auch ich sollte deshalb dann in eine Sonderschule kommen, eine Lehrerin hat das verhindert, so dass ich 1 Schuljahr dann einzeln über‘s Jugendamt beschult werden musste, weil mich nach 2 Rauswürfen keine weitere Hauptschule mehr aufnehmen wollte – auch hier fragte niemand – ich war halt verhaltensauffällig, ein schwieriges Kind eben.
      Der pensionierte Privatlehrer war der erste Mensch in meinem Leben, der genauer hinsah, mir wurde gelehrt, meinen Verstand zu schulen und ihn als Schutz zu nutzen. Ich begann, mich in eine Scheinwelt zu lesen – verschlang jedes über mehrere Büchereien greifbare pädagogisch wertvolle Buch. Prügel, Missbrauch, Einsamkeit, Angst, Verwirrung ertrug ich halt – solange ich immer in meine gedruckte Scheinwelt – MEINE HEIMAT – abtauchen konnte – hier war alles gut, klar und freundlich – hier fühlte ich mich sicher und geborgen – hier konnte ich sein – weich und durchlässig…

      Ich musste wieder zur Schule, täglich 4 Stunden pendeln in ein anderes Bundesland – nicht änderte sich – aber ich hatte ja meine Bücher – in der Schule diskutierte ich mit dem Physiklehrer über Phänomene und Formeln während ich von den Klassenkameraden mit bemalten Tampons beworfen wurde … Kam mit meiner Umwelt immer weniger zurecht, so dass ich noch tiefer in meiner Virtualität verschwand.
      Eines Tages – meine Mutter wollte noch weiter rausziehen (wir wohnten stets am Arm der Welt auf dem Land – jedes Jahr ein Umzug, neue Schule – neue Bewährung, neues Scheitern…) – meine Büchereien, meine Scheinwelt, meine Heimat waren gefährdet – bin ich untergetaucht beim Vater einer Klassenkameradin. Nach einer Woche setzte der mich wieder zu Hause ab, niemand fragte, nur ein paar Ohrfeigen… Zur Abtreibung meines Kindes wurde ich dann nach Frankreich gebracht – da war ich knapp 15 – aber wir zogen zunächst nicht um, meine Bücher, MEINE WELT blieben mir…

      Über die Jahre arrangierte ich mich mit der Situation – kam mit der Zeit dem Idealbild meines Vaters immer näher – ein körperloses angepasstes Geistwesen, den Kategorischen Imperativ inhalierend – und ich hatte unendlich Angst …

      Gefühlsbetonte reale Situationen verunsichern mich heute – größere Nähe zu anderen Menschen kann ich nur auf beruflicher funktionaler Ebene zulassen – wenn ich viel AUS MIR HERAUS GEBE, brauche ich nur wenig HEREINLASSEN…

      Ich bin mir nicht sicher, ob ich meine Eltern – insbesondere meine Mutter – als narzisstisch klassifizieren könnte – dazu müsste ich sie ganz nah an mich heran lassen – ob ich DAS wirklich ertragen kann, weiß ich nicht… es tut zu weh…

      • sanne sagt:

        Liebe Frau Holle,

        Deine Geschichte klingt auch sehr krass und hoffe, Du findest Deinen Weg zu einem glücklicheren Leben.

        Mir hat ein totaler Kontaktabbruch sehr gut getan. Ich habe mich schon lange damit abgefunden, dass ich meine Mutter nicht erreichen kann. Dafür müsste ich ihr etwas wert sein, da ich das nicht bin, habe ich grundsätzlich keinen „Hebel“. Und wenn das nicht geht, dann ist ein weiterer Kontakt eben nur eine Last. Wenn Du merkst, dass Dir der Kontakt nicht guttut, dann lass es lieber, es ist im Zweifelsfall nicht so wichtig, was sie hat, du kannst ihr nicht helfen, wenn es dir nicht gut geht, so oder so.

        Bei einfachen Telefonaten kannst Du versuchen, bestimmte Themen anzusprechen (auf die sie emotional reagieren würde) und schauen, wie sie tatsächlich reagiert, nicht als emotionaler Zuhörer, sondern eher aus der Sicht des Wissenschaftlers, so mit Checkliste. Mir haben die typ. Formulierungen dieser Seite sehr geholfen, denn ich habe diese 1:1 als Zitate aus Gesprächen mit meiner Mutter in den Akten, mir fällt auch auf, dass ich selbst solche Formilierungen grundsätzlich nicht verwende, weil ich sie als respektlos emfinde, damit war die Sache -für mich jedenfalls- klar.

        Was ich besonders gut verstehe, ist Deine Liebe zu Büchern, das ist bei mir genauso. Ich wusste es, es gibt sie, die Menschen, wie Michael Ende, Erich Kästner, Moers,… die guten Menschen, die solche Bücher schreiben, nur nicht aufgeben!

        Evtl. ist eine gute Idee für die Leute hier, die Kinder bei narzisstischen Elternteilen haben, solche Bücher zu kaufen. Die Narzissten selbst verstehen sie, glaube ich, nicht (meine Mutter kann z.B. mit der unendlichen Geschichte nicht viel anfangen, beim Film achtete sie auch nur auf die Kleidung der Schauspieler, nicht den Inhalt) und den Kindern können sie den Verstand retten.

        • Frau Holle sagt:

          Hallo liebe sanne,
          also ich sitze staunend vor Deinen Beiträgen und denke – das kommt mir so bekannt vor – krass – Dir herzlichen Dank dafür ! 
          Diese merkwürdige Pseudo-Authentizität – diese verzerrte Wahrnehmung und Wiedergabe – Bei Nachfragen hysterisches Rumgeheule und Verleugnen… Was soll‘s – Weißt, der eigentliche Anlass – mein narzisstischer Expartner – ist schon längst Geschichte – dem, was er in Bewegung gebracht hat, will ich mich stellen – irgendwie wurschtel ich mich halt da durch – ich lese, recherchiere und schreibe sehr viel dieser Tage – das tut gut …

          Mit der Kontaktsperre hast Du absolut recht! Vor einigen Jahren bin ich ans andere Ende der Republik gezogen, um wenigstens geografisch aus dem familiären Dunstkreis rauszukommen. Tja – und genau wie Du schreibst – eines Tages habe ich bemerkt, dass es mir ohne diese belastenden Kontakte wesentlich besser ging. Das hat auch gar nichts mit Verdrängung zu tun – brauchte nur einfach nicht mehr initiativ zu werden, so dass seit Jahren absolute Funkstille herrscht – ganz unspektakulär. Und das ist gut so – vermisse nichts.

          Die Sache mit den Büchern halte ich mittlerweile für tückisch – einerseits schützt die Identifikation mit den Protagonisten wie ein Schutzhelm – andererseits existieren bei den fast immer hilfreich, edel und heldenhaft skizzierten Figuren „dunkle“ Gefühle wie Wut, Aggression, Abscheu etc. kaum, die ja beim narzisstischen Missbrauch so quälend entstehen und nicht abgearbeitet werden können. Heute stolpere ich häufig über meine naive, gutgläubige Weltsicht, während mir die Praxis des Umgangs mit negativen Gefühlen und deren Integration fehlt. Diese „Prägung“ – die nichtgelebten und verdrängten negativen Gefühle bringt mich immer wieder in Verlegenheit, ich weiß dann ganz oft einfach nicht, wie ich mich angemessen verhalten soll, habe auch zu tun mit somatisierten Beschwerden. Also unterdrücke ich die authentischen negativen Empfindungen und werde so zum gefundenen Fressen für jeden hergelaufenen Narzissten!
          So – da haben wir ihn wieder – den Teufelskreis …

          Die Dimension des Übels, welches narzisstische Eltern anrichten, ist meiner Meinung nach weit größer! Die einzige Möglichkeit, Kinder zu schützen könnte sein, ihre eigenen kindlichen Gefühle und Wahrnehmungen zu stärken und wohlwollend zu reflektieren (positive wie negative) – aus sich selbst heraus – nicht über Identifikation mit fremden, unvollständigen Charakteren aus Medien – das verschleppt die schädlichen Muster leider bis ins Erwachsenenalter. Die Konsequenz allerdings ist, dass dann die narzisstischen Attacken der Eltern noch ärger werden – denn diese können in ihrer Selbstherrlichkeit keine emotional kompetenten und starken Kinder neben sich tolerieren. Und irgendwann haben viele Kinder keine Kraft mehr – weil sie abhängig sind und ihnen eh keiner glaubt…

          Eine Freundin von mir erzieht ihre Kinder in großer Aufrichtigkeit und Wärme – trotz prekärer familiärer Rahmenbedingungen (Alleinerziehend, wenig Geld etc.). Auch, wenn es sie manchmal an ihre Grenzen bringt – ihr Credo ist: Miteinander offen reden. Es ist faszinierend zu sehen und zu spüren, wie sie ihre Kinder an ihre eigenen Ressourcen heranführt – sie motiviert, ihre eigenen Fähigkeiten zu erkennen und weiterzuentwickeln, ihren Wahrnehmungen und Gefühlen zu trauen und zu vertrauen – das sind zugewandte, starke, solidarische Kinder, die, ohne sich zu verlieren, weitergeben an andere Kinder, denen es nicht so gut geht … Hach Mensch – warum gibt es so was so selten?

          • sanne sagt:

            Liebe Frau Holle,

            ich gebe Dir recht, was die Wahl der Medien betrifft und ich spreche sicherlich nicht von Batman oder dergleichen, sondern eher von Calvin und Hobbes und nicht so sehr vom Herr der Ringe sondern eher von der unendlichen Geschichte oder Latte Igel, wenn Du verstehst, was ich meine?

            Der Punkt ist, denke ich, dass zum einen eine positive Entwicklung durch Überwindung von Entscheidungskonflikten dargestellt wird, wobei die Entscheidung für die „gute Tat“ oder die Selbsterkenntnis subjektiv u.U. sogar schmerzhafter sein kann, allerdings (erst später) positive Folgen hat bzw. haben kann. Ein Held, der immer schon gut war und keine negativen Folgen befürchten muss, ist ja auch langweilig.

            Ggf. wird sich das Verhältnis zwischen Kind und Eltern dann verschlechtern, aber wenn ein gutes Verhältnis nur um den Preis der psychischen Gesundheit des Kindes zu haben ist, dann ist der Preis evtl. ein bisschen zu hoch?

            Wichtiger ist, denke ich, dass das Kind selbst erkennen lernt, welcher Erwachsene ihm wirklich wohlgesonnen ist und das Verhältnis mit einer schwierigen Mutter ist leichter zu brechen als das mit einer, von der man überzeugt ist, dass sie einen liebt, mal ganz pragmatisch gesehen.

            Allgemein bedauere ich das mangelnde Bewusstsein bei den Jugendhilfebehörden sehr.

          • Arianna sagt:

            Hallo Frau Holle,
            das kommt mir alles sehr bekannt vor: die Angst vor zu großer emotionaler Nähe, das Abtauchen in Büchern und anderen Geschichten… Ich kämpfe auch immer noch mit beidem.
            Meinem Vater ging es so ähnlich, er wurde von seinem eigenen Vater oft geschlagen und er hat sich sehr früh in seinen Kopf „zurückgezogen“. Mit dem Resultat, dass er bis heute hohe Erwartungen an seine Mitmenschen hat, u.a. an mich; ich bin nun mal nicht die „perfekte Tochter“ und fühle ständig, dass ich ihn enttäuscht habe. Darum bin ich auch nicht zu ihm geflohen, als ich langsam gemerkt habe, dass mit meiner Mutter etwas nicht stimmt – ich konnte ihm einfach nicht genug vertrauen. (Obwohl er sicher das kleinere Übel gewesen wäre, im Nachhinein betrachtet.) Und was musste er sich für eine Frau aussuchen, i.e. meine Mutter? Ebenfalls eine Missbraucherin, auch wenn sie ihn psychisch und nicht physisch gequält hat. Ein Teufelskreis…

  14. eve sagt:

    Ich weiss einfach nicht mehr weiter… Ich habe zuhause eine Mutter, die das leibhaftige oberste Bild einer Narzistin darstellt. Ich wäre schon längst weggerannt, wenn nicht mein pflegebed. Vater wäre. Breche ich den Kontakt ab so sehe ich auch ihn nicht wieder und ich kann und will ihn nicht alleine lassen. Doch meine Mutter treibt mich an den Rad des Absturzes. Ich bin 31, man muss sich das mal vorstellen und ich habe keine Chance. Wisst ihr warum? Weil ich ihr im Endeffekt egal bin. Narzisten sind nicht zu Mitgefühl fähig. Ich schon. Also, wer zieht den Kürzeren!? 10 Jahre habe ich kostenlos deren Firma geführt. Bin somit finanziell abhängig gemacht worden, und das alles nur, weil ich helfen wollte. Ich bereue alles, aber man muss sagen, früher hatte ich auch die Erkenntnis noch nicht. Ich versuche nun, Dinge zu ändern um einen eigenen Weg einzuschlagen, doch es geht alles sehr langsam auf Grund der vielen Umstände die dran hängen. Und es bedeutet Entwürdigung, das Verhalten der Mutter über sich ergehen zu lassen.‎ Sie weiss dass ich nicht von heute auf morgen abhaue, also hat sie die Macht. Jede Schuld, dreht sie so, dass man natürlich selbst Schuld hat. Die Sätze „wenn du das so siehst u.ä. sind Standart. Mit ihr diskutieren? Niemals. Dann verlässt sie den Raum. Sie versteht einfach nichts, und WILL es auch nicht!!!!!

    • Arianna sagt:

      Hallo,
      was die finanzielle Seite betrifft: vielleicht mal rechtliche Hilfe einschalten? Ich kenne mich da nicht so aus, aber ein Gespräch mit einem Anwalt könnte ggf. helfen.

  15. Alex sagt:

    Ich werde nie verstehen können, wie man sein eigenes Kind so für seine Zwecke instrumentalisieren kann. Meine Ex hat mir, 2 Anderen plus ihrem Ex-Mann immer die gleichen Bilder der Kleinen aus der Kur geschickt.

    Am Anfang der Beziehung meinte sie „Wenn mein Kind meinen Partner nicht akzeptiert, hat die ganze Bez keinen Sinn!“ Logisch und verständlich.
    Nur habe ich jetzt verstanden, dass es ihr am Ende vollkommen egal ist, denn es geht hier nur um sie und sonst nix.
    Sie „benutzt“ ihr Kind für ihre Zwecke, um die Kerle zu halten oder wieder zu locken; hat bei mir immer sehr gut geklappt da ich die Kleine geliebt habe.
    Wie oft hat sie zu mir gesagt „Die Kleine liebt dich abgöttisch“, „Die Kleine fragt als nach dir“, „Die Kleine will nicht ohne dich in den Tierpark“, etc und das glaube ich ihr auch. Die Kleine und ich haben uns so toll verstanden, das war unglaublich. Selbst ihre Eltern waren mehr als überrascht. Und grad sowas sollte doch für eine Alleinerziehende eigentlich mit das wichtigste sein, oder sehe ich das falsch?
    Aber nein, das genügt der Narzisstin nicht, den die will ja nicht „den“ einen Partner für’s Leben, sondern immer wieder hören „Du bist so toll und unwiderstehlich!“ Und da ist ihr jedes Mittel Recht, auch das eigene Kind.
    Ich würde so gern mal in ihren Kopf schauen und da mal richtig aufräumen. Merkt Sie nicht, dass sie ihr Kind genau zu ihrem abbild erzieht? Die Kleine bekommt jeden neuen Kerl vorgesetzt und vorgelebt wie man es eben nicht macht. Kann sowas gut gehen? Ich glaube nicht. Ich würde die Kleine so gern retten, aber wie? Ich habe nichts in der Hand, dem Ex-Mann scheint es egal zu sein (den belügt sie auch und spielt ihm die heile Welt vor).
    Mittlerweile Weiss ich, dass ich für die Kleine eine Bezugsperson war, wo sie komplett unvoreingenommen sein konnte, ohne jegliche Hintergedanken. Und diese Bezugsperson hat die Mitter ihrer Tochter durch ihre narzisstische und egoistische Art nun weggenommen.
    Dass die Kleine oft am kotzen ist, gibt der Mutter natürlich keine Bedenken; ich glaube, das liegt an der aktuellen Situation.
    denke auch, das wird sich in den nächsten Jahren bitterböse rächen.

    Das schlimme ist, ich vermisse die Kleine so unglaublich…..

    • sanne sagt:

      Hol sie das raus, sofort!

      Liess dir meine Geschichte durch, je früher sie da rauskommt und vorallem weiß, dass jemand auf ihrer Seite ist und nur ihrer, desto besser. Wahrscheinlich deine Tochter situationsbedingte Depressionen und damit meine ich ausdrücklich nicht, dass sie selbstmpordgefährdet ist, aber es geht ihr wahrscheinlich wirklich furchtbar furchtbar schlecht!

    • sanne sagt:

      Sorry, ist nicht deine Tochter, die ich meinte, hatte mich in der Antwort verklickt 🙁

      • Alex sagt:

        Leider!

        Da ihr Ex-Mann aber mit mir geredet und ich ihm alle Lügen und Affären seiner Ex Frau vorgelegt habe (als Dank dafür, dass sie jetzt Lügen über mich verbreitet), hoffe ich nur, er wird handeln.
        Für die Kleine hätte ich wirklich Alles getan, sie war das Beste was mir bis dahin passiert ist und das hab ich ihm auch so gesagt. Antwort „Nun das ehrt mich ja schon!“. Also er war nicht beleidigt oder ähnliches.
        Wenn ihm sein Kind was bedeutet, muss er handeln. Ob er das tut, kann ich nicht beurteilen, da ich den Kontakt zum Kind komplett abgebrochen habe, was für mich nicht nur logisch sondern auch am Besten ist. Er hat jetzt das wahre Gesicht seiner ex-Frau vorgelegt bekommen und jetzt ist es an ihm, das beste für seine tochter zu tun; notfalls auch sie aus den Händen der Ex zu holen.

        • sanne sagt:

          Hallo Alex,

          vielen Dank, dass Du nicht wegsiehst!

          Du hast recht, Du hast getan, was Du konntest, rechtlich hast Du keine weiteren Möglichkeiten mehr, da muss sich jetzt der Vater drum kümmern.

          Ich hoffe, zum Wohle seiner Tochter, dass er das tut, aber es liegt nicht mehr in deiner Hand. Vielleicht kannst Du Dich, wenn sie erwachsen ist, ihr gegenüber wieder öffnen und ihr somit bei der Verarbeitung helfen, falls sie jemals mit diesem Wunsch auf Dich zukommen sollte. Oft hilft es ungemein, zu wissen, dass anderen immerhin etwas aufgefallen ist, dass man nicht ganz still und heimlich vor sich hingelitten hat.

          Dir danke ich für Deinen Mut zur Ehrlichkeit und für Deinen Willen zu helfen 🙂

          • Alex sagt:

            Hi Sanne,
            denke nicht, dass ich jemals wieder was mit der zu tun haben werde. Da meine Ex ihr Kind gegen mich aufgehetzt hat, habe ich schon eine gewisse angst, sollte ich die Kleine, mit wem auch immer, zufällig mal beim einkaufen treffen.
            Meine ex sorgt schon dafür, dass die Kleine mich vergisst; ausserdem hat sie eh jeden Kerl vorgesetzt bekommen, wer Weiss wie das auf sie abfärbt.
            Mir tut das in der Seele weh, hätte sie gern aufwachsen sehen, aber das muss mir jetzt egal sein!

        • Hubert sagt:

          Hallo Alex,

          ich kann Dich sehr gut verstehen. Solchen Menschen geht es nicht ums Kind. Da ist jedes Mittel recht. Ohne Rücksicht wird die Seele des Kindes ausgebeutet.
          Ich mache eine ähnliche Erfahrung gerade. Am Anfang auch der Beste, der Tollste usw. Und jetzt das Gegenteil.
          Wenn Du an einem Austausch Interesse hast…

          • Alex sagt:

            Hi Hubert,
            durch Zufall habe ich (ungewollt) am We durch eine gute Freundin und ehemalige Schulkammeradin von ihr erfahren, dass sie schon immer etwas…anders…war.

            Nach ihrer pseudo Therapie und nachdem ihre Affären ans Tageslicht gebracht wurden, hat sie mir vorgeheult, dass sie sich endlich ändern und ihr Altes Leben hinter sich lassen will. sie will mit mir und der Kleinen endlich ein normales Leben haben und glücklich warden. Ich Depp hab’s geglaubt. Eine Woche hat’s angehalten, dann ist sie zu einem zurück der sie öffentlich gedehmütigt, sie beschimpft, private Sachen öffentlich rumgezeigt hat, etc. Die gleiche Tour fährt sie jetzt bei Ihrem Neuen, der sie vollkommen im Griff hat. Egal.

            In Bezug auf ihre Tochter, ihr hat das nie gepasst, dass wir uns super verstanden haben. Logo, sie wollte mich warmhalten und das mit uns wegen ihrer Affäre und anderen Kerlen nie offiziell machen. Da kam das plötzlich und unerwartet.
            Nach dem zweiten Treffen mit der Kleinen meinte sie „Was hast Du mit meinem Kind gemacht; die ist total verrückt nach Dir!“ Und ich hab der Kleinen nix vorgespielt. Stundenlang hab ich mich mit ihr beschäftigt, mit ihr gespielt, in den Tierpark gefahren, sie kam zu mir, hat mir ihr geliebtes Quietscheentschen geschenkt, usw und selbst nachdem ich sie 8 Wochen, Dank ihrer kranken Mutter, nicht gesehen habe, kam sie laufend auf mich zu, ist mir um den Hals gefallen „Ich hab dich sooooo vermisst. Hab dich soooo lieb“. Das hat meiner Ex halt nicht gepasst.
            Wenn die Tochter sich an meinem Bein festhällt und heult „Bitte bitte fahr nicht heim, bitte bleib bei mir, lass mich nicht alleine“ und einen Tag später sagt „Der ist nicht mehr mein Freund, ich will in nicht mehr sehen“ dann Weiss ich, hat meine Ex sie gegen mich aufgehetzt. Zumal ihr ex-Mann die Kleine gefragt hat „Wieso ist er den nicht mehr dein Freund?“. Antwort: „Das darf ich nicht sagen!“.

            Mir tut es in der Seele weh wenn ich jetzt noch an die Kleine denke denn sie war das Beste, was mir in meinem bisherigen Leben passiert ist. Ja, ich weiß, es ist nicht meine Tochter, aber darum geht’s mir nicht. Der Vater Weiss Bescheid, er weiss wie seine ex die Kleine für Ihre Männergeschichten „missbraucht“ und ich hoffe sehr, er wird nun handeln, ansonsten ist die Kleine verloren.

            Ich wollte sie aufwachsen sehen, für sie da sein und der Beste Stiefvater sein, den man sich vorstellen kann, aber Dank meiner kranken Ex wird dies nicht passieren. Vielleicht sogar gut so, den wer weiß, was meine Ex gemacht hätte, wären wir länger zusammengeblieben und sie hätte ihre kranken Spielchen weitergespielt. Am ende hätte ich noch ne sexuelle Belästigung am Hals, zutrauen würd ich ihr das.

            So Frauen dürften niemals Kinder bekommen.

  16. Eva sagt:

    Auch ich habe eine N-Mutter und hatte dadurch lange Zeit die Hölle auf Erden. Sie war/ist eine Person ohne Mitgefühl die sich selbst nicht kennt und andere benutzt/instrumentalisiert. Ihr Hass der sich im Grunde gegen Alles und Jeden richtet ist so tief, dass es für mich an ein Wunder grenzt, dass sie bald 90 Jahre wird.
    Ihre Ehemänner haben es nicht so lange ausgehalten.
    Mein leiblicher Vater starb mit 50 Jahren am Herzinfarkt, ihr 2. Mann mit 74 Jahren am Herzinfarkt. Ihren 2. Mann hat sie oft gedroht sie würde ihn kaltmachen, ihn umbringen. Den Knast würde sie mit einer Arschbacke absitzen. Das bekam er mehrmals die Woche zu hören.
    Auf der Schleife des Grabkranzes stand: In ewiger Liebe deine Margret

    Mich hat sie zwei Mal mit einem Brotmesser bedroht und wollte mich erstechen. Beide Male bin ich geflüchtet. Das 1. Mal war ich 15. das 2. Mal schon über 30. Auch ein jahrelander Kontaktabbbruch hat bei ihr keine Einsicht gebracht weil immer die anderen Schuld sind.

    All das Verhalten hatte jedoch nicht gereicht um mich wach zu bekommen und mir begreiflich zu machen, dass ich unschuldig und richtig bin…
    Mein Ehemann hatte auch narzischtische Züge. Außerdem bin ich mit Mitte 40 nochmal an einem Narzisten vom Kaliber meiner Mutter geraten.
    Auch hier waren meine Erfahrungen reif für Bildzeitungsschlagzeilen.
    Er war am Ende unserer Beziehung die auf der privaten,- und beruflichen Ebene stattgefunden hat der Überzeugung, dass er der Welt dienen müsse um sie von dieser Frau (also mich) zu befreien.
    Ich stand knapp 3 Wochen unter Rundumschutz meines Freundeskreises und meiner Kinder, die die Situation im Gegensatz zur Polizei realistisch einschätzten. Er manipulierte meine Accounts, stahl mir Geld und ein Auto usw. usf. Es war eine Höllenfahrt nochmal mit anderen Aspekten als die die bei meiner Mutter im Vordergrund standen.

    Lange habe ich immer wieder verziehen und auch noch geglaubt ich müsse geduldiger sein, Verständnis haben, ihm Zeit geben, es würde schon werden…
    Nix wurde, es wurde nur noch schlimmer und da irgendwann auch wirtschaftliche/finanzielle und aneinander ketteten war es mir nicht möglich zu gehen. Zum einen wusste ich nicht wie ich aus der Nummer raus gekommen wäre, zum anderen hatte ich nicht die Kraft.
    Es kam zum bösen Ende in dem er immer noch Kraft hatte (auch hier frage ich mich wo die her kommt) was mich um ein Haar in die Insolvenz gebracht hätte.

    Sogar nach über einem Jahr der totalen Trennung kam noch eine Mail von ihm in der er sogar von Heirat sprach.
    Auf meine kurze sachliche Antwort reagierte er wieder mit einem emotionalen Ausbruch in dem ich Schuld und Vorwürfe bekam, was mir zeigte, dass er aber auch rein gar nichts gelernt hatte.

    Das ist nun 5-6 Jahre her.
    Auch heute arbeite ich noch mit diesen Themen, allerdings geht es immer tiefer und wird immer klarer.
    Mir wird klar, dass ich keine Schuld habe und gut und richtig bin, so wie ich bin. Wie wichtig es für mich ist mich zu spüren, meine Bedürfnisse ernst zu nehmen und Grenzen zu zeigen. Das alles musste ich erstmal lernen. Lernen mich zu behaupten.

    Ich glaube nicht an Zufall. Ich glaube, dass es genau diese Eltern sein sollten, genau diese Umstände, damit ich in meine volle Kraft komme.
    Manchmal muss das Pendel erst ganz in die eine Richtung gehen, dann komplett in die andere und dann kommt es zur Mitte. So etwas braucht Zeit.

    Es sind die starken Seelen die so etwas erfahren.
    Alles hatte einen Sinn und war nicht umsonst.

    Ich danke allen die hier geschrieben haben, hilft es doch bewusster zu werden und zu heilen.
    Genau das wünsche ich allen Betroffenen tiefe Heilung und Selbstannahme, sowie die Kraft der Vergebung. Und zwar vor allem sich selbst zu vergeben.
    Das man das alles geglaubt und für wahr gehalten hat. Das man es so lange mitgemacht hat…

    Versöhnen tut mich der Gedanke, dass sie nicht anders konnten.
    Ihre Persönlichkeit scheint so krank, so verstrickt in sich selbst zu sein… Auch wenn sie nach außen hin den Larry machen, scheinbar über allem stehen – das ist nur SCHEINBAR.

    In Wirklichkeit sind sie so weit von sich entfernt, dass sie sich weder ihre Hilflosigkeit einstehen können, noch ihre mangelnde Eigenliebe fühlen.
    Kommen sie durch Gnade doch irgendwann einmal an diesen Punkt (und irgendwann werden sie daran kommen und wenn es im nächsten Leben ist) dann kann auch für sie der lange Weg der Heilung beginnen.

    Friedvolle Grüße zum 1. Advent
    Eva

    • Arianna sagt:

      Hallo Eva,
      wie heißt es so schön: wirklich böse ist der, der Böses tut und sich dabei einbildet, Gutes zu tun. Diese Menschen schrecken vor nichts zurück und halten sich noch für Heilige, glauben, dass Gott persönlich über sie wacht und ihnen sagt, was sie tun sollen etc. Völlig krank, es gibt kein anderes Wort dafür. Krank und gefährlich.
      Meinen Glückwunsch dir und allen anderen, die da rausgefunden haben!

  17. Hubert sagt:

    Hallo,

    Vor kurzem schrieb ich bereits schon mal.
    Inzwischen ist es 3 Monate her, dass ich ausgezogen bin. Meine kleine (leibliche) Tochter, sehe ich regelmäßig alle 2 Wochenenden ab freitags und zusätzlich jeden Mittwoch. Sie übernachtet bei mir und ich bringe sie dann in die Schule.
    Das klappt sehr gut und wir unternehmen sehr viel. Ich spiele viel mit ihr und wir haben im Wohnzimmer eine extra Wand für ihre selbst gemalten und gebastelten Bilder.
    Im Moment mache ich mir große Sorgen um meine Stieftochter (18). Vor ein paar Wochen sagte sie mir unter Tränen, dass sie seit Jahren, wie sie sagte, „nicht durfte “ und den Kontakt mit mir regelrecht verboten bekam. Das fing an, als sie 15 wurde. Davor gab es keine Probleme.
    Damals war es so, dass meine Stieftochter nach einem Sportunfall im Krankenhaus war. Ich war jeden Tag bei ihr und sorgte dafür, dass ihr leiblicher Vater davon erfuhr und ins Krankenhaus kam. Kurz vor der Entlassung wurde sie anders. Meine Stieftochter wollte ihre Mutter nicht mehr sehen. Sie ging aus dem KH direkt zu ihrem Vater, ohne auch nur einen Schritt nach Hause zu kommen. Dort war sie dann 6 Wochen lang. Dann kam sie wieder zurück. Seitdem war unser Verhältnis anders. Distanziert, meistens kühl. Nur wenn ihre Mutter nicht da war, war meine Stieftochter anders, herzlich, lieb. Dann war es gut.

    Als ich auszog, wurde das Verhältnis wieder besser. Wir unternahmen wieder was zusammen, und wollten unseren früheren Fernsehabend wieder aufnehmen. Das letzte Oktober-wochenende war sie auch gemeinsam mit ihrer Schwester, also meiner leiblichen Tochter 3 Tage lang bei mir. Davon war ihre Mutter gar nicht begeistert. Am darauf folgenden Sonntag schauten wir gemeinsam (aber im Haus ihrer Mutter, die nicht da war) ihre Lieblingsserie und es war wie es früher war. Wir haben gelacht und es war total entspannt.
    Bis ihre Mutter nach Hause kam.
    Am nächsten Tag wurde ihr die Hölle heiß gemacht. „Hochverrat“ und „Allein lassen“ waren die Hauptaussagen, wie sie mir erzählte.
    Seitdem ist Funkstille. Sie meldet sich nicht mehr, antwortet nicht auf Nachrichten und wenn ich mal im Haus bin, weil ich die Kleine abhole, ist sie sehr distanziert.
    Ich nahm Kontakt mit ihrem Vater auf, der in den letzten Jahren kaum von ihr besucht wurde. Er sagte mir, dass sie sich seit 2 Wochen weder auf Anrufe noch auf Nachrichten von ihm meldet. Gleicher Zeitraum wie bei mir.

    Alles in allem ist sie immer verschlossener. Selbst ihrem Vater antwortet sie nicht. Mir auch nicht. Ich weiß mir keinen Rat mehr, weiß nicht, wie ich mich verhalten soll.
    Hat hier jemand was ähnliches erlebt?

    Es kommt mir vor, als hätte sie sich seit meinem Auszug entgültig ihrer Mutter ergeben. Sie macht selbst ihren Führerschein nicht, sieht ihren Freund kaum, geht nicht raus und muss ständig abends auf ihre Schwester aufpassen. Sie hat kein normales Teenie-leben. Immer muss sie ihrer Mutter helfen. Waschen, bügeln, aufräumen. Ständig.

    Ich weiß nicht, ob ich sie in Ruhe lassen soll oder ob ich versuchen soll, dass sie z.B. den Führerschein macht. Immer wenn wir uns gut verstanden, hat ihre Mutter alles daran gesetzt, dass es anders wird. Und jedesmal schien mir meine Stieftochter kraftlos, willenlosen.

    Welch eine Zwickmühle. Sobald wir Kontakt haben, bekommt sie Druck, haben wir keinen Kontakt, kann sie nichts machen oder unternehmen.

    • Arianna sagt:

      Hallo,
      wenn das Mädchen noch nicht volljährig wäre, würde ich das Jugendamt einschalten. Es muss doch einem der Experten dort klarzumachen sein, dass eine so extreme Mutter-Tochter-Bindung nicht normal ist. Vielleicht mal versuchen…
      Unendlich schade, dass es dagegen keine Gesetze gibt! Bei sexuellem Missbrauch wird das Kind sofort in Sicherheit gebracht und bekommt jede erdenkliche Hilfe, aber seelischer Missbrauch geht jahre- und jahrzehntelang unkommentiert weiter, und die Umgebung denkt noch, hach, was für eine tolle Mutter-Tochter-Beziehung, sie machen alles zusammen… Dass das widernatürlich ist, fällt den wenigsten auf.
      Ich selbst konnte gar keinen Freund haben, so lange meine Mutter in der Nähe an, da es sich anfühlte, als würde sie in meinem Kopf sitzen. Ich musste 800 km weit entfernt ziehen, um ein Liebesleben zu entwickeln. Jetzt versuche ich meine Umwelt so gut wie möglich aufzuklären. Und hoffe und bete, dass es eines Tages Einsicht, qualifizierte Diagnosen, Therapien und – endlich – auch rechtlich wirksame Mittel gegen diese perfiden Menschen gibt.

    • Hubert sagt:

      Jetzt ist es zwei Monate her, dass ich hier schrieb. Es hat sich viel getan. Seitdem meine Umwelt weiß, dass ich nicht mehr mit meiner Ex zusammen bin, habe ich wieder Kontakt zur Aussenwelt. Ich werde eingeladen und habe wieder Kontakt zu meiner Familie. Meine leibliche Tochter (6) ist regelmäßig bei mir. Das funktioniert auch gut. Aber meine Stieftochter (18)… das wird immer schwieriger. Sie redet kaum noch, die Abstände, dass wir uns sehen werden größer und die gemeinsame Zeit gleichzeitig immer kürzer. Kurzes Beispiel: Als sie letztes Wochenende zu mir kommen wollte, musste sie noch unbedingt mit ihrer Mutter kaufen gehen. Das artete in Stunden aus, so dass sie erst abends kam. Am nächsten Tag wurde sie schon frühzeitig mit Whatsapp-Nachrichten bombardiert. Sie müsse noch ihr Zimmer aufräumen.
      Gestern traf ich mich mit wieder mit ihrem leiblichen Vater (wir kommen gut klar), weil ich nicht mehr weiter wusste. Bei ihm war sie bereits seit einem Monat nicht mehr. Sie reagiert kaum auf seine Nachrichten.
      Wir hatten ein sehr offenes Gespräch. Er ist ein sehr ruhiger Mann, mit einer Engelsgeduld. Aber innerlich geht es ihm nicht sehr gut. Und er glaubt nicht daran, dass sich an der Situation etwas ändern wird. Seiner Meinung nach ist der Einfluss der Mutter derart groß, dass er kaum noch Hoffnung hat. Er und ich gehen sehr unterschiedlich damit um. Er spricht das Thema kaum an, weil er denkt, dass es eh nichts bringt. Ich sage eher offen meine Meinung. Das Ergebnis ist jedoch das selbe.
      Meine Stieftochter hat inzwischen fast gar keine sozialen Kontakte mehr. Ihren Freund sieht sie seeehr selten, ihre beste Freundin auch. Sogar ihre Oma lässt inzwischen Kontaktversuche fast sein. Und sobald sie mit mir Kontakt hatte, wird sie „bearbeitet“ Das gleiche bei ihrem Vater. Beispiel: Eigentlich wollte sie an dem 1. Weihnachtsfeiertag bis Silvester zu ihrem Vater. Am Ende war sie nur den 1. und 2. Weihnachtstag bei ihm. Dann war sie wieder bei ihrer Mutter.

      Ich weiß echt nicht mehr weiter. Ihr Vater und ich haben ausgemacht, uns gegenseitig zu informieren, wenn was war. Aber er hat die Hoffnung schon fast aufgegeben.

      Und natürlich mache ich mir große Sorgen um meine kleine Tochter. Ich verbringe soviel Zeit wie möglich mit ihr. Sie ist auch schon beeinflusst. Die Kleine fragt beispielsweise, ob sie auf Toilette gehen darf. Oder ob sie etwas trinken darf. Ich erkläre ihr dann, dass sie das nicht fragen muss. Sie zeigt auf, das ist kein Witz!!!, wenn sie etwas sagen möchte. Auch da erkläre ich ihr, dass sie das nicht tun muss.
      Mein Ziel ist es, sie da raus zu bekommen. Innerhalb der Firma habe ich mich um einen Job beworben, der mir es ermöglicht, zeitlich flexibler zu sein. Und es hat geklappt. Ab 1.2. wechsle ich die Abteilung. Das gibt mir die Möglichkeit, sie zu mir zu nehmen. Das wird ein harter Kampf. Aber für meine Kleine tue ich alles.

      Ups, ist das lang geworden. Wenn ihr bis hier durchgehalten habt, frue ich mich über Ratschläge und Erfahrungen.

  18. Blacksun sagt:

    Was für ein wunderbarer Post. Im November 2014 fand ich durch eine böse Erfahrung meiner Tochter mit meiner Mutter heraus, das etwas mit meiner Mutter nicht stimmte. Was danach folgte veränderte mein ganzes Leben. Seit dem lese ich sehr viel über Narzissmus und speziell über Narzisstische Mütter und deren Töchter. All meine Fragen die ich mir mein ganzes Leben stellte bekamen auf einmal einen Sinn. Ich bin Jahrgang 69 und habe noch eine jüngere Schwester. In der Dreiecksbeziehung Mutter, Tochter Tochter bin ich der “ Sündenbock “ und meine Schwester das “ Goldkind „. Neben der Narzisstischen Mutter hatte ich bis zum 12. Lebensjahr auch noch einen Alkoholkranken Vater.
    Ich kann nicht glauben was ich in all diesen Jahren anstellte um ein bischen Liebe von meinen Eltern zu erhalten. Keine Umarmung der Mutter nichts. Heute weiß ich, es ist diese Krankheit die dies unmöglich machte. Ich hatte Großeltern die sehr liebevoll waren und nach der Scheidung meiner Eltern auch einen sehr netten und lieben Stiefvater. Doch meine Kindheit ohne Mutterliebe nur mit Hass und Strenge viel Arbeit und wenig Freizeit, kann mir niemand zurückgeben. Heute versuche ich aufzuarbeiten, den Kontakt zur Mutter habe ich abgebrochen. Für mich die beste Entscheidung und auch die schwerste.

    • Elisa sagt:

      Der Artikel enthält sehr viel Wahres! Zu meinem Leidwesen bin ich nämlich die Tochter eine Narzistin und erkenne sie in vielerlei Hinsicht 1:1 wieder.
      Was mir allerdinfs fehlt, ist ein Blick auf die Fähigkeit einer narzistischen Mutter (generell narzistischer Menschen) zu spalten, andere gegeneinander auszuspielen, zu lügen und zu manipulieren. Denn den oben beschriebenen guten Zusammenhalt der Kinder gibt es – aufgrund der bösartigen Machenschaften von Narzisten längst nicht immer!

  19. susanne randel sagt:

    Ich bin froh das ich diese Seite entdeckt habe

    ich hab auch eine narzisstische mutter und siewickelt mich immer noch ein!
    geh seit 12 jahren in tiefenpsychologische therapie
    habe schwere depressionen
    bin innerlich zerissen
    werd wohl bis mein lebensende mit unterbrechungen in behandlung gehen
    und ich hab
    von geburt an die schuldkarte gehabt
    was ich schon alles versucht habe mich von ihr abzunabeln das geht auf keine kuh haut ich hab noch 3 geschwister da hat sie auch immer ein keil rein getrieben
    mein bruder hab ich groß gezogen
    er hat viele kilometer zwischen sich undihr gebracht

    das hät ich auch machen sollen
    jetzt ist es zuspät

    ich werde sie pflegen müßen da ich ja eine liebe gute tochter bin hahaha
    susanne

  20. eve sagt:

    Hi,

    Ich möchte euch eines sagen: es gibt bei narzisten nur eine Lösung um sich selbst zu retten – gehen! Kontakt seeehr lange abbrechen. Ein Narzist ändert sich nicht, man kann mit ihm nicht reden! Bin 31 und k ann nicht fliehen weil mein Vater krank ist. Seit 10 Jahren bin ich meiner Mutter ausgeliefert. Hab ihr sogar die Firma erhalten. Und an meinem 30. hab ich mir gedacht – wo ist die Zeit geblieben? Sie gönnt mir keinen Freund oder Kind. Ich soll bei ihr bleiben. Und da war alles klar. SIE tickt nicht richtig. SIE ist krank und macht es mich auch!

  21. Karin sagt:

    Ich bin geschockt,dass mit meiner Mutter etwas nicht stimmt, hab ich schon immer gewusst. Aber das es Narzissmus ist, muss ich erstmal verdauen. Meine Mutter hat mit 81 Jahren einen Oberschenkelhalsbruch erlitten, und ich musste mich um alles kümmern. Da hab ich dann erfahren, wie verhasst sie in ihrer Nachbarschaft ist. Egal was ist, schon immer hat sie Alle vor den Kopf gestossen, düpiert und gegen sich gebracht, schon als Kind hab ich mich für sie geschämt. Schon früh war mein Ziel bloß nicht so zu werden wie meine Mutter.
    Nun sitzt sie in ihrem Haus, dass sie mit 62 Jahren noch bauen musste, mein Vater ist darüber hinweg gestorben, er wollte mit 68 kein Haus, sondern leben…wie grausam. Ihre Haushaltshilfe von der Krankenkasse wirft sie nächste Woche raus, nicht gut genug die Frau und und und…
    Tja,ich versuch, dass jetzt alles sachlich zu sehen, aber es ist so verdammt schwer, es ist ja auch mein Leben, wie soll man das verarbeiten.
    Gut, dass ich diese Seite gefunden hab. Ich bin nicht alleine
    Karin

  22. Bigi sagt:

    Es tut gut festzustellen, dass dieses Problem immer bekannter wird und das man nicht ‚irre‘ und das schwarze Schaf ist, wie die eigene Mutter es den eigenen Kindern, Geschwistern, Vater, Verwandten, Bekannten – ja sogar noch Expartnern in ihrer unnachahmlichen Opferhaltung injiziert hat. Und es selbst heute noch, vier Jahre nach dem endlich (!) endgültigem Kontaktabbruch tut.
    Das ich gut 40 Jahre brauchte, um mir bewusst zu werden, was mit MIR nicht stimmt – verzeihe ich mir nie. So viel kostbare Zeit verschenkt, soviel versäumt, so viele falsch eingeschlagene Wege. Selbst in meinen Kindern wirkt Ihr Gift – weil ich mich viel zu lange habe manipulieren lassen. Dennoch war ich in MEINER Familie durchaus dominant. Was allerdings noch andere Gründe ausser meiner Mutter hat. Mein Expartner war einfach was Bildung und Intellekt betraf, nicht in der Lage. Ein schwacher Sohn einer preußisch, dominanten Mutter, wenn auch einer herzensguten.
    Mit 16 zog ich zuhause aus. Das ging reibungslos. Schließlich war ich längst das schwarze Schaf Und als hoffnungsloser Fall abgestempelt. Mutter war auch viel zu sehr mit sich und ihrem eigenen ich beschäftigt, ihre Ehe mit meinem Vater längst gescheitert und kurz vir dem Aus. Sie hatte ein neues Feld für sich entdeckt: Von anderen Männern angehimmelt zu werden und such darin zu baden. Sie war also zu beschäftigt, um mir zu dieser Zeit allzu viel Aufmerksamkeit zu schenken. Und sie hatte ja noch meine Geschwister.
    Der Terror ging erst wieder los, als sie ihrem zweiten Mann den eigenen Willen gebrochen hatte. Er, selbst ein „Schwarzes Schaf“. Diesen benutzte se widerum, um mir ein schlechtes Gewissen zu machen: Beuspielsweise wenn ich zu Familienfeiern lud. Dann wollte Sie wissen, was es denn zu essen und zu trinken gibt. Und wehe, das entsrach nicht ihren Vorstellungen. Dann wurde damit gedroht, nicht zum Geburtstag der Enkel zu kommen. Ob, und wie sehr sie verletzte, enttäuschte hat sie bis heute nicht begriffen.
    Am Ende wurde Sie tätlich, immer wieder Mal wenn ich es wagte auf Ihre Fehler, ihr Verhalten aufmerksam zu machen. Beim letzten Mal war es wieder so. Mitten im Gespräch sprang sue auf und fing an mich zu schlagen. Mein Stiefvater der sich in einem anderen Raum aufhielt bat mich zu gehen. Das tat ich dann. Ich hatte versucht Sie von mir abzuhalten, sie festgehalten an den Armen. Das – sie hatte wohl blaue Flecken dort wo ich sie hielt, benutzt sie bis heute so als wäre ich tätlich geworden. Ich selbst – brauchte ein paar Tage bs mir klar wurde, warum und woher ich die Schmerzen und due Blutergüsse hatte. Und um mir klar zu werden, dass es ein Ende haben muss. Der Entschluss stand, als sie im Internet (!) versuchte, mich wieder einmal als ‚das alleinige Böse‘ hinzustellen.
    Vier Jahre her. Letztes Jahr rief sie bei mir an, tat als ob nichts wäre. Und fing gleich an zu pöbeln, als ich abweisend reagierte. Ich legte auf. Keine 10 Minuten später, rief sie wieder an. Ich ignorierte. Sie hat es noch mehrmals versucht. Ihre Rufnummer wird in der Regel unterdrückt und der Zeitpunkt – darum weiß ich, dass sie es ist. Und ich fühle das. Es nervt.
    Überhaupt – ihr Telefonterror, ihre Krankheiten, das Gejammer überGott und die Welt. Über alle und jeden. Ihre Drohungen. Ihr Liebesentzug.
    An meinem 9. Geburtstag kam ich von der Schule nach Hause und mich empfing die Musik von einer Platte – sollte eine Überraschung sein, die Platte eines der Geschenke. Ich war beschämt, hin und hergerissen zwischen Freude und…. ich weiß nicht was. Und dann sagte ich den Satz: ‚Auch das nooooch’…. Dieser Satz führte dazu, dass meine Mutter erst exploduerte, dann die Platte wegnahm und den ganzen Rag nur das allernotwendigste mit mir sprach.
    Wie gesagt, es war mein Geburtstag. Und ich war neun Jahre geworden. Dich selbst die Gäste haben sie nicht von ihrem Kurs gebracht. Es ging noch Tage so….

  23. Jasmin sagt:

    Hallo!
    Ich denke, dass schwierigste für Kinder von Narzissten ist es, zu der Einsicht zu gelangen, dass es keine genetische Mutterliebe gibt. Wir wissen zwar, dass das Verhalten der Mutter dafür spricht, das sie einen nicht liebt, aber man sucht doch immer erst bei einem selber nach dem Fehler- ich habe mich nicht richtig ausgedrückt, ich wollte dich doch nicht verletzen, ich achte dich und liebe dich, aber ich brauche auch Luft zum atmen! Meine Eltern sind beide narzisstisch veranlagt und sie tun mir von Herzen leid. Narzissten lieben sich selten, anders als Narzissus, wirklich selber und wer sich selber nicht liebt, ist auch nicht fähig zu lieben! Sie haben ein fürchterlich geringes Selbstwertgefühl und hängen sich völlig an materielle Dinge. Meine beiden sind Messis- er Tier und Pflanzen, sie hat ihren eigenen shopping- room mit Aldi und Lidl Angeboten. Und beide horten alles, was die Nachbarn wegschmeißen. Die können locker 5 Häuser möblieren mit den gesammelten Werken! Da bleibt auch räumlich oft wenig Raum für die Kinder. Hinzu kommt die ständige emotionale Erpressung- mir geht es so schlecht und keiner kümmert sich um mich! Ich habe so viel für euch getan und jetzt ist keiner mehr da, um sich um mich zu kümmern! Abstand zu den Betreffenden ist wirklich die einzige Möglichkeit, um ein eigenes Leben führen zu können, denn Narzissten saugen ihren Gegenüber völlig aus- oft fehlt mir schon nach wenigen Minuten mit meinen Eltern jegliche Lebensenergie. Aber von Eltern kann man sich nicht scheiden lassen und spätestens, wenn die Eltern Pflege brauchen- oder wenigstens behaupten, dass sie Hilfe und Pflege bedürfen- hängt man als Kind wieder drin und muss sich vor Außenstehenden verantworten, wenn man seiner Pflicht, den Eltern gegenüber, nicht nachkommen will, um nicht wieder in die elterliche Abhängigkeit zu geraten. Aber solche Seiten, wie diese hier, helfen schon, um für sich selber überhaupt zu erkennen, das die familiären Verhältnisse alles andere als gesund für einen selber sind und das man nicht krank oder verrückt ist, wenn man nicht, wie von der Mutter gewünscht, funktioniert. Ich wünsche euch viel Erfolg mit eurer „elterlichen Scheidung“!

  24. Andreas sagt:

    Hallo,
    auch ich möchte DANKE sagen für diese tolle Webseite, die auch mir so einige Dinge nochmal klar gemacht hat.

    Ich war mit einem Narzissten (meiner Frau) 21 Jahre in einer Beziehung und davon 15 Jahre verheiratet. Ich habe wirklich die Hölle durchlebt und einen wirklichen extremen Narzissmus erlebt. So eine abwertende und niederträchtige Art einem Menschen das Selbstwertgefühl zu nehmen bis hin zur totalen Kontrolle, hätte ich nie für möglich gehalten. Ich habe mich oft gefragt, warum ich so „blind“ war.

    Auch in der aktuellen Trennungszeit erlebe ich weiterhin diese narzisstischen Züge meiner Exfrau. Von Versöhungsversuche über Psychoterror bis hin zur „Ausbeutung“ durch Einflussnahme meiner Tochter, die hier als Werkzeug benutzt wird.

    Ich bin zusätzlich in pychatrischer Behandlung, um das Erlebte besser verarbeiten zu können.

    Ich werde sicherlich noch eine lange Zeit benötigen, diese Beziehung zu verarbeiten; bin aber auch froh, das ich den Mut und die Kraft hatte, diesen Schritt zu gehen.

    Andreas

    • Christina sagt:

      Hallo Andreas,
      super, dass du das geschafft hast. Ich bin selbst Tochter einer narzisstischen Mutter und habe erst während der Trennungsphase von meinem damaligen Mann verstanden, was mit mir los ist. Da war ich über 40. Ich hatte danach das riesige Glück, einen tollen Partner zu finden, der nach 15 Jahren Ehe mit einer narzisstischen Frau den Absprung geschafft hat. Es ist für ihn bis heute schwer, vor allem weil seine Kinder immer noch instrumentalisiert werden und ich mit meinen Erfahrungen schon heute die Schäden sehen kann, die ihnen zugefügt werden und wurden. Ich leide bis heute unter den Folgen dieser fatalen Erziehung, aber erreiche Schritt für Schritt eine Form der „Heilung“. Narzisstische Menschen vergiften ihr gesamtes Umfeld und man kann nur sehen, dass man sich daraus befreit, sonst wird man krank. Meine Schwester hat schwere Depressionen und meine Mutter wirft ihr vor, dass sie undankbar ist und sich nicht um ihre armen alten Eltern kümmert. Ich versuche meine Schwester zu unterstützen.
      Ich kann dir nur raten, deine Tochter in den Zeiten mit ihr als selbständiges Wesen zu sehen, sie zu stützen, für sie dazu sein, vor allem, wenn sie in die Pubertät kommt oder ist und ihr das gute Gefühl zu geben, dass sie um ihrer selbst willen geliebt wird.

      Christa

    • Hubert sagt:

      Ich kann dich sehr gut verstehen. Auch ich habe mich von meiner narzisstische Frau getrennt. Allerdings erkannte ich den Narzissmus erst danach.
      Es bagann schlimm zu werden vor 3 Jahren. Als meine Stieftochter 15 wurde. Meine Frau sah sie als Konkurrenz. Und manipulierte sie dahin, dass die bis dahin gute (Stief)vater-Tochter-beziehung schlecht wurde. Was mir nie so auffiel war, dass meine Stieftochter in ABwesenheit meiner Frau ein anderer Mensch war. Während der ANwesenheit meiner Frau war sie abweisend, geradezu fremd.
      Nach einer zweimonatigen, stationären Psychotherapie meinerseits, wurde ich selbstbewusster. Dann habe ich mich getrennt.
      Nach der Trennung wurde das Verhältnis zu meiner Stieftochter besser.
      Sie redete wieder mit mir. Und sagte mir unter Tränen, dass sie die ganze Zeit „nicht durfte“.
      Diese unglaubliche Manipulation konnte ich kaum glauben. Diese Niedertracht.
      Nun mache ich mir wahnsinnige Sorgen um meine 6 – jährige (leibliche) Tochter. Sogar die Stieftochter (jetzt 18), sagt, dass sie nur noch bei ihrer Mutter ist, weil sie die Kleine nicht mit dieser Frau alleine lässt.

      Es ist unglaublich, wie sehr ein Narzisst seine Umgebung beeinflusst. Wie sehr diese Menschen alles für sich vereinnahmen. Ohne jegliche Rücksicht auf Verluste. Und als fühlenden Mensch ist es so schwer, ruhig und kontrolliert zu bleiben.
      In Situation, in denen das gelingt und man sehr konzentriert bleibt und die Ratschläge dieser Website beherzigt, kann man einen Narzissten durchaus manipulieren. Allerdings ist das nicht von langer Dauer. Es sind nur kleine „Erfolge“. Das einzige, was man erreicht, ist die Gewissheit, dass man es mit einem Narzissten zu tun hat. Dauerhaft bewirken kann man nichts, rein gar nichts.

      Mein Augenmerk liegt jetzt in erster Linie darin, dass es meinen Töchtern gut geht. Ich bringe Liebe und Verständnis auf, um den beiden zu zeigen, dass ich da bin. Und zwar in jeder nur möglichen Situation.
      Ich denke auch nicht mehr darüber nach, ob ich was richtig oder falsch mache. In den Augen meiner Ex liegt eh eine eigene Wahrnehmung und Wahrheit. Nur die Kinder zählen. Und ich selbst.

      Eine gute Erkenntnis konnte ich aus allem schlechten ziehen: Ich bin nicht der depressive, alles schuldige Psycho, für den ich mich selbst gehalten habe.

      Lest, redet mit Vertrauten, baut euch wieder ein eigenes!!! soziales Umfeld auf. Gebt nicht auf. Für euch selbst und für eure Kinder.
      Auch wenn es dauert und Rückschläge kommen… nicht aufgeben. Es wird besser.

  25. Daniela sagt:

    Leider war es in unserer Familie so, dass die Mutter eine Allianz der Kinder ganz bewusst verhindert hat, damit wir uns nicht gegen sie richten konnten. Sie hat mich bevorzugt und meine Schwester permanent abgewertet. Derart manipuliert dachte ich viele Jahre ich sei etwas besseres als meine Schwester. So konnte die Mutter alles kontrollieren und uns gegeneinander ausspielen. Mein Vater war zu schwach um meine Schwester zu schützen, es ging jeder gegen jeden mit der Mutter im Zentrum und ich als ihrem positiven Spiegel. Ich empfehle euch die Seite Narzissmus org für erhellende Einblicke in solche dysfunktionalen Strukturen.

  26. Marion K sagt:

    Hallo,
    danke für diese ach so treffenden Seiten. Ich bin glücklich, dass ich das alles hier gefunden habe. Hatte schon sehr an mir und an meiner Wahrnehmung gezweifelt und war darum für Narzissten( Männer und auch Frauen) ein dankbares Opfer.
    Fühle mich jetzt nach dem lesen in meinen Gedanken und Gefühlen zu 100% bestätigt.

    Das entlastet mich von Schuldgefühlen, Selbstzweifeln und von dem Gefühl verrückt zu sein. Das alles ist eine Bestätigung, dass ich mit meiner Wahrnehmung immer richtig lag. Ich habe endlich die Antworten gefunden, die ich mein Leben lang gesucht habe.

    Jetzt ist mir auch klar, warum ich für Narzissten so interessant bin, sie mich aussuchen und brauchen. Da hat meine Mutter ganze Arbeit geleistet. Nach dem Motto, ..mit dir kann man ja alles machen…

    Das ist in jeder meiner Zelle eingewebt, in meiner Stimme, in jeder Geste, in jedem Blick….

    Danke für diese Seiten
    Marion

  27. Regine sagt:

    Viel zu spät habe ich die narz. Persö.-störung meiner Mutter erkannt. Ihre Intrigen, ihre Lügen, ihre große „Show“ vor anderen Menschen, ihre permanente nie endende Ich-Bezogenheit, ihre Schuldzuweisungen…Als Kleinkind fühlte ich schon ihre Unzufriedenheit und entwickelte mich zu ihrem „Laib-Eigenen“, der immer zuhörte, sie ihn Schutz nahm und da war.Das hat sie perfekt hinbekommen. Als ich mit 30 krank wurde (was sie überhaupt nicht interessierte) dämmerte mir, dass wir keine normale Familie sind.Ein Therapeut erkannte das Problem. Jetzt bin ich Anfang 40 und nur durch einen völligen Kontaktabbruch zu ihr überhaupt fähig, ein einigermaßen gutes Leben zu leben.Die Verletzungen werden immer bleiben und das Gefühl die Hälfte meines Lebens verschenkt zu haben. Die größte Verletzung ist diese empfundene Ungerechtigkeit, wenn Mitmenschen mich mit Missachtung strafen, weil ich es wagte, den Kontakt abzubrechen. Mir wird nicht geglaubt, denn meine Mutter ist eine Meisterin der Inszenierung, der Selbstdarstellung, der fürsorgl. „liebevollen und sich selbstaufgebenden“ Übermutter.So bin ich nun also gezwungen auch noch Verständnis für meine mich tadelnden Mitmenschen aufzubringen, die eben nicht wissen, was „hinter den verschlossenen Türen“ ablief. Wenn es mir ganz schlecht geht, sage ich mir immer wieder, dass sie krank ist und dass sie eigentlich das Opfer ist. Narzissmus entsteht durch frühkindl. Prägungen, Umstände wie extremes Desinteresse/Vernachlässigung. Das hat sie erlebt. Sie ist also auch nur ein Opfer. Das beschönigt und entschuldigt nicht ihr Verhalten uns Kindern ggü., schafft aber wenigtens für mich eine Art von Verständnis für ihr Verhalten. Ich kann nur bestätigen, dass Narz. absolut nicht heilbar ist. Empathie, ernstgemeinte Zuneigung, Akzeptanz für die Individualtität jedes Menschen – das alles kann sie nicht empfinden. Versuche, therapeutisch etwas zu bewirken, endeten bei ihr in zahllosen Wechseln der Therapeuten/Psychologen etc. Wurde sie auch nur im geringsten kritisiert, wechselte sie sofort den Therapeuten und es folgten die härtesten verbalen Attacken gegen „diesen dummen Kurpfuscher“.
    Ein Rat an alle Kinder von narz. Müttern: Setzt Grenzen, zweifelt nicht an Euch selbst, laßt Euch niemals auf Diskussionen ein, erzählt Eurer Mutter niemals intimste, privateste Dinge (sehr wichtiger Punkt! Sie behält nichts für sich und wendet es eh gegen Dich an)und schafft einfach den Absprung. Sucht Euch eine „Ersatzfamilie“. Das können Freunde sein, Schwiegereltern, Verwandte (die das System durchschauen) oder evtl. andere Opfer narz. Mütter. Alles Gute für Euch. Regine

  28. André Hofmann sagt:

    Als Expartner einer narzisstischen Mutter (16 Jahre Beziehung) und Kindesvater eines Sohnes -nun 12 Jahre alt- aus eben dieser Beziehung fallen mir einige Paralelen auf.
    Zu lange hielt ich mich in einer Opferolle auf und dachte in grossem Ramen „Schuld“ bekennen zu müssen. Natürlich gab es auch nur eine Person, die „schuld“ an allem war und nach 10 Jahren getrennt zu leben immer noch ist!!!
    Die materielle Gier und die Neigung zu Oscar reifen Intrigen und Psycho „Spielchen“ treffen in unserer Situation ebenfalls absolut zu.
    Ebenfalls meinen Dank für den Augen öffnenden Beitrag
    André

  29. Elisabeth sagt:

    Sehr gut beschrieben!
    Da wird u.U. sogar die Schwiegertochter zur Konkurrenz.
    Und wenn sich der (selbst narzisstische) Sohn abnabeln will, gelingt ihm das nicht, weil seine Mutter alles in diese Richtung im Keim ersticken will.
    Da ist es auch möglich, dass sich die narzisstische Mutter in übertriebenem Maße in die Ehe ihres Sohnes einmischt und er das – gegen seine Ehefrau – sogar mitforciert!

    Wenn man Pech hat, nimmt sich diese Mutter auch das Recht, sich in die finanziellen Angelegenheiten ihres Sohnes einzumischen und versucht sogar seine Schwiegereltern in finanziellen Entscheidungsfragen unter Druck zu setzen. Z.B. wenn die Schwiegertochter noch Geschwister hat, die auch finanzielle Zuwendung von ihren Eltern erhalten sollen.
    Habe ich selbst erlebt!

    Die materielle Gier solcher Mütter ist nicht zu toppen und mehrere Kinder zu haben, ist dann auch keine Seltenheit, zumal die Fassade als kinderliebe Mutter nach außen super aufrecht erhalten werden kann.

    Auffallend ist die eisige Kälte, die sich dann auf die Kinder überträgt.
    Mit dem Ausdrücken von Zuneigung und Respekt und dem einander Berühren tun sich diese Leute doch sehr schwer!

    Danke für diese Beschreibungen.
    Elisabeth

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