Scheidung von einem Narzissten

Die Scheidung von einem Narzissten kann eine große Herausforderung sein, weil der Narzisst seinen ehemaligen Partner nicht so ohne Weiteres in die Freiheit entlassen will. Er versucht mit allen Möglichkeiten, dem Ex-Partner auch weiterhin das Leben schwer zu machen und wird in einem Scheidungsprozess alle Register ziehen, um als Gewinner aus der Trennung hervorzugehen. Michael Horn von dem Rechtsportal www.scheidung.org  informiert über die Folgen einer Scheidung und wie man die Schwierigkeiten überwinden kann.

Bild: © BillionPhotos.com – Fotolia.com

Die Scheidung – ein schwieriger Prozess

Menschen verlieben sich, gestalten ihre Zukunft zusammen und heiraten. Die Ehe als Anker in einer von Digitalisierung und Globalisierung geprägten Welt hat Bestand. Diese Wunschvorstellung kann jedoch an den Hürden des gemeinsamen Lebens zerbrechen. Laut dem Statistischen Bundesamt ließen sich demnach 2015 allein 163.355 Paare scheiden. Viele Menschen, die sich zur Scheidung entschlossen haben, wissen oftmals nicht wie eine Scheidung abläuft, welche Folgen sich daraus ergeben und was im Einzelnen zu regeln ist. Wenn es sich dann noch um eine Scheidung mit einem Narzissten handelt, vergrößert sich das Gefühl der Unsicherheit und Überforderung. In diesem Fall sollte man sich auf ein langwieriges und komplexes Scheidungsverfahren einstellen.

Die rechtlichen Gegebenheiten

Als erstes stellt sich Ihnen die Frage, ob es sich um eine einvernehmliche oder streitige Scheidung handelt. Aufgrund des Wesens des Narzissten ist vorsorglich von einer streitigen Scheidung auszugehen und entsprechend sollten Sie mit höheren Scheidungskosten rechnen. Ebenfalls kommen gegebenenfalls drei statt einem Trennungsjahr auf Sie zu, da sich die Trennungszeit auf drei Jahre erhöht, wenn einer der Ehegatten nicht gewillt ist der Scheidung zuzustimmen.

Außerdem gibt es im Scheidungsrecht den Sonderfall der schnellen Scheidung mit der Härteklausel, bei der die Trennungsphase nicht abgeschlossen werden muss. Voraussetzung hierfür bildet die Unzumutbarkeit der Ehefortsetzung, die, verursacht durch den Ehepartner, für den Antragssteller eine unzumutbare Hürde bedeuten muss. Inwiefern dieser Umstand gegeben ist, muss im konkreten Einzelfall vom Familiengericht beurteilt werden. Allgemein gelten Familiengerichte bei Härteentscheidungen als zurückhaltend, sodass gravierende Gründe nachgewiesen werden müssen. Beispiele hierfür sind etwa:

  • Alkoholmissbrauch unter Verweigern oder mehrfaches Scheitern von Entziehungskuren
  • Beleidigungen und Beschimpfungen des Ehepartners und fortlaufend in Gegenwart der Kinder
  • Ehebrecherische Beziehung mit sich daraus ergebender Schwangerschaft
  • Morddrohungen gegenüber dem Ehepartner
  • Straftaten gegenüber dem Ehepartner

Auch eine besondere Schwere der seelischen Gewalt in der Ehe ist als Härtefall gesetzlich anerkannt. Diese muss entsprechend erkannt und nachgewiesen werden. Zur Darlegung eignen sich häufig Briefe, SMS, E-Mails und Zeugen.

Außerdem ist nicht nur die Scheidung durchzuführen, denn auch die Scheidungsfolgesachen gilt es zu regeln. Nach § 137 Abs. 2 Gesetz über das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit gehören dazu:

  • Versorgungsausgleich
  • Unterhalt
  • Ehewohnung und Hausrat
  • Güterrecht
  • Kindschaftssachen, wie Sorgerechtsfragen, Umgang und Herausgabe des Kindes an den anderen Ehegatten.

Weitere Informationen hierzu hat der Berufsverband der Rechtsjournalisten e. V. auf seinem umfangreichen Ratgeberportal www.scheidung.org. Besonderer Fokus wird dabei auf allgemeine Informationen zur Scheidung, Ablauf einer Scheidung, Unterhalt, Scheidungskosten, Finanzen und Vermögen und Trennung mit Kindern gelegt. Zudem wird über Scheidungs- und Familienberatung informiert und ein Scheidungsrechner sowie eine Checkliste für Sofortmaßnahmen bei Trennung angeboten.

Des Weiteren hat der BvDR einen übersichtlichen Ratgeber erstellt, der dabei helfen soll die sieben häufigsten Fehler bei Scheidungen zu vermeiden. Dieser ist hier zum kostenlosen Download verfügbar. Weitere Informationen zu Scheidungen finden Sie in dem kostenlosen Ratgeber „Und sie lebten glücklich und zufrieden bis ans Ende ihrer Scheidung„.


E-Book : Wie trenne ich mich von einem Narzissten?

Praktischer Leitfaden für alle Fragen und Probleme, die in einer Trennungsphase mit einem Narzissten auftreten können.

Mehr Informationen über das E-Book


Veröffentlicht in Blog, Gesamt, Trennung von einem Narzissten
6 Kommentare zu “Scheidung von einem Narzissten
  1. Helga Greve sagt:

    Mein Ehemann hat sich nach 16 Jahre (davon 9 Jahre Ehe und ein 9-jähriger Sohn) am Telefon Schluss gemacht (seine Patentin, 14 Jahre jünger, wurde nach 3 Monaten mit Zwillingen schwanger) Kreditkarte, EC-Karte alles wurde von ihm sofort gesperrt. Auto vor der Tür entwendet, Strom und Wasser sperren lassen, Private Krankenversicherung, Internat in England nicht mehr bezahlt – dies alles ohne vorherige Information! 9 Jahre Scheidungskrieg, mit Lügen, Betrügen und immer wieder neuen Prozessen. Mit dem eigenen Sohn wegen Unterhaltszahlungen vor Gericht gezogen, ihm später, als Student ohne Einkommen, den Gerichtsvollzieher ins Haus geschickt. Jetzt erhält mein Sohn regelmäßig Post vom Anwalt des Vaters, der Bescheinigungen und Noten sehen will. Mich will er nun mit einer neuen Klage dazu bringen (dass obwohl die Ehescheidung vor drei Jahren vollzogen wurde) angebliches Eigentum oder Eigentum der verstorbenen Eltern herauszugeben. Er zählt Dinge auf, die angeblich in meinem Besitz sind, die ich aber nie zuvor gesehen haben. Mal geht es um eine Stofftiersammlung, angebliche Bourdeaux Weine und vor allem Kunstgestände, die ich unbedingt an ihn herausgeben soll. Es ist unbeschreiblich, was mein Sohn und ich seit der Trennung 2006 durchgemacht haben und immer noch durchmachen müssen. Er läßt uns keine Ruhe! Und das tollste: er ist Frauenarzt! Er verfolgt uns überall hin, findet heraus, wo wir wohnen – ich fühle mich gestalkt!
    Seine außerehelichen Kinder sind nunmehr 10 Jahre alt – und gerade hat er die Mutter der Kinder geheiratet. Trotzdem gibt er keine Ruhe – ich werde wohl auswandern müssen !

    • Sterntaler sagt:

      Oh mein Gott!! Ähnliches erlebe ich auch!! Meinen Sohn ( heute 18 Geburtstag) hat er dazu gebracht, auszuziehen!! Gestern und ich wurde erst letzte Woche von meinem Sohn in Kenntnis gesetzt!!
      Papa bezahlt neues Motorrad, Auto und von dem Unterhalt bezahlt mein Sohn die Miete!!! ( wer weiß wie lange!)!! Meine letzte Anwältin hat das Mandat niedergelegt!!!
      Hat im steuerbüro ihres Vaters gelernt und der Steuerberater meines noch-Ehemannes arbeitet im selben Büro!!! Habe mehrfach auf Bilanz-Betrug hingewiesen!!!!
      Und ohne Anwalt hat das Amtsgericht mir aufgebrummt die U-Anlage für 2014/2015 zu unterzeichnen!! Angeblich Unterhalt in Höhe von 13805 Euro erhalten!!!
      Wird allerdings als Kaltmiete von 1350 Euro angerechnet!!! ( Dorf, resthof wurde seit 2002 nie wieder renoviert) allerdings behauptet mein noch-Ehemann das, aber er hat die Kredite auf dem Haus in die Firmen-Bilanzen einfließen lassen!!!
      Ja sehr verwirrend!!!
      Mittlerweile ist er verlobt und mit unserer ehemaligen Mitarbeiterin hat er jetzt ein Kind!!! Und die gute suchte nur einen reichen Geschäftsmann!!!
      Und ich bin pleite und das Amtsgericht drückt mir Verfahrenskosten von 5800 Euro aufs Auge!!!
      Ja ein Narzisst macht solange weiter wie man ihn lässt!! Seine Anwältin spielt das perfide Spiel mit und meine Anwälte haben nicht einmal den Finger krumm gemacht!!!!
      Ich könnte endlos weiterschreiben, aber jeder weiß: wer es mit einem Narzisst zutun hat, kommt nicht aus dieser Rattenfalle raus! Außer es geschieht ein Wunder!!!!
      Zu meinem Sohn habe ich nur gesagt: führe dich nicht in die Abhängigkeit!!! Ich glaube er hat es nicht verstanden!!!
      Möge Gott ihn schützen!!!!
      Ein Hoch auf die Gerechtigkeit!!
      Das schlimmste ist, es wird immer Anwälte geben, die diese Monster im Sinne der “ Gerechtigkeit “ vertreten!!!
      In meinem schreiben vom Amtsgericht steht: im Namen des Volkes….
      Und ich stand da und sagte zu mir: nein das volk weiß Bescheid!!
      Es müsste heißen: im Sinne der Anwältin und dem Monster….!🔨

  2. Ralph sagt:

    Hallo,
    ich kann bestätigen, dass die Scheidung mit einem Narzissten eine langwierige Angelegenheit ist. Obwohl es weder um Hausrat, Versorgungsausgleich noch um Vermögen geht, zieht sich meine Scheidung schon seit 2 Jahren hin. Ende offen.
    Da wird gelogen, falsch ausgesagt, Termin mit Hilfe der Rechtsanwältin immer wieder verschoben usw.
    Bei den Vereinbarungen für meine Tochter ähnlich. Keine Einhaltung von Vereinbarungen mit dem Jugendamt. Selbst gerichtliche Vereinbarungen werden ignoriert.
    Die Beiträge hier entsprechen (leider) der Realität. Vielen Dank dafür.

    Viele Grüße und viel Kraft allen Betroffenen

    Ralph

  3. Kerstin sagt:

    Hallo,

    wann genau ist ein Härtefall bei der Scheidung gegeben? Mein (noch) Ehemann ist spielsüchtig und hat einen Großteil unserer Ersparnisse verzockt. Wie sieht es dann aus? Bekomme ich den Rest oder wird das trotzdem aufgeteilt?

    Liebe Grüße
    Kerstin

  4. BLOEMEN Hartwig sagt:

    Hallo zusammen,
    Meine Frau hat sich schon dreimal versucht das Leben zu nehmen. Erstmal mit 17 Jahren im Elternhaus und zweimal bei mir. Sie hat eine Prsöhnlichkeitsstörung, was auch von den Ärtzten festgestellt worden ist. Nach mehren Versuche mit meine Frau habe ich mich jetzt getrennt. Ich habe eine Firma aufgebaut mit ca 15 Angestellte. Meine Frau war immer angestellt bei mir. Da wir kein Ehevertrag haben, versucht sie jetzt mich fertig zu machen. Es ist Ärtzlich festgestellt worden, das sie starkePrsöhnlichkeitsstörung hat. Hat so eine Person, das Recht eine Firma mit 15 Angestellte die Firma platt zu machen ?
    Wer kann mir dabei helfen ?
    Über eine Antwort würde ich sehr freuen .
    MfG Hartwig BLOEMEN

    • Wenn Sie sich scheiden lassen, dann muss ja das gemeinsame Vermögen, das in der Ehezeit aufgebaut worden ist, getrennt werden. Da Sie keinen Ehevertrag haben, wird der Zugewinn festgestellt. Wurde der Betrieb erst in der Ehe gegründet und aufgebaut, dann steht Ihrer Frau die Hälfte des Firmenwertes zu. Besteht sie auf eine Auszahlung kann ein Betrieb in Schwierigkeiten geraten, weil er die Liquidität aufbringen muss. Ohne die Hilfe eines versierten Anwaltes werden Sie dieses Problem nicht in den Griff bekommen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*