Narzissmus heilen durch Liebe

Narzissmus heilen durch Liebe? – Geht das? Kann eine starke narzisstische Veranlagung oder gar eine narzisstische Persönlichkeitsstörung allein durch die Gabe grenzenloser Liebe geheilt werden und dadurch den Narzissten zu einem besseren Menschen machen? Wie groß ist die Chance, dass sich der Narzisst ändert, wenn ihm sein Partner fortlaufend mit Geduld, Nachsicht und Güte begegnet – egal, wie sich dieser ihm gegenüber verhält?

Bild: © Roman Samborskyi – 123rf.com

Manche Partner fühlen sich dazu berufen, dem Narzissten zu helfen, wenn sie den Grund für sein aufgeblasenes und rücksichtsloses Verhalten erkannt haben und dahinter eine große Bedürftigkeit spüren. Sie haben herausgefunden, dass sein unersättliches Verlangen nach Zuwendung und Bewunderung nur dazu dient, seinen inneren Mangel zu kompensieren und sich wertvoll und liebenswert zu fühlen. Sie meinen daher, ihm die Aufmerksamkeit und Liebe geben zu müssen, nach der er sich sehnt und ihm das zu ersetzen, was ihm möglicherweise in seiner Kindheit verwehrt blieb. Getreu dem Motto „Liebe heilt alle Wunden“ glauben sie, den Narzissten von seiner inneren Not heilen und aus ihm einen besseren Menschen machen zu können.

In der Folge ertragen sie alle Verletzungen, sehen mütterlich über alle Eskapaden, Bosheiten und Fehltritte hinweg, ordnen die Entgleisungen des Narzissten als normale menschliche Schwächen ein und entgegnen ihm bei allem, was er tut, ausschließlich mit Verständnis und Güte. Geduldig versuchen sie, ihm sein unangemessenes Verhalten näherzubringen, positiv auf ihn einzuwirken und ihn so zu einer Korrektur seines Verhaltens zu ermuntern. Sie denken, mit Toleranz, Mitgefühl und einem unerschütterlichen Glauben an das Gute im Menschen den krankhaften Narzissmus heilen und den Narzissten auf den rechten Weg führen zu können.

Doch in der Regel ist sich der Narzisst eines Fehlverhaltens überhaupt nicht bewusst, weshalb er sich über die gutgemeinten Erklärungen seines Partners und dessen großmütiges Hinwegsehen über seine Schwächen bestenfalls wundert. Wahrscheinlicher ist es, dass er die Meinung und Nachsicht seines Partners nicht als Hilfe und ein Zeichen großer Menschenliebe auffasst, sondern als Kritik an seiner Person versteht und seinen Partner daraufhin grob zurechtweist sowie dessen Haltung verurteilt – was dieser wiederum mit Güte zu beantworten versucht.

Der Narzisst nutzt die Liebe seines Partners aus

Dennoch kann es situativ gelingen, den Narzissten mit Liebe zu besänftigen. Da ein Narzisst bekanntlich mit Lob, Schmeicheleien, Zuspruch und Verwöhnung nie überfüttert werden kann, wird er es genießen, wenn ihn sein Partner bewundert, ihn so annimmt und so sein lässt, wie er ist, in allen Punkten mit ihm übereinstimmt und ihm stets bedingungslos zur Verfügung steht, wenn er ihn braucht. Wenn positive Zuwendung mit einer großen Verehrung seiner Person einhergeht, kann der Narzisst niemals genug davon bekommen. Er wird die liebevolle Fürsorge seines Partners gerne in Anspruch nehmen, aus der Aufmerksamkeit und Gutmütigkeit seines Partners jedoch keine Schlüsse auf sein destruktives Verhalten ziehen und so zur Einsicht kommen.

Indem der Partner den Narzissten in Watte hüllt und ihn höchstens sanft oder durch die Blume auf seine Schwachstellen anspricht, wird er keine Veränderung bewirken, weil der Narzisst von seiner Einmaligkeit voll und ganz überzeugt ist. Im Gegenteil: Aus dem milden Verhalten seines Partners und dessen grundsätzlich positiver Einstellung ihm gegenüber schließt er, dass er unglaublich großartig sein muss. Schließlich bringt ihm sein Partner unendlich viel Liebe entgegen, verzeiht ihm alle seine Fehler und Schwächen und gibt ihm bestenfalls nette Empfehlungen für seinen sozialen Umgang, die aber keine ernste Gefahr für ihn darstellen.

Sobald der Partner seine Kritik jedoch verschärft und das unangemessene Verhalten des Narzissten unmissverständlich anspricht, muss er mit der Empörung und Wut des Narzissten rechnen. In einem solchen Fall muss er standfest bleiben können, sich von den Beschimpfungen und Beleidigungen des Narzissten nicht aus dem Konzept bringen lassen, sondern mit Ruhe, Sachlichkeit und Einfühlungsvermögen die verletzenden Argumente des Narzissten aushalten und entkräften können. Der Partner braucht daher neben einer gleichbleibend wertschätzenden Haltung sowie ausreichend Selbstbeherrschung und Geduld ebenso eine hohe Kompetenz im Umgang mit den emotionalen Ausbrüchen und aggressiven Abwehrstrategien des Narzissten.

Es braucht Kompetenz und Standfestigkeit, um Narzissmus zu heilen

Eine mitfühlende und gleichfalls standfeste Haltung kann dafür sorgen, dass der Narzisst den kritischen Aussagen seines Partners mit mehr Respekt begegnet und dessen Aussagen zumindest prüft. Ohne eine gewisse Ausstrahlung von Autorität, die mit Empathie einhergeht, kann man den Narzissten nicht erreichen und zur Umkehr bewegen. Der Narzisst muss einsehen, dass er etwas ändern muss, und dazu müssen ihm seine Grenzen und die Folgen seines narzisstischen Verhaltens – die nicht nur für seine Mitmenschen, sondern auch für ihn persönlich entstehen – ungeschönt aufgezeigt werden.

Narzissmus heilen durch Liebe wird allein nicht reichen – es braucht auch Kompetenz im Umgang mit einer narzisstischen Störung sowie in der Anwendung wirksamer Gesprächstechniken. Liebe muss mit Weisheit gepaart sein. Verständnis, Geduld und Milde können erfolgreich sein, wenn man genaue Kenntnisse darüber besitzt, warum der Narzisst zu einem derartigen Verhalten greift und wie er seine unreifen Abwehr- und Kompensationsmechanismen überwinden kann, welche Schritte dazu erforderlich sind und wie man den Narzissten bei diesem Prozess begleiten und heilen kann. Nachsicht wird bei diesem Prozess notwendig sein, weil er sich – so wie jeder andere Mensch auch – nicht über Nacht ändern kann. Aber man muss seine Bereitwilligkeit zur Veränderung einfordern und spüren können.

Ist keine Bereitschaft des Narzissten vorhanden, kann er sein Verhalten in vielen Situationen nicht als unangemessen erkennen und ist er auch bei wiederholten Verfehlungen uneinsichtig, sollte die Liebe des Partners mit so viel Weisheit gesegnet sein, dass er die Unmöglichkeit eines Wandels akzeptiert und dem Narzissten seinen Willen lässt, ohne sich noch weiter als barmherzigen Samariter zu opfern. Deswegen muss seine Wertschätzung dem Narzissten gegenüber nicht enden – er muss aber erkennen, dass eine Änderung momentan aussichtslos ist, dass andere Umstände eintreten müssen oder dass der Narzisst eine andere Form der Hilfe benötigt, und somit seine Bemühungen zunächst aufgeben.

Es braucht eine reife Liebe, um Narzissmus zu heilen

Der Narzisst nimmt eine mütterliche Form der Liebe gern in Anspruch: Zuwendung, Verwöhnung, Fürsorge, Hilfsbereitschaft, Mitgefühl, Rücksicht, Verständnis, Milde und Trost. Durch diese Behandlungsweise kann er sein Bild von der eigenen Großartigkeit bestätigt sehen, kann daher von dieser Zuwendung nie genug bekommen und fordert diese häufig auch aktiv ein. Hingegen wehrt sich der Narzisst in der Regel sehr heftig gegen jede Form von Kritik an seiner Person, Widerspruch und Belehrungen sowie die Konfrontation mit unbequemen Wahrheiten. Der Narzisst begegnet dadurch unweigerlich seiner Angst davor, nicht gut und schon gar nicht etwas Besonderes zu sein – selbst wenn man ihm auf höchst respektvolle Weise sein Fehlverhalten zu verdeutlichen versucht.

Eine Veränderung kann aber nur erfolgen, wenn der Narzisst behutsam mit seinen Ängsten in Kontakt gebracht wird, er sich traut, sich ihnen zu stellen, und sie überwinden möchte. Es braucht klare Impulse, damit sich der Narzisst seines unangemessenen Verhaltens und der eigenen Ängste bewusst wird. Es braucht aber auch Empathie, damit der Narzisst emotionalen Halt erfährt und vertrauen kann sowie aufgrund eines verständnisvollen Beistands den Mut entwickelt, über sich hinauswachsen zu wollen. Liebe gepaart mit Erfahrung und Kenntnis kann krankhaften Narzissmus heilen – oder zumindest eindämmen.

Wenn es sich um eine reife Form der Liebe handelt, die der Partner dem Narzissten entgegenbringt, kann es gelingen, den Narzissten zu Veränderungen zu bewegen – zumindest wäre es einen Versuch wert. Als Grundvoraussetzung braucht man allerdings ein Mindestmaß an Bereitschaft des Narzissten – zumindest sollte er für wohlwollende Kritik empfänglich sein und auf gegenteilige Ansichten nicht sofort abwehrend reagieren. In aller Regel wissen aber Partner von Narzissten nur wenig über die narzisstische Grundstörung und können auch aufgrund der eigenen Selbstunsicherheit eine gleichbleibende Wertschätzung gegenüber dem Narzissten nicht aufrechterhalten, weshalb der Versuch, den Narzissten allein mit Liebe zu heilen, scheitern muss.

Sofern Partner selbst einen Mangel an Liebe in sich tragen und keinen Überschuss haben, den sie selbstlos an andere weitergeben können, dient die Hilfe meist der eigenen Selbststärkung: Solche Partner wollen den Narzissten mit grenzenloser Liebe heilen, um sich darüber selbst als wertvoll zu erleben. Sie wollen einen Triumph feiern, indem sie dem Narzissten und allen anderen beweisen, dass man alles ertragen und hinnehmen und den Narzissten einfach nur lieben muss, damit er eines Tages ein besserer Mensch wird. Doch diese Rechnung geht nicht auf: Sie werden lediglich feststellen, dass das rücksichtslose Verhalten des Narzissten immer schamlosere Ausmaße annimmt und er ihr großes Herz missbraucht, um sein Gefühl von Grandiosität auf ihre Kosten noch weiter vergrößern und sich noch großartiger fühlen zu können.


Autor der Webseite

Mein Name ist Sven Grüttefien. Ich bin der Verfasser dieser Webseite. Als ausgebildeter Heilpraktiker für Psychotherapie habe ich mich auf die Beratung von Menschen, die unter narzisstischen Missbrauch leiden, spezialisiert und biete zu diesem Thema zahlreiche Bücher, Coachings, Seminare und Vorträge an.

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Veröffentlicht in Beziehung mit einem Narzissten, Blog
32 Kommentare zu “Narzissmus heilen durch Liebe
  1. Peter sagt:

    Ich denke einen Narzissten mit und durch Liebe zu heilen ist ein sehr schwieriges Unterfangen.
    Ich kann aus eigener Erfahrung, wobei ich hier anmerken möchte, dass ich selber über einige Jahre wohl als Narzisst bezeichnet werden konnte. Doch von diesem Leben Abstand zu nehmen bedarf zunächst einmal dass sich der Narzisst seines handeln bewusst ist und dann natürlich dem Willen dies zu ändern.
    In meinem Fall kam dieser Prozess an einem Abend, ich weiß sogar noch den Monat und das ungefähre Tagesdatum. Ich lag da und von jetzt auf gleich wurde mir klar, was ich doch für ein absolutes A….. bin. Der Gedanke fraß schon vorher in mir, doch das Bewusstsein dazu, das dauerte bis zu diesem Tag. Ich werde jetzt hier nicht alles schreiben können, aber bis man wirklich das Narzisstentum abgelegt hat, das dauert einige Jahre und für meine Ehe war diese Einsicht schon zu spät. Man verfällt immer wieder mal wieder in ein altes Muster. Erschwerend kommt hinzu, dass ich in den Jahren der Änderung auch öfter den Gedanken hatte, dass, zumindest mein Leben vorher viel leichter war. Wenn Probleme da waren, war immer irgendwer da, wo ich meinen Frust abladen konnte und ich bei irgendwem einen Ort ohne Probleme hatte.
    Aber ich kann sagen, wenn man diesen neuen Weg eine Zeit lang gegangen ist, möchte man nicht mehr zurück. Ich habe mich selber verachtet für all die Dinge die ich anderen Menschen angetan habe.
    Aber es hatte auch eine Kehrseite. In Partnerschaften wollte ich jetzt alles anders und richtig machen. Ich tendierte immer mehr unbewusst in eine Richtung, dass ich Frauen anzog, die selber narzisstische Züge hatten und ich bemerkte es damals nicht. Der Anfang war immer super, nur ich wollte alles richtig machen und inzwischen war icg derjenige, der sich selber aufgab. Und die letzte Beziehung zeigzte mir dann was ich aus mir gemacht habe; Ich erduldete Angelegenheiten von Ihr, die noch nicht mal im Ansatz zu tollerieren waren. So wie es hier auch in anderen Artikeln schon beschrieben wurde.
    Diese letzte Beziehung machte mir bewusst, dass ich wieder an mir arbeiten musste, denn das war nicht ich.
    Jetzt hier und heute kann ich von mir sagen, dass ich nach den letzten 3 Jahren wieder mittig bin und ich die Erduldungen meinerseits als Strafe für mein vorheriges Leben akzeptiere, denn das was mir da angetan wurde, habe ich selber wer weiß wieviel Frauen vorher angetan.
    Und dieserhalb zum Abschluß; Ja, Menschen können, wenn diese wirklich wollen, sich ändern. Aber ob jemand wirklich will, dass weiß nur der Mensch selber und man sollte, wenn man einen Narzissten durch Liebe heilen will zum einen sich kein Zeitfenster setzen, aber vor allem, bevor man anfängt den-oder diejenige erst ein paar Monate beobachten ob der Wille zur Änderung auch wirklich da ist. Ich wäre froh gewesen einen Menschen damals an meiner Seite gehabt zu haben, aber gleichzeitig denke ich auch, dass professionelle Hilfe hier in Zusammenarbeit mit dem “Liebenden” die bessere Lösung ist. Nicht alle sind so stark Ihren Willen dann auch zu leben und ich kann aus eigener Erfahrung sagen; Es ist wirklich schwer und deswegen bin auch heute stolz auf mich, auch wenn die Erfahrung die ich im Wandel machte, mir selber zeigte dass ich das leben eines Narzissten niemals mehr leben möchte. Das eines Emphaten ohne Grenzen setzen aber auch nicht;)
    Ich bin diesen Weg alleine gegangen. Nach ca. 3 Jahren

  2. Rebecca sagt:

    Liebe Henrike,

    aus deinen Worten sprechen persönliche Reife und nahezu selbstlose Liebe.

    Leider folgt jetzt schon das Aber: Aus eigener Erfahrung kostet es schon sehr viel Energie, einen Narzissten überhaupt zu ertragen – ihn aber gar zu heilen, grenzt an Selbstaufgabe.
    Der Artikel benennt klar, welche Voraussetzungen beim Narzissten selbst vorhanden sein müssen. Siehst du diese bei deinem Partner erfüllt?

    Du wendest in deinem Beruf erlernte Strategien und Techniken an, um deine Psyche zu schützen, während er deine Grenzen offensichtlich systematisch und wiederholt sehr, sehr weit überschreitet.
    Solche Drohungen wie die von dir zitierten haben in einer Partnerschaft absolut nichts zu suchen und entwickeln meist eine gefährliche Dynamik.

    Selbst wenn du deinem Mann gegenüber nach solchen Ausbrüchen verbal ganz klar benennst, dass du das in Zukunft nicht mehr zulassen wirst; selbst wenn er sich kurzfristig reuig zeigen sollte – was er lernt, seine Erkenntnis (aus seiner verzerrten Sicht) ist folgende:
    “Sie macht jetzt ein bisschen Theater, aber ich muss nur ein wenig nett tun, mein großartiges Charisma wirken lassen und ihr erzählen, was sie hören will, und dann beruhigt sie sich wieder. Ich muss nichts an mir ändern.”

    Er lernt also, dass er deine Grenzen ohne ernsthafte Konsequenzen überschreiten DARF- selbst, wenn du das Gegenteil gesagt hast.

    Welche Folge hat das?
    Mit der Zeit werden die Einschläge häufiger kommen, und die Ausfälle immer heftiger werden.

    Dies ist nicht nur meine eigene Erfahrung.

    Deine Fachkompetenz wird dir bei deinem eigenen Konflikt nicht helfen, denn dir fehlt die objektive Distanz.

    Nicht zuletzt: Gerade das gemeinsame Kind sollte dich bestärken, aus dieser toxischen Beziehung zu gehen. Habe ich es richtig gedeutet, dass da sogar ein wenig Furcht mitklingt, wie dein Partner auf èine Trennung reagieren könnte, welch heftige Kämpfe auf dich zukämen?

    Liebe Henrike, das darf niemals der Grund sein, so etwas zu ertragen und auch dein Kind einer derartigen Atmosphäre auszusetzen.

    Ich weiß, es ist furchtbar schwer, zunächst mal die Schleier von den Augen weg zu bekommen und sich das alles einzugestehen.

    Das wird vielleicht noch Zeit brauchen, und die richtige Entscheidung zu treffen, ist ein Auf und Ab der Gefühle.

    Jedoch ermutige ich dich zu der Frage an dich selbst, ob das nicht schon psychische Gewalt ist, die dein Mann auf dich ausübt.
    Selbst wenn es “nur” ab und zu vorkommt.
    Damit würdest du dich in einer Situation befinden, die man als häusliche Gewalt bezeichnet. Denn es müssen nicht erst blaue Flecken auftreten, um diesen Sachverhalt zu erfüllen. Worte können mindestens ebenso schlimm verletzen wie Schläge.

    Du schreibst, dass du ein lebensfroher und optimistischer Mensch bist – ich vermute, gerade das ist die Quelle seiner Wut. Lass nicht zu, dass er dir diese wunderbaren Eigenschaften nimmt, und denke an dein Kind.

    Die gute Nachricht ist, dass du diesen Entscheidungsprozess nicht allein führen musst.
    Es gibt eine Plattform, wo du nicht nur jede Menge Texte oder Literaturhinweise zu diesem Thema finden kannst, sondern auch aktive Unterstützung und Begleitung durch Frauen, die Ähnliches durchlebt und überwunden haben.
    Mir hat das buchstäblich das Leben gerettet.

    Ich weiß nicht, ob es hier gestattet ist, Links zu anderen Seiten zu posten, und ich möchte auch nicht den Eindruck erwecken, Werbung zu machen. Das wäre auch abwegig, denn das Projekt ist für betroffene Frauen kostenlos.

    Falls meine Worte dich schockiert haben, so tut mir das zwar leid, jedoch ist das nun einmal meine Wahrnehmung deiner Beschreibung.
    Manchmal hat so eine Außenwahrnehmung auch eine aufrüttelnde Wirkung.

    Bitte melde dich, wenn du mehr erfahren möchtest.

    Ich wünsche dir Ķlarheit und Kraft.

    Alles Gute für dich.
    Rebecca

  3. Björn sagt:

    Sry aber NPS durch Liebe heilen ist ein schöner Wunschtraum. Dazu müsste man als NPSler erstmal liebe verstehen können und fühlen. Was durch Gehirnphysiologie und lebenslangen Mechanismen schon ausgeschlossen ist. Ganz zu schweigen von der Leere die sich dann ein reflektierter Narzisst gegenüber sieht.

  4. Henrike sagt:

    Wow, was ein spannender Artikel. Das, was am Ende beschrieben wird, die “reife Liebe” ist tatsächlich etwas das, was ich derzeit mit meinem Mann versuche. Und ich habe ein Recht gutes Verständnis von der NPs im Allgemeinen, da ich Psychotherapeutin bin, musste aber durch eine Kollegin darauf gestoßen werden, was bei uns Zuhause abgeht. Hat mich erstmal ganz schön umgehauen, aber ich arbeite schon länger aktiv daran, eine gute Balance aus Zuwendung zur eigentlichen Person und klare Abgrenzung von den wiederholten niederträchtigen Attacken (du bist so dumm und naiv, ich könnte dich wie ein Stück Scheiße aus dem Haus werfen, wenn du weiter so denkst, trenne ich mich von dir und werde dir das Kind wegnehmen etc) zu finden, was emotional nicht immer einfach ist. Durch das Verstehen der Persönlichkeitsstruktur fällt es mir allerdings so viel leichter, diese Attacken nicht an mich rankommen zu lassen und sie ganz bei ihm zu lassen. Er ist in dem Moment hässlich und sagt diese Sachen,ich versuche dennoch weiter der Mensch zu sein, der ich sein möchte und mich nicht auf seine Ebene zu begeben. (obwohl ich letztens seinen Ehering im Klo hinuntergespült habe, aber er kam wieder hoch, was ne Symbolik).
    Das sehe ich hier als meine große Aufgabe, gut bei mir zu bleiben und ihm damit emotionale Macht über mich zu entziehen. Ich kann aber selbst nicht sagen, ob es gelingen wird. Meine Energie ist noch da, da ich ein grundsätzlich lebensfroher, positiver herzlicher Mensch bin. Aber manchmal frage ich mich schon, wie lange das noch so gehen kann. Wir haben einen kleinen Sohn und das macht das ganze natürlich auch nochmal schwieriger, da ich mir sicher bin, dass er auch kein einfacher Ex-Partner wäre.
    Noch muss ich einiges ausprobieren, entweder hat es irgendwann Erfolg in Richtung Entwicklung (tatsächlich ist da auch schon einiges zu sehen, nur eben nie ganz nachhaltig) oder ich bekomme es so wirklich Out of my system.
    Bis dahin umgebe ich mich mit vielen Menschen, die mir gut tun, denn da lass mich überhaupt nicht auf seine Vorstellungen ein. Meine Freunde und meine Familie bleiben mir wichtig und stärken mich ungemein.
    Aber dennoch denke ich einfach manchmal mit großem inneren Bedauern, dass mein Leben so viel mehr Leichtigkeit und Glück vertragen könnte und ich diesen Teil in mir zuweilen schwer vermisse.

  5. Böser Gutmensch ;) sagt:

    Narzismuß heilen durch Liebe?
    Geht das?

    Ohne den Artikel dazu jetzt schon gelesen zu haben, lautet meine Antwort: leider nein.

    Bedingungsloses Vertrauen und immer nur verzeihend darauf zu hoffen das ein Narzist dadurch lernt zu vertrauen und die (ungerechtfertigten) Präventivattacken zu unterlassenlassen, war mein naiver Ansatz, als ich so eine Frau kennen und lieben lernte.

    Einfach etwas anderes vorzuleben als der ewige Schmerz, welcher ihr einziger Antrieb zu sein schien. (Quasi ein Riesen-Loch im Reifen, das durch reichlich Überdruck kaschiert wird und dadurch nur größer wird). Am Ende hatte ich selbst ein viel zu großes Loch in meinem Reifen. Mit “Druck” werde ich das aber unter Garantie nicht zu flicken versuchen.

    Die Narzisten/innen in meinem Leben, reagierten auf Verständnis und Liebe immer nur mit vermehrter Aggression.
    Sie füttern ihr Ego ausschließlich damit, das andere – nicht unbedingt wie – auf sie reagieren und werden geradezu zu Berserkern, wenn sie kein einseitiges Abhängigkeitsverhältnis schaffen können.
    Sei’s nun durch Bewunderung/Anbetung (sich idolisieren lassen) oder durch Angst/Qual welche sie in anderen auslösen um diese zu zwingen, ihnen Folge zu leisten. In beiden Fällen liegt bei einer NPS eine Art Sucht danach vor, welche diesen Zustand aufrecht erhalten muss, um stabil zu bleiben – immer auf Kosten der Stabilität Anderer.

    Ich hatte, als ich Sie kennenlernte, aber nur ein intuitives Verständnis vom Gefühlsleben. Aber auch dem, verletzter Seelen, weswegen ich mir zutraute, das schon hinzukriegen (da hab ich mich überschätzt, wusste ich doch nichts über NPS).
    Ich wusste nicht worauf ich mich einlasse – wie es wohl den meisten geht.
    Das sie sich nur für meine “Probleme” interessierte um diese hinterher ausnutzen zu können um sich mir Gegenüber in eine Machtposition brinfen zu können, war mir nicht klar. Auch ihre Versuche alte Narben bei mir wieder aufzureißen, erkannte ich lange nicht mal als das was sie waren. (Weswegen sie sich dann darauf verlegte einfach neue Wunden zu reißen um ihre Illusion von Macht zu bekommen. Ich Depp glaubte tatsächlich, wenn ich ihr diese Illusion lasse, mich nicht verteidige, würde sie irgendwann damit aufhören. Trugschluss, es wurde schlimmer. Tja, schätze eine NPS tickt eben etwas anders, als jemand der einfach nur verletzt ist…

    Heute weiß ich mehr über diese Dinge und verstehe, das wir alle ständig unsere liebe Not damit haben unsere Ego’s stabil zu halten (nicht mehr nur Instinktiv/Intutiv, sondern auch besser mit dem Kopf).

    Ein NPSler kann das jedoch nicht ohne Macht auszuüben – gerade auch in der Liebe.

    [Wirkungs-macht und jegliche Zuneigung werden immer vermischt – witzig dazu war, das sie auf Grund ihrer langen Therapie-Geschichte jegliche Versuch meinerseits das zu trennen dadurch kritisierte, das sie mir sagte ich “solle das trennen” – damals kapierte ich das nicht. Heute ist mir klar, das Sie damit in Therapie perfekt pervertierender Weise ihre eigenen Schuldgefühle bei mir ablud – was für mich einfach nur verwirrend war, weil solchen Aussagen von ihr der Bezug fehlte. Durch meinen Wunsch von ihr “geliebt” zu werden überging ich derartiges jedoch sehr lange. Mein Fehler… Und als ich begann mich zu wehren, war ich schon zu angeschlagen dafür.
    Wenn NPS und eine Liebesbeziehung überhaupt einen Chance haben sollen wenigstens halbwegs zu funktionueren, müsste man da von Anfang an Bescheid wissen… Denke ich zumindest heute.

    Sei’s die ‘Macht der Ohnmacht’ oder die Macht durch verschiedene Formen der Gewalt.
    Letzlich ist für jemanden mit NPS alles ein Konkurenzkampf, auch jedwede Form von Liebe.
    Alles hat das Preisschild der Unterwerfung, im Umgang mit Narzisten/innen. Ist einem das klar und man selbst gut geerdet, hat man wenigstens eine Chance damit klar zu kommen.

    Ist das Ego erst mal dermaßen aus dem Lot, bleibt das so.
    Lediglich tiefe Krisen welche eben gerade nicht mit Liebe (was ausdrücklich auch Nächstenliebe einschließt) ‘geflickt’ werden, welche den Menschen nötigen sich erst mal selbst zu verstehen, ohne die Möglichkeit einer weiteren Realitätsabwehr, haben eine kleine Chance.
    Dagegen “Druck” zu machen hilft auch nicht. Der Wunsch nach Einsicht bei NPSlern/innen und verständliche, neutrale Erklärung hat vielleicht wenigstens eine kleine Chance.

    Lange suchte ich die Fehler bei mir. Letzlich war mein Leben davon geprägt (schwächer ausgeprägte) NPSler in meiner Familie halbwegs stabil zu halten. Lange ging das auch gut. Aber auf Dauer zerfrisst einen das dann letzlich aber doch.
    Erst heute kapier ich, das es gerade die bunte Mischung aus Macht und Ohnmacht, sowie die Erfahrung von Zuneigung (unabhängig von Machtausübung) mir gegenüber in meiner frühen Kindheit war, welche mich das so lange stemmen ließ. (- nebst meiner Dummheit, mir einzureden das dies meine Pflicht wäre, da ich ja einigermaßen klarkam.)

    Eine voll ausgeprägte NPS jedoch hat tatsächlich einen Suchtcharakter. Und um diese Sucht zu befriedigen ist diesen Menschen jedes Mittel recht.
    Einfach ‘aufzugeben’ befriedigt das Ego-Befriedigungs-Bedürfnis von NPSlern nicht. Zur Not destabilisieren diese einen ganz gezielt, bis endlich das ersehnte Machtungleichgewicht herscht und Sie über ihre(n)’Geliebte(n)’ verfügen können. (Was auf Dauer zwangsläufig Widerstand provoziert, da jeder Mensch intuitiv versucht, das eigene Ego stabil zu halten. Was unter Umständen dazu führt das NPS geradezu ansteckend ist.)

    In meiner Familie hatte ich den Vorteil das mir der NPSler nicht wirklich gewachsen war und die kleinen Intrigen kaum echten Schaden anrichten konnten. Was sich dann mit meiner Ex und meiner Rosa Brille sehr änderte. Dermaßen gezielte, geschickte und hinterhältige Manipulation kannte ich bis dahin nur aus Filmen und Büchern. Kurz, ich raffte nicht mal was da geschah. (Na gut, mein Gefühl raffte es schon… war wohl mein Ego, welches glauben wollte, das ließe sich in den Griff kriegen.
    Ihre Intrigen umfassten bald jeden Aspekt meines Lebens und ich verlor jeden Halt. Fand ich neuen, wurde dieser zerlegt – was auch daran lag, das ich es zuließ, verletzt zu werden. Mein Narzismuß, könnte man sagen, welcher glauben wollte das dies irgendwann aufhören würde und ich das aushalten könnte. Heute halte ich nicht mehr aus. Was Schade ist, aber wohl nur schwerlich zu ändern.
    Jede(r) “Fels in der Brandung” ist gut beraten nicht zu vergessen, das steter Tropfen jeden Stein zu hölen vermag – metaphorisch gesprochen.

    Darauf mit ‘Liebe’ zu reagieren und es zulassen verletzt zu werden, ohne das es echte Konsequenzen für echte NPSler hat und jegliche eigene Schwäche zu offenbaren, in der Hoffnung NPSler würden zu ihren stehen können, führt nur dazu das diese einen zu verachten beginnen. (Weswegen man dann auch ‘ausgetauscht’ wird – begleitet von Schmierenkampagne und Schuld abspalter- und dem anderen in die Schuhe schieberei … Was es auch nahezu unmöglich macht bei derartigem rauszufinden was wirklich lis war.
    “Dukomentieren” ist ein Vorschlag der hier gemacht wird. Nun empfand ich das immer als eine Art “Vertrauensbruch” und unterließ das daher. Während Sie im “Grande Finale” keine Skrupel hatte “Dukomentation” aus dem Zusammenhang zu reißen um mich zu diskreditieren – natürlich in der guten altbewährten Msnier “Richter, Henker und Geschworene” in Personalunion zu sein. Also mich nicht direkt anzugreifen, sondern andere mit fingierten “Dukomentationen” dazu zu bewegen, ihre Zerstörungsdrecksarbeit für Sie zu erledigen. (Ich Depp glaubte das es ausreichend wäre so etwas, sofern es mir auffiel einmal klar (beweisbar) zu widerlegen und die Manipulative Art sichtbar zu machen. Das war wieder einmal ein Trugschluss – steter Tropfen höhlt den Stein. Zumal sie sehr geschickt darin ist Sympathien vorzutäuschen um dann, wenn man entsprechend weichgeklopft ist, “gemeinsame Antipathien” auf ihre Zielscheiben zu prohezieren.

    Derartiges Verhalten war mir zwar nicht fremd, jedoch konnte ich mur einfach nicht vorstellen wie sehr jemand in Rachsucht hängen bleiben und dabei noch auf “heiligen Kreuzzug” ausrufen, machen kann. Dieses Spiel dann novh auf verschiedenen Ebenen zu führen, ohne das die verschiedenen aufgetzten Parteien davon wissen (zum einen solcge einlullen die sie “Retten” sollen, zum anderen Andere einlullen um sie (und indirekt sich selbst) zu “Rächen” war eine wirklich meisterhafte Inszenierung.
    Dagegen würde nur wohl nur helfen es genauso zu machen.
    Was mir jedoch zu wider ist.

    Ich fange an mich selbst zu verachten, wenn ich es selber praktiziere, weswegen ich da nicht konsequent bin – was dann aberwitzigerweise als “unglaubwürdig” rüberkommt.
    Schon absurd, das es in der Politik genauso läuft. Seit Jahrtausenden…

    Wenn man mir heute also gut gemeint ‘nahelegt’ es doch genauso zu machen, damit ich endlich mal lerne mich ‘durchzusetzen’, dann bekomme ich einen emotionalen Brechreiz davon. Was ich mal als halbwegs gesundes Zeichen deute.
    Ich verschmähe Erfolg eben, wenn daran gebunden ist, in einer Tour und ununterbrochen zu intrigieren, oder aber auch nur mich ununterbrochen gegen Intrigen wehren zu müssen.
    Aus derartigen Umfeldern ziehe ich mich lieber raus.
    Aber ich bin wohl auch einfach etwas “verrückt”.

    Letzlich ist es in unserer Kultur eher üblich, ja ‘normal’ einen narzistischen Stil zu leben.
    Unser Gesellschaftsmodell basiert darauf, ja es fördert diese Entwicklungen sogar – auch wenn da jetzt wohl, (notwendigerweise) langsam etwas umgedacht wird.

    “Erfolg” hängt von der Bereitschaft zur Machtausübung ab – Macht hier im Sinne von Handeln um die Umgebung zu beeinflussen.
    Und “Erfolg” wirkt sich im Rahmen von sozialem Status eben wiederum auf die Möglichkeit aus, Macht auszuüben.

    Hier wurde an andere Stelle mal von jemandem gefragt: “Warum dürfen die eigentlich frei rumlaufen?” (bezogen auf NPSlern/innen) – Das dürfen diese, solange sie mehr Nutzen als (sichtbaren) Schaden zu verursachen, wäre heute meine Antwort darauf. Das klingt in manchen einem Ohr vielleicht zynisch, ist so aber nicht gemeint. Es ist nur schwer das Kurz zu fassen.

    Liebe und Macht könnte man als das Ying-Yang Symbol sehen. Zuneigung und Macht bedingen einander zwar indirekt, sind aber letztlich voneinander getrennt (und vermischt man beides, so wird jegliche Zuneigung dadurch irgendwann zerstört).
    Mein Leben lang wollte man mir einreden das es genau das ist, was ich falsch mache. Dabei war es gerade das, was ich richtig machte und was mich lange stabil hielt. Trotz nicht einfacher Umstände.

    Nach dem was jetzt hinter mir liegt, mache ich einen Riesenbogen um alles was auch nur den leisesten Hauch von ‘Preisschild’ an Zuneigung gebunden hat.
    Zumindest weiß ich heute wie man für Narzistinnen uninteressant wird….
    Man tue einfach so, als wäre man selbst einer (was natürlich nicht immer geht – etwa wenn ein Machtungleichgewicht besteht).
    Macht man das jedoch zu lange, läuft man Gefahr sich selbst damit anzustecken.

    Methode B, wäre so zu tun als wäre bei mir nichts zu holen, (also etwa ich wäre blöde o.ä.) das ich nichts mehr zu geben habe und auch nichts mehr das sich mir zu nehmen lohnt. (Was sogar fast zutrifft, haha)
    Jedoch haben Narzisten/innen es nicht selten einfach nur auf die Würde abgesehen – welche man einem Menschen jedoch nicht nehmen kann. – Man kann Menschen aber so lange und intensiv drangsalieren, bis sie diese aufgeben und genauso ein (mit Verlaub) Arsch werden, wie die Quälgeister.

    [Humor: Mann stelle sich mal vor, etwa Heroinsucht wäre ansteckend (durch Kontakt etwa). Was würde dann alles unternommen um das zu unterbinden… Oh halt, richtig… wahrscheinlich nichts. Dann wäre es ja ‘normal’.] – wie gesagt, Humor, nicht all zu sehr auf die verdrehende Goldwage legen, xD.

    Im Fall eines Machtungleichgewichts zu eigenen ungunsten, nehme man besser reißaus. Denn reinen Ego-Befriedigungs-Machtkämpfen (also Konflikten ohne tatsächliche Ursache) mit NPSlern kann man nicht aus dem Weg gehen, weder direkten, noch indirekten. Es hat eben Suchtcharakter, daher schaffen diese einfach einen Konflikt.

    Heilung dafür wäre wohl davon abhängig, das NPSler die Möglichkeit verlieren, mit ihrer Art Macht auszuüben “Erfolg” generieren können. Also sozialen Status – was wunderbar auch geht indem man Opfer-Status vortäuscht um sich mit anderen “Opfern” zu solidarisieren. Was wiederum kaum je von tatsächlich Opfer gewesen zu sein unterschieden wird. Das wäre auch recht mühselig, zumal nichts Menschen besser zusammen zu bringen “scheint” als gemeinsame Feindbilder und man sich gemein-sam gleich stärker fühlt und schön zu gerechter Rache übergehen kann. Nur das Rache ≠ Gerechtigkeit ist.
    “Erfolg” / Sozialer Status welcher NPSlern/innen sonst als Ersatz für echte Zuneigung dient, müsste als erst mal wegfallen.
    Nur dann könnten NPSlern/innen es wohl lernen, Machtausübung sachlich zu halten und von Liebe zu trennen – aber selbst das wird wohl Abwehr auslösen. (Was letztlich aber in gewissem Ausmaß auf jeden zutrifft, wenigstens Situativ).

    Es ist auch schwer, klar auszumachen, wann ein Verhalten Abwehr ist und wann tatsächlich Sachgründe vorliegen. Und NPSlern/innen sind oft recht findig darin sich selbst eine Deutungshoheit zu verschaffen – egal wie, egal welche Konsequenzen das hat.
    [Humor: Hyper-pro-aktiv, quasi gehen diese dann einem Heer von Opfern voran – im großen, ebenso wie im kleinen.]

    Letzlich kann jeder Mensch eine NPS entwickeln. Wird man lange genug nur mit Omnipotenzwahn gefüttert oder nur mit Ohnmachtserfahrungen, am Ende steht nahezu unweigerlich die NPS. Welche dann das Umfeld belastet und den/die NPSler gleich mit. Solange das Ego eines/r NPSlers aber auf Kosten anderer mit genug “Futter” versorgt ist, stellt das für die Mehrheit der Menschen kein Problem dar, diese projezieren ja nicht selten ihre eigenen Fantasien von Allmacht und Rache auf NPSler und leben glücklich und zufrieden in deren schützenden Schatten.
    [Zum Beispiel gibt es Heroinsüchtige, bei welchen das dem Umfeld gar nicht auffällt. Weil diese genug Geld zur Verfügung haben um keine Entzugserscheinungen zu haben und auch genug Disziplin im Umgang mit ihrer Sucht, das dies unter Umständen sehr lange gut gehen kann. Man versuche mal solch einem süchtigen (mit Liebe) klar machen zu wollen wie schädlich das doch ist – als Analogie zum Suchtcharakter einer NPS. So ein(e) Süchtige(r) würde wohl dagegenhalten, das es ja gerade das Heroin ist, was diese ‘stabil’ und leistungsfähig hält…]
    Ein, zwei emotionale Sandsäcke für die NPSler, “etwas” Korruption und Machtmissbrauch hier und da, was macht das schon, so lange man es gut unter den Teppich kehrt und/oder anderen für etwaige Auffälligkeiten die Schuldkeule überzieht – vorzugsweise ganz (hyper)-pro-aktiv indem man diese schon im Vorfeld (also bevor etwas ans Licht kommt) eben präventiv als Sündenbock ‘vorbereitet’ und diskreditiert.

    [schwarzer Humor: NPS funktioniert! Therapie? Vergiss es! In Therapie gehen dann nur Sündenböcke und Looser!] – zugegeben, der war mehr als grenzwertig. Nennt mich ruhig destruktiv narzistisch dafür, xD.

    Zumal das durch NPSler angebotene Über-Ego — z.B. Nationalstolz, Corporate Identity (auch im Sinne von Marken als Identitätsstiftende Bewegung, etc.) — ja scheinbar immer noch ohne Mehrheitstauglichen Ersatz ist.
    Letzlich ist es tatsächlich die Summe der vielen kleinen Teile welche NPS zu dem Erfolgskonzept schlechthin macht – nur das die Menschheit wohl langsam die versteckten (da meist sehr langfristig wirkenden) Kosten dafür realisieren muss.

    Solange es eine Nachfrage für NPSler gibt, wird es auch NPSlern/innen geben, welche diese Nachfrage machtmissbrauchen.

    [schwarzer Humor: Im Grunde müsste wohl die gesamte Menschheit mal in Therapie.
    Und das der Bedarf für NPS in naher Zukunft ein Ende findet, sehe zumimdest ich, nicht kommen.

    Aber Anfänge werden ja gemacht… Mal sehen ob’s reicht. Schon alleine dafür die kommenden Entwicklungen mitzuerleben, lohnt es sich weiter durch zu halten.
    Jedoch in meinem Fall vorzugsweise etwas Abseits von all zu sehr durch Ego-Kecks-Sucht geprägten Über-Ich’s.
    Das verpack ich nich mehr, haha. Sobald man bemerkt das ich bei der Nummer nicht bedingungslos / unhinterfragt mitspiele, geht’s nämlich Erfahrungsgemäß ‘rund’.
    (Warum ich dann, ohne Scheu, so einen Text Online Stelle? Na, ich verlasse mich auf den in Deutschland heiligen Datenschutz…. Natürlich nicht, ich hab nur nichts mehr zu verlieren dabei.
    Nur das da nix rundes dran ist, an dem was so rund zu laufen scheint. Ist eher eine Abwährtsspirale.

    Und jetzt les ich erst mal den Artikel.

    P.S.:
    @Klaus Meisenkayser:
    Ach und was den Vergleich mit NPS und dem Teufel angeht – das ist nicht gänzlich falsch. Doch stellt der ‘Teufel’ für ‘Gott’ in dieser “Dämonisierungs”-Analogie den notwendigen “Antagonisten” für “Gott” dar – welcher seine eigenen negativen Aspekte von sich abspaltet und auf den “Teufel” projeziert.

    Durch diese (imo narzistische) “Lesart” der Bibel kam es immer wieder zu Hexenverbrennungen.

    Ein prominentes Beispiel dafür wäre aberwitzigerweise Jesus selbst – welcher “buchstäblich” für die Sünden seiner Mitmenschen zu Tode gefoltert wurde. (Während ein eher gewaltätiger “Streiter für die “Gläubigen” auf Wunsch der Pharisäer begnadigt wurde…)

    Ghandi etwa (im übrigen durchaus auch eine recht narzistische Persönlichkeit, hatte ein ähnliches Schicksal in seiner Heimat – seine Landsleute feiern den eher gewaltbereiten “Erlöser” heute noch als National(ego)helden, während Ghandi in Indien nicht so ein Ansehen genießt. Ja bei vielen sogar in Vergessenheit geraten ist.

    Passiver (passiv aggressiv?!) Widerstand durch eine große Gruppe jedoch, ist es, was am ehesten eine tatsächliche Veränderungen gegenüber einem Gewaltmonopol möglich macht.
    (Macht durch Ohnmacht)
    Aber auch nur dann, wenn die Soldaten einen Funken Anstand im Leib haben und den Menschen welche sie vor ihren Waffen haben zumindest zugestehen auch Menschen zu sein.

    Gegenbeispiel zu Ghandi’s “friedlicher Revolution”:
    Das Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens etwa. Was nicht verwunderlich ist, wenn man weiß wie die “Kulturrevolution” von Statten ging. (Jugendluche wurden derart durch Manipulation Fan-atisiert, das sie ihre eigenen Eltern im Nahmen ihres Über-Egos und dessen Übervater abschlachteten. (Das war keine Ausnahme, sondern fast schon die Regel).

    Das mit Ghandi und der Kulturrevolution nur mal als eher historischen Vergleich zu der uralten Geschichte mut Jesus.

    Sobald Religion (und auch Ideologien) mit sehr viel Macht verwoben sind (und damit Status), scheint es usus zu sein, das irgendein/e Narzist*in auftaucht, welche als über – Vater/Mutter den durch langjährigen “Alltagsnarzismuss” angestaute Wut größerer Bevölkerungsgruppen nimmt und auf ein Ziel seiner/ihrer Wahl lenkt.
    Frauen in, der Vergangenheit, freilich zumeist eher in “verdeckter” Form aus zweiter Reihe. Als graue Eminenz, welche etwa den Sohnemann lenkt und seinenen Ehrgeiz steuert.
    (Dazu fällt mir leider kein konkretes Beispiel so schnell ein.
    Calugula passt zwar, aber bekannter ist etwa der Roman die Säulen der Erde – welcher viele Beispiele von unterschiedlichstem Narzismuss beschreibt.

    Auch den oft so vernachlässigten “Weiblichen”.

    [Humor: Wie sexistisch! Als ob Frauen sich nicht durchzusetzen und zu behaupten wüssten!
    Ich halte das ja für ein Gerücht.
    Mata Hari etwa wär ein Beispiel. Oder als etwas positiveres Beispiel etwa Hildegard von Bingen. Oder wie wär’s mit Thatcher oder wie hieß noch gleich diese britische Monarchin, oder die in Russland… Ach je, da gibt’s ja doch ne Menge Beispiele auch für den grandiosen Narzismuß… Typisch Patriarchat, das einfach totzuschweigen.] – ja, ich weiß, mit dem Witz mach ich mir keibe Freunde. Ist noch zu früh dafür. Zu viele blutende Wunden – beileibe nicht nur seelische. Allerdings sollte das auch mal angesprochen werden. Absicht dahinter: Ich fände es Schade wenn die Frauenbewegungen die gleichen Fehler wie das Patriarchat macht.
    (- we overdo it and become just the same…)

    • lilli sagt:

      Hallo,
      das Patriarchat nur nachzumachen
      war die Sackgasse –
      ebenso wie den Narzissmus nachzumachen die Sackgasse wäre.
      Liebe mit Loslassen ist wichtig
      und aus meiner Sicht mit Spiritualität leichter möglich.

  6. Klaus Meisenkayser sagt:

    Betrachtet man den Sachverhalt einmal von der spirituellen Seite, kommt man zu der Erkenntnis, das Satan der ursprüngliche Narzisst ist, der sämtliche narzisstische Eigenschaften demonstriert: 1. ein primäres Ziel zu haben, erhöht und angebetet zu werden, 2. ein Lügner zu sein, der die ganze Zeit lügt, 3. gesetzlos und rebellisch zu sein, 4. ein Intrigant zu sein, 5. manchmal unter dem Deckmantel der „Gerechtigkeit“ zu agieren, 6. versuchen, ein falsches Machtbild darzustellen, 7. ein Zerstörer sein, der bei seiner Niederlage möglichst viele Menschen mitnimmt, 8. seine Ziele ausfindig machen, 9. darauf warten eine günstige Zeit, um seine Ziele zu verfolgen, 10. zu versuchen, seine Ziele mit Schlingen zu fangen, und 11. zu fliehen, wenn Widerstand geleistet wird. Das alles steht in der Bibel.

    Nur Gottes bedingungslose Liebe kann diese Menschen retten, denn der Geist des Narzissten ist dämonisiert.

  7. Sonnenblume sagt:

    Was für eine großartige differenzierte Beschreibung einer inneren Haltung, die die reife Liebe zusammen mit Weisheit würdigt und ihr einen sinnreichen Platz gibt.

    Danke, Herr Grüttefien, für diese facettenreiche vielschichtige Spur, die Sie mit diesem Beitrag herausgearbeitet haben und zur Geltung bringen.

    Liebe dieser Art zählt zu der höchsten Lebenskunst und zu den größten Lebensaufgaben, denke ich.

  8. Petra N. sagt:

    Das war wieder ein brillanter Artikel, der mich zum Nachdenken anregt, so dass ich gleich ein paar Digne loswerden muss.
    Ich bin der Meinung, dass es jede Art von Färbung auch beim Narzissmus gibt. Also wird es immer einen gewissen Teil von Narzissten geben, die man “heilen” kann. Die grosse Mehrheit hingegen, da habe ich kaum Hoffnung. Zumal ein Beziehungspartner nicht zwangsläufig ein guter Psychotherapeut, eine Psychotherapeutin ist. Denn DAS wäre sicherlich nötig, um noch ein paar Narzissten zu ändern.
    Meine Eltern waren beide Narzissten. Würde man ihnen das sagen, wären sie entsetzt, denn sie sind blind sich selbst gegenüber. Meine Mutter hat meinen Vater so massiv manipuliert, was er nicht gemerkt hat. Sie hat ihn gelobt, verhätschelt, verwöhnt, immer dann, wenn er tat, was sie wollte. Als sie verstarb, lernte er eine andere Frau kennen, die komplett das Gegenteil meiner Mutter war. Die Beziehung hat nicht lange gehalten, denn sie ist buchstäblich neben meinem Vater erkaltet, verdurstet. Wenn ich ihn anrufe, er ist jetzt Mitte 80, erzählt er nur von sich, wie toll er ist, was er heute wieder gearbeitet hat (Der Mann, Handwerkermeister rennt mit 85 noch auf Baustellen herum !)
    und er ist vermögend, hat zwei Häuser und ist am jammern, um was er sich alles kümmern muss.
    Würde ich ihm sagen, verkauf doch ein Haus und mach dir noch ein paar schöne Jahre, würde mir der Hass entgegen springen. Er definiert seinen Selbstwert nur über Leistung und Besitz und wehe, es kratzt jemand an dieser Fassade. Er hat in den vielen Telefonaten nicht einmal gefragt, wie es mir geht usw. Ich werde mich abwenden. Er soll in seiner Selbstherrlichkeit leben, wenn ihm das Spaß macht.
    Einsam und allein in einem perfekten Haus mit Garten. Ich weiss, dass auf dem Totenbett, wenn er die Chance hat, ihm alles bewusst werden wird, was für ein sinnloses Leben er geführt hat, so war es auch bei seinem Vater, aber dann ist es zu spät. Narzissten sollten man nur lieben, wenn man genug Liebe hat oder eine gewisse Freude daran hat, im Schatten zu stehen.

    • OD sagt:

      Die “Färbung” ist, denke ich, niemals unveränderlich. Bei jedem Menschen gibt es Entwicklung. Überlässt man diese dem Zufall, wird es in vielen Fällen eine Entwicklung hin zum malignen Narzissmus sein. Wenn jemand also tatsächlich willens und in der Lage ist, sich einem solchen, wie dem beschriebenen Projekt zu opfern, kann das nur positiv sein. Allerdings finde ich es schwierig, eine Prognose darüber zu wagen, welchen Grad der Milderung man erreichen mag. Heilung halte ich für die Therapiedauer eines Menschenlebens für zu hoch gegriffen.

  9. Amy sagt:

    Man kann diese Menschen nicht lieben. Man liebt ihre Fassade. Sieht man dahinter, rennt man automatisch weit weg. Warum sollte man ein Schwarzes Loch lieben? Warum einen Parasiten lieben, der einem alles wegnimmt oder zerstört und dann noch über einen lacht, wenn man in den Trümmern seiner Existenz sitzt, weil man diesem Menschen vertraut hat?
    Narzisstisch Gestörte werden durch falsch verstandene Liebe anderer Menschen nicht gesünder, sie werden nur schlimmer. Liebt euch selbst und gesunde, liebevolle Menschen, anstatt Zeit mit diesen gescheiterten Existenzen und ihrem seelenlosen Glitzer zu verschwenden.

    • lilli sagt:

      Menschen sind wir alle.
      Und Liebe ist was sie ist,
      sie schadet nicht und nützt nicht.
      Menschen ändern sich, wenn sie selbst das wollen.
      Und Narzissten/innen
      wollen bzw. können das kaum oder nur wenig.
      Angehörige können sich ändern.

  10. Petra Mönnig sagt:

    Heilung nicht möglich denn Narzissten gehen nicht in Therapie,sie sind nämlich glücklich in ihrer Haut.ich weiß wovon ich rede. Meine heute 90jährige Mutter ist glücklich. Jeder der sie liebte, wurde schmerzlich unglücklich. 3 Männer sind gestorben und ich bin froh das ich sie nicht höre, geschweige sehe.

  11. lilli sagt:

    Hallo,
    im ‘Umgang mit Narzissten heißt lieben
    Abstand nehmen
    immer wieder bzw. immer mehr …

  12. Mariadirohan sagt:

    Ihr alle könnt mir nach mehr als zwanzigjährigem Bemühen glauben, dass es keine Heilung gibt. Es ist hoffnungslos, und darum, wenn ihr könnt; Lauft, lauft, lauft … und rettet euch!!!

  13. Rita Huber sagt:

    Kann dem Ganzen nur zustimmen, denn ich selber habe es viele Jahre mit viel Liebe und Aushalten der Demütigungen versucht, jedoch feststellen müssen, dass, je mehr Liebe er bekommt, umso fordernder und unverschämter wurde er. Die Antwort hieß mehr, mehr, mehr und vor allem, es wurde dadurch immer gemeiner und rücksichtsloser und brutaler.
    Heute weis ich, man muss ihm wirklich das Brett vor den Kopf knallen, um ihn aufzuwecken aus seiner Selbstverliebtheit und ganz konsequent handeln, wenn man überleben möchte….leider. Das wirkt in jedem Falle eher als zu viel Liebe und ja nicht einknicken, denn das wäre reine Niederlage und würde den Teufelskreis von neuem anstoßen.

    • Bernd sagt:

      Hallo Rita
      Das Brett vor den Kopf knallen habe ich gemacht und das führte zur regelrecht panischen Flucht meiner Narzisstin vor mir weil sie damit realisierte das ich verstanden hatte was mit ihr los ist.

  14. S. Münch sagt:

    Vielen Dank für die immer wieder so gut geschilderten Artikel!!!
    Ein kleiner Trost…

  15. JammernHilftNix sagt:

    Narzissmus, da heilt man nix. Das ist einfach so und je schneller man sich darüber klar wird, desto besser.

    Bei Familienangehörigen kann man noch ein bisschen mit Duldung, Verzeihen und Distanz klarkommen. Wenn der narzisstische Trieb (ich hab immer Recht und bin der oder die Größte, Schönste und Klügste und du bist mir untertan) aber Überhand nimmt – Kurve kratzen.

    Im Job hilft wirklich NUR das Weite suchen, die Kündigung oder irgendwie das Feld räumen!
    Und in der der Liebe?

    -na, prost Mahlzeit. Da wird der oder die Liebende(r) dann wie eine Leibeigene(r) ausgepresst bis man leer ist oder mit letzter Kraft flieht. Mir tun die Liebenden endlos leid, weil sie es ja gut meinen und geopfert werden.
    Es gibt aber kein HappyEnd, leider.

    Ach, wie hat mir diese Seite schon geholfen, endlich zu handeln 😉
    Liebe Grüße!

  16. Luka sagt:

    Vielen Dank für diesen aufschlussreichen Artikel! Diese wöchentlichen Beiträge zum Thema Narzismus sind für mich immer sehr wertvoll!
    Ich selbst lebe seit über 30 Jahren mit einer Narzistin zusammen, die neben und gleichzeitig mit mir zwei weitere Partner (nacheinander) hatte und hat. Meinen eigenen Fehlern und Schwächen muss ich es zurechnen, dass ich mich niemals weder trennen noch ausreichend schützen konnte. Das einzige, was ich erreicht habe ist, dass wir wenigstens jeder seine eigene Wohnung hat.
    Trotzdem dominiert sie meinen Alltag. Sie nimmt auf alles Einfluss: wie ich meinen Haushalt führe, wann ich abends zu Bett gehen soll, welche Renovierungen bei mir anstehen, was ich anziehen soll usw. Ich widersetze mich viel und habe dadurch viel Stress mit ihr. Sie kritisiert mich ständig, die Art wie ich spreche, dasitze, telefoniere oder irgend etwas tue. Sie kritisiert, wie ich beruflich mit Menschen umgehe usw. usw.
    Sie jammert darüber, dass ich nicht mehr Zeit mit ihr verbringen will als es tatsächlich geschieht. Ihr Freund kommt nur am Wochenende, er wohn in einer anderen Stadt.

    • Bianka sagt:

      Weshalb tust Du dir das an? Welchen Nutzen versprichst Du dir davon?

      • Luka sagt:

        Danke für die Antwort. Es gibt nur wenig Nutzen. Aber ich habe keine Kraft für ein neues Leben und bin somit ein abschreckendes Beispiel, kann anderen vielleicht eine Warnung sein. Mein Pech war, das ich schon durch eine Depression geschwächt in diese Beziehung kam.

        • Sonja Stendera sagt:

          Du hast die kraft oder kannst sie dir holen. bei mir war es auch so, nach trennung von meinem ex waren wir noch jahrelang ‘befreundet’, bis ich plötzlich aufgewacht bin und alles erkannt habe. d.h. ich wusste nix von narzissmus, aber als ich es erkannt habe (und dass meine mutter auch eine zisse ist), war klar, was ich tun musste, um mein leben zu retten. vorher klar, war es vermutlich traumabonding, auch ich hatte und habe seit jahrzehnten depressionen, ich bin allein, ohne freunde oder verständnis für narzisstenopfer, aber habe trotzdem einfach ein schlußstrich gemacht. nach 35 jahren! es ist wie sucht, radikales no contact und du schaffst das. du hast ja schon ein vorteil: du weisst, womit du es zu tun hast und dass du es NICHT schuld bist, sondern nur der narzisst, und du extremst psychisch manipuliert wirst. das ist eine wichtige erkenntnis und nun kannst du dich rausarbeiten. such dir hilfe und du schaffst das und lebst endlich DEIN leben, bevor es zu spät ist!

          • Luka sagt:

            Danke sehr Sonja St.!
            Starke Leistung von dir! Meine Narzistin sieht uns nicht als ‘befreundet’, sondern als verwandschaftet an, als etwas im Grunde Unauflösliches, das nicht gekündigt werden kann.
            Sie ist eine hochbegabte Asperger- Autistin und leidet zusätzlich an Agoraphobie. Allein kommt sie gar nicht zurecht. Ich selbst bin mit meinen Depressionen auch Jahre nicht allein zurecht gekommen. Und so sind wir wie der Blinde und der Lahme, die sich gegenseitig stützen. Mein Hauptfehler in fen vielen Jahren war wohl, dass ich den Partnerschaftsproblemen immer durch eine Art innerer Flucht aus dem Weg gegangen bin durch Hobbys, die meine Aufmerksamkeit ganz in Anspruch genommen haben. Richtiger wäre es wohl gewesen, die aktive Auseinandersetzung mit dem Narzismus der Partnerin in die volle Aufmerksamkeit zu rücken, um Mittel und Wege zu finden, damit umzugehen und die richtigen Handlungen und Entscheidungen treffen zu lernen. Fas erkenne ich erst jetzt, wo mir alle meine Hobbys keine Freude mehr machen und als Mittel der Flucht nicht mehr taugen.

    • W. sagt:

      @ Luka,
      Den wichtigsten Schritt hast du doch schon hinter dir.
      Getrennte Wohnungen.
      Warum lässt du dich weiter so demütigen, schmeiß sie raus.
      Erhole dich und heile.

      • Luka sagt:

        Danke W.!
        Durch das getrennt Wohnen gibt es einige Freiheiten und das ist schön für mich.

        • W. sagt:

          Hallo Luka,
          Wie schön erst könnte es für dich sein,wenn du deinen Alltag nicht mehr von ihr dommonieren
          ließest.Wenn du es nicht mehr zulässt dass sie sich in deine Entscheidungen einmischt.

          Ich weiß das es viel Kraft kostet einen Schlußstrich zuziehen.
          Worauf glaubst du denn Rücksicht nehmen zu müssen?Wenn ich dich richtig verstanden habe, hat sie doch schon längst einen anderen Partner.
          Ich habe diese Kraft endlich zugehen, genau in dem Moment aufgebracht als ich in Wirklichkeit am Ende war.
          Hört sich komisch an, ist aber so. Erst mit dem Rücken an der Wand habe ich mich auf meine Hinterbeine gestellt und bin da raus.
          Erst wenn man absolut keinen Kontakt mehr hat kann man anfangen das ganze auf zuarbeiten.
          Du musst es dir einfach wert sein.
          Ich wünsche dir viel Kraft.

    • Jo sagt:

      Danke 🙏 für den authentischen Bericht… Rat-schläge , bringen nicht wirklich etwas… mitfühlen, dass geht für mich gut in dem wahrnehmen… dessen was ist, war und drin wird. Seit meiner frühsten Kindheit, damals noch unbewusst, beschäftigt mich das NS Thema.
      Es sind die vielen kleinen und grösseren Tode, und immer wieder, auferstehen, welche mir das er-wach-sen, werden bis heute (65j.) ermöglichen….
      sich trauen klare Grenzen zu setzen, Standpunkte und Stellung zu beziehen, bedingt dass frei werden….
      Der Angst 🥺 begegnen..

      Ich wünsche dir den Mut, sowie die tatkräftige Unterstützung, dessen , du als führer in dir trägst…

      Wenn die Zeit Reif ist, wird es mit Leichtigkeit geschehen können…

      Zum Wohle aller Beteiligten!

      Herzlichst jo

  17. Thomas Hagenunger sagt:

    Selbst eine von mir in die Wege geleitete Paarberatung über einen längeren Zeitraum,war Energie- und Geldverschwendung. In meinem Fall war die komplette Herkunftsfamilie der Ex-Frau narzisstisch. Das gesamte Programm hab ich als zweiter Ehemann in einer Patchwork Situation durchlebt in der ich von Anfang an nicht aktzeptiert wurde. Am Schluss wurde ich, wie mein Vorgänger, übergangslos ausgetauscht und die jetzt 21 jährige Tochter instrumentalisiert und entfremdet!

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