Wie verhält sich ein Narzisst in einer Therapie?

Nachdem Betroffene herausgefunden haben, dass ihr  Partner unter einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung leidet, wünschen sie sich, dass er sich in eine Therapie begibt, um die Störung behandeln zu lassen und sein Verhalten grundlegend zu ändern. Auch wenn dieser Schritt grundsätzlich wünschenswert ist, so sollten Betroffene doch wissen, dass ein Narzisst in einer Therapie sehr viel Widerstand leisten kann und es einen sehr erfahrenen Therapeuten braucht, der es versteht, mit dem Abwehrverhalten des Narzissten souverän umzugehen.

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Es ist eher selten, dass sich ein Narzisst aufgrund seiner Persönlichkeitsstörung in eine psychotherapeutische Praxis verirrt. Häufiger passiert es, dass sich der Narzisst aufgrund anderer psychischer Probleme (Alkohol- oder Drogensucht, Angststörungen, Depressionen oder Suizidversuch) in therapeutische Behandlung begibt. Die narzisstische Persönlichkeitsstörung ist dann eher ein Nebenbefund, weil der Therapeut bei der Behandlung der akuten Beschwerden auf eine tieferliegende Kernstörung stößt.

Da es für einen Narzissten nicht mit seinem Selbstbild vereinbar ist, sich schwach und hilfsbedürftig zu fühlen, verleugnet er sämtliche Probleme in seinem Leben oder schiebt die Schuld an seinem Leid anderen in die Schuhe. Daher dauert es in der Regel sehr lange, bis sich ein Narzisst freiwillig in eine Therapie begibt. Es müssen entweder Begleiterkrankungen vorliegen, die den Narzissten extrem belasten, oder das Selbstwertgefühl des Narzissten wurde derart  erschüttert, dass er in eine schwere Krise gerät und aus ihr ohne fremde Hilfe nicht mehr herausfindet.

Oft genug begibt sich der Narzisst auch nicht von allein in eine Psychotherapie, sondern auf Druck seines Lebenspartners, weil dieser mit einer Trennung droht, sollte der Narzisst sein Verhalten nicht grundlegend ändern und Hilfe in Anspruch nehmen. Da ein Narzisst aber um jeden Preis sein gandioses Selbstbild aufrechterhalten muss, mangelt es ihm in der Regel an der nötigen Einsicht. Er glaubt, keine Hilfe von anderen nötig zu haben, und sucht daher nur  widerstrebend einen Psychotherapeuten auf.

Es kann aber auch sein, dass ein Narzisst durchaus bereit ist, sich in eine fachmännische Behandlung zu begeben, und sein unangemessenes Verhalten einsieht. Dennoch fällt es ihm dann schwer, mit einem Therapeuten offen über seine Schwächen, Defizite und Ängste zu sprechen, und er verweigert aus diesem Grund seine aktive Mithilfe. Aus Angst vor einer Begegnung mit den eigenen Scham- und Minderwertigkeitsgefühlen verbarrikadiert sich der Narzisst weiterhin hinter seiner Fassade.

Die nachfolgenden Verhaltensweisen sind typisch für Narzissten, die sich in eine Psychotherapie begeben.

Entwertung des Therapeuten

Bevor die eigentliche Behandlung beginnt, muss der Narzisst erst einmal prüfen, ob der Therapeut überhaupt in der Lage ist, einer so grandiosen Persönlichkeit, wie er eine ist, bei einem so außergewöhnlichen Problem helfen zu können. Hierzu wird die Kompetenz des Therapeuten auf den Prüfstand gestellt: „Welche Ausbildung haben Sie überhaupt?“ – „Haben Sie studiert?“ – „Wie lange üben Sie den Beruf schon aus?“ – „Haben Sie schon einmal Klienten mit einem derart komplizierten Problem, wie ich es habe, behandelt und ihnen helfen können?“ – „Kennen Sie Prof. XY von der Universität Z und haben Sie sich mit seinen Studien befasst?“

Zudem prüft der Narzisst gerne die Standfestigkeit des Therapeuten und ob dieser ihm überhaupt gewachsen ist: „Sie sehen nicht so aus, als könnten Sie mir helfen!“ – „Von Ihnen lasse ich mir gar nichts sagen!“ – „Ich hatte mir eigentlich einen Therapeuten vorgestellt, der mehr Kompetenz ausstrahlt!“ – „Konnten Sie einem Klienten überhaupt schon einmal helfen?“ – „Sie brauchen gar nicht erst anzufangen – Sie knacken mich sowieso nicht!“ Der Narzisst will austesten, wie schnell der Therapeut emotional einknickt und ob er ihn verunsichern kann, um sich als besser erleben und damit die eigene Minderwertigkeit überspielen zu können.

Besonders gerne nutzt der Narzisst das Instrument der Entwertung, um den Therapeuten einzuschüchtern und von seinem Konzept abzubringen: „Das sind ja kleine Praxisräume! Sie haben wohl nicht viel zu tun?“ – „Sie sehen nicht so aus, als könnten sie mir helfen!“ – „Wenn ich schon sehe, wie sie anfangen, glaube ich nicht, dass es etwas bringt!“ Reagiert der Therapeut dann beleidigt oder wütend, fühlt sich der Narzisst in seiner Meinung bestätigt, dass ihm der Therapeut nicht gewachsen ist und offenbar nicht die nötige Sicherheit und Erfahrung mitbringt. Das wäre für ihn ein Grund, die Therapie abzubrechen und sich damit zu brüsten, dass er einfach niemanden findet, der sich mit seinem ganz besonderen Beschwerdebild auskennt und ihm helfen kann.

Erhöhte Kränkbarkeit des Narzissten

Aufgrund seiner hohen Empfindlichkeit kann sich der Narzisst bereits von harmlosen Äußerungen sehr gekränkt fühlen. Schon ein falscher Einstieg in die Therapie kann die weitere Zusammenarbeit behindern: „Was fehlt Ihnen denn?“ – „Worunter leiden Sie denn?“ Da sich ein Narzisst immer als gesund und stark erlebt und glaubt, keine Schwächen zu haben, leiten solche Sätze möglicherweise unerwartet früh das Ende der Therapie ein. Der Narzisst ist der Meinung, dass ihm nichts fehlt und er auch nicht leidet. Der Therapeut sollte daher besser einen neutralen Einstieg wählen wie: „Weshalb kommen Sie zu mir?“

Der Therapeut kann auch den Fehler machen, das Problem des Narzissten zu verharmlosen, weil er diesem seine Angst nehmen will: „Das bekommen wir schon wieder hin! Ich habe schon vielen Klienten, die sich in einer ähnlichen Situation befanden, helfen können.“ Durch diese Beschwichtigung fühlt sich der Narzisst aber keineswegs ernst genommen. Er will nicht so sein wie alle anderen, und schon gar nicht soll sein Problem als unkompliziert dargestellt werden. Wenn er sich schon in eine Therapie begibt, dann nur, weil er die außergewöhnlichste Störung hat, die es nur geben kann. Daher erwartet er auch die allerbeste Behandlung nach höchsten wissenschaftlichen Standards. Der Narzisst will sich auch bei seinen Beschwerden als etwas ganz Besonderes erleben und nicht wie ein gewöhnlicher Patient betrachtet werden.

Im folgenden Verlauf muss der Therapeut darauf achten, die Schamgefühle des Narzissten nicht durch unbedachte Äußerungen zu berühren. Er muss ihn äußerst taktvoll behandeln, damit er nicht mit der hohen Kränkbarkeit des Narzissten konfrontiert wird, sich dessen Provokationen und Beleidigungen nicht anhören muss und in der Folge nicht die Selbstbeherrschung verliert. Fühlt sich der Narzisst nicht ausreichend wertgeschätzt, was sehr leicht während einer Therapiesitzung passieren kann, geht er sofort zum Gegenangriff über.

Am Anfang der Behandlung sollte der Therapeut daher das Grundbedürfnis des Narzissten bedienen, um auf diese Weise Vertrauen aufzubauen: Er sollte ihm möglichst viel Anerkennung und Bewunderung zukommen lassen. Wenn der Therapeut dem Narzissten ausreichend schmeichelt, ist dieser eher bereit, sich zu öffnen, weil er sich verstanden fühlt. Irgendwann wird der Therapeut natürlich kritische Punkte ansprechen müssen und damit unweigerlich die Ängste des Narzissten berühren. Dieser Prozess verläuft aber sanfter, wenn der Narzisst aufgrund von anfänglichen großzügigen Bestätigungen des Therapeuten gelernt hat, sich sicher zu fühlen.

Der Neideffekt

Der Narzisst nimmt unmittelbar eine ablehnende Haltung ein, wenn der Therapeut etwas zu haben scheint, was er nicht hat: Kompetenz, Attraktivität, Ausgeglichenheit, Lebensfreude und vieles mehr. Dann muss er sofort mit der Entwertung beginnen. Sobald ein Narzisst das Gefühl bekommt, schlechter zu sein oder weniger zu haben als ein anderer, muss er dieses Bild zurechtrücken, indem er den anderen herabsetzt. Der Therapeut muss also darauf achten, dass er keine unnötigen Vergleiche zieht, die den Narzissten in ein schlechtes Licht rücken, oder seine Kompetenz auf arrogante Weise zur Schau stellt.

Unterlegenheitsgefühle

Der Narzisst kann sich dem Therapeuten unterlegen fühlen, wenn dieser in Bezug auf die fachliche und soziale Kompetenz dem Narzissten gewachsen ist, sehr professionell vorgeht und sich durch die Psychospielchen des Narzissten in keiner Weise verunsichern lässt. Dann fühlt er sich ihm unterlegen und gleichfalls von ihm abhängig, weil dieser die Macht zu haben scheint, ihm zu helfen. Dieses Gefühl der Minderwertigkeit wiederum kann beim Narzissten Wut hervorrufen. Der Therapeut muss also in einem Gespräch immer die Balance zwischen hoher Kompetenz und hinreichend Wertschätzung dem Narzissten gegenüber halten, damit die Beziehung auf Augenhöhe geführt werden kann.

Negative Reaktionen

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Wenn die Therapie zu greifen beginnt und sich erste Erfolge hinsichtlich der Einsicht, Mitarbeit, Einstellung, sozialen Kompetenzen und emotionalen Stabilität des Narzissten zeigen, kann der Narzisst in einer der folgenden Sitzungen auf einmal eine Verschlechterung simulieren. Dies hängt dann weniger damit zusammen, dass er tatsächlich einen Rückfall erleidet, sondern eher damit, dass er dem Therapeuten den Erfolg nicht gönnt. Er kann es dann nicht ertragen, dass der Therapeut über die Behandlung seiner Störung einen Triumph erlangt und er ihm somit hilft, dessen Selbstwertgefühl zu erhöhen.

Compliance

Wenn der Therapeut von dem Narzissten erwartet, dass dieser zwischen den Sitzungen „Hausaufgaben“ erledigt, kann der Narzisst dies als Maßregelung auffassen und aus diesem Grund die Mitarbeit verweigern. Er will sich nicht einer fremden Autorität unterwerfen. Daher ist es für eine erfolgreiche Zusammenarbeit wichtig, dass Lernaufgaben mit dem Narzissten gemeinsam  erarbeitet werden und er sich ihnen freiwillig widmet. Der Therapeut darf ihm keine Aufgaben aufoktroyieren, sondern er muss Alternativen aufzeigen, aus denen der Narzisst selbst wählen kann.

Zudem ist der Therapeut darauf angewiesen, dass sich der Narzisst öffnet und ihm alles anvertraut, was der Problemlösung und Heilung dienlich ist. Es kann aber sein, dass der Narzisst die Wahrheit beschönigt, wichtige Details verschweigt oder nicht vollständig wiedergibt oder das Gespräch blockiert, indem er vom Thema ablenkt oder den Therapeuten zu manipulieren versucht. Die Widerstandsleistung des Narzissten kann enorm sein, wenn es darum geht, an seine Schwächen und Ängste heranzukommen.

Selbstverletzung

Ein wichtiges Lernziel in der Therapie ist es, dass der Narzisst einsieht, nicht der Größte und Beste sein zu müssen, um sich wertvoll fühlen zu können und von anderen akzeptiert zu werden. Der Narzisst muss lernen, sich mit Normalität und Durchschnittlichkeit anzufreunden. Jedoch reguliert der Narzisst gerade mit der erlebten Grandiosität sein Selbstwertgefühl. Soll er sich zukünftig mit dem Gewöhnlichen begnügen und sich anderen nicht überlegen fühlen, kann dies ein unerträgliches Gefühl von Wert- und Sinnlosigkeit bei ihm auslösen. Dies kann ihn dazu verleiten, seinen Schmerz mit Tabletten, Alkohol oder Drogen zu lindern oder sich mit der Möglichkeit eines Suizids zu beschäftigen: Wenn er nicht besser als andere ist, dann lohnt es sich für ihn auch nicht zu leben.

Auch kann ein Narzisst den Therapeuten damit aus der Fassung bringen, dass er ihm ständig androht, sich selbst zu töten. Der Narzisst weiß genau, dass es zur Sorgfaltspflicht des Therapeuten gehört, ihn von diesem Schritt abzuhalten und sein Leben zu schützen. Er glaubt, auf diese Weise den Therapeuten in der Hand zu haben und ihn benutzen zu können, weil dieser unter großen Schuldgefühlen leiden würde, wenn er sich tatsächlich umbringen würde und er es nicht verhindert hätte.

Gegenübertragung

Der Therapeut muss ungeheuer aufpassen, dass er von dem Narzissten nicht zu einer Gegenübertragung verleitet wird und seine neutrale Position aufgibt, die für eine erfolgreiche Behandlung entscheidend ist. Durch provokante und verletzende Äußerungen des Narzissten kann es passieren, dass der Therapeut seinerseits die eigenen Gefühle, Vorurteile, Erwartungen und Wünsche auf den Narzissten projiziert und somit unprofessionell und kontraproduktiv auf ihn reagiert. Zwar wird es nie ganz zu vermeiden sein, dass der Narzisst in dem Therapeuten unangenehme Gefühle auslöst, dieser sollte aber so gut geschult sein, dass er die Informationen, die er hierdurch über den Narzissten erhält, therapeutisch verwertet und nicht in unreife Gegenreaktionen verfällt.

Es bedarf einer hohen fachlichen und sozialen Kompetenz des Therapeuten, um den Narzissten in einer Therapie zu halten, fördernd auf ihn einzuwirken, seine elementaren Bedürfnisse zu beachten und Manipulationen geschickt auszuweichen. Es werden sehr viel Erfahrung und Fingerspitzengefühl benötigt, um einen Narzissten zu therapieren. Weitere Informationen hierzu finden Sie unter anderem in dem Buch von Prof. Rainer Sachse „Klärungsorientierte Psychotherapie“.


Veröffentlicht in Blog, Tipps zum Umgang
36 Kommentare zu “Wie verhält sich ein Narzisst in einer Therapie?
  1. Lilli sagt:

    björn,
    zu Deiner Antwort an mich vom 02.12.2019 um 17:45 Uhr:
    Das war mir klar, dass Du wegen Depression … in Behandlung gingst, und Dir NPS- Probleme danach deutlich wurden.
    Ich wünsche Dir alles Gute …

  2. Björn sagt:

    @Anka
    1×10 Wochen, nach 3 Jahren 1×6 Wochen.
    Verhaltensweisen konnte ich ändern. Ist aber n langer Prozess.Konnte mir dann mit der Zeit nicht mehr wirklich was ziehen was Selbstwertgefühl anbelangt. Da ich ja wusste wieso weshalb warum ich so handelte. Im Endeffekt kein erstrebenswerter Zustand reflektiert zu sein, aus heutiger Sicht. Beziehungen gehe ich nicht mehr ein, bringt mir nichts mehr und meinem gegenüber wird Leid ersparrt.

    • Anka sagt:

      Danke für deine Antwort, Björn.
      Du hast damit sogar einen Punkt angesprochen, der mir auch schon einiges „Kopfzerbrechen“ gemacht hat…

      Für mich ist nachvollziehbar, daß es für dich nun „schwieriger“ ist, aus dem „alten Verhalten“ ein „Selbstwertgefühl“ zu ziehen. Ich verstehe auch, daß du dies heute als „nicht erstrebenswerten Zustand“ empfindest.
      Da hängt man ja irgendwie völlig „in der Luft“ …

      Es reicht doch nicht aufzuzeigen, was „nicht funktioniert“.
      Es muß doch auch für dich einen Weg geben herauszufinden, was dich (oder besser gesagt das kleine Kind in dir) froh und zufrieden mit „Sich-Selbst“ machen kann, ohne andere Menschen zu …

      Ich wünsche dir ganz viel Mut, Entschlossenheit und Zuversicht dies zu suchen.
      Alles Gute für dich!

      • Lilli sagt:

        Hallo Anka,
        einem Menschen mit Narzissmusstörung zu seinen Gefühlen wie auch immer was zu sagen oder zu wünschen,
        ist Co- Verhalten, das nichts hilft.
        Ich brauche Distanz, um MEINE Gefühle zu schützen und zu wahren.
        Sogar auf dem Weihnachtsmarkt in der Warteschlange höre ich narzisstische Äußerungen und wäre getriggert, zu ‚klären‘ und zu ‚fördern‘.
        Tu ich nicht mehr.
        Ich konzentriere mich auf Normalität mit normalen Leuten.
        Und das sind nicht die, die mir zuerst auffallen und die mich für ihre kleinen oder größeren Nutzen brauchen könnten wie schon meine Mutter, und wovor mein Bauchgefühl mich heute warnt.
        Alles Gute allen Angehörigen, …,
        von Leuten mit Narzissmusstörung. Man kann auf die eigenen Gefühle aufpassen,mit viel oder völliger Distanz zu den Leuten mit Narzissmusstörung.
        Denn deren Gefühle fördern kann man nicht fördern.

        • Lilli sagt:

          … zweimal’fördern‘ geschrieben, da ich dies mehr als mein halbes Leben versucht habe!
          Es war ein Kampf gegen Windmühlen, eine Sysiphos- Steine- Wälzerei.
          Prof.Dr.Sachse schreibt in seinem dreiteiligen Gastbeitrag u.a. über mögliche Therapien von Leuten mit Narzissmusstörung,
          für die diese,
          wie björn,
          erst mal SELBST einen Grund sehen müssten.

          • Björn sagt:

            @Lilli
            da hast du Recht.
            Ich bin auch nicht wegen NPS in die Klinik gegangen,sondern wegen Depressionen und Angst-Attacken. Nur hat es für mich alles Sinn ergeben warum mein Leben so war wie es war durch die NPS.Wie gesagt ohne Reflektion des Nar.ist es aussichtslos überhaupt was zu ändern.

          • Anka sagt:

            Also Björn, wenn die NPS – Diagnose tatsächlich nur deine „eigene“ ist, wäre u.U. der Hinweis auf das Buch von Pete Walker, der auf diesen Seiten gegeben wurde nicht verkehrt für dich.

            Von ihm selbst gibt’s auch einen Artikel auf RUBIKON…
            „Die Gezeichneten“

            Na ja, ich „Unverbesserliche“ wieder…
            🤭🤭🤭

        • Anka sagt:

          Hallo Lilli,
          ich bin verwundert, daß ein „Ausdruck“ von Mit-Gefühl sofort als Co-… von dir gedeutet wird, das nichts hilft…
          Es könnte auch lediglich als Hinweis gesehen werden.
          Ob überhaupt und wie Björn dies „verarbeitet“ liegt ja nun nicht in meiner Verantwortung…

          Ich sehe ihn auch nicht ausschließlich als „Menschen mit Narzissmusstörung“sondern als gleich-wert-igen Forumsteilnehmer.

          Und als einem Solchen wünsche ich ihm alles Gute, wie jedem Anderen hier auch.

          Letztlich muss dann doch Jeder sein eigenes „Päckchen“ tragen..

          Letztlich muss Jeder alleine entscheiden, was er weiterhin „beibehalten“ will und ob es nicht doch auch noch Dinge gibt, die zu lernen sich ganz NEU „lohnen“ könnte.

          Alles Liebe dir!

          • Lilli sagt:

            Hallo Anka,
            Dir auch alles Liebe,
            alles Liebefür jeden von uns,
            sowie die Kraft, die kurz gesagt Narzissten/innen, in Liebe loszulassen,
            mit viel unabhängiger innerer Distanz im ‚Umgang mit Narzissten’von Sven Grüttefien,
            und,
            wenn nötig mit völliger Distanz.

    • silvia sagt:

      hallo björn. mich hat sehr getroffen was du gesagt hast zu beziehung „…das leid möchte ich anderen ersparen…“ ich habe mich gerade aus der beziehung mit einem narzßten gelöst, war lang und hart, vorallem weil ich erkennen mußte, wie hoch mein eigener narzißtischer anteil ist. du hast nun sogar schon klinikaufenthalte hinter dir und kannst drüber reden.das alleine schon ist ein immenser zugewinn -auch wenn du das vielleicht nicht so hoch einschätzt. ich habe die erfahrung gemacht als gegenüber, daß ich aus der ferne den ganzen menschen sehen kann und es mir aus dieser entfernung nur nicht möglich ist, eine intime beziehung zu führen. ich glaube auch, daß ich selber nicht wieder so eine enge beziehung möchte noch dazu imstande bin. insofern kann ich deine worte teilen.doch auf liebe mag ich dennoch nicht verzichten!!! silvia

  3. Matthias Keller sagt:

    Meine Ex-Freundin begab sich in eine Hypnosetherapie, die 8x im Monat stattfandt, wegen ihrer Ängste.

    Ich begleitete Sie in dieser Zeit, hatte aber den Eindruck das Sie durch die Therapie noch selbstbezogener wurde, als Sie vor der Therapie war. Da kamen Sätze, ich mache was ich will, andere haben Sich an Sie anzupassen, ich natürlich auch.

    Ja Sie machte was Sie wollte, später weg gehen, vereinbarte Termine vergessen oder absagen.

    Sie entfernte sich zunehmend von mir. Ich fühlte mich abgehängt, verstoßen, alleine gelassen.

    Der Therapeut sagte ihr fehle das Urvertrauen, wie und genau was Sie mit ihm aufarbeitete sagte sie mir selten, wenn das erwartete Sie stets von ihr das ich Sie frage.

    Ich sollte Sie für alles Fragen, das war schlimm.

  4. Arianna sagt:

    Ich habe meiner N-Mutter mal vorgeschlagen, in Therapie zu gehen… nicht wegen NPS, sondern wegen ihrer Scheidung, die sie nach Jahrzehnten noch nicht überwunden hatte. (Hat sie übrigens immer noch nicht.)
    Zuerst bombardierte sie mich mit Anrufen und Schreiben, des Inhalts, wie ich nur könnte!, meine eigene Mutter zu verdächtigen, verrückt zu sein!!
    Einige Monate später hatte sie eine neue Taktik. Sie unterstellte MIR, schwer krank, lebensuntüchtig und todunglücklich zu sein, und nur SIE allein könne mir helfen. Dazu sei sie auch großzügig dazu bereit, „mich bei meiner Therapie zu begleiten“. Sie war fest davon überzeugt, dass ich bereits in Therapie sei und wollte unbedingt den Namen des Arztes kennen. Mich als „verrückt zu diffamieren“ war natürlich kein Verbrechen sondern lauterste Tugend und unendliche Mutterliebe, in ihren Augen.
    Jahre später – ich hatte längst den Kontakt zu ihr abgebrochen – heulte sie meinen ehemaligen Nachbarn stundenlang vor, wie schlimm es um mich stehe und dass sie mich unbedingt retten müsse. Darum müsse sie nun unbedingt meine neue Anschrift erfahren (die ich wohlweislich geheim gehalten hatte). Vor meiner Firma stand sie auch und wollte mit dem Personalchef sprechen, wahrscheinlich um ihm das gleiche zu erzählen. Sie hätte mir Job und Dach über dem Kopf nehmen können, wenn man ihr geglaubt hätte. Zum Glück war ich umgezogen und arbeite inzwischen auch woanders. Aber die meisten Menschen glauben ihr leider, weil sie sich in diese Ideen so hineinsteigern kann.
    Mein persönlicher Rat: geht NIE mit einem Narzissten in Therapie. Schickt ihn auch nicht allein in Therapie. Er wird nicht akzeptieren, dass mit ihm etwas nicht stimmt. Allenfalls wird er den Therapeuten zu seinem Verbündeten gegen euch machen und / oder lernen, wie er andere Menschen mit psychologischen Tricks noch besser manipulieren kann.
    Ich glaube auch, dass kein Therapeut sich den Druck, den diese Menschen aufbauen, antun will. Das ist niemandem zuzumuten, auch keinem Profi. Viele sogenannte Profis kennen das Thema außerdem nicht; und Narzissten sind oft so überzeugend, dass sie Therapeuten durchaus einwickeln können.
    Ich habe auch schon mehrmals gehört und gelesen, dass NPS nicht therapierbar ist. Eine Persönlichkeitsstörung sitzt zu tief. Dazu müsste man eigene, sehr spezielle Methoden entwickeln, die diese Menschen dazu führen würden, erst mal innerlich zu reifen und nicht mehr zu denken wie Kleinkinder. Ehrlich gesagt halte ich das für vergebliche Liebesmüh. Die Narzissten müssten ihre gesamte Lebenseinstellung aufgeben, ihren Lebensstil, ihre Überzeugungen, und wieder ganz von vorn anfangen. Warum sollten sie sich das antun, so lange sie mit ihrer Masche durchkommen?
    Wie ein Narzisst wirklich tickt und was er wirklich denkt, weiß man meistens ohnehin nicht, weil sie das zu gut verbergen, auch sich selbst gegenüber. Ich habe inzwischen den starken Verdacht, dass meine Mutter von meinem Vater hörig war und deswegen jede Ausrede gut ist, um über ihn zu sprechen. Und nachdem ich seine Tochter bin, war ich natürlich das prädestinierte Opfer – auch, weil sich niemand anderer dieses Thema mehr anhören wollte. (Ich auch nicht, aber als Tochter bin ich angeblich in der Pflicht.)
    Kontaktabbruch, teilweise oder am besten ganz, ist nach meiner Erfahrung die einzige wirkliche Hilfe für ein Opfer.
    Bloß keine Therapie! Das Opfer braucht wenn überhaupt eine, nicht der Täter. Das mag gut gemeint sein, aber ich halte jeden Therapieversuch mit einem Narzissten für einen potentiellen Schuss nach hinten. Nehmt’s mir nicht übel…

    • Lilli sagt:

      Hallo Arianna,
      ich muss aus meiner Erfahrung leider bestätigen, dass die Leute mit Narzissmusstörung
      Psychotherapie für sich selbst nicht wirklich wollen,
      und das Wissen über Angehörige zum weiteren Ausdruck ihrer
      ‚Überlegenheit’zu missbrauchen versuchen.
      Psychotherapie bzw. Familienberatung im Alleingang, hat MIR geholfen MEINE Dinge zu tun und unsere Kinder zu bestärken.

      • Lilli sagt:

        … und,
        ich denke, Interpretationen was mit ihm/ihr los sein könnte, oder gewesen sein könnte,
        sind müßig.
        Sie halten ihr
        auf der Vorderseite übersteigertes
        und auf der Rückseite zugleich minderwertiges
        Selbstbild fest !,
        egal bei welcher Situation, oder Vorgang oder … . Die unangreifbare Hauptperson sein zu müssen,
        erschwert oder verhindert Nähe und Verständnis.
        Diese gibt es zahlreich bei normalen Leuten,
        wenn man gelernt hat, Narzissten im Wesentlichen oder ganz loszulassen.
        Sehr hilfreich sind dabei eben Sven Grüttefiens Texte,
        und der dreiteilige Gastbeitrag über Narzissmus von Prof.Dr. Sachse hier im Blog.
        Distanz zu und Nachsicht mit dem Narzissmus,
        vor allem aber Vorsicht für uns und unsere Belange als Angehörige !

  5. Peter sagt:

    Ich finde den vorliegenden Artikel sehr gut. Danke. Verschiedene Inputs von meiner Seite:
    () Man muss im Auge behalten, dass die Wahrscheinlichkeit nicht besonders groß ist, dass eine Person mit NPS zum Therapeuten geht (wie beschrieben).
    () Man muss, wie im Artikel bestens beschrieben, im Auge behalten, dass die Wahrscheinlichkeit zu einer Veränderung wegen der vielen Hürden eher gering ist.
    () Längst nicht jeder Therapeut erkennt eine NPS mit all ihren Konsequenzen. Ich schätze den Anteil der dafür qualifizierten Therapeuten im deutschen Sprachraum unter 20%, auch wenn natürlich fast jeder Therapeut, angesprochen auf Narzissmus, sofort behaupten würde, er kenne sich damit aus. Es herrscht ein großer Ausbildungs- und Awarenessrückstand im Berufsstand.
    () Eine besondere Situation ergibt sich in Paar- und Gruppensettings: Ein Therapeut, der sich mit NPS nicht gründlich auskennt, wird mit großer Wahrscheinlichkeit dem beredten Menschen mit NPS sogar auf den Leim gehen und die Gesamtsituation für die Betroffenen verschlechtern.
    – Dazu gehören zum Beispiel sog. „Gish-Galopps“, die viele Menschen mit NPS bestens beherrschen. Ein Gish-Gallopp kann einem unerfahrenen Therapeuten gehörig Eindruck machen, was die Situation des NPS-Betroffenen massiv verschlimmern kann: Das Gefühl, alle eigenen Erfahrungen und Einschätzungen seien nur Einbildung, kann weiter destabilisierend wirken, besonders wenn Gaslighting durch den Menschen mit NPS ohnehin schon ein Thema ist.
    – Dazu gehört auch das sog. „Argumentum ad medium“: So sehr Menschen mit NPS ihre Verantwortung für Missstände bis zum Exzess abstreiten, so sehr sind sie in der Paar- oder Gruppentherapiesituation schnell für eine Schuldaufteilung zu 50%, wenn ihre Beteiligung an den Missständen irgendwann dann doch auffliegt. Auch das führt bei den NPS-Betroffenen eher zu einer Verschlechterung der Situation als zu einer Verbesserung.
    () Selbstschutz, im Notfall durch Beziehungsabbruch, ist in vielen Fällen die bessere Lösung als die jahrelange Hoffnung erst auf einen Therapiebesuch und dann noch auf einen Erfolg in dieser Therapie.

  6. Anka sagt:

    Bei der obigen Beschreibung des „Patientenverhaltens“ kann einem ja Angst um die Therapeuten werden…

    Wahrscheinlich ist es wesentlich hilfreicher und sinnvoller sich selbst unterstützen zu lassen um „klarer zu sehen“ und dann für das eigene Wohlergehen evtl.
    neue Entscheidungen zu treffen.

    Mich wundert nach dieser Beschreibung offengestanden auch gar nicht, daß angeblich oft „andere Diagnosen“ gestellt werden…
    In einer Klinik können Therapeuten sich ggfs. noch untereinander austauschen.
    Welcher „Einzelkämpfer“ tut sich sowas freiwillig an?

    An der der Stelle einmal
    RESPEKT UND HOCHACHTUNG
    an alle engagierten Therapeuten!

  7. Lise1 sagt:

    Sehr geehrter Herr Grüttefien, danke für diesen Beitrag, weil er aufzeigt, dass Hilfe möglich ist, wenn der Weg auch bestimmt viele Hürden hat. Da könnte man auch draus schließen, dass „Heilung durch Liebe“, oder überhaupt durch Nahestehenden nicht möglich ist, bzw. Viel Gefahr darin lügt, dass Laien, die vielleicht sogar viel Selbsthilfeliteratur gelesen haben sollten, das Ganze noch verschlimmern können und den Narzissmus befeuern können. Oder?

    Meine Frage ist aber noch, was man eigentlich genau unter dem Begriff Gegenübertragung versteht? Dass ein Therapeut die Gefühle des Narzissten übernimmt? Geht das auch in die andere Richtung, also dass der Narzisst Gefühle von anderen übernimmt? Ich versteh das einfach nicht, wenn ich dieses Wort höre, was dabei abläuft und warum.

    • Lise1 sagt:

      .. viel Gefahr darin liegt… (sorry für Tippfehler!)

    • Unter einer Gegenübertragung versteht man unbewusste, durch eigene ungelöste Konflikte hervorgerufene Reaktionen des Therapeuten auf die Übertragung des Klienten. Sie zeigen die Einstellung und die Gefühle des Therapeuten dem Klienten gegenüber. Der Therapeut sollte jedoch immer eine neutrale und beherrschte Haltung seinen Klienten gegenüber wahren und sich nicht mit dem Klienten emotional verstricken – dann würde er seine Position als ein objektiver Spiegel verlassen und die Wirklichkeit wird verzerrt. Übertragungen und Gegenübertragungen finden auch fortlaufend in privaten Kommunikation statt: Man wird durch die Aussage eines anderen an einer wunden Stelle berührt, reagiert neurotisch und triggert auf diese Weise die wunde Stelle des anderen, der ebenfalls neurotisch antwortet. So wird die Sachebene verlassen und ein konstruktives Gespräch kann nicht mehr geführt werden.

      • Sven Sch. sagt:

        Der ganze Artikel errinert mich an die Anfangszeit meiner Beziehung zu einer Nar.

        Sie suchte ganz bewusst nach meinen Schwächen und provozierte ganz bewusst.
        Ich sah das nicht, dachte ich doch ich müsse das nur lange genug aushalten und ihre Selbstzweifel ausräumen. Wie tief das bei ihr ging konnte ich nicht ansatzweise ermessen.
        Irgendwann ging ich in die Falle und das was hier als Gegenübertragung bezeichnet wird begann.
        Das einzige was ich damit erreichte war, das ich abstürzte.
        Letzlich hat die Trennung uns beide vor weiterem Schaden bewahrt.
        Jetzt ist sie in Therapie und geht völlig anders mit mir und sich selbst um.

        Ich gebe unserer Beziehung noch eine Chance. Auch wenn mich die Frage umtreibt woraus sie nun Selbstwert bezieht.
        Denn auch wenn sie sich ausgeglichen gibt, habe ich manchmal das Gefühl das sie nicht so recht halt in den neuen Sichtweisen findet und es für sie große Mühe bedeutet sich einfach so annehmen und lieben zu lassen.

        Ich versuche ohne Erwartungshaltung daran zu gehen, zumal es um meinen Selbstwert auch nicht mehr so gut bestellt ist.
        Trotzdem ich glaube tatsächlich das es viele Momente gibt in denen wir einander einfach nur annehmen und das einfach nur genießen.
        Doch habe ich Angst davor das wir einander überfordern. Wir leben in getrennten Wohnungen und geben einander viel Freiraum.

        Unterschwellig spüre ich das sie die Veränderung annehmen will, bis zu einem gewissen Punkt sich aber hier und da schwer damit tut. Nun, mir geht es ja auch nicht anders damit mehr auf ‚ich setz mich jetzt durch‘ zu machen.

        Heilung durch Liebe? Jupp, funtzt nicht. Zuviel Liebe löst eher Ängste aus. Braucht auch Abstand. Zumindest scheint das zu gehen.

        Auch wenn ich glaube das das eher ein natürlicher Reflex ist, nicht etwas das Selbsthilfebücher braucht.
        Wenn sich ein Kind in den Finger schneidet klebt man ein Flaster drauf UND nimmt es in den Arm (falls nötig).
        Das Spiegeln sollte wirklich nur ein Profi machen.
        Aber das zu lesen bestärkt meine Hoffnung das wir beidw einen Umgang damit finden können mit dem wir gut leben können.

        Sie ist ein toller Mensch und das sie das zu erkennen beginnt treibt mir Freudentränen in die Augen.
        Und das sie mich so zu akzeptieren beginnt wie ich bin, auch und gerade dann wenn ich mein Licht mal nicht untern Scheffel stelle, man mir also meine Eigenliebe gönnt, ohne das ich darum kämpfen muss, dann ist das mehr als genug.

  8. Alex sagt:

    Die Frage, die sich hier stellt, ist doch:
    Wegen was ist ein Narzisst in Therapie?

    Ich würde mal behaupten, dass 95% wegen „Anderen Problemen“ dort sind und sich des Narzissmus‘ eben nicht bewusst sind.
    Meine zB hatte parallel so viele Therapien gemacht, aber nicht Eine hatte mit dem eigentlichen Problem zu tun! Deswegen wurden die auch immer wieder mittendrin abgebrochen und nix hat sich geändert; bis heute.
    Und, damit eine Therapie generell wirkt oder wirken kann, sollte der Patient auch erkennen, was nicht stimmt, was getan werden muss und vor allem, wo das eigentliche Problem liegtr.
    Bei Narzissten, zum Großteil Fehlanzeige!

    • Darla sagt:

      Da gebe ich dir vollkommen Recht. Ich habe bisher noch nicht erlebt, das ein Narzisst tatsächlich wegen dieser Störung therapiert wurde. Bzw. das diese Störung erkannt wurde. Und da ist der größte Knackpunkt. In dem Moment wo es nicht erkannt wird, was da tatsächlich vor ihnen sitzt, (was sicher keine Schande ist, da jeder der mit einem Narzissten schon mal zu tun hatte, weiss wie gut ihre schauspielerischen und manipulativen Fähigkeiten sind) wird womöglich noch versucht dem Narzissten klar zu machen, er müsse mehr an sich denken und anfangen sich selbst an erste Stelle zu setzen. Prima! Und das ist nicht meiner Fantasie entsprungen, sondern ich habe genau dies mehrfach erlebt. Therapie ist meines Erachtens nach eher Öl das man ins Feuer kippt bei Npslern, denn nach meinen Erfahrungen gibt es anscheinend nur einen minimalen Prozentsatz an Therapeuten die Narzissmus tatsächlich hinter der schauspielerischen Höchstleistung die ein npsler vollbringt erkennt und selbst wenn er von einem Therapeuten doch richtig diagnostiziert wird,sind noch weniger in der Lage eine entsprechende Therapie zu gewährleisten. Einige sind wenigstens so kompetent,das sie dies erkennen und sich deshalb erst gar nicht auf eine Therapie einlassen, aber da auch in diesem Berufszweig narzisstische Persönlichkeit zu hauf zu finden sind, ist meiner Meinung nach das Eingeständnis sich selbst gegenüber nicht in der Lage zu sein dort tatsächlich kompetent genug zu sein diese Art der Therapie zu beherrschen zu gering. Und somit sind viele Narzissten in völlig falschen Händen und werden noch bestärkt in ihrem Handeln. Dies beruht wie schon erwähnt nur auf meiner persönlichen Meinung und meinen Erfahrungen und ist selbstverständlich nicht wissenschaftlich fundiert/belegt.

      • Mike sagt:

        Sag mal einem Narzisst, dass er/sie ein Narzisst ist!
        Ich denke, jeder Betroffene weiß, was dann passiert.
        Und jetzt stelle man sich diese Situation mal in einer Therapie vor!

        • Lise1 sagt:

          Mike, was passiert, was jeder weiß?

          • Mike sagt:

            Liese1, wenn die Frage ernst gemeint ist, frage ich mich, ob Du sowas jemals einem Narzissten an den Kopf geworfen hast. Denn das passiert früher oder später. Und jetzt rate mal, was dann passiert….

          • Lise1 sagt:

            Mike, du antwortest nicht.

            Viele Narzissten sind sogar stolz drauf. Glauben, sie tun der Welt etwas Gutes. (Stimmt ja auch teilweise.) Man kann sie im Einzelfall sogar fragen, wie weit sie sich auf einer Skala von 1 bis 10 einordnen in ihrem narzisstischen Stil. Die Einordnung erfolgt dann relativ weit oben.

            Vielleicht kommt es einfach drauf an, wie man es ihm sagt oder fragt, als Herabsetzung lassen sie es sich wahrscheinlich nicht sagen.

          • Stefan sagt:

            Lise1, es ist doch vollkommen klar was Mike meint. Hast Du Deinen Narzissten mal damit konfrontiert? Nein? Denn das denke ich wenn ich Deine Antwort lese.
            Wenn Du einen N mit Narzissmus konfrontierst, passiert meistens.das, was hier schon Viele beschrieben haben. Wut, Herabwürdigung, mehr Lügen.
            Die wenigsten Narzissten wissen, dass sie welche sind. Vielleicht 10% und das ist hoch gegriffen.
            Ansonsten verneint jeder Narzisst, ein Narzisst zu sein. Ist so!

          • Waltraud sagt:

            Was sollte es bringen? Nichts! Genauso wenig wie den Narzissten mit all seiner Verlogenheit zu konfrontieren. Sinnlos! Es wird alles abgestritten, auch wenn man’s schwarz auf weiss hat. Sobald man selber die Erkenntnis hat, Abstand und möglichst keinen Kontakt. Rette sich wer kann…

          • Lise1 sagt:

            Die Betroffenen empfinden ihren Narzissmus nicht als unerwünschten Persönlichkeitsstil und geben gern zu, wie toll sie sich finden. Ordnen sich in einer Befragung auf einer Skala eher weiter oben mit ihrem narz. Stil ein. Mit Stolz auf sich, ihre Leistungen und ihre Weltsicht.

            Wenn man sie mit Narzissmus als Schimpfwort konfrontiert, lassen sie die Herabwürdigung allerdings nicht zu und sie wehren sich, erniedrigt zu werden.

            Allerdings, tatsächlich: was soll es bringen, sie zu fragen, es bringt einen selber nicht in Sicherheit.

      • Lise 1 sagt:

        Du sitzt doch gar nicht beim Therapeuten mit dabei, und was der Narzisst von seiner Therapie erzählt, muss man nicht glauben.

        Es gibt einige kompetente Therapeuten, aber man muss auch wollen, dass das Leben besser wird. Dazu muss es schlimm genug geworden sein. Und manche sterben tatsächlich lieber an den Folgeschäden, weil ihr Selbstbild Hilfe nicht zulässt. Ihre Entscheidung und ihre Verantwortung sozusagen.

        • Maria-Anna sagt:

          Hallo zusammen!

          Ich war einige Zeit mit einem Mann, der an einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung leidet, zusammen.
          Mir wurde von mehreren Therapeuten gesagt, dass eine n.PS nicht therapierbar ist. Die Diagnose wird auch dem Patienten im Normalfall nicht gesagt, da es einfacher ist, ihn/sie offiziell gegen Depressionen zu behandeln, aber eigentlich monatelang einmal versucht, ein Vertrauen herzustellen.
          Mein Ex hatte dann die Diagnose, die er bis heute verleugnet. Die Therapie hat er sofort abgebrochen.
          Ich habe in den letzten Jahren gelernt, dass er sich nicht ändern kann und will. ICH habe mein Verhalten geändert.

          Danke für diese Seite hier, und den Austausch! Ich lese immer wieder, und es tut richtig gut, nicht die Einzige zu sein, die ent-täuscht wurde.

          Liebe Grüße

          • Björn sagt:

            @Maria

            richtig ist das einem die Diagnose bzw. welche Störung es ist nicht gesagt wird, zumindest heutzutage in der Klinik wo ich war.Da zuviele abgebrochen haben.
            Die Therapeuten schauen natürlich wie weit man bereit ist zu gehen / aufzuarbeiten. viele machen aber ab einem bestimmten Punkt zu. Da sie sonst die große Leere wahrnehmen würden.

            Mir wurde nach dem ersten Einzelgespräch stationär ein Buch in die Hand gedrückt „Der Eisenofen Mensch“ zudem waren noch andere NPS auf Station…da weiß man dann schnell woran man ist.
            Meine Therapeutin war relativ hart zu mir, was in der Situation auch richtig war. Mit Bemitleiden etc.hätte ich sie auch nicht ernst genommen.
            Im allgemeinen denke ich, das wenn überhaupt es nur Stationär möglich ist daran zu arbeiten..Da man draußen sofort die alten Schemata wieder fährt.

          • Anka sagt:

            Björn, das ist mir bzgl. Therapie auch schon oft so „durch den Kopf“ gegangen…

            Wie lange war denn dein Aufenthalt in der Klinik?
            Konntest du danach im Alltag neue Sicht-und/oder
            Verhaltensweisen zeigen und beibehalten?
            Wie gehst du heute mit Menschen um?

        • Sven Sch. sagt:

          Beide Sichtweisen sind nach meiner Erfahrung richtig.

          Aber entscheidend ist die Veränderung, nicht wie sie erreicht wird.
          Ich glaube nicht das meine Nar sich komplett von Grund auf neu erfindet, aber sie kann zu einem Weg finden ihr Verhalten, ihren Lebensweg konstruktiv mit anderen zu verbinden.
          Im Moment zumindest läuft es bei ihr in diese Richtung.
          Vielleicht glaube ich an das unmögliche.
          Und über das was in ihrer Therapie passiert will ich garnichts wissen. Das will ich aus unserer Beziehung raushalten.
          Was ich sehe ist das sie sich in ihrem Handeln verändert hat.
          Ich bin zwar Skeptisch, werde ihr aber keine Ablehnungskeule aus aus Ängsten geborenem Misstrauen überziehen.

          Die Möglichkeit entäuscht/verletzt zu werden gibt es in jeder Beziehung. Dieses Risiko ist immer gegeben.
          Ich schütze mich davor durch Akzeptanz dessen. Ich erwarte keine Wunder, aber trotzdem werde ich weiter hoffen.
          Eine absolut ideale Traumvorstellung erwarte ich nicht. Nicht mal das es am nächsten Tag gut läuft erwarte ich, stattdessen bin ich dankbar und freue mich darüber wenn es gut läuft.
          Allerdings gehe ich auf Abstand wenn es zu massive Einbrüche gibt.
          Was bisher aber nicht geschehen ist.

          Die Reaktion mit extremen Abwertungen kenne ich aus der Vergangenheit. Ist aber nicht die Gegewart. Die Zukunft ist offen, von Tag zu Tag.

          Eine Veränderung scheint möglich, vielleicht sogar dauerhaft. Auch wenn die Zeit nicht alle Wunden heilt, kann man neue Vermeiden. Zur Not eben durch Distanz.

          Liebe und Respekt sind keine Einbahnstraßen.

          • Lilli sagt:

            Hallo Sven Sch.,
            Liebe und Respekt sind keine Einbahnstraßen, schreibst Du.
            Bei Leuten mit Narzissmusstörung
            zählen die Vorteile, die Du ihm/ihr in Anpassung an sein/ihr Ego bringst.
            Was sie selbst leisten, gilt ihrem eigenen Glanz.
            Liebe und Respekt, also Nebeneinander, Miteinander, Füreinander,
            das ist für sein Ego uninteressant.

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