3 Gründe, warum sich ein Narzisst keinen Fehler eingestehen kann

Kennzeichnend für das Verhalten eines Narzissten ist seine Sturheit, sich niemals einen Fehler einzugestehen und zu seinen Schwächen stehen zu können. Der Narzisst glaubt, durch das Eingeständnis eines Fehlers sowohl sein Ansehen zu gefährden als auch sein Selbstbild zu verraten, und vermeidet es daher, Mängel bei sich selbst zu suchen. Er ist davon überzeugt, in allem, was er tut, grandios zu sein, und kann daher niemals eine Schuld bei sich selbst erkennen.

Bild: © ajr_images – Fotolia.com

Ein Narzisst glaubt unbeirrbar, etwas ganz Besonderes zu sein und im Vergleich zu anderen mit geradezu übermenschlichen Fähigkeiten ausgestattet zu sein. Gegenüber anderen bläht er sich auf, macht sich größer, als er in Wirklichkeit ist und prahlt mit seinen Fähigkeiten, Erfolgen und Besitztümern. Er ist zutiefst von seiner Makellosigkeit überzeugt und fühlt sich in jeglicher Hinsicht anderen überlegen. Der Narzisst hat ein völlig überzogenes Selbstbild von sich und glaubt, dass alles, was er tut, perfekt ist.

Insofern kommt der Narzisst gar nicht erst auf die Idee, er könnte einen Fehler machen oder gemacht haben – er kann und weiß schließlich alles, daher kann an seinen Fähigkeiten und an seinem Wissen überhaupt kein Zweifel bestehen. Da er von sich selbst das Bild einer perfekten Persönlichkeit hat, die stets alles richtig macht, können Fehler folglich nur durch andere entstehen. Unzulänglichkeiten, Unvermögen, Irrtümer oder Schwächen passen nicht zu seinem Selbstbild und werden konsequent abgespalten und auf andere projiziert.

Um niemals mit seinen Minderwertigkeits- und Schamgefühlen in Kontakt zu kommen, verdrängt der Narzisst all seine negativen und schwachen Anteile, so dass sie ihm nicht mehr zu Bewusstsein kommen. Er schafft sich ein übertrieben positives Selbstbild, um sich vor der Gefahr zu schützen, mit seinen Schwächen konfrontiert zu werden. Wenn er alle davon überzeugen kann, dass er der Beste und der Größte ist, dann gibt es auch niemals einen Grund, ihn zu kritisieren und auf seine Fehler und Unzulänglichkeiten anzusprechen: Es gibt nämlich einfach keine!

Perfektion ist sein Schutz

Sich selbst zum Größten zu machen, ist somit eine äußerst wirksame Methode, um niemals mehr in Kontakt mit der eigenen Unvollkommenheit und Minderwertigkeit zu kommen. Im Selbstkonzept eines Narzissten gibt es keinen Platz für Schwächen und Mängel – diese Optionen werden einfach ausgeblendet. Nur so kann es dem Narzissten gelingen, sein Bild von einer absolut grandiosen Persönlichkeit aufrechtzuerhalten. Das Eingeständnis eines Fehlers würde die Grundfesten seines Selbstbilds und somit seiner Existenz gefährden und das kann er nicht zulassen.

Die folgenden drei Gründe zeigen, warum sich ein Narzisst keinen Fehler eingestehen kann:

1. Angst, Schwäche zu zeigen

Der Narzisst kann sich unter gar keinen Umständen eine Schwäche eingestehen. Fehler machen, versagen, bloßgestellt werden oder Kritik erfahren: Diese Situationen lösen bei einem Narzissten kaum zu beschreibenden Schmerz aus. Wird seine Person negativ beurteilt, verbessert oder auch nur zaghaft korrigiert, breitet sich in ihm unmittelbar ein Gefühl der Frustration aus. Sodann überkommt ihm die Befürchtung, der schlechteste Mensch auf der Welt zu sein und im Erdboden versinken zu müssen.

Wird er auf eine Schwäche oder einen Fehler, den er begangen haben soll, angesprochen, wehrt er sich unangemessen energisch gegen diesen Vorwurf. Es darf einfach nicht sein, dass er einen Fehler gemacht hat und so sein Image  einer perfekten Persönlichkeit beschädigt wird. Stattdessen verteidigt er seine Person so vehement und so lange, bis er alle von seiner Makellosigkeit überzeugt hat und es keiner mehr wagt, ihn in Zukunft noch einmal zu kritisieren oder zu beschuldigen.

2. Angst, abgelehnt zu werden

Wenn sich andere seiner Meinung nicht anschließen, wenn andere ihn nicht für seine Fähigkeiten, Leistungen und Ansichten bewundern, wenn andere ihn übergehen und nicht bevorzugt behandeln oder lediglich wie jeden anderen, dann fühlt sich der Narzisst verkannt und nicht entsprechend wertgeschätzt. Ein Narzisst braucht die unentwegte Wertschätzung seines Umfelds zur Regulierung seines Selbstwertgefühls.

Würde er einen Fehler eingestehen und eine Schwäche zugeben, hätte der Narzisst Angst, von seinen Mitmenschen abgelehnt zu werden, weil er ja offenbar doch nichts Besonderes oder bestenfalls nur so gut wie der Durchschnitt ist. Der Narzisst befürchtet, keine Bewunderung mehr zu erhalten und somit seine narzisstische Zufuhr, die ihn stabilisiert, nicht mehr zu bekommen.

3. Angst, seine Fassade könnte auffliegen

Die glänzende Fassade, die der Narzisst von sich aufbaut, um andere Menschen zu blenden, darf unter gar keinen Umständen zusammenbrechen. Alle müssen stets glauben, dass er eine grandiose Persönlichkeit ist und ein perfektes Leben führt. Niemals dürfen Schlupflöcher entstehen, die einen Einblick in die profane Wirklichkeit gewähren. Nähert sich jemand der Rückseite seiner Fassade, wird er umgehend und mit allen Mitteln bekämpft und verjagt.

Jedes Eingeständnis eines Fehlers oder einer Schwäche würde einen Riss in der Fassade bedeuten, der diese bröckeln lässt. Und würde seine Fassade aufgrund zu vieler Risse irgendwann einstürzen, hätte der Narzisst das Gefühl, das Kostbarste auf der Welt zu verlieren. Ohne seine Fassade ist er nichts – wie eine Schildkröte ohne Panzer. Dies wäre die größte Katastrophe, die er sich vorstellen kann. Daher meidet er alle entsprechenden Gefahren und verteidigt sich unerbittlich gegen jegliche Angriffe, die seine Fassade erschüttern könnten.

Der Narzisst hält eisern an seinem Selbstkonzept fest

Niemals einen Fehler und niemals eine Schwäche einzugestehen, ist für den Narzissten ein grundlegender Schutz, mit dem er sein Selbstbild aufrechterhalten kann, das verhindert, dass sein Selbstwertgefühl ins Schwanken gerät oder Scham- und Minderwertigkeitsgefühle aufkommen, und das ihm die Bewunderung von anderen garantiert. Ein mangelndes Schuldbewusstsein ist dem Narzissten darüber hinaus dabei behilflich, Fehler konsequent anderen zuzuschieben, so dass er niemals an sich selbst zweifeln muss.

Sich keinen Fehler eingestehen zu wollen, ist für einen Narzissten somit mehr als nur Sturheit, Ignoranz oder Arroganz. Für den Narzissten geht es um die Verteidigung seines Selbstkonzeptes und daher jedes Mal um Leben oder Tod. Anders ist seine oftmals völlig überzogene Reaktion auf Kritik, Vorwürfe und Verbesserungen auch kaum zu verstehen. Manchmal reagiert ein Narzisst schon äußerst erbost, wenn man seine Ansichten auch nur um einige wenige Anmerkungen ergänzt. Schließt sich jemand nicht vollständig seiner Überzeugung an, versteht er das sofort als Angriff auf die Grundsäulen seiner Persönlichkeit

Zwar muss der Narzisst sein überzogenes Selbstbild unentwegt vor Gefahren schützen und im Fall eines Angriffs energisch verteidigen, was die Aufrechterhaltung seiner Fassade sehr anstrengend macht. Gleichzeitig hat sein Verhalten aber auch etwas Praktisches: Da er keinen Fehler zugibt und die Schuld stets anderen zuschiebt, muss er sich auch niemals entschuldigen, mit Wiedergutmachungen aufhalten oder Besserung geloben. Auf der anderen Seite verhindert die fehlende Erkenntnis in Bezug auf die eigene Unvollkommenheit jedoch die Möglichkeit, sich persönlich weiterzuentwickeln.


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Veröffentlicht in Blog, Eigenschaften eines Narzissten
92 Kommentare zu “3 Gründe, warum sich ein Narzisst keinen Fehler eingestehen kann
  1. Gewinnerin sagt:

    Sorry: 16.09.!

  2. Gewinnerin sagt:

    Warum haben Sie ihn dann ein drittes Mal wieder aufgenommen, wenn das alles so fürchterlich war? Worin lag denn für Sie der Reiz dieses Verhältnisses? Darf ich raten!?
    Das endgültige Ende kam doch erst am 16.10. Wobei: „endgültig“ ist bei Ihnen ja eine geduldige Phrase 😂

  3. Gewinnerin sagt:

    „Er“ liebt sich im Wesenrlichen selbst! Sie waren lediglich eine bequeme und „willige“ Lösung!
    Wie er Sie betitelt hat, möchte ich an dieser Stelle nicht wiederholen …

  4. Gewinnerin sagt:

    Das ist die Strafe dafür, die Integrität anderer mit Füßen getreten zu haben, nur auf den eigenen Vorteil bedacht! Egoismus pur!
    Ich bin ihn dadurch endlich losgeworden, vielen, vielen Dank!

  5. silvi sagt:

    Mir persönlich kommt es so vor, dass auf dieser Seite „ jammern“ eher missbilligend gesehen wird. Jede(r) von uns hat andersartige Erfahrungen gemacht (ich habe mich z.B. nicht „gesonnt“ und hatte einen altruistischen Narzissten mit x Hilfsprojekten an „meiner Seite“) und wir sind in sehr unterschiedlichen Phasen. Da muss Jammern und Wunden lecken erlaubt sein, einfach, weil es dazu gehört. Ansonsten ziehen sich die hier zurück, die momentan „in der Klemme stecken“. Und für diese Wortmeldungen sollen doch diese Seiten auch Unterstützung bieten. Oder sehe ich das falsch? Hilfstellung in Form von „du musst“ dies und jenes tun, ist da (zunächst mal) nicht geeignet.

    • Lise1 sagt:

      Stimmt, das Jammern und trauern kommt, wenn man erkennt, in eas man da jahrelang steckte, mitunter ohne Chance zur eigenen Änderung, weil man nicht sehen konnte, was einem wirklich geschah. Das ist notwendig, um alles in einem späteren Schritt anzunehmen und ins Leben zu integrieren und dann im nächsten Schritt neuen Umgang mit sich und seinen Bedürfnissen zu lernen und neuen Sinn im Leben zu finden, wenn man diese miese Beziehung ni hat mehr erhalten muss. Schließlich wird da viel Zeit und Energie frei, aber der erste Schritt ist das vorsichtige und schonende Erarbeiten der Realität.

      Stimmt auch, dass hier ein Ort sein sollte, wo der Tausendste seine immer wieder ähnlichen traumatischen Erlebnisse los werden kann, damit er irgendwann das bessere Leben anfangen kann

  6. Genervt sagt:

    @Goldmund
    Ein ganz wichtiges Bedürfnis kann der Narzisst schon in einem erfüllen.

    Der Partner kann sich beispielsweise in seinem Glanz sonnen. Außerdem muss man sich nicht mit sich selbst beschäftigen, solange man voll im Narzissten aufgeht, sich ganz in seinen Dienst stellt. Er enthebt einen der Selbstverantwortung, solange er die Führung übernimmt. Man muss keine eigenen Entscheidungen treffen, etc. Hinzu kommen oftmals noch wirtschaftliche Vorteile, da Narzissten oft sehr lebenstüchtig sind.

    Die Selbstentwicklung ist ja nicht immer nur schön. Sie ist mit sehr viel Frustrationstoleranz, Mut zum Risiko und Selbstüberwindung verbunden.

    • silvi sagt:

      Die Sätze von „genervt“ interpretiere ich als Provokation. Denn wo sonnt sich der Partner im Glanze des Narzissten? Umgekehrt wird ein Schuh draus! Der Narzisst genießt es, jemanden, mit dem „was herzumachen ist“ an seiner Seite zu haben. Wann übernimmt der Narzisst Verantwortung oder eine Führungsrolle? Letzteres doch nur, wenn es ums SEIN ureigenes Wohlgefühl geht. Verantwortung? Da muss man doch für gerade stehen! Ist so ein Narzisst gebaut? Also, das sind für mich relativ neue Erfahrungen, die da von „genervt“ beschrieben wurden…

      • Es gibt eine ganze Reihe von Partnern, die sich durch die vorgetäuschte Großartigkeit des Narzissten selbst aufwerten wollen und sich besser fühlen, wenn sie an der Seite eines so brillanten Menschen leben dürfen. Das dies auch seine Schattenseiten hat, merken die meisten erst sehr viel später – nehmen aber genau diese Tatsache dann zum Anlass, um das Verhalten des Narzissten zu entschuldigen oder zu beschönigen: Man will sich schließlich nicht in dem Partner geirrt haben.

    • Goldmund sagt:

      Das ist so, jedoch ist der Preis, den man bezahlt, sehr hoch. Doch die Opferrolle ist ja auch bequem. Der Schmerz ist bekannt und man muss sich auf nichts Neues/Unbekanntes einlassen und die Komfortzone verlassen, was Angst auslöst. Das Opfer wird von seinem Umfeld mit Aufmerksamkeit und Mitleid belohnt.

      Allerdings darf nicht vergessen werden, dass Viele so geschwächt sind − v.a. wenn sie es mit einem Narzissten zu tun hatten − dass sie es (alleine) nicht aus der Opferrolle schaffen. Ist der Leidensdruck einmal hoch genug, kommt man nicht umhin, sich die eigenen Anteile anzusehen und an sich zu arbeiten − falls nötig mit professioneller Hilfe.

      • Waltraud sagt:

        Hallo Goldmund,
        auch hier muß ich widersprechen. Als Opfer stellt sich der Narzisst nach aussen dar. Er bekam das Mitleid!! Von allen!!! Und ich hab mich gewundert, wie dieser Mann es immer geschafft hat, sich nach aussen mit weisser Weste zu verkaufen. So ein Lieber, Netter nach aussen!!!
        Hinter verschlossenen Türen war er zu jeder Gemeinheit bereit und es sollte niemand mitkriegen, wie er so wirklich unterwegs ist. Mit meinem Bauchgefühl lag ich unwissend oft richtig. Aber ich wusste nichts von Narzissmus.
        Ich wundere mich, das selbst von Betroffenen solche Aussagen wie von Dir kommen. Scheinbar gibt es da entweder andere Erfahrungen oder manche wurde erst gar nicht gemacht.

        • Goldmund sagt:

          Hallo Waltraud

          Besten Dank für deinen Kommentar.

          Was Narzissten betrifft, da stimm ich dir zu. Das liegt wohl daran, dass sich Narzissten so gut als Opfer inszenieren können und Opfern von Narzissten kaum geglaubt wird, da das Erlebte oft auch unglaublich ist, wenn man es nicht selbst erlebt hat.

    • Zufrieden sagt:

      Ich war so eine. Hab mich wohl gefühlt geführt zu werden, an der Seite eines Unternehmers, ohne finanzielle Sorgen. Dabei ging ich vergessen und mein Selbstbewusstsein war zum vergessen. Diese Unselbständigkeit wurde irgendwann das Druckmittel. Mit der Trennung musste ich erstmal Laufen lernen, lernen für mich allein zu sorgen und Entscheidungen zu treffen, vorallem zu begreifen, was sich in der Beziehung abgespielt hat. Die Lehre hab ich gebraucht und bin geheilt von solcher Selbstzerstörung.

  7. Genervt sagt:

    @Goldmund

    Ich stimme Ihnen zu, die Frage nach dem „Warum“ bringt einen kaum weiter.

    Das Erkennen der eigenen Anteile ist sicherlich ein sehr wichtiger Schritt zur Weiterentwicklung. Wenn die Erkenntnisse aber nicht durch neue Erfahrungen ergänzt werden, dann bleiben die Erkenntnisse unfruchtbar. Das heißt man muss sich den Widrigkeiten des Lebens da draußen stellen, Risiken eingehen, und genau das macht Angst. Den Sprung ins Ungewisse fürchten die meisten. Ich muss mich dazu selbst überwinden. Und diese Selbstüberwindung ist ein ganz wichtiger Schlüssel zu einem erfüllten Leben.

    Nur neue Erfahrungen führen zu neuen neuronalen Verschaltungen im Gehirn und damit zur Persönlichkeitsveränderung.

    • Waltraud sagt:

      So, so. Bei Ihren Beiträgen Genervt geht es immer nur darum, was der „Partner“ oder der Geschädigte eines Narzissten verändern muss/sollte.
      Wie sieht es denn mit den neuronalen Verschaltungen im Gehirn eines Narzissten aus? Ich nehme mal an, das Sie nicht als Betroffene(r)
      hier unterwegs sind oder?

      • Lise1 sagt:

        Waltraud, wenn du dir helfen willst, interesiert der Narzisst nicht mehr. Sondern tatsächlich nur, was du machen kannst, um in ein erfülltes und schönes Leben zu kommen. Vielleicht zum ersten Mal (so wie es mir ging, nachdem ich anfing, mich mit meinen Baustellen zu befassen mit allem Drum und Dran und nicht mehr abzulenken – auch Vergangenheitsaufarbeitung, weil die Vergangenheit Gegenwart ist, indem uns unsere vergangenen Erfahrungen zu dem machten was wir heute sind) Da gab und gibt es so viel zu tun, dass ich kaum noch Zeit habe, mit dem Finger auf Andere zu zeigen, (nachdem erforscht wurde, was ablief von Geburt an, das musste schon sein, aber dann gings weiter)

        • Waltraud sagt:

          Hallo Lise 1,
          danke für Deinen Kommentar. Wie Du sicher aus eigener Erfahrung weisst, durchläuft man verschiedene Stadien. Jetzt bin ich bei mir und was für mich wichtig und richtig ist. Einen anderen kann und will ich nicht verändern. Und ich genieße nur Verantwortung für mich und niemand sonst zu haben.
          Trotzdem kann ich hier manche Kommentare weder teilen noch so stehen lassen und finde sie zum Teil überheblich und anmaßend.
          Und wenn ich dazu Stellung nehme, ist das nicht gleichzusetzen damit, das ich nicht angefangen habe, meinen Anteil an dem ganzen erkannt zu haben. Ich betone aber nochmal, man muss wissen, womit es zu tun hat.
          Ich war vollauf beschäftigt mit all diesen Intrigen, dem mobben, dem Lügen, dem verdrehen von Tatsachen bis ich endlich mal den Durchblick bekam.

          • W. sagt:

            Hallo Waltraud

            Ich weis wovon sie reden.
            Natürlich denkt man oft in einer solchen Beziehung das irgendwas schief läuft.
            Aber da das ganze sich ja über Jahre schleichend verstärkt und immer wieder „Normalität“ einkehrt(oder das was man dafür hält weil man unerfahren ist).
            Irgendwann hat man keine Kraft mehr und wird krank aber kappiert den waren Grund garnicht.
            Wenn man dann nach Jahren durch Zufall was über Narzissmus erfährt fällt es einem wie Schuppen von den Augen.
            Einerseits Erleichterung dass es eine Erklärung für die ganze Sch….. gibt, andererseits fällt man in ein tiefes Loch weil man das ganze Aussmass nicht wahrhaben will. Man versteht so ganz langsam dass das ganze Zusammenleben ein einziger Betrug war und man nur ausgenutzt wurde.

            Hier habe ich allerdings auch die Erfahrung gemacht dass er sich mit mir gebrüstet hat und mich benutzt hat um Kontakte zuknüfpen. Auch finanziell hat er mich über den Tisch gezogen obwohl er Teilweise wesendlich besser verdient hat.
            Aber was MAN(N) nicht ausgibt hat er ja noch.
            Das Aufwachen ist schon sehr schmerzhaft, aber wie sie
            schreiben durchläuft man verschiedene Phasen.
            Ich denke mal es macht auch einen erheblichen Unterschied ob man 2 oder 20, 30 Jahre einer Gehirnwäsche unterzogen wurde.
            Letzteres kostet sehr viel Kraft und das ganze kann nicht von heute auf morgen abgehackt und erledigt werden.
            Für mich ist es äusserst wichtig das Tempo selbst zubestimmen wo doch bisher meistens ER alles bestimmt hat.
            Das war aber nicht so weil ich als Co- Narzisst keine Verantwortung übernehmen wollte sondern weil er grundsätzlich alles besser wusste und fast immer seinen Willen durchgesetzt hat. Er hatte ja schliesslich IMMER Recht.
            Wenn ich auch noch keine eigene Wohnung habe(möchte nicht in die erst beste Kaschemme ziehen sondern in Ruhe etwas passendes finden.), so habe ich etwas ganz wichtiges geändert. Ich bestimme selst was ich mache und was nicht.
            Ich habe mich Freunden anvertraut die mich unterstützen und jederzeit für mich da sind.
            Manchmal staunt er mit offenem Mund über Aussagen von mir und kann es wohl nicht glauben wenn ich NEIN sage. auch untenehme ich mich Freunden was ohne ihn.
            Aber diese Kraft und den Mut so zu handeln muss man sich erst wieder mühsam erarbeiten, dazu habe ich Monate gebraucht.Das ging von Suizidgedanken über tiefste Verweiflung, Panikattaken ,mich verkriechen niemanden sehen wollen usw.Gnau in dieser Zeit war es so wichtig für mich ,diese Seiten hier gefunden zuhaben.
            Ohne diese Aufklärung würde ich es bis heute nicht verstehen.
            Und zu wissen ,dass es mir nicht alleine so geht, dass es auch anderen gestandenen Frauen(Männern) so passiert ist , bedeutet für mich das ich nicht schuld bin.
            Natürlich habe ich mir die Frage gestellt Warum konnte er das mit mir machen?
            Ich habe die Antwort darauf gefunden, wobei wir beim Elternhaus gelandet sind, aber das ist eine andere Geschichte .
            Wie gesagt ich bin seit Monaten am verstehen , aufarbeiten und Schritt für Schritt am verändern -in meinem von mir gewollten Tempo. Meine Freunde haben verstanden dass ich genau das selbst bestimme aber währenddessen bereits mit der Aufarbeitung begonnen habe.
            Das dies funktioniert merke ich daran dass ich meine Energie wieder habe und es mir sche…egal ist was er von mir will oder auch nicht, ich entscheide ob ja oder nein.
            Wäre ich nach der Erkenntniss über Narzissmus Hals über Kopf geflohen dann hätte ich mir wahrscheinlich selbst die Schuld gegeben und hätte an diesem Schritt gezweifelt. Vielleicht hätte er mich ja auch wieder eingefangen und eingelullt?

            So bin ich mir aber sicher ,wenn ich den Schritt endlich schaffe dann ist er entgültig, denn dann bin ich mit der Aufarbeitung durch .
            Ich war 18, bin heute 55.
            Lg W.

          • Lise1 sagt:

            Waltraud, danke auch dir für deine Antwort. Ich verstehe dich und was du schreibst.

      • Goldmund sagt:

        Waltraud, man kann niemanden ändern ausser sich selbst. Ändert man sich, ändert sich i.d.R. auch das Umfeld (Wechselwirkung).

        • Waltraud sagt:

          Hallo Goldmund,
          das steht ausser Frage. Ich habe bis ich wusste, was Sache ist, den Fehler bei mir gesucht und bin aus allen Wolken gefallen, als ich nach massiver Schädigung dahinter kam, das nicht ich sondern
          er der Gestörte ist. Und ich hatte bis dato schon soviel Buchmaterial und auch die eine oder andere Therapie. Nur ist der Ansatz ein völlig falscher gewesen. Und seit dem ich weiss, womit
          ichs zu tun habe, konnte ich endlich anfangen, wirklich aufzuräumen. Die Erfahrungen, die gemacht werden mit einem Narzissten ähneln sich im Grunde und sind trotzdem individuell je nach Ausprägung und Art der Störung und wie lange man dem ganzen nichtsahnend ausgesetzt war.
          Hier von Komfortzone zu reden bei all dem Leid mutet zynisch an.

          • silvi sagt:

            da muss ich Waldtraud recht geben. Vermutlich hat er überall erzählt (jedenfalls mir das unzählige Male unter die Nase gerieben), dass „ich“ die Verbindung beendet habe. Und er war der „ arme hilfsbereite Kerl“, der (als Opfer) „zurückblieb“. Und das Umfeld konnte meinen Schritt nicht nachvollziehen.
            Und abgesehen davon habe ich damals als Partnerin zunächst überlegt, wo die Fehler BEI MIR liegen!! WEIL ICH AUCH UNWISSEND WAR! Dachte, ich mache etwas falsch, wenngleich ich ein Bauchgefühl hatte, das mir etwas anderes sagte.

          • Goldmund sagt:

            Hallo Waltraud

            Da muss ich leider widersprechen, das ist alles andere als zynisch. Die Gründe, die Komfortzone nicht zu verlassen, können natürlich unterschiedlicher Natur sein. Oft ist man nach einem narzisstischen Missbrauch so geschwächt, dass einem die Kraft dazu fehlt und man da ohne professionelle Hilfe nicht rauskommt. Problematisch wird es, wenn man derart geschwächt ist, dass man nicht mal mehr in der Lage ist, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Nichtsdestotrotz führt m.E. kein Weg daran vorbei, Selbstverantwortung zu übernehmen, wenn man aus der Opferrolle rauskommen und nicht immer wieder in solche Situationen geraten will.

        • Waltraud sagt:

          Daumen hoch, liebe W., das ist für mich realistisch und nachvollziehbar. Alles Gute!
          LG Waltraud

          • W. sagt:

            Danke für’s Feedback!

            lg W.

          • Waltraud sagt:

            Hallo Goldmund,
            ich seh die „Komfortzone“ eher beim Narzissten, denn dieser projeziert seine negativen Anteile einfach auf den Partner.
            Da er sich ja nur positiv in Szene setzt und darstellt und sein glorifiziertes Selbstbild keine Schatten verträgt. Natürlich gehören zu einem „Spiel“ mindestens zwei, was voraussetzt, zu wissen, das es sich um eines handelt, um dann einen Kat zu vollziehen und als Partner nicht mehr als Spielball des Narzissten zur Verfügung zu stehen.

      • Genervt sagt:

        @waltraud

        Es spricht für Sie, dass Sie sich Gedanken über die Verschaltungen im Gehirn eines Narzissten machen. Sie scheinen eine sehr mütterliche Teilpersönlichkeit in sich zu tragen.

        So eine gute Seele bin ich nicht, ich lehne Erziehungsaufträge gegenüber ausgewachsenen Narzissten grundsätzlich ab.

        Ich habe eine andere Auffassung von Liebe.

        • Waltraud sagt:

          Hallo Genervt,
          der können sich ja alle glücklich schätzen hier, von Ihren Beiträgen endlich die Erleuchtung zu erfahren.

          • W. sagt:

            Genervt erzieht lieber Co -Narzissten.
            Genervt weis sicher aus eigener Erfahrung .dass Narzissten nicht mehr zuhelfen ist

      • Zufrieden sagt:

        Waltraud, was bringt es mich weiter, die neuronalen Gehirn-Verschaltungen des Narzissten zu kennen?

    • Goldmund sagt:

      Absolut, Genervt. Nur fehlt manchen die Kraft dazu (s. meinen Kommentar weiter oben).

  8. Silvi sagt:

    Ulrike, ich wünsche dir, dass du jetzt jemanden hast, der dir den Rücken stärkt.

    • Defender sagt:

      Tja Silvi, Ulrike hat die Community verlassen, da sie selbst „Täterin“ ist!
      Sie hat mir meinen Narzissten ausgespannt und jahrelang hinter meinem Rücken „agiert“ …
      Für mich war das langfristig ein Glück!

  9. Goldmund sagt:

    Zuckerbrot und Peitsche − Das ist die Strategie der Narzissten.

  10. Lise1 sagt:

    Ja, die Aussprache, die nie erfolgte, weil man nicht wahrhaftig sein konnte, die wird dann am Ende in negativer Form nachgeholt. Wenn man diese gleiche Energie vorher in eine ehrliche echte Beziehung gesteckt hätte, dann hätte man Chancen gehabt, oder wäre eher gegangen.

  11. Arianna sagt:

    Das kann ich nur bestätigen. Meine N Mutter sagte manchmal vor anderen Leuten, dass sie sich auch mal bei mir entschuldigen würde, wenn sie etwas falsch gemacht hätte.
    Die Wahrheit war, dass sie sich NIE entschuldigte. Diese Frau hat mich beinahe das Leben gekostet und würde sich nicht einmal entschuldigen, wenn sie mich versehentlich anrempeln würde. Sie behauptete das nur vor Fremden, um als großartige Mutter dazustehen. Vor Publikum war sie immer großartig…

    • Genervt sagt:

      Ich kann es nicht mehr hören, diese Jammerarien: meine Mutter hat dies gemacht, meine Mutter hat jenes gemacht…. Ich bin ein armes Opfer.
      Hier mal ein Artikel des Neurologen Peter Dogs zum Thema Kindheit. Er hat wirklich schlimmstes durchgemacht, heute ist er Chefarzt etc. und kommt mit dem Leben klar. Vielleicht rückt das bei Ihnen die Maßstäbe wieder zurecht.
      Resonanzboden: Christian Peter Dogs: „Was hilft es mir, zu wissen, warum ich gestört bin?“
      „Der Sinn einer Behandlung darf nicht darin liegen, immer wieder alte Wunden aufzureißen und neue hinzuzufügen. Jemand, der halbwegs etwas von der Hirnforschung versteht, weiß, dass dadurch Strukturen des Hippocampus regelrecht geschädigt werden. So etwas ärgert mich wirklich: kranke Menschen verbringen jahrelang sinnlos Zeit in der Analyse, während man ihnen mit anderen therapeutischen Ansätzen gut helfen könnte.
      Und dann diese ewige Frage nach dem „Warum bin ich so?“. Die bringt uns nicht weiter, ist aber in therapeutischen Kreisen seuchenartig verbreitet. Was hilft es mir, wenn ich weiß, warum ich so gestört bin? Das beseitigt meine Störung nicht, da hat Freud sich geirrt. Es zu wissen, macht mich höchstens immer komplizierter.
      Aus der Hirnforschung wissen wir außerdem, dass die Persönlichkeit, der Charakter und das Temperament eines Menschen mit spätestens 12 Jahre ausdifferenziert ist und sich dann nur noch sehr schwer verändern lässt. Deshalb ist es so wichtig, dass wir lernen uns so zu akzeptieren, wie wir sind und dann versuchen das Beste daraus zu machen, statt uns immer wieder zu hinterfragen. Die Vergangenheitsbewältigung ist davon abgesehen kein geeignetes Therapieverfahren, da wir aus der Erinnerungsforschung wissen, dass Erinnerungen immer eingefärbt werden. Das geht soweit, dass bekannte Forscher sagen: Trau nie deinen eigenen Erinnerungen, sie sind oft verfälscht. Also bringt es wenig, mit alten Traumata zu arbeiten, wenn man gar nicht weiß, ob sie überhaupt passiert sind. Es kann sich um sogenannte Pseudoerinnerungen handeln…..“

      Hier ein weiterer Artikel aus der FAZ: „Rennt nicht sofort zum Therapeuten!“

      • Ich gebe Ihnen Recht, dass es wenig Sinn macht, jahrelang in der Vergangenheit und in alten Wunden herumzurühren. Allerdings hat es etwas mit Selbstliebe zu tun, wenn man bemüht ist, sich selbst verstehen zu wollen und dabei sein eigenes Potenzial sowie die eigenen Grenzen zu erkennen. Ich kann mich nur akzeptieren, so wie ich bin, wenn ich mich auch verstanden habe.

        • Genervt sagt:

          Sich selbst verstehen zu wollen im Sinne von, wo will ich hin, wo liegen meine Bedürfnisse, wo liegen meine Stärken und Schwächen, welche Verhaltensmuster aus der Kindheit habe ich beibehalten, ist natürlich immer ratsam. Je besser man über sich Bescheid weiss, je besser man seine Bedürfnisse kennt, umso weniger wird man sich einem Narzissten anpassen. Seine Zukunft kann man ändern, seine Vergangenheit nicht.

          • Zufrieden sagt:

            Genervt, ich stimme Dir zu 100% zu. Die Dauerrolle als Opfer kann nur hinderlich sein für die eigene Entwicklung. Schlussendlich verstehe ich es auch als Angst, sich die eigenen Abgründe anzuschauen und an denen zu arbeiten.

        • Klarsicht sagt:

          Genau, so sehe ich es auch… ich brauche die Vergangenheit zu verstehen weshalb ich so bin wie ich bin. Darin (in dieser Vergangenheit) zu verharren aber verbaut mir den Weg in die Zukunft. Wer zurückschaut sieht nicht was vor ihm liegt. Also werde ich nicht jammern, nicht dauernd zurückschauen, sondern nach vorne schauen und das Beste daraus machen. Auch ich habe trotz (oder gerade wegen) so misslichen Erfahrungen ein tolles Studium ergreifen können und habe einen wunderbaren Beruf und bin ganz selbstständig geworden… Trotz oder dank allem… !? Ich bin froh und glücklich über meine Erkenntnisse und dass es mir gelungen ist mein Leben selbst in die Hand zu nehmen…

      • silvi sagt:

        @genervt. Es juckt mir in den Fingern, auf die Nachricht von „genervt“ zu antworten (abgesehen davon, dass ich diese Nachricht relativ „angriffsllustig“ finde ;)).
        Die Menschen sollen ihrer Meinung nach nicht in der Vergangenheit „wühlen“ und sich stattdessen auf die Zukunft konzentrieren. So weit so gut! Klingt klar und richtig! Wenn allerdings schon die Psychologie bemüht wird, sollte man bedenken, dass die Menschen mit einer unterschiedlichen Resilienz ausgestattet sind, sprich: die seelische Widerstandsfähigkeit schwankt von Mensch zu Mensch! Und der Eine neigt dazu, sich mehr und länger mit der Vergangenheit zu befassen, der Nächste weniger. Hilfreich, wenn man/frau letzteres kann. Dann fällt es leichter, nach vorne zu gucken.
        Förderlich wäre es sicher, wenn der Partner oder die Partnerin mit dem Narzisst die Vergangenheit besprechen, klären, aufarbeiten könnte. Der Narzisst jedoch VERWEIGERT sich der VERGANGENHEIT(sbewältigung) total, und diese Tatsache bedeutet ein großes Minus, das man nicht unterschätzen soll. Das erschwert nämlich auch das „Loslassen“ der Vergangenheit. — Quintessenz ist wohl, dass Theorie und Praxis nicht immer eins ist. So können wir im Leben immer wieder feststellen (z.B. in der Kindererziehung), dass in der Theorie alles klar und leicht erscheint, die Umsetzung in die Praxis jedoch bisweilen ein anderes Ergebnis zeitigt. Und, wie gesagt: die Menschen sind (gottseidank) unterschiedlich ausgestattet. Auf die sog. Pseudoerinnerungen will ich hier nicht näher eingehen. Sie sind manchmal sehr real und verletzend.

        • Genervt sagt:

          Dass muss man leider akzeptieren, dass der andere nicht immer so will, wie wir wollen. Der Narzisst kann sich der Vergangenheit stellen, er hat aber auch das Recht, es bleiben zu lassen. Ich finde es ein bisschen autoritär, von anderen zu erwarten, dass sie sich uns zuliebe ändern. Entweder wir können einen Menschen so lieben, wie er ist – mit seinen Stärken und Schwächen, oder wir lassen es bleiben. Auch ein Narzisst kann liebenwürdige Seiten haben, hätte er die nicht, wären die meisten wohl kaum so lange bei ihm geblieben. Vielleicht sollte man da einfach mal ehrlicher zu sich selbst sein und sich überlegen, welche Bedürfnisse der Narzisst bei einem befriedigt hat.
          Ich überlege gerade, wie ein Mann auf mich wirken würde, der erst mal mit mir Vergangenhweitsbewältigung betreiben will. Ich wäre sprachlos!

          • Waltraud sagt:

            Hallo Genervt,
            wenn ich Dich dazu mal aufklären darf; man bleibt nicht wegen der „liebenswürdigen Seiten“ beim Narzissten!
            Falls Du Dich auf diesen Seiten schon mal schlau lesen konntest, weisst Du zumindest theoretisch was in einer Beziehung (die eigentlich keine ist) so abgeht und was den Umgang mit einem Narzissten und auch eine Trennung so unglaublich schwierig macht. Und solange man nicht hinter die Fassade bzw. überhaupt geblickt hat, mit wem man es zu tun hat und sich hoffentlich noch nicht seinen gesunden Menschenverstand hat ganz nehmen lassen von dieser Spezies,
            ist man überhaupt in der Lage klare Grenzen und Konsequenzen zu ziehen.

          • silvi sagt:

            @genervt. Deine Sprachlosigkeit sei dir unbenommen. Ich hab mich offenbar nicht klar genug ausgedrückt. Es geht hier um die GEMEINSAME Vergangenheit. Ich finde das keinesfalls „autoritär“, darüber mit meinem Partner zu sprechen. Aber wenn es zum System wird, auftauchende Probleme glatt zu ignorieren, ist das auf Dauer frustrierend, und der „Haufen“ ungeklärter Situationen wird immer größer. Nenn es Naivität, Unwissenheit oder wie auch immer, dass der Partner eine Zeitlang braucht, bis er erkennt, dass sich der Narzisst gar nicht auf „geben und nehmen“ einlassen will (offenbar nicht kann). Sorry, aber das ist für mich nach wie vor eine Grundlage aller menschlichen Beziehungen, sei es Freundschaft, Liebe, Bekanntschaft … und ich bin damit nicht schlecht gefahren. Dass der Narzisst durchaus liebenswürdige Eigenschaften hat, (Eloquenz, Aufmerksamkeit …) habe ich an keiner Stelle negiert. Nur verflüchtigen sich diese nach und nach (extrem). Sei doch froh und glücklich, dass dir die Problematik fremd ist , du einen Modus gefunden hast, damit umzugehen. Aber deinen o.g. Ansprüchen entsprechend sollten die Kommentare hier auch die Schwächen dieser Menschen, die sich auf dieser Seite zu Worte melden, akzeptieren.

          • Goldmund sagt:

            Genervt, ich stimme dir grundsätzlich zu. Was die liebenswürdigen Seiten von Narzissten betrifft, da muss ich jedoch widersprechen. Oberflächlich gesehen erscheint es zwar durchaus so (v.a. in der Love-Bombing-Phase), als hätte ein Narzisst auch liebenswürdige Seiten. Wer allerdings schon einmal die Erfahrung mit einem Narzissten gemacht und sich mit Narzissmus auseinander gesetzt hat, weiss, dass das alles nur gespielt ist. Narzissten sind hervorragende Schauspieler, da ist nichts authentisch ausser dem Hass, der einem entgegen schlägt. Der Grund dafür ist, dass sich Narissten selbst hassen und diesen Selbsthass auf ihr Umfeld projizieren. Die (übertriebene) Selbstliebe bei Narzissten gibt es nicht. Ein Narzisst kann niemanden lieben, auch nicht sich selbst. Was der Narzisst liebt, ist das Bild, das er von sich zeichnet. Innerlich aber ist der Narzisst hohl und leer. Deswegen sind Narzissten wahre Chamäleone, die sich ihrem Opfer so anzupassen wissen, bis sie dieses um den Finger gewickelt haben.

        • Waltraud sagt:

          Danke für diesen Beitrag von Dir, silvi, dem kann ich voll und ganz zustimmen.

      • Friedel sagt:

        Für mich war die Antwort auf die Frage WARUM, die wichtigste, entscheidend und zielführend nach mehreren toxischen Beziehungen.

        Mit Sicht auf den Ursprung, dem manipulataiv vermittelten „Selbstbild“ sowie außerordentlichem Aushalten durch Leidensfähigkeit passierte der Urknall Erkenntnis.

        Selbstverständlich habe ich dann begonnen mich mit meinen Kindheits- und Jugendjahren auseinanderzusetzen und selbstverständlich hat es dann auch eine Phase gegeben, in der ich wütend auf meine Eltern war und Situationen auch kommunizierte. Das ist aus meiner Sicht weder zwingend geknüpft an eine Opferrolle noch am Verharren in einer solchen, sofern man das überhaupt so bezeichnen will. Zu Verharren wäre fatal, die Erkenntnis jedoch wichtig, um befreiter und neu orientiert ein selbstbestimmte – und nicht (innerlich verankertes) ferngesteuertes – Leben zu führen.

        Viele Jahre bin ich zeitweilig nur mit angezogener Handbremse gehinkt durchs Leben, ohne zu wissen warum. Habe jede Menge Literatur gelesen…Sorge Dich nicht….Loslassen, Seminare besucht..Der lange Weg zum kurzen Nein…., immer mit besten Vorsätzen, jedoch nicht nachhaltig anhaltend.

        Körper, Geist und Seele sind nach meiner Überzeugung eine Einheit und was im Verborgenen gährt, will Beachtung finden.

        Damit ist es möglich erfolgreich an sich zu arbeiten.

      • Rabe sagt:

        Hallo Genervt,
        einseitig das Verhalten eines anderen Menschen zu kritisieren kenne ich von mir auch gut, es ist einfacher, als sich selbst zu beobachten und zu reflektieren.

        • Goldmund sagt:

          Rabe, es ist auch einfach, sich in der Opferrolle zu suhlen, mit dem Finger auf die anderen zu zeigen und die Komfortzone nicht zu verlassen. Selbstreflexion erfordert Mut, sonst kann man sich nicht weiterentwickeln. Das heisst nicht, das Verhalten des Narzissten gutzuheissen, sondern die Opferrolle und Komfortzone zu verlassen und nach vorne zu schauen. Die eigenen Anteile zu erkennen und an ihnen zu arbeiten ist wichtig, um nicht wieder in eine solche Situation zu geraten. Das ist die Lernaufgabe, die uns ein Narzisst mit auf den Weg gibt und für diese können wir ihm dankbar sein. Grds. geht es um Selbstliebe, Abgrenzung und die eigenen Bedürfnisse zu erkennen.

          • Waltraud sagt:

            Hallo Goldmund,
            dann war es also meine „Komfortzone“, die mich an den Rand des Wahnsinns getrieben hat. Die mich verzweifeln ließ und an mir zweifeln ließ. Die mich nicht nur einmal in den Burn out getrieben hat. Und keine Ahnung habend, wen ich da an meiner Seite hatte. Der mich ständig herabwürdigte, mich verbal verletzt hat, mir Lügen noch und nöcher auftischte, mir das aber ganz harmlos als die absolute Wahrheit verkaufte. Sich selbst als Opfer präsentierend. Ich hätte zu gern auf diese „Komfortzone“ verzichtet, aber ich war gefangen, in einem Netz von Intrigen und ständigem Schuld sein.
            Die Krönung; an mein Gewissen zu appelieren (als es ihm an den Kragen bzw. seine Finanzen gehen sollte) was er nie hatte und mir ohne mit der Wimper zu zucken, nicht nur seelisch sondern auch noch materiell massiven Schaden zugefügt hat.
            Du wirst verstehen, das ich das so nicht stehen lassen konnte.

          • Lise1 sagt:

            Bestimmt bin ich einem Narzissten nicht für diese miese Lernaufgabe dankbar!

          • Lise1 sagt:

            @ Goldmund

      • Arianna de Lucia sagt:

        @ Genervt
        Wir sind hier auf dieser Homepage, weil wir alle sehr viel Leidvolles erlebt haben. Viele haben es nicht bis hierher geschafft und sind an ihrem Kummer zugrunde gegangen.
        Wir sind hier, um uns auszutauschen. Wer das nicht will, sollte diese Kommentare nicht lesen und schon gar nicht darauf reagieren. Ihr Eintrag ist so dumm und engstirnig, dass er eigentlich keine Antwort verdient. Sollten Sie noch einmal reagieren, werde ich es nicht lesen. Da sagt gerade der richtige, „fass dich mal an die eigene Nase“.

      • W. sagt:

        an Genervt!

        Menschen die hier in ihrer Vergangenheit wühlen haben allen Grund dazu.
        Wahrscheinlich habeen sie erst kürzlich verstanden was in ihrem Leben wirklich falsch läuft und sind dabei das ganze auf zuarbeiten. Dazu gehört es dann wohl auch zu verstehen wie sie überhaupt an so einen Menschen geraten konnten oder noch schlimmer- bei ihm geblieben sind.
        Wenn es dann nach und nach dämmert,dass es eigendlich nur eine Fortsetzung der eigenen Kindheit ist darf man doch wohl erst mal den Schmerz und die Wut darüber aufarbeiten.
        Genau für diese Fälle oder Situationen gibt es diese Seiten,Gott sei Dank.
        Mir persönlich hat es ungemein geholfen hier zulesen aber auch mir mein Leid von der Seele schreiben zukönnen.
        Wenn es sie nervt,dass sich betroffene Menschen auf den speziell für sie geschaffenen Seiten austauschen, trösten und unterstützen
        dann habe ich einen Tip für sie….loggen sie sich einfach aus!!!

        Warum sind sie eigendlich hier unterwegs…ist mir nicht ganz schlüssig.
        Auch einer von denen die alles richtig machen?.

        LG W.

        • Gewinnerin sagt:

          ….ach ja, eigentlich kann man Heute ja auch legitim mit der Phonetik „eigendlich“ zum Ausdruck bringen, dann ist es ja auch wieder richtig. Hier tummeln sich ne Menge Leute, denen die Orthografie nen Strich durch die Rechnung macht, aber Alle haben sie etwas schlaues zu berichten :-)) nicht wahr, Ulrike Brauburger, Lise1 & Co.

      • Goldmund sagt:

        Die Frage „Warum?“ bringt uns selten weiter. Mit dieser Frage drehen wir uns entweder im Kreis oder begeben uns sogar in eine Abwärtsspirale. Konstruktiver wäre sich zu fragen: „Wozu?“. Diese Frage zwingt uns praktisch dazu, aus dem Erlebten und unserer Vergangenheit zu lernen.

  12. Pusteblume sagt:

    Die Erklärung, die Phoebe an dieser Stelle gemacht hat, habe ich ebenfalls so erlebt.
    Menschen mit naarzisstischen Wesenszügen entschuldigen sich nicht, bzw. nicht wirklich. Allerdings geben sie Fehler zu, und zwar dann, wenn sie sich davon einen Vorteil versprechen. Dies geschieht aber nur dann, wenn sie schon ganz tief mit dem Kopf in der Schlinge stecken und wissen, sie können nun nicht mehr anders.
    Es ist gewissermaßen das letzte Mittel.
    Als glaubwürdig habe ich diese „Entschuldigung“ trotzdem nie empfunden. Vor allem wenn da ein „vielleicht“ oder „möglicherweise“ davor steht.
    In meinem Fall hat es dennoch nichts genützt, denn der Entschluss zum Kontaktabbruch stand da schon fest. Ich drücke allen die Daumen, die es noch vor sich haben oder in Erwägung ziehen.
    Oberste Priorität hat es glaube ich, nichts von Herr oder Frau Narz zu erwarten und auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein. Die extremen Stimmungsschwankungen empfand ich immer als das Schlimmste – von den endlosen Diskussionen über sinnlose Themen abgesehen.
    Lg
    Die Pusteblume

    • anou sagt:

      ja kann ich alles nur bestätigen … was für eine schreckliche persönlichkeits-störung … was für eine grenzüberschreitende unberechenbare intensität … könnte wie viele ander co-narzistische Menschen ein buch schreiben .. ,-) bin soooo froh, das ich diese Beziehung überlebt und beendet habe … schocking programm non stop ..

  13. Steffi sagt:

    Dazu passt der Lieblingssatz meines Mannes: „Nenn mich Gott“. Und das meint er tot ernst.

  14. Ante Ante sagt:

    Was würde ein Narzisst denn bei der Klassikerfrage in einem Vorstellungsgespräch antworten? „Was sind Ihre Stärken und Schwächen? “

    Sicherlich würde er zunächst von seinen unfassbar vielen Stärken reden, aber was sagt er zu seinen Schwächen?

    • Er würde Schwächen angeben, die für das Jobangebot unerheblich sind, die ihn aber menschlicher erscheinen lassen – unabhängig davon, ob es der Wahrheit entspricht.

      • Zufrieden sagt:

        Vergleichsweise einer künstlichen Intelligenz, die aus der Selbstprogrammierung lebt?

        • Friedel sagt:

          Unter Narzissten befinden sich einige Hochbegabte, die in der Lage sind Wissen wie ein Schwamm aufzusaugen. Machenschaften der Niedertracht sind aus meiner Sicht auch sich darstellende Grenzen mangels Empathie und dann gipfeln in u.a. Manipulation.

    • silvi sagt:

      Das ist ein interessante Frage, und ich habe lange darüber nachgedacht. Der Narzisst ist jedoch so „raffiniert“ und „intuitiv“, dass es ihm gelingen würde, sich dieser Art von Befragung zu „entziehen“ .
      Ich kenne einen Narzissten, dem es in 30 Berufsjahren (durchaus höhere Stellung in immer der selben Firma!) gelungen ist, an KEINEM Seminar teilzunehmen. Als ich das gehört habe, hat es mich gewundert; irgendwann wurde mir dann aber klar, dass diese Fortbildungen (oder was auch immer) die Gefahr in sich bergen, dass der Narzisst einen Teil seiner Maske fallen lassen muss. Und das kommt natürlich nicht infrage.

      • Lise1 sagt:

        @ Silvi zum Thema Seminare
        oder es bringt ihm nichts, was die „inkompetenten Schulungsleiter“ vermittteln wollen, weil er sowieso alles besser durch Selbsterarbeiten weiß? Er hält es für vertane Lebenszeit zu lernen, was er sowieso besser weiß? Warum mit den Schulungsbedürtigen rumsitzen und seine wichtigen Angelegenheiten bleiben derzeit liegen?

        • silvi sagt:

          @Lise1 zum Thema Seminare
          Genau :)). Das war natürlich auch ein Grund!! Weil ja alle Seminarleiter und auch Psychologen „nix taugen“, Quacksalber sind. Er „schickt“ lieber alle anderen zur Beratung und Behandlung. „Die haben es nötig“! – Der Dialog hier tut gut, weil die Menschen hier sehr ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Ich habe die Beobachtung gemacht, dass unsere Erfahrungen so gut wie gar nicht an an Andere vermittelbar sind, weil sich die Narzissten dort anders geben und weil es schwer vorstellbar ist.

          • W. sagt:

            Hallo Silvi
            Die Erfahrung,das Aussenstehende es nicht verstehen können mache ich auch gerade.
            Habe lange gezögert um mich überhaupt Freunden anzuvertrauen.
            Aber von dem lieben ,netten ,grosszügigen immer hilfsbereiten Mann will oder kann das alles keiner glauben.
            Da irre ich mich wohl(ironisch).
            Vor einem 3/4 Jahr wusste ich nichtmal was Narzissmus ist, trotzdem gab es verschiedene Menschen in meinem Umfeld deren Verhalten ich nie nachvollziehen konnte.
            Nach dem was ich mir in den letzten Monaten angelesen habe fällt es mir wie Schuppen von den Augen.Dieser offiziell geringe % Satz der immer wiederholt wird rührt wohl daher dass die meisten Narzissten(die ich ja ohne Diagnose ncht als solche bezeichnen darf)nie einen Arzt deswegen konsultiert haben oder es je tun werden- warum auch???
            Die Dunkelziffer scheint enorm zu sein.
            Tragisch dass sich die meisten nach aussen als absolute Traummänner(Frauen) verkaufen und zu Hause ihre Partner zu Grunde richten. Versuchen die sich mit letzte Kraft jemandem anzuvertrauen, werden sie als psyschich labil hingestellt.
            Leider handelt es sich bei weitem hier nicht mehr nur um Einzelschicksale.
            Selbst Ärzte merken nicht wenn sie Opfer vor sich haben die völlig kraftlos und vezweifelt sind.

          • silvi sagt:

            Hallo W.
            DESWEGEN SIND DIE SEITEN HIER SO WICHTIG. Ich war auch eine von den „Unwissenden“ – wusste gar nicht, dass es so etwas wie Narzissten gibt, und es hat lange gedauert, bis ich diese Tatsache „schlucken“ konnte. Einfach, weil es so unvorstellbar schien!

            Großer Geist, bewahre mich davor, über einen Menschen zu urteilen,
            ehe ich nicht eine Meile in seinen Mokassins gegangen bin.

            Indianisches Sprichwort.

          • Lise1 sagt:

            @W und @silvie

            Selbst menschen, die schon mit Narzissten Kontakt hatte, können nicht ander Narzissten erkennen, selbst wenn es der eigene mann ist. sie sagen, ich kenne narzisten, damit meinen sie aber irgendwelche Horrortypen aus der Kriminalstatistik oder bestimmte Personen des öffentlichen Lebens.
            Selbst Opfer wissen immer noch nicht, was Narzissmus wirklich ist. Weil sie hre Partnerschaft schützen wollen

            Deshalb sind die Seiten hier so wichtig, weil es hier um die verschiedenen Erscheinugnsbilder geht. Bis hin zum erfolglosen N. oder altruistischen N. und viele andere

  15. silvi sagt:

    Deswegen kann der Narzisst auch um keinen Preis sexuelles Versagen zugeben. Die „Schuld“ bekommt dann der Partner. Und der macht sich „natürlich“ Gedanken: warum? wie? was kann ich besser, anders machen? …usw. usf.
    Es geht mir ein „Licht“ nach dem anderen auf. Einerseits frustrierend, andererseits sehr erleichternd. Und das ist die Hauptsache und hilft, nach vorne zu sehen!

  16. Phoebe sagt:

    Es gibt da meiner Erfahrung nach eine Ausnahme; nämlich in dem Fall in dem der Narzisst davon profitiert und zum Beispiel an Ansehen gewinnt, wenn er einen “ Fehler“ zugibt. Dies geschieht dann ganz bewußt an passender Stelle, zum Beispiel wenn der Narzisst das Zugeben seines Fehlers dann wieder als Charakterstärke darstellen kann so nach dem Motto “ Ich gebe ja meine Fehler zu, wenn ich sie mache.“ Zumindest die intelligenten Narzissten werden diese taktische Methode anwenden und ganz gezielt und vereinzelt einsetzen. Sei es in der Arbeit vor dem Chef oder in der Beziehung. Die 1000 mal die er nichts einsieht oder zugibt, kann er so neutralisieren und den “ Gegner“ entwaffnen.

    • In diesem Fall wird das Eingeständnis eines Fehlers nicht als Entschuldigung benutzt – auch wenn es vordergründig so aussehen mag -, sondern es ist nur ein weiteres Instrument, um Bewunderung zu bekommen.

  17. Silvia sagt:

    Liebe Lise,

    ein sehr guter Gedanke, den ich als Coabhängige sehr wertvoll finde.

    Ich hinterfrage oft die Texte und stelle fest, dass ich einige Anteile selbst davon habe oder gehabt habe. Seit meiner Trennung (17 Jahre)von meinem „erfolglosen und eher untypischen“ Narzissten befinde ich mich in Therapie und erkenne natürlich auch meinen eigenen Anteil.

    Die moralische Überlegenheit, die oft grenzenlose Wut, usw.

  18. Lise1 sagt:

    Zitat aus dem Text von Herrn Grüttefien:“Ein Narzisst glaubt unbeirrbar, etwas ganz Besonderes zu sein und im Vergleich zu anderen mit geradezu übermenschlichen Fähigkeiten ausgestattet zu sein.“

    Das kommt mir auch beim Helfersyndrom immer so vor. Oder bei Koabhängigkeit. Man ist was Besonderes, wie sehr und wie lange Jahre man sich aufopfern kann. Oder auch wenn Partner ihre Narzissten heilen wollen oder eine Beziehung trotz bereits vorhandener roter Warnflaggen doch forsetzen zu wollen. Da man perfekt ist, und der andere mangelhaft, muss man sich nicht mit sich beschäftigen. Und weiter entwickeln schon gar nicht, man versucht das festzuhalten, sogar auch wenn es sich überlebt hat und man krank davon werden sollte. Dass sie etws falsch machen, kommt gar nicht bei ihnen an. Mir tun die Therapeuten leid, oder die Freunde, die das sehen und das zu sagen versuchen.

    Daher meine ich, das viele Konarzissten/Koalkoholiker/Hörige auch Narzissten sind. Aber niemand hält sie für welche.
    Oder gibt es da doch wesentliche Unterschiede? Ich weiß es nicht, ich überlege schon lange, weil ich merke, dass die hörigen Partner genau so wenig heilbar sind und sich im Recht fühlen in ihrer Überheblichkeit, ein guter Mensch zu sein, und dne andern zur Liebe hin manipulieren zu wollen wie die als untherapierbar dargestellten Narzissten. Das Gleiche in Grün, meine ich ganz laienhaft, aber ich meine das oft zu sehen , vielleicht ist meine Wahrnehumung auch zu sehr verfärbt durch das Befassen mit dem Thema?

    • Sabina sagt:

      Liebe Lise,
      du hast das genau richtig auf den Punkt gebracht. Sobald du einen Co-Narzissten darauf ansprichst, wehrt er sich heftig. Der Co-Narzisst hat auch narzisstische Anteile in sich, die er mal verdrängt, mal überheblich auslebt. Es kommt auf die Situation und die Anreile an. Betrachtet man das Spiegelgesetz näher und überträgt es auf beide Parteien, wird klar, dass beide sich in dem anderen selbst spiegeln. Denn überall sieht man nur sich selbst. Sei es Situationen, Menschen, die einem begegnen, Tiere, Krankheiten, Natur. Man sieht nur das, was man wahrnimmt, also immer nur das, es mit einem selbst zu tun hat. Halte an deiner Intuition fest, denn du hast es richtig erkannt und beschrieben. Liebe Grüße, Sabina

    • Hallo Lise1,
      das Verhalten von Co-Narzissten oder Co-Alkoholiker ist sicherlich als neurotisch zu bezeichnen. Ich würde allerdings nicht so weit gehen, es als Störung im Sinne einer Persönlichkeitsstörung zu bezeichnen. Immerhin sind die Selbstreflexion und die Emapthie noch in Takt – wenngleich sie auch nicht zielführend eingesetzt werden.

      • Maritt sagt:

        Und noch ein „aber“: Ich war sicher „Co-abhängig“, weiß ich inzwischen. Aber sicher dabei nie überheblich in irgendeiner Weise. Es ging schlichtweg ums Überleben. Das ich dabei Verhaltensweisen vom Narzissten übernommen habe und gegenüber diesem auch angewandt habe ist sicher richtig. Aber ich würde es weit von mir weisen, dass ich mich in der Rolle wohl gefühlt habe. Dies war sicher nicht der Grund warum ich die langjährige Beziehung nicht lösen konnte.

        • Goldmund sagt:

          Genau das ist ja ein wesentlicher Unterschied eines Co-Abhängigen zum Narzissten. Der Co-Abhängige verfügt über Empathie, ist zur Selbstreflexion fähig und stellt sich selbst infrage, was ein Narzisst nie tun würde. Deshalb sind Co-Abhängige a.m.S. durchaus therapierbar. Die Geschichte eines Co-Abhängigen mag der des Narzissten durchaus ähnlich sein, nur geht der Co-Abhängige völlig anders damit um.

          • Lise1 sagt:

            Doch, Narzissten tun das auch, können durchaus selbstreflektiert sein, aber nicht andern gegenüber. Heißt aber nicht, dass sie was ändern wollen, sind durchaus auch unglücklich mit sich selbst. Statt Änderungen zu probieren, dann lieber Süchte und Ersatzbefriedigung, weil sie kaum Handlungsalternativen haben, die wurden ihnen genommen und das Selbstwertgefühl ist im Keller, da wird einem das selber auch nicht zugemutet, sich an die jahrelange harte Arbeit zu machen mit unbekanntem Ergebnis

          • Goldmund sagt:

            Lise, Selbstreflexion anderen gegenüber ist ein Widerspruch in sich. SELBSTreflexion bedeutet, wie das Wort schon sagt, sich selbst zu reflektieren und hat nichts mit anderen zu tun.

        • Kxenia sagt:

          Hallo Maritt,
          Dein Satz , es ging schlichtweg ums überleben , passt ganz genau . Denn bevor man ganz verrückt wird, übernimmt man teilweise das Spiel des Narz. Nur das er nicht mal merkt, wie es gemeint ist. Es sind ja seine Sprüche und Regeln die man übernimmt, und das ist für ihn ja normal.
          Drei Anläufe hinter mir , und immer wieder hab ich ihm geglaubt.
          Nun bereite ich gerade Nr.4 vor
          Lg Kxenia

    • Rabe sagt:

      Liebe Lise 1,
      narzisstische Zufuhr erlangen wir doch auf vielfältigste Weise. Peinlich, wenn Jemand sich altruistisch wähnt, jedoch sein Helfer-Ego dabei satt wird. Sowas kann mir auch passieren.
      Ich habe auch immer mal wieder geniale Phasen gehabt (inclusive Patentanmeldungen), fand mich allerdings nie perfekt und war trotzdem jahrzehntelang voller Empörung über Kritik an meiner emotionalen Person. Wies die Wahrheit brüsk von mir. Wäre mir aber die kritisierende Person egal gewesen, wäre gar nichts davon in mich eingedrungen.
      Ein anderer Aspekt ist vielleicht die Schwäche. Ein Ertrinkender kann wirklich keine Kritik an seinen Fähigkeiten als Schwimmer vertragen… ist es das ?
      viele Grüße!

      • Goldmund sagt:

        Hm, heikle Sache. Die moderne Psychologie geht ja davon aus, dass es keinen wahren Altruismus gibt, da dieser in der altruistischen Person positive Gefühle weckt. Das ist m.E. aber auch i.O. Ich finde, wir sollten mit dem Helfer−Bashing vorsichtig sein, denn sonst hilft irgendwann keiner mehr. Allerdings sollte auch mit dem Helfen vorsichtig umgegangen werden, speziell dann, wenn gar nicht nach Hilfe gefragt wird. Das kann dann übergriffig werden. Befindet sich jedoch offensichtlich in Not, sollte a.m.S. zumindest Hilfe angeboten werden. So kann der Betroffene dann selbst entscheiden, ob er die Hilfe annehmen will oder nicht.

        • Genervt sagt:

          @Goldmund
          Ich bin völlig Ihrer Meinung.
          Selbstlose Taten aktivieren das Belohnungszentrum im Gehirn. Helfen ist von daher eine hervorragende Depressionsprophylaxe.
          Was wäre die Welt ohne Helfer in Krisengebieten, ohne die Helden, die im Dritten Reich Juden versteckten, etc..

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