Sex mit dem Ex

Das Ende einer Beziehung bedeutet für einen Narzissten nicht das Ende der sexuellen Anziehungskraft, intime Begegnungen mit dem Ex-Partner lösen bei ihm keine moralischen Bedenken aus. Er kann nichts Verbotenes daran finden, sich einer vergangenen Liebe zuzuwenden – es ist für ihn ja nur zweckgebunden. Sex mit dem Ex reizt einen Narzissten, weil er die alten schönen Gefühle und die Vertrautheit wiedererweckt.

Bild: © vgstudio – Fotolia.com

Wenn eine Beziehung beendet wurde und sich der Narzisst von seinem Partner getrennt hat oder umgekehrt, bedeutet dies für den Narzissten noch lange nicht, dass der Kontakt endgültig erloschen ist. Ein Narzisst erinnert sich nur zu gern an seine ehemaligen Liebschaften, vor allem dann, wenn er sich einsam fühlt oder einen Misserfolg zu verkraften hat. Dann muss er Wege finden, um sich aus seinem Stimmungstief zu befreien, und benötigt dazu ein anregendes Erlebnis wie z. B. den Sex mit dem Ex.

Da er Ruhe, Einsamkeit und Lethargie überhaupt nicht ertragen kann und davor flüchtet wie die Maus vor der Katze, sucht er in solchen Situationen nach schnell wirkenden Stimulanzien, die ihn aus seiner Niedergeschlagenheit holen. Neben den üblichen Aufputschmitteln wie Alkohol und Drogen kann er sich mit riskanten Glücksspielen, aufregenden Internetspielen, Kontakten auf Singlebörsen, einem Kaufrausch, ausgiebigem Extremsport, nächtelangen Partys, stundenlanger Pornographie oder anderen anregenden Zeitvertreibungen von seiner Unlust befreien.

Um sich wieder gut zu fühlen, braucht der Narzisst das Abenteuer, das Getümmel, den Wirbel und die Sensation. Fehlt ihm der Trubel, wird er schnell unruhig, unkonzentriert, leidet unter Stimmungsschwankungen und wird leicht missmutig und aggressiv. Dann benötigt er dringend eine aufmunternde Substanz oder Beschäftigung, die ihn ablenkt, seinen seelischen Schmerz betäubt und ihn erregt, amüsiert oder euphorisiert. Je schneller das anregende Mittel verfügbar ist und wirkt, desto besser. Er ist wie auf Entzug und nutzt dann die erstbeste Gelegenheit.

Der Ex ist für einen Seitensprung noch gut genug

Was liegt da näher, als in Stunden der Einsamkeit, der Langeweile und der Frustration auf alte, bewährte Ressourcen zurückzugreifen, die schnell verfügbar sind und sich bereits in der Vergangenheit bewährt haben? Ein Narzisst ist nach einer Beziehung sehr darum bemüht, den Kontakt zu den Ex-Partnern aufrechtzuerhalten, damit diese in einem Augenblick der Not wieder zur Verfügung stehen können. Daher ist es nicht verwunderlich, wenn das Adressbuch eines Narzissten mit den Kontaktdaten seiner ehemaligen Partner gefüllt ist: Zum einen kann er sich mit einer umfangreichen und vielfältigen Liebhaberkartei brüsten, zum anderen glaubt er, damit jederzeit bequem Zugang zu erotischen Abenteuern zu haben.

Als schöner Nebeneffekt sind die Kontaktaufnahme mit dem Ex-Partner und die Chance auf eine schnelle Wiederbelebung vergangener Leidenschaften mit weitaus weniger Eroberungsaufwand verbunden, als dies bei einer neuen Bekanntschaft der Fall wäre. Es reicht eine verführerische SMS oder ein kurzer Anruf, um den Schwachpunkt des Ex-Partners zu treffen – und schon ist der Weg zum Schlafzimmer frei. Dies ist weitaus weniger anstrengend, zeitaufwendig und kostspielig als eine neue Eroberung. Und lehnt der Ex-Partner dankend ab, stehen ja noch weitere Kandidaten auf der Liste.

Hängen Ex-Partner emotional noch an dem Narzissten, sind sie sogar erfreut darüber, dass sich der Narzisst plötzlich wieder meldet und ihnen mit schönen Worten schmeichelt. Oft erwischt der Narzisst auf beinahe mysteriöse Weise genau den Augenblick, in dem die Sehnsucht des Ex-Partners nach dem Narzissten am größten ist und ein Anruf, eine SMS oder ein anderes Lebenszeichen wie eine Erlösung wirkt. Die Gründe für die damalige Trennung sind auf einmal wie aus dem Gedächtnis gelöscht und der Ex-Partner glaubt, der Narzisst wolle der Beziehung noch einmal eine Chance geben.

Der Ex-Partner macht sich wieder Hoffnungen

Der Narzisst fährt seinen ganzen Charme auf, zeigt sich von seiner allerbesten Seite, schwärmt von dem Ex-Partner und der guten alten Zeit und versichert glaubhaft, unendlich unter der Trennung zu leiden. Gibt der Ex-Partner in solchen Momenten dem Narzissten auch nur durch das kleinste Zeichen zu verstehen, dass dieser wieder bei ihm landen könnte, hängt er schon am Angelhaken: Der Narzisst wird nicht mehr lockerlassen. Allein die Tatsache, dass der Ex auf seine Nachricht antwortet und überhaupt mit ihm spricht, statt gleich wieder den Hörer aufzulegen oder die Tür vor seiner Nase zuzuschlagen, zeigt ihm, dass dieser sich wohl noch für ihn entflammen kann.

Während der charmante Annäherungsversuch des Narzissten nur eine schnelle sexuelle Befriedigung zum Ziel hat, glaubt der Ex-Partner an die Wiederbelebung einer längst verloren geglaubten Liebe. Er meint, in dem freundlichen Auftreten des Narzissten eine Wesensumwandlung zu erkennen und aus seinen Worten so etwas wie Reue zu hören. Er macht sich Hoffnungen, dass der Narzisst aus seinen Fehlern gelernt haben könnte und es nun mit neuen Vorsätzen noch einmal versuchen möchte.

Da die meisten Ex-Partner von Narzissten mit einer Überdosis Verständnis ausgestattet sind und die Neigung haben, anderen helfen zu wollen, sowie die Geduld besitzen, ihnen auch ein zweite, manchmal sogar dritte oder vierte Chance zu geben, werden dem Narzissten die Türen wieder geöffnet. Nicht zuletzt können Ex-Partner auch ihr eigenes seelisches Stimmungstief aufgrund der Trennung lindern und sich wieder großartig fühlen, wenn sie in den Armen des Narzissten versinken.

Das Erwachen am anderen Morgen

Hat es der unter akutem Entzug stehende Narzisst geschafft, mit seinem Charme, seiner Überzeugungskraft oder seiner Mitleidstour den Ex-Partner von seiner Läuterung zu überzeugen, ist der Weg unter die Bettdecke nicht mehr weit. Noch ein paar zaghafte Berührungen, ein verliebter Blick, das richtige Wort zur richtigen Zeit und es ist geschafft: Der Ex-Partner schmilzt dahin und kann seinen Drang, mit dem Narzissten körperlich verschmelzen zu wollen, nicht mehr zurückhalten.

Am anderen Morgen schwebt der Ex-Partner im siebten Himmel, träumt von einer Wiederauflage der alten Beziehung, schmiedet Pläne für die Zukunft und stellt den Narzissten erneut in den Mittelpunkt seines Lebens. Die schauderhafte Tristesse ist überwunden und endlich scheint wieder die Sonne am Himmel. Leider sieht der Narzisst das ganz anders: Für ihn war es eben nur Sex mit dem Ex.

Schon beim Anblick des hübsch gedeckten Frühstückstischs ereilen den Narzissten Erinnerungen an den bekannten, gleichförmigen Tagesablauf mit dem Ex-Partner. Die Gewöhnlichkeit und Normalität, die sich mit dem Duft des Kaffeegeruchs ausbreitet, und die ausufernden Schwärmereien des Ex-Partners, die ihn daran erinnern, dass ihm eine erneute Beziehung mit dem Ex die Luft zum Atmen nehmen würde, lassen sofort Fluchtgedanken bei ihm aufkommen. So sehr, wie sich der Ex-Partner über die Rückkehr des Narzissten freut, so sehr sehnt sich dieser bereits nach dem nächsten Abenteuer und blättert in Gedanken erneut sein Adressbuch durch.

Ex-Partner machen sich hinterher meist Vorwürfe, dass sie schon wieder auf die Masche des Narzissten hereingefallen sind und seine egoistische Strategie nicht durchschaut haben. Sie ärgern sich darüber, dass sie so inkonsequent waren und sich zu schnell wieder auf den Narzissten eingelassen haben. Sie sind enttäuscht von ihm, schämen sich aber auch ihrer Schwäche. Sie müssen mit dem Schmerz leben, von dem Narzissten ein weiteres Mal benutzt worden zu sein.

Der Narzisst braucht bald wieder Sex mit dem Ex

Sex mit dem Ex dient dem Narzissten eben nur zur kurzfristigen Stimulanz. Der Narzisst konnte seine Verführungskünste wieder unter Beweis stellen und ist stolz darauf, dass er beim Ex-Partner offenbar immer noch landen kann. Neben der bequemen Verfügbarkeit hat dies noch den weiteren Vorteil, dass dem Narzissten beim Ex-Partner alle Abläufe vertraut sind: Es bedarf keines langen Vortastens, man kann gleich zur Sache kommen, man kennt die Vorlieben des anderen und Hemmungen sind kaum vorhanden. Der Sex mit dem Ex erspart ihm mögliche Enttäuschungen, die er mit einem neuen Sexpartner erleben könnte.

Nur hält die berauschende Wirkung beim Narzissten leider nicht lange an. Hat er Befriedigung erfahren, fällt er nur kurze Zeit später wieder in ein Loch und braucht den nächsten Kick. Er lebt in dem Spannungsfeld zwischen dem Drang nach ständiger Stimulanz und dem Schmerz des Entzugs, wenn die Wirkung nachlässt. Er findet keine innere Ruhe und es kommt zu keiner Ausgeglichenheit – immer steht er unter Strom. Findet er keine Opfer mehr unter den vielen Ex-Partnern oder ist keiner ausreichend schnell verfügbar, schaut er sich auf Singlebörsen um mit dem Fokus auf Partner, die an schnellem Sex interessiert sind, geht auf Partys, schaut sich Pornos an oder besucht ein Bordell.

Der Narzisst ist ein Getriebener, der aus Angst vor der Einsamkeit nie bei sich selbst ankommt und zum Füllen seiner inneren Leere andere Menschen missbrauchen muss. So spielt er mit den Hoffnungen und Sehnsüchten seiner Ex-Partner, um sich einzig und allein an ihren Körpern zu befriedigen. Der Schmerz, den er beim Ex-Partner auslöst, interessiert ihn nicht. Zu sehr wird er von einem inneren Trieb beherrscht, der seine Sinne trübt und ihn zu diesem rücksichtslosen und egoistischen Handeln veranlasst.


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Veröffentlicht in Blog, Trennung von einem Narzissten
60 Kommentare zu “Sex mit dem Ex
  1. Eva sagt:

    Auch ich habe diese Erfahrungen erlebt. Mein Narzisst hat mir vorgegaukelt einen Herzinfarkt gehabt zu haben. Aus Kummer.. Wegen unserer Trennung. Nachdem ich mich wieder auf ihn einlassen habe, hat es nicht lange gedauert und ich wurde auf seinem Handy gesperrt. Das riss mir den Boden unter den Füßen. Ich habe den meinen Mut zusammen genommen und habe seine Freunde und Familie kontaktiert. Bis zu dem Tag dachte ich mit ihm verlobt zu sein. Unser Familienurlaub stand in wenigen Tagen bevor.
    Durch die Recherchen habe ich erfahren, dass es nie einen Herzinfarkt gegeben hat. Neben mir war er gleichzeitig mit einer anderen verlobt. Er hat mich ausgetauscht. Gegen eine Prostituierte, laut seiner Freunde, hätte sie mehr Geld als ich.
    Auch wenn ich heute sagen kann, dass ich ihn nie wieder zurück nehmen werde…
    Mein Selbstbewusstsein ist gänzlich dahin.

    • Goldmund sagt:

      Liebe Eva

      Das ist ja besonders krass! Bei mir war’s zum Glück harmloser. Nachdem meine Narzisstin ihren Ehemann mit mir zum xten Mal betrogen hatte, hat sie mich, als ich noch mit ihr zusammen war (!), auf FB unter dem Vorwand entfreundet, ihrem Ehemann eine gute Ehefrau sein zu wollen! Kurz darauf hat sie sich einem anderen an den Hals geworfen und wollte von mir von heute auf morgen nichts mehr wissen, nachdem ich noch ein Tag zuvor ihr Traummann war…
      Besonders dreist war, wenn sie mich dann plötzlich anrief, weil sie sich mit ihrem Neuen gestritten hat, angeblich, um mich um Rat zu fragen. In Tat und Wahrheit ging es nur darum, mich zu demütigen!

      • Elsa sagt:

        Oh ja , das kenne ich von meinem getrennten Mann … Streit mit der Next er schreibt mir alles sue machen Schluss dann heult sich nie Next auch nich bei mir aus und zwei Tage später ist sie wieder jede Nacht bei ihm .. lässt dafür sogar ihr fünf jährigem Kind allein für ein paar Stunden am späten Abend . er trinkt täglich halbe Kiste Bier … dann will er mit mir erneut bauen …. wir haben drei gemeinsame große Kinder…. er spielt alle gegeneinander aus ….

  2. Moorkönigin sagt:

    Lise I,
    wie funktioniert das mit dem Andoggen?
    Das habe ich noch nicht verstanden.
    Wo doggen die an? Wie schaffen sie es, diese süchtig machende Sehnsucht auszulösen?

    • Friedel sagt:

      Indem beispielsweise alte, gewohnte „Knöpfe“ gedrückt werden. Das was am Anfang so gut funktioniert hat, die Phase der Verherrlichung und Idealisierung. Kleine Impulse, Gesten, Bewegungen, Stimme, Geruch, Gezielt gesetzte Wort, Anstoß an Erinnerungen aus „guten“ Zeiten.
      Viele Menschen wünschen sie in der Partnerschaft den „Seelenverwandten“. Deckel und Topf. Und sofern noch ein Funken letzte innere Verbindung zum Narzissten besteht, kann er geschickt diese Sehnsucht wieder anheizen. Allerdings ist zu differenzieren, dass diese eigenen Sehnsüchte nicht durch die „Behandlung“ eines Narzissten gestillt werden können wie viele hier ja leidvoll erfahren haben. Im Gegenteil. Ziel des Narzissten ist es ja seine innere Leer aufzufüllen, auszubeuten und auszusaugen.
      Um die eigenen, inneren Sehnsüchte zu befriedigen bedarf es eines stabilen Selbstwertgefühls sowie der Selbstliebe. Das klärt auch den Blick, den Narzissten zu erkennen, wie er tatsächlich ist. Arbeit mit sich selbst, Ursachenforschung und durchaus auch bewusste Zeiten alleine mit sich selbst helfen auf dem Weg zum Selbstwert und der Selbstliebe.

      Selbstwert und Selbstliebe rauben einem Narzissten den Nährboden.

    • Klarsicht sagt:

      @Moorkönigin
      Die süchtig machende Sehnsucht? Er gibt Dir (scheinbar) etwas, was Dir sehr gut tut (love bombing) und entzieht es Dir danach wieder. Das macht süchtig, denn Du möchtest es (immer) wieder haben, dieses gute Gefühl (solange Du in der Beziehung bleibst/geblieben bist). Und dennoch ist es nicht echt, dieses Gefühl, macht nicht satt und ist nicht gesund, wie jede Sucht. Die Lösung? Gib es Dir selbst, was Du brauchst (Selbstliebe) dann muss es Dir kein anderer mehr geben und Du fällst nie mehr auf einen Narzissten herein.
      Und während er seine eigene innere Leere füllt, wird Dein Inneres immer leerer… Viele Leser sagen hier, dass sie „vorher“ doch glückliche, aufgestellte, fröhliche Menschen waren, und jetzt, nach einer solch toxischen Beziehung, ganz ausgelaugt sind. Unsere inneren Eimer waren sicher recht voll bevor er kam. Doch diese Eimer hatten auch Löcher, die zugeklebt waren, Wunden, mit Pflaster verklebt. Der Narzisst spürt mit absoluter Sicherheit diese Wunden auf, es scheint so zu sein, als dass er diese Wunden heilen könnte und das fühlt sich anfänglich so gut an. Doch er zieht die Pflaster ab, nicht um die Wunden zu heilen, sondern damit der Inhalt des Eimers abfliessen kann, zu ihm. Er macht das möglicherweise nicht bewusst, er ist auch ein verletztes Kind das seine Wunden heilen und seine innere Leere füllen möchte, das darf er auch tun, aber nicht auf meine Kosten. Es gibt vielleicht andere Leute, die andere oder keine Wunden haben, die das nicht stört (nicht trifft), was er tut… Aber das ist (mir) egal. Meine Aufgabe ist es für mich zu schauen, mich daran zu erinnern wie voll meine Eimer vorher waren, was für eine wunderbare Frau ich war. Dort wieder anzusetzen, und noch viel mehr, nämlich durch die auch wertvolle, wenn auch schmerzhafte Erfahrung mit einem Narzissten, hoffentlich gelernt zu haben meine Wunden zu heilen, nicht einfach zu verpflastern, sondern zu heilen, den Eimer dicht zu machen, keine Löcher mehr zu haben, dann kann er nicht mehr andocken und alle Energie, die ich weiter an Selbstliebe hineingebe, in diesen Eimer, kann nicht mehr abfliessen… Nun, so einfach wie ich es darstelle, ist es doch auch nicht, ich bin auch immer noch am Lernen, durchlaufe immer wieder Höhen und Tiefen… Aber keinen Kontakt zu haben ist das A und O, so kann keine Energie mehr zu ihm abfliessen. Aber Gedanken an ihn zu haben (auch hier zu lesen oder zu schreiben), ist leider auch Kontakt, und diesen geistigen Kontakt immer wieder abzustellen, daran arbeite ich gerade…
      Herzliche Grüsse

      • Klarsicht sagt:

        Ich muss noch präzisieren: Kreisende Gedanken um den Narzissten sind ein geistiger Kontakt, doch hier zu schreiben, klärt auch den Geist…

    • Lise1 sagt:

      Moorkönigin, sie können die Bedürfnisse anderer gut lesen, eine Uberlebensstrategie aus frühester Kindheit. Sie haben früh gelernt, ausDa haben sie gelernt, was Körperhaltung, Stimmklang, Blick, zu lesen was Mama glücklich macht, um wenigstens ein Minimum zu bekommen von dem was ein Kind braucht. Sie wissen dadurch schneller und besser als andere, was sie tun müssen, um Zuwendung zu bekommen. In solchen Familien gibt es auch oft als andere Ausprägung Hypersensibilitat, ein genau so anstrengendes Leben. Ebenso eine Uberlebensstrategie der Kindheit. Beide sind froh, dieses Talent zu haben, nicht wissend dass es in Wirklichkeit schief und krumm ist und Folgeschäden bringt.

      Da Narzissten sehr bedürftig sind, haben sie ihr Talent sehr weit entwickeln müssen. So dass ein Partner erstmal gar nicht merkt, dass es nur Maske ist. Hier im Blog kann man bei den Sehnsüchtig sehen, dass sie es auch nach Jahren und übler Trennung immer noch nicht wahr haben wollen, dass es nie Liebe war, sondern Maske um etwas zu bekommen.

      Ganz individuell können Sie Bedürfnisse erkennen und bedienen. Auch für Narzissten ist das anstrengend und selbstentfremdet, sie haben aber ohne Therapie keine Alternative, so lange sie von sich selbst entfernt bleiben. Sie wissen nicht, dass ihr Verhalten überflüssig geworden ist. Alle Erfahrungen sind im Körper ei gewachsen, ebenso bei Conarzissten, es ist viel erforderlich, um das zumindest teilweise sein lassen zu können. Es ist aber auch bei Conarzissten nicht mehr erforderlich, brave Tochter zu sein. Weil man erwachsen ist und für das Meistern des Lebens keinen mehr braucht, auf den man angewiesen ist und der einen mit Rat schlägt.

      Es finden sich zwei Bedürftige, lies nach bei Google: narzisstische Kollusion von Jürg Willi. Zwischen Narzissten und Conarzissten kann es auch zum Wechsel kommen, so dass die Rollen getauscht werden, da sie oft den gleichen Mangel und die gleichen Bedürftigkeit haben, aufgrund ihrer Kindheit: sie haben zu viel oder zu wenig oder das Falsche bekommen. Und der Partner kennt den Tanz Spiel und kann ihm automatisch tanzen. Die Schritte passen wie Zahnräder, wie Pott und Deckel. Krummer Pott – Krummer Deckel. Daher passt es.

      Wird einer von beiden gerade und wird erwachsen, passt der andere nicht mehr, er kann nicht mehr andocken.

      Was krumm ist, entzieht sich leider der Selbstbeobachtung, auch Freunde und Verwandte haben nicht das nötige Wissen und geben meist falsche Rat-Schläge.

      Erst wenn man sich ändert, mit den Kindheitsmustern aufräumt, wenn man weiß was das Eigene ist und entsprechend lebt, docken sie nicht mehr an. Ab da sind auch keine Kontaktsperren mehr erforderlich, dieser Punkt wird egal. Man hat auch keine Sehnsucht mehr nach dem Misshandler. Und misshandelt selber auch nicht mehr.
      Solange man selber derartig bedürftig ist nach Anerkennung und bedingungsloser Zuneigung, der Sehnsucht etwas Besonderes zu sein usw. , macht die oft empfohlene Kontaktsperre Sinn, weil die Bedürftigkeiten ja immer noch vorhanden sind und nicht auf gesunde Weise befriedigt werden.

      • Waltraud sagt:

        Das hast Du sehr gut erklärt Lise1!

      • Friedel sagt:

        In den Ausführungen stimme ich Dir in vielen Teilen zu, jedoch nicht, dass Jemand mit einer NPS therapierbar ist. Selbst Therapeuten beissen sich an einem Narzissten die Zähne aus, müssen selbst in Deckung gehen oder negieren aufgrund der bewussten Gefahr, die durch einen Narzissten ausgeht, dass es sich um Narzissmus handelt. Eine Therapie, sofern ein Narzisst überhaupt die Bereitschaft hat sich diesbezüglich in eine Therapie zu begeben, mag in übersichtlichen Einzelfällen teilerfolgreich sein.

        Mir ist in meiner Historie jedoch niemand bekannt, der in irgendeiner Form Zugeständnisse machen würde. Die Schuld liegt immer beim anderen, untermalt durch dreiste Lügen und Verdrehungen. Sofern ein Narzisst einer Paartherapie zustimmt, dient es aus meiner Sicht lediglich dazu, einen weiteren „Verbündeten“ zu finden und einzuwickeln. Mithilfe dem Partner zu verdeutlich wie krank und gestört dieser ist und der Narzisst doch alles macht.

        In der Regel begeben sich die betroffenen Partner in Therapie und geraten im günstigsten Fall an einen erfahrenen und fachkundigen Therapeuten. Das kann!! dann der Einstieg sein in die Ursachenforschung zu treten.

        Der Narzisst schon längst weiter gezogen ist, die nächste Schneise der Verwüstung anzurichten.

        Ich stimme vollumfänglich zu, dass es überhaupt nichts mir Liebe zu tun hat. Häufig ist zu lesen, die Liebe meines Lebens, und letztendlich nur ein Vorgaukeln falscher Tatsachen aufgrund des „Studiums“ am Objekt der Begierde.

        • Goldmund sagt:

          Das ist grösstmehrheitlich auch mein heutiger Kenntnisstand, Friedel. Anmerken möchte ich noch, dass wenn ein Narzisst zur Therapie geht, dann kann das wegen allem möglichen sein, aber nicht wegen Narzissmus. Sobald der/die Therapeut/in merkt, dass eine NPS vorliegt, wird der Narzisst i.d.R. die Therapie abbrechen.

      • Lise1 sagt:

        Friedel, wie sollte denn eine erfolgreiche Therapie für dich aussehen?

        Sehr wohl können Narzissten lernen, dass bestimmte Verhaltensweisen überflüssig und selbstzerstörerisch sind. Ob sie ihre tiefen für sie verborgenen Prägungen modifizieren wollen, hängt von vielem ab. Und in Krisensituationen werden sie vermutlich immer darauf zurück greifen. Nicht anders als Conarzissten, Menschen mit abhängiger PS, Coabhängige und sonstwie geprägte Menschen.
        Dazu gehören Therapeuten, dieAhnung davon haben und vermutlich ne richtige Krise beim N. Sie können sich auch Für andere Wegeentscheiden: zb Selbstmedikation durch stoffliche und nichtstoffliche Süchte, Ernahrungsstirungen, körperliche Schäden, bis hin zur Einweisung in die Psychiatrie am Ende des Dramas. Die Entscheidung kann nicht durch Partner beeinflusst werden, die wird durch das Unterstützen und Dulden eher verstärkt. Die Partner verstärken die Symptome oft, anstatt sie zu mildern und sind sich ihrer Rolle nicht bewusst, klagen dann noch, anstatt die Finger da weg zu lassen und sich um ihre Wunden zu kümmern. Sie meinen, der andere sollte „erfolgreich“ therapiert werden, dabei sind sie ebenso untherapierbar, so lange sie nicht an die Ursachen für ihr Leid gehen.

        Das ist allerdings gs erst der 3. Oder 5. Schritt, erstmal muss man ja die Situation über einen längeren Zeitraum und in kleinen Häppchen erkennen. Das dauert Jahre mitunter und alle Abwehrmechanismen wirken bei den Opfern genau so wie bei den Tätern. Also anstrengende, lange Arbeit mit Trauer und allen bisher verbotenen Gefühlen

        • Friedel sagt:

          Wie schon geschildert, aus meiner Sicht und Erfahrungen ist ein Narzisst nicht therapierbar, insofern sich Deine Frage erledigt.

          Anhand der Schicksalsbeiträge im Blog sowie Forum stellt sich dar wie viele Betroffene mittels Therapie, Klinik oder Alternativmöglichkeiten Wege aus den Erfahrungen und Erlebnissen suchen. Und an dieser Stelle möchte ich mal eine Lanze für alle Betroffenen brechen. Nein und ganz klares NEIN, wir Betroffenen konnten nicht sehen, dass narzisstische Machenschaften schleichend beginnen unser Leben zu bestimmen. Einen -augenscheinlich vermeintlichen „Partner – zu begleiten, unterstützen und nicht gleich bei jeder – mit Sicherheit nicht wissenden red flag – Situationen die Flinte ins Korn zu werfen, bedeutet die Stabilität eigener Wertvorstellungen. WAS bitte ist daran falsch. Wenn ein ausgebuffter Narzisst mit seinen betrügerischen Absichten das zu seinem Vorteil ausnutzt, muss ein Betroffener das nicht unmittelbar erkennen können. Du verteilst hier Schuldzuweisen und Verantwortungen, die ich in keinster Weise nachvollziehnen kann noch bestätigen möchte, weil Betroffene eben nicht so quer denken – können. Ein erwachsener Narzisst trägt genauso Verantwortung, wie ein erwachsener Betroffener. Anhand all der Beiträge sind doch genau die Betroffenen bemüht mittelts Therapien, Austausch etc. sich weiter zu entwickeln und Antworten auf viele Fragen zu finden. Wer bitte, nach leidvollen Erfahrungen leistet denn nachfolgend in der Suche nach Aufklärung, Therapien etc. weitere Arbeit.

          In aller Regel ist der Narzisst schon weiter gezogen zur Behandlung des nächsten Objektes der Begierde. In meinem Fall über 25 Jahre Schneise der Verwüstung bei mindestens 3 Frauen. Eine davon ist studierte Psychotherapeutin mit gut frequentiertem Klientel.

          Ursachenforschung ist aus meiner Sicht gesondert zu betrachten. Keinesfalls laufe ich konform anhand Deiner – sich für mich schuldhaft darstellenden Ausführungen- dass der ohnehin schon leidvoll betroffene Partner verantwortlich ist die Sypmtome zu verstärken, statt zu mildern! Vollkommen skurill!

          Es gibt informative Beiträge der Charité. Eine Studie über Narzissten und Ausführungen von Professor Röpke.

          • Marcus sagt:

            Warum sollte der Narzisst der ja “ Gott “ ähnlich, unfehlbar ist . In eine Therapie begeben. Die Therapie Einsicht fehlt. Und somit fehlt schon der erste Schritt vom Weg

          • Waltraud sagt:

            Hallo Marcus,
            ich stimme Dir zu. Sie halten sich wirklich für das Maß aller Dinge und meinen noch, man müsse ihren Anforderungen genüge tun. Und wenn man ihre verdrehten Aussagen hinterfragt, ist man genauso schlau wie vorher. Keine Chance. Man hält sich auf mit dem „Verstehen wollen“……(ihn verstehen wollen!).

          • Feder sagt:

            Danke, Friedel. Ich bin es auch so leid, immer wieder zu hören, daß man quasi selbst schuld ist. Wie Du sehr schön geschildert hast, spielen Wertvorstellungen eine große Rolle. Allerdings sollte man, sobald man das sehr gefährliche Spiel durchschaut hat, sich vom Spielfeld(platz) entfernen. Das Schlüssel-Schloß-Prinzip haben wir, glaube ich, alle verstanden. Aber, man geht nicht sofort vom Allerschlimmsten aus, sondern glaubt, ein passendes Gegenüber gefunden zu haben, was ja vorkommen soll. Ich glaube auch nicht, daß man Narzissten „heilen“ kann. Man kann ihm vielleicht zeigen, sich besser in die Gesellschaft einzufügen und auch das habe ich aufgegeben. Er wird nur in Therapie begeben, wenn es ausschließlich ihm nutzt.

          • Lise1 sagt:

            Du schreibst, Narzissten waren nicht therapierbar. Gleichzeitig verweist du auf Prof. Röpke. Hast du denn überhaupt was von dem gelesen?
            Selbstverständlich können Narzissten Hilfe finden. Lies noch mal genauer nach.

            Dass Angehörige das Verhalten der Narzissten unterstützen, damit mein e ich, dass sie es zulassen und unterstützen u d keine Grenzen setzen und die eigenen Anteile abwehren, um ihr Selbstbild hoch zu halten

        • Waltraud sagt:

          @Lise1
          Mir ist viel zu spät und auch erst als ich auf die NPS gekommen war, klar geworden, das ich ihm auch noch unbewusst eine Plattform für sein Handeln geboten hab.
          Aber: Dazu muss man(n)/Frau erst mal drauf kommen, mit wem mans zu tun hat. Ohne dieses Wissen kann man sich nicht wehren und entsprechende Maßnahmen ergreifen und viel zu oft, hat man bis zu dem Zeitpunkt schon so massive Schäden erlitten, ist traumatisiert angesichts der Skruppellosigkeit, der Hinterhältigkeit und der massiven Verlogenheit, die nachträglich nochmal soviel Fssungslosigkeit auslöst, das man es vorher nicht geblickt hat, was los ist. Das, so hab ichs von vielen Betroffenen gelesen, bringt einen erst in die Situation, gezielt vorgehen zu können. Und nicht wieder in eine Wiederholungsschleife zu geraten!!!

          • Lise1 sagt:

            Ich habe nicht die Schuld dem Opfer gegeben, sondern das Wechselspiel versucht zu erklären.

            Ich weiß, dass man das Spiel der Narzissten nicht durchschauen kann und Reinfall auf den Betrug.

            Mir geht es um eine spaterePhase, das Erkennen, dass da was nicht stimmt. Und wenn man da immer noch Sehnsucht nach dem Missbrauch hat, da ist der Moment, bei sich selbst zu schauen und den Ex komplett von sich abzugrenzen. Weil man das nicht kann, und seine Gedanken immer noch bei dem hat, mitunter viele Mo are oder sogar Jahre, da setzt die eigene Arbeit an, der N hat damit nichts mehr zu tun, der ist weg!

          • Friedel sagt:

            @Lise,

            grundsätzlich stimme ich Dir zu. Einige Teilnehmer in diesem Forum sind jedoch älter, einschließlich mir selbst. Dank der Öffentlichkeitsarbeit, dem Internet und offensiver Aufklärung zu Narzissmus ist es einfacher geworden, schneller Antworten auf Fragen zu erhalten. Erst mit Mitte 40 unter Verwendung des Internets stieß ich auf Narzissmus, bestellte mir das Buch „Die Masken der Niedertracht“ und erinnere mich tagelang paralysiert gewesen zu sein. Das war wie eine Offenbarung. Und obwohl ich auf dem Wege der Aufklärung war, bin ich noch einmal in die Falle getappt und begegnete dem „Bestseller auf meiner Hitliste“, dessen Machenschaften mich in ein Nirvana schickten und viel Geld kostete. Der Unterschied zu früher war jedoch, dass nach Demaskierung, ich diesen Mann sofort loslassen und die Situation betrachten konnte. Im Zuge unmittelbar fluchtartig aus der Situation ausstieg, ungeachtet jeder Konsequenz. Das ist jedoch in der eigenen Entwicklung ein Weg. Heute gibt es dank Internet, Foren und Aufklärung schneller Antworten auf Fragen, jedoch bleibt es nach wie vor den jeweiligen Schicksalen nicht erspart damit erst einmal umzugehen. Schritt 7, 8 oder 9 sind dann erst die Schritte sich an die Ursachenforschung zu machen. Dahin kann es oder ist es jedoch häufig ein weiter Weg in die innere Freiheit.

            Ich meine aus Deinen Kommentare Deine Botschaften zu lesen und vermute, dass Du schon weit in Deiner Entwicklung bist. Unter Berücksichtigung meiner Historie war der Werdegang jedoch nicht übers Knie zu brechen und brauchte den Lernprozess der Zeit, Geduld und Güte mit mir selbst.

    • Silv sagt:

      Moorkönigin, das hat nichts mit Hunden zu tun. Gemeint war sicher ‚ andocken‘

  3. Goldmund sagt:

    Hallo Sven Grüttefien

    Ich mache gerade eine Phase des sog. „Hoovering“ durch. Ich habe erst neulich davon gelesen, als ich dies realisierte. Wäre es möglich, mal etwas über „Hoovering“ zu schreiben?

    Besten Dank!
    Goldmund

    • … danke für den Hinweis! Ich kann gerne in einem der kommenden Beiträge näher auf das Thema „Hoovering“ eingehen!

      • Goldmund sagt:

        Vielen Dank, ich freue mich darauf! Ich weiss nicht, wieviel es dazu zu sagen gibt. Soviel ich bis heute weiss, ist „Hoovering“ dem „Love Bombing“ ja sehr ähnlich. Allenfalls wäre auch ein Beitrag über die verschiedenen Phasen „Love Bombing“, „Entwertung“ / „Gas Lightning“ und „Hoovering“ interessant.

        Mit besten Grüssen
        Goldmund

      • Arabiata sagt:

        … und mich würde das Thema „Ghosting“ interessieren. Hab neulich gelesen, dass es einen Namen dafür gibt, wenn jemand sich von einem Tag auf den anderen „unsichtbar“ macht explizit Narzissten. Ohne Erklärung, meist waren die Stunden/Tage vorher noch besonders schön.
        Kann auch sein, dass dieses Thema auch schon mal aufgetaucht ist.
        Aber gute Artikel, Herr Grüttefien, danke!

  4. Bine sagt:

    Der Artikel passt wie die Faust auf’s Auge! Hab alles genau so erlebt. Ich hab immer wieder die „Beziehung“ beendet, den Kontakt abgebrochen und Wochen oder Monate später kam er wieder an. Habe das ganze 7 Jahre mitgemacht… einfach nicht geblickt was abging… Vielmehr ich wollte es nicht wahr haben! Ich hab es ihm so verdammt einfach gemacht… War immer der Lückenfüller wenn gerade niemand interessanteres für ihn da war. Jetzt erst, nach 10 Monaten völligen Kontaktabbruchs beginne ich das ganze zu verstehen und zu verarbeiten… und es tut verdammt weh. Aber ich bin froh, dass es entgültig vorbei ist!!!

  5. Ante Ante sagt:

    „Wenn eine Beziehung beendet wurde und sich der Narzisst von seinem Partner getrennt hat oder umgekehrt, bedeutet dies für den Narzissten noch lange nicht, dass der Kontakt endgültig erloschen ist.“

    Hier kommt mir die Textstelle mit dem Verlassenwerden komisch vor. Würde ein Narzisst tatsächlich versuchen, jemanden, der ihn verlassen hat, zurückzuerobern? Ich kann mir in diesem Falle eher eine zornige Reaktion vorstellen und dass die Kontaktwiederaufnahme primär dazu dient, dem Ex-Partner schaden zuzufügen.

    • Silv sagt:

      Ante Ante, ich habe die Beziehung beendet. Er hat4 Monate gebaggert. Als ich dann darauf einging hat er kurz darauf dann mit mir Schluss gemacht. Darum gings ihm: nicht der Verlierer sein.

    • Goldmund sagt:

      Hallo Ante Ante

      Ein Narzisst hat vor gar nichts Respekt. Das heisst, er respektiert auch nicht, dass du ihn verlassen hast. Ein Narzisst wird sich immer wieder melden, wann immer ihm danach ist und so tun, als sei nichts geschehen. Deshalb wird praktisch überall empfohlen, den Kontakt mit dem Narzissten radikal abzubrechen, d.h. keine Telefonate (ggf. eine neue Rufnummer zulegen) und den Narzissten auf sämtlichen Social Media Kanälen zu sperren. Selbst dies ist u.U. nicht genug. Einige empfehlen sogar, sich eine neue Wohnung zu suchen, da mit Stalking gerechnet werden muss. Das kann so weit gehen, das man sich sogar einen neuen Job suchen muss, weil damit gerechnet werden muss, dass der Narzisst plötzlich beim Arbeitgeber auftaucht.

      • Waltraud sagt:

        Ja das mit dem so tun als ob nichts gewesen wäre kann ich bestätigen und hab mich immer gefragt, wie kann das angehen. Als ich dann sehr spät auf die NPS kam, wars klar.

      • Silv sagt:

        Goldmund, das ist das einzig Hilfreiche: Kontaktabbruch auf allen Kanälen. Mein narz. ‚Partner‘ hat sogar auf Berufsportalen den Kontakt versucht- da hatte ich ihn nicht gesperrt.

        • Goldmund sagt:

          Hallo Silv

          Ja, da hast du recht. Emotional fühle ich mich praktisch nicht mehr mit ihr verbunden. Die Erkenntnis, dass alles nur ein Schauspiel war, hat mir dabei sehr geholfen. Den letzten Schritt mit komplettem Kontaktabbruch habe ich allerdings noch nicht geschafft.

          Danke für die Info!

          Beste Grüsse
          Goldmund

      • Ante Ante sagt:

        Schon kurios, dass der Narzisst, der sonst immer alles kontrollieren und dominieren muss, dann plötzlich zum devoten Hinterherdackler wird.
        Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man fast drüber lachen. 😉

        • Goldmund sagt:

          Hallo Ante Ante

          Der Narzisst wird nicht zum devoten Hinterherdackler. Beim sog. „Hoovering“ geht es wie beim „Love Bombing“ darum, dich um den Finger zu wickeln um dich zu manipulieren und Macht auf dich auszuüben. Narzissten lieben nicht, sie besitzen. Und mit ihrem Besitz machen sie, was sie wollen. Dein Entscheid, dass du Schluss gemacht hast, wird nicht respektiert. Deshalb kann ein Narzisst noch Monate oder gar Jahre danach plötzlich wieder Kontakt aufnehmen und so tun, als wäre nichts gewesen.

          Beste Grüsse
          Goldmund

    • Thomas sagt:

      Richtig. So erlebt!

  6. Lise1 sagt:

    Dass du ihn vermisst, ist nicht seltsam, sondern liegt an deiner Persönlichkeit, ohne die er ja niemals hätte so andocken können. Das heißt, dass du ihn so lange ertragen hast und dass du ihn immer noch vermisst, ist genau das gleiche Grunprinzip. Du kannst das aufarbeiten und die Ursachen suchen (lassen) und dann zumindest teilweise abstellen. Es ist ein wunderbares Gefühl, das los zu sein, einen Narzissten zu vermissen

    • Lise1 sagt:

      war für Linnea

    • Silv sagt:

      Lise1: ‚ suchen lassen‘ ist gut

    • Linnea sagt:

      Hallo Lise1

      absolut liegt das an meiner Persönlichkeit. Ich hatte so gut wie kein Selbstbewusstsein und geringes Selbstwertgefühl, als ich mich in ihn verliebte.
      Später waren es falsche Vorstellungen von Loyalität, „in guten wie in schlechten Zeiten“ und zu viel Toleranz gegenüber seinen Entgleisungen kombiniert mit unkritischem Mitgefühl bzgl seiner Erkrankung.

      • Ante Ante sagt:

        Wie hat er denn auf dein Mitgefühl reagiert?
        Und wie ist es, wenn ein Narzisst (schwer?)krank wird?

        • Linnea sagt:

          Mein Mitgefühl war selbstverständlich.
          Als ich dann nach der Scheidung nicht mehr alles für ihn getan habe, ging das große „Vermissen“ und Jammern seinerseits los.

    • Liesbeth de Vries sagt:

      Das stimmt nicht. Es hat mit der Veränderung im Stresshormon- und Bindungshormonhaushalt zu tun. Du beschuldigst ein Opfer wg seine Persönlichkeit. Es wird Zeit damit auf zu hören. Das ist narzisstisch.

      • Linnea sagt:

        Irgendwie hatte ich schon das Gefühl, ihm aufgrund meiner Minderwertigkeitskomplexe auf den Leim gegangen zu sein.

        Hast du einen Tipp bzgl mehr Informationen zum Thema gestörter Stresshormon- / Bindungshormonhaushalt in Verbindung mit Narzissmus- Opfern?
        Meinst Du Cortisol und Oxytocin?

      • Lise1 sagt:

        Lisbeth, das hat nichts mit Schuld zu tun! Das will ich noch mal betonen.
        Zu denken, nichts falsch zu machen und nur die anderen haben Schuld am Unglück ist auch narzisstisch. Bequem dazu, denn dann braucht man nur von den anderen zu fordern und die Opferrolle einnehmen.

        Auch die Hormone werden durch Erfahrungen, Prägung usw beeinflusst, ein Viertel ist Genetik, drei Viertel sind Umwelt.

        Bindungshormone speziell für Narzissten, ist das dein Ernst? Ok, aber angenommen, das gäbe es, dann geht es zu ändern, indem man seine Innere und äußere Umwelt ändert.

        Das ist genau so schwer, wie wenn ein Narzisst sich ändern soll. Daher zeigt man auch lieber mit dem Finger auf andere und kann nicht wahr nehmen, was einem ganz jung, vor Schulbeginn, wo man sich nicht mehr erinnern kann, angetan wurde

        • Lise1 sagt:

          Lisbeth, es liegt nicht an den Hormonen, sondern an der Einstellung zu sich selbst.

          Wäre ja zu schön, ein bisschen Oxytocin-Blocker und schon hört die Abhängigkeit auf. Nein, ein bisschen mehr Arbeit am realen Selbstbild ist da schon nötig. Wenn man weiß wie wertvollan ist, gibt es keinen Grund mehr, sich Misshandlungen gefallen zu lassen. Und wenn man von sei EM Größenwahn runterkommt, für seinen Narzissten etwas Besonderes zu sein, besonders stark zu sein, oder besonders gut zu sein oder besonders viel Verzeihen zu können, so kommt man der Heilung Richtung reales Selbstbild und somit der eigenen Heilung auch näher. Man kann die Überschätzen und die Unterschätzen aufgeben, wenn man erkennt, wo das her kommt, wozu man das bisher brauchte um nicht verrückt zu werden.
          Doppelbotschaften erkennt man dann öfter, und kann besser hören was der N sagt und was er verdeckt. Mit Bindungshormon, Vollmond, Satan und sonstigen üblichen Schuldigen hat das nichts zu tun, sondern mit verzerrter Sicht der Realität, wofür man aber natürlich nichts kann. Wenn man weiß, dass da was sein könnte mit seiner Selbstwahrnehmung und ändert es als Erwachsener nicht und wehrt es ab, dann lebt man weiter mit der nächsten unglücklichen Beziehung oder wird ganz bindungsunfähig. Wer das will, warum nicht. Opfer zu sein hat ja nicht wenige Vorteile. Zumindest hat man einen schlechten Menschen, über den man sich erheben kann, das aufzugeben kann das Leben sinnlos machen und neuen Sinn suchen ist schwer. Also weiß ich und verstehe ich, wenn alles Schuld ist, nur nicht die eigenen schlimmen Narben, die man sogar vor sich selber verstecken kann.
          Sie entziehen sich auch oft der Selbstbeobachtung, daher ist das sozusagen normal und dauert Jahre, bis man den Mut hat, unter diese Decke zu schauen

  7. Linnea sagt:

    Genau das habe ich auch erlebt. Schöne Worte, Liebesschwüre, Sex, wieder fallen gelassen werden.
    Getrieben passt auch, eigentlich sind Narzissten nicht glücklich, ständig auf der Jagd, paranoid, versinken im Selbstmitleid, pathetisch. Mein Ex hat es auf die Spitze getrieben und sich, schwer betrunken, „zur Strafe“ vor seiner Geliebten erschossen, da diese nicht so fügsam (wie ich) war.
    Seltsamerweise vermisse ich ihn immer noch, obwohl er nach der zweijährigen Honeymoon- Phase 15 Jahre lang ein Bilderbuch-Narzisst war, der mir gegenüber meist respektlos, gefühllos, schamlos und treulos war. Herr Dummdreist und Frau Treudoof. Da er dazu noch chronisch krank war, hatte er das Mitleid aller stets auf seiner Seite.

    • Lise1 sagt:

      Wie kam er an eine Waffe? War er in so einem Beruf, wo er zb. unter staatlichem Schutz Macht ausüben konnte? Oder zb. Als Jäger Herr über Leben und Tod war?

    • Goldmund sagt:

      Hallo Linnea

      Genau so verläuft eine Beziehung mit einem Narzissten. Die Beziehung verläuft in 4 Phasen:

      1. Love Bombing
      2. Entwertung und Gas Lighting
      3. Beziehungsende (allerdings nur vorübergehend)
      4. Hoovering (s. Punkt 1.)

      Diese Phasen wiederholen sich immer wieder, bis du den Kontakt zum Narzissten komplett und radikal abbrichst (s. mein Kommentar an Ante Ante). Das Opfer ist Eigentum des Narzissten, weshalb er immer wieder Anspruch darauf erhebt, wann immer ihm beliebt (ausser du nimmst ihm diese Möglichkeit mittels radikalem Kontaktabbruch).

      • Friedel sagt:

        Das kann mit Trennung aber auch anders laufen, z.B. wenn der/die Betroffene einen finanziellen Ausgleich einfordert aufgrund getätigter „Investitionen“, geliehenes Geld, Übernahme von Rechnungen. Dann kann ein Narzisst nahezu bis gänzlich unsichtbar werden oder macht mittels dreisten Lügen und Verdrehungen von Tatsachen, Münchhausen den Ruf strittig.

        • Linnea sagt:

          Genau so erlebt, Friedel

        • Ela sagt:

          Hallo Friedel,
          ja das Problem habe ich gerade auch….mein Ex Narzist schuldet mir noch viel Geld ……er hält mich jetzt schon einige Zeit hin mit immer anderen Ausreden.
          Versucht aber andrerseits mich wieder zu Sex und einer Neuauflage der Beziehung zu bewegen….ich denke er hofft einfach, dass ich in einer Beziehung die Schulden vergesse….
          Was machst du um an dein Geld zu kommen? hast du gute TippsIch habe auch schon überlegt das Geld einfach zu vergessen, und dann den Kontakt total abzubrechen.

          • Friedel sagt:

            Hallo Ela,

            ich habe mich entschieden, diesbezüglich nicht einfach klein beizugeben, den Einschüchterungsversuchen als auch Drohungen nicht nachzugeben. Diese inszenierten Machenschaften dienen letztendlich nur dazu. Durch die Machenschaften dieses „Mannes“ ist mein Leben in eine derartige Schieflache geraten, dass ich innerhalb kurzer Zeit massive Anstrengungen unternehmen musste, beruflich und privat mein Leben wieder herzustellen. In der Zeit gespickt mit gesetzten Schwierigkeiten durch ihn. Wie sich nachfolgend herausstellte, war ich längst nicht die erste und einzige, die finanziell eingetreten ist. Somit dieses Konstrukt von Beziehung zu Beziehung schon über Jahrzehnte bestens funktionierte. Für mich mit meinen Erfahrungen und Kenntnissen ein absoluter Beziehungsbetrüger. Aus meiner Sicht gilt es unter Berücksichtigung meiner Erlebnisse dem klare Grenzen zu setzen und hinsichtlich meiner Forderungen nicht nachzulassen. Ich habe mir reichlich Gedanken darüber gemacht. Letztendlich und nach reiflichen Überlegungen habe ich mir die Frage gestellt, kostet es mich meine Kraft und Energie einen finanziellen Anspruch zu verfolgen, oder kostet es mich mehr Kraft und Energie es nicht zu verfolgen. Ich bin zu dem Ergebnis gekommen, dass es mich mehr Kraft und Energie kostet, das einfach so stehen zu lassen. Daran kannst Du vllt. auch Deine Überlegungen orientieren. Meinen finanziellen Einsatz zu streichen und diesem Menschen auch noch das Geschenk zu machen, dass seine feine Strategie wieder aufgegangen ist, NEIN. Wichtig ist, sich nicht ausschließlich daran festzubeißen, sondern das eigene Leben, Planungen und Ziele im Fokus zu haben. Das ist gerade der einzige Tip, den ich für Dich habe. Ich kenne zu wenig Hintergrund zu Deiner Geschichte, um Dir weitere Tipps zu geben.

            Hinsichtlich seinem Begehren nach Sex würde ich ihm allerdings zackig den Zahn ziehen, oder einen Austausch nur noch auf einen finanziellen Ausgleich beschränken.

            Entschuldige, wenn ich es -anhand Deines Kommentares – direkt formuliere.
            Spinnt der!!! Du gibst ihm Geld, er windet sich mit Ausreden, zahlt nicht zurück und zur Belohnung wünscht er sich auch noch Sex!

            Ich wünsche Dir von Herzen die richtige Entscheidung!

          • Waltraud sagt:

            Wenn er Dich rumkriegen würde, glaubt er, hat er Dich wieder am Harken und um die Schulden muss er sich dann keinen Kopf mehr machen. Sie halten sich einfach für unwiderstehlich. Wasch ihm diesbezüglich gründlich den Kopf….Du weißt ja gottseidank womit Du es zu tun hast.

    • W. sagt:

      Hi Linnea
      Die beiden kenn ich auch.
      Meintest du den Herrn Lügenbaron von und zu Dummdreist?
      g von Fr. Loyal Treudoof.
      Gruss W.

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