Der Narzisst nutzt Notsituationen eiskalt aus

Narzissten haben einen untrüglichen Instinkt für die Bedürftigkeit anderer Menschen und nutzen sie gnadenlos aus. Wenn andere auf Hilfe angewiesen sind und sich in einer seelischen oder materiellen Notlage befinden, stellt sich der Narzisst zwar gerne als aufopfernder Beistand zur Verfügung – jedoch nicht, ohne eine Gegenleistung zu erwarten. Er lässt eine Schuld entstehen, die der Betroffene später zurückzahlen muss.

Bild: © Nattanon – Fotolia.com

Die Krise anderer Menschen ist für den Narzissten die passende Gelegenheit, sich zum einen wieder einmal in den Vordergrund zu stellen, indem er mit seinem großzügigen Hilfsangebot seine Grandiosität zur Schau stellt und zum anderen die Notsituation eines anderen zum eigenen Vorteil zu nutzen. Er schreckt auch nicht davor zurück, unerhörte und sittenlose Bedingungen zu stellen, unter denen er bereit wäre, den Hilfsbedürftigen aus seiner kritischen Lage zu befreien.

Befindet sich der andere aufgrund seiner Notsituation in der schwächeren Position und gibt es keinen anderen Ausweg, als die Hilfe des Narzissten in Anspruch zu nehmen, muss er sich mit den unverfrorenen Forderungen des Narzissten auseinandersetzen. Zwar ist der Narzisst bemüht, den Schein zu wahren, indem er seinen Angeboten stets eine wohltätige Note verleiht und den Bedürftigen mit seiner Selbstlosigkeit und Großzügigkeit zu blenden versucht. Doch hinter seinen verschleierten Bemühungen steckt meist nichts Gutes. Oft genug hilft der Narzisst bereits im Vorfeld kräftig dabei mit, dass das Opfer überhaupt erst in eine Notsituation gerät, um dann seine Bereitschaft zu Zugeständnissen ausnutzen zu können.

Der Narzisst bringt den Partner in eine Notlage

Ein Beispiel: Der Narzisst möchte gerne alle Freunde zu sich nach Hause einladen und bittet seinen Partner, die Party vorzubereiten. Die Festlegung des Termins überlässt er seinem Partner. Als dieser die Einladungen versendet und auch schon einen Catering-Service bestellt hat, stellt der Narzisst entsetzt fest, dass er an dem geplanten Wochenende gar nicht kann. Diese Unaufmerksamkeit macht er dann dem Partner zum Vorwurf und unterstellt ihm eine schlampige Planung. Er lässt den Partner mit dem Problem allein, indem er äußert: „Du hättest mich ja mal vorher fragen können. Nun sieh zu, wie du die Kuh vom Eis kriegst!“

Der Partner lässt sich die Schuld an der mangelnden Terminkoordinierung geben und übernimmt die Verantwortung für das Malheur. Auf diese Weise gerät er in eine Notsituation und muss nun sehen, wie er die Gäste benachrichtigt und den Catering-Service umbestellt. Der Narzisst erkennt die Misere des Partners und bietet freundlicherweise seine Hilfe an: Er könne seinen Termin zwar verlegen, allerdings sei dies für ihn mit erheblichen Komplikationen verbunden. Er sei aber ausnahmsweise bereit, Schwierigkeiten auf sich zu nehmen, um dem Partner zu helfen. Gleichzeitig erwähnt er, dass er dem Partner nur dann den Gefallen zu tun wird, wenn dieser zu einer Gegenleistung bereit ist. Meist werden dann fragwürdige Forderungen gestellt, die der Partner in der Vergangenheit mehrfach abgelehnt hat, nun aber aufgrund der akuten Notlage anzunehmen gezwungen ist.

Da der Narzisst die Machtverhältnisse zu seinen Gunsten verschiebt und die Gewissenhaftigkeit des Partners ausnutzt, fällt nicht weiter auf, dass der Fehler eigentlich vom Narzissten gemacht wurde. Von Schuldgefühlen geplagt, glaubt der Partner, für die widrigen Umstände allein verantwortlich zu sein und seinen Fehler wiedergutmachen zu müssen. Der Narzisst schafft somit eine Notsituation, die im Grunde nur deshalb zustande kommt, weil der Partner – wie in diesem Beispiel – zu pflichtbewusst ist und die Ursache für die Panne nicht weiter hinterfragt oder sich nicht traut, den Narzissten zu kritisieren.

Der Narzisst lässt den Partner auflaufen

Indem er dem Partner eine Aufgabe oder eine Unternehmung besonders schmackhaft macht oder ihn um einen freundlichen Gefallen bittet, dessen Tragweite und Bedeutung für diesen nicht vollständig erkennbar ist, lässt der Narzisst ihn ins offene Messer laufen. Kommt es dann zu Problemen, spielt der Narzisst den Ahnungslosen und behauptet, sich gar nicht vorstellen zu können, wie es zu diesen Schwierigkeiten kommen konnte. Allerdings vergisst er nicht zu erwähnen, dass ihn keine Schuld an den unglücklichen Umständen trifft, sondern dass es allein dem Fehler des Partners zu verdanken ist, dass dieser nun in der Klemme sitzt. Da sich der Partner nicht vorstellen kann, dass ein Mensch, der behauptet, ihn zu lieben, so arglistig vorgehen kann, erkennt er nicht das intrigante Spiel.

Aufgrund ihres starken Wunsches nach Unabhängigkeit und Selbsterhöhung streben Narzissten immer nach dominanten Positionen – sei es nun am Arbeitsplatz, in Vereinen oder in einer Partnerschaft. Der Narzisst braucht diese Vormachtstellung und erwartet von seinen Mitmenschen Unterwerfung und Gehorsam. Insofern arbeitet ein Narzisst immer daran – wenn auch oft sehr subtil -, dass sein Gegenüber sich stets in einer defensiven Position befindet. Gerät dieser dann noch in eine Notlage, braucht er die Hilfe des Narzissten, um sich aus der Krise zu befreien.

Der Partner ist dann gefangen wie die Fliege im Netz der Spinne und der Narzisst kann mit seinem bestialischen Raubzug beginnen. Genüsslich kann er den Partner mürbe machen, den Preis für seine Hilfe frei bestimmen, den Partner zappeln lassen, wenn dieser nicht auf seine Forderungen eingeht, oder das Leid sogar noch erhöhen, indem er die Hilfe unterlässt oder sich weitere Schikanen ausdenkt. Zuweilen macht es sogar den Eindruck, der Narzisst habe nur darauf gewartet, dass der Partner endlich in eine derart hilflose und unwürdige Position gerät, nur um ihm zeigen zu können, wie viel Macht er über ihn besitzt und wie abhängig der Partner von ihm ist.

Emotionale Erpressung

In Beziehungen neigt der Narzisst zu emotionaler Erpressung, wenn der Partner auf Hilfe  angewiesen ist. Der Narzisst droht dann z. B. mit einer Trennung, wenn der Partner nicht bereit ist, auf seinen Vorschlag einzugehen. Er spielt mit der Angst des Partners, verlassen zu werden und allein zu sein. Partner, die sich emotional extrem abhängig von einem Narzissten machen, sind leicht zu Zugeständnissen bereit, nur um den Schmerz einer Trennung nicht erleben zu müssen. Der Narzisst weiß um diesen Umstand und nutzt das zarte Nervenkostüm seines Partners aus.

Gerät der Partner in finanzielle Schwierigkeiten oder zeitliche Engpässe, benötigt er dringend Informationen oder Gegenstände, zu denen nur der Narzisst Zugang hat, steht der Narzisst dem Partner nur unter der Bedingung bei, dass dieser eine Gegenleistung erbringt. Selbst bei einer schweren Krankheit des Partners schreckt der Narzisst nicht davor zurück, seine großmütige Hilfe in einen genialen Deal zu verwandeln. Der Narzisst verlangt dann von dem ohnehin geschwächten Partner etwas, zu dem dieser gar nicht imstande ist. Doch das interessiert den Narzissten nicht. Er lebt nach der Devise: „Wenn du etwas von mir willst, dann musst du etwas für mich tun!“

Wenn dem Partner eine Angelegenheit besonders am Herzen liegt – er z. B. möchte, dass der Narzisst an seinem Geburtstag den ganzen Tag mit ihm verbringt, dieser an dem Tag aber arbeiten muss –, nutzt der Narzisst den starken Wunsch des Partners, indem er ihm zwar den Gefallen tut, gleichzeitig sein Entgegenkommen jedoch an Bedingungen knüpft. Will der Partner also auch auf seine Kosten kommen, muss er sich seinen Wunsch bei dem Narzissten durch das Eingehen einer Schuld erkaufen.

Besonders bei getrennt lebenden Elternpaaren kann ein narzisstischer Elternteil die schwächere Position des anderen Elternteils eiskalt ausnutzen, z. B. wenn die Kinder vorrangig bei ihm leben und der andere Elternteil immer darum bitten muss, die Kinder sehen zu dürfen. Die Kinder werden dem anderen Elternteil nicht freiwillig mitgegeben, sondern nur unter der Voraussetzung, dass dieser den Forderungen des narzisstischen Elternteils vollständig nachkommt.

Die Lust am Quälen

Ein Narzisst macht eben nichts selbstlos. Wenn er sich schon bemühen muss, dann soll für ihn dabei auch etwas herausspringen. Da er aber nicht als widerlicher Schurke oder kaltblütiger Erpresser erscheinen möchte, werden die Umstände so gewählt oder inszeniert, dass er als Unschuldslamm dasteht und angeblich großzügig für den Partner in die Bresche springt. Für seine Barmherzigkeit lässt er ganz nebenbei eine Schuld entstehen, an die er seinen Partner fortan bei passenden Gelegenheiten erinnern wird.

Es bereitet einem Narzissten beinahe diebische Freude, andere auf sadistische Weise zu quälen. Wenn der andere leidet und nur er die Macht besitzt, ihn von seinem Kummer zu befreien, dann erregt ihn diese Situation. Er erlebt dann sogar doppelten Genuss: zum einen, wenn er mit ansehen kann, wie sich der andere quält, und zum anderen, wenn er ihn dann gönnerhaft aus seiner Notlage befreit und so dem Grauen ein Ende bereitet.

Weil der Narzisst vordergründig anständig und sehr subtil vorgeht, erkennen die Opfer nicht, dass er in den meisten Fällen das Leid selbst auslöst. Und groteskerweise verspüren die Opfer auch noch Dankbarkeit, wenn sie von dem Narzissten aus ihrer Notsituation befreit werden. Dadurch fühlen sie sich sogleich erneut schuldig, weil der Narzisst so ritterlich für sie durchs Feuer gegangen ist, was die emotionale Abhängigkeit weiter vertieft.


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Veröffentlicht in Blog, Eigenschaften eines Narzissten
29 Kommentare zu “Der Narzisst nutzt Notsituationen eiskalt aus
  1. Lambert Thomas sagt:

    Narzissmus wird klinisch als Persönlichkeitstyp aufgelistet und mit ICD – 10 F 60.8 den sonstigen spezifischen Persönlichkeitsstörungen
    http://www.icd-code.de/icd/code/F60.-.html zugeordnet.

    Das Verhaltensmuster eines Narzissten ist typisch für die Dissoziale Störung F 60.2. Also eine Frage an Herrn Grüttefien:

    Ist ein Narzisst immer antisozial gestört (F. 60.2)? ihr kanadischer Kollege Robert D. Hare definiert einen Psychopathen als pathologisch (Ausfälle im Gehirn. Beispiele Hitlers Stirnhöhlenvereiterung und ein amerikanischer Bahnbauarbeiter, der durch einen Unfall den linken Frontallappen verlor und dadurch empatiheunfähig wurde), einen Soziopathen als umweltgeformt (Falsche Erziehung, Foltererausbildung in Diktaturen, DPS F 60.2 als Traumafolgeschaden). Psychopathie (pathologisch) ist unheilbar, Soziopathie bei Compliance therapierbar.

    Als Psychopath wird man klinisch zwar erst ab 30 von 40 möglichen Punkten der PCL-R-Liste klassifiziert, die synonyme umgangssprachliche Verwendung bezeichnet, soweit ich das als Laie beurteilen kann, aber laienhaft ein soziopathisches (empathieunfähiges) Verhaltensmuster. Kognitiv weiß jeder Soziopath oder Psychopath unabhängig von seiner PCL – R – Punktzahl genau, was er tut, sofern keine Psychose vor liegt, ist also schuldfähig: Es sind untote Zombies, Vampire und menschenverachtende Monster.

    Wie kommt es, dass solche sadistisch ihre Mitmenschen zerstörende Leute nur selten für ihre Taten zur Rechenschaft gezogen werden, während verarmte Schwarzfahrer, Rotlichtsünder, Schuldner oder schwarzarbeitend überlebende Hartz IV – Familienväter von der Justiz und Bürokratie ins tiefste Elend gestürzt werden?

    • .. ich denke, solche Menschen kommen eher einmal mit Strafverstöße durch, weil Sie eben weniger oder gar keine Empathie besitzen. Sie haben kein Problem damit, zu lügen, andere zu beschuldigen, zu bedrohen oder zu erpressen, um letztlich nicht für Ihre Taten gerade stehen zu müssen. Sie haben das „Talent“, die Verantwortung geschickt in eine andere Richtung zu lenken und Entscheidungsträger zu blenden. Allerdings werden sie mit der Zeit aufgrund ihres Größenwahn und ihrer Überheblichkeit fahrlässiger und werden dann überführt, weil sie dumme Fehler machen.

  2. Klam sagt:

    Ich war nicht emotional abhängig, ich kannte es 50 Jahre nicht anders.
    Meine Lebengschichte war geprägt von“Sitz, Platz, bei Fuß,“ und trotzdem wurde das Stachelhalsband immer ein Loch enger gemacht. Ich hatte bis dato nie einen Vergleich, das DAS nicht das Leben ist.Wie ich mal sagte: Erklär mal einem Blinden und Tauben die Farben.“
    Als ich erlebt habe, das dies nicht Normal ist, kam mit Macht der Zusammenbruch. Meine narzisstischen Ex Chefs haben das geschafft.
    Als ich wieder auf dem Damm war und klar denken konnte, stellte ich fest, das meine Ehe genauso ablief.
    In den Therapiesitzungen fanden wir die Ursache.
    Die Kindheit, von der ich immer sagte“ ich hab es überlebt“.
    Ich muss trotzdem noch anmerken, das viele Frauen ein ungesundes Helfersyndrom haben, und denken, sie können einen
    solch verkorksten Menschen retten.Wie soll man sonst erklären, warum viele Schwerverbrecher und Mörder im Gefängnis unzählige Briefe von Frauen erhalten, die wirklich glauben, ihre Liebe würde diesen Menschen retten und sie könnten ein erfülltes Leben führen.
    Emotional Abhängigkeit ist nur ein Punkt.
    Dazu kommt die finanzielle Abhängigkeit,
    die „Angst“ sich einzugestehen, das man einen Fehler gemacht hat und Angst vor den Reaktionen der Umwelt und die Angst der oder die Neue, sind „besser“ und
    “ versagen“ nicht in der Beziehung.Nicht zu vergessen, das Vorschieben der Kinder.
    Kindern geht es viel besser, wenn sie unbeschwert aufwachsen können und nicht in diesem vergifteten Umfeld.
    Und glaubt mir, die haben feine Schwingungen und lernen unbewusst einen vernichtenden Gehorsam, Unterwürfigkeit und perfekte Anpassung.
    Ich spreche aus Erfahrung.
    LG

    • Lilith sagt:

      Stimmt Klam,
      das ist ein wichtiger Aspekt.
      Du lebst so in deiner Familie,dann kommst du in die Schule und da sind auch viele Lehrer so.
      Vor allem vor 40-50 Jahren,da war der ganze Erziehungsstil so geprägt.
      Dann kommt die Lehrzeit und dein Chef nützt dich aus und behandelt dich schlecht.Und im Arbeitsleben später gehts auch so weiter.
      Und das nimmst du dann so hin, weil es ja Anderen auch so geht und du denkst das ist ganz normal.

      • Klam sagt:

        Hallo Waltraud
        Ich meinte das mit dem Retten im Extremfall.
        Um jemanden zu retten, muss man über die Situation bescheid wissen.
        Wir wissen erst jetzt, was das Problem ist, wir haben eine Erklärung und einen Namen, Narzissmus.
        Zum Glück sind wir nicht bis in diesen Zustand gekommen, der hätte im Extremfall unser Ende bedeutet.
        Ich war so erwartungslos, das ich nicht mal Anerkennung wollte, sondern nur, das man mich nicht ständig provoziert, abwertet und schonungslos ausnutzt.Damit hätte ich mich zufrieden gefühlt.
        Jetzt bin ich am lernen, einmal an mich zu denken und etwas zu tun, was mir gut tut.
        Eines hat sich sehr verbessert.Meine körperlichen vielen Schmerzen sind verschwunden.
        Seele und Körper sind wieder im Einklang, ein tolles Gefühl.
        LG

        • Waltraud sagt:

          Hallo Klam,
          hab gerad noch mal Deinen Text gelesen. Du meintest Dich, mit blind und taub!? Weil Dir der Vergleich fehlte, wie Du schreibst. Sorry habs fehlinterpretiert.
          Ja total verständlich. War bei mir ja nicht anders. Sonst hätte man sich vielleicht früher aus der Situation retten können. Obwohl ich immer wieder denke, ohne das man endlich auf den Grund, nämlich die NPS, gekommen ist, wäre man immer wieder anfällig. Ich hab zuvor ja immer wieder in dieser on/off-Beziehung bei Telefonanrufen sofort aufgelegt, wenn ich seine Stimmne vernahm.
          Ich dachte, was soll ich diesem A……. noch die Möglichkeit geben. Und dann läßt er sich eines Tages nach all den bereits abgelaufenen Bösartigkeiten die größte Schweinerei einfallen und man spielt ihm noch ahnungslos in die Hände. Da steht kein Stein mehr auf den anderen und das klare Denken kommt einem abhanden, ob der ganzen Lügen, Niederträchtigkeiten und gleichzeitiges Seuseln von Liebe und Freundschaft.
          Mit dem Retten hast Du Recht, man muss Wissen, was los ist.
          Ich hab immer wieder die Fragen im Kopf, warum war ich so ahnungslos. Warum hab ich das mitgemacht. Antwort: weil er es verstand, mich zu bezichtigen, für alles was negativ war. Er war ja schließlich der Großartige und Einzigartige. Ihm konnte keiner das Wasser reichen. Mein Herr und Gebieter. Und wie hier schon öfter beschrieben, man wird in der Kindheit konditioniert auf solche „Ar……….“.
          Körperlich fühl ich mich auch um einiges besser. Seelisch hab ich immer wieder meine Tiefs. Die Familie ist definitiv kaputt.
          Es tut weh, zu sehen, wofür man sein Leben geopfert hat.

          GLG

      • Lise1 sagt:

        Lilith, der Erziehungsstil ist heute noch so geprägt. Es werden aleinn gelassene, unverstanden Kinder erzeugt, schwarze Padagogik an allen Ecken und Enden. Wenn man die eigenen Erlebnisse nie aufarbeiten will (lieber“ vergessen und vergeben“), dann gibt man es an die nächste Generation weiter und denkt, man meint es doch nur gut, aus falsch verstandenen unbewussten Erziehungsritualen.

        Wer das einmal erkannt hat, sieht das überall. Und sieht, dass man auch heute die Kinder nicht davor schützt, dass sie denken, nicht ok zu sein.

        Die Narzissten werden von Menschen gemacht, die es nicht anders kennen und noch stolz drauf sind.
        Immer wenn ich einen höre, dass er eine harte aber gute Kindheit hatten, klingeln bei mir die Alarmglocken, ebenso bei Erwachsenen, deren Eltern noch unangemessen in das Leben ihrer 30,40 oder 60jährigen Kinder eingreifen.
        Die denken, sie sind so unfähig, dass sie noch die Eltern brauchen, da weiß ich, dass sie ihr Selbstbewusstsein anders aufpäppeln müssen, meist auf Kosten ihrer nahen Mitmenschen

        • Lilith sagt:

          Ach Lise1,

          du nimmst mir die Hoffnung auf eine bessere Gesellschaft.
          Aber du hast recht.

          Vieles läuft nach wie vor so weiter, nur versteckter.
          Früher wurde mehr geschlagen oder in den Keller gesperrt ( so wie bei mir auch ).
          Jetzt laufen die Misshandlungen viel feiner, also nicht mehr mit dem Hackebeil sondern mit dem Skalpell.

          Das finde ich noch schlimmer, weil es weniger ersichtlich ist.
          Einem Kind das geschlagen wird kann ja noch Jemand beistehen, aber die jetzigen Foltermethoden sind sehr fein und perfide.
          Getarnt unter dem Mäntelchen der Pädagogik oder der Moderne.

          Ich glaube aber nicht das ein Mensch “ nur “ weil er streng erzogen, geschlagen und geformt wurde zum Narzissten wird.
          Da müssen noch viel Schlimmere Sachen passieren, denn sonst wären viel mehr Menschen Psychopathen.
          So blöd das jetzt klingt, auch Eltern die das gemacht haben, oder noch machen, lieben ihre Kinder.
          Und das glaube ich ist der große Unterschied!
          Das gänzliche fehlen von Liebe.

    • Waltraud sagt:

      Hallo Klam,
      das mit dem ungesunden Helfersyndrom kenn ich von mir, aber ich wollte nicht den Mann retten, sondern ich wollte oder suchte Anerkennung und das man mich vielleicht auch mal wahr nimmt. Fataler Irrtum! Ich habe in der Kindheit gelernt brav und angepaßt und möglichst keine Last zu sein für meine Familie, weil meine Mutter schon so sehr belastet war mit vier ältern Kindern und einem jähzornigen Mann.
      Und Deinen Satz mit der „Blindheit“ hab ich über meinen Mann gesagt zu seiner Mutter; wie soll ich einem Blinden das Sehen beibringen. Hat sie nicht verstanden, hat nur gemeint, die …… (Name) wären zwar große Egoisten aber großzügig. Ja klar, wenn man tat, was sie von einem verlangten, nicht aufmuckte, wenn Dinge im Alleingang von „ihm“ entschieden wurden. Darlehn aufgenommen wurden ohne Absprache, aber man mit unterschreiben sollte, weil man das in einer Ehe gemeinsam trägt (seine Worte). Man ist der Bimbo ohne Rechte, ohne eigene Vorstellungen, aber man soll möglichst wartungsfrei funktionieren. Und genauso war es. Die restliche Familie sollte sich komplett nach ihm und seinen Vorstellungen orientieren und immer wurde einem ein schlechtes Gewissen gemacht, wenns nicht so lief. Mir wurde noch der Satz von ihm um die Ohren gehauen, er wäre für was größeres geschaffen. Ich könnt mich nur noch übergeben, bei dem Gedanken, was ich mir und den Kindern aus dem Gefühl der Wertlosigkeit hab antun lassen. Nach 4 Jahren war ich durch. Nichts ging mehr. Und weit davon entfernt, zu erkennen, was das eigentliche Problem ist. Irgendwie hab ich mich wie ein Hund an der Kette gefühlt. Daran gezerrt, aber kam nicht los. Nicht nur das man dieses ganze Elend irgenwie ertragen hat obwohls unerträglich war. Von aussen kam noch entsprechendes Feedback, das man ja wohl so einen netten lieben Mann hat und diese Frau (ich) bin ja wohl die jenige welche, an der es liegt. Ich wurde manchmal richtig angefeindet und dachte noch, was hab ich denen getan. Er hatte wirklich alles im Griff. Der große erfolgreiche Geschäftsmann, der Sunniboy. Wer kommt da schon auf die Idee. Ich auch nicht und wurde immer kleiner. Und man gerät in die Isolation. Oh man, das ist so abgefahren. Ein Kriegsschauplatz hinter den Kulissen. Ich bekam soviele gesundheitliche Baustellen und in der Pubertät meiner Tochter wurde es zusätzlich dramatisch. Aber ich war ja schuld. Wie kann ich da diesen supertollen, abwesenden Vater verlassen. Meine Tochter hat irgenwann im erwachsenen Alter beim Aufbruch in eine weiter entfernten Großstadt zu mir gemeint, dieses Leid, diese Schwäche (bei mir). Meine Antwort: mit Schwäche hätte ichs nicht überlebt. Mein Sohn; ich hätte mich scheiden lassen solln. Ja klar, hab Versuche gestartet und meine Ausweglosigkeit gesehen, der macht micht mich fertig, ich seh keinen Cent. Wie soll man ahnen, das nicht man selber die Gestörte, sondern dieser brillante nach aussen glänzende Geschäftsmann total gestört ist. Sie haben Dich, nachdem Du unwissentlich in ihre Falle getappt bist, in der Hand. Ziehen die Fäden, manipulieren das Umfeld in ihrem Sinne. Ich hab den Ausgang nicht mehr gefunden.
      Es ist grausam und schade, für alle hier, die das erfahren haben.

  3. Klam sagt:

    Mein Ex-Mann sagte immer“Wer fi…will, muss lieb sein“. Lieb war er nie, nur manchmal erträglich. Eingefordert hat immer. Nicht nur emotional, sondern auch materiell. Dafür hab ich und die Kinder nur verzichtet, es reichte nur für ihn, so gross waren die Anforderungen.
    Meine Schuld, hätte viele, viele Jahre eher die Reissleine ziehen müssen

    • Goldmund sagt:

      Ja, die Reissleine kann nicht früh genug gezogen werden, wenn da nicht die emotionale Bindung wäre. Mir gelang das erst richtig, als ich mich mit Narzissmus auseinander setzte und die Erkenntnis gewann, dass da gar nie was war und alles nur gespielt war. Diese Erkenntnis half mir, die rosarote Brille abzusetzen und mich emotional zu lösen.

    • Silv sagt:

      Hallo Klam, ja man schiebt sich die vermeintl Schuld zu. Und ist doch gefangen gewesen in einem emotionalem Abhängigkeitsspiel.
      Ich schaue nur noch nach vorn…nachdrm ich mit der Bez. einigermaßen abgeschlossen habe.

  4. Waltraud sagt:

    Bei mir war es so, das er seine Chance voll genutzt hat, als ich ihm unwissentlich (über die NPS) noch geschrieben hab, das es bei mir gerad eng ist und das ich deshalb dringend auf eine ausstehende Zahlung seinerseits angewiesen bin. Oh man ich segelte geradewegs in eine Katastrophe. Und bis heute verkauft er sich als der, der er immer war.
    Unschuldig!!! An allem was mir durch seine Intrigen, seine Lügen, sein Mobben passiert ist. Und immer schön die Tatsachen zu seinen Gunsten verdrehen, kann er wirklich hervorragend.Es ist auch egal das mans von ihm selber schwarz auf weiss hat, er leugnet alles.
    Und liebe Sarah K. das kenn ich, mit dem auf Geld aus sein unterstellt zu bekommen. Mein Ex hat auch immer in seinem Sinne argumentiert und die Kinder und Enkel vorgeschoben, wenns ihm plötzlich an den Kragen bzw. „sein“ Geld gehen sollte. Als es um mein Hab und Gut ging natürlich gebau anders herum.

  5. Friedel sagt:

    Die Wortwahl zur Darstellung in diesem Newsletter ist hervorragend auf den Punkt getroffen. Auf einen Fundus an Erfahrungen massiver psychischer Gewalt, Abwertung, Demütigung, Verdrehungen und Lügen, der genau das beschreibt, kann ich insbesondere mit meiner ausgesprochenen Trennung und der Folgezeit zurückgreifen, das Desaster der Gehirnwindungen in vollem Umfang zu Tage trat.

    Ich in diesem Zusammenhang darauf aufmerksam machen möchte, sich durchaus dagegen auch zur Wehr zu setzen.

    Die Vorgehensweisen wiederholen sich, mit jeder Beziehung neu. U.a. aus diesem Grunde der Narzisst seine Sicherheit gewinnt, immer mit seinen Machenschaften durch zu kommen. In vielen Fällen ist ein kompletter Kontaktabbruch ratsam. In den Fällen oder Situationen, wo dies nicht möglich oder gegeben ist, rate ich diesem Ausbund an Garstigkeit klare und Unmissverständliche Grenzen zu setzen.

  6. Maritt sagt:

    Ich habe alles getan um ihn nicht um Hilfe bitten zu müssen, auch nicht bei Kleinigkeiten und Selbstverständlichkeiten. Die Folge war nämlich „schlechte Stimmung“. Mich hat es auch nicht gefreut, wenn er von sich aus geholfen hat. Dies hatte nämlich die gleichen Folgen, außerdem musste dann ein „Ausgleich“ geleistet werden. Dadurch ist natürlich alles an mir hängengeblieben, war jedoch leichter zu ertragen als der Psychoterror im anderen Fall.

  7. Aloha sagt:

    Ich habe da Erfahrungen mit jemandem, der wäre nie da, wenn ich mal Hilfe bräuchte. Als würde es ihn anöden zu helfen. Da hat er ja nichts von….
    Klar, dass ER natürlich beleidigt oder gar sauer ist, wenn ich nicht springe!
    Ich weiß nicht warum, aber das Helfen ist wohl schon zu gut oder zu nah.
    Ich würde mich auch nie auf ein ja von ihm verlassen. Im letzten Moment kann er doch nihct, hat was Wichtigeres oder es schlichtweg „vergessen“. Ha ha! Das obligatorische „ja“ bedeutet ihm garnichts. Dieses Verhalten wird wohl hier im letzten Abschnitt erklärt – Genuss am Quälen. Nur, dass mein Jemand den Genuss des Rettens anscheinend nicht braucht. Hängen lassen reicht schon als Genuss

  8. Sarah K. sagt:

    Teilweise kommen mir diese Verhaltensweisen bekannt vor. Wenn auch mein Ex-Mann mich eher weniger in Notsituationen gebracht hat. Aber seine jederzeitige Hilfsbereitschaft (wenn ich ihn frage, sagte er immer Ja) wird mir dann zu einem späteren, passenden Zeitpunkt um die Ohren gehauen. Und natürlich stellt er sich dann als grosszügig und selbstlos dar, wie er mir damals geholfen hat. Am Ende wird natürlich übertriebene Dankbarkeit erwartet.

    • Goldmund sagt:

      Deshalb hab ich aufgehört, meine Narzisstin noch um einen Gefallen zu bitten. Da mach ich’s lieber selbst oder frage jemand anderen.

    • Lilith sagt:

      Bei mir war es Anders,
      mir wurde ständig Hilfe aufgedrängt,auch bei Sachen die ich allein machen konnte und wollte.
      Und er war Jedesmal stinkesauer und gekränkt wenn ich nein sagte.

  9. Reh sagt:

    Er verlangte ein schillerndes Leben. Baute ein Haus für dessen Versorgung komplett ich zuständig war. Meine Aufgaben waren Arbeit/Studium, Kind und Haushalt. Während ich meine Arbeit auf 50 % reduzieren musste, um das alles für uns zu stemmen und damit natürlich weniger verdiente, aber nicht weniger zu bezahlen hatte „half“ er mir mit einem zinslosen Privatkredit…(„kannst mir ja zurückgeben, wenn wieder alles besser läuft“). Nach der ersten Trennung ließ er sofort von seinem Anwalt einen Vertrag aufsetzen, mit Zahlungsplan und Verzinsung… Niemals wär das zu bewältigen gewesen. ich sah mich nicht raus. Miete, Kind, Leben, Kredit und blieb zunächst. Immer wenn ich nicht funktionierte, wedelte er vor meiner Nase mit dem Vertrag rum und dem Vorwurf, ich wäre nicht fähig, mit Geld umgehen zu können.

    • Sarah K. sagt:

      Liebe Reh

      Das kommt mir bekannt vor. Ich habe immer gearbeitet, auch nach den Kindern. Zuerst 40%, später 60%. „Daneben“ habe ich den Haushalt geführt, die Kinder betreut, ihm bei seiner Einzelfirma die Buchhaltung, den Internet-Auftritt sowie die Korrespondenz erledigt, den ganzen Hausbau alleine gestemmt inkl. Organisation Umzug. Als ich etwas mehr Engagement von seiner Seite erwartete und forderte, zog er sich noch mehr zurück und flüchtete in sein Hobby (er hätte kaum mehr Zeit für seine Hobbies, ich sei ja viel mehr zuhause!!) und warf mir vor, ihn einzuengen.
      Kürzlich hörte ich von ihm (einmal mehr), dass er nur wegen mir und den Kindern in das Dorf gezogen war, in dem ich mit den Kindern noch immer wohne. Ja muss ich ihm jetzt für seine Grosszügigkeit dankbar sein?
      Als ich dann vor knapp 4 Jahren die Trennung vorschlug, wurde mir um die Ohren gehauen, dass ich nur aufs Geld aus sei, kein Mitgefühl hätte, egoistisch sei. Damals trafen mich diese Vorwürfe. Heute, mit meinem ausgedehnten Wissen um Narzissmus, ist mir klar, dass er sich selber spiegelt.

      • Goldmund sagt:

        Meine Narzisstin behauptet auch immer soooo vieeel um die Ohren zu haben und so im Stress zu sein, dabei hat sie den ganzen Tag nichts (!) zu tun. Am liebsten würde ich ihr dann sagen, dass eben nicht alle Menschen gleich belastbar sind… 🙂

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