Der geizige Narzisst

Geiz ist die Unfähigkeit, sich von Dingen zu trennen, die man im Überfluss hat und eigentlich nicht mehr braucht oder gar nicht alleine aufbrauchen kann. Narzissten können sich als äußerst geizige Menschen entpuppen, die ihren Mitmenschen nicht die Butter auf dem Brot gönnen. Sie können sich daran erfreuen, ihr Umfeld mit ihrer Sparsamkeit zu schikanieren und sich gleichzeitig überlegen vorzukommen, weil sie mehr haben als andere.

Der geizige Narzisst

Bild: © sifotography – 123rf.com

Auf der einen Seite gibt es Narzissten, die mit ihrem Geld prahlen und verschwendungssüchtig sind, auf der anderen Seite gibt es aber auch Narzissten, die äußerst geizig sind, ihr Geld und Vermögen penibel zusammenhalten und sich als unverbesserliche Pfennigfuchser erweisen. Ihre Sparsamkeit hat etwas Zwanghaftes und nicht selten leidet ihr soziales Umfeld wie z. B. ihre Familie unter ihrem Unwillen, Geld und Güter zu teilen und sich großzügig und verantwortungsbewusst gegenüber anderen zu verhalten. Narzissten können auf ihrem Geld sitzen wie Dagobert Duck auf seinem riesigen Berg aus Goldtalern.

Mit ihrer übertriebenen Sparsamkeit und Habgier schikanieren sie ihre Mitmenschen und stoßen mit ihren Bemühungen, ihr Vermögen zu mehren und zusammenzuhalten, regelmäßig auf Kritik und Unverständnis. Dies kümmert sie aber wenig, sind sie doch davon überzeugt, dass sie vorsorgen und auf diese Weise auch ihre Familie schützen müssen. Sie sehen in ihrem Geiz eher einen Beweis für ihre Tugendhaftigkeit und erwarten für ihre Aufopferungsbereitschaft eigentlich Bewunderung und nicht die Unterstellung, sich unsozial zu verhalten. Sie können nicht erkennen, dass ihre Bestrebungen völlig überzogen sind und sie des Guten viel zu viel tun.

Der geizige Narzisst hasst jegliche Ausgaben, selbst wenn sie notwendig sind, und regt sich über jeden noch so geringen finanziellen Aufwand auf, als würde man ihm sein letztes Hemd nehmen. Zuweilen hat man den Eindruck, dass der Narzisst am absoluten Existenzminimum lebt und deshalb so gründlich auf seine Finanzen achten muss. Tatsächlich badet der Geizknochen aber in Geld und empfindet es jedes Mal als einen tollkühnen Anschlag, wenn ihm jemand das Geld aus der Tasche ziehen will oder eine unausweichliche Ausgabe ansteht.

Alles muss sich dem Geiz des Narzissten unterordnen

Geizige Narzissten haben häufig einen ausgesprochen guten Riecher für lukrative Geschäfte. Wenn sie einen finanziellen Vorteil wittern, sind sie sofort zur Stelle und gehen einen vielversprechenden Handel ein – nicht aber ohne sich hinterher über die Kapitaleinlage, die sie zum Zweck der Gewinnerzielung tätigen mussten, zu ärgern. Besorgt beobachten sie dann die Entwicklung ihrer Anlage und bekommen bereits Schweißausbrüche, wenn sich der Wert ihres Einsatzes auch nur geringfügig zu verringern droht. Dann lassen sie sofort alles stehen und liegen, greifen nervös ins Geschehen ein und machen alle Beteiligten wahnsinnig mit dem bedrohlichen Szenario, ihr Vermögen zu verlieren.

Der Narzisst erwartet von seinen Mitmenschen, dass sie sich seinem Sparzwang unterordnen, ihre Wünsche und Bedürfnisse zurückstellen und seine besonnene Finanzpolitik würdigen. Sein Geiz wird für ihn zu einem Machtinstrument, mit dem er andere beaufsichtigen und von sich abhängig machen kann. Er neigt dann dazu, nicht nachvollziehbare Anweisungen zu geben und unzumutbare Regeln aufzustellen, die den Umgang mit den finanziellen Mitteln festlegen und die Leichtfertigkeit seiner Mitmenschen eindämmen sollen. Der gesamte Alltag wird auf „Kostentreiber“ und Sparpotenzial überprüft und unnötige Ausgaben werden entweder unterbunden oder auf ein so unrealistisches Minimum reduziert, dass sich hinterher in der Praxis mehr Umstände als Vereinfachungen ergeben.

Zum Beispiel will der Narzisst die Kosten für das Gebrauchswasser im Haushalt reduzieren und ordnet deswegen an, dass jedes Familienmitglied nur noch zweimal in der Woche duschen darf. Da dies aber mit kleinen Kindern nicht möglich ist, weicht der Partner aus und geht nun fortan zweimal die Woche in eine Badeanstalt, was am Ende aufgrund der Fahrtkosten und Eintrittsgebühren teurer wird, als zu Hause zu duschen.

Rationalisierungsmaßnahmen werden so weit getrieben und perfektioniert, dass sie am Ende mehr Kosten verursachen, als dass sie Einsparungen generieren. Der geizige Narzisst hört aber nicht auf, sein Umfeld mit seiner Regulierungssucht zu terrorisieren, nur um keinen Cent zu viel auszugeben. Seine Mitmenschen können dann nur mit dem Kopf schütteln und dem Narzissten die Auswirkungen seines Geizes vor Augen halten. Dieser sieht die Schuld für Komplikationen allerdings weniger in seinen genialen Plänen als vielmehr in dem Unwillen seiner Mitmenschen, genauso sparsam und klug zu kalkulieren wie er.

Jede Ausgabe muss streng geprüft oder verhindert werden

Es gibt unterschiedliche Arten von geizigen Narzissten: Zum einen gibt es den Narzissten, der alles an sich nimmt, akribisch das Geld überwacht und es so lange zurückhält, bis eine Ausgabe wirklich unumgänglich ist. Dabei gönnt er weder sich selbst noch seinen Mitmenschen irgendetwas. Er zwingt sein Umfeld – aber auch sich selbst –, erforderliche Ausgaben vorher gründlich zu überdenken, bei absoluter Notwendigkeit nach günstigen Angeboten zu suchen und den Preis in Verhandlungen deutlich zu drücken. Er geht nach der Prämisse vor: Wenn schon Geld ausgegeben werden muss, dann so wenig wie möglich.

Sein Sparzwang beschränkt sich aber nicht nur auf sein Geld und sein Vermögen, er kann sich auch auf Güter des täglichen Gebrauchs ausweiten: Es darf täglich nur eine exakt festgelegte Menge an Toilettenpapier verbraucht werden, der Bedarf an Hygiene- und Stylingprodukten wird genau vorausberechnet und keine Tube Zahnpasta darf zu viel angeschafft werden, die Lebensmittel werden auf die notwendige Kalorienzufuhr rationiert und Kleidungsstücke müssen so lange aufgetragen werden, bis sie nicht mehr passen oder die Erhaltung mehr als eine Neuanschaffung kosten würde.

Mahlzeiten werden bei Ausflügen mitgenommen, statt unterwegs an der Raststätte oder in einem Restaurant zu essen, es wird immer nur der günstigste Flug gebucht – unabhängig vom Reisekomfort und von der Sicherheit –, der Abfall anderer wird nach nützlichen und durchaus noch verwertbaren Gegenständen durchsucht oder eine Lesebrille, deren Dioptrien nicht mehr zur Sehstärke passen, wird so lange getragen, bis der Narzisst wirklich nichts mehr auf dem Papier erkennen kann. Solche Narzissten ziehen ihre Befriedigung aus ihrer Fähigkeit, mit geringsten Mitteln auszukommen und dabei immer wohlhabender zu werden.

Der Narzisst reguliert seinen Selbstwert über seinen Geiz

Der Geiz des Narzissten erfüllt somit seinen Zweck: Der Narzisst spürt seinen Selbstwert über ein dickes Bankkonto und ein großes Vermögen. Der tägliche Blick auf den exorbitant hohen Kontostand tröstet dann nicht nur über den regelmäßigen Verzicht hinweg – er begründet ihn sogar. Geiz ermöglicht Selbstwert, und damit steht das Erfolgsrezept für den Narzissten fest. Niemand kann ihn dann noch von einer anderen Sichtweise überzeugen; er kann diese fragwürdige Gewohnheit nicht mehr ablegen, sondern macht allein hiervon seine Zufriedenheit und sein Seelenheil abhängig.

Es gibt zum anderen aber auch geizige Narzissten, die ihre Einkünfte sorgsam unter Verschluss halten und niemandem etwas davon abgeben, sich selbst jedoch alles gönnen. Sie leben in Saus und Braus und leisten sich jede Menge Annehmlichkeiten und Luxus, während ihre Mitmenschen sehen müssen, wie sie zurechtkommen mit dem bisschen Geld, dass er ihnen lässt. Manchmal lebt der Narzisst seine Ausschweifungen auch nur heimlich aus, um nach außen den Moralapostel spielen zu können, und geht unbemerkt zu anderen Gelegenheiten seinem Hang zur Extravaganz nach. Fliegt seine Doppelmoral auf und wird er auf sein ungerechtes und geradezu sadistisches Verhalten angesprochen, lacht er nur über die Kritik und begründet seine Exzentrik damit, dass er eben etwas Besonderes sei und es sich verdient habe, sich etwas zu gönnen.

Wiederum andere geizige Narzissten geben ihr Geld für andere her, gönnen sich aber selbst nichts und leben äußerst asketisch. Dieser Typ Narzisst will als Gutmensch angesehen werden und spendet großzügig sein Geld und Vermögen für wohltätige Zwecke, während er selbst nur von trockenem Brot und Suppe lebt. Seine Befriedigung zieht er daraus, dass man ihn für sein Durchhaltevermögen und seine Selbstlosigkeit lobt und bewundert. Geiz wird auf diese Weise zum Mittel der Selbstwertregulierung und des Aufbaus von Selbstsicherheit..

Die hier beschriebenen anormalen Verhaltensmuster können auch im Rahmen anderer Persönlichkeitsstörungen oder psychischer Erkrankungen auftreten. Sie sind nicht explizit nur bei einem Narzissten zu beobachten, wenngleich sie hier besonders häufig und deutlich auftreten können. Das hier beschriebene Verhalten muss aber nicht automatisch bei jedem Narzissten vorhanden sein und es kann auch situativ bei ansonsten psychisch unauffälligen Personen auftreten.


Autor der Webseite

Mein Name ist Sven Grüttefien. Ich bin der Verfasser dieser Webseite. Als ausgebildeter Heilpraktiker für Psychotherapie habe ich mich auf die Beratung von Menschen, die unter narzisstischen Missbrauch leiden, spezialisiert und biete zu diesem Thema zahlreiche Bücher, Coachings, Seminare und Vorträge an.

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Veröffentlicht in Blog, Eigenschaften eines Narzissten
17 Kommentare zu “Der geizige Narzisst
  1. Kersten sagt:

    Der Artikel löst bei mir was aus..

    Meiner ist garantiert geizig.
    Er sorgt mit viel Geschick dafür,
    dass er so tut, als wäre er großzügig,
    aber er gewinnt immer. Er „spart“.

    Ich habe, als mir das komisch vorkam,
    diese seltsamen halbierten Kosten, mal nachgerechnet.
    Besonders gut konnte mans im Urlaub sehen,
    der grundsätzlich dort verbracht wurde, wo er wollte.
    Reisekosten (Auto, Sprit, Maut, usw): ich.
    Zimmer/Appartement: meist geteilt.
    Aber auch auf meine Kosten alleine! Auch das gab es.
    Essen gehen, Essen kaufen, Nebenkosten: das meiste ich.
    Er „vergaß“ zu überweisen, und ich wollte nicht fordern,
    kam mir blöd vor… beim nächsten mal eben er.. oder so.
    Nur beim nächsten Mal wiederholte sich der Spaß – ich zahlte drauf.
    Darauf angesprochen rechnete er mir vor,
    dass ich geizig sei, er habe doch einen Campari nur für mich bestellt..
    und so weiter – da gibts kein Gespräch mehr, nur vermeiden…
    und eine unglaubliche Wut bei mir.

    Auf die Weise kam der Narz,
    der wesentlich mehr verdient wie ich,
    jedesmal wieder zu einem extrem günstigen Urlaub.
    Natürlich dort, wo er wollte.

    Als ich das System gemerkt habe,
    habe ich das Zimmer nicht mehr gebucht.
    Habe ich gesagt, ich fahre nicht mehr mit meinem Auto.
    (Er hat ernsthaft gesagt,
    soll doch ich mein Auto verschleißen,
    so bleibt seins geschont).

    Und jetzt bin ich an dem Punkt,
    dass ich nicht mehr mit ihm verreisen will.
    Ich will mal dahin, wo ich hinwill.
    Nicht immer nur seine Ziele.
    Mann, das gab grade einen Streit,
    aber ich bin standhaft geblieben.

    Zurück zum Thema:
    Wenn man genau hinguckt, fallen noch mehr Sachen auf:
    Einkaufen: Wenn er einkauft, bitte sparsam.
    Wenn ich einkaufe, dann sind plötzlich die teuren Sachen im Wagen.
    (was hast Du, ich habe doch letztens eingekauft..)
    Er: Milch, Klopapier, Schmelzkäse, Brot.
    ich: Milch, Kaffee, Klopapier, teuren leckeren Käse, Brot, Gemüse, Wurst, Toilettenartikel, Wein, usw.
    Aha – wer rechnen kann, sieht schon was raus kommt: er 20Euro, ich 120Euro.
    Und das etliche Jahre, bis ich es gemerkt hatte.
    Und da war Schluss.
    Ich bin nicht mehr mit ihm einkaufen gefahren.
    Ich werde auch beim Schreiben jetzt echt sauer, wenn ich daran denke.
    Wenn ich mit ihm einkaufe, dann bin ich knickerig,
    kleinlich usw. Aber er? Neee, er ist nur sparsam.
    Diskussion zwecklos, also meide ich die Diskussion,
    also keine gemeinsamen Einkäufe mehr.
    Hui, das klingt nach toller Beziehung…

    Er rechnet bei anderen genau,
    wieviel er ausgeben muss,
    damit keiner merkt, wie geizig er ist.
    Was muss ich dem xx geben,
    damit ich gut dastehe?
    Damit ich als grosszügig gelte?
    Noch besser, als reich?

    Wenn mans erst mal kennt, ist es nur noch widerlich.
    Abstoßend.

    Und, um nicht nur zu lästern:
    Ich habe es zuerst gar nicht gemerkt.
    Weil ich selber sparsam bin.
    Aber ich versteh unter sparsam was anderes…

  2. Marie sagt:

    Ich habe mich fast kaputt gelacht bei dem Artikel…. So was von treffend. Ich könnte noch beisteuern, wie ein Narzisst sich verhält wenn er Unterhalt zahlen muss (in der Schweiz)

    • Kersten sagt:

      …. dann wird er todkrank, oder?
      Damit er bloss keine Alimente zahlen muss.
      Oder er geht ist Ausland, in der Hoffnung,
      die Schweiz findet ihn nicht….

      Allerdings muss man dazusagen,
      Schweizer Männer, Alleinverdiener mit 3 Kindern oder so,
      die haben nach der Scheidung nichts mehr zu lachen.
      Die kommen rasch ihr Leben lang ans Existenzminimum..

  3. Gudrun L. sagt:

    @Immernett: Genau dasselbe kann ich auch beobachten. Es werden immer mehr.
    Wer „Mangelbewusstsein“ hat, reagiert natürlich noch viel sensibler auf Situationen, in denen er denkt, man will ihm etwas wegnehmen.
    Ich kannte mal so eine Geizling, wenn der mit seinen Kollegen essen ging, dann hat es ihn den ganzen Abend beschäftig, wieviel Trinkgeld er wohl der Bedienung oder dem Kellner geben sollte. Die Aufmerksamkeit war also gefangen im Denken „was anständig ist, was die anderen erwarten“ und dem „was bin ich bereit, abzugeben und war das Essen nur mässig, so dass man sich das Trinkgeld sparen kann, denn man hat ja für das Essen ordentlich bezahlt. Furchtbare Leute. so klein kann ich gar nicht denken, wie solche Leute sind. Es sind übrigens auch die, die vorm Sterben die größte Angst haben, denn den Tod können Sie nicht manipulieren, kontrollieren und wenn er eintritt, müssen sie alles zurücklassen, was sie besaßen. Allein die Vorstellung kann schon Panik auslösen oder in Apathie stürzen.

  4. Silke sagt:

    Liebe Community,
    ich stimme dieser Beschreibung zu und kann nur empfehlen, auf gerichtliche Unterhaltsverfahren mit einem Narzissten zu verzichten. Mein persönliches Lernobjekt ist mit seinem Geld sehr geizig, gibt aber sehr gerne das Geld der anderen aus und greift darauf zu.

  5. Anni sagt:

    Gut beschrieben – vielen Dank.

    Jede der dargestellten drei Arten ist anstrengend und unangenehm, eine ungemeine Belastung für das familiäre Umfeld, hauptsächlich für den Partner. „Mein“ Narz fällt ganz klar in die zweite Kategorie. Ganz nach dem Motto: Jedem das seine – mir das meiste.

    Das wird nun im Scheidungsverfahren sehr interessant.
    Zum Glück gibt es auch für Narzissten Gesetze, an die sie sich halten müssen.

    • lilli sagt:

      Hallo,

      der Geiz meines Mannes mit Narzissmusproblemen, der Hauptverdiener mit Karriere ist und ich mit Teilzeitjob für unsere Kinder da, gipfelte mir gegenüber in der Aussage: Du hast kein Geld.
      Er ist nicht ganz so krass wie das klingt, wir haben jeder sein Konto jeweils gemeinsam.
      Doch sein Erspartes liegt auf der Bank, zwar auf dem gemeinsamen Sparbuch, doch notwendige Reparaturen verzögert er.
      Ich lasse dieses Thema los und überlasse es ihm, so befasst er sich dann mit dem Notwendigsten.
      Er ist beruflich auch zwei/drei tageweise unterwegs und ich begleite ihn zum Teil.
      Das ist dann der Urlaub, seit die Kinder aus dem Haus sind und der jährliche Familienurlaub Geschichte ist.
      Nun ist Urlaub für ihn ans Geldverdienen- Vergnügen drangehängt. Wenn ich ihn begleite, mache ich tagsüber alleine Sightseeing.
      Den jährlichen Kurzurlaub meines Sprachkurses macht er mit, gefällt ihm auch.
      Doch er bemängelt dies und jenes und ist eben widerstrebend nicht die Hauptperson.
      Gemeinsamen Urlaub in Zweisamkeit gibt es nicht.
      Als ich dieses Thema las, überlegte ich ob er überhaupt geizig ist.
      Ja, sein Geiz ist verdeckt.
      Und es gibt Schlimmeres.
      Mein erster Mann hat durch seine Narzissmus- Probleme sein Geld verschwendet und meines dazu.
      Das hatte ich mit meiner Helferkrankheit zugelassen und bei ihm gepunktet bis ich begriff was da in seinen beruflichen Plänen schief lief..
      Und nicht helferkrank Anerkennung zu suchen, sondern Abstand zu nehmen und gesund selber zu leben,
      in gesunden Beziehungen zu unseren Kindern mit ihren Familien,
      sowie zu anderen normalen Mitmenschen,
      ist mein Dauerbrennner.
      lilli

  6. Immernett sagt:

    Die ganze Welt ist davon und es werden immer mehr

    • lilli sagt:

      Hallo Immernett,

      als ich deinen Namen Immernett las,
      musste ich lachen,
      und ich weiß auch warum
      :-))

      Es fallen einem immer mehr Narzissten auf, sobald man weiß was das ist.
      Doch es gibt wirklich auch viele normale Mitmenschen.
      Und ich bin auch schon laangsam aber sicher normaler bzw. nicht immer nett, geworden :-)))

      • lilli sagt:

        … ich bin erst lustig,
        dann eher zu wütend
        besser auch traurig zu sein.
        Mit dem Abstand, den ich zu den Menschen mit Narzissmusproblemen in meinem Leben erreicht habe,
        auch heraus aus meiner Helferkrankheit,
        ist nun die Trauer dran,
        die Trauer über den Geiz, und alles andere,
        was Abstand zu den Verwandten mit Narzissmusproblemen nötig macht.
        Trauern, durchatmen, nicht mehr umdrehen, vergeben,
        und im eigenen Leben vorwärts gehen,
        hin zur Freude !♡!

        • Anni sagt:

          Schöne, so treffende Worte, liebe lilli.

          Es ist ein Abnabelungsprozess, ein Heilungsprozess, mit erhöhtem Schwierigkeitsgrad.

          Um diesen Prozess auch wirklich zu vollenden, muss man sich die Zeit geben, die es braucht,so empfinde ich es jedenfalls.

          Meine Wut ist verraucht,
          die Trauer vergeht auch langsam,
          bin in der Durchatem- und Erholungsphase. Die wird noch eine ganze Weile in Anspruch nehmen.
          Ab und zu werde ich mich noch umdrehen müssen (Scheidung – alles kann und will ich dem Narz auch nicht schenken, hat sich lange genug auf meine Kosten saniert – mein Helfersyndrom springt hier nicht mehr an).

          Vergeben – nicht nur dem einen, dass ist ganz wichtig, um im eigenen Leben vorwärts gehen zu können, hin zur Freude – ganz genau, wie du es schreibst. Die Abgrenzung passiert dann wie von selbst. Möge unser Radar zukünftig immer rechtzeitig anspringen.

        • vita sagt:

          Helfen ist für mich KEINE KRANKHEIT.
          Ich habe mir auch die ganzen Jahre ein Helfersyndrom eingeredet weil die Medien ja immer einen SCHULDIGEN suchen…bzw.ich so erzogen wurde.
          Helfen und SICH SELBST dabei vergessen…das ist eine andere Sache.
          Diese „Geiz ist Geil“ Mentalität ist ja schon jahrelang Salonfähig.
          Wir leben in einem narzisstischen System das nur auf Konsum und Höher Schneller Weiter usw.usw jetzt den Bach runter geht.
          Aussteigen ist Mutig!!Vergeben…Ja,Mir selbst!
          Vergessen..Nein!
          VG Vita

          • Anni sagt:

            Ich fühle mich nicht krank, weil ich ein ausgesprochen hilfsbereiter Mensch bin. Die Erfahrung mit dem Narz hat mich aber gelehrt, dass es in gewissen Situationen oder im Umgang mit bestimmten Menschen einfach besser für meine Gesundheit ist, psychisch wie physisch, wenn ich diesem Drang helfen zu wollen nicht stets und ständig nachgebe und einfach auch mal NEIN sage. Es war ein schmerzhafter Lernprozess, auch zu hinterfragen, wem man seine Hilfe angedeihen lässt. Nicht wegen der in Aussicht stehenden Anerkennung oder Belohnung, sondern um in bestimmten Situationen einfach Schaden von sich und seinen Nahestehenden abzuwenden.

            Der Geiz eines Narzissten, egal in welcher der drei Formen, ist auch noch mal was ganz anderes als der allseits bekannte Media-Markt Werbeslogan. Dieser Geiz wird hoffentlich niemals salonfähig werden. Ist es doch nicht nur Geiz im materiellen Sinne sondern auch Geiz mit Gefühlen, Emphatie, Achtung und Respekt im Umgang mit Menschen, Geiz mit Ehrlichkeit, Loyalität überhaupt.

            Narzissmus ist wahrscheinlich so alt wie die Zivilisation selbst, nur gebrauchte man damals diesen Begriff dafür nicht. Ellenbogengesellschaft ist auch eine Beschreibung dafür.

          • lilli sagt:

            Liebe Vita,
            liebe Anni,

            Ja, helfen wo Hilfe nötig ist, ist keine Krankheit.
            Doch das Helfersyndrom
            , der Helferzwang mit Selbstzerstörungstendenz,
            ist keine Hilfe im Sinne von nötigem Helfen!
            Was war ich ausgelaugt und pleite damals,
            im Helferzwang für meinen egozentrischen ersten Mann und seine Narzissmusprobleme, mit unserem von ihm verschwendetenGeld für sich selbst und Geiz zu anderen.
            Uff, puh!!
            lilli

          • Anni sagt:

            Liebe lilli,

            ich stimme dir da absolut zu.
            Hilfsbereitschaft und Helfersyndrom sind nicht das Gleiche. Besonders hilfsbereite Menschen sind wohl trotzdem eher in Gefahr, in den Helferzwang zu geraten.

            Dieses Gefühl der Kraftlosigkeit, des Ausgelaugtseins und leider auch des ständigen Pleiteseins kenne ich nur zu gut. Was können wir froh sein, uns trotzdem aus diesem Hamsterrad befreit zu haben.

            Liebe Grüße Anni

          • lilli sagt:


            mit dem Unterschied zwischen Hilfsbereitschaft und Helfersyndrom habe ich wohl mein Leben lang zu tun.
            Zu lange hatte ich, auch z.B. meinen Helferzwang gegenüber meiner Schwester mit ihren Narzissmusproblemen,z.B. auch hinsichtlich ihres Geizes,
            für ‚Liebe‘ gehalten.
            Ihr zu erklären, dass sie aus meiner Sicht Narzissmusprobleme hätte,
            brachte, wie wir wissen,
            nichts nichts nichts, das ignorierte sie.
            Ich kann nur Abstand halten und die Regeln hier für den ‚Umgang mit Narzissten‘ beachten.
            Sich gegenseitig zu verstehen geht einfach partout überhaupt gar nicht!

          • lilli sagt:

            … und wenn ein Mensch mit Narzissmusproblemen nicht zu erreichen ist, wie z.B.meine selbstsüchtige Schwester die geliehenes Geld nicht zurückgibt, nehme ich Abstand und höre wenn auch mit Verlust auf, ihr nachzulaufen.
            Ich steige aus und segne sie abschließend aus der Ferne.

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