Die offizielle Installation einer Dreiecksbeziehung

Fliegt die heimliche Affäre eines Narzissten auf, wird er möglicherweise seinen Partner fragen, ob dieser nicht ganz offiziell einer Dreiecksbeziehung zustimmen und den anderen Partner akzeptieren möchte. Da der Narzisst weder seinen Partner noch seine Affäre aufgeben kann, hält er seinen Vorschlag keineswegs für eine Geschmacklosigkeit, sondern für die ideale Lösung und gleichzeitig eine Belebung der Beziehung mit dem Partner.

Bild: © K. – P. Adler – Fotolia.com

Narzissten neigen zum Fremdgehen, weil ihnen auf Dauer die Beziehung mit ihrem Partner zu langweilig wird – selbst dann, wenn ihr Partner alles für sie tut, sich optimal auf sie einstellt und keinen Grund zur Unzufriedenheit liefert. Narzissten brauchen von Zeit zu Zeit das Abenteuer, die Aufregung und das Prickeln, das sie in der Beziehung mit dem Partner nicht mehr erleben, weil alles eingespielt und eintönig ist. Daher suchen sie außerhalb der Beziehung nach Abwechslung, um in ihrem Leben wieder mehr Spaß zu haben.

Eine Affäre mit einem anderen Partner erfüllt gleich mehrere Bedürfnisse des Narzissten: Er erlebt sich als begehrenswert und fühlt sich großartig angesichts der Tatsache, offenbar verschiedene Partner gleichzeitig haben zu können. Außerdem kann er sich wieder im Erobern betätigen und seine Verführungskünste unter Beweis stellen. Zudem erlebt er bei einem neuen Partner wieder das Feuer und die Leidenschaft einer perfekten Liebe, die er zu Hause bei seinem Partner vermisst.

Der Narzisst findet in einer Affäre wieder Aufregung und Abwechslung, kann mit einem anderen verschmelzen und von der idealen Liebe schwärmen, die Alltagssorgen und Probleme mit dem Partner zumindest zeitweise hinter sich lassen und Bewunderung erhalten. Auf diese Weise fühlt sich der Narzisst wieder lebendig.

Insofern muss man schon fast zwangsläufig davon ausgehen, dass der Narzisst neben dem offiziellen Partner noch eine Affäre führt. Nicht nur, dass er seine Bedürfnisse auf diese Weise am besten erfüllen kann – es macht ihn auch noch auf besondere Weise stolz, dass er unentdeckt mehrere Beziehungen führen kann, ohne dass der eine von dem anderen weiß. Mit seinem großen Organisationstalent und seiner unnachahmlichen Kaltschnäuzigkeit gelingt es ihm, alle Beteiligten über Monate, manchmal sogar über Jahre hinweg zu täuschen.

Der eine darf nichts von dem anderen wissen

Manchmal ist es so, dass weder der Partner noch der Liebhaber oder die Liebhaberin weiß, dass es einen Nebenbuhler gibt. In der Hoffnung, dass sich die beiden niemals persönlich begegnen werden, wiegt sich der Narzisst in Sicherheit und glaubt, die Kontrolle über seine Beziehungen zu haben. In der Regel ist aber der Liebhaber oder die Liebhaberin über die feste Partnerschaft des Narzissten im Bilde, während der feste Partner nichts von der heimlichen Affäre weiß.

Dies kann sich jedoch schlagartig ändern, wenn plötzlich Verdachtsmomente auftreten, die den Partner skeptisch machen und zu Nachforschungen anregen. Der Partner ist dann bemüht, das Geheimnis zu lüften, wobei der Narzisst alles daran setzt, diesen von seiner Vermutung abzubringen, er würde fremdgehen. Selbst wenn eindeutige Beweise auf dem Tisch liegen, die gar keine anderen Annahme zulassen, als dass der Narzisst seine Freizeit mit lustvollen Ausschweifungen verbringt, streitet dieser weiterhin hartnäckig ab.

Meist hilft dann nur noch die Androhung einer Trennung oder Scheidung, damit der Narzisst seine Affäre endlich gesteht, gleichzeitig aber fadenscheinige Begründungen zu seiner Verteidigung anführt, die sein Vergehen bagatellisieren sollen. Doch statt sich einen gravierenden Fehler einzugestehen und sich bei seinem Partner zu entschuldigen, sucht er nach Wegen, die heimliche Affäre aufrechterhalten zu können. Statt den Schmerz seines Partners, den er ihm zugefügt hat, nachzuempfinden und seine Untreue als schwere Belastung für die Beziehung zu erkennen, spielt er nun den Leidtragenden, der seine Geliebte nicht mehr sehen darf.

Der Narzisst dreht den Spieß um

Nicht selten sind Partner mehr als entsetzt, wenn der Narzisst den durchaus ernstgemeinten Vorschlag unterbreitet, ganz offiziell eine Dreiecksbeziehung zu installieren, wo doch ohnehin alles aufgeflogen sei. Völlig abgestumpft gegenüber dem Leid seines Partners macht der Narzisst das dreiste Angebot, zukünftig eine Beziehung zu dritt zu führen. Statt sich der Enttäuschung und den schmerzhaften Gefühlen seines Partners zuzuwenden und Wiedergutmachung zu geloben, malt er sich das Zusammenleben mit seinem festen Partner und seiner Affäre bereits in den buntesten Farben aus.

Ohne jegliches schlechte Gewissen ignoriert er den Kummer seines Partners, der sich hintergangen fühlt, und nutzt dessen Verwirrung angesichts seines unmoralischen Vorschlags, um einen Termin festzulegen, an dem sich beide kennenlernen sollen. Großzügig und scheinbar voller Empathie empfiehlt er seinem Partner, sich das Angebot ernsthaft zu überlegen und zuerst die Geliebte oder den Geliebten kennenzulernen, bevor er ein Urteil fällt. In seiner Überzeugung, mit der Installation einer Dreiecksbeziehung für alle Beteiligten eine hervorragende Lösung gefunden zu haben, geht er über die Einwände seines Partners hinweg.

Plötzlich stehen nicht mehr die Untreue des Narzissten und das dem Partner damit zugefügte Leid im Vordergrund, sondern der Narzisst kreiert eine neue Situation, in der er sein Problem über das des Partners hebt: Er kann und will nicht auf seine Freiheit und sein Vergnügen verzichten, will aber auch seinen festen Partner nicht verlieren. Seine mangelnde Entscheidungsfreude und die offenbar fehlende Einsicht halten den Konflikt am Leben. Dass der Narzisst nun in einer fatalen Zwickmühle steckt, bekommt mehr Gewicht als die Tatsache, dass er seinen Partner betrogen hat.

Der Partner soll der Dreiecksbeziehung zustimmen

Was an Unverfrorenheit kaum noch zu überbieten ist, scheint für den Narzissten völlig normal zu sein. Zwar gibt er vor, seinem Partner auf keinem Fall wehtun zu wollen, und schon gar nicht wolle er ihn verlieren. Doch wenn dieser der Dreiecksbeziehung nicht offiziell zustimme, dann bleibe ihm nichts anderes übrig, als darüber nachzudenken, sich zu trennen. Der Narzisst gibt dabei seinem Partner zu verstehen, dass er im Grunde gar keine Trennung möchte, und schon gar nicht möchte er weiterhin hinter dem Rücken seines Partners fremdgehen. Er möchte nicht mehr lügen müssen, aber auch nicht auf sein Vergnügen verzichten.

Das Problem seiner mangelnden Treue und der fehlenden Kontrolle seiner sexuellen Ausschweifungen wird so dem Partner angelastet: Nicht der Narzisst erzeugt das Problem, sondern der Partner mit seiner altmodischen Einstellung zu Beziehungen, seiner Intoleranz, seinem mangelnden Willen, sich in die Lage des Narzissten zu versetzen, sowie seinem Widerstand, sich mit dem Vorschlag ernsthaft zu beschäftigen. Dem Narzissten gelingt es auf geschickte Weise, den Spieß umzudrehen und den Partner zum Problem zu machen, indem er seinen Vorschlag als völlig legitim und die Entrüstung des Partners als ungerechtfertigt darstellt.

Je nach den individuellen Ängsten des Partners oder der Stärke der Abhängigkeit vom Narzissten wird sich der Partner früher oder später tatsächlich mit der schamlosen Idee des Narzissten auseinandersetzen, weil er diesen nicht aufgeben kann. Bleibt der Narzisst hartnäckig und redet er seinem Partner lang genug ein, dass das Arrangement auch diesem guttun und mehr Freude und Abwechslung in dessen Leben bringen werde, wird er sich irgendwann dem Vorschlag des Narzissten annähern – wenn auch mit Magenschmerzen.

Selbst wenn der Partner entschieden ablehnt, kann der Narzisst immer noch mit einem Kompromiss nachlegen: Er verzichtet großzügig auf die Installation einer Dreiecksbeziehung und schlägt stattdessen eine offene Beziehung vor, in der beide Partner die Freiheit haben, auch andere Sexualpartner haben zu dürfen. Oft genug gehen Partner letztlich auf diesen Manipulationsversuch ein aus Angst, den Narzissten durch ihre angebliche Borniertheit zu verlieren, oder um die Diskussion endlich zu beenden. Dadurch gelingt es dem Narzissten einmal mehr, seine Wünsche durchzusetzen, während der Partner nachgeben muss.


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Veröffentlicht in Beziehung mit einem Narzissten, Blog
27 Kommentare zu “Die offizielle Installation einer Dreiecksbeziehung
  1. Eva sagt:

    Lieber Herr Grüttefin. Können Sie in diesem Zusammenhang etwas zur „Polyamorie“ schreiben? Sind Menschen, die diese Art von Liebesbeziehung ausleben gleichzeitig narzisstisch veranlagt? Es gibt doch tatsächlich Empathen, die soviel Liebe in sich tragen, dass sie diese mit zwei Partnern teilen möchten. Und das OHNE böse Absicht .Das ganze funktioniert natürlich nur, wenn alle drei Parteien mit dieser Beziehung einverstanden sind, das ist mir schon bewusst. Doch trotzdem, liegt da irgendwo eine Störung vor? Monogamie muss ja nicht unbedingt das Allheilmittel sein, oder? Bin auf Ihre Antwort sehr gespannt

    • Mehrere Beziehung nebeneinander zu führen ist keine exklusive narzisstische Eigenart. Narzissten tendieren zwar häufig dazu, es kann aber auch bei anderen Menschen vorkommen. Eine Störung im psychotherapeutischen Sinn liegt immer dann vor, wenn einen Person unter ihrem Verhalten selbst leidet oder andere unter ihrem Verhalten leiden und es in der Folge ständig zu Konflikten kommt, die in höchster Eskalation zu selbst- oder fremdgefährdenden Handlungen führen. Solange keiner der Beteiligten leidet und jeder mit dieser Form der Beziehung zufrieden ist, kann das System durchaus funktionieren und dann ist im Grunde auch nichts dagegen einzuwenden – auch wenn es von der Norm abweicht. In Regel kommt es aber früher oder später jedoch zu Konflikten, weil einer der Beteiligten seine Bedürfnisse nicht mehr hinreichend erfüllt sieht. Ein Konsens ist dann unter mehreren Beteiligten sehr viel schwerer herzustellen, als wenn es sich um eine Zweierbeziehung handelt. Meist muss einer dann verzichten oder das ganze System besteht nur noch aus Kompromissen. Die Komplexität der Beziehung und damit die Anfälligkeit für Konflikte dürfte erheblich größer sein.

    • Friedel sagt:

      @Eva

      Mir persönlich ist nicht ein Fallbeispiel bekannt, auch aus dem Bekanntenkreis, wo eine beschriebene Konstellation auf Dauer funktioniert hat.

      Es fällt mir schwer, Deine Ausführung „Empathen, die soviel Liebe in sich tragen, dass sie diese mit zwei Partnern teilen möchten“ zu verarbeiten.

      Monogamie muss selbstverständlich nicht das Allheilmittel sein, und viele Beziehungen sind möglicherweise auf Lebensabschnitte begrenzt.

      Ein Beispiel ist mir bekannt, die in Dreierkonstellation (Mann/zwei Frauen) langjährig mit gemeinsamen Kindern des Mannes und einer Frau unter einem Dach lebten. Das gesamte Umfeld war beeindruckt, wie augenscheinlich harmonisch das funktionierte.

      Bis eine Frau mit Dritten begann zu sprechen und auch die zweite Frau sich äußerte. Das langjährige Konstrukt explodierte und heraus kam, dass der ehemalige Initiator des ganzen, nämlich der Mann, beide Frauen letztendlich immer dahin manipuliert hatte, wo er sie grade brauchte. Durch gekonnte Manipulation sowie cleverer Gehirnwäsche funktionierte das.

      Als beide Frauen sich trennten (bzw. eine sich scheiden ließ), eskalierte es sogar in Handgreiflichkeiten des Mannes aufgrund seines Machtverlustes.

      Für die Frauen ging die Geschichte jedoch gut aus. Sie blieben zusammen und gingen nachfolgend sogar eine eingetragene Lebensgemeinschaft ein.

      Am Ende stellte der Initiator sich in einer beeindruckenden Opferrolle dar und heiratete ganz schnell eine andere Frau.

      • Eva sagt:

        Hallo Friedel. Ich kenne persönlich niemand, der Polyamorie betreibt. Habe davon nur gelesen und war nun neugierig diese Lebensart in Verbindung mit Narzissmus zu bringen. Ganz ohne Wertung. Ich selbst bin Empath und es gab tatsächlich eine Phase in meinem Leben, wo mich dieses Modell angesprochen hat. Habe es dann doch aus Vernunftsgründen verworfen. Das Thema behält trotzdem seinen Reiz- zumindest in meinen Augen.

        • Friedel sagt:

          Hallo Eva,

          in Verbindung mit Narzissmus oder Ausleben mit einer narzisstischen Person ein hoch explosives Thema. Grundsätzlich für den/die Betroffene/n immer zu eigenen Lasten.
          Prinzipiell verfügen Narzissten über die Fähigkeit und Gabe „Mehrgleisigkeit“ in Form einer Gehirnwäsche ihren „Objekten der Begierde“ nahe zu bringen. Diejenigen, die sich aufgrund der hoch manipulativen Machenschaften in gutem Glauben darauf einlassen laufen Gefahr, am Ende hoch traumatisiert „abgeschossen“ und auch noch mittels Schuldumkehr konditioniert zu werden.

          Ich vertrete die Ansicht des „Spiels mit dem Feuer“ und es gibt am Ende nur einen, der oder die sich verbrennt- trotz reizvoller Fantasien.

          • Eva sagt:

            Da bin ich ganz bei dir… In so einem Fall heißt es: kühlen Kopf bewahren und nicht schwach werden. Denn der Schein trügt. Der Narzisst ist ein leidenschaftlicher Jäger und Sammler und hat ein sehr feines Näschen für „schwache Beute“ Das wäre mir fast zum Verhängnis geworden. Glücklicherweise konnte ich mich rechtzeitig reflektieren und habe sein Spiel durchschaut. Auch wenn der Prozess sehr kräftezerrend war, ich möchte diese Erfahrung nicht missen. Sie hat mich stark gemacht!

          • Friedel sagt:

            @Eva
            Nicht nur das. Es geht um Objektivierung, Manipulation, Machtausübung und Vorteilsnahme. Wer sich also auf solche Spielchen einlässt, bzw. in das manipulative Fahrwasser gerät sollte einen Eimer Brandsalbe bereit stellen – im sinnbildlichen Sinne.

  2. Chant sagt:

    Eine offene Beziehung haben wir nicht, wenn dann nur einseitig – aber natürlich nicht offiziel und einen anderen Mann an meiner Seite könnte mein Mann nicht ertragen. Trotzdem muss ich etwas Loswerden, was mir als absolut unglaublich erscheint, aber doch wahr ist.
    Obwohl mir die „Sachlage“ doch relativ schnell bekannt war und ich über die Persönlichkeitsstörung gut informiert war, gibt es eine Sache, die mir schlicht den Boden unter den Füssen weggerissen hat.
    Nachdem wir – wieder einmal – wegen der Karriere meines Mannes umgezogen sind knüpfte ich erste Kontakte.
    Bei einem Kaffeetrinken fragte mich eine Bekannte, ob ich denn wüsste, was ihr mein Mann für Nachrichten schickt. Glücklicherweise wusste ich Bescheid (nicht von Ihm, sondern durch sein Telefon).Nachdem ich mich einigermaßen rausgewunden hatte kommt jetzt das Beste:
    Mein Mann sagte doch – nach 3 Tagen Überlegung – das es ein Misverständnis ist, er wollte nur einen Überraschungsabend für mich organisieren und die Frau denkt das nur, weil ich es Ihr eingeredet habe….
    Er hat Ihre Nummer aus meinem Telefon gesucht

  3. Waltraud sagt:

    Hallo Lise1,
    das sich ein Narzisst jedes Recht rausnimmt, was er dem Partner niemals gewehren würde, weiss ich ja leider aus eigener Erfahrung. Aber er tat ja nach aussen so moralisch und gesetzestreu. Und wenn ich doch Mal eine Unregelmäßigkeit anprangerte hatte er im Handumdrehen eine Antwort parat. Ich hab auch immer Mal wieder meine Rechte eingefordert. Aber das kann man sich alles schenken bei einem Narzissten. Wusste ja leider nichts von der NPS. Ich hätte statt zu reden, handeln sollen. Statt dessen hab ich mich immer wieder über seine Eigenmaechtigkeiten und Einseitigkeiten aufgeregt. Versteh ich heut absolut nicht mehr, ausser die Angst vor seinen Reaktionen. Ich bin mir auch sicher, ich hätte nichts von einer evtl. Dritten erfahren. Es sei denn der Zufall hätte es ans Licht gebracht. Ich trau ihm alles zu. Ich bin so froh, das ich zwar spät aber überhaupt weiss im seine Störung. Lg

    • Waltraud sagt:

      um nicht im

      • Chant sagt:

        Eine offene Beziehung haben wir nicht, wenn dann nur einseitig – aber natürlich nicht offiziel und einen anderen Mann an meiner Seite könnte mein Mann nicht ertragen. Trotzdem muss ich etwas Loswerden, was mir als absolut unglaublich erscheint, aber doch wahr ist.
        Obwohl mir die „Sachlage“ doch relativ schnell bekannt war und ich über die Persönlichkeitsstörung gut informiert war, gibt es eine Sache, die mir schlicht den Boden unter den Füssen weggerissen hat.
        Nachdem wir – wieder einmal – wegen der Karriere meines Mannes umgezogen sind knüpfte ich erste Kontakte.
        Bei einem Kaffeetrinken fragte mich eine Bekannte, ob ich denn wüsste, was ihr mein Mann für Nachrichten schickt. Glücklicherweise wusste ich Bescheid (nicht von Ihm, sondern durch sein Telefon).Nachdem ich mich einigermaßen rausgewunden hatte kommt jetzt das Beste:
        Mein Mann sagte doch – nach 3 Tagen Überlegung – das es ein Misverständnis ist, er wollte nur einen Überraschungsabend für mich organisieren und die Frau denkt das nur, weil ich es Ihr eingeredet habe….
        Er hat Ihre Nummer aus meinem Telefon gesucht

    • Lise1 sagt:

      Ja, Waltraud, nach außen der Gute, Kritik oder die Erwähnung dieser Schwäche vor anderen waren tabu.
      Für die anderen Damen war ich angeblich die Ex, oder es gab ne kurze Off- Phase, so dass wir ja für ein paar Tage gar keine Beziehung hatten. Was war ich blöd.

  4. Michael Meding sagt:

    Es gibt ja Paare, die haben ne offene Beziehung. Sowas muss ja jeder für sich entscheiden.
    Für mich wäre es nichts, aber das muss jeder selbst entscheiden.

    Was mich daran stört: Der Narzist steht doch nie zu seinen Fehlern und wird es NIEMALS zugeben, sondern nur besser verstecken, deshalb weiss ich nicht ob das da oben wirklich Narzissmus beschreibt!

    Natürlich hat jeder Mensch Bedürfnisse und z.B. wenn man mit einem Narzist/einer Narzistin zusammenlebt werden die ja komplett ignoriert – man steht da immer mit sich allein da, deshalb könnte es auch ganz gut genau umgekehrt sein, das die andere Person der Narzist/die Narzistin ist.

    Man muss ja erstmal schauen: Wie kongurent/durchgängig ist eine Person und wenn jemand eine Dreierbeziehung vorschlägt ist das ja stimmig, ein Narzist würde das ja gar nicht machen, weil er überall ne Show spielt.

    Ich frage mich ja immer wieder – werden hier Narzisten beschrieben oder ist es von Narzisten geschrieben (die auch nur zu gerne ihre Person auf andere Projezieren).

    Wenn jemand offen und ehrlich zu seinen Wünschen,Bedürfnissen, zu seiner Realität steht – dann kann die andere Person reagieren (gehen, was gegen sagen, etc).
    Nur bei Narzisten ist es so, das jeder sein eigenes Schauspiel bekommt – und das scheint hier doch definitv nicht der Fall!

    Und warum wird sein Bedürfniss nicht in der Beziehung befriedigt? Das wäre eben auch der Fall, wenn die andere Person der eigentliche Narzist ist und keinerlei echte emotionale Nähe zulässt!

    • Lise1 sagt:

      @ Michael Weding

      Der Narzisst steht nicht zu seinen Fehlern, sondern rechnet sich sein Treiben als Großartigkeit an. Stolz auf seine Geschicklichkeit und sieht es doch gar nicht als Fehler. Im Zweifel findet er es sogar toll, den Partner vor der kränkenden Wahrheit zu schützen, denn er hält sich selbst für gutherzig und gefühlvoll. Und meint mit der Lüge etwas Gutes für die betrogenen Partner zu tun. Da gibt es viele Varianten.

      In dem Text oben steht das doch gut beschrieben. Wieso verstehst du das Gegenteil?

  5. Melanie sagt:

    Hallo, dieser Artikel ist wieder einmal so was von aufschlussreich…. Mein N. Ist der Netteste und Unschuldigste nach außen und ich nicht und auch kein anderer Mensch hätte ihm viele Jahre ein Doppelleben zugetraut😏
    Er hat mich (nachdem er aufgeflogen ist) doch tatsächlich gefragt: „Warum dürfen ihm die Frauen nicht schreiben, dass sie ihn Lieben?“ Mir steht heute noch der Mund offen, wenn ich an diesen Moment zurückdenke!
    Das ganze Ausmaß zu begreifen nach einer sehr langen „Ehe“ dauert…., aber ich bin auf einem sehr guten Weg! Was mich stark macht, ist eine sehr große Portion:
    „Glücklichsten in mir und mit mir“ und das kann mir keiner nehmen!!!!
    Ich bin unheimlich dankbar, dass ich diesen „Reichtum“ in mir spüre und auch mein Umfeld nimmt diesen verborgen „Schatz“ im mir wahr🤗!
    Ich wünsche Allen, auch Euren innerlichen „Frieden“ zu finden, er hilft ungemein dabei, zuversichtlich in die Zukunft zu schauen…
    PS: Ich lese gerade das Buch:“Der Feind an meiner Seite“….kann ich sehr empfehlen!
    Sonnige Grüße und viel Kraft👍
    Melanie

  6. Silv sagt:

    Der Narzisst lässt gewisse Dinge im Halbdunkeln. Andererseits möchte er sich als begehrt und umworben fühlen.Fas ist zu einem gewissen Maße sogar bewundert: der tolle Hecht/ die wunderbare Frau, alle sind hinter ihm/ ihr her- sie können Jede/Jeden haben. Oder andererseits: der Zweitparnter zollt die Aufmerksamkeit die beim Anderen fehlt.. so kann hin u her geswitcht werden und beide ‚Partner‘ gegeneinander ausgespielt werden.

  7. Angel sagt:

    Das „tadellose“ Bild des Narzissten entspricht nicht dem „tadellosen Bild“, das ein „Normalo“ von sich hat. Der Narzisst empfindet eine Dreiecksbeziehung nicht als unmoralisch, da er selbst als aufgeschlossen und außergewöhnlich wahrgenommen werden möchte. Mein Narzisst hat alles dafür getan um aufzufallen, ganz egal mit welchen Mitteln(Beleidigungen, unmögliche Klamotten, exzessiven Alkoholkonsum, Diebstahl …. – alles Verhaltensweisen, die nicht der Norm entsprechen bzw. sogar ungesetzlich sind).

  8. Pusteblume sagt:

    Hallo Waltraud,

    das kommmt ganz auf den Narzissten an.
    Es gibt m.E. tatsächlich solche – die „offenen“ Narzissten – welche zumindest im Privatleben durchaus offen über ihre Affären sprechen und offene Beziehungen mit einer Selbstverständlichkeit kultivieren, dass einem schwindlig werden kann.
    Mit einem solchen Kandidaten war ein Freund von mir einmal bekannt.
    Geschäftsmann mit vielen Single-Frauen im Freundeskreis, mal die ein oder andere Liebschaft und seine Partnerin wusste davon.
    Verdeckte Narzissten neigen eher dazu, ihre Geliebten zu verstecken. Sie haben eher Angst um ihr Image als die offenen Narzissten, denn diese stellen sich überhaupt erst gar nicht infrage und sind immer davon überzeugt, dass sie großartig sind..

  9. Waltraud sagt:

    Der Narzisst will doch nach aussen ein tadellos Bild von sich präsentieren, wie kann er da eine Dreiecksbeziehung offiziell machen?
    Es soll doch nichts nach aussen dringen, was unmoralisch oder ungesetzlich ist. Oder kommt es drauf an, welcher Art die narz. Störung ist?

    • W. sagt:

      Hallo Waltraud

      Offiziell, muss nicht gleichbedeutend damit sein, dass der Bekanntenkreis davon erfährt.
      Offiziell kann auch bedeuten, dass die eigene/er Partner/in auf die oben beschriebene Weise mehr oder weniger dazu genötigt wird dem ganzen zu zustimmen.
      Ich wurde auf die perverse Art dazu gebracht uns mit Paaren zu treffen.
      Damit hat er mehrere Fliegen mit einem Schlag erwischt.
      1. Er hatte ständig was neues im Bett.
      2.Er hat sich rein gewaschen mit dem Argument dies sei ja schliesslich kein Fremdgehen, weil ich ja dabei war.
      3.Er hat mich benutzt um für den Partnetausch zuwerben und um auf diese Weise bereitwillige kennenzulernen.

      Nach aussen wusste niemand davon, würde mir auch heute wohl kaum einer glauben von unseren Freunden.
      Die können ohnehin nicht verstehen warum ich gegangen bin.
      Aber dieser sexuelle Betrug war nicht der einzige, er hat mich auch um meine Haushälfte betrogen.
      Aber das war ja nur ein Missverständnis vom Notar!!!!!!

      Lg W.

      • Waltraud sagt:

        Hallo W.,
        ich hatte schon davon gelesen in Deinen Beiträgen zu was Dich Dein Narz. gebracht hat. Ich stell mir ja auch immer Mal wieder die Frage, zu was man sich alles hat bequatschen lassen von diesen. Aber – nichts ist unmöglich in Zusammenhang mit einem Narzissten. Was die Haushälfte betrifft, so hoffe ich doch sehr, das Deine Anwältin Dir zu Deinem Recht verhilft.
        Nie wieder so jemanden im eigenen Leben ist das Beste und Schönste. Lg

    • Es kommt darauf an, in welchem gesellschaftlichen Milieu sich der Narzisst befindet. Letztlich kann er ja durch die Installation einer Dreiecksbeziehung seine Grandiosität weiter steigern und wenn es salonfähig ist, dann macht er es auch.

      • Waltraud sagt:

        Danke für Ihre Antwort Herr Gruettefien…

      • Helen sagt:

        Mein ehemaliger Mann entdeckte für sich mehr als eine Dreiecksbeziehung zu installieren. Er fand heraus, dass es seine Grandiosität steigert, wenn er sich eine Zweitfamilie aufbaut, inclusive nichtehelichen Kindern. Er machte das ganz offiziell, obwohl er sich in bestem Milieu bewegte, auf beruflicher, wirtschaftlicher und politischer Ebene. Er demonstrierte die Tatsache, dass er zwei Familien, mit einem sehr guten Lebensstandard ausstatten konnte voller Stolz. Die Reaktion des Umfeldes war da durchaus positiv, weil diese Kinder als „Unfälle“ beim Fremdgehen gesehen wurden und es als großartig ankam, dass er die Frau und die Kinder nicht hängen lässt sondern Verantwortung übernimmt! Sein Arbeitspensum stieg ins unermessliche, um das bewerkstelligen zu können. Dies wiederum bescherte ihm mehr Erfolg, was eine weitere narzistische Nahrungsquelle war.

    • Lise1 sagt:

      Waltraud, manche Narzissten finden ja Fremdgehen nicht als Betrug oder Unerhötheit, sondern als modern und frei und/oder als männliches Recht durch die Natur vorgegeben.

      Die Partner werden dann mit dem Attribut krankhaft eifersüchtig versehen, so dass die nach ner Weile denken, bei ihnen stimmt was nicht, sie waren vielleicht verknöchert oder Altbacken. Auch bekam ich z. B. den Satz, dass mein Moralisch-Getue mich nicht besser macht als einen Fremdganger, ich hätte es nur gern so und kritisiere das, um mich überlegen zu fühlen.

      Da hab ich dann sogar drüber nachgedacht und mich einige Monate später gerächt. Da ich ja sowieso in seinen Augen schlecht war, musste er eine Gemeinheit ertragen, die sich gewaschen hatte. Da hatte er dann Recht, dass ich nicht über den Dingen stehe und nicht besser bin. Die Beziehung war dann auch beendet, allerdings er konnte sich als armes Opfer empfinden und nach außen darstellen. Genau genommen war er auch das Opfer meiner zusammengefasste Rache, würde ich so vielleicht nicht mehr machen. Ich würde es so nicht mehr machen, jedoch wR es der Beginn einer Wende für mich. Mir wurde klar, dass ich mich zu spät gewehrt habe, und fing an, mich zu spüren. Es war trotz allem ein Befreiungsschlag, auch wenn ich keinem empfehlen würde, so lange zu warten, bis man Dinge tut, die eigentlich nicht den eigenen Werten entsprechen. Sondern immer sofort reagieren und seine Rechte auf Achtung und gegenseitige Fürsorge in der Beziehung sichern. Das kann man lernen. Viele die an Narzissten & Co geraten, können es nicht, ohne es zu wissen, denn sonst hätte der N. Sie oder ihn gar nicht ausgesucht. Oder mehrmals On-Off angeboten, das würden die sich gar nicht trauen, wenn die Grenzen klar wären.

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