Harvey Weinstein – das Ende eines Lüstlings

Der US-amerikanische Filmproduzent Harvey Weinstein wurde im Oktober 2017 beschuldigt, sein einflussreiches Amt in der Medienbranche zur sexuellen Befriedigung missbraucht zu haben. Er wird verdächtigt, attraktive Schauspielerinnen und Models sexuell belästigt oder vergewaltigt zu haben. Eine ganze Branche wurde von diesem Skandal erschüttert: mittlerweile laufen mehrere Ermittlungsverfahren gegen Weinstein.

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Aufgrund seines immensen Erfolgs und seiner Machtstellung innerhalb der Filmindustrie glaubte Harvey Weinstein, sich alles erlauben und seiner sexuellen Begierde freien Lauf lassen zu können. Rüpelhaft und freizügig griff er Frauen an die Brüste oder zwischen die Beine, ohne sich dabei etwas zu denken. Zur eigenen Absicherung erschaffte er sich hierfür ein perfides System aus Manipulation und Erpressung, das ihm einen unbeschwerten Zugang zu den schönsten Frauen der Welt ermöglichte und ihn gleichzeitig vor negativen Konsequenzen beschützte.

Personen, die beruflich und finanziell von ihm abhängig waren, deckelten seine perversen Gelüste und unterstützten ihn in seinen grenzenlosen Ausschweifungen. Zu viele Menschen in der Branche haben von Weinstein profitiert, als dass sie es wagten, die düsteren Seiten des mächtigen Filmproduzenten anzusprechen. Sie sahen allesamt stillschweigend zu.

Macht verdirbt den Charakter

In den obersten Etagen werden zuweilen die guten Manieren fallengelassen – man muss schließlich niemandem mehr gefallen. Dann wird plötzlich nicht mehr zugehört, Andersdenkende und Unruhestifter werden bekämpft oder ausgetauscht, Entscheidungen werden allein getroffen und man entwickelt ein ungehobeltes Gebaren. Auf andere Menschen wird keine Rücksicht mehr genommen und ausschließlich die eigenen Bedürfnisse stehen im Fokus der Wahrnehmung. Die Vorzüge der Macht werden genutzt, um die eigenen Wünsche durchzusetzen oder Triebe ungeniert ausleben zu können unabhängig von der Meinung anderer oder von Sitte, Anstand oder Gesetz. Moralische Bedenken verfliegen mit dem Erreichen der höchsten Stufe der Macht und der große Boss wähnt sich wie in einem Rausch unantastbar.

Die zahlreichen unwiderstehlichen Gelegenheiten, die schönsten Schauspielerinnen der Welt verführen und mit ihnen schlafen zu können, müssen Weinstein zweifelsohne zu Kopf gestiegen sein. Er war wie besessen von seinen sexuellen Phantasien, die er nicht zu kontrollieren im Stande war. Den Einfluss seiner Position nutzte er, um seinen sexuellen Trieben völlig enthemmt auf Kosten seiner Opfer nachzugehen. Für seelische Schäden, die er bei den Frauen verursachte, fühlte er sich nicht verantwortlich: Er beauftragte seine Mitarbeiter oder Anwälte, ihm jeden entsprechenden Ärger vom Hals zu halten.

Wer ist Harvey Weinstein?

Harvey Weinstein wurde als ältester Sohn einer jüdischen Familie in New York im Stadtteil Queens geboren. Er studierte an der State University of New York und besaß bereits während des Studiums ein kleines Theater, in dem unter anderem auch Filmfestivals veranstaltet wurden. 1979 gründete Harvey Weinstein zusammen mit seinem Bruder Bob das Produktionsunternehmen Miramax, das sie 1993 an Disney verkauften. 2005 verließen die Brüder ihr Unternehmen und gründeten mit der Ablösesumme die Weinstein Company in New York.

Weinstein-Produktionen waren mehrfach für den Emmy und für den Oscar nominiert. Fünf der zahlreichen Filme, die Weinstein produzierte, bekamen den Oscar. Harvey Weinstein selbst erhielt den Oscar für die Produktion Shakespeare in Love. Die Weinstein-Brüder wurden zu den erfolgreichsten Filmproduzenten der USA, an die niemand mehr vorbeikam.

Mit einer extremen Schamlosigkeit und Brutalität verschaffte sich Weinstein Zugang zu den Schönsten der Branche. Im Glauben an die eigene Unfehlbarkeit und die Macht, über das Schicksal einer Schauspielerin oder eines Models bestimmen zu können, waren ihm keine Avancen zu schmutzig. Weinstein konnte mit machiavellistischer Wut auf eine Ablehnung seiner sexuellen Annährungsversuche reagieren. Er war davon überzeugt, dass ihm seine Opfer etwas schuldig seien, nachdem er ihnen zu so viel Ruhm und Reichtum verholfen habe.

Plötzlich platzt die Bombe

Doch bekanntlich kommt Hochmut vor dem Fall. In seiner Selbstherrlichkeit wurde Weinstein immer unbeherrschter und maßloser und glaubte, niemand würde es wagen, sich ihm in den Weg zu stellen. Da sich in seinem Umfeld nur Jasager befanden, die ihm nach dem Munde redeten und ihm den Weg für seine exzessiven Ausschweifungen freimachten, lebte Weinstein seine Sexsucht immer wilder aus, bis eines Tages ein Tropfen das Fass zum Überlaufen brachte.

So kam es zu dem unfassbaren Vorwurf, Weinstein habe unter anderen von die Schauspielerinnen Gwyneth Paltrow, Angelina Jolie, Cara Delevingne und Ashley Judd sexuell belästigt. Die Vorfälle sollen bis in die 1980er Jahre zurückreichen und in der US-Medienbranche lange ein offenes Geheimnis gewesen sein. Das ganze Ausmaß der mutmaßlichen Vorfälle erkannte aber niemand und die meisten, die etwas mitbekamen, sahen einfach weg.

Wie in fast allen Fällen limitiert sich der krankhafte Narzissmus früher oder später von allein. Wenn jeglicher Widerstand im Umfeld verpufft, das Ausmaß der Begierde ins Unermessliche anwächst sowie das Ausleben derselben immer schamloser und radikaler wird, erwachen selbstregulierende Kräfte, die dem bösen Treiben ein Ende bereiten. Werden Narzissten in ihrem Wirken nicht kontrolliert und begrenzt, durchbrechen sie mit ihrer unglaublichen Selbstherrlichkeit irgendwann sämtliche Grenzen, so dass auch dem letzten Mitwisser klar wird, dass es so nicht weitergehen kann.

Ganz billig und ganz dreckig

Mit der Arroganz des Mächtigen nötigte er seine Opfer mit ganz billigen Verführungsversuchen, die an Stillosigkeit kaum noch zu überbieten waren. Weinstein hatte Einfluss, Geld und gute Anwälte und glaubte daher, sich alles erlauben zu können. Unangekündigt habe er seine Filmstars nach Mitternacht im Hotel besucht, sei aggressiv geworden und habe die Damen ins Badezimmer gezogen, um sie dort zu vergewaltigen. Als er gegangen sei, habe er so getan, als sei nichts passiert. Dies berichteten betroffene Künstler. Ebenso lockte Weinstein Schauspielerinnen in sein Privathaus, angeblich um einen privaten Abend mit ihnen im Rahmen seiner Familie zu verbringen. Tatsächlich schleppte er den ahnungslosen Gast bereits wenig später in sein Schlafzimmer.

Weiterhin bestellte er junge Schauspielerinnen und Models in sein Hotelzimmer oder Büro unter dem Vorwand, deren Karriere besprechen zu wollen und verlangte dann Massagen oder Sex von ihnen. Diese „Meetings“ wurden weitgehend von Weinsteins Mitarbeiterstab und Agenten arrangiert sowie von Rechtsanwälten und Pressesprechern gedeckelt, die mögliche Anklagen mittels Zahlungen oder Drohungen unterdrückten. Weinstein beschäftigte offenbar eine ganze Schar von Mitwissern, die seine dunklen Leidenschaften kannten und sein System aus Manipulation und Unterdrückung unterstützten. Er beauftragte sogar Sicherheitsdienste, um das Leben von betroffenen Frauen auszuforschen und so eine mögliche Veröffentlichung seiner widerwärtigen Geschäftspraktiken zu verhindern.

Nach außen spielte Harvey Weinstein immer den großzügigen Freund. Er hofierte und verwöhnte seine Stars – sie sollten sich beim ihm wohlfühlen wie eine große Familie. Er organisierte die größten Partys, nahm seine Sternchen mit zu den Golden Globes und zum Super-Bowls, ließ sie in Privatjets und Stretchlimousinen vorfahren und berauschte sie mit seinen Inszenierungen. Jeder wollte Teil seiner glamourösen Welt sein – manche mussten sich aber ihre Eintrittskarte hart verdienen.

Die Branche distanziert sich von Weinstein

Nach den Enthüllungen überschlugen sich die Ereignisse: Bekannte Regisseure und Drehbuchautoren wie Quentin Tarantino distanzierten sich von dem Produzenten Harvey Weinstein. Am 8.Oktober 2017 wurde Weinstein aus der Produktionsfirma The Weinstein Company entlassen. Nach Bekanntwerden der Vergewaltigungsvorwürfe gab seine Ehefrau, die Modedesignerin Georgina Chapman, am 10.Oktober die Trennung von ihrem Mann bekannt.

Zudem soll mittlerweile über ein Dutzend frühere und derzeitige Führungskräfte und Assistenten aus Weinsteins Umfeld ausgesagt haben, dass sie Weinsteins unerwünschte sexuelle Avancen beobachtet hätten und darüber informiert gewesen sein. Viele Schauspielerinnen vermuten, dass sie in lukrativen Filmprojekten nicht eingesetzt wurden, nachdem sie seine sexuellen Angebote zurückgewiesen und sich über ihn beschwert hatten.

Weinstein nahm sich nach den unfassbaren Enthüllungen eine Auszeit, entschuldigte sich für sein Benehmen und versprach, seinen „Dämon“ – wie er es nannte – mit Hilfe einer Therapie in den Griff zu bekommen. Er hoffe, nach entsprechenden Fortschritten eine zweite Chance zu erhalten. Ob er jemals seine Sexsucht in den Griff bekomme, sei aber fraglich.

Wie war das alles möglich?

Der Vorfall legt erbarmungslos die Schattenseiten einer Branche offen. Weibliche Stars, die auf der Leinwand bewundert werden, sind hinter den Kulissen massiver Diskriminierung ausgesetzt. Das Bekanntwerden der mutmaßlichen Handlungen von Weinstein entfachte eine öffentliche Diskussion über das sexuell aggressive Verhalten und die Belästigung am Arbeitsplatz in der Filmindustrie. Seither berichteten unzählige weibliche Prominente von sexuellen Übergriffen und im Internet soll bereits eine schwarze Liste mit Namen von Filmemachern existieren, die Schauspielerinnen bedrängt und begrapscht haben sollen.

Dass eine solche Entwicklung überhaupt möglich war, liegt vor allem am mangelnden Wissen in Bezug auf den krankhaften Narzissmus aller Beteiligter und an der verheerenden Dynamik, die entstehen kann, wenn einem Narzissten keine Grenzen aufgezeigt werden. Sein unbändiger Trieb nach Selbsterhöhung findet immer einen Weg, um ihn in entsprechende Machtpositionen zu bringen, sämtliche Kritiker und Widersacher aus dem Weg zu räumen und loyale Helfer zu engagieren, die ihm den Rücken freihalten. Wenn der Narzisst dann ausnahmslos für alles, was er tut, bewundert wird – selbst für die abscheulichsten Taten -, dann gibt ihm die Fülle seiner Freiheiten die Gewissheit, vom Allmächtigen persönlich zur Beglückung der Menschheit berufen worden zu sein.

Die unter der Rubrik „Narzisstische Beispiele“ aufgeführten Persönlichkeiten sollen als Beispiele für Personen gelten, die auffallend narzisstische Züge haben oder situativ narzisstisch handeln. Ob die dargestellten Persönlichkeiten auch tatsächlich eine narzisstische Persönlichkeitsstörung haben, soll und kann anhand der Beschreibungen nicht unterstellt werden.


 

Veröffentlicht in Blog, Narzisstische Lebensläufe
28 Kommentare zu “Harvey Weinstein – das Ende eines Lüstlings
  1. Renata sagt:

    @ Reinhard. „Natürlich ist die Zahl bei den Frauen höher, aber darum geht es nicht.“ Danke Reinhard, viel selbstentlarvender kann man eigentlich gar nicht schreiben. Nein, natürlich geht es wieder nicht um die Frauen, sondern um die Männer. 82% der Vergewaltigungen werden an Frauen und Mädchen begannen. Wenn Männer vergewaltigt werden, dann meistens von Männern. Du betreibst victim blaming der weiblichen Opfer und damit quot erat demonstrandum…

  2. Renata sagt:

    Es gibt keine erschreckend hohe Dunkelziffer von sexuell missbrauchten Männern, das ist eine völlig aus der Luft gegriffene absurde Behauptung. So entstehen alternative „Fakten“. Es ist immer dasselbe Schema. Natürlich ist man gegen die Vergewaltigung von Frauen, aber eigentlich werden Männer genauso missbraucht und eigentlich sind die Frauen auch selber schuld. Dieses Vorgehen hat System und nennt sich victim blaming. So wird die Verantwortung des Täters auf das Opfer abgeschoben.

    Was das angeblich freiwillige Hochschlafen betrifft: Gäbe es eine wirkliche Gleichberechtigung, dann könnten keine sexuellen Gefälligkeiten mehr erpresst werden. Es ist geradezu das Symptom der Machtasymmetrie zwischen den Geschlechtern.

    Es ist in keinster Weise traurig, dass sich Männer heute zweimal überlegen sollten, wie sie sich Frauen gegenüber anständig und respektvoll verhalten. Zu viele Jahre schon sind viele von ihnen ungestraft und noch beklatscht davongekommen. Doch die Zeit der chauvinistischen Grabsch- und Tatschtage läuft langsam ab, auch wenn gewisse Frauen offensichtlich ihr Leben weiterhin in devoter Selbstverleugnung fristen wollen.

  3. Renata sagt:

    Ich kann mich nur wundern, dass hier weibliche Opfer mehrheitlich von Frauen zu Mittäterinen erklärt werden. Schämt euch mal gründlich!Hätten ja auch auf die Karriere verzichten können, denn die scheint egomanen, selbstherrlichen Glatzköpfen vorbehalten zu sein. Hier bestand ein eklatantes Machtgefälle, welches aus niedrigsten Gründen ausgenutzt wurde und von ekligen, meist männlichen Bücklingen gedeckt wurde (aus Karrieregründen übrigens). Frauen als Sexspielzeug ohne Würde, aber ja, das nahmen diese karrieregeilen Emanzen sicherlich gerne in Kauf! Und jetzt haben sie es auch noch gewagt, darüber zu sprechen und endlich Gerechtigkeit zu forden, pfui aber auch! Das Patriarchat ist noch tief in unserer Gesellschaft verwurzelt und noch immer von zu vielen Frauen und Männern internalisiert. Die metoo Bewegung ist ein wichtiger Schritt hin zur Ueberwindung eines destruktiven, frauenverachtenden Systems, das diese Welt schon viel zu lange im Würgegriff hat. Frauen aller Länder, wehrt euch!!!

    • Steffi sagt:

      Liebe Renata, wer erklärt hier weibliche Opfer zu Mittäterinnen?
      Bitte genau lessen und nicht sowas in den Raum werfen. Du verallgemeinerst grade und das hat hier niemand gemacht.
      Da brauch ich mich auch nicht zu schämen,was ich geschrieben habe, denn wie es mir so scheint, weisst Du nicht, was in Hollywood Alltag ist und was dortige Frauen Alles für Ihre Karriere machen. Das „eklatante“ Machtegefälle bestand, weil Einige (nicht Alle) genau dies zugelassen haben, weil sie Karriere wollten, anstatt Nein zu sagen. WER macht denn was wegen Karriere? Die Produzenten?
      Stimmt, Frauen dieser Welt, wehrt Euch gegen die bösen, bösen Männer, damit Endlich Gerechtigkeit herrscht.

    • Friedel sagt:

      Hallo Renata,

      ich schließe mich Deinen Ausführungen an. Vollkommen richtig dargestellt, dass ein eklatantes Machtgefälle ausgenutzt wurde und wird.

      @Steffi, das Thema sind doch nicht unzählige andere Produzenten oder eine Dunkelziffer. Weinstein ist aufgeflogen. Keinesfalls ist dieser „arme Herr Weinstein“ Sündenbock seiner Branche. Möglicherweise werden weitere durch die meetoo Bewegung folgen. Kevin Spacey ist ja bereits auch schon im konkreten Visier, aufgrund der Weinstein Geschichte.

      Das Wort „frauenverachtend“ trifft es durchaus.

      Warum brauchten wir überhaupt eine Frauenquote in Deutschland.

      1957 wurde das Bundesgesetz abgeschafft, dass das Familienoberhaupt „Ehemann“ entschieden hat, ob die Ehefrau arbeiten gehen durfte…oder nicht. Sagte ehemals „Mann“ nein, durfte die Frau nicht arbeiten. Selbst der Beischlaf war im Gesetz geregelt.

      Das Beispiel Postel gibt hinreichend Aufschluss über die Fähigkeit der Manipulation. Ein Postbote, der Urkunden fälscht und sich zum Oberarzt der Psychiatrie berufen fühlt. Aus meiner Sicht in nur 2 Jahren eine Schneise der Verwüstung hinterlassen hat. Der Chefarzt, der seinen Täuschungen unterlegen ist, und sicher viele Jahre Studium und Karriereleiter hinter sich brachte, musste seinen Stuhl räumen.

      Herr Postel, der für lächerliche 4 Jahre und ? Monate in den Knast geht, verkündet, dass er die Zeit genutzt hat, um Schopenhauer eingehend zu studieren. Dann das Buch Doktorspiele kreiert, „Kernaussage ein Hochstapler unter Hochstaplern“ um anschließend Säle gegen Bares zu füllen, in welchen die Teilnehmer sich vor Amüsement seiner Darstellungen auf die Schenkel klatschen.

      Hier läuft doch was falsch. Abgesehen davon, dass er Frauen, die quer schossen, massiv bombardierte. Wie eine ehemalige Staatsanwältin, die er in seinen Bann gezogen hatte.

      • Friedel sagt:

        P.S. Um nachfolgend genau diese Staatsanwältin, die sicher mal in gutem Glauben privat handelte, öffentlich an den Pranger zu stellen. Mir stellt sich eher die Frage, was hat diese Frau Staatsanwältin, die sich auf den Herrn Postel einliess, durchgemacht.

      • Alex sagt:

        Friedel, ich sehe das auch ein wenig Anders.
        Ja, Weinstein ist aufgeflogen und das Thema ist daher sehr wohl die Dunkelziffer oder andere Produzenten o.ä., weil das eben NICHT erst seit ein paar Jahren, sondern seit Jahrzehnten in Hollywood leider der Alltag ist.
        Kevin Spacey ist im Visir, weil Einer ihn wegen angeblicher Taten von vor über 30 Jahren (!) öffentlich (!!!) bloßgestellt hat.
        Ist sowas ok? Egal ob wahr oder nicht, sollte man sowas nicht vorher und vor Allem abseitzs der Öffentlichkeiterst einmal klären, bevor hier schnell geurteilt wird? egal ob Spacey was gemacht hat oder nicht, sein Ruf ist weg.
        In der Hinsicht sehe ich das ganz genau wie Steffi; nie war es so einfach, jemandem eine sexuelle Belästigung in die Schuhe zu schieben, wie heute. Egal ob in Hollywood oder auf der Arbeit.
        Und solch öffentlich ausgetragenen Schlammschlachten, gehen am Ende auf das Konto der wirklichen Opfer, denn je mehr jetzt, aus welchem Grund auch immer, mit sowas ankommen, nehmen die echten Opfern mit der Masse die Glaubwürdigkeit. Leider Fakt.
        Dass soll natürlich nicht bedeuten, dass die überwiegende Mehrheit nicht Recht hat.
        aber man sollte sich das schon mal anscheuen, wer jetzt aktuell mit solchen Vorwürfen konfrontiert wurde, die 30-40 Jahre zurückliegen !?

        Auch das von Dir angesprochene Machtegefälle.
        Man stelle sich vor, eine junge Schauspielerin kommt zu einem Herrn Weinstein; er bietet Ihr Sex im Gegenzug zu einer guten Rolle an. Ja, er spielt seine Macht aus, aber es ist auch dann an der Frau zu sagen:
        1. „Scheiß drauf; geh ich halt über die Couch und bekomme meine Rollen und scheiß viel Schotter!“
        2. „Spinnt der? Ich bin mir mehr wert und werde für eine Rolle doch sowas nicht machen!“

        Das mit der Frauenquote versteh ich auch nicht, schon garnicht, dass sowas nötig ist.
        Wenn jemand für eine bestimmte Position geeignet ist, sollte es egal sein, ob Mann oder Frau. Aber dies gleich als Frauenverachtend zu bezeichnen, das sehe ich nicht so. Das ist doof und dumm.

        • Friedel sagt:

          Hallo Alex,

          1. wie Du meinen Kommentaren und meiner Meinung entnehmen kann, klammere ich die Frauen aus, die möglicherweise freiwillig rein aus eigener Vorteilsnahme auf die Couch geklettert sind (s.u.)!

          2. Wie Du ebenfalls meinem Kommentar oben entnehmen kannst beziehe ich mich auf den Post von Renata und sehe es ähnlich wie sie. In diesem Zusammenhang „frauenverachtend“ unter Bezugnahme auf die Machenschaften von Machthabern wie Weinstein und „Brüdern“.

          Hier handelt es sich deinerseits wohl eher um eine Fehlinterpretation zum Bezug der Frauenquote meines Kommentars.

          Außerdem würde ich es in Zukunft begrüssen, bei schlichtweg anderer Meinung als Deiner, Polemik, wie z.B. doof und dumm, außen vor zu lassen. Vielen Dank!

        • Friedel sagt:

          Im Übrigen Alex finde ich Deine Aussage …“egal, ob Spacey was gemacht hat oder nicht, sein Ruf ist ruiniert“ überhaupt nicht nachvollziehbar und eher erschreckend.

          Gemäß Berichterstattungen haben sich mittlerweile 10 Betroffene gemeldet. Sexueller Übergriff 2008 Spacey an einem 18-jährigen Schauspieler, der nichts sagte, um das Projekt seines Vaters nicht zu gefährden. Spacey selbst hat mitteilen lassen, sich in Therapie zu begeben. Lt. Berichten handelte es sich grundsätzlich um junge Männer, als auch nicht volljährige (14 Jahre) Jugendliche.

          Da liegt vieles nicht 30 oder 40 Jahre zurück! Abgesehen davon macht ein langer Zeitraum die Machenschaften ja wohl nicht besser oder entschuldigt.

          • Alex sagt:

            Lieber Friedel,
            wie Du meinem Komnentar entnehmen kannst, ist das „doof und dumm“ allgemein gehalten und nicht auf Dich bezogen.
            Wenn Du das auf Dich beziehst, kann ich da nichts für.
            Des weiteren lasse ich mir meine eigene Meinung nicht durch Deine Komnentare absprechen. Wenn Du Anderer Meinung bist, bitte, wenns Dich stört, nicht mein Problem.
            Und in Bezug auf Kevin Spacey, ich kann mich nicht erinnern, dass er bereits schuldig gesprochen und verurteilt wurde.
            Ist das, was er angeblich gemacht hat, so passiert, muss er die Konsequenzen dafür ziehen. Aber im momentanen #meetoo Durcheinander glaub ich mehr als gern, dass es auch Trittbtettfahrer hier gibt. Wer das nicht sehen will, sollte mal die Augen aufmachen.
            Wie es in dem speziellen Fall ist, wird sich rausstellen. Von uns war keiner live dabei.
            So und jetzt hoffe ich, dass meine Polemik Deiner würdig war.

          • Alex sagt:

            PS, nur damit Du’s nicht wieder falsch verstehst:

            Frauenquote = doof und dumn, da ein Geschlecht für eine Position nicht entscheidend sein sollte, sondern die jeweilige Leistung.
            Nix Anderes habe ich geschrieben, aber jeder versteht gern, was er verstehen will 😉

          • Reinhard sagt:

            @Friedel.

            Du sagst, Du findest den Satz …“egal, ob Spacey was gemacht hat oder nicht, sein Ruf ist ruiniert“ nicht nachvollziehbar und erschreckend. Wirklich?

            Lass mich mal bisschen nachdenken…

            Ein Mann bekommt auf seiner Arbeit nachgesagt, er habe Kollegin X sexuell belästigt. Da er nicht sonderlich beliebt oder evtl. ein Einzelgänger ist und seinen Job gut macht, kann er manchen durchaus ein Dorn im Auge sein. Also finden sich noch 2-3 Frauen, die das Gleiche melden.

            Konsequenz? Der mann ist mit Sicherheit nicht nur seine Job los, sondern hat auch seinen Ruf weg.
            Und warum? Weil er beschuldigt wurde und es nicht bewiesen ist, ob dies wirklich passiert ist.

            Auch die angesprochene „Paranoia“, dass ein Mann nicht alleine mit einer Frau im aufzug fahren will. Kann ich in der heutigen Zeit nachvollziehen.

            Und das findest Du erschreckend und nicht nachvollziehbar?
            Dann vorverurteilst Du jemanden, denn wie ich es in meinem Beruf als Jurist gelernt habe, ist man solange unschuldig, bis die Tat bewiesen ist. Diverse Aussagen, bringen hier erst einmal garnix, ausser massiver Rufschädigung, die, im Falle einer bewiesenen Unschuld, ein Leben lang an einem kleben bleibt. Denn, wie so oft, kann das wahr sein, muss es aber nicht.
            Warum gehen diese Frauen direkt an die Öffentlichkeit, anstatt das so zu prozessieren, wie es sein sollte. Weil Viele, nicht Alle, die Medien suchen. Grund, kann ich nicht sagen, aber ein wichtiger wird wohl sein, den Schauspieler vorzuverurteilen und sich selbst ins mediale Licht zu rücken.
            Der normale Prozess hier wäre aber, Anzeige, Untersuchung und dann evtl. Medien.
            Von daher ist auch mir da Vieles mehr als suspekt.

            Und @ Renata, Du kannst mir glauben, wenn ich Dir vorlegen würde, wieviele Männer von ihren Frauen misshandelt oder sexuell missbraucht werden, würdest Du mehr als überrascht sein. Nur das „starke Geschlecht“ schämt sich dafürund die Untersuchungen hier laufen weitab der Öffentlichkeit, weil viele Männer sich davor schämen.
            Daher ist Deine Aussage, dass dies eine absurde Behauptung ist, schlichtweg falsch.
            Natürlich ist die Zahl bei den Frauen höher, aber darum geht es nicht.

          • Reinhard sagt:

            Auch wenn das jetzt etwas offtopic wird, hier mal ein Bsp von letztem Jahr:

            Eine Frau bekommt, Dank Frauenquote (ohne diese zu verurteilen) in eine Managerposition.
            Irgenwann liegt in unserer Kanzlei eine Anzeige von einem männlichen Mitarbeitet bzgl. sexuelle Belästigung und Erpressung.
            Natürlich sind wir diesem nachgegangen, da besagter Mitarbeiter erpresst wurde, entweder steht er für Sex zur Stelle, oder sie sorgt dafür, dass er seinen Job verliert.
            Also hat er Nicht in der Fa sondern beim Anwalt Hilfe geholt.

            Am Ende und nach vielen Recherchen und Beweisen, hat sich herausgestellt, dass besagte Managerin zu 6 (!) männlicheb Mitarbeitern sexuelle Kontakte pflegte. 4 waren frwiwilliger Basis, da hier höhere Positionen versprochen wurden.
            Die beiden Anderen allerdings wurden erpresst und hier haben wir auch die Ermittlungen angesetzt.
            Ende von Lied, sie hat durch eigenes Missgeschick dafür gesorgt, dass eben jene Beweise Fakt waren und Ermittlungen in 2 Fällen gestartet werden konnten.
            Diese Frau konnte dann ihren Posten räumen und die Fa verlassen.

            Und glaubt mal nicht, dass dieser Machtmissbrauch ein rein männliches Ding ist.

    • Lilith sagt:

      Hallo Renata,
      ich danke dir für deinen Kommentar.
      Ich finde es sehr traurig das missbrauchte Frauen von ihren Geschlechtsgenossinen als schuldig oder mitschuldig hingestellt werden.
      Grad auch von Frauen die selbst narzisstischen Missbrauch erfahren haben.
      Die doch wissen müssten wie das ist wenn du in so etwas reinrutscht.
      Wenn du manipuliert wirst,wenn Druck ausgeübt wird.
      Das ist ja auch oft der Grund warum Vergewaltigung nicht angezeigt wird.
      Weil die Opfer Angst haben, das ihnen Niemand glaubt,sind doch selber schuld die Flittchen.
      Ich bin in Künstlerkreisen unterwegs und als Frau hast du da sehr zu kämpfen.
      Es ist eine wie Überall von Männern dominierte Welt.
      Da kannst du noch so gut sein!
      Ich finde grade wir sollten nicht in Schwarz und Weiß denken, sondern auch mal genauer hinschauen.
      Sehr leicht zeigt man mit dem Finger auf Andere…………

    • Arabiata sagt:

      Da geb ich dir recht, Renata. Vielleicht ist meine Sichtweise aufgrund eigener Erfahrungen ja zu einseitig. Aber aus diesem Grund stellt Herr Grüttefien diese Plattform ja zur Verfügung, damit wir unsere Meinung austauschen, ggfs. revidieren und unseren Horizont erweitern können.

  4. Klara sagt:

    Was mich interessieren würde: Was geht in narzisstischen Eltern vor, die ihre Kinder sexuell mißbrauchen bzw. von anderen Verwandten mißbrauchen lassen. Wie rechtfertigen sie ihre Tat vor sich selbst? Was sind deren Argumente, weshalb sie das gemacht haben. Man liest sehr viel von solchen Vorfällen, aber immer nur aus der Sicht der Opfer, nie aus der Sicht der Täter und mich würde interessieren, was in einem Täter vorgeht.

  5. Steffi sagt:

    Ohne das jetzt zu verharmlosen oder schönzureden, aber dieser Mann ist doch der „Sündenbock“ für alle Anderen, die das immer noch machen und jahrelang getan haben.
    Die Presse hat doch nur auf sowas gewartet, um jetzt den Einen an den Pranger zu stellen. Egal ob berechtigt oder nicht.
    Wo sind die anderen „Schweine“ deren Praxis genau das Gleiche ist und werden von der Presse in die Mangel genommen?
    Kommt mir sehr suspekt vor. Und nebenbei geht diese Praxis munter weiter.

    Ferner, und das bedenken die Wenigsten, hat diese ganze Debatte ein Feuer entfacht, dessen langfristige Auswirkungen wir heute noch nicht mal erahnen können.

    Warum?

    Sexuelle Belästigung ist leider was alltägliches. Und dagegen muss was unternommen warden. aber eben nicht so!
    ABER, und jetzt kommt’s, diese „#meetoo“ Bewegung hat 2 wichtige Dinge eben nicht beachtet:

    1. Auch Männer werden sexuell belästigt, doch hier wird meist gelacht und gesagt „Stell Dich nicht so an!“.
    Sexuelle Belästigung sieht in der Realität nur Männer als Täter und Frauen als Opfer. Ändert sich dieses Schema, wird das ganz schnell mal ins Lächerliche gezogen. Dabei sind die Dunkelziffern erschreckend.
    Interessiert aber niemanden wirklich.

    2. Dank der „#meetoo“ Kampagne wird jetzt sogar schon ein Scherz oder eine unbedachte Geste als Belästigung aufgefasst, weil die Sensibilisierung für das Thema doch sehr groß geworden ist.
    Da kann der Arbeitskollege, ohne größeren Hintergrund, der Dame mal die Hand auf die Schulter legen, sich absolut nix dabei denken und hat am nächsten Tag eine Klage am Hals. Ist sowas richtig?
    Ich denke Nein.
    Bei mir in der Fa. fährt kein Mann mehr mit einer Frau alleine im Aufzug, freiwilig, um genau sowas nicht zu beschwören.
    Paraniod? Nein, traurige Realität.

    Willst Du heute jemandem was böses oder ihn in Schwierigkeiten bringen, hänge ihm sexuelle Belästigung vor.
    Egal obs stimmt oder nicht, man hat seinen Stempel weg und die Personen, die das wirklich betrifft, werden am Ende nicht mehr ernst genommen.

    Wirkliche sexuelle Belästigung MUSS gemeldet und geahndet werden, aber diese „#meetoo“ Bewegung lenkt das komplette Thema in eine Richting, in der mehr unnötige Fälle aufgerollt und die wirklich Schlimmen unter den tisch gekehrt werden.

    Nur meine persönliche Meinung.

    • Friedel sagt:

      @Steffi, danke für Deine Gedanken anregenden Kommentare. Ich möchte das aus meiner Sicht jedoch nicht so unterstreichen. Wir leben in einer Welt, in der sexuelle Übergriffe in unterschiedlichster Form schlichtweg häufig nicht geahndet werden. Die Opfer als unglaubwürdig dargestellt werden und häufig kein Gehör finden.

      Noch heute gilt doch eine Frau mit rot geschminkten Lippen und Fingernägeln signalisiert sexuelle Verdächtigkeit und ist für manchen Mann „Aufforderung zum Tanz“.

      Ich möchte zur Geschichte Weinstein, mal die von Dir erwähnten Frau ausklammern, die möglicherweise rein aus Karrierebewusstsein und in möglicherweise eigener Schmerzfreiheit Weinstein an sich ran gelassen haben zur eigenen Vorteilsnahme.

      Aus meiner Sicht gibt es jedoch auch einen anderen Teil von Frauen. Diejenigen, die ihren Traum als Schauspielerin verfolgt haben, an den Mogul Weinstein geraten sind, durch ihn in Situationen gebracht wurden, wo schnell klar war es gibt kein wenn und aber und möglicherweise nach Hause gegangen sind um sich stundenlang unter der Dusche den Dreck abzuwaschen. Mir erscheint es sehr nachvollziehbar sich ehemals mit einem Imperium Weinstein nicht anzulegen.

      Für mich ist ganz klar Weinstein kein Sündenbock für alles was infolge an die Oberfläche gekommen ist. Einzig und allein er ist der Aggressor und Initiator, der sich durch seine niederträchtige Handlungsweise und über Jahrzehnte eigene aufkeimende Gott gleiche Sichtweise seinen eigenen Niedergang geschaufelt hat.

      Vielmehr frage ich mich, warum sitzt der eigentlich nicht schon längst ein und kommt mit seinen Milliarden aus der Nummer raus, indem er aus der Firma aussteigt und ketzerisch Besserung vortäuscht, indem er sich -angeblich- in eine europäische Klinik zur Heilung behandeln lässt.

      Ich befürworte all diese lauten Stimmen, denn gegen solche Machthaber kommt nur eine große, starke Gemeinschaft gegen an. Die Ja Sager gehen nicht aus, die Ratgeber…“besser du hälst den Mund“ gehen auch nicht aus. Die Bestechlichen, die für Geld alles tun auch nicht. Die Gemeinschaft der Menschen, mit breitem Kreuz, die sich trauen ist deutlich geringer.

      Im Übertragenen zu diesem Blog und Forum. Was ist mit all den Betroffenen, die über Jahre ausgehalten haben z.B. aus Angst in den finanziellen Absturz zu geraten. Abwertung, Demütigung und Erniedrigungen sowie auch nicht gewünschte sexuelle Handlungen ertragen haben, weil sie keinen Weg aus der Situation gesehen haben.

      Narzisstische Machthaber kosten Existenzen und manipulieren ganz entscheidend -insbesondere wenn Geld keine Rolle spiel – Lebenswege.

      Da ist so ein aufsteigendes motiviertes Filmsternchen mit Talent leicht mal vom „Teller gekickt“ wenn es dem Herrn Machthaber nicht passt, weil sie nicht willig ist.

      Sexuelle Belästigung von Männern werden in der Realität aus meiner Sicht sehr wohl gesehen, jedoch ist Fakt, dass im prozentualen Anteil Frau deutlich mehr unter Beschuss stehen. Eine Frau, die mit beispielsweise 10 Männern Sex hatte ist heute immer noch eine Schlampe, ein Mann hingegen ein Held.

      Deine Schilderung, dass in Deiner Firma kein Mann freiwillig mehr mit einer Frau in einem Fahrstuhl fährt halte ich intern eher für bedenklich.

      Eine Vielzahl von Männern argumentiert doch aufgrund von Genen, „Männlichkeit“, was auch immer, beim Anblick von Brüsten oder weiblichen Beinen sofort auf Sendung zu sein und dies mit Blicken und hemmungslosen Abscannen nicht einmal versuchen zu verheimlichen. Hier stellt sich mir eher die Fragen, wessen Problem ist denn das. Meines?, weil ich Brüste habe und im Sommer T-Shirts trage……, weil ich gerne für mich auch mal roten Lippenstift benutze.

      Die gesamte Weinstein Geschichte finde ich gruselig. Insbesondere weil ein bezahlter Stab dahinter stand, der für Geld alles gedeckelt hat.

      Und ja, ich denke, dass diese Geschichte auch in Hollywood etwas Besonderes ist. Das was über Jahrzehnte toleriert wurde, fliegt jetzt hoch. Aus meiner Sicht ein durchaus wichtiger Schritt.

      Der Traum erfolgreicher Schauspieler zu werden, bedeutet für viele Start im unteren Existenzminimum, Klinken putzen, Castings und Rollen einüben, um eine Absage zu erhalten.

      Mal eine Gedanken Anregung von mir.

      • Werner sagt:

        Ich finde diesen #metoo-Hype einfach nur schädlich, weil er einen medialen Pranger darstellt, in dem jede Frau ohne rechtliche Überprüfung jeden Mann öffentlich beschuldigen kann. Für den Beschuldigten ist auf jeden Fall die Karriere zu Ende, egal ob die Vorwürfe zutreffen oder nicht. In Deutschland fallen mir dazu als Negativbeispiele die Fälle „Kachelmann“ und „Gina-Lisa Lohfink“ ein. Ich kenne weder das angebliche „Ungeheuer“ Weinstein noch die angeblichen „Opfer“. Mich wundert es auch hier wieder, wie schon im „Fall Brüderle“, dass frau ihre Vorwürfe erst nach langer Zeit erhebt und dann auch nicht per Anzeige, sondern weltweit öffentlich per Internet und Pressemeldungen. Ist dies wohl kein Indiz für narzisstische Züge, sich v.a. an anderen Menschen rächen zu wollen statt eine gerichtliche Klärung herbeizuführen? Außerdem frage ich mich, warum diese Schauspielerinnen glaubten, sich trotz seines angeblich „berüchtigten Rufes“ mit ihm einlassen zu müssen? Ist er wohl der einzige Filmproduzent in den USA? Hätte es nicht auch schauspielerische Alternativen, z.B. an Theatern, gegeben oder berufliche Alternativen? Warum mußten sie „unbedingt“ Schauspielerinnen werden? Für mich hat diese infantile Kompromißunfahigkeit ebenso narzisstische Züge. Mir scheint, da waren auf beiden Seiten Narzißten „am Werk“.

        • Friedel sagt:

          Aus meiner Sicht ist das Beispiel Kachelmann weniger geeignet als Negativbeispiel. Herr Kachelmann wurde nach meiner Kenntnis aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Ein Mann der 15 Nebenbeziehungen führt über x Jahre und den Frauen den Namen Lausemädchen verpasst, Eheversprechungen verteilt und die Hoffnung in Kinderwünsche weckt lt. Berichterstattungen, erweckt den Eindruck es mit der Wahrheit nicht so genau zu nehmen und diesbezüglich über ein großes Potenzial zu verfügen. Selbstverständlich war dies nicht der Inhalt der Anklage.

          Herr Kachelmann hat nach seiner Entlassung aus der U-Haft ein Interview gegeben, in welchem er den überaus respektvollen Umgang mit den Justizbeamten und ihm hervorhebt. Respekt auf Gegenseitigkeit.

          Anhand der Berichterstattungen zum Prozeß und Darstellungen von Frauen fällt es mir sehr schwer, den Respekt gegenüber Frauen zu erkennen.

      • Steffi sagt:

        „Diejenigen, die ihren Traum als Schauspielerin verfolgt haben, an den Mogul Weinstein geraten sind, durch ihn in Situationen gebracht wurden, wo schnell klar war es gibt kein wenn und aber…“

        Warum sollte es das nicht geben?
        Warum sollte eine Frau, auf die sexuellen Anmachen eines Herrn Weinstein nicht sagen „Stop, bis hierhin und nicht weiter?“
        Weil viele eben denken, dass es für ihre karriere gut ist.
        Ist natürlich deren Sache aber dann brauch sich nachher keener zu beschweren.

        Und ich sehe Weinstein sehr wohl als den „Sündenbock“ für unzählige Produzenten, die genau das Gleiche machen, aber bisher ungestraft davon kommen. Ok, „Sündenbock“ mag in dem Fall das falsche Wort sein, aber mich würde hier mal die Dunkelziffer interessieren, wer das noch Alles macht. Du wärst erstaund über die reale Zahl.
        Daher ist diese spezielle Geschichte für mich nix Besonderes, sondern nur die Spitze eines sehrgroßen Eisbergs.

        Und ich will nicht wissen, in wieviel Firmen genau dies auch an der Tagesordnung ist.

  6. Friderike sagt:

    Alles schön und gut… besser gesagt, es ist schrecklich, wie viele Menschen sich in kürzester Zeit in eine Richtung „entwickelt“ haben, die schon bei grobem Hinschauen schwer zu ertragen ist. Und Eines sollte man nicht vergessen…. der Narzisst braucht den „Beifall“ – und wenn der nicht über echte Leistung kommt, dann macht dieser Narzisst eben – egal, was! – Hauptsache, die Welt schaut hin…
    Mal ganz blöd gedacht… vielleicht war dieser Mann an seinen Grenzen angekommen und hat seinen letzten Bühnenvorhang mit dem vielen Getöse geplant…? so ist er aus seinem Risiko raus, wenn die ganze Welt darüber spricht.

  7. Sterntaler sagt:

    👍 gut geschrieben Steffi!!

  8. Steffi sagt:

    Jetzt mal unabhängig vom Thema Weinstein, wundert mich, dass dieses generelle Thema solche Wellen geschlagen hat.
    Als ob das in Hollywood etwas Besonderes wäre.
    Ich möchte in keinster Weise irgendwelche sexuellen Belästigungen oder Übergriffe rechtfertigen oder gutheißen, aber dass in den letzten 40-50 Jahren Vieles über die Besetzungcouch läuft und sehr viele da ihre Rollen genau dadurch bekommen, ist doch nix Neues!
    Viele der heute berühmten Schauspieler/innen, haben sich hochgeschlafen, das ist sogar noch nicht mal ein Geheimnis.
    Und grad von denen ist jetzt die Empörung groß.
    Ich frag mich dann aber, was für ein Selbstwertgefühl muss man haben, um für eine Rolle mit einem Produzenten oder sonst wem in die Kiste zu springen?
    Aber das ist dann egal, hier wird eine zukünftige Karriere über gesunden Menschenverstand gestellt.
    Wie sagte der Manager von James Dean mal in einer Interview: „Der wär sogar mit einem Hund ins Bett gegangen, um eine Rolle zu bekommen!“
    Von daher ist das Passierte natürlich ein Unding, aber dass sowas passiert, ist in der branche Gang und gebe und Viele machen es mit, anstatt „Nein“ zu sagen, oder „Ich mache sowas nicht mit; ich bin mir mehr wert“. Das dies am Ende nicht der Fall ist, haben sehr viele durch diese Aktionen gezeigt.

    Das soll keinerlei Befürwortung oder sonst was sein. Aber viele Menschen sehen eben nicht, wie das in Hollywood abläuft, und wieviele da mitzumachen, nur um jetzt „#meetoo“ zu rufen!
    Leute, die wirklich belästigt oder Schlimeres wurden, muss geholfen warden. Aber dass jetzt die, die das mitgemacht haben, die Moralapostel spielen, ist auch nicht richtig. Warum nicht früher? Ja, ich weiß, angst, etc. aber das argument zählt nicht, den die angst bestand nur darin, evtl. keine Rollen mehr zu bekommen und da sollte man sich selbst mal fragen, wo die persönlichen Prioritäten liegen.

    • Arabiata sagt:

      Bingo. Das ,Böse` in der Welt geschieht nicht nur durch die, die es tun, auch durch die, die es zulassen.. Kann man nachvollziehen, wenn Menschen abhängig sind -gleich welcher Form- ob wirtschaftlich, emotional und wenn zudem ein geringes Selbstwertgefühl vorhanden ist, dass manchen ein Nein schwer fällt. Aber wie du schreibst Steffi, es kommt drauf an wo die Prioritäten liegen. Den Job behalten, eine Rolle bekommen um j e d e n Preis oder seinen Wert kennen und auf Gott vertrauen, der uns dabei hilft, wenn wir solche Dinge nicht mitmachen.

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