Ich mache ihn mir schön

Das arrogante und überhebliche Verhalten eines Narzissten wird von Partnern vor anderen häufig verteidigt, weil sie die negativen Eigenschaften des Narzissten nicht wahrnehmen wollen oder können. Stattdessen wollen sie in ihm ihren ewigen Helden sehen, um sich vollständig mit ihm identifizieren zu können. Indem sie seine negativen Seiten ausblenden, bekämpfen sie auf einfache Art ihre Selbstzweifel sowie kritische Fremdmeinungen.

Ich mache mir ihn schön

Bild: © Ralf Geithe – stock.adobe.com

Betroffene spüren nach einer gewissen Zeit, dass der Narzisst keineswegs der ideale Partner ist, für den sie ihn gehalten haben. Je länger die Beziehung mit dem Narzissten andauert, desto mehr Zweifel überkommen sie. Da sie aber das narzisstische Verhaltensmuster und den dahinterliegenden Missbrauch nicht erkennen, suchen sie meist einseitig die Schuld nur bei sich. Sie sind davon überzeugt, dass sich die Beziehung verbessert, wenn sie sich nur besser dem Narzissten anpassen.

Außerdem brauchen sie die Grandiosität des Narzissten für ihr eigenes Wohlbefinden. Sie sonnen sich im Glanz des Narzissten, da sie darin die Möglichkeit sehen, ihre eigene Persönlichkeit aufzuwerten und somit ihr Selbstwertgefühl zu stärken. Wenn sich eine so großartige Person wie der Narzisst für sie als Partner entscheidet und sie somit vor allen anderen bevorzugt, dann glauben sie, etwas Besonderes sein zu müssen. Sie fühlen sich auserwählt und spüren, dass sie von anderen dafür bewundert werden, an der Seite einer so außergewöhnlichen Persönlichkeit stehen zu dürfen.

Durch die Beziehung mit dem Narzissten verleiben sie sich dessen Grandiosität ein. Erhalten sie positive Zuwendung von ihm und bestätigt er sie, wie wunderbar und liebenswert sie sind, dann fühlen sie sich blendend und große Glücksgefühle steigen in ihnen auf. Bleibt die Wertschätzung hingegen aus, geraten Betroffene in starke Selbstzweifel. Sie müssen dann unverhältnismäßig lange darüber grübeln, was sie wohl falsch gemacht haben könnten oder den Narzissten dazu veranlasst haben könnte, ihnen keine liebevolle Zuneigung mehr zu schenken.

Betroffene Partner verzeihen dem Narzissten alles

Partner brauchen den Narzissten zur eigenen Selbstwertregulierung. Sie wollen sich geborgen, geliebt und großartig fühlen und machen sich daher abhängig von dessen Zuneigung und Bestätigung. Der Narzisst muss sich auf eine ihnen dienliche Weise verhalten, damit sie sich gut fühlen können. Erfahren sie hingegen Kritik, Abwertung oder Missachtung, so beginnen sie sofort an sich zu zweifeln und unternehmen alles, damit der Narzisst wieder zufrieden mit ihnen ist und sie sich daraufhin wohlfühlen können.

Auf diese Weise machen sich betroffene Partner von dem Narzissten emotional abhängig. Dies kann bei manchen Partnern dann dazu führen, dass sich der Narzisst weder ihnen gegenüber noch in der Öffentlichkeit jemals so unangemessen und rücksichtslos verhalten könnte, dass sie ihm dies nicht verzeihen würden. Was der Narzisst auch immer tut, es ist in den Augen des Partners niemals so inakzeptabel und grausam, wie es in Wirklichkeit ist. Dieser will in dem Narzissten den idealen Partner sehen, den er sich immer gewünscht hat, und sieht deswegen über dessen Fehltritte – auch wenn sie noch so taktlos und abstoßend sind – verständnisvoll hinweg oder verharmlost sie. Er will nur die positiven Seiten des Narzissten wahrnehmen – alles andere wird einfach geleugnet.

Einige Beispiele für Beschönigungen des Verhaltens des Narzissten:

Kommt der Narzisst nach Feierabend regelmäßig mit schlechter Laune aus dem Büro, dann entschuldigt der Partner seine Übellaunigkeit damit, dass er momentan so viel Arbeit hat und sich nicht auch noch um die Familie kümmern kann.

Mäkelt der Narzisst ständig an dem äußeren Erscheinungsbild oder dem Verhalten seines Partners herum, dann deutet dieser seine Kritik als Fürsorglichkeit, weil er sich einredet, dass ihm der Narzisst lediglich dabei behilflich sein möchte, einen guten Eindruck bei anderen zu machen oder besser im Leben zurechtzukommen.

Belehrt der Narzisst seinen Partner herablassend über ganz gewöhnliche Sachverhalte, die im Grunde jeder weiß, dann will der Partner in den Erläuterungen des Narzissten dessen großen Erfahrungsschatz sehen, an dem dieser ihn teilhaben lässt.

Wendet sich der Narzisst ausschließlich seinen eigenen Interessen zu, ohne seinen Partner jemals einzubinden und sich um ihn zu kümmern, dann empfindet dieser es als ein Zeichen liebevoller Rücksicht, wenn er dem Narzissten großzügig seine Freiheit gewährt und sich nicht in seine Angelegenheiten einmischt.    

Gönnt sich der Narzisst etwas, was er seinem Partner verbietet, dann glaubt dieser, der Narzisst habe es sich verdient. Er will nicht kleinlich sein und damit möglicherweise den Narzissten verärgern. Nach außen wird diese Ungerechtigkeit mit den vielen guten Taten, die der Narzisst angeblich für seinen Partner vollbringt, aufgewogen.

Lästert der Narzisst über andere und wertet er diese permanent ab, während er seine Stärken und Erfolge arrogant dessen Schwächen gegenüberstellt, dann bestaunt der Partner die scheinbar scharfe Beobachtungsgabe des Narzissten sowie dessen mutmaßliche klare Urteilsfähigkeit, statt sich für dessen herzlose Kritik zu schämen.

Mit einer Überdosis an Verständnis, Rücksicht, Großmut und Fantasie gelingt es dem Partner, die Wahrheit zu leugnen oder zu verdrehen und den Narzissten stets als eine makellose und brillante Persönlichkeit erscheinen zu lassen. Mit dieser Einstellung kann der eigentliche Missbrauch, der sich hinter dem vermeintlich guten Verhalten des Narzissten verbirgt, überhaupt nicht wahrgenommen werden. Der Partner bleibt auf diese Weise in einer Illusion gefangen.

Der Betroffene kann zu einem Meister der Verleugnung werden und das rücksichtslose Verhalten des Narzissten unentwegt beschönigen, wenn nicht sogar glorifizieren. Unannehmbare Eigenarten werden dann mit der beschwichtigenden Aussage versehen: „Er ist halt so!“, verbunden mit einem unübersehbaren Ausdruck von Stolz. Das völlig inakzeptable Verhalten des Narzissten kann der Partner sogar als persönliche Note auslegen, die man – statt sich darüber zu beschweren – bestaunen darf. So wird aus eigentlich unentschuldbaren Überschreitungen oder Peinlichkeiten ein salonfähiger Umgangsstil gemacht.

Partner ergreifen Partei für den Narzissten

Weitere beliebte Redewendungen von Partnern sind: „Er meint es nicht so!“ – „Er hat auch seine guten Seiten!“ – „Er wird es wiedergutmachen!“ – „Andere sind auch nicht besser!“ Und wenn die Ungeschliffenheit oder Niedertracht des Narzissten auch mit den ausgefeiltesten Argumenten oder den schrägsten Ansichten nicht mehr zu verharmlosen ist, wird mit den guten Leistungen und Eigenschaften des Narzissten dagegengehalten oder ein Vergleich mit anderen herangezogen, um von der Schamlosigkeit des Narzissten abzulenken.

Unerwünschten Meinungen kann auch mit enormer rhetorischer Schlagkraft begegnet werden – ganz im Stil des Narzissten. Ausgestattet mit reichlich Erfahrung in Sachen Entwertung aufgrund der ständigen Peinigungen durch den Narzissten kann es zuweilen verblüffen, welchen ungeheuren Wortschatz sich Betroffene zugelegt haben, wenn es um die Verteidigung ihres scheinbar kostbarsten Guts geht. Der Betroffene identifiziert sich dann so sehr mit dem Narzissten, dass von außen kaum noch zu beurteilen ist, wer von den beiden eigentlich der schlimmere Narzisst ist.

Personen, die sich erlaubt haben, den Narzissten zu kritisieren, werden zukünftig gemieden und vor anderen schlechtgemacht. Das ursprünglich äußerst bedenkliche Verhalten des Narzissten verliert so seine Bedeutung: Die unangemessene Reaktion der anderen wird in den Vordergrund gestellt, statt das Fehlverhalten des Narzissten zu thematisieren. In der unerbittlichen Verteidigung des Narzissten ist aber zu erkennen, wie stark die Kritik eingeschlagen hat und wie sehr der Partner sich selbst abgewertet fühlt, wenn schlecht über „seinen“ Narzissten geredet wird. So kommt es, dass er sich stets vor den Narzissten stellt und bereit ist, für ihn durchs Feuer zu gehen.

Der Narzisst bleibt immer ihr Held

Man könnte fast meinen, die beiden würden umso enger zusammengeschweißt, je mehr sich der Narzisst offenkundige Geschmacklosigkeiten leistet. Die bedingungslose Identifikation mit dem Narzissten erfolgt aber meist aus einem Schutzmechanismus heraus: Der Partner will seine Scham- und Minderwertigkeitsgefühle sowie seine Angst und Hilflosigkeit nicht spüren müssen und glaubt, durch die Verharmlosung des narzisstischen Verhaltens seine Selbstsicherheit aufrechterhalten zu können.

Daher lehnen Partner jede Sichtweise ab, die den Narzissten diskreditiert. Das, was Außenstehende klar und nüchtern erkennen und verurteilen, kann der Partner des Narzissten nicht gelten lassen. Er wendet sich lieber von seinem sozialen Umfeld ab oder bekämpft es, als sich mit der Kritik zu beschäftigen. Der Narzisst muss in seiner Wahrnehmung makellos bleiben.

Der Partner braucht das Bild des liebenden, zugewandten, allseits beliebten und grandiosen Narzissten, um den eigenen Selbstwert regulieren zu können. Er vermutet unbewusst, dass er daran zerbrechen und sich miserabler fühlen könnte als jemals zuvor, wenn er sich die Wahrheit eingestehen würde. Die Wahrheit zu akzeptieren würde für ihn bedeuten, sich selbst Naivität und Vertrauensseligkeit bescheinigen zu müssen. Der Partner hat einfach Angst vor einem Gefühl der Wertlosigkeit und Einsamkeit, das eine Trennung möglicherweise mit sich bringen könnte. Daher verschließt er lieber die Augen, als sich selbst zu schwächen und eine Enttäuschung zu erleben.

Oft findet jedoch die bedingungslose Identifikation mit dem Narzissten auch nur deshalb statt, weil der Partner glaubt, auf diese Weise den Aggressionen des Narzissten entgehen zu können. Er denkt, von dem Narzissten akzeptiert und wertgeschätzt zu werden, wenn er alles grandios findet, was dieser sagt und tut, wenn er ihn in seinen Ansichten und seinem Verhalten unterstützt oder es ihm gleichtut. Er zwingt sich dann selbst dazu, den Narzissten schön zu finden, um dafür von ihm liebevoll behandelt zu werden.


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Veröffentlicht in Beziehung mit einem Narzissten, Blog
27 Kommentare zu “Ich mache ihn mir schön
  1. Karola sagt:

    Entspricht vollkommen meiner Schwägerin und ihrem Narzissten. Sie hat sein Verhalten bereits so verinnerlicht, dass ich mich frage ob sie auch eine NPS hat. Die beiden sind sehr arrogant und herablassend, so dass ein Umgang mit ihnen sehr unangenehm ist.

  2. Amy sagt:

    @ Lambert Thomas
    „Stockholmsyndrom. Identifikation mit Agrresssor. Erlernte Hilflosigkeit. Toxische Bindung.“

    Nennt sich bei vielen Leuten Kindheit, dann Jugend, und wirkt noch lange bis ins Erwachsenenalter hinein. Manchmal hält es das ganze Leben lang.

    • Ruth sagt:

      Frauen sind geschickter ,was die Gehirnwäsche angeht.
      Sie gehen subtiler vor beim Installieren der Knöpfe ,die sie dann drücken können
      beim Manipulieren.
      Der Mann merkt es garnicht,dass er manipuliert wird, Gehirnwäsche eben.
      Das ist das gleiche System ,mit dem u.a. Sekten arbeiten.
      Es fängt klein und harmlos an, steigert sich dann ins Absurde,aber der Manipulierte
      merkt es nicht mehr, er hat sich daran gewöhnt und es ist seine Realität geworden.
      Leider ist diese Realität ein Lügengebilde, eine Parallel-Realität, die gefährlich ist und krank macht.
      Auch Nahestehende können den Sog wahrnehmen, und wenden sich meistens ab.
      Und der Sog ist stark, ich spreche aus Erfahrung.
      Wahrheitsliebe und wach sein im Hier+Jetzt sind da überlebenswichtig,
      das glit für alle eigentlich.

      • Uschi sagt:

        Ja genau und man muss hilflos zusehen, wie Angehörige, die man gern hat, dabei zu Grunde gehen. Aber was will man machen. Man muss sich abwenden, sonst wird man auch in den Sog eingesaugt.

  3. Uschi sagt:

    Wechselt das Photo oder tut ein zweites dazu.
    Narzisstische Frauen sind fast noch schlimmer.

    • lilli sagt:

      Der Gesichtsausdruck und die Haltung passt auch umgekehrt, finde ich,
      wenn eine Frau an des Mannes Stelle säße und ein Mann so hingebungsvoll daneben:
      Ich mache ihn/sie mir schön, also.

    • Susi sagt:

      Uschi, ohne jetzt eine Seite die schlimmere Vorgehensweise zuspielen zu wollen, Frauen machen es hinterhältiger und versteckter.
      Männer machen oft kein Gehemins aus ihrem Narzissmus. Die Chance, den zu erkennen, ist um ein Vielfaches höher, als bei einer Frau, die eher das Unschuldslamm spielt, Alle sind böse zu ihr und der neue Partner ist endlich der, auf den sie immer gewartet hat.
      Frauen haben einen versteckten Narzissmus, der bei Männern so nicht ausgeprägt ist.

      • Waltraud sagt:

        Das kann ich in keiner Weise bestätigen. Im Gegenteil, mein Narzisst hat zugesehen, das ihm möglichst keiner was kann. Schon gar nicht, das sein Saubermann-Image als Unternehmer beschädigt werden kann. Im aussen der liebe, nette, hilfsbereite, hinter verschlossenen Türen und ohne Dritte, das absolute Gegenteil, hinterhältig und intrigant. Und gerne seine Flying Monkeys einsetzend, denen er das arme Opfer wie auch einem selbst in schauspielerischen Höchstleistung vorgespielt hat. Alles nachzulesen hier unter verdeckte/r, altruistische/r Narzisst/in.

        • Susi sagt:

          Tja, dann ist die Wahrnehmung und Erfahrung unterschiedlich.
          Ich hab genug von Beiden Seiten im Bekannten- und Arbeitskollegenkreis, und da sind die Frauen, hinterhältiger, rachsüchtiger, die größeren Lügner, haben ihre Spione überall und vor Allem, sind sie größeren Schauspielerinnen. Die Kerle sind meist sehr direkt, sagen was Sache ist, und die Mädels lassen sich trotzdem drauf ein. Oder aber, sie spielen was vor, aber lange nicht so detailverliebt wie bei Frauen. Nicht Alle, aber viele.
          Der weibliche Narzissmus wurde in etlichen Büchern mit dem männlichem verglichen – glaube sogar hier – und was da beschriebn wird, stimmt fast komplett.
          Mein Ex war einfach nur doof. Der konnte sich selbst nicht leiden, war mit Allem unzufrieden und hat sich eine Blase um sich aufgebaut, die komplett realitätsfern ist. Da er auch noch ein emotionaler Krüppel ohne Anstand und Empathie ist, konnte ich das Recht schnell merken, denn selbst zum Schauspielern war er nicht intelligent genug. 5 Wochen hat’s gedauert und jetzt heult er seit 1,5 Jahren rum, dass er mich zurück will, schickt Blumen (die direkt postwendend zurückgehen), schickt Briefe und Pakete (gehen auch zurück), hängt ab und an was ans Auto (was ich jetzt, dank Kamera und Verfügung jetzt unterbunden habe) und heult Jedem die Ohren voll, wie sehr er ich vermisst. Mir egal, ich ignorier das zu 100%

      • Uschi sagt:

        Genau, kann ich unterschreiben!

    • Manfred sagt:

      Sind schlimmer weil alles subtil nach aussen nucht sichtbar abläuft, ich hab über 10 Jahre gebraucht um zu verstehen warum die Beziehung nicht funktionioert obwohl es uns so gut gehen könnte, bis ich durch Zufall auf weiblichen NPS gestossen bin, jetzt ist mir alles klar. Schlimm nur das es nureine Lösung gibt obwohl Kinder betroffen sind. Trennung. Die Konsequenzen nicht noch nicht absehbar aber notwendig da sich ein kind bereits AuchNarziszisch das andere Vermeidend verhält. Es ist ei Teufelskreis der unterbrochen werden muss.

  4. Mike sagt:

    Reine Manipulation. Man wird, vollkommen unbewusst, dermaßen manipuliert, dass man die Realität einfach nicht mehr sehen kann und will. Gehört Alles zum perfiden Spiel dazu!
    Daher ist es umso wichtiger, dass, wenn man Alles einmal hinterfragt, sich relativ zügig vor Augen hält, was passiert. Und wenn man das intensiv und richtig macht, sollte eine Erneute Ehrenrunde eigentlich ausgeschlossen sein.
    Ok, ich hab’s nach der Dritten dann auch endlich gerafft. Aber hört auf, Euch das Alles schönzureden oder den Narzissten in Schutz zu nehmen. Die wissen ganz genau wen sie wie manipulieren können…

    • lilli sagt:

      Als Tochter einer Mutter mit Narzissmusproblemen hatte ich die Schwierigkeiten lange verdrängt und war nachsichtig,
      wir sind fünf Geschwister und ich hielt sie für überfordert und verstand, dass sie ihren regional erfolgreichen künstlerischen Ambitionen nachging.
      Dass ich in Haushalt und Kinderbetreuung eingespannt war,
      monierte ich ab und zu,
      leistete aber doch die Anforderungen solange ich im Elternhaus wohnte.
      Nachdem ich ausgezogen war, achtete ich mehr auf mich selbst, bis ich narzisstische Freunde/innen hatte und einen narzisstischen Partner.
      Obwohl ich mich trennen konnte,
      war ich immer noch im alten Muster,
      das ich dank Literatur erst Jahrzehnte später erkennen und langsam gegensteuern und abbauen konnte.
      Besser spät als nie …

  5. Sonnenblume sagt:

    Schönfärberei

    Ausblendungen

    Rollenspiel mit vernachlässigtem Herzgefühl

    unerkannt

    im Schattenland

    die Wahrheit tut unendlich weh

    so lass ich die Augen zu

    hab` mit all den bunten und vergoldeten Bildern

    etwas ähnliches wie Seelenruh´

    für Momente

    kurze oder lange

    wenn ich hinseh

    wird mir bange

    irgendwas stimmt hier doch nicht

    im Licht

    Schönfärberei

    vorbei

    -Sonnenblume-

  6. vielen dank für die antworten

    leider habe ich persönlich diese erfahrung gemacht.
    ich wurde von einem freund aufs übelste betrogen.

    da suchte ich beim narzissten hilfe und vor allem verständniss.

    nach jahrzehnte langer freundschaft (er nannte mich seinen besten freund)hat er sich komplett auf die andere seite gestellt und dem anderen vertrauliche informationen zugesendet. der andere ist mächtig, hat viel geld und luxus.
    für mich war das wie ein elektroschock und ich leide noch immer darunter.

    ich würde in zukunft viel mehr auf das umfeld hören.
    zu einem freund zu stehen hatte bei mir sehr hohen stellenwert.

    meine familie ist daran fast zu grunde gegangen.

    nehmt euch in acht!

    • sonnenblume sagt:

      Geld und Luxus blenden auch
      sich im Licht eines „Reichen“ sonnen „wollen“ (ob es dabei um ein finanzielles Vermögen oder eine andere Art von Vermögen handelt – wie zum Beispiel enormer Charme oder die Fähigkeit, das Blaue vom Himmel zu holen
      sind Verlockungen und Versuchungen…ist da zweit- oder drittrangig)…

      Das Gute ist, dass Du jetzt eine große Gelegenheit hast,
      Verständnis (also echtes Verstehen) Dir selbst gegenüber zu entwickeln und Dich hilfreich zu verhalten und vor allem liebevoll.Dich anzunehmen, auch mit dieser Geschichte, die Dir passiert ist, die geschehen konnte und geschehen ist.

      Enttäuscht zu sein bedeutet ja vor allem, eine Täuschung zu erkennen und im besten Fall dann auch anzuerkennen.

      Ja, das tut wirklich weh.

      Aber ein ehrlicher Schmerz ist tausendmal mehr wert als eine angenehme, schön bunt leuchtende Lüge.

      So hoffe ich, dass die wahre Freiheit Raum und Zeit hat, um ihr eigenes Leben in Dir zu entfalten, auch wenn es dann auch mal mit schwarzen Konturen deutlich wird, wo die Grenzen sind….

      Ich lerne das weiterhin auf diesem Weg in diese wunderbare Freiheit, die mir unendlich kostbar ist. Nach all dem.

      Gott sei Dank gibt es auch diese innere Versöhnung und das Verzeihen, sich selber und anderen gegenüber, die selbst verblendet waren oder noch immer sind. Das zu verarbeiten, zu betrauern und auch all diese Gefühle wahrzunehmen, willkommen zu heissen, zu gestalten, auszudrücken….

      weiter geht es, immer weiter
      nur nicht mehr nach hinten schaun
      gehen, stehen – schlicht vertraun
      nur nicht mehr nach hinten schaun
      weiter geht es, immer weiter

      höher, schöner, unbekannt
      heute schon im Hoffnungsland
      das Fundament bleibt ganz stabil
      heute schon im Hoffnungsland
      höher, schöner, unbekannt
      – Sonnenblume-

  7. Anka sagt:

    Den Artikel selbst finde ich sehr zutreffend, allerdings bezogen auf meine Kinderzeit und wie in der Ursprungsfamilie mit narzisstischen Agieren umgegangen wurde.

    Insgesamt habe ich den Eindruck, daß der Partner des Narzissten sehr überzogen in einem ausgesprochen kindlichen und damit völlig naiven Denken und Verhalten dargestellt wird.

    Vielleicht gibt es ja aber wirklich so „gestrickte“ Partner?!

    Ich meinte bisher, daß mir das lediglich so als Kind eingeredet wurde, damit „man“ sich ja nicht auseinander setzen muß, einstehen muß, damit der „Schein“ gelebt werden konnte…

  8. Lambert Thomas sagt:

    Stockholmsyndrom. Identifikation mit Agrresssor. Erlernte Hilflosigkeit. Toxische Bindung.

  9. Waltraud sagt:

    Das kann ich nur teilweise bestätigen. Man wurde vom Narzissten bzw. hat sich vom Narzissten in Schach halten lassen mit Bedrohungen, mit Einschuechterungen, mit schlechtem Gewissen machend, mit Schuldzuschiebungen, mit verdrehen von Tatsachen und leider keine Ahnung von pathol. Narzissmus, was dem Narzissten voll in die Hände gespielt hat. Wissen um dieses Störungsbild ist überlebenswichtig.

    • W. sagt:

      Vieles im Text kann ich bestätigen, aber wie sie auch Waltraud,nicht alles.
      Bedrohung und Einschüchterung, das trifft es genau.
      Den Satz „Er ist eben so“ kam nicht von mir sondern von Außenstehenden und seiner Verwandschaft.
      Erst mit dem Wissen um Narzissmus bekommt man so langsam den Durchblick.
      In meinem Fall waren es dann die Außenstehenden die mir sagten dass sie mir nicht glauben.

  10. frage:
    warum gibt es menschen, die einen freund / kollegen der narzist ist, unbeirrt verteidigen?
    oft geschieht das lange zeit, bis der narzisst sein wahres ich zeigt und den „besten“ freund fallen lässt, wie eine heisse kartoffel.

    • Optimist sagt:

      Hallo Renato ,
      deine Frage ist einfach zu beantworten. Dieses Klientel ( Freunde / Kollegen ) ist vom Narzissten bereits bestens manipuliert. Aus diesem Grund verteidigen diese den Narzissten , da sie bereits mit fehlerhaften – verdrehten Informationen versorgt wurden.
      Aber man kann sich sicher sein , dass früher oder später auch der „beste“ Freund vom Narzissten entsorgt wird. Die Frage ist dann nicht ob sondern wann.
      Gruß Der Optimist

      • Ute M. sagt:

        Dem kann ich nur zustimmen – und nichts ist so sonderbar, dass es nicht wahr sein kann: Ich habe seit Jahrzehnten einen narzisstischen Kollegen, der die ganze Firma in Schach hält, bis zum Chef hoch. Er erlaubt sich jeden Fehler und alle schauen hilflos zu, wie Projekte gefährdet werden, Schaden entsteht. Wenn ich mit irgendeinem Kollegen/in etwas bearbeite, läuft alles bestens… bis der Narzisst hinzugezogen wird. Plötzlich sind die Kollegen/innen wie ausgewechselt, merken nicht, dass sie auf einmal das Gegenteil von ihrer vorigen Meinung sagen – die eben noch sachlichen Einschätzungen werden von einer völlig verdrehten Ansicht abgelöst. Sie benutzen wortwörtlich Redewendungen und Äußerungen des Narzissten, glauben aber mit ihren eigenen Worten zu sprechen.
        Daran kann man es gut erkennen!
        Grüße, Ute

        • Anka sagt:

          Um Himmels Willen…
          Wie kommst du denn damit zurecht ?
          Was du beschreibst, ist ja wirklich auffällig.
          Eine ganze Firma durchsetzt von sogenannten
          „Dependenten“ ?

          Na, da hat der „Kollege“ ja ganz leichtes Spiel.

          Wie kommst du mit solchen Kollegen denn da überhaupt zu sinnvollen Ergebnissen 🤔

          • Ute sagt:

            Sinnvolle Ergebnisse gibt es nur, wenn der Narzisst nicht involviert ist… Die Chefs, bei denen ich mich regelmäßig beschwere, entschuldigen sich manchmal sogar, dass sie nichts dagegen machen können und verstecken sich hinter Oberflächlichkeit. Es ist wirklich krass, was das für Blüten treibt. Ich ertrage es nur, indem ich mich neben mich stelle und es als „Persönlichkeitsstudie“ ansehe. Und wenn es besonders übel deprimiert, sage ich mir „ist ja nicht meine Firma“…

          • Anka sagt:

            Hut ab !
            Da muß ich aber ganz ehrlich einräumen, daß es mir da an der notwendigen „Gelassenheit“ mangeln würde.

            Ich drück dir die Daumen …
            Alles Gute 👍 🙋

    • Anka sagt:

      Hallo Renato,

      Was Optimist und Ute schreiben, ist durchaus eine Möglichkeit.

      Eine weitere wäre aber auch, daß bei diesen Personen schlichtweg (nur) Angst eine große Rolle gespielt hat…

      Die sogenannte „Identifikation mit dem Aggressor“
      verschafft ein (vermeintliches) „Sicherheitsgefühl“.

      Es ist nicht gut,
      zur „falschen Seite“ zu gehören.

      Die (Unter-)Stützung des Aggressors bezeugt diesem auch eine gewisse
      freiwillige
      Unter-Werfung, eine Anerkennung seiner Dominanz…

      Mit echter Freundschaft hat(te) das sicher nicht wirklich viel zu tun.
      Es gibt aber sicher auch durchaus Menschen, die sich an vermeintlich Starke/Mächtige hängen, um „dazu zu gehören“…
      Wie im Artikel auch beschrieben.

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