Ist eine friedliche Trennung von einem Narzissten möglich?

Mit der Trennung fängt der Ärger mit einem Narzissten meist erst richtig an. Fühlten sich Partner in der Beziehung schon nicht richtig verstanden, behandelt und wertgeschätzt, so müssen sie feststellen, dass sich der Narzisst nach der Trennung erst recht rücksichtslos verhält. Es zeigt sich, dass er an einer friedlichen Trennung überhaupt nicht interessiert ist, sondern alles boykottiert, was der Ex-Partner vorschlägt oder verlangt.

Ist eine friedliche Trennung von einem Narzissten möglich?

Bild: © AnaBGD – 123rf.com

In den meisten Fällen ist eine friedliche Trennung von einem Narzissten nicht möglich. Wenn man ihn verlässt, fühlt er sich zutiefst in seinem Selbstbild verletzt und muss seinen Partner entweder mit aller Macht zurückerobern oder – wenn ihm dies nicht gelingt – den Aufbau eines neuen Lebens behindern. Der Narzisst kann es nicht ertragen, wenn sein Ex-Partner plötzlich ohne ihn leben will und damit auch noch glücklich zu sein scheint, während er unter der Trennung und dem Verlust seiner narzisstischen Zufuhr leiden muss. Immer wieder taucht er im Leben des Ex-Partners auf, schikaniert und terrorisiert ihn weiterhin, um sich diesem ständig in Erinnerung zu rufen und nach wie vor Macht über ihn zu haben.

Ex-Partner sind unter diesen Umständen häufig bereit, Zugeständnisse zu machen. Sie glauben, dass endlich Ruhe eintritt und sie ihren Frieden haben, wenn der Narzisst seinen Willen bekommt. Dem ist aber in den meisten Fällen nicht so! Der Narzisst ist gar nicht an einem konkreten Vorteil interessiert, den er daraus ziehen könnte, als vielmehr daran, dass ihm sein Ex-Partner erhalten bleibt, er in dessen Leben nach wie vor eine wichtige Rolle spielt und vielleicht irgendwann ins gemachte Nest zurückkehren kann. Der Narzisst will, dass ihm sein Ex-Partner weiterhin auf irgendeine Weise zur Verfügung steht, und über dessen Nachgiebigkeit und Unterwürfigkeit oder sogar Angst und Verzweiflung seine Größe spüren.

Daher können Ex-Partner dem Narzissten noch so sehr entgegenkommen in der Hoffnung, ihn damit endlich zufriedenzustellen und loszuwerden: Der Narzisst wird immer noch weitere Forderungen stellen, sofern er dafür Ansatzpunkte findet. In der Regel stellt er so überzogene und unverschämte Forderungen, auf die der Ex-Partner gar nicht eingehen kann. Auf diese Weise sichert sich der Narzisst gleich doppelt ab: Solange der Ex-Partner mit ihm verhandelt, bleibt er mit ihm in Kontakt und holt sich über dessen Verzweiflung seine narzisstische Zufuhr, und wenn der Ex-Partner auf seine übersteigerten Forderungen eingeht, weil er die Verhandlungen endlich beenden will, freut er sich, dass er ihn ausnehmen konnte. Der Narzisst gewinnt mit dieser Taktik immer und holt für sich das Maximale heraus.

Eine friedliche Trennung kann es mit einem Narzissten nicht geben

Eine friedliche und gütliche Einigung muss bei einem Narzissten in den meisten Fällen ein Wunsch bleiben. Er ist nicht an Frieden interessiert – er will Krieg. Er will den Ex-Partner nach der Trennung unbedingt drangsalieren und nötigen, unterwerfen und zermürben, verletzen und zerstören – und dies umso stärker, je mehr sich der Ex-Partner verweigert und dem Narzissten aus dem Weg zu gehen versucht. Er will sich an seinem Ex-Partner rächen für die Schmach, die dieser ihm in seinen Augen mit der Trennung zugefügt hat, und kann ihn deswegen nicht so einfach in die Freiheit entlassen.

Der Narzisst macht sich selbst zum Opfer, indem er den Gekränkten spielt, der auf schändliche Weise von seinem Partner verlassen wurde und nun unter den Folgen zu leiden hat. Gleichzeitig sieht er darin die Legitimation, zurückzuschlagen und sich die angebliche Rücksichtslosigkeit seines Ex-Partners nicht gefallen zu lassen. Der Narzisst erkennt nicht, was er seinem Ex-Partner in der Beziehung angetan hat und dass dieser allen Grund dazu hat, ihn zu verlassen und nie wiedersehen zu wollen.

Diese Ausgangssituation macht es schier unmöglich, sich nach der Trennung jemals friedlich mit einem Narzissten zu einigen. Eine Einigung würde für den Narzissten bedeuten, dass ein weiterer Kontakt mit dem Ex-Partner unnötig wird und die Beziehung dann wirklich vorbei ist – und eine gütliche Einigung sogar, dass der Ex-Partner auch noch gut aus der Sache herauskommt und am Ende glücklicher ist als er. Ein Narzisst kann es nicht ertragen, wenn andere glücklich sind, während er frustriert ist, weil er sich einigen und seine Forderungen minimieren musste.

Ex-Partner dürfen nicht viele Worte machen

Dennoch versuchen betroffene Ex-Partner, sich mit dem Narzissten an einen Tisch zu setzen und ihm ihre Entscheidung und Lage einfühlsam und verständnisvoll zu erklären. Dies beginnt schon mit dem Trennungsgespräch, in dem sie viel zu weit ausholen, alle Gründe für das Ende der Beziehung aufführen und ausführlich erklären, in der Hoffnung, dass der Narzisst sie so besser versteht und Gnade walten lässt, indem er sie gehen lässt und sich bei der Abwicklung der Trennung großzügig zeigt.

Ex-Partner müssen dann häufig feststellen, dass ihr Wohlwollen nicht den erwünschten Effekt zeigt. Der Narzisst versucht, die Erklärungen des Ex-Partners zu seinen Gunsten zu verdrehen, um diesem damit ein schlechtes Gewissen zu machen und so die Trennung zu erschweren. Er will, dass sein Partner bei ihm bleibt, und daher wird jedes Wort, das der Partner während des Trennungsgesprächs äußert, gegen ihn verwendet. Die vielen Erklärungen dienen nur dem Narzissten – den Partner aber schwächen sie, weil er sich mit seinen Begründungen immer tiefer verstrickt. Daher darf eine Trennung einem Narzissten lediglich verkündet, aber nicht lange begründet werden.

Sind noch Sachfragen nach der Trennung mit dem Narzissten zu klären wie z. B. die Aufteilung des Hausrates und Vermögens, der Umgang mit gemeinsamen Kindern oder der Auszug aus der gemeinsamen Wohnung, wird sich der Narzisst querstellen und jeden vernünftigen Vorschlag des Ex-Partners entweder ablehnen oder dessen Umsetzung behindern. Ex-Partner machen dann Vorschläge für eine schnelle Abwicklung, suchen immer wieder das Gespräch mit dem Narzissten und wollen sich unbedingt einigen – notfalls auch zugunsten des Narzissten. Doch dieser blockt alles ab!

Solange Ex-Partner mit dem Narzissten verhandeln, endet die Beziehung nie

Betroffene Ex-Partner meinen, dass es doch im Interesse beider liegen müsste, in Frieden auseinanderzugehen, die Trennung so schnell wie möglich abzuwickeln und nach vorne zu schauen. Auch können Ex-Partner nicht verstehen, dass der Narzisst immer noch protestiert, wenn sie ihm schon bis zur äußersten Schmerzgrenze entgegenkommen, und das großzügige Angebot entweder als Beleidigung empfindet oder meint, noch mehr herausschlagen zu müssen. Angesichts der grenzenlosen Sturheit des Narzissten sind Ex-Partner häufig nur noch fassungslos.

In seltenen Fällen liegt es aber auch durchaus im Interesse des Narzissten, eine friedliche Trennung herbeizuführen. Dann kann er sich sogar ungewöhnlich großzügig zeigen und auf alle Vorschläge und Forderungen seines Ex-Partners eingehen. Dies kann der Fall sein, wenn der Narzisst sich getrennt und bereits einen neuen Partner gefunden hat, mit dem er zusammenziehen, den er heiraten und mit dem er eine Familie gründen möchte. Oder er befürchtet einen Imageverlust, wenn er sich bei der Trennung nicht sozial und unbürokratisch verhält. Manchmal kann auch ein (nicht unbedingt aufrichtiges) Versprechen des Ex-Partners, dem Narzissten nach der Trennung immer noch auf irgendeine Weise zur Verfügung zu stehen, der Auslöser für eine gütliche Einigung sein.

In den meisten Fällen jedoch dürfte eine friedliche Trennung nicht möglich sein. Darauf sollten sich Betroffene, die sich von einem Narzissten trennen wollen, einstellen. Sie sollten nicht lange auf die Einsicht und Nachgiebigkeit des Narzissten hoffen und ihn in endlosen Gesprächen, Briefen oder Mails zu überzeugen versuchen. Der Narzisst liebt es, wenn man sich ihm stundenlang zuwenden und ihm Aufmerksamkeit schenken muss, und wird daher alles dafür tun, dass es auch so bleibt. Daher sollten Ansprüche kurz und unmissverständlich geäußert und nach einer Mahnung sofort über einen Anwalt eingefordert werden. Dem Narzissten darf gar kein Raum für lange Diskussionen, Vertröstungen und Schwindeleien gegeben werden – denn dann endet die Beziehung nämlich nie.

Doch weil der Narzisst nicht müde wird, Vergeltungstaten anzudrohen und dem Ex-Partner damit Angst einzujagen, verhält sich dieser zurückhaltend und vorsichtig. Er will nichts Unüberlegtes tun, das den Zorn des Narzissten nur unnötig entfachen könnte. Auf diese Weise kann er sich aber nicht aus der Gewalt des Narzissten lösen. Er muss vielmehr mutig voranschreiten, darf dem Narzissten für Gespräche und Verhandlungen nicht mehr zur Verfügung stehen, muss für seine Rechte kämpfen und dem Narzissten die Grenzen aufzeigen. Sonst endet der Missbrauch nie.


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Veröffentlicht in Blog, Trennung von einem Narzissten
42 Kommentare zu “Ist eine friedliche Trennung von einem Narzissten möglich?
  1. Hoff.44 sagt:

    Hallo, ich habe mich von meinem Mann endlich Ende Juli getrennt und bin Ende August ausgezogen. Wir haben beide den Wunsch geäußert, friedlich auseinander zu gehen. In den letzten Jahren unserer Ehe habe ich mit ihm schon soviel üb
    er meinen Trennungswunsch gesprochen, soviel versucht zu erklären und wieder hinzubiegen. Es nützte nichts. Am Ende war sowoeso immer ich schuld: wenn ich mich so und so verhalten würde, dann hätte er nicht die Notwendigkeit gehabt, so oder so auf mich zu reagieren. Nach 22 Jahren Ehe habe ich das Handtuch geschmissen und habe klipp und klar gesagt, dass es diesmal nicht nochmal einen Neuanfang gibt. Nach dem anfänglichen Schock, lies er mich und die Kinder problemlos ausziehen.
    Im Moment herrscht erstaunliche Ruhe, ich habe Angst es laut auszusprechen, aber so einfach habe ich mir das nicht vorgestellt.
    In den letzten zwei Jahren habe ich mich auf die Trennung intensiv vorbereitet, habe auch irgendwann die Kraft gehabt, mit meinen zwei fast erwachsenen Kindern darüber zu sprechen und fand sehr viel Verständnis und Akzeptanz ihrer seits, denn sie hatten die unendlichen Konflikte satt und haben sich dauerhaft nur noch in ihren Zimmern verkrochen ( Tür zu, Kopfhörer an). Ich stockte meine Arbeit von einer Teilzeit- auf Vollzeitstelle auf, sprach mit meinen Eltern über den Trennungswunsch (sie stehen auf meiner Seite und sichern mir Unterstützung nach ihren Möglichkeiten), sicherte mir meine und seine Unterlagen, lies mich von einem Anwalt beraten, organiesierte mir die neue Unterkunft und unterstützte die Kinder bei ihren Schulabschlüssen und der Suche nach den Ausbildungsplätzen und las ununterbrochen auf diesen Seiten. In dieser letzten Zeit wollte ich kein einzigstes Mal einen Rückzieher machen und bereute keinen einzigen Schritt, den ich praktisch hinter seinem Rücken unternomen habe. Also war die Entscheidung richtig und mir viel eine enorme Last von den Schultern, als ich endlich die Trennung aussprechen konnte.
    Ich möchte von ihm unabhängig bleiben, deswegen habe ich einige Vorbereitungen getroffen und stelle erstmal keine Forderungen an ihn, ausser Rentepunkte teilen nach der Scheidung. Diesbezüglich hat er erstmal noch nicht wiedersprochen, kann er ja auch nicht. Er hat ganz dezent angemerkt, dass er ja für sich Unterhalt fordern konnte, weil er zur Zeit Krankengeld bezieht. Ich habe ihm empfolen, mich besser nicht zu reizen, denn ich weiss sehr genau, wie ich mich da währen könnte. Auch hat er angedeutet, dass jedes Kind bei ihm abwechseld für eine Woche wohnen könnte ( also eine 50 prozentige Betreuung), wohlgemerkt solange er nich arbeiten geht, schliesslich hat er auch ein anrecht darauf. Als ich gesagt habe, dass er, was die Kinder betrifft nicht nur Rechte hat, sondern auch Pflichten und er könne sich nicht die Rosinen auspicken, war erstmal Ruhe. Außerdem haben ihm die Kinder mitgeteilt, dass sie nicht vorhaben, bei ihm wochenweise zu wohnen und sich erstmal auf die regelmäßigen Wochenendbesuche beschränken möchten.
    So wie ich die Situation momentan beurteile, haben wir sozusagen stillschweigend Waffenstillstand vereinbart. Jeder wartet wohl ab, was der andere zuerst tut, um dann zum Gegenschlag auszuholen. Ich glaube nicht, dass wir auf die Dauer im Frieden getrennt bleiben, aber ich hoffe es sehr. Jedenfalls habe ich nicht mehr vor einzustecken und werde für das Wohl meiner Kinder und mein neues und unabhängiges Leben kämpfen. Das weis er auch, deswegen hält er sich zurück, denn wenn er mich herausfordert, wird es ihm nicht gefahlen.

    • Waltraud sagt:

      Hallo Hoff44,
      ein sehr ehrlicher Einblick. Das mit den Kindern kann ich bei uns auch bestätigen. Und in diese Konstellation sollte sogar noch das uneheliche Kind des Vaters dazu stoßen. GsD hat die Kindsmutter abgelehnt, das der Vater das alleinige Sorgerecht bekam, was dieser zur Voraussetzung gemacht hatte, das das Kind zu uns kommt. Er hätte es mir aufgebürdet, mich zu kümmern. Er hatte ja schließlich sein Unternehmen zu leiten. Das war ja immer u. a. seine Begründung. Und das mit der Schuldsuggestion lässt einen viel zu lange verharren in so einer ungesunden Situation für alle. Das Du das jetzt so straight und klar durchgezogen hast, hat ihn sicher verblüfft. Vielleicht hat er es auch nicht für möglich gehalten. Als ich ging bzw. mitteilte, jetzt sei Schluss, konnte ich förmlich sehen, wie ihm die Kinnlade runter klappte. Und egal was er schon abgezogen hatte, er hat noch Mal richtig Gas gegeben. Es mir aber natürlich immer nur als meinen Vorteil verkauft. Er hatte keine Chance mehr. Außer das ich mich noch tierisch aufgeregt hab, über seine intriganten Verlogenheit.

      • Hoff.44 sagt:

        Hallo Waltraud, wie du es sagst, hat mein Mann es nicht für möglich gehalten,dass ich mich von ihm trennen könnte. Er war sich seiner Macht sicher. Nur hat er über die Jahre aus den Augen verloren, dass seine anfänglich „kleine Ja-Sagerin“(so sah er mich in den Anfängen unserer Ehe) sich weiter entwickelt hat, während er sich in seiner Opferrolle sehr wohl fühlte. Ich bin aus dieser leidvollen Beziehung rausgewachsen und in allen meinen Gedanken über die Zukunft kam er einfach nicht mehr vor. Diesen Prozess, der in mir stattgefunden hat, hat er nicht wahrgenommen oder wollte es einfach nicht.

        Jetzt, nach der Trennung, spielt er weiterhin das Opfer: er ist doch so ein guter Mann, so einen würde ich nicht mehr finden. In den letzten Wochen unserer Beziehung,als sich die wahrscheinliche Trennung immer mehr in den Vordergrund drängte,fragte er mich immer wieder, ob ich einen Anderen hätte. Er konnte es sich nicht vorstellen, dass ich gehen möchte, ohne einen anderen Mann zuhaben. Ich konnte es ihm wohl bis heute nicht verständlich machen, dass ich gehe, weil ich mir kein gemeinsames Leben mehr mit IHM vorstellen kann. Und das ist wesentlich schlimmer, denn in diesem Fall hat er keinen Rivalen, denn er vielleicht zur Seite schieben kann, sondern eine Frau, die ihr weiteres Leben ohne ihn gestalten will. Dagegen kann er nur schwer ankommen, denn da muss er ja gegen sich kämpfen und das geht nicht.

        Die Tatsache, das im Moment zwischen uns Ruhe ist, ist einfach seine Hoffnung, mich so zurück bekommen zu können. Würde er mich bekriegen, müsste er seine Opferrolle verlassen und zum Täter werden. Also legt er noch eine Schippe drauf und bittet mir bei jeder Gelegenheit seine Hilfe an, natürlich ganz ohne Hintergedanken. Er war ja schon immer ein so guter Mensch, ich habe es nur die ganze Zeit nicht gemerkt. Mich ärgert nur, dass ich nicht immer die Kraft dazu habe, seine Hilfe abzulehnen und mich dabei ertappe, doch seine großzügige und helfende Hand zu ergreifen. Hinterher ärgere ich mich darüber und überlege mir eine Strategie, wie ich ihm beim nächsten Mal freundlich danken und ablehnen kann. Das wird schon kommen. Hauptsache mir ist dieses Problem bewusst , dann kann ich auch daran arbeiten. Also ein Kontaktabbruch ist nicht möglich, das ist auch nicht mein Ziel, da Kinder drin stecken, aber alle diffusen Abhängigkeiten beseitigen und den neuen Weg ohne Angst beschreiten, das ist es, was ich anstrebe.

        • lilli sagt:

          Hallo Hoff.44,

          großartig finde ich, wie du die Trennung und Scheidung meisterst.
          Die Schwierigkeiten, deren man sich bewusst ist, kann man in den Griff bekommen.
          Schwierig sind diejenigen schädlichen Verhaltensweisen des einen oder anderen Beteiligten, die man (noch) nicht erkennt, (noch) nicht begriffen hat und (noch) nicht angehen kann.
          Ein Leben ohne Schwierigkeiten gibt es nicht.
          Auch in Ehen ohne Narzissmusprobleme, mit anderen Differenzen, gibt es Trennung und Scheidung.
          Mir stellt sich immer wieder die Frage: Was ist Liebe?
          Und ich komme immer wieder auf ‚Liebe deinen Nächsten wie dich selbst,‘ zurück.
          Wo Selbstliebe mangelt oder gar Schaden nimmt,
          ist Abstand nötig,
          innerer und äußerer Abstand oder äußerer und innerer Abstand,
          die Wege der unterschiedlichen Menschen sind verschieden.
          lilli

          • Hoff.44 sagt:

            Danke lilli,
            Auf dem Weg in mein neues Leben und zu mehr Eigenliebe brauche ich Zuspruch und Aufmunterung. Daraus schöpfe ich neue Kräfte und kann mir immer wieder selbst bestätigen: “ siehst du, wer sagt denn noch, dass du es nicht kannst „.Also ab zu einer neuen Herausforderung.

          • lilli sagt:

            Hallo Hoff44,

            … du schreibst, dass du nicht immer die Kraft hättest, seine zu gut gemeinte Hilfe abzulehnen.
            Diese manipulative helfende Hand, mit der er einen klein machen möchte,
            die nicht aus Mitgefühl oder gegenseitigem Zusammenhalt kommt.
            Darauf falle ich auch noch manchmal kurzfristig rein, um es dann doch noch rechtzeitig abzulehnen, und, selbständig zu planen, zu handeln, zu erledigen … .
            Es war und ist, wenn auch immer weniger,
            für einen ehemals waschechten Co wie mich, ein Learning and Learning by doing.

    • Anni sagt:

      Liebe Hoff.44,

      erst einmal Gratulation zu so viel Stärke und diesem gewaltigen Schritt, den du gerade hinter dir hast. Ich habe schon seit geraumer Zeit deine Beiträge hier im Forum mitverfolgt. Du hast dich ja schon lange, zumindest innerlich, auf diesen Schritt vorbreitet, mit dem klaren Ziel, wenn die Kinder alt genug sind, ist Schluss mit dem Ausharren. Und deine Kinder haben ja auch klare Signale gesendet.
      Ich bin diesen Schritt – auch endlich – vor einem Jahr gegangen. Seit fast genau einem Jahr wohne ich in meiner eigenen Wohnung und irgendwie fühlt es sich immer noch von Woche zu Woche besser an. Ich vermisse nichts (mehr), den noch-Ehemann schon gar nicht. Ganz im Gegenteil. Ich habe neue Freunde und Bekannte dazu gewonnen und meine Freiheit endlich wieder.
      So wie bei dir konnte sich der Narz nicht vorstellen, dass es keinen anderen Mann gibt, dass ganz allein ER der Grund ist, zu gehen.
      Nun warte ich auch auf die Scheidung und auf die Schlammschlacht, die er versuchen wird, zu veranstalten. Rentenpunkte, Ausgleichszahlungen, kommt mir bekannt vor. Auch für ihn gibt es Gesetze, an die er sich halten muss. Nun, darum werden sich Gericht und Anwälte kümmern, irgendwann ist auch das vorbei.

      Ich wünsche dir und deinen Kindern von ganzem Herzen alles erdenklich Gute für die Zukunft, „den neuen Weg ohne Angst“.
      Was auch an Störfeuer aus Richtung deines Mannes noch kommen mag, der größte, der schwerste Schritt ist getan.

      • Hoff.44 sagt:

        Danke, liebe Anni, für die Glückwünsche und aufmunternde Worte.
        Ich bereue diesen Schritt überhaupt nicht, im Gegenteil frage ich mich immer wieder, warum habe ich das nicht schon viel früher geschafft. So viel vergeudete Zeit, so viele unerfüllte Hoffnungen.
        Ich vermisse ihn auch nicht und wünsche mir mehr Abstand, doch bis jetzt sind wir noch jeden Tag im Kontakt ( über WhatsApp). Ständig findet er einen Grund, mich anzuschreiben. Oft geht es über organisatorische Sachen was die Kinder betrifft, wenn aber dies geklärt ist, dann streckt er sozusagen seine helfende Hand aus und demonstriert mir, was für ein edler Ritter er ist und zwingt mir seine Hilfe auf, auf den ersten Blick ganz uneigennützig, doch ich kenne ihn und weiß, nichts macht er einfach so, hinter jedem Hilfeangebot steckt die Erwartung, dass ich meinen Schritt bereue und dankend zurück kehre. Dieses „ich will dir ja nur helfen, ich meine es ja nur gut“ muss ich schleunigst lernen, standhaft abzulehnen.
        Meine Tochter hat mir heute gesagt, dass es gut sei, dass wir endlich getrennt sind, die ewigen Streitereien zwischen uns wären nicht mehr auszuhalten. Dass sie in ihrem jungen erwachsenen Alter diese klare und einfache Linie gehen kann, hätte ich nicht gedacht. Keine Vorwürfe, keine Schuldzuweisungen, einfach nur Verständnis und Aufatmen.
        Ja, die Trennung ist jetzt zwei Monate her, doch ich bereue nichts. Ich lerne jeden Tag dazu und zwar, dass ich in der Lage bin, für mich und meine Kinder selbst zu sorgen, ohne wenn und aber und das macht frei, jeden Tag einbißchen mehr:).

  2. Waltraud sagt:

    Nein! Eine friedliche Trennung ist nicht möglich. Wie auch alles andere mit einem Narzissten nicht möglich ist. Schließlich liebt er es, einen zu terrorisieren. Einen in Schach zu halten, solange man Kontakt hat. Deshalb ist absoluter Kontaktabbruch die einzige Lösung, soweit möglich.

    • Sonnenblume sagt:

      Hallo Waltraud,

      wie kommt es, dass Du so eine Behauptung für alle Betroffenen pauschal sagen kannst? Wenn es bei Dir so ist, dann ist es bei Dir so. Aber wie kommst Du auf dieses Urteil für alle?

      Grüsse von der Sonnenblume

      • Waltraud sagt:

        Hallo Sonnenblume,
        das war die Antwort auf die Überschrift. Es mag Ausnahmen geben. Aber überwiegend wird es schwierig sein. Hast Du Erfahrungen einer Trennung? Es kommt natürlich auch auf das Ausmaß der Störung an.

        • Anni sagt:

          Ja, vielleicht ist es etwas zu pauschal, doch auch mir fehlt es an Vorstellungskraft, um mir eine friedliche Trennung von einem Narzissten vorstellen zu können. Genau aus den Gründen, die Waltraud nennt. Terrorisieren kann man einen Menschen schließlich mit vielerlei Mitteln, auch mit leisen, ja stillen Mitteln.

          No Contact ist für mich auch der einzige Weg, um aus so einer unheilvollen Beziehung entkommen zu können. Bei gemeinsamen Kindern wird sich das kaum realisieren lassen.

          Genauso wenig wird eine einvernehmliche Scheidung durchführbar sein. Es sei denn, der Narz diktiert die Bedingungen und der Partner gibt klein bei. In einer Zugewinngemeinschaft wird der Preis auf jeden Fall sehr hoch sein, den man für seine Freiheit zahlen muss – im wahrsten Sinne.

          Denn der Narz will sich an seinem Ex-Partner „rächen für die Schmach…, kann ihn deswegen nicht so einfach in die Freiheit entlassen.“

          Perfekt beschrieben, finde ich.

          • lilli sagt:

            Hallo Anni,

            ich denke, je stärker die Narzissmusprobleme,
            desto unfairer und unfriedlicher ist das Auseinandergehen.

          • lilli sagt:

            … und je stärker die Co-Abhängigkeit, die ich früher für Liebe gehalten hatte,
            um so schlechter kommt man bei der Trennung/Scheidung weg.
            Nach der ersten Trennung von einem Narzissten war ich pleite, nach der zweiten nicht mehr.

          • lilli sagt:

            .. und ich bin dann beim Vater meiner Kinder, dem dritten Partner mit nun nicht mehr gar so krassen Narzissmusproblemen,
            geblieben.
            Doch, wenn ich übertrieben anziehenden Gefühle für einen Mann verspürte,
            war es ein teils faszinierender Ichmensch,
            wie schon meine Mutter.
            Und wenn sie nicht gestorben sind … .
            Ich wünsche allen, gesunde Partnerschaften !,
            in meinem Leben waren nach dem Motto ‚Besser geht’s nicht‘,
            nach der Scheidung vom schlimmeren Narzissten,
            die gemäßigteren.
            Gesund kann ich ehemalige Co-Abhängige auch selber nicht ganz.

          • lilli sagt:

            Danke Sonnenblume und Waltraud für Eure Offenheit.
            Über meine Partner bin ich nach langem Weg auf meine eigenen Baustellen fokussiert und lerne immer mehr dazu,
            was mich sehr sehr freut.
            Und auch nochmal
            d a n k e
            an Sven Grüttefien,
            für mich sind Sie einer der Engel in meinem Leben.

          • Sonnenblume sagt:

            Schön, liebe Lilli, wenn wir voneinander profitieren und gute Anregungen bekommen, die uns gut tun und stärken. Ganz meinerseits!!

          • Kersten sagt:

            Das ist es.. je heftiger die Störung, desto schwieriger das Trennen. Das gilt sicher für beide. Den Narzissten und sein Co. Danke für den Gedankengang, den habe ich grade gebraucht.

        • Sonnenblume sagt:

          Hallo Waltraud,
          ja, ich habe Erfahrung von einer Trennung. Und sie war sehr herausfordernd und bitternötig. Ich diente als Projektionsfläche und das wurde für mich immer offensichtlicher. Ich konnte damit Frieden schliessen und loslassen. Und ich lernte meine Co-Abhängigkeit kennen. Und die war für mich entscheidend, um „für mich“ einzutreten und mich zu entscheiden, wie ich weiter leben möchte und was ich eigentlich will und wo die Grenzen liegen, die ich lernte, zu respektieren und zu schützen. DAs ging alles nicht von heute auf morgen. Aber alles entwickelte sich, sodass ich heute froh bin, dass ich da durch bin und auch wenn es dauerte, innerliche Freiheit, Weite und Würde gewonnen habe, sowie in der Liebe angekommen bin….. der allumfassenden. Wenn auch manche Wunde bzw. Narbe blieb. Aber so ist das Leben. Es hinterlässt Spuren. So soll es ja auch sein. Geschichten, die das Leben schrieb….

          Grüsse
          von der Sonnenblume

          • Sonnenblume sagt:

            … was ich auch gerne noch sagen will, ist, dass meine co-abhängigen Behziehungsstrukturen natürlich geprägt und geblieben sind. Es sind die intensiv erlernten Beziehungsmuster.

            Und es ist ja, wie bei trockenen Alkoholikern auch, für mich ganz wichtig, das von mir zu wissen. Der Co-Abhängige ist genauso abhängig wie der Abhängige. Es ist eine ebenbürtige Sucht. Das so geworden sein auch anzunehmen. Keine Schuldscheine auszustellen. Und anzuerkennen, was lange und intensiv gelernt wurde, kann nicht einfach verlernt werden. Aber der Lernweg besteht, gesund damit umzugehen und auf die roten Warnlämpchen zu achten, wenn sie aufleuchten (das kann auch in Form von Idealvorstellungen sein, oder die Begegnung mit einer schillernden Ichpersönlichkeit oder gerade das Gegenteil davon, also das bemitleidenswerte Opfer, was aufgepäppelt werden will)

            Ich würde von mir auch sagen, dass ich „Beziehung“, das Verhältnis von Nähe und Distanz meistens als eine Herausforderung erfahre aus diesen Gründen. Mir ist das sehr bewußt geworden. Aber ich will hier ja keinen Roman schreiben….

            So sehe ich z.B. mein Leben mit meinem Mann, der Asperger Autist ist, was sich deutlich herausgestellt hat und der aus also aus diesen Gründen, viel Rückzug, Alleinsein und andere Sinneskanäle hat, um in Beziehung zu treten. Sie ist allumfassender und grundlegender und existenzieller Natur. Eigentlich etwas sehr Schönes, wenn da nicht meine Bedürftigkeit und Idealvorstellung wieder ihre Aufführung inszenieren will oder muss… So sehe ich es als Geschenk, wirklich zu lernen, gut für mich selbst zu sorgen und dennoch in Beziehung zu sein.

            Es gibt die unterschiedlichsten Beziehungen. Es gibt eben auch die Beziehung auf kleinem gemeinsamen Nenner, eingebettet in eine große Liebe, die eben einen ganz großen Rahmen hat, der insgesamt aber viel Freiheit und Weite und Sein zulässt und sogar fördert. Ja, das ganz Eigenen wirklich zu tun und zu sein. Bei gleichzeitiger unbedingter Verbundenheit und Zugehörigkeit.

            Das Vermissen, den Mangel, das Loch, kann so ein Mensch absolut nicht füllen (auch nicht vortäuschen oder spielen, da er 1 : 1 aufrichtig und geradlinig ist und auch Konventionen gar nicht kennt, auch nicht spürt und nicht sieht und im Grunde gerade das Gegenteil ist von dem, was meine Co-Abhängigkeitstruktur mir auferlegt) So spüre ich es deutlich.

            Gerade mache ich die Ausbildung zum ehrenamtlichen Suchthelfer beim Blauen Kreuz (bin ich in einer Selbsthilfegruppe), um eben immer weiter zu lernen, was Sucht und Co-Abhängigkeit ist und am Ball zu bleiben…

            Neue Muster zu lernen ist möglich und ein langer Weg, es kann auch da Rückfälle geben. Alles ganz normal. Wer laufen lernen will, fällt auch hin…. Aber liegen bleiben wäre das Problem….

            Inzwischen sehe ich deutlicher, schneller, gezielter, wo Abhängigkeiten eine Rolle spielen und merke, dass ich mich in guter Gesellschaft befinde.

            Auch hier in diesem Forum spielt ja Beziehungsabhängigkeit eine wesentliche Rolle….

            …. von einem Suchtmittel kann man sich nicht friedlich trennen, es ist immer ein Kampf, bringt Entzugserscheinungen mit sich etc. pp….. und so kommt es mir vor, wenn ich mir das bewußt mache, was der Narzissmus (der in meinem Leben eben auch prägend war) im Grunde ist in Kombinantion von Co-Abhängigkeit….

            Von daher, liebe Waltraud, kann ich Dir zustimmen, dass es nicht friedlich zugeht.

            Aus dieser Perspektive betrachtet, bedeutet es für mich, mich von meinem Suchtmittel konsequent und endgültig zu trennen (denn bei Sucht steht das Suchtmittel auf Platz 1 im Leben) und Abstinenz anzustreben diesbezüglich bei gleichzeitiger Lebensgestaltungsentwicklung und Beziehungsgestaltungentwicklung auf gesunde Art.

            So – das hat mich jetzt selber überrascht, was ich noch alles geschrieben habe und hoffe, es war verständlich und hilfreich….

            …. ich sehe das so.

            Nochmal Grüße von
            der Sonnenblume

          • Waltraud sagt:

            Hallo Sonnenblume
            Danke für den Einblick. Ja geprägt sind wir alle in der ein oder anderen Weise durch unsere Kindheitserfahrungen/Muster.
            Ich habe noch 3 ältere Schwestern und immer gesagt, das bei mir die geballte Ladung an falschen Mustern ankam und ich mich gar nichts mehr traute. Ich fiel dann wohl deshalb auf jemanden rein, der die Stärke verkörperte, von der ich dachte, das sie mir fehle. Aber wie ich jetzt weiss, bin ich sehr stark. Ich bin sehr unabhängig und selbständig und würde das auch nicht mehr für jemand anderes aufgeben. Dafür habe ich in der „Beziehung“ gekämpft. Aber mir war die Aussichtslosigkeit lange nicht bekannt. Deshalb hab ich mich nur zurück gezogen und mein eigenes Ding gemacht. Allerdings hörten ja deshalb die Gemeinheiten und was man sonst so kennt, nicht auf. Er wollte von Anbeginn alles allein bestimmen und machte mir immer ein schlechtes Gewissen, wenn ich nicht spurte. Alptraum. Ich hatte Angst vor ihm und seinen Attacken. Das war auch so, als er nach jahrelanger Trennung wieder Anlauf in meine Richtung nahm. Ich wusste, es würde nichts Gutes sein, aber ich hatte keine Ahnung von seiner massiven Störung. Ich bin durch die Hölle gegangen, weil er es geschafft hatte, mich wieder unter seine Kontrolle zu bringen, weil ich reagiert hatte auf seine massiven Lügen. Als ich dann nach und nach auf das ganze Ausmaß seiner Störung kam, verschwand auch die Angst und das hat mich handlungsfähig gemacht. Er hat wirklich nichts an miesen Sachen ausgelassen. Aber immer so, das niemand was mitbekommt. Und seine Unterstützer hatte er entsprechend manipuliert. Ich stand allein da und man stellt sich nicht vor, wie das ist, niemanden zu haben, der einem die Ungeheuerlich keiten glaubt. Ich hatte auch Freundschaften, die ich durch meine Arbeit und privat vorher hatte, eingebüßt. Nach so langer Zeit war niemand mehr da, dem ich überhaupt noch vertraute. Mein Bauchgefühl hat ganz am Anfang noch funktioniert und ich trennte mich in der 1. Schwangerschaft. Aber wie ich jetzt ja weiss, lassen Narzissten nicht los. Und das kann ich mehr als bestätigen. Wenn man dieses ganze Hintergrundwissen nicht hat, was sich so jemand alles einfallen lässt, hat man kaum bis wenig Chancen. Ich kann mich nur konsequent entziehen. Und diese Seite von Herrn Gruettefien ist Gold wert.
            Alles Gute wünsch ich Dir

          • Sonnenblume sagt:

            Liebe Waltraut,

            …. ja, konsequent „entziehen“ trifft es dann auch wirklich am besten. Der Entzug ist der einzige Weg in die wahre und wunderbare Freiheit, wie ich sie verstehe.

            Und zu einer gesunden Beziehung gehören ja auch zwei. Wenn klar ist, dass das Gegenüber gar kein Gegenüber sein kann, dafür aber zerstörerisch manipulativ oder sogar traumatisierende Verhaltensweisen zum Besten gibt und sich daran auch kein Funken ändert, nur die Spielarten….. dann ist da nichts mehr zu wollen, nichts mehr zu machen und auch rein gar nichts wiederherzustellen (Kapitulation nennt man das in einer Suchtgeschichte. Die Einsicht, hier geht kein Weg mehr weiter bzw. führt immer mehr in die Zerstörung).

            Sondern ich vom Acker zu machen und den eigenen Garten zu bestellen. Das Refugium, wo niemand sonst Zutritt von außen hat, es sei denn man öffnet die Türe von innen.

            Diese Eintreten oder Einrennen lassen war vorgestern und das ist sicher.

            Ich nenne diesen Ort auch gerne Herzensgarten.

            Da fällt mir gerade ein sehr passender Liedtext dazu ein, was ich immer wieder gerne singe:

            Hüte das Glück, dass Dir zuteil wird.
            Hab acht auf Deinen Garten, der erblüht
            Geh nicht zurück hinter das, was dir gehört
            nimm ein, das gute Land, das Gott dir gibt

            Lass es dir nicht rauben,
            fang doch an zu glauben
            dass das Leben dich beschenken will.
            Tu nicht so bescheiden,
            hör auf es zu meiden, öffne dein Herz und halte still

            Um es zu gestalten, Leben zu entfalten, um zu pflücken,
            was die Erde gibt. Um es zu bewahren, Grenzen zu erfahren und den Frieden, der in ihnen liegt.

            (ein Lied von Frieder Gutscher)

            In diesem Sinne – auf dem Weg der Freude (nicht der Euphorie!!)

            Grüsse von der Sonnenblume

  3. Sonnenblume sagt:

    Liebe Lilli,

    …. ich muss ständig Grenzen zum Autisten ziehen und lebe viel für mich selbst, weil der Asperger Autismus meines Mannes diese Grenze aufzeigt und unumgänglich macht….

    „Viel Verzicht auf erfüllende Partnerschaft ist der Preis beim Bleiben“, kann auch ich so sagen.
    Auch ich sehe mich da nicht als Ausnahme. Wenn ich mich so umsehe, sehe ich viele Schwierigkeiten in Beziehungen, auch viel Idealvorstellungen aus der Wunschfabrik oder idyllische Märchenkulissen, die der Wirklichkeit nicht entsprechen können…. ja wirklich ein sehr weites Gebiet tut sich da auf. Und aus den unterschiedlichsten Gründen und Konstellationen.

    All das tut mir immer wieder weh. Auch weil ich eine Sehnsucht nach einer heileren Welt in mir spüre. Nicht nur meiner kleinen Welt, auch der großen….. und weil meine Sehnsucht mich öffnet anstatt verschliesst und weil ich merke, egal wieviel Gutes und Schönes mir widerfährt, es im Grunde nicht reicht…..

    So gesehen und erfahren ist dies der Weg für mich hin zu Gott, der mir sehr verständlich einleuchtet und mich in Jesus innerlich abholt und beseelt, um in Beziehung zu treten….. nicht ins Leere zu laufen, sondern den Weg der Liebe zu gehen Kraft seiner Zuwendung und dem, was er täglich in Aussicht stellt…..

    Oktobergoldene Sonnenblumengrüße!

    • lilli sagt:

      Liebe Sonnenblume,

      wenn das Leben mit einem Menschen mit Narzissmusproblemen die Abwärtsspirale ist, muss man viel oder völligen Abstand schaffen, und wenn es wie bei mir über viele Jahre die eigene Mutter ist, der ich erst wieder im Altersheim Kurzbesuche machen konnte und das auch nur, weil sie etwas milder geworden war.
      Doch in den nicht so krassen Fällen, ist mit Realismus der ‚Umgang mit Narzissten‘ möglich, wenn man selber stabil bleiben kann und nötige Abstände einhalten kann.
      Nein, die heile Welt gibt es nicht, jede Liebesbeziehung, auch die beneidenswerteste, bringt Erfüllung und Enttäuschung mit sich,
      denn, man hat auch im Normalfall verschiedene Wurzeln und unterschiedliche Fähigkeiten, sowie Unfähigkeiten, und, nobody is perfect … .
      Friedliche Trennungen?
      Faire Trennungen sind nötig, wenn’s denn sein muss, und bei einem Menschen mit Narzissmusproblemen eher unmöglich, weil sie vom Überlegentun und Abwerten kaum lassen können.
      Da hilft nur der Schlussstrich mit mehr oder weniger Verlusten, wie mit meinen beiden früheren Partnern mit Narzissmusproblemen.
      Ja, viel Freude an der Oktobersonne,
      lilli

      • Sonnenblume sagt:

        Liebe Lilli,

        …. ja, Trennungen sind nötig, wenn es sein muss….

        ….und jede Störung (oder Bedürftigkeit im Übermass) hat so ihre Eigenheiten. Das Überlegentun und Abwerten und eben die Selbstverliebtheit sind die des Narzissten.

        Gewinn und Verlust dürfen Frieden schliessen, denke ich gerade. Und sind ja dann auch Wegweiser geworden… und das wiederum gefällt mir insgesamt. Auch wenn der Weg dahin so beschwerlich war….

        Manchmal erscheint es mir, dass Menschen, die solcherlei Grenzen gesund und erwachsen verarbeitet haben, viel Einsichten und Erkenntnisse auch über die eigene Seele gewinnen konnten und das ein wahrer Schatz ist.

        Wir dürfen den ganzen Weg sehen und wohin er führte. Auf den Weg der wahren unspektakulären selbstverständlichen einfachen und großartigen Liebe und Freiheit, die gelernt hat, anzunehmen, was ist und mit diesen Erfahrungen weiterzugehen auf dem Weg des Lebens mit dem was möglich ist und dem was eben nicht möglich ist.

        Weiterhin viel Freude,
        Sonnenblume

        • lilli sagt:

          Liebe Sonnenblume,

          die Liebe, die annehmen und verschmerzen kann,
          gut sein lassen kann,
          wurzelt in er Liebe zu Gott oder einer Höheren Macht oder im Strom des Guten im Universum,
          sowie auch die gesunde Selbstliebe,
          zu deren Schutz man Grenzen ziehen oder Abstand nehmen muss, bis hin zum völligen Kontaktabbruch mit Verlusten.
          Die alles heilende Liebe gibt es nicht,
          die allumfassende schon,
          die uns weiterführt auf unserem persönlichen Weg,
          wie der Psalm poetisch sagt:
          ‚Der Herr (die Höhere Macht/ der Strom des Guten im Universum)
          ist mein Hirte,
          mir wird nichts mangeln …‘ .

          Herzlich lilli,
          die Sonnenblume ist übrigens eine meiner Lieblingsblumen

          • Sonnenblume sagt:

            Liebe Lilli,

            mir gefällt die Liebe, die annehmen und verschmerzen kann. Eingewurzelt in den Mutterboden der Liebe Gottes, die über die menschliche Liebe hinausgeht, aber sie anders ermöglicht. Selbst das gut sein lassen und loslassen, freigeben….

            ….mir gefällt auch, dass es die heilende Liebe nicht gibt, aber die allumfassende.

            Ich möchte dem noch hinzufügen, dass Gottes Liebe eine heilende Liebe ist und dass verletzende Erfahrungen ihre zerstörerischen Kräfte ganz verlieren können.

            Und ist es nicht mit Gott auch so, dass er ein Beziehungsangebot macht. Das nicht erzwungen werden kann. Auch nicht von Gott. Sonst wäre es keine Liebe. Liebe ist Wechselseitigkeit und Gegenseitigkeit, ist Kommunikation.

            Daher bleibt es für mich sehr attraktiv, Jesus kennenzulernen und was er getan hat und welchen Lebensstil er pflegen konnte (er hatte eine unglaubliche Zuwendungskraft und Zuwendungslust….)…. eine erlösende Liebe, eine heilsame Liebe…

            Und es freut mich, dass Du Sonnenblumen magst. Ich mag auch die Lilien. An die mich Dein Name erinnert. „Sehet die Lilien auf dem Feld, sie säen nicht….“

            Weiter geht´s auf dem Weg.

            Grüsse von
            der Sonnenblume

  4. Kersten sagt:

    Liebe Lilli,

    Du hast was Wahres gesagt, finde ich.
    Was ist besser?
    Eine schlechte Beziehung oder
    ein schlechtes Alleinesein, unfreiwillig?

    Nun, ich finde beides schrecklich.
    Und bei narzisstischen Beziehungen
    kommt man um diese Frage nicht herum.
    ICh bin auf dem Weg, lieber alleine unglücklich zu sein,
    als unglücklich in einer Beziehung.

    Und dann alleine glücklich zu werden – denn
    das kann ich durchaus, wenn ich erstmal wieder alleine bin.
    So schön es ist, eine intensive Beziehung zu haben,
    wenn es nur noch Terror ist, bin ich lieber alleine.
    Und das bin ich bald.

    Und ich grüble jeden Tag,
    wie ich am besten aus der Chose rauskomme.
    Wie ich alles einpacke,
    und weg bin – über Tag, nicht über Nacht.

    Weil – ich befürchte wie oben im Blog geschrieben,
    dass alles andere ein unendlicher Kampf wird.
    UNd wenn ich Tatsachen schaffe,
    einfach weg bin, dann ist es eben so.
    Dann braucht er nichts mehr tun oder sagen,
    es ist einfach vorbei.
    UNd wenn er an meiner Wohnungstüt klingelt – ich muss nicht aufmachen.
    WEnn er appt – ich muss nicht antworten.
    Wenn er anruft, ich kann es ignorieren.
    Daran halte ich mich grade ziemlich fest…

    • lilli sagt:

      Liebe Kersten,

      du sagst auch was Wahres,
      ich wäre auch lieber alleine ohne diesen Terror, wie du schreibst, gewesen. Und so wie ich heute bin, wäre ich damals gegangen- war ich aber nicht! Da ich schon seit meiner Mutter mit Narzissmusproblemen konfrontiert war, erkannte ich nichts Normales.
      Mein Mann war schon mal besser als die beiden Partner davor.
      Ich zog in dieser Ehe bald die Familien- Beratungsstelle zu Rate, wo ich gestärkt wurde. Bis ich begriff, dass ich von den Narzissmusproblemen meiner Mutter geprägt war, und auch mein Mann, nicht ganz so krasse, Narzissmusprobleme hat, waren die Kinder da. So stellte ich mich dem Ganzen und blieb, so wie er auch.
      Was Normaleres hätte ich früher gar nicht erkannt und gekonnt: Bei einem normalen Freund in jungen Jahren war ich in der Partnerschaft zu unselbständig.
      Das könnte ich erst jetzt.
      Ich freue mich, und bin auch teils traurig, wenn ich mit einem liebenswürdiger Mann zu tun habe und bin froh dass meine inzwischen erwachsenen Kinder normale Partnerschaften haben und führen können, freue mich auch für unser/e und die noch kommenden Enkelkind/er.

  5. Meine Freundin steht gerade vor einer Trennung mit ihrem Narzissten. Ich hoffe, dass es nicht in einer Katastrophe endet. Im Moment stehen die Anzeichen eher nicht so gut.

  6. Helga sagt:

    So war es bei mir:
    In seltenen Fällen liegt es aber auch durchaus im Interesse des Narzissten, eine friedliche Trennung herbeizuführen. Dann kann er sich sogar ungewöhnlich großzügig zeigen und auf Vorschläge und Forderungen seines Ex-Partners eingehen. Dies kann der Fall sein, wenn der Narzisst einen Imageverlust befürchtet, wenn er sich bei der Trennung nicht sozial und unbürokratisch verhält. Manchmal kann auch ein (nicht unbedingt aufrichtiges) Versprechen des Ex-Partners, dem Narzissten nach der Trennung immer noch auf irgendeine Weise zur Verfügung zu stehen, der Auslöser für eine gütliche Einigung sein.
    Ergänzend dazu:
    Von dem Augenblick an, wo ich gesagt habe, jetzt ist es genug, ich gehe, bin ich konsequent dazu gestanden. Es war nicht einfach, aber es hat gewirkt. Ich habe natürlich auch versucht, die billigste Lösung der Gütertrennung zu finden und so ist sie auch geschehen. Allerdings muss ich dazu sagen, dass ich nicht das bekommen habe, was ich investiert hatte, aber immerhin noch mehr als mir dem Gesetz nach zugestanden hätte. Mein Versprechen, weiter zur Verfügung zu stehen, habe ich allerdings nach einiger Zeit nicht eingelöst.
    Heute bin ich mächtig stolz auf mich, dass mir die Trennung auf diese Art gelungen ist. Eben deshalb, weil ich endlich den Mut hatte, zu zeigen, dass eigentlich ich die Stärkere bin. Dies hört sich vielleicht sonderbar an, aber irgendwann wurde mir bewusst, dass mein Narzisst ein größeres Problem hatte als ich als Co-Narzisstin. Dieser Weg der Erkenntnis hat sich zwei Jahre lang hingezogen. Ich habe unsere Beziehung unter die Lupe genommen und bin eben zu dieser wichtigen Erkenntnis gekommen.
    Viel Kraft wünsche ich bei eurer Trennung von einem Narzissten.
    Helga

    • SonjaS sagt:

      das ging mir genauso, ich bin bei meinen forderungen geblieben und habe es vermieden, irgendwelche diskussionen zu starten oder am leben zu erhalten. klare grenzen, da können viele narzissten am besten mit umgehen. und beides (trennung und spätere scheidung) verlief friedlich. aber ich glaube, das ist selten, zu 95% ist es wohl eher ‚krieg‘.

  7. Andrea Doll sagt:

    Ich komme aus einem Elternhaus mit narzisstischer Mutter. Als Erwachsene war ich ein leichtes Opfer für Narzissten. Meinen Ex-Ehemann, den ich mit 29 Jahren heiratete, verließ ich nach vier Jahren Ehe, damals war meine Tochter zwei Jahre alt. Es folgten unzählige Gerichtsprozesse, aufgebaut auf seinen Lügen. Mein Exmann verweigerte u. a. auch die Zahlung von Kindesunterhalt, den ich daraufhin pfänden lassen musste. Als meine Tochter gerade 16 Jahre alt war, zog sie zum Vater – hier durfte sie demonstrativ alles, und er rieb sich die Hände. Auseinanderseztungen mit Jugendamt und Rechtsanwälten folgten erneut. Als meine Tochter 18 wurde, instrumentalisierte er sie, so dass mich eine Klage von meiner Tochter gegen mich erreichte. Ich hatte zu dem Zeitpunkt Suizidgedanken. Inzwischen ist meine Tochter 26 Jahre alt, ich habe seit eineinhalb Jahren keinen Kontakt mehr zu ihr. Die Rache eines Narzissten scheint unendlich… Ich bin seit mehr als zwei Jahren in psychologischer Behandlung.

    • Martina sagt:

      Liebe Andrea,
      es tut mir sehr leid, auch ich habe den Kontakt zu meiner Tochter (25 Jahre) seit über einem Jahr verloren… Dafür bin ich meinen Ex los, es gibt endlich keinen Kontakt mehr zu ihm, dafür habe ich mit meiner Tochter bezahlt.

  8. Sven sagt:

    Danke für ihre unermüdliche und sehr wichtige Aufklärungsarbeit.
    Die Arbeit und die notwendige Heilung liegt bei und in uns nicht beim N.
    Gruß

  9. Matthias sagt:

    Wieder ein sehr wichtiger Rat von Sven Grüttefien, dem ich jeder/jedem Narzissmusgeschädigten/m empfehlen kann. Er läßt sich auch auf andere Konstellationen übertragen. In meinem Fall handelt es sich um einen Vermieter, der nach meinem kontinuierlichem Rückzug von ihm immer unverschämter, aufdringlicher und beleidigender geworden ist. Ich befinde mich in der Schlußphase dieser narzistischen Beziehung und bin permanenten Beobachtungen, Nachstellungen und verbalen Gewaltexzessen ausgesetzt. Es ist dabei juristisch wichtig, jedes Fehlverhalten zu dokumentieren. Ich führe seit einem halben Jahr ein Tagebuch darüber, und ich kann jeder/jedem nur raten, so früh wie möglich ein solches Tagebuch zu beginnen, wenn der Verdacht einer pathologischen narzistischen Beziehung entsteht. Das hilft auch bei der Selbstreflektion und Entwickeln von Strategien gegen narzistische Auswüchse. Als es in meinem Fall zu Häufungen von Fehlverhalten kam, habe ich einen Rechtsanwalt eingeschaltet. Der klärte mich auf, daß es sich bei Nachstellungen, Beobachtungen der Privatsphäre und verbalen Gewaltexzessen um Strafttaten handelt. Ich war bis dahin so naiv zu glauben, daß es sich dabei um berechtigte Unmutsäußerungen handelt. Wie in dem Beispiel von Sven Grüttefien geschildert, läßt mein Vermieter keine Möglichkeit aus, mich wieder in Diskussionen um eine Verbesserung des Mieter/Vermieter-Verhältnisses zu ziehen und jammert dabei, wie schlecht ich mich ihm gegenüber benommen habe. Mir ist dabei klar geworden, daß es sich nicht um echtes Interesse handelt und spreche seitdem nicht mehr mit ihm. Es hilft nur noch eins: Trennung von diesem Narzisten durch Auszug. Rechtsanwälte sind eingeschaltet. Ich kann mir gut vorstellen, daß wirtschaftliche, persönliche oder andere Gründe dazu motivieren, es doch noch mit einem Narzisten zu versuchen. In meinem Leben habe ich erfahren, daß dies absolut sinnlos ist. Es hilft nur die absolute Trennung von einem Narzistem, auch wenn es wirtschaftlich weh tut. Die wiedergewonnene Freiheit ist es wert.

  10. Thomas sagt:

    Meine „Ex-Frau hat mich, wie mein Vorgänger, übergangslos ausgetauscht. Gelitten hat die noch nie, sondern hatte eine satanische Freude daran mich in juristischen Lügenprozessen, wo sie die damals 16jährige Tochter als Mitklägerin instrumentalisiert hatte, zu zermürben und mich finanziell zu bestehlen! Die Aschuldigungen und Prozesse hat sie verloren. Ich hab die Tochter verloren. Sie wurde entfremdet, wohnt dort vor Ort und hat nicht nur kein Interesse an Kontakt zu mir und der Wahrheit, sondern beschuldigt mich ein schlechter Vater zu sein!

    • Sven sagt:

      Hallo Thomas,
      Mein Beileid, ich muss deine Erzählung leider bestätigen. Ich habe nur zwei kleine Kinder und mir steht noch genug Lebenszeit in dieser wirklich abartig bösen Erfahrung voraus. Ich möchte gar nicht so viel von mir erzählen, weil es mich überfordert und ich Kraft für Jugendamt und Gericht benötige.
      Es ist unbeschreiblich.
      Na ja wie ordnet man eigentlich ein, zwar vor Gericht bestanden, die Tochter trotzdem verloren? Die selbsterfüllende Prophezeiung bemühe ich für meinen Fall besser nicht.
      Alles Gute für Dich
      Sven

      • Beate sagt:

        Hallo Sven,

        ich wünsche dir viel Kraft und Glück. Meiner Ansicht nach kann man sich von einem Narzissten nicht trennen, solange man minderjährige Kinder hat, denn er wird sie immer instrumentalisieren und gegen einen richten. In der „Beziehung“ hat man zumindest noch einen Rest an Einfluß. Andererseits verliert man die Kinder dann auf andere Art, insofern sie ebenfalls zu Narzissten werden um ihre Situation für sich zu lösen. Es ist einfach ein Scheißspiel, bei dem man nur verlieren kann, so oder so. Sorry für meine wenig aufbauenden Worte aus eigener Erfahrung und der von Freunden. Ich hoffe, es gibt auch Gegenbeispiele und freue mich über jede Menge Widerspruch!

        • lilli sagt:

          Hallo,

          dieser Weg ähnlich deinem, Beate, wurde es auch bei mir, u.a. mit Hilfe der Beratungsstelle.
          Ich zog Konsequenzen, wo er egozentrisch war, z.B. persönliche Hobbys anzuregen,
          er seine und ich ohne ihn zu pflegen sowie jedes der Kinder eigenes, und später in der Schul- und Berufswahl, Partnerwahl.

          • lilli sagt:

            … Lange hatte ich für normale Generationsunterschiede und Kommunikations-Schwierigkeiten gehalten, was beinharte Egozentrik ist,dann durch die entsprechenden Bücher und Websites begriffen, dass es sich dabei um Narzissmusprobleme handelt,
            mit denen man nur soweit umgehen kann,
            wie dies Sven Grüttefien hier im ‚Umgang mit Narzissten‘ differenziert und wertvoll aufzeigt.

          • lilli sagt:

            … wenn man bleibt, weil es mit Hilfe der Beratungsstelle irgendwie ging, kann man die Kinder in ihrer Freiheit unterstützen,
            mit selbst wachsender Freiheit als Vorbild.
            Doch man muss ständig Grenzen zum Narzissten ziehen und lebt viel für sich selbst.
            Viel Verzicht auf erfüllende Partnerschaft ist der Preis beim Bleiben.
            Darin sehe ich mich nicht als Ausnahme.
            Wenn ich mich so umsehe, sehe ich unfreiwillige Singles und schwierige Partnerschaften, erfüllende Partnerschaften sind die wenigeren, ich freue mich um so mehr, dass meine Kinder diese haben.

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