Keine emotionale Nähe in einer Beziehung mit einem Narzissten

In einer Beziehung mit einem Narzissten ist der Aufbau emotionaler Nähe kaum möglich, weil der Narzisst viel zu egozentrisch ist und sich nicht wirklich für seinen Partner interessiert. Alles muss sich immer nur um ihn drehen. Ein Narzisst empfindet zu viel emotionale Nähe eher als Einengung und Bedrängung statt als Möglichkeit, die Beziehung zu pflegen. Betroffene Partner leiden dann an der mangelnden aufrichtigen Zuwendung und fühlen sich an der Seite des Narzissten oft einsam.

Keine emotionale Nähe mit einem Narzissten

Bild: © rido – 123rf.com

Partner von Narzissten fühlen sich mit zunehmender Dauer der Beziehung immer einsamer. Wurden sie am Anfang der Beziehung von dem Narzissten noch auf Händen getragen, so schenkt ihnen der Narzisst später kaum noch liebevolle Beachtung. Er geht vermehrt seinen eigenen Interessen nach, nutzt den Partner nur zur Erfüllung der eigenen Bedürfnisse, ohne dessen Meinung und Vorstellungen zu berücksichtigen, und kritisiert und entwertet ihn, sobald sich dieser nicht voll und ganz in seinem Sinne verhält.

Plötzlich ist es vorbei mit der Zärtlichkeit und Leidenschaft: Der Narzisst erweist sich im weiteren Verlauf der Beziehung als äußerst egoistisch und kaltherzig. Die große emotionale Nähe und Verbundenheit am Anfang der Beziehung, die wie ein Traum war, ist verflogen und Partner von Narzissten sehnen sich zutiefst danach, wieder einmal liebevoll in den Arm genommen zu werden und mehr Anteilnahme an ihrer Person bei dem Narzissten zu spüren. Doch dieser zeigt sich wenig interessiert an dem Befinden seines Partners und sucht nur nach Nähe, wenn er sie gerade braucht.

Alles scheint für den Narzissten wichtiger zu sein als die Wünsche, Gefühle und Interessen seines Partners. Vor allem, wenn es um die eigenen Bedürfnisse geht, die Pflege seines Images und die Inszenierung seiner Einzigartigkeit, nimmt er auf niemanden Rücksicht. In diesen Fällen kann es sein, dass der Partner zwar gebraucht wird, weil seine Anwesenheit für den Narzissten von Vorteil ist, er darf sich aber nur so verhalten, wie es dem Idealbild des Narzissten entspricht – autonome Bestrebungen und unliebsame Persönlichkeitsanteile, die den Narzissten stören, müssen unterdrückt werden.

Der Narzisst lässt keine emotionale Nähe zu

Ein Narzisst interessiert sich nur für die Anteile seines Partners, die ihm von Nutzen sind. Alles andere blendet er aus, darf nicht da sein oder wird gnadenlos entwertet, wenn es sich zeigt. Der Partner wird somit nicht mit seiner ganzen Persönlichkeit geliebt und geachtet, sondern von dem Narzissten auf den für ihn nützlichen Teil reduziert. Der Partner wird so zum Objekt gemacht, das kein Innenleben und keine eigene Seele haben darf. Auf diese Weise kann natürlich keine emotionale Nähe entstehen, weil sich der Narzisst gar nicht wirklich auf den Partner einlässt und diesen nicht als eigenständiges Wesen wahrnimmt.

Der Narzisst liebt eine Liebe, die nur um ihn selbst kreist. In dieser Liebe bindet er niemanden anderen ein als sich selbst – alle Liebe gilt nur ihm. Nähe zum Partner wird nur dann gesucht, wenn er entweder seine sexuellen Triebe befriedigen möchte, sich mit seinem Partner profilieren will oder dieser ihm bei seinen Aufgaben oder Problemen behilflich sein soll. Ansonsten ist ihm sein Partner ziemlich gleichgültig und er zeigt wenig bis gar kein Interesse an dessen wahrer Person. Der Partner erfährt daher nur dann Zuwendung und Lob, wenn sein Verhalten dem Image des Narzissten und seiner narzisstischen Zufuhr dient.

Diese Zuwendung ist dann allerdings wenig authentisch, sondern meist überzogen und gekünstelt und hat mit echter Anteilnahme, echtem Verständnis und Mitgefühl nichts zu tun. Meist wendet sich der Narzisst seinem Partner auch nur deshalb freundlich zu, weil er ihn kontrollieren und etwas über ihn erfahren möchte. Mithilfe einer Atmosphäre von Intimität und Vertrautheit will der Narzisst seinen Partner besser überwachen und beeinflussen können, um letztlich die eigenen Interessen durchzusetzen. Der Aufbau von emotionale Nähe wird dann zur Manipulation genutzt, aber nicht, weil dem Narzissten so viel an seinem Partner liegt.

Emotionale Nähe braucht gegenseitige Anteilnahme

Emotionale Nähe bedeutet, eine tiefe Verbundenheit zu seinem Partner zu spüren, sich für ihn zu interessieren, ihm zuzuhören, ihn in seinem So-Sein wahrzunehmen und zu respektieren sowie mit ihm zu fühlen. Die Sehnsüchte, Gefühle, Wünsche, Träume oder Sorgen des einen erhalten durch die Zuneigung des anderen eine Bedeutung und werden mit ihm auf einer tiefen emotionalen Ebene geteilt. Emotionale Nähe besteht aus Anteilnahme, Wertschätzung und echtem Interesse am Gegenüber und erzeugt auf diese Weise eine Atmosphäre, in der sich beide offen und vertrauensvoll begegnen und das Gefühl haben, vom anderen voll und ganz akzeptiert und verstanden zu werden.

Emotionale Nähe festigt eine Beziehung, lässt den Wunsch wachsen, mehr über den Partner zu erfahren, ihn auf allen Ebenen zu verstehen und noch enger an ihn heranzurücken. Sie erzeugt Intimität und Gemeinsamkeiten und geht weit über die reine körperliche Nähe hinaus. Eine Verschmelzung auf der körperlichen Ebene muss nicht zwangsläufig mit einer seelischen Vereinigung einhergehen. Man kann sich körperlich nah, aber seelisch ganz fern sein. Dieses distanzierte Verhältnis ist allerdings ganz nach dem Geschmack eines Narzissten, der gar nicht an einem seelischen Einswerden mit dem Partner interessiert ist, weil dieses für ihn die Gefahr birgt, seine Unabhängigkeit und seine Einzigartigkeit zu verlieren. Außerdem könnte zu viel Nähe die Schwächen und Defizite des Narzissten zutage fördern, was ihn angreifbar machen würde.

Der Narzisst versteht unter emotionaler Nähe eine rein sexuelle Betätigung zur Befriedigung seines Lustempfindens. Dabei wird der Körper des Partners nur dazu benutzt, sich selbst auf Hochtouren zu bringen und mit seiner Potenz zu protzen. Er will sich auch beim Sex als großartig und unwiderstehlich erleben und zieht aus diesem Grund eine meisterliche Show im Bett ab, ohne seinen Partner dabei auf einer tieferen Ebene wahrzunehmen und zu berühren. Zu sehr ist er beim Geschlechtsakt mit sich selbst beschäftigt, um sein Können und seine Macht zu demonstrieren, weshalb eine völlige Hingabe und somit echte Nähe gar nicht möglich sind.

Ohne emotionale Nähe fühlen sich Partner von Narzissten einsam

Betroffene fühlen sich in der Beziehung von ihrem narzisstischen Partner nicht wahrgenommen und wertgeschätzt. Es mangelt ihnen in der Beziehung an aufrichtiger emotionaler Zuwendung. Alles muss sich immer nur um den Narzissten drehen und wenn sie mal ihre eigene Meinung oder einen Wunsch äußern, erfahren sie sofort verachtende Reaktionen. Sie merken, dass es dem Narzissten gar nicht um sie geht. Sie dürfen keine Ansprüche stellen und ihn mit ihren authentischen Gedanken, Gefühlen und Wünschen nicht belästigen.

Sie stellen fest, dass sie in der Beziehung völlig allein sind – obwohl sie einen Partner haben. Sie haben aber niemanden, mit dem sie sich offen und ehrlich austauschen können, der ihnen Verständnis entgegenbringt und sie so annimmt, wie sie sind. Sie sehnen sich nach emotionaler Nähe, Wärme, Sicherheit, Ruhe und Frieden. Doch niemand ist da, der ihnen zuhört, der sie in den Arm nimmt, der ihnen hilft und sie aufbaut. Meist gelingt es dem Narzissten außerdem, den Partner während der Beziehung allmählich von dessen sozialem Umfeld zu isolieren, so dass dieser keinen Austausch mehr mit anderen pflegen kann, um wenigstens etwas emotionale Nähe zu erfahren.

Partner haben dann nur noch sich selbst und ihre unaufhörlichen negativen Gedankenschleifen. Aufgrund der lieblosen Behandlungsweise des Narzissten müssen sie unentwegt über die Beziehung nachdenken und sind fortlaufend mit ihren Selbstzweifeln konfrontiert. Sie brauchen unbedingt emotionale Nähe, um sich wieder wohlfühlen zu können und in einen ausgeglichenen Zustand zurückzufinden – umso mehr, je rücksichtsloser sich der Narzisst ihnen gegenüber verhält. Da sie aber niemanden haben, klammern sie sich immer mehr an den Narzissten, versuchen ihm alles recht zu machen oder ihn zu mehr Höflichkeit und Rücksicht zu bewegen. Das Verlangen nach emotionaler Nähe zur Regulierung ihrer Selbstsicherheit treibt sie in einen verhängnisvollen Teufelskreis, aus dem sie sich dann meist nicht mehr allein befreien können.


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Veröffentlicht in Beziehung mit einem Narzissten, Blog
33 Kommentare zu “Keine emotionale Nähe in einer Beziehung mit einem Narzissten
  1. Kersten sagt:

    Liebe Hendrike,
    viel Erfolg – ich drücke Dir die Daumen.
    🙂

    • Henrike sagt:

      Danke. Hab’s jetzt hinter mir. War von der Atmosphäre her ruhiger als gewöhnlich. Aber ohne Ergebnis. Er hat den Vorschlag gehört, aber möchte nicht in ein Airbnb gehen. Ich könne gerne Zeit nehmen und woanders wohnen, aber er und das Kind blieben da. Naja, das hatte ich ja fast erwartet.
      Er suche aber jetzt einen Therapeuten und hat mich fast ängstlich gefragt, ob ich denn überhaupt noch Hoffnung sehe.
      Und was ich denn in den letzten Monaten für die Familie getan hätte?
      Eine wirkliche Reflektion seines Verhaltens gab es nicht. Ich hätte genauso krasse Sachen gesagt. Da war er sofort in der Abwehr. Er sei immer schon so gewesen, das hätte ich vor der Hochzeit gewusst. Warum ich auf einmal die Spielregeln ändern wolle… Er möchte unsere Familie zurück wie sie war.

      Kennst du das auch, dass man völlig klar mit seinen eigenen Punkten in so ein Gespräch reingeht und am Ende durch viel Überredet werden seine eigene Haltung verliert. Das Narrativ auf der anderen Seite ist ja plausibel. Und die eigentlichen Schwierigkeiten werden sofort verdreht und abgewehrt. Da merkte man jetzt auch, dass er sofort Tennis direkt hinterm Netz spielte, wie ich gerne sage. Ball aus der Luft annehmen und dem anderen sofort feste um die Ohren schmettern, damit der ja nicht nochmal so einen Angriff wagt.

      Wenn ich deinen nachfolgenden Kommentar so lese, kommst du ja auch gerade aus einer akut kriseligen Gesprächs bzw Streitsituation. Wie geht es dir jetzt?

      • Henrike sagt:

        Nur nochmal zur Klärung, war doof ausgedrückt: ich verliere meine Haltung nicht grundsätzlich, nicht, dass ich jetzt alles seine übernehme. Nur in dem Moment ist man dann manchmal so perplex und überrannt, dass man nicht so klar denken kann und sich mitziehen lässt. Ist heute nicht die ganze Zeit passiert, aber immer mal wieder. Echt nicht einfach diese Gespräche. Kosten sooo viel Kraft.

        • Kersten sagt:

          Kommt mir bekannt vor.
          Die blosse Wucht der Anwürfe lässt einen zweifeln. Aber besser nicht zweifeln. An die Zukunft denken. Wie wird es in 3 Jahren sein. Dann meist merke ich, was grade passiert.
          Und kann mich abgrenzen, blödes Wort, aber hier passend.?.

      • Kersten sagt:

        Liebe Hendrike,
        Ich finde deinen Versuch mutig.

        Er hat den Vorschlag gehört, (..).
        Ohne Worte. Ich empfinde das als Machtdemonstration. Wenn nicht dein Vorschlag, dann wäre Kompromiss vielleicht nötig gewesen. Da kam anscheinend nichts?

        Er suche aber jetzt einen Therapeuten (..).
        Ich frage mich eher, was denkt er denn, was das werden wird. Du willst gerne einen Weg zueinander finden. Er will was? Ich fürchte, sein Ziel ist viel einfacher.

        Und was ich denn in den letzten Monaten für die Familie getan hätte?
        Na Klasse, und er selbst?? Sicher alles?

        (..) Ich hätte genauso krasse Sachen gesagt.
        Genau. Ganz bestimmt. So wie er.
        Abgesehen davon, dass das vielleicht sogar teilweise stimmt, siehe Seite, ist das einfach nur absurd. Finde ich. So erlebe ich es leider auch.

        (..) Er sei immer schon so gewesen, das hätte ich vor der Hochzeit gewusst. Warum ich auf einmal die Spielregeln ändern wolle… Er möchte unsere Familie zurück wie sie war.
        Oh Hilfe, kennen unsere beiden sich?
        Das habe ich fast wörtlich auch gehört.? !!

        Kennst du das auch, (..) Überredet werden seine eigene Haltung verliert.
        Na klar. Auch wenn ich weiß, dass es grad totaler Unsinn ist, ich werde wortlos, hirnlos. Weil man dazu NICHTS mehr sagen kann. Keine Basis zum entgegenkommen, nur “ich will so bleiben wie ich bin ” frei nach “Du darfst”. Nun, die blöde Margarine muss ich ja nicht essen.?. Oder?

        Das Narrativ auf der anderen Seite ist ja plausibel. (..). Ball aus der Luft annehmen (..).
        Witziges Bild. Ich finde es richtig treffend.
        Man sagt was, ringt um inhaltliche Klarheit, und zack, hat man es selber an der Backe. Prima.

        Wenn ich deinen nachfolgenden Kommentar (..)
        Wie geht es dir jetzt?
        Nicht gut. Schau auf die Uhrzeit.. nicht meine übliche Zeit. Ich stehe neben mir, abgetrennt von meinen Gefühlen. Sonst wäre ich reif für die geschlossene Abteilung.
        Bin sehr unglücklich. Vorsichtig formuliert.
        Totmüde.

  2. lilli sagt:

    Hallo,

    zu den Narzissten/ innen Abstand nehmen – y –
    und zu liebenswürdigen Menschen Kontakt pflegen,
    so kommt man raus aus der negativen Spirale.

    • Anni sagt:

      Ja, lilli, kurz und knapp zusammengefasst ist es das wohl. Aber wie wir alle wissen, ist der Weg aus der Spirale unendlich lang, wieder und wieder wird man zurückgezogen, obwohl schon am rettenden Ufer angekommen. Wenn ich zurückblicke, bin ich fassungslos, dass ich dem N. nunmehr 15 Jahre meines Lebens geopfert habe, ich kaum noch nach rechts und links geschaut habe und gerade in der ersten Zeit die rettenden Hände am Ufer nicht ergriffen habe. Was hätte ich mir alles erspart!
      Nun schaue ich nach vorn, gehe gestärkt hervor, da ich endlich in der Lage bin loszulassen, das Geschehen von außen zu betrachten und Hilfe anzunehmen.

      Allen, die noch mitten in der Spirale stecken, wünsche ich viel Kraft und alles Liebe.

      • Ylilli sagt:

        Ja der Weg ist lang
        bei mir beginnend bei meiner Mutter
        und immer noch würde ich auf aufgesetzte Anerkennung hereinfallen, stelle ich bei verschiedenen Kurskollegen/innen fest.
        Guten Weg in die Freiheit sllen Betroffenen!

      • Kersten sagt:

        Liebe Anni,
        Deine Worte machen Mut. Und Angst.
        Mut, weil ich lese, dass auch andere das alles kennen.
        Angst, weil ich lese, dass es keinen Weg ausser Trennung gibt.
        Besser früher als erst nach 20 Jahren, oder noch später…
        aber… immer wieder aber…

        Ich bin sehr verzweifelt,
        weil es einfach nur in eine Richtung geht. Richtung Trennung.
        Wer das liest, wird denken:
        Hat sie´s denn immer noch nicht kapiert… Ist doch klar..
        Nun, von außen, unbeteiligt, ist es vermutlich auch klar.

        Ich bin total gespalten.
        Mein Kopf weiß, ich kann nicht weitermachen.
        Mein Herz will es aber.

        Ich weiß ganz genau, dass das eine totale Fehlprägung ist.
        Wie könnte es sonst sein, dass ich mir diesen Unsinn immer noch gefallen lasse.

        Wenn Streit ist, spüre ich manchmal in mich hinein.
        Ich merke, dass ich dieses sinnlose Streiten,
        ohne echte Kompromisse, sehr gut kenne.
        Es ist sehr vertraut, und so fast ein Ersatz für Vertrauen, Vertrautheit.
        Wie irre ist denn das…
        Wenn sich diese furchtbare Situation als Ersatz für Beziehung einschleicht.
        Negative Bindung ist auch Bindung, oder?
        Und besser negativ “sicher” gebunden als gar nicht? Total irre…
        aber ich fürchte, das steckt dahinter, dass ich bleibe..
        … das ist ganz, ganz schlecht…

        Beziehung ist wir.
        Beziehung ist gemeinsam, miteinander, diskutieren, finden, Kompromisse-machen.
        Gemeinsames Wissen teilen, nicht einfach glauben,
        was der andere sagt, grade auch dann wenn’s (weil es) unlogisch ist.
        Gemeinsam forschen, erfahren, weiterwachsen.
        So sehe ich das.

        Nicht Ich und Du, nicht Du und ich.
        Nicht: wenn Du meinen Müll wegräumst, dann sehe ich dein “wir”.
        Eine Putzfrau ist kein “wir”. Sondern ein Befehlsempfänger, eine bezahlte Dame.
        Ich möchte nicht mit sowas gleichgesetzt werden.
        Ich möchte nicht beweisen, dass ich “wir” kann,
        indem ich erstmal den Machtanspruch, das “mach mal” erfülle.
        Um es gleich zu klären: ich mache es nicht. Und erreiche immer wieder Streit damit.
        Wenn er dann wütend selber muss. Aber es ist nun mal seine Verantwortung, nicht meine.
        Ich leide dann zwar, aber lieber dieses Leid, als wütend seinen Kram machen.
        Umgekehrt sieht er ja auch nicht, was zu tun ist.
        Es gibt ja sowas wie Flaschengeister (ich denke grad an Aladins Wunderlampe, :-))
        Und die werden es schon richten.. oder????

        Nicht: ich bezahle dir ein Bier, du nicht. Ich mache so viel für Dich.
        Aufrechnen von Kleinigkeiten, um zu erreichen,
        dass ich im Großen zustimme, das ist Manipulation.
        Im Großen geht es nicht um 3.50Euro.
        Ich möchte nicht beweisen, dass ich liebe, indem ich so tu, als ob ich das nicht merke.

        Nicht: wir suchen ein gemeinsames Nest, aber… (xx).
        Und immer, wenn es wahr werden könnte, wird geklärt, wer ansagt.
        Um es gleich zu klären: Ich bins nicht.
        Das ist kein wir. Das ist Missbrauch – auf Katzenpfoten angeschlichen…

        Nicht: Weil wir grade gestritten haben, bestimme ich es jetzt alleine.
        Ich werde meine Zuneigung nicht beweisen, indem ich so tu, als ob ich nichts merke:
        Immer dann Streit, wenn ein Kompromiss schwer wird.
        Und dann klare Schuldzuweisung: “Wenn Du nicht mit mir gestritten hättest,
        hätte ich sicher nachgegeben, einen Kompromiss gefunden.”
        Das ist grad ein Geistesblitz, den ich grade begriffen habe.
        Streiten, um die Rechtfertigung zu haben,
        das zu tun, was man sonst nicht hätte tun “dürfen”.
        Also: Ich mache nicht, was er will, es zeichnet sich ab,
        dass er sich nicht zu 100% durchsetzen kann:
        Also Streit, und dann:
        Wegen Dir mache ich es jetzt so wie ich will.
        Ich muss grad kichern,
        das ist so absurd. … aber echt gut (wenn man darauf reinfällt…) ..

        Nicht: Ich mache so viel / alles für Dich, und Du tust nichts für mich.
        Dass ich fast nur noch Aktivitäten mit ihm mache, und nahezu nichts mehr alleine,
        und dadurch nahezu nur seine Wünsche / Aktivitäten verwirklicht werden, geht dabei unter.
        Ich möchte nicht beweisen, dass ich ein guter Kamerad bin, ich bin einer.
        Ich möchte nicht beweisen, dass ich alles für ihn tu,
        ich tu es sowieso viel mehr, als mir gut tut.
        Und trotzdem mache ich weiter, bin weiter ein guter Kamerad für ihn.
        Mehr geht grad eh nicht, ich bin nicht in der Lage, diese Streitereien zu ignorieren.

        Nicht: Du bist so distanziert, ich brauche Deine Nähe, und am besten noch Bettgymnastik.
        Ich beweise niemandem Liebe durch Nachgeben. Das ist dann eher Unterwerfung.
        Ich beweise Liebe nicht durch Unterwerfung. Liebe ist aus freien Stücken gegeben,
        und das werde ich nicht ändern. Punkt. Auch wenn’s im Ergebnis noch so weh tut,
        weil er dann den ganzen Tag mit Streit zu Strafen versucht.
        Damit ist wieder das Thema Machtanspruch auf dem Tisch.. interessant.

        Ich kann nicht seine eigene Unsicherheit in der Beziehung durch Äußerlichkeiten ersetzen.
        Wenn er sich meiner unsicher ist, hat das was damit zu tun, dass er sich distanziert.
        Ich beweise keine Beziehung, indem ich jedes Mal, wenn er sich distanziert, hinterherrenne.

        Ich schützte mich selbst, indem ich mich emotional distanziere,
        indem ich immer weiter weggehe,
        anstatt mich immer wieder aufs Neue
        in den bodenlosen Abgrund der Verzweiflung ziehen zu lassen.
        Dieses Gefühl, wenn ich seine Anwürfe an mich ranlasse, das ist kaum aushaltbar.
        Also innerlich weg, dann geht es, zumindest grade noch.
        Kaum lesbar, oder? Das muss einfach aufhören. Seh ich selber…

        Wenn ich nicht innerlich weggehe, dann würde es mich zerreissen,
        dann wäre meine seelische Gesundheit völlig in Gefahr.
        Aber: Bitte mal ehrlich?
        Was hat denn das noch mit einer positiven Beziehung zu tun?
        Er tut 4 Tage lieb, dann wieder Streit, weil er mich doch nicht manipulieren kann?
        Und dann so tut, als ob ich ihn manipuliere?
        Ich bin echt froh, dass ich das nicht auch noch erwägen muss, ob ich ihn manipuliere.
        Tu ich nicht.

        Nun sitze ich hier vor dem PC, grüble.
        Anstatt einfach rauszugehen, mein Leben zu genießen.
        Nun, das geht grad eh nicht.
        Aber das sollte ich tun..

        Anstatt all das, was ich gern an seinen Kopf werfen würde,
        was ich nicht mache, weil es sinnlos ist.. in den PC zu tippen.
        Der Streit eskaliert dann nur.
        Weil er nichts davon an sich ranlassen würde.
        So sehe ich das.

        Ganz lieben Dank fürs Lesen.
        Mir hat das Schreiben grad geholfen,
        der unsichtbare virtuelle Zuhörer / Leser.

  3. ulla sagt:

    Diese Zuwendung ist dann allerdings wenig authentisch, sondern meist überzogen und gekünstelt und hat mit echter Anteilnahme, echtem Verständnis und Mitgefühl nichts zu tun. ..
    -Das habe ich erst jetzt nach fast 3 Jahrzehnten verstanden. Erst als ich aus der Co-haltung raus bin und selber Wünsche formuliert habe (kleine Wünsche, das er sein Verhalten ändert bei Dingen, die eigentlich meine persönlichen Wirkungsbereiche meist Freundschaften mit Anderen betreffen) habe ich gesehen, dass dies sofort als “böses Zurückweisung” als Infragestellen seiner Person, als Ausdruck meiner Boshaftigkeit bis hin zum Monster gesehen wird…dieses Bild wurde dann nach Aussen selbst an Nachbarn transportiert…Solange ich sein Verhalten nicht infrage stelle kommt es zu gekünstelter fast überbordender Scheinanteilnahme, die sich aber immer auf Bereiche und Unterstützungsdienstleistungen bezieht, für die ich überhaupt kaum Wünsche geäußert habe…überbordende überzogene theatralische Scheininterventionen mit denen er beweist, wie sehr ich ihm wichtig bin…er sich engagiert…das heißt es wird gar nicht auf das eingegangen was man als Wunsch formuliert hat, was man sich wirklich wünscht…es ist nicht authentisch…es wird sich nicht zusammengesetzt und sich auf den anderen bezogen…beim Austausch gehts darum, dass der Andere seine Fehler einsieht…wenn man das abblockt, dann ist die Kommunikation vorbei und das man wütend wird, wird als Beweis für das Bösesein gesehen…
    Was ich im nachhinein nun sehe:
    Ich war nie alleine mit ihm von Anfang an waren da andere potentielle Damen und Herren mit denen eine Beziehung gepflegt wurde in denen ich schlecht gemacht wurde, bei denen sich über mich beschwert wurde…und mit deren Anwesenheit und potentiellem Aufstieg ich zum Wohlgefallen erpresst wurde.
    -Heute: nachdem ich eigenständig geworden bin: Hat er Beziehungen zu X Menschen meist aus der Vergangenheit oder neu per Handy reaktiviert und befand sich nur noch dabei diese Fangruppe aufzubauen und sich darin sein Selbstbewusstsein aufzublasen und sich in der Bewunderung zu sonnen. Und dort konnte ich dann im Aufbau zu diesen “Beziehungen” beobachten wie das läuft. (Sehr gut das anschauen zu können im Nachhinein). Nun ist er fast von zu Hause verschwunden…für Wochen weg…meldet sich nicht…auch wenn er länger bleibt als er ankündigte…er erzählt nicht wo er ist…er hat eine Freundin, bei der er wohl nun einzieht und ich bin froh…denn wir hatten ja auch schon lange keine Liebesbeziehung mehr…
    Mich schockt nur immer wieder, warum man nicht merkte, dass es nie eine authentisches wirkliches gegenseitiges aufeinander Beziehen war… und man dann um Verständnis auch noch gekämpft hat… Dieses Scheinideal, ist der Kern, das was man selber im Kopf hat von der Person das man partou verwirklicht sehen möchte, an dem man selbst selbstschädigend festhält…vielleicht weil man es nicht ertragen kann zu sehen, dass man so lange sich hat täuschen lassen, bzw. getäuscht hat..ich glaube da muss ich ran

  4. Kersten sagt:

    “Diese Zuwendung .. wenig authentisch, sondern überzogen, gekünstelt …, kontrollieren .. besser überwachen und beeinflussen”
    So fühlt es sich an.

    “..rein sexuelle Betätigung zur Befriedigung seines Lustempfindens.”
    Teilweise zutreffend. Er kann nur mit sich selber, will die Show, kann die aber nicht so gut. Zu verklemmt. Zu sehr auf sich bezogen.

    “…nicht wahrgenommen und wertgeschätzt.”
    genau

    “Alles muss sich immer nur um den Narzissten drehen und wenn sie mal ihre eigene Meinung oder einen Wunsch äußern, erfahren sie sofort verachtende Reaktionen.”
    Das trifft voll zu. Verachtend ist nicht nötig, es reicht, wenn dauernd wenig Zuspruch kommt, immer Bedenken usw. Man mag dann nicht mehr drüber reden. Es ist zu negativ.

    “.. Sie dürfen keine Ansprüche stellen und ihn mit ihren authentischen Gedanken, Gefühlen und Wünschen nicht belästigen.”
    Das schon, man darf schon belästigen – aber es kostet was – viel. Dann wird bewertet und doziert, bis man richtig wütend wird. Und das eigentliche Problem, das einen bewegt hat, wird nicht gelöst, und die Folge ist, man möchte nicht mit dem Narz reden, die Themen werden immer weniger..

    “Sie stellen fest, dass sie in der Beziehung allein sind – obwohl sie einen Partner haben.”
    Das wirft mir der Narz vor. Ich würde in ihm das Gefühl des Alleineseins verursachen.
    Dabei erkennt er die Folgen korrekt, aber die Ursachen dürfen nicht wahr sein.
    Es MUSS der andere schuld sein.
    Wenn man das thematisiert, dann wird es sehr ungemütlich.
    Interessant ist, dass mir das Verhalten seiner Mutter zuattribuiert wird.
    Diese unmögliche Frau ist übergriffig bis zum .. ohne Worte.
    Ich höre mir 20minütige Ergüsse an, die eindeutig an die falsche Adresse gerichtet sind.
    Das sollte er mal seiner Mutter sagen, nicht mir.

    “Sie haben aber niemanden, mit dem sie sich offen und ehrlich austauschen können, der ihnen Verständnis entgegenbringt und sie so annimmt, wie sie sind.”
    Stimmt. ICH mache Fehler, denke falsch. Aber ich kann nur im lebendigen Austausch wachsen, nicht am Dozieren oder Besserwissen. Und genau das kann er gar nicht. Und ich weiche immer mehr zurück. ICH ertrage diese Besserwisserei nicht (mehr).

    “Sie sehnen sich nach emotionaler Nähe, Wärme, Sicherheit, Ruhe und Frieden.”
    Einfach ja.

    “..sozialem Umfeld zu isolieren,..”
    so langsam stimmt auch das.

    “Partner haben dann nur noch sich selbst und ihre unaufhörlichen negativen Gedankenschleifen.”
    Einfach nur gut gesagt – genau das fühle ich!

    “..umso mehr, je rücksichtsloser sich der Narzisst ihnen gegenüber verhält.”
    genau das beobachte ich. Deswegen bin ich so froh um meine Fluchtburg. Sie wird immer realer.

    “Da sie aber niemanden haben, klammern sie sich immer mehr an den Narzissten, versuchen ihm alles recht zu machen oder ihn zu mehr Höflichkeit und Rücksicht zu bewegen.”
    Das habe ich probiert. Einfach um es zu probieren, denn der NArz kann sehr lieb sein. Das Ergebnis ist unbefriedigend. Nun, MANCHMAL verhält er sich dann adäquat, aber hallo, bitte mit Tusch und Trara. Und ich kann mich NICHT darauf verlassen, dass er was einsieht und es immer so machen wird. Ich fühle mich manipuliert. Ein bisschen lieb, damit ich tu, was er will.

    Tja. Nachdenken bringt schon mal die kognitive Ebene.
    Und nun gehts darum, den Rest hinzukriegen.

    • Vani sagt:

      Danke für deinen interessanten Erfahrungsbericht. Ich lese immer wieder sehr gerne darüber, wie die einzelnen Erfahrungen mit Narzissten sind. Alles ähnelt wirklich wie ein Ei dem anderen.

      • Henrike sagt:

        Das schockiert mich auch immer wieder. Als gäbe es ein monatliches Narzissten-Memo, das an alle Clubmitglieder rausgeschickt wird: Wie weise ich geschickt alle Schuld von mir?
        Wie bringe ich meinen Partner um den Verstand: Gaslighting – eine Einführung!
        Wie man sein Größenselbst problemlos aufrechterhalten kann, ohne sich mit sich selbst auseinander setzen zu müssen.
        Kränkung und Abwertung für Dummies!
        Wie ich die richtigen Worte finden, um meinen Partner genau an den neuralgischen Punkten zu treffen!

        So oder so ähnlich stell ich es mir vor. Ach, ohne ein bisschen Humor ist dem ganzen auch nicht beizukommen.
        Manchmal hab ich (aber glaubt mir, nicht allzu viel) fast Mitleid mit den Betroffenen. Stellt euch vor, eure eigene Superpower wäre statt Beziehung, Anteilnahme, Kooperation und emotionalem Zugang ein ewiges Vernichten der von euch eigentlich doch am meisten geliebten Personen.
        Was ein trauriges, armseliges Leben. Nein, tauschen möchte ich wirklich nicht.

        • Anni sagt:

          Hallo Henrike,
          Du hast es mal wieder auf den Punkt gebracht. So ein Clubmitglied mit Abo des Narzissten-Memos habe ich auch “zu Hause” sitzen. Aber es ist kein zu Hause mehr. In seinem zu Hause fühlt man sich doch geborgen, willkommen und fährt gern nach Feierabend hin. Meine Fluchtburg wird inzwischen Realität, aus meinem Umfeld erfahre ich großen Beistand. Ohne Galgenhumor wäre ich auch nicht durch die Zeit gekommen. Es ist aber auch zu abstrus und lächerlich, obwohl im schlimmsten Maße beleidigend und auf Zerstörung aus, dass man dem nur mit einem dicken Fell und emotionalen Abstand beikommen kann.

          Auch ich habe manchmal ein gewisses Maß an Mitleid mit dieser armen Seele mit diesem kümmerlichen inneren Selbstbewusstsein, dessen Demonstrationen seiner Großartigkeit eigentlich nur Hilfeschreie eines kleinen Jungen im Körper eines gealterten Mannes sind.

        • Kersten sagt:

          Liebe Henrike,
          ” ein ewiges Vernichten der eigentlich am meisten geliebten Personen”

          Puhh, da wird einem schwummrig…
          ich glaub, hier hast auf den Punkt meinen getroffen.
          Der merkt nicht, dass er sich immer noch gegen seine Mutter wehrt.
          Er liebt sie, wie soll es auch anders sein.
          Aber gleichzeitig MUSS er sie weghalten, da sie sehr übergriffig ist.
          Und ich hab das Gefühl, dass ich dazwischen stecke.
          Er wehrt subjektiv MICH ab,
          aber die Wortwahl und das Verhalten sagen mir,
          dass ich oft nur die Projektionsfläche bin (für die Mutter, und vllt auch die Ex).
          Und da kann ich gar nichts tun.
          Ich bins halt nicht. Falsche Adresse.
          Wenn ich vorsichtig (oder auch mal genervt) darauf hinweise, das geht gar nicht.
          Dann werde ich aber richtig niedergemacht.
          Ich kann das hier so lapidar schreiben, weil ich innerlich weggehe.
          Sonst würde ich es nicht mal schreiben können, es täte zu weh.

          Mannoman, kann ich nicht endlich aufhören, mich DAMIT zu beschäftigen, statt endlich meinen Weg weiterzugehen..
          Ging bisher ja auch.. nicht immer glatt, aber.. am Ende doch richtig…

          Bitte nicht böse sein, dass ich dauernd schreibe, ich kann kaum noch.
          Wenns nervt, höre ich sofort auf…

  5. Henrike sagt:

    Wow, dieser Artikel trifft mich gerade an einem Punkt, wo ich fast im selben Wortlaut meiner Freundin per Sprachnachricht diesen Zustand beschrieben habe.
    Nach Monaten der Kälte, der Eskalationen, der Abwertungen etc haben wir uns noch einmal zusammengerauft (ich hatte an anderer Stelle schon geschrieben, dass ich es leider eher einmal zu viel als einmal zu wenig probiere, so bin ich eben gestrickt), Zugeständnisse scheinbar auf beiden Seiten, aber im Leben kein Stück umgesetzt. Eigentlich sollten wir uns jetzt gemeinsam Mühe geben. Diese kommt aber nicht.
    Stattdessen habe ich jetzt gerade den schönen Satz gehört, dass er niemals! für mich kochen wird, das sei nicht so vereinbart gewesen. Für alle anderen gerne, Freunde, unseren Sohn, meine Mutter, natürlich sich selbst. Für mich nicht. Wenn ich spät von der Arbeit käme, könne ich mir selbst eine Pizza bestellen und wenn ich nix mehr essen würde (hab in diesen Monaten viele Kilos verloren, tut mir nicht gut) und anorektisch würde, sei das mein eigenes Problem. Er schenke mir nichts.
    Meine Güte, sind das hässliche Worte. Ich kenne sie alle schon lange und doch haben sie mich gerade nochmal sehr verletzt. Ich hätte so gerne einen Mann, der mich nicht verletzt. Es kann ja anders gehen.

    Vor zwei Tagen kam ein Annäherungsversuch auf körperlicher Ebene, völlig unvermittelt. Dieses oben beschriebene Gefühl, lediglich für die Bedürfnisse des anderen benutzt zu werden, kann ich somit gut teilen. Ich habe es abgeblockt, aber seitdem ist er wieder gekränkt und reagiert richtig fies mir gegenüber. Das wird wahrscheinlich der Hintergrund sein.

    Ich habe gerade mal wieder das Gefühl, es
    nicht mehr auszuhalten. Immer im selben Scheiß Kreis. Dazwischen Arbeit, Kind versorgen, sich selbst versorgen, das neue Haus einrichten. Alles kostet Kraft.

    Ich denke so oft an Trennung, scheitere aber jedes Mal bei der Umsetzung. Und dennoch habe ich eine Vision von Beziehung, die so anders ist als das hier.
    Ich fühle mich in der Tat sehr einsam. Ständig. Auch wenn ich zum Glück all meine tollen Freunde noch intensiv habe (ein ständiger Quell von negativen Bemerkungen) und durch sie viel Anteilnahme und Empathie bekomme. Aber ich wünsche es mir von meinem Partner ebenfalls. Die Tatsache, dass der Mann, der mich geheiratet hat, die schlimmsten Dinge der Welt zu mir sagt und danach dies nur kommentiert mit “du hast das alles verdient, in der nächsten Situation werde ich es genauso machen”, diese Tatsache macht mich tieftraurig und wahnsinnig hilflos. Eigentlich bleibt nur die Trennung und ich krieg sie nicht hin. Warte, hoffe, übe mich in Urvertrauen, glaube an seinen guten inneren Kern (den ich ja auch kenne) und halte aus. Ich hab Ausdauer, aber so langsam gehen meine Kräfte zu Neige. Ich bin sehr leer und ratlos.
    Puh, was eine deprimierende Nachricht, das Ganze. Aber dennoch genau das, was gerade ist.

    • Kersten sagt:

      Hallo Henrike, ich fasse es nicht, da kenne ich vieles. Grusel.

      “.. Für alle anderen gerne, Freunde, unseren Sohn, meine Mutter, natürlich sich selbst. .. und anorektisch würde, sei das mein eigenes Problem. Er schenke mir nichts.”
      Das geht gar nicht. Das ist einfach zuviel. Ich kenne den Kontext nicht, aber das ist einfach zuviel..

      “Vor zwei Tagen kam ein Annäherungsversuch auf körperlicher Ebene, völlig unvermittelt.”
      Das kenne ich sehr gut. Ich blocke es regelmässig ab, und dann ist sowieso schlechte Stimmung, die Gründe werden transformiert, aber es ist klar. ER hat seine absolute Macht nicht demonstrieren dürfen (vor allem sich selber), und dann wird gestraft. Hui, macht Spass, oder?
      Ob ich mich benutzt fühle, statt geliebt, das ist egal. Ob der Narz das überhaupt merkt, was er auslöst/tut? ICH befürchte – NEIN. Er merkt nur die Folge.

      “Ich habe gerade mal wieder das Gefühl, es nicht mehr auszuhalten. Immer im selben Scheiß Kreis. Dazwischen Arbeit, Kind versorgen, sich selbst versorgen, das neue Haus einrichten. Alles kostet Kraft.”
      Ich denke, Du hoffst, dass sich das alles, wenn alles eingerichtet ist, bessert.
      ICH denke immer in die Zukunft – wie wird es in 3 Jahren sein? Statt Friede und Hoffnung kriege ich immer mehr Angst. Auch wenn ich es noch nicht zulassen kann.

      “du hast das alles verdient, in der nächsten Situation werde ich es genauso machen”
      Wieso kann er Dir das folgenlos sagen? Das ist nicht mehr reiner Narz, das ist schlimmer.
      Ist er Sadist? Ist er in schlimmer Kindheit verroht, und du spürst noch den echten Mann, und lässt es dir deswegen gefallen? Ich bete darum, dass ich sowas nicht auch noch hören muss. Dann geh ich sofort in mein Nest und bin weg. Das ist meine rote Linie. Sowas geht für mich nicht.

      Deine Seelenverwandte im Leiden wünscht Dir viel Kraft.
      Ich jammere sicher bald selber wieder rum, dann hoffe ich auf eine digitale Umarmung, lächel.
      Fühl Dich in diesem Sinne umarmt und .. was auch immer Du grade brauchst.

      • Henrike sagt:

        Liebe Kersten, wir haben ja schon Mal unter einem anderen Post festgestellt, dass wir sehr ähnliche Situationen Zuhause haben und sehr ähnlich darauf blicken. Das tut gut zu lesen. Danke für deine wohltuenden, mitfühlenden Worte.
        Dass du schreibst, ob er ein Sadist sei, hat mich erstmal schlucken lassen. Ich glaube es grundsätzlich nicht, er hat viele sehr warme, nette Seiten. Auch die völlig verrohte Kindheit ist nicht zu finden, er hat im Prinzip ganz nette Eltern (wir haben allerdings keine gemeinsame Sprache, deshalb kann ich hier schlecht Zwischentöne mitbekommen, weil ich sie auch nur sehr selten sehe). Er war eher immer der über alles geliebte Prinz. Konnte nix falsch machen. Durfte vielleicht aber auch nicht. Und ich glaube, er hat Zeit seines Lebens eine fest vorgegebene Rolle erfüllen müssen. War immer um dieser Erfüllung Willen geliebt und sehr angesehen, aber vielleicht wenig um seiner selbst Willen, mit allen Makeln, Schwächen und Fehlern. Er ist sehr erfolgreich im Beruf (Mediziner), hat viel von der Welt gesehen. Ist für all das immer verstärkt worden, hat aber nie wirklich die Erfahrung gemacht, einfach so sein zu dürfen wie er ist. Seiten, die nicht ins Bild passten, würden einfach verleugnet, Schuld immer bei anderen gesucht.

        Warum ich bleibe? Ich sehe immer noch den Mann in ihm,den ich in meiner bis dato größten Lebenskrise kennengelernt habe und der so viel neuen Wind in mein Leben brachte. Positiv gesehen. Obwohl wir schon schnell mit unseren Temperamenten aneinander gerieten. Aber das narzisstische ist mir erst spät aufgefallen, seit ca einem Jahr aber wirklich nicht mehr zu übersehen. Und es wird immer schlimmer, ich hab Mal alle Sätze aufgeschrieben, die er mir schon gesagt hat, da läuft es einem kalt den Rücken runter.
        Er ist dann sein eigener böser Zwilling. Und dann wird er richtig schlimm. Einmal konnte ich es ihm begreiflich machen, da saß er dann und weinte in meinen Armen und fragte mich, was er denn tun könne, um anders zu werden. Aber daran wurde nie angeknüpft. Immer so ein falsches Zukunftsversprechen. Das er im Nachhinein auch einfach negiert. Hart auszuhalten. Man kriegt ihn nicht. Auch in dieser so unfassbar eindeutig aggressiven Phase hat er in seiner Sicht keinerlei schuld. Im Gegenteil: er sagte, ich habe ein Burnout, sei krank, solle in Therapie.
        Darüber kann man fast lachen, wenn es nicht so traurig wäre.

        Und ich merke, dass neben hundert praktischen Schwierigkeiten mich auch mein eigenes Selbstbild zurückhält, tatsächlich zu gehen. Ich bin in meiner Vorstellung eigentlich ein Glückskind, das hier kann nicht meine Geschichte sein. Ich kann das nicht richtig wahrhaben. Und dennoch lebe ich diese Situation akut seit drei Monaten, wiederkehrend aber schon länger.

        Wie ist das bei dir, Kersten? Warum genau bleibst du? Du schriebst, du hast dir schon deinen Rückzugsort geschaffen, das finde ich gerade sehr beneidenswert! Bist du denn da öfter? Seid ihr verheiratet? Was steckt wohl bei ihm dahinter? Macht ihr irgendeine Art von Paartherapie oder Beratung? Kann er Teile von dieser Dynamik in sich erkennen?
        Ach nein, du sagtest, er müsse auch immer alle Schuld von sich weisen. Das kenne ich wie gesagt nur zur Genüge. Manchmal fast lachhaft abstrus. Wenn das Kind unter seiner Aufsicht von der Treppe fällt, bin dennoch ich schuld, weil ich es so oft ermutige, da hochzugehen. Herrlich.
        Jede einzelne Situation kann man irgendwie mit Humor und innerem Beiseitetreten abwehren, aber irgendwann wird der Dauerbeschuss zu viel.
        Und solche tiefen Schüsse kommentiere ich natürlich, melde zurück, dass man so nicht reden kann und was es in mir auslöst. Aber das hat immer weniger Wirkung. Es wird ihm immer egaler, ob er mir weh tut. Es gibt kaum Grenzen mehr. Ich hätte niemals gedacht, dass mir das passieren würde. Ich bin kein co-abhängiger Typ, gar nicht. Aber vermutlich zu offen, vertrauensvoll, tolerant, zu wenig grenzsetzend, einfach weil ich damit nie negative Erfahrungen gemacht habe. Auch dass hasse ich richtig, dass ich immer ein Riesen Urvertrauen in die Menschen hatte und er so ein unfassbar krasses Beispiel ist, dass es die anderen nicht immer gut mit mir meinen. Aber naja, meinen inneren Glauben und meine Überzeugungen nimmt er mir zum Glück nicht.

        So, jetzt mach ich mal nen Punkt. Puh. Aber tut auch gut, das alles mal loszuwerden.

        Fühl dich zurück gedrückt, liebe Mitleidende, lieber Mitfahrerin im selben Boot!

        • SestraInes sagt:

          Es tut weh, das zu lesen und sich erst vorzustellen, was das mit Dir macht!
          Herr Grütefin hat einen wunderbaren Beitrag auf seiner Seite,, Narzismus als Chance”.
          Damit kann man die Sichtweise auf sich selbst lenken. Mir hat es schlussendlich zu der alles entscheidenden Einsicht geholfen, Abstand zu halten, keinen Kontakt- ich fühle mich gut.

        • Kersten sagt:

          Liebe Henrike,
          ich melde mich erst jetzt, hatte keine Zeit.

          “(..) Sadist sei, hat mich erstmal schlucken lassen. (..) Er war eher immer der über alles geliebte Prinz. War immer um dieser Erfüllung Willen geliebt und sehr angesehen, aber vielleicht wenig um seiner selbst Willen. ”
          Das passt soweit auch auf meinen…er ist kein Sadist, aber sowas von mit der eigenen Nabelschau beschäftigt, und er scheint es nicht zu merken. Das oberflächliche Interesse, das er manchmal zeigt, da gruselt einen, wenn man ihn besser kennt – und das tu ich inzwischen.

          ” (..) erfolgreich, Welt gesehen. Seiten, die nicht passten, einfach verleugnet.”
          das passt doch prima, das ist der Narziss, oder? Tolle Fassade, dahinter wenig…

          “Warum ich bleibe? Ich sehe immer noch den Mann in ihm, den ich in meiner bis dato größten Lebenskrise kennengelernt habe und der so viel neuen Wind in mein Leben brachte. ”
          Tja – pur Narzissmus-Site. Und – das könnte ich geschrieben haben. Grusel, wie ähnlich.
          Passt ja auch gut. Normale Persönlichkeiten in Krisen fallen auf Narzissten/innen rein. Na, stimmt hier doch grade. Bei mir jedenfalls auf jeden Fall…. Wenn es mir damals gut gegangen wäre, wäre ich höflich aber bestimmt nach 2 Dates gegangen. Ich bin geblieben, weil ich damals so beschäftigt war, dass ich die Warnsignale einfach ignoriert habe, weil es mir sehr schlecht ging. SO nach dem Motto: Das stört mich nur, weil es mir schlecht geht, ich bin zu empfindlich. Nun – das Ergebnis lehrt, dass die Warnsignale korrekt waren.

          “schnell mit unseren Temperamenten. Aber das narzisstische ist mir erst spät aufgefallen.”
          Kenne ich auch..

          “Und es wird immer schlimmer, ich hab Mal alle Sätze aufgeschrieben, die er mir schon gesagt hat, da läuft es einem kalt den Rücken runter.”
          Ich frage mich ernsthaft, wie man so jemanden die Grenze zeigen kann. Es wird ja immer schlimmer. Erst super, dann verbal schlimm, und zuletzt oft auch noch körperliche Gewalt. Das heisst, (hier) er, weiss genau, was er tut, und tastet sich intuitiv im Rahmen der Störung immer weiter vor. Und hier ist dann das Wesen der Störung beschrieben. Anstatt empathisch zurückzuzucken über so ein Verhalten, macht er/sie einfach weiter. Hauptsache ihr/sein Ziel wird im Ergebnis erreicht. Ich selbst wünsche mir so sehr den netten Typen zurück. Aber ich will nicht das hirnlose Flirten, darüber bin ich längst hinaus. Ich will den netten Typen als Partner, nicht als standardisierten Flirter, der alles andere ausblendet, was eine Beziehung sonst noch ausmacht. Ich finde es gruselig, zu Streiten über alle Grenzen hinweg, und dann ein bisschen flirten, dann am besten Bettsport und 3 Tage später wieder Streit bis zur Beziehungsabbruchdrohung. Das geht irgendwie nicht. Für mich.

          “Und dann wird er richtig schlimm. Einmal konnte ich es ihm begreiflich machen, da saß er dann und weinte in meinen Armen und fragte mich, was er denn tun könne, um anders zu werden. ”
          Wie denn auch – dann müsste ER etwas an SICH tun, und er ist ja perfekt. Also war das wohl zum Beruhigen von Dir gedacht, weil er grade keinen Bock mehr auf Streit hatte, oder was weiss ich.

          “Immer so ein falsches Zukunftsversprechen. ”
          Passt. Andere Themen, aber gleiche Enttäuschung… so gehts mir.

          “Im Gegenteil: er sagte, ich habe ein Burnout, sei krank, solle in Therapie.
          Darüber kann man fast lachen, wenn es nicht so traurig wäre.”
          Deswegen erzähle ich immer weniger, obwohl ich so gern eine Schulter zum Anlehnen hätte. ICH möchte nicht im nächsten Streit mit der selbstgelieferten Munition erledigt werden. Und das passiert, ich habs schon getestet. Nicht absichtlich, aber im Ergebnis war der Versuch ein misslungener Test. Jedenfalls keine Motivierung, mehr von sich zu zeigen.

          “(..) eigenes Selbstbild zurückhält, tatsächlich zu gehen. Ich bin in meiner Vorstellung eigentlich ein Glückskind, das hier kann nicht meine Geschichte sein. ”
          Ich bin kein Glückskind. Ich lege mir gern selber Steine in den Weg, die zu hoch zum Drüberspringen sind. Nun ja, wissen tu ich es, aber gescheiter handeln…

          “Wie ist das bei dir, Kersten? Warum genau bleibst du?”
          Ich mag die Kinder. Mag sie nicht “alleinelassen”. Ich bin zu duldsam. Ich halte mich nicht für liebenswert, auch wenn ich weiss, dass das Käse ist. Und von der Sorte falsche Kognitionen mehr. Und ich habe immer weniger Kraft, nochmal aufzubrechen, und mein Glück zu suchen. Die Hoffnung sinkt in der Bilanz immer mehr. Und ich bin an der Grenze zur Depression, wenn nicht schon drin.

          “Du schriebst, du hast dir schon deinen Rückzugsort geschaffen, das finde ich gerade sehr beneidenswert!” Danke, ist sehr kompliziert. Aber der Verstand weiss halt schon, was nötig ist, das Herz nicht. Und so einfach ist das alles auch nicht… noch bin ich selten dort. Ja, verheiratet. Das wird das grösste Problem. Aber wenn es zuende ist, dann zieh ich es durch. Sieh niemals zurück, sonst…

          “Was steckt wohl bei ihm dahinter?”
          Narzissmus halt. Nicht die schlimmste Vollversion, aber so schlimm, dass ich überfordert bin.

          Macht ihr irgendeine Art von Paartherapie oder Beratung?
          Kann er Teile von dieser Dynamik in sich erkennen?
          Beides nein, wie denn auch? Er ist perfekt, im besten Fall hat er mal nen Aussetzer, natürlich wegen jemanden anderen, in diesem Kontext wegen mir. Nun, wer das glaubt, kann sich gleich im Club der Co-Narzissten anmelden…

          “irgendwann wird der Dauerbeschuss zu viel.”
          Das ist das Problem…

          “(..) zu wenig grenzsetzend, einfach weil ich damit nie negative Erfahrungen gemacht habe. ”
          hier liegt ein Problem.. kenne ich. Ich denke immer, Grenzsetzungen führen zum Beziehungsabbruch. Das ist falsch, aber es hindert mich wirksam daran, mich besser zur Wehr zu setzen.

          Lieben Gruss an Dich, und alle, die das lesen..

          • Henrike sagt:

            Hallo Kersten, danke für deine Antwort… Ja, einige Formulierungen sind sehr passsend: die selbstgelieferte Munition trifft es genau. Wie oft wird etwas gegen dich verwandt, was du ihm wann ganz anders im Vertrauen und im Hoffen auf Anteilnahme und Verständnis erzählt hast. Richtig mieses Gefühl. Keinerlei Sicherheit. Da wird man immer stummer, bleibt auf der Oberfläche, was dann wiederum auch in guten Phasen die Beziehung auf so nem total unbedeutenden Level hält. Das wäre es ja gerade, was man von Partner eigentlich brauchen würde, dass da alle persönlichen Gedanken, Geheimnisse, Fehler, Sorgen (und auch Stärken) etc sicher aufgehoben sind. Dass er z.b. eigene Schwächen kennt, um sie bewusst nicht anzutriggern. Hier ist es ja genau umgekehrt. Da fehlt so viel für mich so selbstverständliche Beziehungskompetenz.

            Und sag Mal, du schreibst wegen der Kinder, sind das seine, nicht eure oder? Wie ist denn ihre Beziehung zu ihrem Vater? Kommt da das narzisstische auch durch?
            Noch seh ich meinen grundsätzlich ja als einen tollen, sehr fürsorglichen Papa, aber wenn das Kind älter und autonomer wird, wird es garantiert auch Probleme geben.

            Ach und dieses erste nicht ganz gute Bauchgefühl kenn ich zu 100%. Aber ich hatte davor einen Partner über 12 Jahre, der sooooo anders war und ich hab einfach meine Annahmen über Männer vom einen auf den anderen übertragen. So nach dem Motto: das wird ja alles genau so wieder kommen, wenn wir uns erst tief miteinander eingelassen haben.
            Großer Fehler. Hätte ich sehen können, aber hier kommt einerseits der Punkt, dass man das nicht wirklich wahrhaben will, andere Erklärungen sucht.
            Und andererseits das Prinzip der versunkenen Kosten: ich hatte schon so viel für den Neuen aufgegeben (er war nicht der Trennungsgrund, aber ohne ihn hätte ich vielleicht in meine alte Beziehung zurück gefunden) und irgendwie kam dieser dringende Wunsch, es möge sich doch am Ende auszahlen. Hat es ja auch zwischendurch auch. Und mein Sohn ist wirklich das Beste, was mir je passiert ist, also allein deshalb war schon alles richtig so. Wir hatten wirklich schöne Phasen, eine wunderbare Hochzeit, ganz persönlich, herzlich, warm. Wo das hin ist? Who knows!!

            Diese versunkenen Kosten sind leider auch heute noch in mir aktuell. Ich bin mit ihm in den Ort seiner Arbeit gezogen, sonst hält mich hier nix. Habe jetzt sooo lange versucht, irgendwie kann man dann nicht einfach loslassen und sagen, nun gut, lieber jetzt mit 100x Verlust raus, als später vielleicht mit 1000x, wenn es doch noch die Chance auf einen kleinen Gewinn gibt (und ich meine das an dieser Stelle rein metaphorisch, geht mir nicht ums Geld, da verdien ich zum Glück mein eigenes). Da haben wir wieder diesen Suchtvergleich, der ist echt nicht von der Hand zu weisen. “Einmal spiel ich noch, vielleicht hab ich ja da Glück..”

            Gleichzeitig rücke ich aber gerade einem echten Absprung immer näher. Die letzen Begegnungen waren so erschreckend, dass ich in einem Wutschwung einfach Mal fünf Wohnungen angeschrieben hatte. Eine hätte ich sogar haben können, war aber leider nicht kindgerecht. Irgendwie muss er gespürt haben, dass ich dabei war, mich zu verabschieden, da kam das vorherzusehende kleine Bröckchen: er sei jetzt bereit für Paartherapie.
            Na gut, Junge, dann such jemanden. Ich hab mich so lange gekümmert, ich tu es nicht mehr. Aber da wird nix kommen. Ziemlich sicher.
            Er hatte mal gesagt, er wolle keine machen, weil ich da ja Recht bekommen würde. Oh Mann…

            Tja und leider kriegt er mich damit zumindest so weit, dass ich denke, das müsste ich noch versucht haben. Wieder diese Minihoffnung, vielleicht könne das ja zur Klärung beitragen . Und so hänge ich letzten Endes weiter in der Spirale aus Wut, Angst, Hilflosigkeit, tiefer Traurigkeit, dann wieder innere eigene Weichheit (die ich mir irgendwie auch nicht nehmen lassen möchte, obwohl sie mir bestimmt nicht immer gut tut) und ein bisschen Hoffnung.

            Ich bin sehr gespannt, was am Ende dabei herauskommt. Kann’s gerade gar nicht absehen. Manchmal seh ich mich mit wem anders glücklich sein. Manchmal seh ich für uns ein Happy End. So wie jetzt wird’s auf jeden Fall nicht enden, das hab ich klar.

            Und Kersten, wenn du den Eindruck hast, dass du eigentlich schon mitten in einer Depression steckst, kannst du dir für dich alleine Unterstützung holen? Ich bin schon seit einem Jahr in Beratung, war z.T. sehr hilfreich. Hat mir gut getan.
            Wie ist das bei dir?

            Ich sende dir auf jeden Fall alles Liebe!

            PS: diese Nachricht ist arg unstrukturiert, das spiegelt meine derzeitige Gedankenwelt sehr gut wieder. Sorry!

        • Kersten sagt:

          Liebe Henrike,
          einen anderen Weg zu antworten gibt das Programm nicht her, soweit ich sehe. also hier:

          “selbstgelieferte Munition”
          habe grad wieder erlebt, wie schön sich das anfühlt. leider.

          “Keinerlei Sicherheit.”
          Und nun wird MIR vorgeworfen, er fühlt sich nicht (mehr) sicher… – prima, dann sind es schon 2…

          “Und sag Mal, du schreibst wegen der Kinder, sind das seine, nicht eure oder?”
          sind seine.

          “Wie ist denn ihre Beziehung zu ihrem Vater?”
          beide sehr gut an die Schrullen des Vaters angepasst. Sie können damit umgehen, habens von der Pike auf gelernt. Sind beide wenig Narz, eher normal bis Co.

          “Einmal spiel ich noch, vielleicht hab ich ja da Glück..”
          tja, wenigstens wissen wir es schon…dass es was von hoffen und spielen hat..

          “(..) dass ich in einem Wutschwung einfach Mal fünf Wohnungen angeschrieben hatte.”
          vielleicht eine sehr gute Idee.. endlich den Blick in das Veränderbare wagen, nicht ins unabänderliche… nun, weiss selber, dass das super schwer ist, schaffe es selber kaum..

          ” (..) er sei jetzt bereit für Paartherapie. Aber da wird nix kommen. Ziemlich sicher.”
          ich fürchte, du hast recht. trotzdem, egal wie du deinen weg weitergehst, wenn er es ernsthaft anbietet, geh den weg zumindest versuchsweise kurz mit. wegen den verpassten chancen. vielleicht will er jetzt, wo du grenzen setzt, doch ernsthaft. aber wenns nichts grundlegendes ändert, dann wars halt ein versuch für die katz, aber … nun – ich würde es versuchen, und vielleicht – Hoffnung stirbt zuletzt. Aber.. DU hast sicher recht, es bringt zu wenig..

          “Und Kersten, wenn du den Eindruck hast, dass du eigentlich schon mitten in einer Depression steckst, kannst du dir für dich alleine Unterstützung holen?”
          Lächel, danke, ich komme DAMIT gut zurecht. Das ANDERE macht mir so grosse Sorgen..
          Weißt, bei Depression verordnet man ein Medikament. Aber das löst halt nicht die Ursache, diese verflixte Beziehung. Also – ich muss das Problem lösen, nicht die Auswirkung..

          “diese Nachricht ist unstrukturiert, spiegelt meine derzeitige Gedankenwelt sehr gut wieder.”
          finde ich nicht. ist strukturiert. ich konnte gut folgen. und sogar antworten. also zumindest für mich alles gut.

          ganz liebe Grüsse, Kersten

          • Henrike sagt:

            Ich schreibe direkt Mal zurück, sozusagen als innere Vorbereitung. Wir sind gleich zu einem Gespräch verabredet, in dem ich sagen möchte, dass es hier Zuhause für mich nicht mehr weitergehen kann und ich mir folgendes wünsche: wir mieten ein Airbnb Apartment dazu für z.b. zwei Monate und immer derjenige, der beim Kind ist, schläft Zuhause, der andere im Apartment. Aus der Distanz gucken wir mal, was noch für Möglichkeiten da sind. Vielleicht auch mit Paartherapie. Ich werde es probieren. So finde ich es einen fairen Vorschlag. Ich möchte ohne innere Feindseligkeit und Wut reingehen, ganz sachlich bleiben. Mal schauen, wie gut es gelingt. Die Stimmung ist schwierig. Ich werde sehen.

            Zu dir: klar, Medikamente sind in so einer Situation der völlig falsche Ansatz, beheben maximal ein Begleitsymptom, aber natürlich nie die Ursache. Das habe ich auch nicht gemeint. Ich würde zu einer Psychotherapie bzw. Beratung raten, für einen selbst ein Ventil und gute Impulse finden durch jemanden, der nicht emotional mitverstrickt ist (wie Freundinnen, Familie etc).
            Mir hat das sehr gut getan.

            Gestern war ich bei einem Geburtstag vom Sohn meiner Freundin. Die hat eine noch schlimmere Beziehung hinter sich (ohne Übertreibung, der Typ war ein richtiger Psychopath, heftig). Nach einem langen Ablöseprozess hat sie nun einen tollen, warmen, so gar nicht narzisstischen Mann gefunden und eine Familie gegründet. Ich habe sooo Sehnsucht danach, diese Art von Beziehung wieder zu leben. Ich hatte das selbst zwölf Jahre. Klar, irgendwas ist immer, aber dieses Gefühl von inner circle, sich auf den anderen blind verlassen zu können, davon ganz vertrauensvoll auszugehen, dass er das beste für mich (und sich) im Sinn hat. Und umgekehrt genauso. Oh wie ich das vermisse. Ich möchte nach Hause kommen und jemanden haben, der sich auf mich freut. Der sagt, wie schön, dass du da bist. Der mich in den Arm nimmt und mich anlächelt. Dieses kalte, feindselige Gesicht, die sofortige vorwurfsvolle Art, ich kann es nicht mehr.

            Und ja, dann wie du schreibst, die totale Umkehr: er fühlt sich nicht sicher. Er ist unglücklich. Er leidet. Toll. Unser Leid haben wir uns selbst zuzuschreiben, wenn wir uns besser verhalten würden, müssten wir ja nicht leiden. Puuh. Diese Art macht einen so ohnmächtig. Ich hasse es, mich hilflos zu fühlen und muss es schon seit Monaten. Echt nicht einfach.

            Ich sende dir weiterhin viel Kraft und Energie für dich selbst, deinen Maßstab, deine Überzeugungen, deine Wahrnehmung. Halte dich gut im Blick, ich probiers auch.
            Alles Liebe

  6. Wildkraut sagt:

    So ist es und so war es in meiner 17 Jahre dauernden Beziehung zu einem N., habe es genau so erlebt.Besonders hart: das Alleine sein in einer Beziehung …was er nicht geschafft hat: mich von meiner Familie und meinen Freunden zu isolieren. Was ich geschafft hab : mich nach 17 Jahren von ihm zu trennen…das ist inzwischen 6 Jahre her, jetzt ist er in diesem Frühjahr ganz plötzlich gestorben. Sein Tod wirft für mich viele Fragen erneut auf, stellt aber die Trennung nicht in Frage. Und bei aller Wut, aller Verzweiflung und aller Trauer in den Jahren der Beziehung , empfinde ich jetzt,mit großem Abstand zu seiner Person eine Demut vor der Endgültigkeit des Lebens und wünsche seiner Seele den Frieden, den er zu Lebzeiten nicht gefunden hat. Ich bin gestärkt aus dieser Beziehung herausgewachsen! Darüber bin ich sehr froh!

    • Anni sagt:

      Das kann ich soo gut verstehen.
      Alles Gute weiterhin.

      • Wildkraut sagt:

        Danke! Ich wünsche dir auch alles Gute für die Umsetzung deiner Pläne und drücke die Daumen, dass du die Wohnung bekommst!

        • Anni sagt:

          Vielen Dank. Es geklappt mit der Wohnung und ich bin sehr glücklich darüber. Zum Glück ist es dem N. auch bei mir nicht gelungen, mich komplett von Familie und Freunden zu isolieren. In den letzten Jahren habe ich schon viele Kontakte wieder aus der Sackgasse geholt und wieder belebt. Das tut unendlich gut, wenn die Familie, Freunde, ja sogar seine Kinder, hinter einem stehen. Das werden jetzt noch einmal Nerven aufreibende Wochen, aber dann wird endlich Frieden in mein Leben einkehren.

    • Kersten sagt:

      Ich glaube, so blöd es klingt, er wird von dir verstanden. Hoffentlich hast du recht, und er hat endlich Frieden. Wenn nicht jetzt, wann dann. Ich wünsche dir alles Gute.

  7. Immer noch kein Dracula sagt:

    “[…]Sie brauchen unbedingt emotionale Nähe, um sich wieder wohlfühlen zu können und in einen ausgeglichenen Zustand zurückzufinden.[…]”

    Absolut zutreffend. Weswegen dann das gezielte Isolieren durch manipulative Methoden einsetzt, sobald man sich dem zu entziehen versucht.

    Das Zauberwort ist eben “Gegenseitigkeit”.

    Mittlerweile isolier ich mich schon selbst. Den Verleumdungen und gezielten Setups und dessen Nachwirkungen ist gerade durch das digitale kaum zu entkommen.

    Ich witzel drüber, aber ich vertrockne innerlich.

    Wenn man wo man geht und steht nur noch damit rechnen muss, das wildfremde einen schief von der Seite anmachen…

    Schätze gerade auch deswegen, weil ich weiß das mich das, wie jeden Menschen, in ebenso ein Monstrum verwandelt, will ich keine Beziehung mehr und gehe jedem Flirtversuch aus dem Weg.
    Im Grunde muss ich nun bei jeder Interaktion Angst haben in irgend abwertende Ecke gestellt zu werden. Egal wie wenig das mit der Realität übereinstimmt.

    Schon als ich Ihr am Telefon mal sagte:”Ich werde diese Seuche nicht weitertragen!” (ich konnte ihr gehässiges Grinsen an der Stelle regelrecht am Tonfall hören danach, war mir klar das meine Verfassung sich erst mal normalisieren müsste.
    Tja, das hat sich wohl erledigt. So wie das Cybermobbing mich.
    Und dafür lässt Sie sich noch als Helden feiern – weswegen dieses Wort nun ein Unwort für mich ist.

    Trotzdem halte ich mich wenigstens davon fern selbst anderen so was anzutun.

    Habe immer noch keine Ahnung wieso es derart viele, derart seltsame Situationen gab. Kann aber nur digital gewesen sein.
    Letzlich wurde immer wieder auch mit Bezug auf Daten in meinem Handy von teils wildfremden auf mir rumgehackt.
    Mittel, Motiv und Gelegenheit dazu hatte im Grunde nur eine Person…

    Ich kann aber nun, da die Anfeindungen nachlassen wieder freundlicher mit anderen umgehen. (Nicht mehr so distanziert). Viel Hoffnung habe ich nicht mehr, dass das wieder wird.
    Schätze ich bin jetzt selbst so – naja, nicht ganz, ich bewahr mir zumindest meine Ethik, egal wie viel Müll mir nachgeworfen/sagt wird.
    (Alleine das hier zu schreiben wird den Irsinn wahrscheinlich wieder neu anheizen, aber vlt. gibt’s ja ne positive Überraschung. Das werde ich dann sehen.

    Bleibt wohl, den tragischen Vampir zu spielen. Die Metapher trifft es gut. Sie saugen einen aus und ersetzen das geraubte Blut durch Gift. Das meine ich, wenn ich davon spreche das es ansteckend sein kann.
    (Wenn man Blut hier als Lebensfreude und Nähe versteht).

    Wenn Sie dich nicht selbst brechen und in einen willenlosen Sklaven verwandeln können, dann lassen Sie das andere machen. Kurzfassung:
    Extreme vorsicht, wenn ein/e Partner*in einem jede andere zwischenmenschliche schlechtreden will, bzw. sogar intrigiert. Das Ende ist alles andere als schön.

    Das ist mein persönlicher Grund mich weiter damit zu befassen.
    Letzlich habe ich auch gar keine Wahl. Doch ich kann evtl. dafür sorgen das Ursachen und Wirkungen von derartigen “ganz normalem” Wahnsinn besser bekannt werden.

    Letzlich zieht sich Narzismuß in unterschiedlichsten Spielarten eben durch jeden Teil der Gesellschaft.

    Es gibt immer noch die aberwitzige Haltung dazu, das man ja “selber Schuld” ist, wenn man selbst dann nicht gebauso aggressiv / destruktiv dagegen hält…

    Seltsamerweise gilt das auch dann, wenn sehr viele auf eine/n Einzelnen / Randgruppen einprügeln und sich dann in ein Dilemma sich selbst dafür auch noch zu rechtfertigen, ( – ja, das teils dann sogar als “Heldentat” zu feiern – ) manövrieren.

    Mal sehen wie sehr mir mein seelisches Tauwetter jetzt wieder verhagelt wird.
    Vlt. passiert ja sogar mal nichts absurdes.

    Was die “Vampir” Metapher angeht – ein Erklärungsmodell welches die NPS schon erklärte, lange bevor sich die Psychologie etabliert hatte.
    Das mit dem Verlust des Spiegelbilds ist dabei lediglich nicht wörtlich zu nehmen.
    Ganz ähnlich wie beim Namensgeber der NPS.
    Obwohl ich persönlich ja finde, das die alten Steroetypen-Götter die ultimativen Narzisten sind und ihre Spielchen mit Narcissus und Echo nur ein Beispiel dafür sind wie die Selbstüberhöhung sich durch die Menscheitsgeschichte zieht, bis heute.

    Bin immer noch kein Dracula und dazu werde ich auch nicht. Nennt’s Narzistisch, wenn ich eher zerbreche, als mich dem zu ergeben. Das ist es ganz sicher.

    Der Manipulation, also Hauptwerkzeug dessen ist wohl nur beizukommen, wenn man darüber aufklärt. Doktrinen/Dogmen/Idiologien – all das kann durch NPS korumpiert werden. Und wird es all zu oft auch.

    Wenn die Menschen lernen sich selbst zu verstehen wird der Schleier der Maya vielleicht fallen und derartige Auswüchse wie NPS und die gesamtgesellschaftlichen Nebenwirkungen damit dann auch.
    Tja, utopisch, ja. Aber ein Stück weit auch notwendig…

  8. Matthias Keller sagt:

    Vielen lieben Dank für den Artikel, trifft zu 100% zu mit allem was ich erlebt, und gefühlt hatte.

    Leider ist man erst hinterher schlauer, und merkt in dieser Zeit nicht was mit einem geschieht.

    Es ist schwer den Absprung zu schaffen, aber es ist möglich und es ist befreiend.

  9. Anni sagt:

    Vielen Dank Herr Grüttefien, für diesen großartigen Beitrag und die perfekte Beschreibung meines Mannes. Alles, aber auch wirklich alles, trifft auf die gemeinsamen 15 Jahre mit einem Narzissten zu. Emotionale Zuwendung gab es in all den Jahren nur von den Hunden, ein wirklicher Trost. Wertschätzung – dieser Begriff existiert im “Werkzeugkasten” des Narzissten genauso wenig wie Emphatie, Mitleid hat er nur mit sich selbst.
    Damit ich nicht ende wie im letzten Absatz beschrieben, bin ich gerade dabei, mein weiteres Leben ohne ihn zu planen, eine Wohnung habe ich gerade gefunden und hoffe auf Zusage des Vermieters.
    Zugegebenermaßen ziehe ich auf sein Betreiben hin aus, die Aufforderung kam mitten im Urlaub, nach einem sehr netten, gemeinsam mit meinen Kollegen und deren Frauen verbrachten Abend, dem jährlichen Firmenevent, von jetzt auf gleich bei der Heimkehr. Der genannte Grund ist idiotisch und völlig aus der Luft gegriffen, aber das ist ja auch typisch für einen N. Wahrscheinlich habe ich zuviel Eigenleben durch meine Berufstätigkeit und er mich nicht genug unter Kontrolle. Zum Glück habe ich dadurch meine finanzielle Unabhängigkeit behalten, was das Ganze einfacher macht.

  10. SestraInes sagt:

    Der Beitrag ist sehr gut beschrieben. Habe es in der Familie leider selbst erlebt- und auch lange nicht verstanden.
    Der gedehmütigte Partner hat nach einer Scheidung vom N.nach 13 Jahren die gleiche Person nochmal geheiratet- in der Hoffnung auf Einsicht, Reue, Zurückhaltung und wahre Liebe. Es war aber wieder ein Reinfall auf die vielen Versprechungen- hinter der nur die Angst vor materieller Armut , Ansehensverlust und Einsamkeitstand, aber keine Bereitschaft, eine echte Beziehung zu führen.
    Die psychische und physische Gesundheit vom Partner waren da schon sehr beeinträchtigt und er ist viel zu jung gestorben.
    Die Selbstinszenierung des N. ging danach weiter und das ausbeuterische, respektlose, empathielose Benehmen auch… Ich halte Abstand und bewege mich auf der Sachebene- völliger Abbruch ist nicht möglich, da Familie…
    Der, in dem Fall die N. ist jetzt auch alt,kämpft gegen den Abbau- einsam…

    • Anni sagt:

      Das Geschlecht des N. spielt dabei wohl auch keine Rolle, die Spielarten und Verhaltensweisen sind gleich. Beim emotionalen Verhungernlassen des Partners gibt es keinen Unterschied, Einsicht, Reue, Zurückhaltung und wahre Liebe – dazu ist ein N. ja gar nicht fähig. Versprechungen sind reines Taktieren, nur zum eigenen Vorteil. Es werden maximal Zugeständnisse gemacht, die sich sowieso über kurz oder lang nicht vermeiden lassen würden, damit der Partner ja nur wieder zurück kommt – um mit den Demütigungen erneut beginnen zu können. Es ist einfach eine Endlosschleife, bis der Partner auf’s Neue die Flucht ergreift oder daran letztendlich kaputt geht, wie in Ihrer Familie.

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