Keine emotionale Nähe in einer Beziehung mit einem Narzissten

In einer Beziehung mit einem Narzissten ist der Aufbau emotionaler Nähe kaum möglich, weil der Narzisst viel zu egozentrisch ist und sich nicht wirklich für seinen Partner interessiert. Alles muss sich immer nur um ihn drehen. Ein Narzisst empfindet zu viel emotionale Nähe eher als Einengung und Bedrängung statt als Möglichkeit, die Beziehung zu pflegen. Betroffene Partner leiden dann an der mangelnden aufrichtigen Zuwendung und fühlen sich an der Seite des Narzissten oft einsam.

Keine emotionale Nähe mit einem Narzissten

Bild: © rido – 123rf.com

Partner von Narzissten fühlen sich mit zunehmender Dauer der Beziehung immer einsamer. Wurden sie am Anfang der Beziehung von dem Narzissten noch auf Händen getragen, so schenkt ihnen der Narzisst später kaum noch liebevolle Beachtung. Er geht vermehrt seinen eigenen Interessen nach, nutzt den Partner nur zur Erfüllung der eigenen Bedürfnisse, ohne dessen Meinung und Vorstellungen zu berücksichtigen, und kritisiert und entwertet ihn, sobald sich dieser nicht voll und ganz in seinem Sinne verhält.

Plötzlich ist es vorbei mit der Zärtlichkeit und Leidenschaft: Der Narzisst erweist sich im weiteren Verlauf der Beziehung als äußerst egoistisch und kaltherzig. Die große emotionale Nähe und Verbundenheit am Anfang der Beziehung, die wie ein Traum war, ist verflogen und Partner von Narzissten sehnen sich zutiefst danach, wieder einmal liebevoll in den Arm genommen zu werden und mehr Anteilnahme an ihrer Person bei dem Narzissten zu spüren. Doch dieser zeigt sich wenig interessiert an dem Befinden seines Partners und sucht nur nach Nähe, wenn er sie gerade braucht.

Alles scheint für den Narzissten wichtiger zu sein als die Wünsche, Gefühle und Interessen seines Partners. Vor allem, wenn es um die eigenen Bedürfnisse geht, die Pflege seines Images und die Inszenierung seiner Einzigartigkeit, nimmt er auf niemanden Rücksicht. In diesen Fällen kann es sein, dass der Partner zwar gebraucht wird, weil seine Anwesenheit für den Narzissten von Vorteil ist, er darf sich aber nur so verhalten, wie es dem Idealbild des Narzissten entspricht – autonome Bestrebungen und unliebsame Persönlichkeitsanteile, die den Narzissten stören, müssen unterdrückt werden.

Der Narzisst lässt keine emotionale Nähe zu

Ein Narzisst interessiert sich nur für die Anteile seines Partners, die ihm von Nutzen sind. Alles andere blendet er aus, darf nicht da sein oder wird gnadenlos entwertet, wenn es sich zeigt. Der Partner wird somit nicht mit seiner ganzen Persönlichkeit geliebt und geachtet, sondern von dem Narzissten auf den für ihn nützlichen Teil reduziert. Der Partner wird so zum Objekt gemacht, das kein Innenleben und keine eigene Seele haben darf. Auf diese Weise kann natürlich keine emotionale Nähe entstehen, weil sich der Narzisst gar nicht wirklich auf den Partner einlässt und diesen nicht als eigenständiges Wesen wahrnimmt.

Der Narzisst liebt eine Liebe, die nur um ihn selbst kreist. In dieser Liebe bindet er niemanden anderen ein als sich selbst – alle Liebe gilt nur ihm. Nähe zum Partner wird nur dann gesucht, wenn er entweder seine sexuellen Triebe befriedigen möchte, sich mit seinem Partner profilieren will oder dieser ihm bei seinen Aufgaben oder Problemen behilflich sein soll. Ansonsten ist ihm sein Partner ziemlich gleichgültig und er zeigt wenig bis gar kein Interesse an dessen wahrer Person. Der Partner erfährt daher nur dann Zuwendung und Lob, wenn sein Verhalten dem Image des Narzissten und seiner narzisstischen Zufuhr dient.

Diese Zuwendung ist dann allerdings wenig authentisch, sondern meist überzogen und gekünstelt und hat mit echter Anteilnahme, echtem Verständnis und Mitgefühl nichts zu tun. Meist wendet sich der Narzisst seinem Partner auch nur deshalb freundlich zu, weil er ihn kontrollieren und etwas über ihn erfahren möchte. Mithilfe einer Atmosphäre von Intimität und Vertrautheit will der Narzisst seinen Partner besser überwachen und beeinflussen können, um letztlich die eigenen Interessen durchzusetzen. Der Aufbau von emotionale Nähe wird dann zur Manipulation genutzt, aber nicht, weil dem Narzissten so viel an seinem Partner liegt.

Emotionale Nähe braucht gegenseitige Anteilnahme

Emotionale Nähe bedeutet, eine tiefe Verbundenheit zu seinem Partner zu spüren, sich für ihn zu interessieren, ihm zuzuhören, ihn in seinem So-Sein wahrzunehmen und zu respektieren sowie mit ihm zu fühlen. Die Sehnsüchte, Gefühle, Wünsche, Träume oder Sorgen des einen erhalten durch die Zuneigung des anderen eine Bedeutung und werden mit ihm auf einer tiefen emotionalen Ebene geteilt. Emotionale Nähe besteht aus Anteilnahme, Wertschätzung und echtem Interesse am Gegenüber und erzeugt auf diese Weise eine Atmosphäre, in der sich beide offen und vertrauensvoll begegnen und das Gefühl haben, vom anderen voll und ganz akzeptiert und verstanden zu werden.

Emotionale Nähe festigt eine Beziehung, lässt den Wunsch wachsen, mehr über den Partner zu erfahren, ihn auf allen Ebenen zu verstehen und noch enger an ihn heranzurücken. Sie erzeugt Intimität und Gemeinsamkeiten und geht weit über die reine körperliche Nähe hinaus. Eine Verschmelzung auf der körperlichen Ebene muss nicht zwangsläufig mit einer seelischen Vereinigung einhergehen. Man kann sich körperlich nah, aber seelisch ganz fern sein. Dieses distanzierte Verhältnis ist allerdings ganz nach dem Geschmack eines Narzissten, der gar nicht an einem seelischen Einswerden mit dem Partner interessiert ist, weil dieses für ihn die Gefahr birgt, seine Unabhängigkeit und seine Einzigartigkeit zu verlieren. Außerdem könnte zu viel Nähe die Schwächen und Defizite des Narzissten zutage fördern, was ihn angreifbar machen würde.

Der Narzisst versteht unter emotionaler Nähe eine rein sexuelle Betätigung zur Befriedigung seines Lustempfindens. Dabei wird der Körper des Partners nur dazu benutzt, sich selbst auf Hochtouren zu bringen und mit seiner Potenz zu protzen. Er will sich auch beim Sex als großartig und unwiderstehlich erleben und zieht aus diesem Grund eine meisterliche Show im Bett ab, ohne seinen Partner dabei auf einer tieferen Ebene wahrzunehmen und zu berühren. Zu sehr ist er beim Geschlechtsakt mit sich selbst beschäftigt, um sein Können und seine Macht zu demonstrieren, weshalb eine völlige Hingabe und somit echte Nähe gar nicht möglich sind.

Ohne emotionale Nähe fühlen sich Partner von Narzissten einsam

Betroffene fühlen sich in der Beziehung von ihrem narzisstischen Partner nicht wahrgenommen und wertgeschätzt. Es mangelt ihnen in der Beziehung an aufrichtiger emotionaler Zuwendung. Alles muss sich immer nur um den Narzissten drehen und wenn sie mal ihre eigene Meinung oder einen Wunsch äußern, erfahren sie sofort verachtende Reaktionen. Sie merken, dass es dem Narzissten gar nicht um sie geht. Sie dürfen keine Ansprüche stellen und ihn mit ihren authentischen Gedanken, Gefühlen und Wünschen nicht belästigen.

Sie stellen fest, dass sie in der Beziehung völlig allein sind – obwohl sie einen Partner haben. Sie haben aber niemanden, mit dem sie sich offen und ehrlich austauschen können, der ihnen Verständnis entgegenbringt und sie so annimmt, wie sie sind. Sie sehnen sich nach emotionaler Nähe, Wärme, Sicherheit, Ruhe und Frieden. Doch niemand ist da, der ihnen zuhört, der sie in den Arm nimmt, der ihnen hilft und sie aufbaut. Meist gelingt es dem Narzissten außerdem, den Partner während der Beziehung allmählich von dessen sozialem Umfeld zu isolieren, so dass dieser keinen Austausch mehr mit anderen pflegen kann, um wenigstens etwas emotionale Nähe zu erfahren.

Partner haben dann nur noch sich selbst und ihre unaufhörlichen negativen Gedankenschleifen. Aufgrund der lieblosen Behandlungsweise des Narzissten müssen sie unentwegt über die Beziehung nachdenken und sind fortlaufend mit ihren Selbstzweifeln konfrontiert. Sie brauchen unbedingt emotionale Nähe, um sich wieder wohlfühlen zu können und in einen ausgeglichenen Zustand zurückzufinden – umso mehr, je rücksichtsloser sich der Narzisst ihnen gegenüber verhält. Da sie aber niemanden haben, klammern sie sich immer mehr an den Narzissten, versuchen ihm alles recht zu machen oder ihn zu mehr Höflichkeit und Rücksicht zu bewegen. Das Verlangen nach emotionaler Nähe zur Regulierung ihrer Selbstsicherheit treibt sie in einen verhängnisvollen Teufelskreis, aus dem sie sich dann meist nicht mehr allein befreien können.


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Veröffentlicht in Beziehung mit einem Narzissten, Blog
63 Kommentare zu “Keine emotionale Nähe in einer Beziehung mit einem Narzissten
  1. Ulrike sagt:

    Lieber Herr Grüttefien, sie haben es perfekt beschrieben. Mein Narzisst (sogar diagnostiziert, aber ich war mir damals über das Ausmaß diese Störung nicht klar) hat mir am 6.11. gesagt, das er sich in seiner Heimatstadt eine Wohnung gemietet hat. EInfach so. Nach 24 Jahren Beziehung. Natürlich bin ich schuld daran, dass es nicht mehr funktioniert, er halte es mit mir nicht mehr aus. Was mis so snkratzt ist, dass ich gar keine Möglichkeit habe, mit ihm vernünftig zu reden, ich habe noch nicht abgeschlossen, das dauert nach 24 Jahren, und ich möchte darüber reden, was falsch gelaufen ist. Auch um zu sehen, wo ich an mir arbeiten muss. Aber er blockt jedesmal sofort ab und wird aggressiv. Das hätten wir schon hundertmal durchgekaut, sagt er, stimmt aber nicht. Er hatte mir jedesmal in einem verletzenden Ton nur aufgezählt, was ICH nicht oder falsch gemacht habe (nicht, was auch ER falsch gemacht hat. Selbstreflektion is‘ nich‘) und ich bekam gar keine Gelegenheit, zu antworten, er fiel mir jedesmal ins Wort (er lässt mich nie ausreden) und sagte, er wollte nicht mehr darüber reden. Das ist seine übliche Vorgehensweise: sich einfach entziehen (allem, nicht nur Gesprächen). Das ist unfair. Wie gesagt, ich muss das Alles erst noch verarbeiten, habe noch nicht abgeschlossen, er schon. Wie rigoros und schnell er das kann, verstehe ich nicht, immerhin waren es 24 Jahre.

    Da ich schwerbehindert und in unbefristeter EM-Rente (gering, weil ich mitten aus de Berufesben gerissen wurde) bin, werde ich jetzt Grundsicherung beantragen und für den Rest meines Lebens auf niedrigem finanziellen Niveu gehalten werden. Das macht mir Angst. Null Verständnnis von ihm. Wahrend unserer 24 Jahre hatten wir meistens schwere Zeiten, durch ihn verursachtes finanzielles Chaos und daher Armut, auch Alg2 bezogen wir. Ich war so glüclich, dass wir 2015 endlich da raus waren! Und jetzt geht alles für mich von vorn los. Er hat ADHS, ich eine komplexe PTBS und rezidivierende Depression. Ich hatte immer Verständnis für ihn, zumal ich selber auch nicht unproblematisch bin, er für mich nie. Hat sich auch nie über meine Erkrankungen informiert. Sieht heute die Ursache f.d Trennung auch nur bei mir. Ich hätte nie Rücksicht auf seine Wünsche genommen, sagte er. Und was ist mit meinen Wünschen? Ich habe die ihm zuliebe zurückgestellt und immer zurückgesteckt. Mit „keine Rücksicht auf seine Wünsche genommen“ meint er z.B., dass ich vor einem Einkauf Sonderangebote durchschaue und auch Coupons nutze, er hasst das.

    Die Gründe für die Trennung sind absolut lächerlich, alles Dinge, die nichts mit dem Charakter eines Menschen zu tun haben, sondern die man angehen kann. Deshalb denke ich, es ist eher so, dass jetzt, wo er endlich einen festen und gut bezahlten Job hat, der Mohr (ich) seine Schuldigkeit getan hat und gehen kann. Für die schweren Zeiten und um zu ihm zu halten und ihn zu stützen, war ich gut genug. Er hat ein kleines finanzielles Polster geschaffen, angeblich, um unsere Wohnung zu renovieren (ging jahrelang nicht) und neu einzurichten. Und er sagte, jetzt könnten wir endlich richtig leben! Jetzt hat er es für seine neue Wohnung.

    Ich fühle mich ausgenutzt und weggeworfen. Habe alles mit mir machen lassen, mit Sicherheit spielt da auch meine PTBS eine Rolle (geringes Selbstwertgefühl). Jetzt muss ich erstmal meine Existenz sichern und dann langsam wieder ich selbst werden. Kann also nur besser werden. Nur unsere Katzen werde ich vermissen; da ich sie nicht ernähren und auch keine Tierarztkosten bezahlen kann mit meiner lächerlichen Grundsicherung (konnte jahrelang nichts ansparen, meine gesamte Rente floss in Katzenfutter), nimmt er sie mit. Das ist, als ob ein Stück aus dem Herzen herausgerissen würde. Hoffentlich geht es ihnen dort gut, er hat in den 24 Jahren nicht ein einziges Mal die Katzenklos saubergemacht. Naja, wir werden sehen.

    • Ulrike sagt:

      PS Habe mich falsch ausgedrückt, bin noch immer etwas unter Schock: die Katzen haben wir seit 12 Jahren und in all dieser Zeit hat er die Klos nicht gesäubert, wollte ich eigentlich schreiben.

    • Kersten sagt:

      Liebe Ulrike,
      Deine Geschichte macht betroffen.
      Auch wenn ich selber betroffen bin, also auch mit N. kämpfe,
      was Du schreibst, ist fast unfassbar.
      Aber es passt so gut in die Website.
      Er spart für Euch, aber nimmt dann alles für sich mit.
      Himmel, das tut einfach weh zu lesen.
      ICh wünsche Dir viel Kraft.

      • Ulrike sagt:

        Liebe Kersten, bitte entschuldige, das ich erst jetzt antworte, aber ich hatte sehr viel zu tun mit meinem Antrag auf GruSi, unser Sozialamt forderte extrem viele Nachweise und ich musste die alle schnellstens besorgen, damit ich ab dem 1.12. alles selber bezahlen kann. Musste auch eigene Energieverträge sowie einen für Telefon & Internet abschließen und recherchieren, welche am günstigsten sind. Habe das alles wie in Trance gemacht udne rst jetzt komme ich langsam zum Nachdenken. Mein Ex kümmerte sich währenddessen um nichts anderes als seine neue Wohnung und machte unter der Woche einfach sein Home Office hier weiter. Ansonsten null Unterstützug, null Verständnis, im Gegenteil, nur Aggressivität wenn ich erfahren wollte, warum das Alles. Er kam mit den abstrusesten Gründen an und das Verrückteste: Was er mir hauptsächlich vorwirft ist das, was er selber tat und ich gar nicht! Er sieht sich selbst als Opfer, hätte ja alles versucht, aber vergeblich… unfassbar. Es ist zum Verrücktwerden. Möchte wissen, was er seinen besten, langjährigen Freunden (in seiner Heimatstadt, wo er jetzt wieder hinzieht) als Trennungsgrund erzählt hat. Aber das werde ich nie erfahren, denn er hat mich von ihnen isoliert. Ich kenne sie auch und hätte sie gern mal wiedergesehen, vor allem auch ihre Tochter (versatd mich gut mit der Kleinen), aber ich durfte schon jahrelang nicht mehr mit zu ihnen, er weigerte sich, mich mitzunehmen. Ich sei „zu tiefsinnig“ und passe nicht zu ihnen. Was er damit gleichzeitig über –> SIE <– aussagt, ist ihm wohl gar nicht klar. Außerdem habe man in einer Beziehung keinen gemeinsamen Freundeskreis, sondern jeder hätte seinen eigenen (meinen hat er zerstört), eine seltsame Ansicht. Er feierte bei seinen Freunden sogar zweimal Sylvester und dann all seine Geburtstage ohne mich. Wenn sie wüssten, was er sich in unseren 24 Jahren alles geleistet hat, undwie er sich jetzt verhält, wären sie erschüttert; nichtmal sein langjähriger bester Freund scheint ihn wirklich zu kennen, es ist ja ein Unterschied, ob man befreundet ist oder zusammenlebt. Das Einzige, was ihm eigentlich auffallen müsste ist, wie respektlos und abfällig mein Ex über Menschen spricht, die nicht so denken, wie er und die sich anders verhalten, als er.

        Er hinterlässt mir eine abgewohnte, viel zu große Wohnung (werde umziehen müssen, wg. Grundsicherung, man wird mich dazu auffordern), in der viel kaputt ist (wir hatten jahrelang kein Geld zum Renovieren). Am 16.10 machte er noch Pläne, wie wir das Wohnzimmer umgestalten oder gemeinsam in seine Heimatstadt ziehen wollten. Das Geld, was er jetzt für seine Wohnung hat (ein schöner Batzen davon ist von der jährlichen Steuerrückzahlung, die jedesmal üppig ausfiel, weil er mich ja absetzen konnte), war angeblich dafür bestimmt und dafür, dass wir endlich mal in Urlaub fahren wollten, ein paar Tage an die Nord-oder Ostsee. Alles eiskalt gelogen, 14 Tage später hatte er schon hinter meinem Rücken die neue Wohnung. Und diesbezüglich mich Anfang November zweimal und meinen Bruder einmal angelogen und verarscht, das kann ich hier nicht beschreiben, würde zu lang. Narzissten spielen skrupellos mit Gefühlen und Hoffnungen von Menschen und es ist ihnen völlig egal, wie die sich fühlen; meinem Ex ist es völlig egal, wie es mir geht, er ist nur genervt, wenn ich weine (aus Verletzung, aus Zukunftsangst und weil ich die Katzen verliere, das ist kein Verständnis oder gar Mitgefühl). Und das nach 24 gemeinsamen Jahren, die durch ihn schwer waren und in denen ich ihm immer beigestanden und geholfen hatte. Seine besten Freunde ahnen auch davon höchstwahrscheinlich nichts. Sie kennen nur seine Version und würden ohnehin nur ihm glaben, weil er ihr Freund ist (wer weiß, was er ihnen als Grund genannt hat dafür, dass ich nie mitkam). Dast ut mir weh, denn ich mochte sie sehr.

        Jetzt bin ich also völlig allein, habe nur meinen Bruder, der aber auch eine komplexe PTBS und mehr hat und den ich nicht belasten möchte. Therapeuten nehmen keine neuen Patienten. Neue Leute kennenlernen ist nicht wg. Corona, mir ist aber auch noch nicht danach. Ich werde jetzt erstmal die Wohnung wieder in Ordnung bringen (seine ständige Unordnung fällt ja endlich weg) und versuchen Einiges zu reparieren/renovieren, habe ja Zeit genug, und langsam wieder ich selbst werden. Mit vorerst 369,- € monatlich schwer, aber ich werde es schaffen, brauche nicht viel für mich selbst.

    • Anni sagt:

      Liebe Ulrike,
      es schmerzt, deine Zeilen zu lesen, weil sich die Geschichten hier im Blog auf verschiedenen Ebenen doch immer wieder gleichen bzw. gewisse Parallelen da sind. Das parasitäre Verhalten von Narzissten hat irgendwie immer das gleiche Strickmuster. Wenn du unsere Geschichten hier liest, wird dir das klar werden.

      Der Austausch hier gab und gibt mir, vor allem während der Trennungsphase, viel Support, man wird verstanden und lernt zu verstehen.

      Auch ich wünsche dir ganz viel Kraft für alles, was jetzt kommt und hoffe, bald wieder von dir zu lesen. Liebe Grüße

      • Ulrike sagt:

        Liebe Anni, auch ein sorry an Dich, habe Deinen Beitrag erst jetzt gesehen, bin so durch den Wind. Ich danke Dir herzlich für Deine Anteilnahme! Ich habe schlimme Wochen hinter mir, musste erstmal alles gedanklich wegschieben und mich darum kümmern, meine Existenz zu sichern. Jetzt, wo alles geschafft ist, kommen die Gedanken, Fragen… auf die ich aber keine Antwort bekomme, er weigert sich einfach und sagt, wir hätte das schon hundertmal diskutiert, was aber nicht stimmt. Sich allem Unangenehmen zu entziehen war immer schon seine Strategie (bis hin zum Nicht-Öffnen und Verschlampen von Briefen, bzw. Mahnungen…). Ich fühle mich ausgelaugt und muss mich erstmal erholen, wenn er in 2 Tagen weg ist. Meine Katzis leider auch und DAS wird schlimm. Habe mich vorhin im Forum angemeldet und gucke mal, was die Anderen so erlebt haben. Hoffe, der Austausch wird mir helfen, den ich habe außer meinem Bruder niemanden mehr, mit dem ich reden könnte. Mein Ex dagegen hat seine Freunde in seiner Heimatstadt, die wahrscheinlich nichtmal ahnen, wie er wirklich ist und die ihm jetzt in Allem helfen, wo sie können. Ich muss mir einen neuen Freundeskreis aufbauen, aber wie, und vor allem jetzt während der Pandemie? Ich habe große Angst vor der Zukunft. LG Ulrike

        • Anni sagt:

          Liebe Ulrike,
          Ich kann sehr gut fühlen, wie es dir geht. Bei mir ist es ja auch noch ziemlich frisch, heute drei Wochen.
          Dieses ausgelaugt sein, diese totale Erschöpfung, dass ist normal, ich habe tagelang erst Mal geschlafen. Auch jetzt ist es noch lange nicht vorbei. Es geht nicht so schnell voran mit dem Einrichten, wie ich es eigentlich von mir erwartet habe. Eigentlich bin ich eine Frau der Tat. Nun gebe ich mir einfach die Zeit und hoffe, bis Weihnachten habe ich endlich alles an Ort und Stelle.
          Auch ich habe keine Antwort auf das „Warum?“ bekommen, es wäre auch keine ehrliche gewesen, deshalb hatte und habe ich keinen Gesprächsbedarf. Sicher bin ich mir allerdings, dass er sich schon lange vorbereitet hat, wie dreist und gefühlskalt, wir waren bis drei Tage vor dem „Finale“ noch gemeinsam im Urlaub und am Tag selbst beim Firmenevent. Diese Kaltschnäuzigkeit muss man erst mal bringen. Zum Glück bin ich wirtschaftliche nicht (mehr) von ihm abhängig und habe diesmal auch die Hundis mitgenommen.
          Es ist mein fünfter Auszug. Diesmal soll es für immer sein! Die vier Mal davor hat mich vor allem auch die Sehnsucht nach den Fellnasen zurückkehren lassen – dieses Pfund sollte er diesmal nicht gegen mich in der Hand haben und der Trennungsschmerz ist diesmal bei ihm.
          Viele Rücklagen hatte ich nicht, die sind nun auch komplett aufgebraucht, aber ich habe es tatsächlich geschafft. Ich bin ihn los! Räumlich zumindest. Im Kopf wird er mir noch ewig rumspuken, dessen bin ich mir bewusst. „No Contact“ ist sicher auch das Beste, was man tun kann. Die Coronasituation ist jetzt natürlich ganz besonders blöd für uns. Man fühlt sich noch mehr isoliert. Das ist die typische Masche des N. Er gönnt sich alle Freiheiten, für den Partner gelten ganz andere Regeln.
          Ab nächste Woche geht es sicher auch wieder ins Home-Office. Dann hat man nur noch das Telefon, aber immerhin. Mir helfen die abendlichen Telefonate mit meinem Bruder, wenigstens einmal in der Woche, auch sehr. Wir hatten viel zu wenig Kontakt in den letzten 15 Jahren. Trotzdem ist dieses Band noch da, zum Glück.

          Liebe Ulrike, ich wünsche dir ganz viel Kraft für die nächste Zeit und bin in Gedanken bei dir.
          Anni

          • Hoff.44 sagt:

            Hallo Ulrike und Anni. Eure Trennungen sind echt noch sehr frisch, aber immerhin habt ihr das hinter euch. Ich wäre froh, wenn ich auch schon so weit wäre. Habe mir beinahe schon eine Wohnung gemietet, doch im letzten Augenblick wieder einen Rückzieher gemacht. Ich weiß selber nicht, worauf ich noch warte und was noch alles passieren muss…

        • Gundel sagt:

          Hallo Ulrike,
          ward ihr verheiratet? Es gibt ein Trennungsjahr, Gütertrennung und nachehelichen Unterhalt. Nimm einen Rechtsanwalt, den bekommst du mit Antrag beim Amtsgericht und Sozialamt gestellt. Einer schrieb so treffend, stell Dich unter das Gesetz. Viel Erfolg
          Gundel

  2. Kersten sagt:

    Liebe Hendrike,
    auch Dir möchte ich antworten,
    Dank dem intensiven Kontakt fällt das Konsequent-sein viel leichter..

    (..), diese endgültige rote Linie zu akzeptieren.
    Gell? Es tut noch nicht so weh wie bei Anni, ist noch nicht schlimm genug..
    Wenn ich ihren Bericht lese, wird mir fast schlecht.
    Muss es echt erst so schlimm werden, bis man/frau aufwacht? Bitte nicht.

    „Ich verhandele die peu à peu mit mir selbst.
    Ja, das war schon richtig krass, aber ist das jetzt der ausreichende Grund zu gehen?
    Hmm. Vielleicht nochmal warten. Und die Grenze wird verschoben.“
    Du schreibst es – es wird ganz langsam alles verändert.
    Wer warst Du vor ihm, wer bist Du jetzt?
    Wenn ich mir diese Frage stelle, weiche ich ganz schnell aus…
    Das Ergebnis ist nicht sehr angenehm für mich.

    „(..) Aber es ist wie mit diesem Frosch im heißen Wasser,
    der merkt erst, dass es doch zu heiß ist, wenn er letzten Endes gekocht ist.“
    Spontan: geiles Beispiel!!!
    Wenn es nicht todernst wäre, müsste ich jetzt herzhaft lachen.
    Aber der Vergleich ist derartig bildhaft. So passend.
    Und ich will einfach nicht verspeist werden, ich will weiter baden und rumhüpfen…

    „(..) Verbesserung (ha!) (..) rote Linie, (..) Zweifel.
    Manchmal hab ich gedacht: dann betrüg mich doch. Dann hau mich doch.
    Dann hab ich’s wenigstens völlig klar.“
    Schei… als ob das, was Du schreibst, noch weit weg wäre davon…
    Ich versteh schon, Du wünscht Dir ein für Dich klares Signal.
    Wegen den Doppelbotschaften von ihm. Mal lieb, dann wieder grässlich.
    Immer grad so viel lieb, dass mans grad noch aushält, der dämliche Frosch, der man ist.
    Wenn man dem zuguckt, versteht man ja auch nicht,
    wieso der treudoof im Kochtopf sitzen bleibt…

    „(..). Mir wieder ein Bröckchen Hoffnung zuwerfend. (..) hin und her ist furchtbar.“
    Das könnte ich geschrieben haben. Was hält uns in dieser Situation?
    Warum glauben wir etwas, wo jeder andere wegrennt?
    Warum können wir uns sowas gefallen lassen, was ist unser Anteil?
    Einen Teil der Antworten kenne ich, und ich mag die Antworten nicht,
    sie sind halt für meine Illusion von mir selbst sehr unangenehm.
    Das geht an die Wurzeln meiner Person,
    die sich eben auch ein bisschen was vorlügt,
    damit die Realität besser aussieht.
    Und diese Person tut sich absolut schwer, sich zielorientierter zu verhalten.
    Das Ziel wäre eine gesunde Beziehung.
    Warum gehe ich ungesunde Beziehungen ein,
    jetzt zum 2ten Mal? Was habe ich nicht gelernt?
    Was fällt mir so schwer zu lernen / akzeptieren?
    Wodurch falle ich rein, warum höre ich nicht auf den Bauch?
    Eine leise Ahnung habe ich schon.. und jetzt kommt das idiotische ABER..
    Sonst wäre ich längst weg, und vermutlich glücklicher…

    „Kersten, wie geht es dir mittlerweile?“
    Ich danke Dir so für die Nachfrage.
    Ich hoffe, dass der Seiteninhaber das noch lange toleriert.
    Mir geht es ziemlich daneben.

    Das Wochenende war extrem daneben.
    Stichwort Küche, irgendwo in den neuen Posts habe ich es anklingen lassen.
    Und, wie ich vorhersah, gestern Abend der Versuch der Versöhnung,
    und heute Morgen vor der Arbeit Streit, und plötzlich hörte er auf, heulte fast.
    Ich habe frei, sonst wäre das noch übergriffiger.
    So hat er nur SEINE Arbeitszeit verpasst, nicht wie schon so oft, meine.
    Wie oft habe ich seine „Gespräche“ schon abgebrochen,
    weil ich den Machtanspruch „Ich bin wichtiger als Dein Job“
    nicht tolerieren kann. Da steigt dann immer so eine Wut, unglaublich.
    Er trifft mit unglaublichem Feingefühl immer genau die Situation, wo ich nicht kann,
    und dann kommt es auch vor, dass er mir mangelndes Interesse vorwirft.
    Klingt da ein bisschen was aus einer andern Persönlichkeitsstörung heraus?
    Ich glaube ja, ist ja nie schwarz-weiss.

    Ich war so sauer gestern.
    Und, inzwischen habe ich auch Munition.
    Nun, damit haben wir beide Sand zum Werfen in der Sandkiste…
    Ich will damit nicht gewinnen, ich versuche damit nur,
    ihn sein Verhalten zu zeigen.
    Vielleicht, wenn es ihm weh tut, vielleicht kann er dann spüren,
    was er dauernd tut. Wenn das nicht hilft, auch gut.
    Ich versuche nur direkt seine Anwürfe zu kontern,
    mit konkreten Gegenbeispielen, wo er selber gar nicht gut wegkommt.
    Und wo er ganz genau weiss, dass es stimmt.
    Beispiel aus der Küche:
    „Du hast meine S-Maschine verdreckt.“
    „Stimmt. Aber warum soll ich Deine S-Maschine putzen, wenn Du meine K-Maschine verdreckst?“
    Stutzen. Stille. 20min später:
    „Da, Deine K-Maschine ist geputzt.“
    Anmerkung Kersten: sauber ist was anderes..
    Kersten geht los, und putzt seine S-Maschine genau gleich.
    Danach: Stille. Er putzt seine S-Maschine selber.
    Ich meine K-Maschine auch…
    Was hats gebracht? ICH bin nicht mehr so furchtbar wütend.
    Bringt es mehr? Ich fürchte nein.

    Ich bin inzwischen ziemlich weit weg, ich halte das on/off nicht mehr aus.
    Und – vermutlich kann ich deswegen auch zurückschiessen,
    was ich sonst nie tun würde, weil ich ihm nicht weh tun möchte.
    Ich möchte Menschen, die ich mag, nicht verletzen.
    Ich weiss, wie sinnlos das ist.
    Ich kämpfe immer noch, warum eigentlich..

    Wenn das alles nichts hilft, nun, jeden Tag ein bisschen mehr in meiner Wohnung.
    Irgendwann bin ich dann weg.
    Es ist mein Weg, ob das funktioniert, weiss ich nicht.
    Im Grunde genommen versuche ich, überall da,
    wo er mir mein Vertrauen zerstört, ohne ihn zu handeln.
    Und wenn alles Vertrauen weg ist, bin ich auch weg.
    Auf diese Weise habe ich die Luxussituation,
    auf eine Art reagieren zu können, die zwar kleinteilig sehr inkonsequent,
    aber langfristig recht konsequent ist.
    Ich bilde mir ein, ganz viele Möglichkeiten zu bieten,
    wo der narz
    (in der Hoffnung, dass er keiner ist, sondern das alles nur gelernt hat)
    reagieren kann.
    Wen er die Persönlichkeitsstörung HAT, ist das alles für die Katz.
    Dann sollte ich dringend Co werden.. werde ich SICHER nicht!

    „(..) Ventil ist. Geht mir genauso. (..) anonyme Begleiterinnen zu haben. (..), dass man nicht allein durch muss. (..) einzige Idiotin ist, (..) Ach Mensch.“

    Genau das tut mir hier so gut.
    Einfach Danke.

    Und danke an alle, die das lesen.
    Und vielleicht davon was haben.

  3. Kersten sagt:

    Liebe Anni, liebe Hendrike, es geht an Euch beide.
    Wenn ich einen Weg wüsste, wie man besser die neuen Posts sieht,
    würde ich nicht immer wieder einen übersehen.
    Sorry, so wie den von Hendrike letztens.

    zuerst zu deinem neuen Post, liebe Anni.
    Das zu lesen tut richtig weh. Oh Gott.

    „(..) Aber man wartet vergeblich auf die Müllabfuhr, (..).“
    Ich lache grade in mich rein, Du beschreibst es für mich perfekt..

    „(..) Auch ich kenne dieses mehr oder weniger lautstarke Geschimpfe, (..).“
    Das tut richtig gut, sozusagen unfreiwillig der Lauscher an der Wand.. der man gar nicht ist.
    Man kann dem Geschimpfe ja schwer ausweichen…

    (..) wie sehr mir dieser Dauerstress zusetzt.“
    Das tut mir sehr leid, weil ich das selber sehr gut kenne.

    (..) richtige Panikattacke, ich dachte, (..). 16 Jahren (..) Krebserkrankung.
    Oh Gott, das auch noch. Auch wenns anscheinend ausgeheilt ist, was für ein A. ist Dein N…

    (..) Umzugs alleine stemmen, die ständig neuen Attacken des N., (..).
    (..) Der N. nennt es „Alles nur Müll!“
    ohne Worte. Könnten Deine Kinder nicht… oder sollen die das nicht mitkriegen?

    „So, wie ich etwas in die Wohnung gebracht habe, (..), baut die Tür zu, so dass ich erst mal zum Feierabend alles wieder frei räumen muss. (..)“
    eigentlich ein Fall für den Anwalt, so von aussen betrachtet…
    Das was der macht, ist entwürdigend, eigentlich nicht erlaubt.
    Ich weiss, wenn ich an Deiner Stelle stehen würde, könnte ich es auch nicht.
    Befürchte ich. Stichwort „schämen“. Aber Dir mein Gefühl schreiben, das möchte ich…

    „Gleichzeitig bestimmt er, was ich dazulassen hätte und was mitzunehmen hätte“
    Noch ein Grund für einen Anwalt. Oder doch die Polizei? Keine Ahnung.

    „(..) Es ist einfach so eine unwürdige Situation.“
    Absolut ja. Schon zum Lesen grauenhaft.

    „Abends sitzt er (..). widerlich, (..) meine Ruhe. (..) Gleichzeitig unterstellt er mir (..).“
    Ein Grund für einen Anwalt.
    Das ist mehr als häuslicher Streit, das ist gezielter Psychoterror.
    Warum geht das nicht, kannst Du nicht eine Teil der Arbeit/Kosten auf ihn abwälzen?
    Bei einer korrekten Ehe? Da steht Dir auch was vom Besitz zu? Oder?
    Wenn ich richtig gelesen habe, wart ihr 2x verheiratet,
    also sehe ich viel gemeinsamen Besitz..
    aber ich bin kein Anwalt, das sagt nur mein Bauchgefühl.

    Dein N. ist Teil des Geschehens, auch wenn er so tut, als ob er Opfer wäre.
    Er hat Deinen/Euren Sohn verunglimpft/rausgeschmissen, nicht Du.
    Und Du darfst dagegen sein (musst eigentlich,
    ausser wenn der Sohn wirklich.., was auch immer, glaube ich nicht)

    „(..) glauben, wenn er sowas schreibt oder erzählt. 🙁“
    Stimmt. Aber ich denke grade eher an Dich.
    Und Deine unglaubliche, ja was, Scham?, die aus dem Text klingt.
    Deswegen habe ich die obigen Komments geschrieben,
    weil ich hoffe, dass Du Dir dann irgendwie mehr Hilfe holen kannst.
    Ich fühle derartig mit Dir, und Hendrike, ich seh mich selber so sehr.
    Aber ich glaube, DU hast den Jackpot geknackt,
    in deiner Situation möchte ich gar nicht stecken.
    Ich habe keine Idee, woher du die Kraft nimmst, das zu stemmen.

    „Es ist der einzige und richtige Weg: Raus da! Und nie nie wieder zurück.“
    Ein leises, aber bestimmtes: Ja. Denke ich auch.

    „Warum das so schwer ist, können Außenstehende nicht begreifen.
    Aber Henrike und du erleben das ganz sicher ziemlich ähnlich.
    Bleibt stark, ich denke unentwegt auch an euch. Seid lieb gegrüßt.“
    Lächel, das ist die Stärke von Selbsthilfegruppen…
    Dass ohne allzuviel reden die Teilnehmer wissen, was gemeint ist.

    Ich bin in Gedanken bei Dir, Kersten

    • Anni sagt:

      Phu, liebe Kersten, jetzt hab ich feuchte Augen. Danke für die lieben Zeilen.

      Gerade hab ich von einem lieben Freund angeboten bekommen, dass er mir beim Umzug hilft. Er ist ständig unterwegs, aber er richtet es ein. Erleichterung.
      Meine Kinder kommen natürlich auch. Aber sie wohnen ca. 250 km weit weg und kommen mit der Bahn – Studis eben. Mein Sohn ist genau wie meine Tochter nicht scharf auf die Begegnung, aber zum „Grande Finale“ wollen sie dem Widerling auch mal die Meinung geigen. Und nein, mein Sohn hat überhaupt keinen Anlass gegeben, diesen Rauswurf zu rechtfertigen. Er ist genauso gutmütig wie ich.
      Wir alle rechnen aber damit, dass wir die Polizei rufen müssen, vor allem wenn der N. wieder getrunken hat. Die haben einen gewissen Spielraum, ihn für eine bestimmte Zeit der Wohnung zu verweisen, müssen sie aber nicht. Solange nicht Gefahr in Verzug ist :-
      Man könnte auch beim Amtsgericht eine einstweilige Verfügung beantragen. Aber eh das soweit ist, ist der Drops längst gelutscht. Ich nehme mit, was meins ist. Es ist genug da. Muss eh schon mehr da lassen, als er verdient, weil es zu umständlich und zu teuer wäre, es mitzunehmen und ich es auch einfach nicht brauche. Auch die Hunde nehme ich mit. Ich hoffe, es gelingt. Soll ER mich doch anschließend verklagen.

      Natürlich habe ich meine Rechte, ich könnte das ganze Trennungsjahr im Haus wohnen, ohne dass er eine Handhabe hätte. Aber wer will das schon? Vorige Woche war ich beim Anwalt. Er hat mich ganz gut beraten, zumindest hat er mir einige Handlungsempfehlungen mitgegeben. Wir sind immer verheiratet geblieben, so schnell wird man ja nicht geschieden. Daher steht mir an Zugewinn auch einiges zu. Selbst, wenn das Haus nur ihm gehört, der Wertzuwachs zählt.

      Ja, und natürlich schämt man sich auch ab und an. Für seine „Auftritte“ und überhaupt, auf so ein A. reingefallen zu sein. Obwohl nicht ich mich für sein Verhalten schämen muss, sondern er ganz allein. Mein Umfeld reflektiert mir das allerdings auch so. Das ist gut für’s Selbstbewusstsein.

      Ihr findet mich übrigens auch im Forum. Da könnten wir uns gezielter austauschen und sieht auch die neuesten Posts. Es gibt einige Gruppen, die gut auf uns passen oder man eröffnet selbst eine.
      Ganz liebe Grüße Anni

      • Henrike sagt:

        Hallo ihr beiden, jetzt habe ich in einem großen Rutsch eure ganzen neuen Nachrichten gelesen und bin hin und her zwischen Rührung von so viel Anteilnahme zwischen sich eigentlich fremden, aber durch ihr gemeinsames Schicksal sehr verbundenen Frauen und Fassungslosigkeit ob dieser ganzen krassen Dinge, die wir gerade so alle durchzustehen haben.
        Heftig.
        Anni: deine Schilderungen konnte ich in jeder Pore spüren, diese Unwürdigkeit der Situation kann ich so nachvollziehen. Und er datet, krass. Natürlich demonstrativ, um dich zu treffen, aber gut, dass du diese Kugeln galant an dir vorbeiziehen lässt. Das gibt Würde und Selbstachtung zurück. Energie in die eigene Entwicklung stecken, innerlich wie äußerlich, indem man Kisten packt und den Umzug vorbereitet.
        Ich würde, auch wenn es nicht leicht ist, den Fiesheiten keinen Raum in dir geben. Einfach die Kisten wegstellen. Keine Macht an solche Menschen. Ich glaube, wenn du den ersten Abend in deinen eigenen vier Wänden sitzt und weißt, hier ist meins, hier kommt er nicht hin, dann wird so was wie Erleichterung eintreten können. Dann ist dieses fiese Gummiband, was einen immer wieder zurück zieht, endlich mal durchtrennt und eine neue Phase beginnt. Ich wünsche dir, dass du bis dahin gut bei dir bleibst, abends gut in den Spiegel schauen kannst, weil du in all dem unwürdigen Theater menschlich und würdevoll bleiben kannst. Das nimmt er dir nicht. Diese Macht gibst du ihm nicht. Das kann so ein erhabenes Gefühl sein.
        Wann ist denn genau der Auszug? Wie lange musst du noch durchhalten?

        Die beste Rache ist ein gutes Leben!

        Und Kersten: ich kann so viel komplett nachvollziehen, was du schreibst. Diese kleinen Lügen, die man sich selbst in die Tasche schiebt, weil man die eigentliche Wahrheit ahnt, weiß, aber die letztendliche Handlung immer noch scheut. Auflösung kognitiver Dissonanz. Klar, macht Sinn .

        Und dieser Ekel gegenüber solchen kleinen, dummen Gesten, die nix gut machen und überhaupt nicht die eigene Währung sind. Macht mich auch so wütend.
        Auch die ganze Küchengeschichte… Puh, diese uneingeschränkte Erwartungshaltung, dass es deine naturgemäße Pflicht ist, das zu tun. Und man würde ja grundsätzlich gerne helfen, wenn man mit Achtung gefragt oder gebeten worden wäre. Und wenn man wüsste, umgekehrt wäre der andere auch für einen da. Aber diese Einbahnstraße an Pflichten ist einfach unfassbar.
        Versteh ich dich denn richtig, dass du deine Wohnung jetzt tatsächlich nutzt? Was sagt er denn dazu? Und tust du dir da Gutes für dich? Was könnte dich glücklich machen? Freunde einladen? Musik? Baden? Gutes Essen?

        Du schreibst, dass du schon Mal so eine Beziehung hattest. Hast du denn auch Mal andere Erfahrungen gemacht? Hattest du Mal jemanden als Partner, der anders zu dir war? W
        Interessant, dass ihr beide schreibt, es schlägt euch auf den Appetit. Mir sowas von. Ich bin jetzt bei meinem erwachsenen Niedrigstgewicht angekommen, hab einfach kein Essverlangen. Fühle mich schlapp. Schlafe nur bis fünf, liege dann wach Ätzend.

        Wir hatten ein interessantes Wochenende. Er hatte am Freitag zwei Stunden mit meiner Mutter telefoniert, was wohl in Ansätzen friedlich gelaufen sei. Mehr Verständnis, einander zugehört. OK.
        Am Samstag kommt er dann runter, sagt, er könne den Paartherapietermin nicht wahrnehmen und gehe ohnehin nur dann hin, wenn als Ziel klar sei, dass ich wieder die Frau werden würde, die er brauche.
        Wobei ich die ja nie wirklich gewesen sei, ich hätte nie richtig geputzt, nie gebügelt und seine Sachen nicht gewaschen. Da ist mir schon Mal viel aus dem Gesicht gefallen, das war mir neu, dass ich seine dreckigen Socken hätte waschen sollen. Daraufhin sagte er, „hör zu Arschloch“ und teilte mir mit, die Alternativen seien dann eben, dass einer von uns ausziehe oder es vor Gericht ginge. Er würde aber auch gehen (unser Haus ist übrigens zur Miete).
        Aber – und dann kam was echt abartiges – ich müsse in jedem Fall unterschreiben, dass wir unseren Sohn hälftig betreuen. „Und dann wirst du ihn verlieren“ gesagt mit ohne Witz diabloischem Lächeln im Gesicht und so einem Singsang in der Stimme. Hat ihn gefreut.
        Wie so ein Wahnsinniger. Nach einem FFriedenstelefonatm it meiner Mutter und dem so schlauen Plan mit der Paartherapie. Und zwei Tage vor dem Geburtstag seines Sohnes, der damit natürlich nicht einfach war.
        Er ist dann aus dem Haus und ich zu meiner Mutter, da hab ich dann mit Kind geschlafen.
        Die hat gestern am Geburtstag Waffenstillstand gehalten, ihm aber im Rausgehen mit klarer Stimme gesagt, er solle nie wieder so mit mir reden, sonst bekäme er es mit ihr zu tun.
        Ich bin froh, dass wir den Geburtstag im Sinne unseres Sohnes geschafft haben, heute steh ich aber völlig neben mir. Ich weiß nicht, wie es weitergeht. Ich hätte gerne jemanden, der es für mich regelt, ich bin so müde. Ich hab keine Kraft mehr dafür.
        Himmel. Mein Leben ist wie so ein schlechter Film. Manchmal könnte ich nur heulen und manchmal fast hysterisch lachen.

        Ich wünsche uns allen dreien, dass wir irgendwann in nicht allzu ferner Zukunft einen Moment haben, an dem wir wieder festen Boden unter den Füßen haben und richtig abgelöst sind. Unser Leben kann noch viel Schönes beinhalten, da bin ich absolut sicher.
        Ich denke viel an euch beide, wo immer ihr gerade seid und sende euch eine dicke Umarmung!!!

        • Anni sagt:

          Liebe Henrike, danke für deine warmen Worte, das tut einfach gut. Der endgültige Auszug ist Sonntag, wir wollen aber schon Samstag in der Wohnung schlafen.
          Es wird Zeit, dass diese unangenehme Situation beendet wird. Langsam bin ich auch am Ende meiner Kräfte.
          Heute hat die Spedition meine neuen Kühlgeräte geliefert, das ist das einzige, was wirklich gefehlt hat. Jetzt noch der Internet- und TV-Abschluss, damit ich Unterhaltung habe und im Home-Office bleiben kann, wenn mir danach ist.
          Liebe Henrike, liebe Kersten und alle Mitlesenden, fühlt euch umarmt, alles Liebe und viel Kraft.

        • Kersten sagt:

          Ich fass es nicht… ohne Worte. Ich schreibe, wenn ich etwas Zeit habe.?

          • Henrike sagt:

            Hallo ihr beiden, ich wollte mal wieder von mir hören lassen. Hier geht es täglich auf und ab, nach dem desaströsen Geburtstag ist es ein bisschen entspannter geworden. Und tatsächlich waren wir bei einem ersten Paartherapietermin, das war, hm sagen wir interessant. Aber immerhin ehrlich von beiden Seiten und ausreichend friedlich. Am Mittwoch haben wir den nächsten und werden da wahrscheinlich bleiben können. Ich kann aber ehrlich gesagt nicht sagen, ob das einfach nur zum Ziel haben wird, eine etwas respektvollere Trennung herbeizuführen oder ob wirklich irgendein Erhalt der Beziehung möglich ist. Er hat angegeben, letzteres zu wollen, hat auch eine Nachricht von mir, in der ich ein von nun an klar wertschätzendes Miteinander als Bedingung dafür festsetze, bejaht. Sich danach aber mal wieder nicht wirklich so verhalten. Ich weiß nicht, worauf es hinauslaufen wird. Ich bin so hin- und hergerissen. Habe mit seiner Schwester telefoniert, die mir bestätigte, dass er einerseits jemand mit einem sehr großen Herzen sei, aber dass er andererseits schon öfter mit anderen (auch ihr selbst) über seine verletzende Art in tiefe Konflikte geraten ist. Ich wünsche mir so, diesen Mann von früher wiederzufinden. Der ist irgendwo noch da, derzeit aber komplett unauffindbar.
            Ich habe so Sehnsucht nach einer friedlichen, wertschätzenden Beziehung, kann manchmal so neidvoll auf die Leute blicken, die das haben. Aber der Weg dahin wird in jedem Fall lang und das ist eine traurige Erkenntnis.

            Naja, wie geht es euch denn? Anni, bist du endlich raus? Wie ist die eigene Wohnung?
            Und Kersten, wie ist eure Entwicklung? Wie geht es dir?
            Ich denke viel an euch und freue mich über ein Update!

          • Anni sagt:

            Hallo Henrike, hallo Kersten,
            kurz noch eine Nachricht für euch:
            Die erste Woche ist überstanden. Immer noch überall Kartons, aber so langsam kommt Struktur in meine Wohnung und mein neues Leben. Heute habe ich meinen neuen Küchentisch aufgebaut, gestern ein paar Sachen an die Wand gedübelt, zum Glück bin ich handwerklich begabt. Und ich schlafe viel. Da ist noch ein tiefes Gefühl der Erschöpfung. Bei der Arbeit geht’s, muss ja. Aber ich gebe mir die Zeit, bin ja niemandem Rechenschaft schuldig.
            In den nächsten Tagen schreibe ich mehr. Vielleicht kommt ja Henrike auch mit ins Forum, da kann man persönlicher schreiben.

            Meine Gedanken sind bei euch, fühlt euch gedrückt.
            Anni

  4. Kersten sagt:

    Liebe Hendrike,
    viel Erfolg – ich drücke Dir die Daumen.
    🙂

    • Henrike sagt:

      Danke. Hab’s jetzt hinter mir. War von der Atmosphäre her ruhiger als gewöhnlich. Aber ohne Ergebnis. Er hat den Vorschlag gehört, aber möchte nicht in ein Airbnb gehen. Ich könne gerne Zeit nehmen und woanders wohnen, aber er und das Kind blieben da. Naja, das hatte ich ja fast erwartet.
      Er suche aber jetzt einen Therapeuten und hat mich fast ängstlich gefragt, ob ich denn überhaupt noch Hoffnung sehe.
      Und was ich denn in den letzten Monaten für die Familie getan hätte?
      Eine wirkliche Reflektion seines Verhaltens gab es nicht. Ich hätte genauso krasse Sachen gesagt. Da war er sofort in der Abwehr. Er sei immer schon so gewesen, das hätte ich vor der Hochzeit gewusst. Warum ich auf einmal die Spielregeln ändern wolle… Er möchte unsere Familie zurück wie sie war.

      Kennst du das auch, dass man völlig klar mit seinen eigenen Punkten in so ein Gespräch reingeht und am Ende durch viel Überredet werden seine eigene Haltung verliert. Das Narrativ auf der anderen Seite ist ja plausibel. Und die eigentlichen Schwierigkeiten werden sofort verdreht und abgewehrt. Da merkte man jetzt auch, dass er sofort Tennis direkt hinterm Netz spielte, wie ich gerne sage. Ball aus der Luft annehmen und dem anderen sofort feste um die Ohren schmettern, damit der ja nicht nochmal so einen Angriff wagt.

      Wenn ich deinen nachfolgenden Kommentar so lese, kommst du ja auch gerade aus einer akut kriseligen Gesprächs bzw Streitsituation. Wie geht es dir jetzt?

      • Henrike sagt:

        Nur nochmal zur Klärung, war doof ausgedrückt: ich verliere meine Haltung nicht grundsätzlich, nicht, dass ich jetzt alles seine übernehme. Nur in dem Moment ist man dann manchmal so perplex und überrannt, dass man nicht so klar denken kann und sich mitziehen lässt. Ist heute nicht die ganze Zeit passiert, aber immer mal wieder. Echt nicht einfach diese Gespräche. Kosten sooo viel Kraft.

        • Kersten sagt:

          Kommt mir bekannt vor.
          Die blosse Wucht der Anwürfe lässt einen zweifeln. Aber besser nicht zweifeln. An die Zukunft denken. Wie wird es in 3 Jahren sein. Dann meist merke ich, was grade passiert.
          Und kann mich abgrenzen, blödes Wort, aber hier passend.?.

      • Kersten sagt:

        Liebe Hendrike,
        Ich finde deinen Versuch mutig.

        Er hat den Vorschlag gehört, (..).
        Ohne Worte. Ich empfinde das als Machtdemonstration. Wenn nicht dein Vorschlag, dann wäre Kompromiss vielleicht nötig gewesen. Da kam anscheinend nichts?

        Er suche aber jetzt einen Therapeuten (..).
        Ich frage mich eher, was denkt er denn, was das werden wird. Du willst gerne einen Weg zueinander finden. Er will was? Ich fürchte, sein Ziel ist viel einfacher.

        Und was ich denn in den letzten Monaten für die Familie getan hätte?
        Na Klasse, und er selbst?? Sicher alles?

        (..) Ich hätte genauso krasse Sachen gesagt.
        Genau. Ganz bestimmt. So wie er.
        Abgesehen davon, dass das vielleicht sogar teilweise stimmt, siehe Seite, ist das einfach nur absurd. Finde ich. So erlebe ich es leider auch.

        (..) Er sei immer schon so gewesen, das hätte ich vor der Hochzeit gewusst. Warum ich auf einmal die Spielregeln ändern wolle… Er möchte unsere Familie zurück wie sie war.
        Oh Hilfe, kennen unsere beiden sich?
        Das habe ich fast wörtlich auch gehört.? !!

        Kennst du das auch, (..) Überredet werden seine eigene Haltung verliert.
        Na klar. Auch wenn ich weiß, dass es grad totaler Unsinn ist, ich werde wortlos, hirnlos. Weil man dazu NICHTS mehr sagen kann. Keine Basis zum entgegenkommen, nur „ich will so bleiben wie ich bin “ frei nach „Du darfst“. Nun, die blöde Margarine muss ich ja nicht essen.?. Oder?

        Das Narrativ auf der anderen Seite ist ja plausibel. (..). Ball aus der Luft annehmen (..).
        Witziges Bild. Ich finde es richtig treffend.
        Man sagt was, ringt um inhaltliche Klarheit, und zack, hat man es selber an der Backe. Prima.

        Wenn ich deinen nachfolgenden Kommentar (..)
        Wie geht es dir jetzt?
        Nicht gut. Schau auf die Uhrzeit.. nicht meine übliche Zeit. Ich stehe neben mir, abgetrennt von meinen Gefühlen. Sonst wäre ich reif für die geschlossene Abteilung.
        Bin sehr unglücklich. Vorsichtig formuliert.
        Totmüde.

    • Henrike sagt:

      Ich muss nochmal schreiben, ist auch gerade mein Ventil. Er ist vor unserem Kind völlig ausgerastet, hat mich beschimpft und mir gesagt, er wolle mich nie wieder sehen. Er habe genug von meiner „Dynamik“, meinen empfindlichen Emotionen. Ab morgen ginge es nur noch über die Anwälte. Wenn ich nicht die hälftige Versorgung unseres Sohnes auf ihn übertragen würde, hätte ich ihn mein Leben lang im Nacken sitzen. Er ist mir ins Schlafzimmer nachgekommen, ich mit weinenden Kind auf dem Arm. Er hat den Fuß in die Tür gestellt und geschrien und gedroht.
      Völlig von Sinnen.
      Ich hatte das erste Mal so etwas wie Angst vor ihm.
      Das Spannende ist, ich bin ganz ruhig geblieben, hab ihn irgendwann aus der Tür geschoben und sie zugemacht. Dann mein Kind versorgt, was weinte. Er ist schnell eingeschlafen.
      Ich bin gerade überraschenderweise nicht wütend oder ähnliches.
      Ich habe mir direkt einen Besichtigungstermin für eine Wohnung besorgt, diesmal hat’s geklappt. Werde morgen sofort meine Anwältin anrufen und einen Termin in einer Erziehungsberatung vereinbaren. Ich lasse mich ja nicht in eine für mich nicht passende Versorgung meines Sohnes hinein erpressen.
      Ihm gegenüber fühle ich jetzt gerade so was wie distanziertes Mitleid. Er braucht so dringend Hilfe. Vielleicht schreibe ich seinen Eltern, die hatten mich gefragt, wie es mir geht und ich habe etwas angedeutet. Bzw einfach ehrlich geantwortet. Aber denen ggü sagt er ja nie, was Sache ist. Ich werde sie um Hilfe bitten, dass sie sich um ihn kümmern, denn ich bin jetzt raus. Für mich reicht es.
      Ich habe so viel besseres verdient. Meine Güte.
      Aber wie traurig für ihn, er war mal ein netter Mensch.
      Puh.
      Was ist denn bitte aus meinem Leben geworden? Ich hätte niemals gedacht, dass das meine Geschichte wird. Das muss ich erstmal fassen.

      • Anni sagt:

        Liebe Henrike,
        gleiches habe ich immer und immer wieder erlebt. Die Kinder waren involviert. Sein Sohn war damals acht, meine Tochter 10 Jahre alt. Ganz schrecklich. Geschreie, maßlose Anschuldigungen, eingetretene Türen. Ich bin damals mit meiner Tochter geflohen, seinen Sohn musste ich da lassen. Das muss für den kleinen auch traumatisch gewesen sein, aber er kannte das ja schon. Von den beiden Frauen davor und aus seinen ersten beiden Lebensjahren mit leiblicher Mutter und Vater. Irgendwie hat der N. es auch geschafft, der Mutter das Kleinkind ganz „abzunehmen“. Sie waren nicht verheiratet, er hat aber bei der Geburt schon darauf bestanden, dass das Kind seinen Nachnamen bekommt. Der Kontakt zur Mutter beschränkte sich auf 4 – 5 Besuche im Jahr (230 km Entfernung). Ich habe der Mutter dann wirklich ins Gewissen geredet, ihrem Kind das nicht weiter anzutun und es zu sich zu nehmen. Alkoholkranker Vater und über 80jährige Omi, dass konnte es ja nicht sein, noch dazu auf einem abgeschiedenen Waldgrundstück, Kontakt zu Gleichaltrigen nach der Schule gleich null.

        Leider habe ich mich, nachdem die Kinder weg waren, schlussendlich wieder vom N. einwickeln lassen. Heirat, sein Alkoholentzug – leider nur mit kurzzeitigem Erfolg. Das waren die einzigen Monate, in denen er sich wirklich im Griff hatte und wir ein normales Leben führten. Dann begann alles von wieder vorn. Die „Anfälle“ kamen in immer kürzer werdenden Zeitabständen. Aber irgendwie dachte ich, ich ertrage das schon. Seit er im Ruhestand war, wurde es ja auch ruhiger. Nun plötzlich habe ich doch den Schalter umgelegt, es ist nichts passiert, was ich nicht schon kannte, aber es gab eben diesen einen Satz. Mein Sohn (26), der immer für uns da war, wenn wir seine Unterstützung brauchten, sollte noch am gleichen Tag abreisen und nie wieder kommen. Das war die rote Linie. Auf meine Kinder lasse ich nichts kommen. Sie können nichts dafür, dass er so gestört ist. Bis hier hin und nicht weiter! Ein für alle Mal.
        Wir haben das Auto gepackt und sind losgefahren. Drei meiner Kinder wohnen und studieren in der gleichen Stadt. Nach ein paar Tagen der Besinnung bei ihnen bin ich wieder zurück, bin gleich am nächsten Tag wieder zur Arbeit, obwohl ich noch Urlaub gehabt hätte und habe sofort mit der Wohnungssuche begonnen. Zum Glück habe ich was passendes gefunden. Meinen ersten Termin bei der Anwältin habe ich erst nächsten Dienstag, die Kanzlei hatte Herbstferien. Jetzt wird nur noch nach vorn geschaut.

        Natürlich empfinde ich auch ein gewisses Maß an Mitleid, sehe ja, wie er in seinem Niedergang wild um sich schlägt – andererseits versucht, die Fassade aufrecht zu erhalten. Auch er hat es immer gehasst, wenn ich seine Mutter oder seine erwachsenen Söhne wenigsten informiert habe, wenn er wieder einen „Totalausfall“ hatte. Nun wird er ganz alleine dastehen, seine Mutter lebt nicht mehr und die Jungs sind alle auf Distanz gegangen. Über kurz oder lang wird er wahrscheinlich auch wieder vor meiner Tür stehen, aber diesmal ist wirklich Schluss.

        Liebe Henrike, ich wünsche dir von Herzen, dass du den Absprung schaffst. Es wird nicht besser, das kann ich dir nach 15 Jahren mit einem toxischen Narz garantieren.

        Alles Liebe und viel Kraft.

      • Kersten sagt:

        Liebe Hendrike,
        ohne Worte. Das zu lesen macht schon Angst. Das war fast ein Fall, um die Polizei zu rufen.
        Da passiert dann nichts, aber es ist wenigstens aktenkundig.
        Kann Dir beim Streit ums Kind (oh Gott, jetzt auch das noch) helfen.
        Dann ist dokumentiert, dass Du vor Angst lieber die Polizei gerufen hast, als abzuwarten, was noch kommt.

        Ich drücke so die Daumen, dass es jetzt vorangeht.

        • Henrike sagt:

          Hey nochmal. Zwei Tage danach war er Mr. Entspannt, besonnen, ruhig. Er hätte sich jetzt klar für die letztendliche Trennung entschieden, dieser Gedanke hätte ihn jetzt sehr erleichtert. Er habe sich eine Anwältin gesucht und jetzt müssten wir uns eben erstmal räumlich trennen, „tja, so ist es, kommt in den besten Familien vor.“
          Mein Vorschlag des Apartment auf Zeit mache jetzt keinen Sinn mehr

          Und da er sich ja das Haus alleine leisten kann, ist seine Idee, dass ich jetzt rausgehe.
          D.h. alleine in einem Kaff (wegen der tollen Tagesmutter bleibe ich erstmal noch hier) wohnen, in das ich nur für ihn gezogen bin, mein tolles von mir eingerichtetes Haus verlassen, single sein und mein Kind die Hälfte der Zeit nicht sehen. Und ER ist erleichtert, dass er das endlich entschieden hat, na ist das nicht schön.
          Wieder der nächste Akt. Ist garantiert auch nicht der letzte. Jetzt hab ich die Wahl, entweder ich gehe (und das hier könnte das Tor des ausreichenden Friedens sein) oder ich bin in der Position, ihn zu überzeugen, dass wir es wieder versuchen sollten.
          Klasse.
          Und ich spüre diesen Drang in mir. Klar. Noch kann ich ihn aushalten, aber dann? Was möchte ich denn? Ich bin wie immer unsicher, was richtig ist.
          Aber so nimmt er mir nicht nur alle pragmatischen Vorteile, jetzt bin ich noch nicht mal die, die sich in Stärke trennen darf. Ich bin die Verlassene, bei der man erleichtert ist, dass man sie los ist. Ich bin ihm für einen echten, mutigen Einsatz nicht wichtig genug. Auch wenn ich weiß, dass das weniger mit meiner Wichtigkeit als mit seinen Kompetenzen zu tun hat, tut das trotzdem weh. Das, was vielleicht irgendeine Art von Erkenntnis oder echtem vorankommen bedeutet hätte (Paartherapie) schmeißt er hin. Wäre ihm wahrscheinlich zu nah gekommen. Echt feige.
          Aber wie gesagt, auch das kann nicht das letzte Wort sein. Ich bleibe abwartend.

          Kersten, du hast jetzt schon länger nichts von euch geschrieben, beim letzten Mal aber auch so gar nicht gut geklungen. Wie ist es weiter gegangen? Wie geht es dir? Bist du ok?

          Anni, das klingt auch nach einer echt heftigen Geschichte, die du erzählst. Puh, muss man erstmal verdauen. Wohnst du schon in der neuen Wohnung? Wie ist euer Kontakt aktuell? Bist du nur erleichtert oder hast du auch Mixed Feelings?
          Und ja, das hab ich schon öfter gehört, dass es nach tausend übertretenen Grenzen dann irgendwann die eine gibt, die alles ganz klar und einfach macht. Und ein Angehen der Kinder wäre es für mich auch definitiv. Kann ich total fühlen, was du schreibst.

          Ich sende euch beiden ganz viel Kraft und Zuversicht!!

          • Anni sagt:

            Hallo Henrike,
            danke für deine Zeilen. Bei allem Leid, dass hier niedergeschrieben wird, bestätigt es mich doch in dem, was ich gerade tue. Es ruft mir all die Geschehnisse der vergangenen Jahre in Erinnerung, zeigt das es eben niemals besser, geschweige denn gut werden kann in einer Beziehung mit einem Narz. Man opfert einfach zu viel. Zu einer (Paar)Therapie werden die wenigsten bereit sein, sie wissen doch gar nicht, was sie falsch gemacht haben und wenn, werden sie kaum über den eigenen Schatten springen und es zugeben.

            Noch bin ich nicht umgezogen, die Vormieter müssen noch malern. Für jeden Tag, den ich eher in die Wohnung kann, bin ich dankbar. Wenigstens die tausend Dinge, die man in 15 Jahren so angeschafft hat und nicht einfach so zurücklassen möchte, die ganzen persönlichen Sachen und Kleidung, das hätte ich schon gern bald aus dem Haus. Zumal er seine „Deathline“ ständig erneut mitteilt, er würde dann alles rausstellen. Auch das kenne ich schon. Ich war damals bei der Arbeit und meine Umzugskartons, die ich trocken im Carport abgestellt hatte, standen davor im Regen. Sogar die Auslegeware wurde mit rausgeworfen, völlig irre!

            Die Erleichterung überwiegt schon sehr, dass es bald vorbei ist. Mein Umfeld leistet auch guten moralischen Beistand. Außerdem datet er schon wieder fleißig, dass es geradezu lächerlich ist. Samstag war er auch unterwegs. Das gab mir die Zeit, dem Nachbarn, einem Bio-Gärtner, einen Teil meiner Pflanzen und Gartenausrüstung ins Auto zu laden. Ich muss es nicht entsorgen und er hat Freude daran. Das ist auch ein ganzes Stück Loslassen, denn es hat mir immer viel bedeutet und war Ausgleich und Entspannung zugleich. Anders habe ich schon über das einschlägige Portal verkauft oder verschenkt. Ich muss noch genug zurück lassen, aber es soll ja auch ein Neuanfang sein. Klar, ich habe auch einen großen Teil des Hauses eingerichtet, renoviert, wohnlich gemacht. Dass er starker Raucher ist, macht es mir noch leichter, vieles da zu lassen, weil ich einfach den Geruch auch nicht in meiner neuen Wohnung haben möchte. Im Gegensatz zu euch ist es allein sein Haus. Ich bin damals zu ihm gezogen. Auch in ein 650-Seelen-Dorf.

            Was dein Mann vorschlägt, ist ja auch so typisch: Er kann sich das Haus alleine leisten. Ja prima! Wo bleiben deine Rechte? Und die des Kindes? Es ist zwar schneller Ruhe, wenn man auszieht, aber lass dich dazu unbedingt beraten, bevor du Zugeständnisse machts. Ich gehe mal davon aus, das Haus gehört auch zur Hälfte dir.

            Gut kann ich auch verstehen, dass wenn, dann du dich in Stärke trennen wolltest. Das hatte ich auch vor. Hab es immer wieder in Erwägung gezogen, dann doch wieder keine Entscheidung getroffen. Irgendwie war ja auch Ruhe. Die Ruhe vor dem Sturm, wie ich nun weiß, ich denke, er hatte meinen Rausschmiss für sich schon länger beschlossen. Nun hat er mir die Entscheidung abgenommen. Ich komme damit klar. Weil ich weiß, es ist das beste für mich. Alle gönnen mir die Freiheit und bestärken mich. Er wird noch genug mit Dreck werfen, das weiß ich jetzt schon. Wird darauf hoffen, bis Weihnachten jemand gefunden zu haben oder am Ende bei mir wieder vorstellig werden (was ich nicht hoffe).

            Ich wünsche euch viel Kraft und eine gute Woche.

          • Kersten sagt:

            Liebe Hendrike,
            Danke der Nachfrage.
            Mir geht es schlecht.
            Stecke im gleichen Mist wie Du und Anni.
            Wenn ich mich besser fühle, schreibe ich.

            Ich wünsche dir, dass du dein Kind ganz bekommst. Sonst wird das endlos, fürchte ich.
            Und das Kind zwischen Euch. Stelle ich mir schwierig vor. Ich drücke meine Daumen für Dich.

          • Kersten sagt:

            Liebe Hendrike,

            Ich kommentiere Deine Zeilen, damit es zuordenbar wird…

            „(..). Zwei Tage danach war er Mr. Entspannt, besonnen, ruhig. (..).“
            Wie schön, er hat ja seine Macht demonstriert.
            Und seine Unabhängigkeit. Und jetzt gehts um Kind, nicht wahr?

            „Und da er sich ja das Haus alleine leisten kann, ist seine Idee, dass ich jetzt rausgehe.“
            Da bleibt einem die Spucke weg.
            Er bleibt bequem, und Du hast den Stress.
            Ich hoffe, das halbe Haus gehört Dir, oder so, damit er Dich auszahlen kann.
            Und trotzdem vermute ich, dass du von dem Geld,
            was Du reingesteckt hast, kein Haus mehr kaufen kannst.
            Also muss die Lösung heissen: Haus verkaufen, und DU bekommst in Prozenten,
            was Du reingesteckt hast. Sonst kriegst Du kein Haus mehr…

            „(..) und mein Kind die Hälfte der Zeit nicht sehen.“
            Das nicht, wenn er kein Sorgerecht hat. Dann kann der Umgang zumindest geregelt werden.
            Jungendamt fragen, die werden sowieso eingeschaltet, ist nur unangenehm, leider.

            „(..) Ist garantiert auch nicht der letzte. Jetzt hab ich die Wahl, entweder ich gehe oder (..) ihn zu überzeugen, dass wir es wieder versuchen sollten.“
            Oh nein. Jetzt hat er dich in der Position, wo er sich wohlfühlt.
            Du als Bittsteller, voll unter seiner Kontrolle. Oh Gott, wie… ohne Worte

            „Und ich spüre diesen Drang in mir. Klar. (..) Was möchte ich denn? Ich bin wie immer unsicher, was richtig ist.“
            Hier lese ich heraus, dass es Dir wie mir geht.
            Er hat Dich voll erwischt..

            „(..) Ich bin die Verlassene, bei der man erleichtert ist, (..). Ich bin ihm für einen echten, mutigen Einsatz nicht wichtig genug. Auch wenn ich weiß, dass das weniger mit meiner Wichtigkeit als mit seinen Kompetenzen zu tun hat, tut das trotzdem weh. “
            Ziel des Narz erreicht: maximale Verletzung um sich besser zu fühlen..
            ich fühle so mit Dir..

            „(..) Aber wie gesagt, auch das kann nicht das letzte Wort sein. Ich bleibe abwartend.“
            Schluck, wie jetzt? Auszug auf Raten? Du bleibst, und wartest ab, oder du musst raus??

            „Kersten, (..). Wie ist es weiter gegangen? Wie geht es dir? Bist du ok?“
            Nein. Es geht immer deutlicher zu Ende.
            Ich vermute, gemäss Musterablauf versöhnen wir uns heute Abend ein wenig.
            Erstes Angebot war ein gemeinsamer Spaziergang, aber ich kann echt nicht.
            Ich hab keine Lust, mich zu verstellen und so zu tun, als ob alles gut wäre.
            Wenn nichts von ihm kommt, auch gut. Mir geht es sehr schlecht.

            Es ist unglaublich, wie extrem der Körper reagiert,
            wenn die Seele unter Stress steht und kein adäquates Ventil weiss.
            Herzrasen alle paar Minuten, und besonders, wenn irgendwas von Narz. kommt.
            Übelkeit, totale Erschöpfung. Appetit weg.

            Es fühlt sich furchtbar an, es geht total gegen alles, was ich kenne.
            Ich versteh ja, wenn sowas passiert, und halt mal da ist.
            Aber inzwischen wird es mehr, und immer schlechter kontrollierbar.
            Das macht mir Angst.
            Ich hab eh schon genug unnötige Existenzangst. Das meine ich wörtlich.
            Ich fürchte etwas völlig irrationales.
            Aber die Macht dieses Irrationalen ist sehr gross, ich komme kaum dagegen an.
            Und das macht richtig Angst, weil dann verliere ich die Kontrolle,
            nicht nur kurz, sondern im Schlimmsten Fall ziemlich.
            Diese Angst hat die Qualität der Angst vorm schwarzen Mann.
            Dass es den nicht gibt, weiss jeder, ich auch. Mein Bauchgehirn aber nicht.
            Das glaubt fest daran…

      • Kersten sagt:

        .. hälftige Versorgung des Sohns..
        hatte ich bisher überlesen..

        TU DAS BLOSS NICHT!

  5. lilli sagt:

    Hallo,

    zu den Narzissten/ innen Abstand nehmen – y –
    und zu liebenswürdigen Menschen Kontakt pflegen,
    so kommt man raus aus der negativen Spirale.

    • Anni sagt:

      Ja, lilli, kurz und knapp zusammengefasst ist es das wohl. Aber wie wir alle wissen, ist der Weg aus der Spirale unendlich lang, wieder und wieder wird man zurückgezogen, obwohl schon am rettenden Ufer angekommen. Wenn ich zurückblicke, bin ich fassungslos, dass ich dem N. nunmehr 15 Jahre meines Lebens geopfert habe, ich kaum noch nach rechts und links geschaut habe und gerade in der ersten Zeit die rettenden Hände am Ufer nicht ergriffen habe. Was hätte ich mir alles erspart!
      Nun schaue ich nach vorn, gehe gestärkt hervor, da ich endlich in der Lage bin loszulassen, das Geschehen von außen zu betrachten und Hilfe anzunehmen.

      Allen, die noch mitten in der Spirale stecken, wünsche ich viel Kraft und alles Liebe.

      • Ylilli sagt:

        Ja der Weg ist lang
        bei mir beginnend bei meiner Mutter
        und immer noch würde ich auf aufgesetzte Anerkennung hereinfallen, stelle ich bei verschiedenen Kurskollegen/innen fest.
        Guten Weg in die Freiheit sllen Betroffenen!

      • Kersten sagt:

        Liebe Anni,
        Deine Worte machen Mut. Und Angst.
        Mut, weil ich lese, dass auch andere das alles kennen.
        Angst, weil ich lese, dass es keinen Weg ausser Trennung gibt.
        Besser früher als erst nach 20 Jahren, oder noch später…
        aber… immer wieder aber…

        Ich bin sehr verzweifelt,
        weil es einfach nur in eine Richtung geht. Richtung Trennung.
        Wer das liest, wird denken:
        Hat sie´s denn immer noch nicht kapiert… Ist doch klar..
        Nun, von außen, unbeteiligt, ist es vermutlich auch klar.

        Ich bin total gespalten.
        Mein Kopf weiß, ich kann nicht weitermachen.
        Mein Herz will es aber.

        Ich weiß ganz genau, dass das eine totale Fehlprägung ist.
        Wie könnte es sonst sein, dass ich mir diesen Unsinn immer noch gefallen lasse.

        Wenn Streit ist, spüre ich manchmal in mich hinein.
        Ich merke, dass ich dieses sinnlose Streiten,
        ohne echte Kompromisse, sehr gut kenne.
        Es ist sehr vertraut, und so fast ein Ersatz für Vertrauen, Vertrautheit.
        Wie irre ist denn das…
        Wenn sich diese furchtbare Situation als Ersatz für Beziehung einschleicht.
        Negative Bindung ist auch Bindung, oder?
        Und besser negativ „sicher“ gebunden als gar nicht? Total irre…
        aber ich fürchte, das steckt dahinter, dass ich bleibe..
        … das ist ganz, ganz schlecht…

        Beziehung ist wir.
        Beziehung ist gemeinsam, miteinander, diskutieren, finden, Kompromisse-machen.
        Gemeinsames Wissen teilen, nicht einfach glauben,
        was der andere sagt, grade auch dann wenn’s (weil es) unlogisch ist.
        Gemeinsam forschen, erfahren, weiterwachsen.
        So sehe ich das.

        Nicht Ich und Du, nicht Du und ich.
        Nicht: wenn Du meinen Müll wegräumst, dann sehe ich dein „wir“.
        Eine Putzfrau ist kein „wir“. Sondern ein Befehlsempfänger, eine bezahlte Dame.
        Ich möchte nicht mit sowas gleichgesetzt werden.
        Ich möchte nicht beweisen, dass ich „wir“ kann,
        indem ich erstmal den Machtanspruch, das „mach mal“ erfülle.
        Um es gleich zu klären: ich mache es nicht. Und erreiche immer wieder Streit damit.
        Wenn er dann wütend selber muss. Aber es ist nun mal seine Verantwortung, nicht meine.
        Ich leide dann zwar, aber lieber dieses Leid, als wütend seinen Kram machen.
        Umgekehrt sieht er ja auch nicht, was zu tun ist.
        Es gibt ja sowas wie Flaschengeister (ich denke grad an Aladins Wunderlampe, :-))
        Und die werden es schon richten.. oder????

        Nicht: ich bezahle dir ein Bier, du nicht. Ich mache so viel für Dich.
        Aufrechnen von Kleinigkeiten, um zu erreichen,
        dass ich im Großen zustimme, das ist Manipulation.
        Im Großen geht es nicht um 3.50Euro.
        Ich möchte nicht beweisen, dass ich liebe, indem ich so tu, als ob ich das nicht merke.

        Nicht: wir suchen ein gemeinsames Nest, aber… (xx).
        Und immer, wenn es wahr werden könnte, wird geklärt, wer ansagt.
        Um es gleich zu klären: Ich bins nicht.
        Das ist kein wir. Das ist Missbrauch – auf Katzenpfoten angeschlichen…

        Nicht: Weil wir grade gestritten haben, bestimme ich es jetzt alleine.
        Ich werde meine Zuneigung nicht beweisen, indem ich so tu, als ob ich nichts merke:
        Immer dann Streit, wenn ein Kompromiss schwer wird.
        Und dann klare Schuldzuweisung: „Wenn Du nicht mit mir gestritten hättest,
        hätte ich sicher nachgegeben, einen Kompromiss gefunden.“
        Das ist grad ein Geistesblitz, den ich grade begriffen habe.
        Streiten, um die Rechtfertigung zu haben,
        das zu tun, was man sonst nicht hätte tun „dürfen“.
        Also: Ich mache nicht, was er will, es zeichnet sich ab,
        dass er sich nicht zu 100% durchsetzen kann:
        Also Streit, und dann:
        Wegen Dir mache ich es jetzt so wie ich will.
        Ich muss grad kichern,
        das ist so absurd. … aber echt gut (wenn man darauf reinfällt…) ..

        Nicht: Ich mache so viel / alles für Dich, und Du tust nichts für mich.
        Dass ich fast nur noch Aktivitäten mit ihm mache, und nahezu nichts mehr alleine,
        und dadurch nahezu nur seine Wünsche / Aktivitäten verwirklicht werden, geht dabei unter.
        Ich möchte nicht beweisen, dass ich ein guter Kamerad bin, ich bin einer.
        Ich möchte nicht beweisen, dass ich alles für ihn tu,
        ich tu es sowieso viel mehr, als mir gut tut.
        Und trotzdem mache ich weiter, bin weiter ein guter Kamerad für ihn.
        Mehr geht grad eh nicht, ich bin nicht in der Lage, diese Streitereien zu ignorieren.

        Nicht: Du bist so distanziert, ich brauche Deine Nähe, und am besten noch Bettgymnastik.
        Ich beweise niemandem Liebe durch Nachgeben. Das ist dann eher Unterwerfung.
        Ich beweise Liebe nicht durch Unterwerfung. Liebe ist aus freien Stücken gegeben,
        und das werde ich nicht ändern. Punkt. Auch wenn’s im Ergebnis noch so weh tut,
        weil er dann den ganzen Tag mit Streit zu Strafen versucht.
        Damit ist wieder das Thema Machtanspruch auf dem Tisch.. interessant.

        Ich kann nicht seine eigene Unsicherheit in der Beziehung durch Äußerlichkeiten ersetzen.
        Wenn er sich meiner unsicher ist, hat das was damit zu tun, dass er sich distanziert.
        Ich beweise keine Beziehung, indem ich jedes Mal, wenn er sich distanziert, hinterherrenne.

        Ich schützte mich selbst, indem ich mich emotional distanziere,
        indem ich immer weiter weggehe,
        anstatt mich immer wieder aufs Neue
        in den bodenlosen Abgrund der Verzweiflung ziehen zu lassen.
        Dieses Gefühl, wenn ich seine Anwürfe an mich ranlasse, das ist kaum aushaltbar.
        Also innerlich weg, dann geht es, zumindest grade noch.
        Kaum lesbar, oder? Das muss einfach aufhören. Seh ich selber…

        Wenn ich nicht innerlich weggehe, dann würde es mich zerreissen,
        dann wäre meine seelische Gesundheit völlig in Gefahr.
        Aber: Bitte mal ehrlich?
        Was hat denn das noch mit einer positiven Beziehung zu tun?
        Er tut 4 Tage lieb, dann wieder Streit, weil er mich doch nicht manipulieren kann?
        Und dann so tut, als ob ich ihn manipuliere?
        Ich bin echt froh, dass ich das nicht auch noch erwägen muss, ob ich ihn manipuliere.
        Tu ich nicht.

        Nun sitze ich hier vor dem PC, grüble.
        Anstatt einfach rauszugehen, mein Leben zu genießen.
        Nun, das geht grad eh nicht.
        Aber das sollte ich tun..

        Anstatt all das, was ich gern an seinen Kopf werfen würde,
        was ich nicht mache, weil es sinnlos ist.. in den PC zu tippen.
        Der Streit eskaliert dann nur.
        Weil er nichts davon an sich ranlassen würde.
        So sehe ich das.

        Ganz lieben Dank fürs Lesen.
        Mir hat das Schreiben grad geholfen,
        der unsichtbare virtuelle Zuhörer / Leser.

        • Anni sagt:

          Hallo Kersten,
          das Schreiben ist gerade dein einziges Ventil, ich kann das soo gut verstehen. Und du solltest das ruhig weiter tun, dazu ist das Forum ja da.

          Alles, aber auch wirklich alles, was du schreibst, kommt mir extrem bekannt vor. Es gibt einfach kein „wir“. Immer nur du und ich, für den Narz nicht einmal das. ICH, ICH, ICH! „Ich bin so“, „du wirst mich nicht ändern“, „du wolltest mich doch haben“. Ha ha! Das stand alles nicht im Beipackzettel und es gibt auch keine Gebrauchsanleitung für den Umgang mit den Nebenwirkungen. Es gibt wohl in der Tat nur einen Weg, um nicht gänzlich einzugehen.

          Das Leben ist mehr als das Dasein als Putzfrau, Köchin, Haushälterin, Kindermädchen, Pflegekraft, Magd für Garten und Grundstück und erotische Dienstleisterin – und das alles im Nebenjob. Es ist keine Einbahnstraße, geschweige denn Sackgasse. Es kommt keine Gegenleistung, das kann man vergessen. Es geht ausschließlich um die Befriedigung der Bedürfnisse des Narzissten. Wenn er zufrieden ist, ist es doch genug. Der N erkennt einfach nicht, dass seine Bedürfnisse und Wertevorstellungen nicht automatisch identisch sind mit denen des Partners. Wie denn auch? Er hört doch nicht einmal zu. Lebt komplett in seiner eigenen Welt – und die macht er sich, wie sie ihm gefällt. Spielst du nicht (mehr) mit, hast du verloren, wirst du Projektionsfläche seiner Angriffe, da wird unter enormen Aufwand aus allen Rohren gefeuert.

          Ich habe immer versucht, nachdem meine erste Wut verraucht war, das Geschehen mehr von außen zu betrachten. Dann wird einem die Lächerlichkeit und Sinnlosigkeit dieser ganzen Anwürfe und Unterstellungen noch mehr bewusst. In Deckung gehen und abwarten war immer meine Devise. Aber es gab immer eine rote Linie. Diese wurde nun – mit nur einem Satz – überschritten. Das kam zu einem Zeitpunkt, an dem ich ganz ehrlich nicht damit gerechnet hatte.

          Nun ist es so. In letzter Zeit habe ich wieder viel im Forum gelesen. Es hilft mir ungemein, durchzuhalten. Denn es gibt am Ende nur den einen Weg, um sich endlich zu befreien.

          Liebe Grüße Anni

          • Kersten sagt:

            Einfach nur danke!!

          • Henrike sagt:

            Puuuh, so viel Wahres drin. Und wir alle wissen es. Und doch ist es für mich – und andere, wie ich lese – so schwer, diese endgültige rote Linie zu akzeptieren. Ich verhandele die peu à peu mit mir selbst. „Ja, das war schon richtig krass, aber ist das jetzt der ausreichende Grund zu gehen? Hmm. Vielleicht nochmal warten.“ Und die Grenze wird verschoben. Hätte man an dieser Stelle angefangen, wäre man niemals eingestiegen. Aber es ist wie mit diesem Frosch im heißen Wasser, man merkt erst, dass es doch zu heiß ist, wenn man letzten Endes verbrennt.

            Ich hoffe immer noch auf entweder eine Verbesserung (ha!) Oder eine so eindeutige rote Linie, dass ich sie völlig klar ohne Zweifel sehe. Manchmal (und oh Gott, der Gedanke ist schrecklich) hab ich gedacht: dann betrüg mich doch. Dann hau mich doch. Dann hab ich’s wenigstens völlig klar.
            Aber diese letztendliche Linie überschreitet er nicht. Nur mit einer Zehe, um dann bei Ahndung wieder einen Schritt zurück Richtung Veränderung zu machen. Mir wieder ein Bröckchen Hoffnung zuwerfend. Oh Mann, dieses hin und her in meinem Kopf ist furchtbar.

            Kersten, wie geht es dir mittlerweile? Ich kann so verstehen, dass das hier dein Ventil ist. Geht mir genauso. Freue mich sehr, euch aus der Ferne als anonyme Begleiterinnen zu haben. Schwestern im Geiste. Tut gut zu wissen, dass man nicht allein durch muss. Und man nicht die einzige Idiotin ist, die sich anscheinend so unter ihrem Wert verkauft.
            Ach Mensch.

          • Kersten sagt:

            Liebe Anni,
            ich muss meinen Senf noch loswerden… 🙂
            Ich kenne Deine Situation zu gut…

            „(..), nachdem meine erste Wut verraucht war,(..).
            In Deckung gehen und abwarten war immer meine Devise. (..).“
            Das habe ich auch versucht, es ist für mich nicht so richtig zielführend.
            Ich weiss, dass mein N. nach seiner Tirade meist wieder nett wird, vor allem,
            wenn ich komme und irgendwie Frieden anbiete, eine Brücke baue.
            Dann lenkt er ein. Es wird wieder friedlich.

            Aber in mir wächst eine immer unglaublichere Wut.
            Er verhält sich daneben, nicht ich.
            Und dann kommt ein „hoheitsvolles“ Einlenken, keine Entschuldigung.
            Alles gräbt also weiter in mir, lässt sich nicht „ausleiten“.
            Ich finde, über eine echte, ehrliche Entschuldigung kann man vieles
            besser wegstecken, verzeihen oder was auch immer.
            Das geht hier einfach nicht.
            Bei mir entsteht ein Müllberg aus Wut…

            Im besten Fall bringt er 1 Tag später was Süsses mit, was mich gar nicht interessiert.
            Das kann er gut, so Kleinigkeiten finden, die für ihn „Sorry“ sagen.
            Aber dafür reicht es bei mir nicht mehr.
            Ich kann dann nicht jauchzend danke sagen, es widert mich eher an.
            Ihm zuliebe sage ich danke, damit es nicht gleich wieder Streit gibt.
            (Oder meinem Harmoniebedürfnis zuliebe?)

            Es sind keine Kleinigkeiten, die im Streit von ihm gesagt werden,
            es sind keine Kleinigkeiten, und die es geht – es ist einfach zuviel.
            Das lässt sich nicht mehr mit einem Schokosmiley oder ähnlichem in Ordnung bringen.

            Vor allem, die Kleinigkeiten sind vergiftet.
            Im nächsten Streit kommt so sicher wie das Amen in der Kirche der Satz:
            „Ich denke immer an Dich, bringe Dir was mit, und Du…“
            Ich könnte ihm das Zeug dann grade vor die Füsse kotzen,
            wenn ich nicht schon soweit wäre, es nicht anzurühren,
            weil ich genau das als psychosomatische Reaktion befürchte.

            Nun – meine Dienste am „wir“ (ironisch gesagt) sind wertlos.

            Nur seine blöden glitzernden Kleinigkeiten, die sind wichtig.

            Da merkt man so richtig, wie verschieden hier „Beziehung“ buchstabiert wird.
            Er: Frau soll hübsch sein, erfolgreich sein, trotzdem Vollhausfrau –
            wie Du sagtest im Nebenjob. Sie muss ihn aufwerten, jederzeit.
            DAS habe ich am Anfang gar nicht so gemerkt,
            sein komische Bemerkungen sind mir aber im Gedächtnis geblieben:
            Ah, Du kannst Smalltalk (was??), Ah, du kannst „Gesellschaft“ (wie bitte??).
            Das geht an jeder Realität vorbei. Erst recht an „Liebe“.
            Ich fühlte mich taxiert und bewertet, wie eine Kuh auf dem Markt.
            Ich hätte das wahrnehmen sollen. Wäre besser gewesen.

            Und ich suche eine gemeinsame Linie, gemeinsam machen.
            Es wird immer klarer, das kann oder will er nicht,
            was ist egal, im Ergebnis tut er wenig – und ich werde wütend.
            Selbst in den 60iger-Jahren war das nicht das Modell.

            Er will seine Küche inserieren, verkaufen.
            Das Ding ist völlig versifft. Seit fast 10 Jahren keine Pflege.
            Ich habe damit nie etwas zu tun gehabt. Nur im letzten Jahr.
            Er meinte ernsthaft, dass ich das vorher sauber mache.
            Habe ich nicht.
            Er hat wütend (ich habe es alles gehört!) ein bisschen sauber gemacht.
            Für die Fotos zum Inserieren reicht es jetzt.

            Meine Küchen-Sachen sind weg.
            Weil ich neben der Arbeit meine Teil erledigt habe.
            Seit Wochen.
            Und – Weil ich diese Anforderung an mich vorhergesehen habe.
            Und in keiner Weise einsehe, das zu tun.
            Seine Küche, sein Dreck, sein Geld was er damit auch noch verdient.
            Er hätte seit WOCHEN mit mir gemeinsam die Küche leermachen und putzen können.
            Es war ja seit Wochen bekannt, dass das geplant ist.
            Nun, er ging in Deckung und hat abgewartet.

            Also habe ich meinen Teil gemacht. Seiner ist mir fast egal.
            Ich habe ihm nur ganz wenig zusätzlich geholfen,
            er hat mich tatsächlich gebeten zu helfen
            (da war die Stimme plötzlich nicht mehr so gehässig).
            .. weil ich es einfach nicht lassen kann, zu helfen.

            Aber die Stellen, die er gedankenlos verdreckt, seit Jahren,
            die habe ich gelassen. Soll er selber machen.
            Im Ergebnis habe ich heute nicht viel geputzt, mein Dreck war weg..
            Und er hat schimpfend und wütend rudimentär gemacht.
            Er meinte tatsächlich, ich hätte die Küche genutzt, er nicht,
            und deswegen sei es mein Job, alles zu säubern.
            Nun – das ist schlichtweg nicht wahrheitsgemäss,
            und macht unglaublich sauer.

            Nun, in der Konsequenz wird keiner die Küche haben wollen,
            aber das ist wirklich nicht mein Problem.

            Ich bin nur unendlich traurig und weine hinter meiner vermeintlichen Beziehung hinterher.
            Die grade hier wieder so schön zutage trat:
            Gemeinsam heisst für ihn, ich helfe ihm, oder mache es für ihn.
            Aber es heisst noch lange nicht, dass er MIR hilft.
            Mein Zeug habe ich alleine weggemacht.

            Und ansonsten sehe ich wenig Gemeinsames mehr.

            Danke fürs lesen.

            Es ist so widerlich, dass man da nicht einfach weggehen kann.
            Wie schon mehrfach, grundsätzlich wäre das die einzig richtige Reaktion,
            aber es ist unglaublich schwer.
            Nun, meine Wohnung rückt grade wieder näher.
            Alles ist besser als diese furchtbaren Wochenenden.

          • Anni sagt:

            Liebe Kersten,

            auch bei mir ist über die Jahre „ein Müllberg aus Wut“ angewachsen. Deine Worte beschreiben es perfekt. Aber man wartet vergeblich auf die Müllabfuhr, z. B. in Form einer aufrichtigen Entschuldigung. Das wird einfach nach passieren, der N. hat immer recht und Null Unrechtsbewusstsein.

            Wie er wirklich über einen denkt, damit hält er nicht hinterm Berg. Auch ich kenne dieses mehr oder weniger lautstarke Geschimpfe, wahrscheinlich müssen sie es sich immer laut vorsagen, damit sie es für sich manifestieren können.

            Ich bin im Moment auch sehr verbittert, weil ich mehr und mehr spüre, wie sehr mir dieser Dauerstress zusetzt. Alles, was du oben beschrieben hast, trifft bei mir zu. „… Herzrasen alle paar Minuten, und besonders, wenn irgendwas von Narz. kommt. Übelkeit, totale Erschöpfung. Appetit weg.“
            Vorgestern beim Einkaufen hatte ich eine richtige Panikattacke, ich dachte, ich muss alles stehen lassen und einfach nur raus. Sowas hatte ich zuletzt vor über 16 Jahren während meiner Krebserkrankung.
            Wahrscheinlich kommt jetzt alles zusammen: Die körperliche Anstrengung – ich muss die Vorbereitung des Umzugs alleine stemmen, die Angst vor dem Umzugstag, die ständig neuen Attacken des N., zu wenig essen, denn der Appetit ist wirklich weg. Eine einzige Katastrophe. Man wünscht sich einfach nur weit weg.
            Aber da sind noch die vielen Sachen, die gepackt werden müssen. Der N. nennt es „Alles nur Müll!“ So, wie ich etwas in die Wohnung gebracht habe, stellt er mir das nächste in das kleine Zimmer, in dem ich jetzt „wohne“, baut die Tür zu, so dass ich erst mal zum Feierabend alles wieder frei räumen muss. Gleichzeitig bestimmt er, was ich dazulassen hätte und was mitzunehmen hätte – und die drei kleinen treuen Hunde immer mittendrin. Die sind voller Panik, weil ich packe und verfolgen mich auf Schritt und Tritt. Es ist einfach so eine unwürdige Situation.

            Abends sitzt er dann vor seinem Rechner und klimpert im Datingportal rum, verabredet sich, schreibt whatsapp-Nachrichten. Ich finde das zwar sehr widerlich, habe dann aber wenigstens meine Ruhe. Völlig unverfroren tut er das, putzt sich raus und fährt zu Verabredungen. Gleichzeitig unterstellt er mir jeden Tag auf’s Neue, ich käme vom Vö…. Wahrscheinlich rechtfertigt er für sich damit sein Tun. Das arme nächste Opfer wird es auch noch glauben, wenn er sowas schreibt oder erzählt. 🙁

            Es ist der einzige und richtige Weg: Raus da! Und nie nie wieder zurück.

            Warum das so schwer ist, können Außenstehende nicht begreifen. Aber Henrike und du erleben das ganz sicher ziemlich ähnlich. Bleibt stark, ich denke unentwegt auch an euch. Seid lieb gegrüßt.

  6. ulla sagt:

    Diese Zuwendung ist dann allerdings wenig authentisch, sondern meist überzogen und gekünstelt und hat mit echter Anteilnahme, echtem Verständnis und Mitgefühl nichts zu tun. ..
    -Das habe ich erst jetzt nach fast 3 Jahrzehnten verstanden. Erst als ich aus der Co-haltung raus bin und selber Wünsche formuliert habe (kleine Wünsche, das er sein Verhalten ändert bei Dingen, die eigentlich meine persönlichen Wirkungsbereiche meist Freundschaften mit Anderen betreffen) habe ich gesehen, dass dies sofort als „böses Zurückweisung“ als Infragestellen seiner Person, als Ausdruck meiner Boshaftigkeit bis hin zum Monster gesehen wird…dieses Bild wurde dann nach Aussen selbst an Nachbarn transportiert…Solange ich sein Verhalten nicht infrage stelle kommt es zu gekünstelter fast überbordender Scheinanteilnahme, die sich aber immer auf Bereiche und Unterstützungsdienstleistungen bezieht, für die ich überhaupt kaum Wünsche geäußert habe…überbordende überzogene theatralische Scheininterventionen mit denen er beweist, wie sehr ich ihm wichtig bin…er sich engagiert…das heißt es wird gar nicht auf das eingegangen was man als Wunsch formuliert hat, was man sich wirklich wünscht…es ist nicht authentisch…es wird sich nicht zusammengesetzt und sich auf den anderen bezogen…beim Austausch gehts darum, dass der Andere seine Fehler einsieht…wenn man das abblockt, dann ist die Kommunikation vorbei und das man wütend wird, wird als Beweis für das Bösesein gesehen…
    Was ich im nachhinein nun sehe:
    Ich war nie alleine mit ihm von Anfang an waren da andere potentielle Damen und Herren mit denen eine Beziehung gepflegt wurde in denen ich schlecht gemacht wurde, bei denen sich über mich beschwert wurde…und mit deren Anwesenheit und potentiellem Aufstieg ich zum Wohlgefallen erpresst wurde.
    -Heute: nachdem ich eigenständig geworden bin: Hat er Beziehungen zu X Menschen meist aus der Vergangenheit oder neu per Handy reaktiviert und befand sich nur noch dabei diese Fangruppe aufzubauen und sich darin sein Selbstbewusstsein aufzublasen und sich in der Bewunderung zu sonnen. Und dort konnte ich dann im Aufbau zu diesen „Beziehungen“ beobachten wie das läuft. (Sehr gut das anschauen zu können im Nachhinein). Nun ist er fast von zu Hause verschwunden…für Wochen weg…meldet sich nicht…auch wenn er länger bleibt als er ankündigte…er erzählt nicht wo er ist…er hat eine Freundin, bei der er wohl nun einzieht und ich bin froh…denn wir hatten ja auch schon lange keine Liebesbeziehung mehr…
    Mich schockt nur immer wieder, warum man nicht merkte, dass es nie eine authentisches wirkliches gegenseitiges aufeinander Beziehen war… und man dann um Verständnis auch noch gekämpft hat… Dieses Scheinideal, ist der Kern, das was man selber im Kopf hat von der Person das man partou verwirklicht sehen möchte, an dem man selbst selbstschädigend festhält…vielleicht weil man es nicht ertragen kann zu sehen, dass man so lange sich hat täuschen lassen, bzw. getäuscht hat..ich glaube da muss ich ran

  7. Kersten sagt:

    „Diese Zuwendung .. wenig authentisch, sondern überzogen, gekünstelt …, kontrollieren .. besser überwachen und beeinflussen“
    So fühlt es sich an.

    „..rein sexuelle Betätigung zur Befriedigung seines Lustempfindens.“
    Teilweise zutreffend. Er kann nur mit sich selber, will die Show, kann die aber nicht so gut. Zu verklemmt. Zu sehr auf sich bezogen.

    „…nicht wahrgenommen und wertgeschätzt.“
    genau

    „Alles muss sich immer nur um den Narzissten drehen und wenn sie mal ihre eigene Meinung oder einen Wunsch äußern, erfahren sie sofort verachtende Reaktionen.“
    Das trifft voll zu. Verachtend ist nicht nötig, es reicht, wenn dauernd wenig Zuspruch kommt, immer Bedenken usw. Man mag dann nicht mehr drüber reden. Es ist zu negativ.

    „.. Sie dürfen keine Ansprüche stellen und ihn mit ihren authentischen Gedanken, Gefühlen und Wünschen nicht belästigen.“
    Das schon, man darf schon belästigen – aber es kostet was – viel. Dann wird bewertet und doziert, bis man richtig wütend wird. Und das eigentliche Problem, das einen bewegt hat, wird nicht gelöst, und die Folge ist, man möchte nicht mit dem Narz reden, die Themen werden immer weniger..

    „Sie stellen fest, dass sie in der Beziehung allein sind – obwohl sie einen Partner haben.“
    Das wirft mir der Narz vor. Ich würde in ihm das Gefühl des Alleineseins verursachen.
    Dabei erkennt er die Folgen korrekt, aber die Ursachen dürfen nicht wahr sein.
    Es MUSS der andere schuld sein.
    Wenn man das thematisiert, dann wird es sehr ungemütlich.
    Interessant ist, dass mir das Verhalten seiner Mutter zuattribuiert wird.
    Diese unmögliche Frau ist übergriffig bis zum .. ohne Worte.
    Ich höre mir 20minütige Ergüsse an, die eindeutig an die falsche Adresse gerichtet sind.
    Das sollte er mal seiner Mutter sagen, nicht mir.

    „Sie haben aber niemanden, mit dem sie sich offen und ehrlich austauschen können, der ihnen Verständnis entgegenbringt und sie so annimmt, wie sie sind.“
    Stimmt. ICH mache Fehler, denke falsch. Aber ich kann nur im lebendigen Austausch wachsen, nicht am Dozieren oder Besserwissen. Und genau das kann er gar nicht. Und ich weiche immer mehr zurück. ICH ertrage diese Besserwisserei nicht (mehr).

    „Sie sehnen sich nach emotionaler Nähe, Wärme, Sicherheit, Ruhe und Frieden.“
    Einfach ja.

    „..sozialem Umfeld zu isolieren,..“
    so langsam stimmt auch das.

    „Partner haben dann nur noch sich selbst und ihre unaufhörlichen negativen Gedankenschleifen.“
    Einfach nur gut gesagt – genau das fühle ich!

    „..umso mehr, je rücksichtsloser sich der Narzisst ihnen gegenüber verhält.“
    genau das beobachte ich. Deswegen bin ich so froh um meine Fluchtburg. Sie wird immer realer.

    „Da sie aber niemanden haben, klammern sie sich immer mehr an den Narzissten, versuchen ihm alles recht zu machen oder ihn zu mehr Höflichkeit und Rücksicht zu bewegen.“
    Das habe ich probiert. Einfach um es zu probieren, denn der NArz kann sehr lieb sein. Das Ergebnis ist unbefriedigend. Nun, MANCHMAL verhält er sich dann adäquat, aber hallo, bitte mit Tusch und Trara. Und ich kann mich NICHT darauf verlassen, dass er was einsieht und es immer so machen wird. Ich fühle mich manipuliert. Ein bisschen lieb, damit ich tu, was er will.

    Tja. Nachdenken bringt schon mal die kognitive Ebene.
    Und nun gehts darum, den Rest hinzukriegen.

    • Vani sagt:

      Danke für deinen interessanten Erfahrungsbericht. Ich lese immer wieder sehr gerne darüber, wie die einzelnen Erfahrungen mit Narzissten sind. Alles ähnelt wirklich wie ein Ei dem anderen.

      • Henrike sagt:

        Das schockiert mich auch immer wieder. Als gäbe es ein monatliches Narzissten-Memo, das an alle Clubmitglieder rausgeschickt wird: Wie weise ich geschickt alle Schuld von mir?
        Wie bringe ich meinen Partner um den Verstand: Gaslighting – eine Einführung!
        Wie man sein Größenselbst problemlos aufrechterhalten kann, ohne sich mit sich selbst auseinander setzen zu müssen.
        Kränkung und Abwertung für Dummies!
        Wie ich die richtigen Worte finden, um meinen Partner genau an den neuralgischen Punkten zu treffen!

        So oder so ähnlich stell ich es mir vor. Ach, ohne ein bisschen Humor ist dem ganzen auch nicht beizukommen.
        Manchmal hab ich (aber glaubt mir, nicht allzu viel) fast Mitleid mit den Betroffenen. Stellt euch vor, eure eigene Superpower wäre statt Beziehung, Anteilnahme, Kooperation und emotionalem Zugang ein ewiges Vernichten der von euch eigentlich doch am meisten geliebten Personen.
        Was ein trauriges, armseliges Leben. Nein, tauschen möchte ich wirklich nicht.

        • Anni sagt:

          Hallo Henrike,
          Du hast es mal wieder auf den Punkt gebracht. So ein Clubmitglied mit Abo des Narzissten-Memos habe ich auch „zu Hause“ sitzen. Aber es ist kein zu Hause mehr. In seinem zu Hause fühlt man sich doch geborgen, willkommen und fährt gern nach Feierabend hin. Meine Fluchtburg wird inzwischen Realität, aus meinem Umfeld erfahre ich großen Beistand. Ohne Galgenhumor wäre ich auch nicht durch die Zeit gekommen. Es ist aber auch zu abstrus und lächerlich, obwohl im schlimmsten Maße beleidigend und auf Zerstörung aus, dass man dem nur mit einem dicken Fell und emotionalen Abstand beikommen kann.

          Auch ich habe manchmal ein gewisses Maß an Mitleid mit dieser armen Seele mit diesem kümmerlichen inneren Selbstbewusstsein, dessen Demonstrationen seiner Großartigkeit eigentlich nur Hilfeschreie eines kleinen Jungen im Körper eines gealterten Mannes sind.

        • Kersten sagt:

          Liebe Henrike,
          “ ein ewiges Vernichten der eigentlich am meisten geliebten Personen“

          Puhh, da wird einem schwummrig…
          ich glaub, hier hast auf den Punkt meinen getroffen.
          Der merkt nicht, dass er sich immer noch gegen seine Mutter wehrt.
          Er liebt sie, wie soll es auch anders sein.
          Aber gleichzeitig MUSS er sie weghalten, da sie sehr übergriffig ist.
          Und ich hab das Gefühl, dass ich dazwischen stecke.
          Er wehrt subjektiv MICH ab,
          aber die Wortwahl und das Verhalten sagen mir,
          dass ich oft nur die Projektionsfläche bin (für die Mutter, und vllt auch die Ex).
          Und da kann ich gar nichts tun.
          Ich bins halt nicht. Falsche Adresse.
          Wenn ich vorsichtig (oder auch mal genervt) darauf hinweise, das geht gar nicht.
          Dann werde ich aber richtig niedergemacht.
          Ich kann das hier so lapidar schreiben, weil ich innerlich weggehe.
          Sonst würde ich es nicht mal schreiben können, es täte zu weh.

          Mannoman, kann ich nicht endlich aufhören, mich DAMIT zu beschäftigen, statt endlich meinen Weg weiterzugehen..
          Ging bisher ja auch.. nicht immer glatt, aber.. am Ende doch richtig…

          Bitte nicht böse sein, dass ich dauernd schreibe, ich kann kaum noch.
          Wenns nervt, höre ich sofort auf…

  8. Henrike sagt:

    Wow, dieser Artikel trifft mich gerade an einem Punkt, wo ich fast im selben Wortlaut meiner Freundin per Sprachnachricht diesen Zustand beschrieben habe.
    Nach Monaten der Kälte, der Eskalationen, der Abwertungen etc haben wir uns noch einmal zusammengerauft (ich hatte an anderer Stelle schon geschrieben, dass ich es leider eher einmal zu viel als einmal zu wenig probiere, so bin ich eben gestrickt), Zugeständnisse scheinbar auf beiden Seiten, aber im Leben kein Stück umgesetzt. Eigentlich sollten wir uns jetzt gemeinsam Mühe geben. Diese kommt aber nicht.
    Stattdessen habe ich jetzt gerade den schönen Satz gehört, dass er niemals! für mich kochen wird, das sei nicht so vereinbart gewesen. Für alle anderen gerne, Freunde, unseren Sohn, meine Mutter, natürlich sich selbst. Für mich nicht. Wenn ich spät von der Arbeit käme, könne ich mir selbst eine Pizza bestellen und wenn ich nix mehr essen würde (hab in diesen Monaten viele Kilos verloren, tut mir nicht gut) und anorektisch würde, sei das mein eigenes Problem. Er schenke mir nichts.
    Meine Güte, sind das hässliche Worte. Ich kenne sie alle schon lange und doch haben sie mich gerade nochmal sehr verletzt. Ich hätte so gerne einen Mann, der mich nicht verletzt. Es kann ja anders gehen.

    Vor zwei Tagen kam ein Annäherungsversuch auf körperlicher Ebene, völlig unvermittelt. Dieses oben beschriebene Gefühl, lediglich für die Bedürfnisse des anderen benutzt zu werden, kann ich somit gut teilen. Ich habe es abgeblockt, aber seitdem ist er wieder gekränkt und reagiert richtig fies mir gegenüber. Das wird wahrscheinlich der Hintergrund sein.

    Ich habe gerade mal wieder das Gefühl, es
    nicht mehr auszuhalten. Immer im selben Scheiß Kreis. Dazwischen Arbeit, Kind versorgen, sich selbst versorgen, das neue Haus einrichten. Alles kostet Kraft.

    Ich denke so oft an Trennung, scheitere aber jedes Mal bei der Umsetzung. Und dennoch habe ich eine Vision von Beziehung, die so anders ist als das hier.
    Ich fühle mich in der Tat sehr einsam. Ständig. Auch wenn ich zum Glück all meine tollen Freunde noch intensiv habe (ein ständiger Quell von negativen Bemerkungen) und durch sie viel Anteilnahme und Empathie bekomme. Aber ich wünsche es mir von meinem Partner ebenfalls. Die Tatsache, dass der Mann, der mich geheiratet hat, die schlimmsten Dinge der Welt zu mir sagt und danach dies nur kommentiert mit „du hast das alles verdient, in der nächsten Situation werde ich es genauso machen“, diese Tatsache macht mich tieftraurig und wahnsinnig hilflos. Eigentlich bleibt nur die Trennung und ich krieg sie nicht hin. Warte, hoffe, übe mich in Urvertrauen, glaube an seinen guten inneren Kern (den ich ja auch kenne) und halte aus. Ich hab Ausdauer, aber so langsam gehen meine Kräfte zu Neige. Ich bin sehr leer und ratlos.
    Puh, was eine deprimierende Nachricht, das Ganze. Aber dennoch genau das, was gerade ist.

    • Kersten sagt:

      Hallo Henrike, ich fasse es nicht, da kenne ich vieles. Grusel.

      „.. Für alle anderen gerne, Freunde, unseren Sohn, meine Mutter, natürlich sich selbst. .. und anorektisch würde, sei das mein eigenes Problem. Er schenke mir nichts.“
      Das geht gar nicht. Das ist einfach zuviel. Ich kenne den Kontext nicht, aber das ist einfach zuviel..

      „Vor zwei Tagen kam ein Annäherungsversuch auf körperlicher Ebene, völlig unvermittelt.“
      Das kenne ich sehr gut. Ich blocke es regelmässig ab, und dann ist sowieso schlechte Stimmung, die Gründe werden transformiert, aber es ist klar. ER hat seine absolute Macht nicht demonstrieren dürfen (vor allem sich selber), und dann wird gestraft. Hui, macht Spass, oder?
      Ob ich mich benutzt fühle, statt geliebt, das ist egal. Ob der Narz das überhaupt merkt, was er auslöst/tut? ICH befürchte – NEIN. Er merkt nur die Folge.

      „Ich habe gerade mal wieder das Gefühl, es nicht mehr auszuhalten. Immer im selben Scheiß Kreis. Dazwischen Arbeit, Kind versorgen, sich selbst versorgen, das neue Haus einrichten. Alles kostet Kraft.“
      Ich denke, Du hoffst, dass sich das alles, wenn alles eingerichtet ist, bessert.
      ICH denke immer in die Zukunft – wie wird es in 3 Jahren sein? Statt Friede und Hoffnung kriege ich immer mehr Angst. Auch wenn ich es noch nicht zulassen kann.

      “du hast das alles verdient, in der nächsten Situation werde ich es genauso machen”
      Wieso kann er Dir das folgenlos sagen? Das ist nicht mehr reiner Narz, das ist schlimmer.
      Ist er Sadist? Ist er in schlimmer Kindheit verroht, und du spürst noch den echten Mann, und lässt es dir deswegen gefallen? Ich bete darum, dass ich sowas nicht auch noch hören muss. Dann geh ich sofort in mein Nest und bin weg. Das ist meine rote Linie. Sowas geht für mich nicht.

      Deine Seelenverwandte im Leiden wünscht Dir viel Kraft.
      Ich jammere sicher bald selber wieder rum, dann hoffe ich auf eine digitale Umarmung, lächel.
      Fühl Dich in diesem Sinne umarmt und .. was auch immer Du grade brauchst.

      • Henrike sagt:

        Liebe Kersten, wir haben ja schon Mal unter einem anderen Post festgestellt, dass wir sehr ähnliche Situationen Zuhause haben und sehr ähnlich darauf blicken. Das tut gut zu lesen. Danke für deine wohltuenden, mitfühlenden Worte.
        Dass du schreibst, ob er ein Sadist sei, hat mich erstmal schlucken lassen. Ich glaube es grundsätzlich nicht, er hat viele sehr warme, nette Seiten. Auch die völlig verrohte Kindheit ist nicht zu finden, er hat im Prinzip ganz nette Eltern (wir haben allerdings keine gemeinsame Sprache, deshalb kann ich hier schlecht Zwischentöne mitbekommen, weil ich sie auch nur sehr selten sehe). Er war eher immer der über alles geliebte Prinz. Konnte nix falsch machen. Durfte vielleicht aber auch nicht. Und ich glaube, er hat Zeit seines Lebens eine fest vorgegebene Rolle erfüllen müssen. War immer um dieser Erfüllung Willen geliebt und sehr angesehen, aber vielleicht wenig um seiner selbst Willen, mit allen Makeln, Schwächen und Fehlern. Er ist sehr erfolgreich im Beruf (Mediziner), hat viel von der Welt gesehen. Ist für all das immer verstärkt worden, hat aber nie wirklich die Erfahrung gemacht, einfach so sein zu dürfen wie er ist. Seiten, die nicht ins Bild passten, würden einfach verleugnet, Schuld immer bei anderen gesucht.

        Warum ich bleibe? Ich sehe immer noch den Mann in ihm,den ich in meiner bis dato größten Lebenskrise kennengelernt habe und der so viel neuen Wind in mein Leben brachte. Positiv gesehen. Obwohl wir schon schnell mit unseren Temperamenten aneinander gerieten. Aber das narzisstische ist mir erst spät aufgefallen, seit ca einem Jahr aber wirklich nicht mehr zu übersehen. Und es wird immer schlimmer, ich hab Mal alle Sätze aufgeschrieben, die er mir schon gesagt hat, da läuft es einem kalt den Rücken runter.
        Er ist dann sein eigener böser Zwilling. Und dann wird er richtig schlimm. Einmal konnte ich es ihm begreiflich machen, da saß er dann und weinte in meinen Armen und fragte mich, was er denn tun könne, um anders zu werden. Aber daran wurde nie angeknüpft. Immer so ein falsches Zukunftsversprechen. Das er im Nachhinein auch einfach negiert. Hart auszuhalten. Man kriegt ihn nicht. Auch in dieser so unfassbar eindeutig aggressiven Phase hat er in seiner Sicht keinerlei schuld. Im Gegenteil: er sagte, ich habe ein Burnout, sei krank, solle in Therapie.
        Darüber kann man fast lachen, wenn es nicht so traurig wäre.

        Und ich merke, dass neben hundert praktischen Schwierigkeiten mich auch mein eigenes Selbstbild zurückhält, tatsächlich zu gehen. Ich bin in meiner Vorstellung eigentlich ein Glückskind, das hier kann nicht meine Geschichte sein. Ich kann das nicht richtig wahrhaben. Und dennoch lebe ich diese Situation akut seit drei Monaten, wiederkehrend aber schon länger.

        Wie ist das bei dir, Kersten? Warum genau bleibst du? Du schriebst, du hast dir schon deinen Rückzugsort geschaffen, das finde ich gerade sehr beneidenswert! Bist du denn da öfter? Seid ihr verheiratet? Was steckt wohl bei ihm dahinter? Macht ihr irgendeine Art von Paartherapie oder Beratung? Kann er Teile von dieser Dynamik in sich erkennen?
        Ach nein, du sagtest, er müsse auch immer alle Schuld von sich weisen. Das kenne ich wie gesagt nur zur Genüge. Manchmal fast lachhaft abstrus. Wenn das Kind unter seiner Aufsicht von der Treppe fällt, bin dennoch ich schuld, weil ich es so oft ermutige, da hochzugehen. Herrlich.
        Jede einzelne Situation kann man irgendwie mit Humor und innerem Beiseitetreten abwehren, aber irgendwann wird der Dauerbeschuss zu viel.
        Und solche tiefen Schüsse kommentiere ich natürlich, melde zurück, dass man so nicht reden kann und was es in mir auslöst. Aber das hat immer weniger Wirkung. Es wird ihm immer egaler, ob er mir weh tut. Es gibt kaum Grenzen mehr. Ich hätte niemals gedacht, dass mir das passieren würde. Ich bin kein co-abhängiger Typ, gar nicht. Aber vermutlich zu offen, vertrauensvoll, tolerant, zu wenig grenzsetzend, einfach weil ich damit nie negative Erfahrungen gemacht habe. Auch dass hasse ich richtig, dass ich immer ein Riesen Urvertrauen in die Menschen hatte und er so ein unfassbar krasses Beispiel ist, dass es die anderen nicht immer gut mit mir meinen. Aber naja, meinen inneren Glauben und meine Überzeugungen nimmt er mir zum Glück nicht.

        So, jetzt mach ich mal nen Punkt. Puh. Aber tut auch gut, das alles mal loszuwerden.

        Fühl dich zurück gedrückt, liebe Mitleidende, lieber Mitfahrerin im selben Boot!

        • SestraInes sagt:

          Es tut weh, das zu lesen und sich erst vorzustellen, was das mit Dir macht!
          Herr Grütefin hat einen wunderbaren Beitrag auf seiner Seite,, Narzismus als Chance“.
          Damit kann man die Sichtweise auf sich selbst lenken. Mir hat es schlussendlich zu der alles entscheidenden Einsicht geholfen, Abstand zu halten, keinen Kontakt- ich fühle mich gut.

        • Kersten sagt:

          Liebe Henrike,
          ich melde mich erst jetzt, hatte keine Zeit.

          „(..) Sadist sei, hat mich erstmal schlucken lassen. (..) Er war eher immer der über alles geliebte Prinz. War immer um dieser Erfüllung Willen geliebt und sehr angesehen, aber vielleicht wenig um seiner selbst Willen. “
          Das passt soweit auch auf meinen…er ist kein Sadist, aber sowas von mit der eigenen Nabelschau beschäftigt, und er scheint es nicht zu merken. Das oberflächliche Interesse, das er manchmal zeigt, da gruselt einen, wenn man ihn besser kennt – und das tu ich inzwischen.

          “ (..) erfolgreich, Welt gesehen. Seiten, die nicht passten, einfach verleugnet.“
          das passt doch prima, das ist der Narziss, oder? Tolle Fassade, dahinter wenig…

          „Warum ich bleibe? Ich sehe immer noch den Mann in ihm, den ich in meiner bis dato größten Lebenskrise kennengelernt habe und der so viel neuen Wind in mein Leben brachte. “
          Tja – pur Narzissmus-Site. Und – das könnte ich geschrieben haben. Grusel, wie ähnlich.
          Passt ja auch gut. Normale Persönlichkeiten in Krisen fallen auf Narzissten/innen rein. Na, stimmt hier doch grade. Bei mir jedenfalls auf jeden Fall…. Wenn es mir damals gut gegangen wäre, wäre ich höflich aber bestimmt nach 2 Dates gegangen. Ich bin geblieben, weil ich damals so beschäftigt war, dass ich die Warnsignale einfach ignoriert habe, weil es mir sehr schlecht ging. SO nach dem Motto: Das stört mich nur, weil es mir schlecht geht, ich bin zu empfindlich. Nun – das Ergebnis lehrt, dass die Warnsignale korrekt waren.

          „schnell mit unseren Temperamenten. Aber das narzisstische ist mir erst spät aufgefallen.“
          Kenne ich auch..

          „Und es wird immer schlimmer, ich hab Mal alle Sätze aufgeschrieben, die er mir schon gesagt hat, da läuft es einem kalt den Rücken runter.“
          Ich frage mich ernsthaft, wie man so jemanden die Grenze zeigen kann. Es wird ja immer schlimmer. Erst super, dann verbal schlimm, und zuletzt oft auch noch körperliche Gewalt. Das heisst, (hier) er, weiss genau, was er tut, und tastet sich intuitiv im Rahmen der Störung immer weiter vor. Und hier ist dann das Wesen der Störung beschrieben. Anstatt empathisch zurückzuzucken über so ein Verhalten, macht er/sie einfach weiter. Hauptsache ihr/sein Ziel wird im Ergebnis erreicht. Ich selbst wünsche mir so sehr den netten Typen zurück. Aber ich will nicht das hirnlose Flirten, darüber bin ich längst hinaus. Ich will den netten Typen als Partner, nicht als standardisierten Flirter, der alles andere ausblendet, was eine Beziehung sonst noch ausmacht. Ich finde es gruselig, zu Streiten über alle Grenzen hinweg, und dann ein bisschen flirten, dann am besten Bettsport und 3 Tage später wieder Streit bis zur Beziehungsabbruchdrohung. Das geht irgendwie nicht. Für mich.

          „Und dann wird er richtig schlimm. Einmal konnte ich es ihm begreiflich machen, da saß er dann und weinte in meinen Armen und fragte mich, was er denn tun könne, um anders zu werden. “
          Wie denn auch – dann müsste ER etwas an SICH tun, und er ist ja perfekt. Also war das wohl zum Beruhigen von Dir gedacht, weil er grade keinen Bock mehr auf Streit hatte, oder was weiss ich.

          „Immer so ein falsches Zukunftsversprechen. “
          Passt. Andere Themen, aber gleiche Enttäuschung… so gehts mir.

          „Im Gegenteil: er sagte, ich habe ein Burnout, sei krank, solle in Therapie.
          Darüber kann man fast lachen, wenn es nicht so traurig wäre.“
          Deswegen erzähle ich immer weniger, obwohl ich so gern eine Schulter zum Anlehnen hätte. ICH möchte nicht im nächsten Streit mit der selbstgelieferten Munition erledigt werden. Und das passiert, ich habs schon getestet. Nicht absichtlich, aber im Ergebnis war der Versuch ein misslungener Test. Jedenfalls keine Motivierung, mehr von sich zu zeigen.

          „(..) eigenes Selbstbild zurückhält, tatsächlich zu gehen. Ich bin in meiner Vorstellung eigentlich ein Glückskind, das hier kann nicht meine Geschichte sein. “
          Ich bin kein Glückskind. Ich lege mir gern selber Steine in den Weg, die zu hoch zum Drüberspringen sind. Nun ja, wissen tu ich es, aber gescheiter handeln…

          „Wie ist das bei dir, Kersten? Warum genau bleibst du?“
          Ich mag die Kinder. Mag sie nicht „alleinelassen“. Ich bin zu duldsam. Ich halte mich nicht für liebenswert, auch wenn ich weiss, dass das Käse ist. Und von der Sorte falsche Kognitionen mehr. Und ich habe immer weniger Kraft, nochmal aufzubrechen, und mein Glück zu suchen. Die Hoffnung sinkt in der Bilanz immer mehr. Und ich bin an der Grenze zur Depression, wenn nicht schon drin.

          „Du schriebst, du hast dir schon deinen Rückzugsort geschaffen, das finde ich gerade sehr beneidenswert!“ Danke, ist sehr kompliziert. Aber der Verstand weiss halt schon, was nötig ist, das Herz nicht. Und so einfach ist das alles auch nicht… noch bin ich selten dort. Ja, verheiratet. Das wird das grösste Problem. Aber wenn es zuende ist, dann zieh ich es durch. Sieh niemals zurück, sonst…

          „Was steckt wohl bei ihm dahinter?“
          Narzissmus halt. Nicht die schlimmste Vollversion, aber so schlimm, dass ich überfordert bin.

          Macht ihr irgendeine Art von Paartherapie oder Beratung?
          Kann er Teile von dieser Dynamik in sich erkennen?
          Beides nein, wie denn auch? Er ist perfekt, im besten Fall hat er mal nen Aussetzer, natürlich wegen jemanden anderen, in diesem Kontext wegen mir. Nun, wer das glaubt, kann sich gleich im Club der Co-Narzissten anmelden…

          „irgendwann wird der Dauerbeschuss zu viel.“
          Das ist das Problem…

          „(..) zu wenig grenzsetzend, einfach weil ich damit nie negative Erfahrungen gemacht habe. “
          hier liegt ein Problem.. kenne ich. Ich denke immer, Grenzsetzungen führen zum Beziehungsabbruch. Das ist falsch, aber es hindert mich wirksam daran, mich besser zur Wehr zu setzen.

          Lieben Gruss an Dich, und alle, die das lesen..

          • Henrike sagt:

            Hallo Kersten, danke für deine Antwort… Ja, einige Formulierungen sind sehr passsend: die selbstgelieferte Munition trifft es genau. Wie oft wird etwas gegen dich verwandt, was du ihm wann ganz anders im Vertrauen und im Hoffen auf Anteilnahme und Verständnis erzählt hast. Richtig mieses Gefühl. Keinerlei Sicherheit. Da wird man immer stummer, bleibt auf der Oberfläche, was dann wiederum auch in guten Phasen die Beziehung auf so nem total unbedeutenden Level hält. Das wäre es ja gerade, was man von Partner eigentlich brauchen würde, dass da alle persönlichen Gedanken, Geheimnisse, Fehler, Sorgen (und auch Stärken) etc sicher aufgehoben sind. Dass er z.b. eigene Schwächen kennt, um sie bewusst nicht anzutriggern. Hier ist es ja genau umgekehrt. Da fehlt so viel für mich so selbstverständliche Beziehungskompetenz.

            Und sag Mal, du schreibst wegen der Kinder, sind das seine, nicht eure oder? Wie ist denn ihre Beziehung zu ihrem Vater? Kommt da das narzisstische auch durch?
            Noch seh ich meinen grundsätzlich ja als einen tollen, sehr fürsorglichen Papa, aber wenn das Kind älter und autonomer wird, wird es garantiert auch Probleme geben.

            Ach und dieses erste nicht ganz gute Bauchgefühl kenn ich zu 100%. Aber ich hatte davor einen Partner über 12 Jahre, der sooooo anders war und ich hab einfach meine Annahmen über Männer vom einen auf den anderen übertragen. So nach dem Motto: das wird ja alles genau so wieder kommen, wenn wir uns erst tief miteinander eingelassen haben.
            Großer Fehler. Hätte ich sehen können, aber hier kommt einerseits der Punkt, dass man das nicht wirklich wahrhaben will, andere Erklärungen sucht.
            Und andererseits das Prinzip der versunkenen Kosten: ich hatte schon so viel für den Neuen aufgegeben (er war nicht der Trennungsgrund, aber ohne ihn hätte ich vielleicht in meine alte Beziehung zurück gefunden) und irgendwie kam dieser dringende Wunsch, es möge sich doch am Ende auszahlen. Hat es ja auch zwischendurch auch. Und mein Sohn ist wirklich das Beste, was mir je passiert ist, also allein deshalb war schon alles richtig so. Wir hatten wirklich schöne Phasen, eine wunderbare Hochzeit, ganz persönlich, herzlich, warm. Wo das hin ist? Who knows!!

            Diese versunkenen Kosten sind leider auch heute noch in mir aktuell. Ich bin mit ihm in den Ort seiner Arbeit gezogen, sonst hält mich hier nix. Habe jetzt sooo lange versucht, irgendwie kann man dann nicht einfach loslassen und sagen, nun gut, lieber jetzt mit 100x Verlust raus, als später vielleicht mit 1000x, wenn es doch noch die Chance auf einen kleinen Gewinn gibt (und ich meine das an dieser Stelle rein metaphorisch, geht mir nicht ums Geld, da verdien ich zum Glück mein eigenes). Da haben wir wieder diesen Suchtvergleich, der ist echt nicht von der Hand zu weisen. „Einmal spiel ich noch, vielleicht hab ich ja da Glück..“

            Gleichzeitig rücke ich aber gerade einem echten Absprung immer näher. Die letzen Begegnungen waren so erschreckend, dass ich in einem Wutschwung einfach Mal fünf Wohnungen angeschrieben hatte. Eine hätte ich sogar haben können, war aber leider nicht kindgerecht. Irgendwie muss er gespürt haben, dass ich dabei war, mich zu verabschieden, da kam das vorherzusehende kleine Bröckchen: er sei jetzt bereit für Paartherapie.
            Na gut, Junge, dann such jemanden. Ich hab mich so lange gekümmert, ich tu es nicht mehr. Aber da wird nix kommen. Ziemlich sicher.
            Er hatte mal gesagt, er wolle keine machen, weil ich da ja Recht bekommen würde. Oh Mann…

            Tja und leider kriegt er mich damit zumindest so weit, dass ich denke, das müsste ich noch versucht haben. Wieder diese Minihoffnung, vielleicht könne das ja zur Klärung beitragen . Und so hänge ich letzten Endes weiter in der Spirale aus Wut, Angst, Hilflosigkeit, tiefer Traurigkeit, dann wieder innere eigene Weichheit (die ich mir irgendwie auch nicht nehmen lassen möchte, obwohl sie mir bestimmt nicht immer gut tut) und ein bisschen Hoffnung.

            Ich bin sehr gespannt, was am Ende dabei herauskommt. Kann’s gerade gar nicht absehen. Manchmal seh ich mich mit wem anders glücklich sein. Manchmal seh ich für uns ein Happy End. So wie jetzt wird’s auf jeden Fall nicht enden, das hab ich klar.

            Und Kersten, wenn du den Eindruck hast, dass du eigentlich schon mitten in einer Depression steckst, kannst du dir für dich alleine Unterstützung holen? Ich bin schon seit einem Jahr in Beratung, war z.T. sehr hilfreich. Hat mir gut getan.
            Wie ist das bei dir?

            Ich sende dir auf jeden Fall alles Liebe!

            PS: diese Nachricht ist arg unstrukturiert, das spiegelt meine derzeitige Gedankenwelt sehr gut wieder. Sorry!

        • Kersten sagt:

          Liebe Henrike,
          einen anderen Weg zu antworten gibt das Programm nicht her, soweit ich sehe. also hier:

          „selbstgelieferte Munition“
          habe grad wieder erlebt, wie schön sich das anfühlt. leider.

          „Keinerlei Sicherheit.“
          Und nun wird MIR vorgeworfen, er fühlt sich nicht (mehr) sicher… – prima, dann sind es schon 2…

          „Und sag Mal, du schreibst wegen der Kinder, sind das seine, nicht eure oder?“
          sind seine.

          „Wie ist denn ihre Beziehung zu ihrem Vater?“
          beide sehr gut an die Schrullen des Vaters angepasst. Sie können damit umgehen, habens von der Pike auf gelernt. Sind beide wenig Narz, eher normal bis Co.

          “Einmal spiel ich noch, vielleicht hab ich ja da Glück..”
          tja, wenigstens wissen wir es schon…dass es was von hoffen und spielen hat..

          „(..) dass ich in einem Wutschwung einfach Mal fünf Wohnungen angeschrieben hatte.“
          vielleicht eine sehr gute Idee.. endlich den Blick in das Veränderbare wagen, nicht ins unabänderliche… nun, weiss selber, dass das super schwer ist, schaffe es selber kaum..

          “ (..) er sei jetzt bereit für Paartherapie. Aber da wird nix kommen. Ziemlich sicher.“
          ich fürchte, du hast recht. trotzdem, egal wie du deinen weg weitergehst, wenn er es ernsthaft anbietet, geh den weg zumindest versuchsweise kurz mit. wegen den verpassten chancen. vielleicht will er jetzt, wo du grenzen setzt, doch ernsthaft. aber wenns nichts grundlegendes ändert, dann wars halt ein versuch für die katz, aber … nun – ich würde es versuchen, und vielleicht – Hoffnung stirbt zuletzt. Aber.. DU hast sicher recht, es bringt zu wenig..

          „Und Kersten, wenn du den Eindruck hast, dass du eigentlich schon mitten in einer Depression steckst, kannst du dir für dich alleine Unterstützung holen?“
          Lächel, danke, ich komme DAMIT gut zurecht. Das ANDERE macht mir so grosse Sorgen..
          Weißt, bei Depression verordnet man ein Medikament. Aber das löst halt nicht die Ursache, diese verflixte Beziehung. Also – ich muss das Problem lösen, nicht die Auswirkung..

          „diese Nachricht ist unstrukturiert, spiegelt meine derzeitige Gedankenwelt sehr gut wieder.“
          finde ich nicht. ist strukturiert. ich konnte gut folgen. und sogar antworten. also zumindest für mich alles gut.

          ganz liebe Grüsse, Kersten

          • Henrike sagt:

            Ich schreibe direkt Mal zurück, sozusagen als innere Vorbereitung. Wir sind gleich zu einem Gespräch verabredet, in dem ich sagen möchte, dass es hier Zuhause für mich nicht mehr weitergehen kann und ich mir folgendes wünsche: wir mieten ein Airbnb Apartment dazu für z.b. zwei Monate und immer derjenige, der beim Kind ist, schläft Zuhause, der andere im Apartment. Aus der Distanz gucken wir mal, was noch für Möglichkeiten da sind. Vielleicht auch mit Paartherapie. Ich werde es probieren. So finde ich es einen fairen Vorschlag. Ich möchte ohne innere Feindseligkeit und Wut reingehen, ganz sachlich bleiben. Mal schauen, wie gut es gelingt. Die Stimmung ist schwierig. Ich werde sehen.

            Zu dir: klar, Medikamente sind in so einer Situation der völlig falsche Ansatz, beheben maximal ein Begleitsymptom, aber natürlich nie die Ursache. Das habe ich auch nicht gemeint. Ich würde zu einer Psychotherapie bzw. Beratung raten, für einen selbst ein Ventil und gute Impulse finden durch jemanden, der nicht emotional mitverstrickt ist (wie Freundinnen, Familie etc).
            Mir hat das sehr gut getan.

            Gestern war ich bei einem Geburtstag vom Sohn meiner Freundin. Die hat eine noch schlimmere Beziehung hinter sich (ohne Übertreibung, der Typ war ein richtiger Psychopath, heftig). Nach einem langen Ablöseprozess hat sie nun einen tollen, warmen, so gar nicht narzisstischen Mann gefunden und eine Familie gegründet. Ich habe sooo Sehnsucht danach, diese Art von Beziehung wieder zu leben. Ich hatte das selbst zwölf Jahre. Klar, irgendwas ist immer, aber dieses Gefühl von inner circle, sich auf den anderen blind verlassen zu können, davon ganz vertrauensvoll auszugehen, dass er das beste für mich (und sich) im Sinn hat. Und umgekehrt genauso. Oh wie ich das vermisse. Ich möchte nach Hause kommen und jemanden haben, der sich auf mich freut. Der sagt, wie schön, dass du da bist. Der mich in den Arm nimmt und mich anlächelt. Dieses kalte, feindselige Gesicht, die sofortige vorwurfsvolle Art, ich kann es nicht mehr.

            Und ja, dann wie du schreibst, die totale Umkehr: er fühlt sich nicht sicher. Er ist unglücklich. Er leidet. Toll. Unser Leid haben wir uns selbst zuzuschreiben, wenn wir uns besser verhalten würden, müssten wir ja nicht leiden. Puuh. Diese Art macht einen so ohnmächtig. Ich hasse es, mich hilflos zu fühlen und muss es schon seit Monaten. Echt nicht einfach.

            Ich sende dir weiterhin viel Kraft und Energie für dich selbst, deinen Maßstab, deine Überzeugungen, deine Wahrnehmung. Halte dich gut im Blick, ich probiers auch.
            Alles Liebe

  9. Wildkraut sagt:

    So ist es und so war es in meiner 17 Jahre dauernden Beziehung zu einem N., habe es genau so erlebt.Besonders hart: das Alleine sein in einer Beziehung …was er nicht geschafft hat: mich von meiner Familie und meinen Freunden zu isolieren. Was ich geschafft hab : mich nach 17 Jahren von ihm zu trennen…das ist inzwischen 6 Jahre her, jetzt ist er in diesem Frühjahr ganz plötzlich gestorben. Sein Tod wirft für mich viele Fragen erneut auf, stellt aber die Trennung nicht in Frage. Und bei aller Wut, aller Verzweiflung und aller Trauer in den Jahren der Beziehung , empfinde ich jetzt,mit großem Abstand zu seiner Person eine Demut vor der Endgültigkeit des Lebens und wünsche seiner Seele den Frieden, den er zu Lebzeiten nicht gefunden hat. Ich bin gestärkt aus dieser Beziehung herausgewachsen! Darüber bin ich sehr froh!

    • Anni sagt:

      Das kann ich soo gut verstehen.
      Alles Gute weiterhin.

      • Wildkraut sagt:

        Danke! Ich wünsche dir auch alles Gute für die Umsetzung deiner Pläne und drücke die Daumen, dass du die Wohnung bekommst!

        • Anni sagt:

          Vielen Dank. Es geklappt mit der Wohnung und ich bin sehr glücklich darüber. Zum Glück ist es dem N. auch bei mir nicht gelungen, mich komplett von Familie und Freunden zu isolieren. In den letzten Jahren habe ich schon viele Kontakte wieder aus der Sackgasse geholt und wieder belebt. Das tut unendlich gut, wenn die Familie, Freunde, ja sogar seine Kinder, hinter einem stehen. Das werden jetzt noch einmal Nerven aufreibende Wochen, aber dann wird endlich Frieden in mein Leben einkehren.

    • Kersten sagt:

      Ich glaube, so blöd es klingt, er wird von dir verstanden. Hoffentlich hast du recht, und er hat endlich Frieden. Wenn nicht jetzt, wann dann. Ich wünsche dir alles Gute.

  10. Immer noch kein Dracula sagt:

    „[…]Sie brauchen unbedingt emotionale Nähe, um sich wieder wohlfühlen zu können und in einen ausgeglichenen Zustand zurückzufinden.[…]“

    Absolut zutreffend. Weswegen dann das gezielte Isolieren durch manipulative Methoden einsetzt, sobald man sich dem zu entziehen versucht.

    Das Zauberwort ist eben „Gegenseitigkeit“.

    Mittlerweile isolier ich mich schon selbst. Den Verleumdungen und gezielten Setups und dessen Nachwirkungen ist gerade durch das digitale kaum zu entkommen.

    Ich witzel drüber, aber ich vertrockne innerlich.

    Wenn man wo man geht und steht nur noch damit rechnen muss, das wildfremde einen schief von der Seite anmachen…

    Schätze gerade auch deswegen, weil ich weiß das mich das, wie jeden Menschen, in ebenso ein Monstrum verwandelt, will ich keine Beziehung mehr und gehe jedem Flirtversuch aus dem Weg.
    Im Grunde muss ich nun bei jeder Interaktion Angst haben in irgend abwertende Ecke gestellt zu werden. Egal wie wenig das mit der Realität übereinstimmt.

    Schon als ich Ihr am Telefon mal sagte:“Ich werde diese Seuche nicht weitertragen!“ (ich konnte ihr gehässiges Grinsen an der Stelle regelrecht am Tonfall hören danach, war mir klar das meine Verfassung sich erst mal normalisieren müsste.
    Tja, das hat sich wohl erledigt. So wie das Cybermobbing mich.
    Und dafür lässt Sie sich noch als Helden feiern – weswegen dieses Wort nun ein Unwort für mich ist.

    Trotzdem halte ich mich wenigstens davon fern selbst anderen so was anzutun.

    Habe immer noch keine Ahnung wieso es derart viele, derart seltsame Situationen gab. Kann aber nur digital gewesen sein.
    Letzlich wurde immer wieder auch mit Bezug auf Daten in meinem Handy von teils wildfremden auf mir rumgehackt.
    Mittel, Motiv und Gelegenheit dazu hatte im Grunde nur eine Person…

    Ich kann aber nun, da die Anfeindungen nachlassen wieder freundlicher mit anderen umgehen. (Nicht mehr so distanziert). Viel Hoffnung habe ich nicht mehr, dass das wieder wird.
    Schätze ich bin jetzt selbst so – naja, nicht ganz, ich bewahr mir zumindest meine Ethik, egal wie viel Müll mir nachgeworfen/sagt wird.
    (Alleine das hier zu schreiben wird den Irsinn wahrscheinlich wieder neu anheizen, aber vlt. gibt’s ja ne positive Überraschung. Das werde ich dann sehen.

    Bleibt wohl, den tragischen Vampir zu spielen. Die Metapher trifft es gut. Sie saugen einen aus und ersetzen das geraubte Blut durch Gift. Das meine ich, wenn ich davon spreche das es ansteckend sein kann.
    (Wenn man Blut hier als Lebensfreude und Nähe versteht).

    Wenn Sie dich nicht selbst brechen und in einen willenlosen Sklaven verwandeln können, dann lassen Sie das andere machen. Kurzfassung:
    Extreme vorsicht, wenn ein/e Partner*in einem jede andere zwischenmenschliche schlechtreden will, bzw. sogar intrigiert. Das Ende ist alles andere als schön.

    Das ist mein persönlicher Grund mich weiter damit zu befassen.
    Letzlich habe ich auch gar keine Wahl. Doch ich kann evtl. dafür sorgen das Ursachen und Wirkungen von derartigen „ganz normalem“ Wahnsinn besser bekannt werden.

    Letzlich zieht sich Narzismuß in unterschiedlichsten Spielarten eben durch jeden Teil der Gesellschaft.

    Es gibt immer noch die aberwitzige Haltung dazu, das man ja „selber Schuld“ ist, wenn man selbst dann nicht gebauso aggressiv / destruktiv dagegen hält…

    Seltsamerweise gilt das auch dann, wenn sehr viele auf eine/n Einzelnen / Randgruppen einprügeln und sich dann in ein Dilemma sich selbst dafür auch noch zu rechtfertigen, ( – ja, das teils dann sogar als „Heldentat“ zu feiern – ) manövrieren.

    Mal sehen wie sehr mir mein seelisches Tauwetter jetzt wieder verhagelt wird.
    Vlt. passiert ja sogar mal nichts absurdes.

    Was die „Vampir“ Metapher angeht – ein Erklärungsmodell welches die NPS schon erklärte, lange bevor sich die Psychologie etabliert hatte.
    Das mit dem Verlust des Spiegelbilds ist dabei lediglich nicht wörtlich zu nehmen.
    Ganz ähnlich wie beim Namensgeber der NPS.
    Obwohl ich persönlich ja finde, das die alten Steroetypen-Götter die ultimativen Narzisten sind und ihre Spielchen mit Narcissus und Echo nur ein Beispiel dafür sind wie die Selbstüberhöhung sich durch die Menscheitsgeschichte zieht, bis heute.

    Bin immer noch kein Dracula und dazu werde ich auch nicht. Nennt’s Narzistisch, wenn ich eher zerbreche, als mich dem zu ergeben. Das ist es ganz sicher.

    Der Manipulation, also Hauptwerkzeug dessen ist wohl nur beizukommen, wenn man darüber aufklärt. Doktrinen/Dogmen/Idiologien – all das kann durch NPS korumpiert werden. Und wird es all zu oft auch.

    Wenn die Menschen lernen sich selbst zu verstehen wird der Schleier der Maya vielleicht fallen und derartige Auswüchse wie NPS und die gesamtgesellschaftlichen Nebenwirkungen damit dann auch.
    Tja, utopisch, ja. Aber ein Stück weit auch notwendig…

  11. Matthias Keller sagt:

    Vielen lieben Dank für den Artikel, trifft zu 100% zu mit allem was ich erlebt, und gefühlt hatte.

    Leider ist man erst hinterher schlauer, und merkt in dieser Zeit nicht was mit einem geschieht.

    Es ist schwer den Absprung zu schaffen, aber es ist möglich und es ist befreiend.

  12. Anni sagt:

    Vielen Dank Herr Grüttefien, für diesen großartigen Beitrag und die perfekte Beschreibung meines Mannes. Alles, aber auch wirklich alles, trifft auf die gemeinsamen 15 Jahre mit einem Narzissten zu. Emotionale Zuwendung gab es in all den Jahren nur von den Hunden, ein wirklicher Trost. Wertschätzung – dieser Begriff existiert im „Werkzeugkasten“ des Narzissten genauso wenig wie Emphatie, Mitleid hat er nur mit sich selbst.
    Damit ich nicht ende wie im letzten Absatz beschrieben, bin ich gerade dabei, mein weiteres Leben ohne ihn zu planen, eine Wohnung habe ich gerade gefunden und hoffe auf Zusage des Vermieters.
    Zugegebenermaßen ziehe ich auf sein Betreiben hin aus, die Aufforderung kam mitten im Urlaub, nach einem sehr netten, gemeinsam mit meinen Kollegen und deren Frauen verbrachten Abend, dem jährlichen Firmenevent, von jetzt auf gleich bei der Heimkehr. Der genannte Grund ist idiotisch und völlig aus der Luft gegriffen, aber das ist ja auch typisch für einen N. Wahrscheinlich habe ich zuviel Eigenleben durch meine Berufstätigkeit und er mich nicht genug unter Kontrolle. Zum Glück habe ich dadurch meine finanzielle Unabhängigkeit behalten, was das Ganze einfacher macht.

  13. SestraInes sagt:

    Der Beitrag ist sehr gut beschrieben. Habe es in der Familie leider selbst erlebt- und auch lange nicht verstanden.
    Der gedehmütigte Partner hat nach einer Scheidung vom N.nach 13 Jahren die gleiche Person nochmal geheiratet- in der Hoffnung auf Einsicht, Reue, Zurückhaltung und wahre Liebe. Es war aber wieder ein Reinfall auf die vielen Versprechungen- hinter der nur die Angst vor materieller Armut , Ansehensverlust und Einsamkeitstand, aber keine Bereitschaft, eine echte Beziehung zu führen.
    Die psychische und physische Gesundheit vom Partner waren da schon sehr beeinträchtigt und er ist viel zu jung gestorben.
    Die Selbstinszenierung des N. ging danach weiter und das ausbeuterische, respektlose, empathielose Benehmen auch… Ich halte Abstand und bewege mich auf der Sachebene- völliger Abbruch ist nicht möglich, da Familie…
    Der, in dem Fall die N. ist jetzt auch alt,kämpft gegen den Abbau- einsam…

    • Anni sagt:

      Das Geschlecht des N. spielt dabei wohl auch keine Rolle, die Spielarten und Verhaltensweisen sind gleich. Beim emotionalen Verhungernlassen des Partners gibt es keinen Unterschied, Einsicht, Reue, Zurückhaltung und wahre Liebe – dazu ist ein N. ja gar nicht fähig. Versprechungen sind reines Taktieren, nur zum eigenen Vorteil. Es werden maximal Zugeständnisse gemacht, die sich sowieso über kurz oder lang nicht vermeiden lassen würden, damit der Partner ja nur wieder zurück kommt – um mit den Demütigungen erneut beginnen zu können. Es ist einfach eine Endlosschleife, bis der Partner auf’s Neue die Flucht ergreift oder daran letztendlich kaputt geht, wie in Ihrer Familie.

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