Narzissten brauchen uns

Obwohl ein Narzisst immer wieder seine Unabhängigkeit betont und besonders viel Wert auf seine Freiheit legt, ist ihm jedoch nicht bewusst, dass er letztlich abhängig von seinen Mitmenschen ist. Ohne die emotionale Zufuhr von anderen Menschen fühlt sich ein Narzisst leer und wertlos. Einsamkeit ist für einen Narzissten ein unerträglicher Zustand, der ihn depressiv macht.

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Wir alle brauchen ein soziales Umfeld, in dem wir uns akzeptiert und sicher fühlen. Wir sehnen uns nach Geborgenheit und suchen daher die Nähe zu anderen Menschen. Hier können wir Akzeptanz und Bestätigung finden. Nur hier können wir erfahren, ob wir einen wertvollen Beitrag leisten und ob unsere Existenz erwünscht ist. Die Zufriedenheit der anderen über das eigene Wirken und über das eigene Dasein gibt uns ein befriedigendes Gefühl.

Auf diese Weise kann der Mensch ein stabiles Selbstwertgefühl aufbauen. Die Resonanz aus seinem sozialen Umfeld gibt ihm ein Gefühl für den eigenen Wert. Daher sind positive soziale Kontakte zu anderen so wichtig. Es stärkt die Persönlichkeit durch das Gefühl, gut zu sein und gebraucht zu werden. Auf der anderen Seite kann aber ein negativer Kontakt zu anderen Menschen den eigenen Selbstwert schwächen oder gar zerstören. Diese Abhängigkeit von anderen Menschen kann sich also positiv und stärkend auswirken, sie kann aber auch ausgenutzt werden und dann zerstörerisch sein.

Der Narzisst lebt autark

Narzissten glauben, von niemand abhängig zu sein. Zwar haben sie auch das Bedürfnis nach Zugehörigkeit und menschlicher Nähe, aber sie wagen es nicht, sich diese Abhängigkeit einzugestehen. Sie glauben, wenn sie es tun würden, gleichfalls eine Schwäche von sich preiszugeben und somit ihre Verwundbarkeit zu offenbaren.

Wenn der Narzisst sich eingestehen würde, Zuwendung und Hilfe von anderen zu benötigen, dann würde er damit eine alte Wunde aufreißen, die ihm als Kind zugefügt wurde, als er hilflos und abhängig war. Damals war der Narzisst vollständig seinen Eltern ausgeliefert und diese hatten allein die Macht über ihn. Sie missbrauchten seine Hilflosigkeit und sein Vertrauen und fügten ihm seelische Schmerzen zu. Aufgrund von traumatischen Erlebnisse in der Kindheit entwickelte der Narzisst dann ein übertriebenes Misstrauen, weshalb er sich dann später anderen Menschen nicht mehr so einfach hingeben kann.

Verfällt er aber aufgrund einer Notsituation in eine Bedürftigkeit und Hilflosigkeit, dann ist er gezwungen, sich sich anderen anvertrauen. Dann begibt er sich in die Gefahr, dass anderen Menschen über ihn zu bestimmen könnten und dass er sein eigenes Schicksal aus der Hand geben muss. Aus dieser tiefen Angst heraus, von anderen abhängig und ausgenutzt werden zu können, versucht er, so viel Macht wie möglich anzusammeln, so dass er jederzeit unabhängig bleiben und selbst bestimmen kann, was geschieht.

Hat er die vollständige Macht, dann kann er alles fordern, was er benötigt. Er bestimmt die Regeln, er behält die Oberhand und wenn ihm jemand widerspricht und nicht folgt, dann wird er einfach ausgewechselt. Indem er Menschen nicht als Personen, sondern als Objekte ansieht, fällt es ihm leichter, sich abzugrenzen und sich vor seelischen Schmerz zu schützen.

Freiheit durch Geld und Macht

Somit glaubt der Narzisst, wenn er Geld und Macht hat, der Schmach entgehen zu können, auf andere angewiesen sein zu müssen. Mit seiner Macht kann er andere von sich abhängig machen, hält diese Personen gleichfalls auf Distanz und gelangt auf diese Weise dennoch zu notwendigen sozialen Kontakten, ohne dabei aber in die Defensive zu geraten. Er kann die Kontrolle behalten, weil andere ihm gehorchen müssen.

In vielen Fällen braucht aber ein Narzisst nicht unbedingt Macht, Geld, eine gehobene Stellung und Einfluss, um andere Menschen von sich abhängig zu machen. Oft reicht auch schon sein unwiderstehlicher Charme, sein brillanter Verstand oder sein gutes Aussehen, um Bewunderer zu locken und sie zu verführen. Er spielt dann mit den Sehnsüchten, Ängsten und Schwächen anderer, um eine soziale Bindung aufzubauen, die aber eine klare Hierarchie beinhaltet: Er herrscht und der andere dient und ist abhängig.

Zum Herrschen braucht man Menschen

Zu dumm eben, dass man zum Herrschen bereitwillige Menschen benötigt und auf diese Weise dann doch in eine Abhängigkeit gerät. Narzissten sind sich aber dieser Abhängigkeit nicht bewusst. Sie glauben, sie können Menschen durch Angst, Versprechen, Verführungen oder Erpressungen an sich binden. Sie bauen einen Zwang auf, eine unabänderliche Notwendigkeit, damit sie von anderen nicht mehr verlassen werden können und so der Einsamkeit sowie dem Gefühl von Wertlosigkeit vorbeugen können.

Auch wenn sie nach außen stets behaupten, dass es ihnen überhaupt nichts ausmachen würde, allein zu sein, so sehr können sie doch ihr übergroßes Bedürfnis nach Bewunderung nur durch die Gegenwart von anderen Menschen befriedigen. Zwar fühlen sie sich nach außen überlegen, weil sie etwas haben oder können, was andere Menschen nicht haben und was sie deshalb attraktiv erscheinen lässt, aber wenn diese Eigenschaften wegfallen, dann sind sie völlig allein und erhalten keine Zufuhr mehr.

Dabei müssen sie auch nicht unbedingt eine ganze Herde an Menschen um sich sammeln. Zumindest aber brauchen sie einen Getreuen, sei es die Ehefrau oder der Ehemann, die Tochter oder der Sohn, eine Geliebte oder eine Prostituierte. Sie können nicht alleine sein. Zu sehr kommen sie dann mit dem Gefühl der Minderwertigkeit in Berührung, weil sie ihren Selbstwert nicht aus sich selbst heraus regulieren können. Sie brauchen die Bestätigung von anderen Menschen. Sie brauchen die positive Rückkoppelung aus ihrem sozialen Umfeld, dass sie gut, besser oder genial sind. Der Narzisst braucht soziale Kontakte, um seine Bedeutung zu spüren und seinen Wert zu fühlen. Er braucht andere Menschen im besonderen Maße, um zu erfahren, dass er liebenswert ist.

Ein Narzisst nutzt Macht zur Bindung

Und immer muss eine Beziehung so gestaltet sein, dass der Narzisst die Herrschaft hat. Er kann keine gleichberechtigte Beziehung mit anderen eingehen, weil er dann sofort Angst bekommt, nicht gut genug zu sein und dass sich andere über ihn stellen könnten. Er braucht das Gefühl, besser als andere zu sein und mehr Rechte als andere zu haben. Nachgeben, Zuhören, Kompromisse eingehen, anderen Recht geben oder andere loben kann ein Narzisst nicht, weil er dann immer in demselben Augenblick seine eigene Person zurückstellen müsste. Und das würde er als Ausdruck von Schwäche empfinden, die er nicht zeigen will – aus Angst, sein Image zu beschädigen.

Stößt der Narzisst auf andere Menschen, die mehr Macht und Einfluss haben, dann ruft es bei ihm Groll, Neid und Widerstand hervor. Seine Urangst steigt in ihm auf, weil er sogleich mit seinen Minderwertigkeitsgefühlen in Kontakt kommt und befürchtet, wieder missbraucht werden zu können und sich für andere opfern zu müssen. Machtlos zu sein ist für einen Narzissten im höchsten Grad unerträglich. Sich einen anderen Willen unterordnen und fügen zu müssen erlebt der Narzisst als eine unerträgliche Demütigung.

Das Leugnen von Gefühlen rettet ihn

Stattdessen verdrängt oder leugnet der Narzisst seine Gefühle und gibt sich nach außen betont beherrscht und unnahbar. Nichts scheint ihn berühren zu können. Diesen Schutzwall baut der Narzisst auf, um nicht von seinen Gefühlen überrollt zu werden, um sich nicht von seinen Gefühlen mitreißen zu lassen und somit die Selbstbeherrschung zu verlieren.

Da er aber eben seine Gefühle verdrängt, kann er zu anderen Menschen keine Bindung aufbauen, die auf Liebe, Wärme und emotionaler Sicherheit beruht. Er kann auf diesem Gebiet nichts anbieten, weil das Schutzbedürfnis für ihn zu groß ist, als dass er bedingungslos vertrauen könnte. Daher nutzt er andere Faktoren wie Macht, Manipulation, Verführung, Unterdrückung und Zwang, um andere Menschen an sich zu binden.

Bindung wird somit von dem Narzissten mit manipulativen Methoden organisiert, weshalb jeder Beziehung mit einem Narzissten die Wärme und tiefere Herzlichkeit fehlt. Dieser Mangel wird von Partnern von Narzissten fortlaufend beklagt, ohne jedoch jemals eine dauerhafte Veränderung zu erleben. Die Drohung, die Beziehung zu beenden und dem Narzissten somit die emotionale Zufuhr abzuschneiden, ist dann häufig das einzige Instrument des Partners, um den Narzissten zumindest zeitweise zu mehr Rücksicht und Anteilnahme zu bewegen.

 


Veröffentlicht in Blog, Narzisstische Gesellschaft
54 Kommentare zu “Narzissten brauchen uns
  1. Alex sagt:

    Wenn Narzissten „uns“ brauchen, ist es umso wichtiger, schnellstens die Beine in die Hand zu nehmen und den Kontakt abzubrechen!
    Sollen sie sich Neue Energielieferanten holen.
    Ich hab jetzt seit Juni 2016 keinerlei Kontakt mehr und das ist das Beste, was mir in den letzten 3 Jahren passiert ist.

  2. Moorkönigin sagt:

    Das Geld leihen und nicht zurück geben.
    Welche Rolle spielt das Geld hier?
    Er verdient sehr gut. Hat sich von mir aushalten lassen, seine Geliebte um Geld geprellt, läuft in verrissenen Klamotten rum, fährt schmuddelige Autos, lebt in runtergekommenen Wohnungen.
    Er hat keine teuren Hobbys und immer Geldschwierigkeiten.
    Warum leiht er sich Geld von Frauen, wähnt sich in der Opferrolle und zahlt es nicht zurück?
    Hat das was mit Macht haben wollen zu tun?

    • Lise sagt:

      Das ist nicht so selten, dass sich jemand Geld leiht, auch sogar von einer Bank oder Verwandten und die Geber in dem Moment, wo sie es zurück wollen als Halsabschneider beschimpft, oder meint die sollen sich nicht so haben, die haben doch genug.
      Da hilft nur, das als Manipulation zu nehmen und durch klares Handeln etwas über Eigentumsrechte zu lehren. Leider ist es den Verleihern oft auch noch peinlich, als kleinlich oder wenig großzugig beschimpft zu werden. Manch einer geht nach vielen leeren Versprechungen irgendwann an die Decke, denn es kann einen ja selber in Schwierigkeiten bringen, wenn Geld nicht wie verabredet zurück fließt.

      Das Motiv ist egal, ich finde, man sollte so etwas nicht allzulange durchgehen lassen, bevor man sich noch vor Wut oder Geldnot selber blöd benimmt.

  3. Flora sagt:

    Herr Grüttefien,

    vielleicht erklären Sie einmal den Unterschied zwischen Komplementär Narzissmus und Co-Abhängigkeit. Ich denke hier haben einige Schwierigkeiten diese psychologischen Termini auseinander zu halten. Daraus ergeben sich dann abstruse Vorwürfe.

    • Co-Abhängigkeit bezieht sich auf Partner von Suchtkranken und meint, dass der Partner den Suchtkranken durch sein Dazutun oder durch ein Unterlassen in seiner Sucht unterstützt. Co-Narzissmus bedeutet, dass Partner von Narzissten sich in dem Größenbild eines Narzissten wiederfinden. Sie stärken ihr eigenes Selbstwertgefühl durch die scheinbare Vollkommenheit des Narzissten und machen sich auf diese Weise von ihm abhängig. Sie fürchten, dass ohne ihn ihr Selbstwert zusammenbricht.

      • Flora sagt:

        Vielen Dank,

        Komplementär Narzissten sind selbst Narzissten, und können / wollen auch nur in narzisstischen Beziehungen leben. Sie steigen selten bis nie aus diesen Beziehungen aus. Beziehen ihren Selbstwert aus dem Narzissten. Das Muster ist kaum zu durchbrechen.

        Co Abhängigkeit ist oft die Sucht gebraucht zu werden. Co Abhängige suchen oft jahrelang nach einem Ausweg und haben gute Chancen, nach Bearbeitung der Ursachen und Bewusstmachen der eigenen Muster niemals wieder auf Narzissten oder andere emotionale Mißbraucher rein zufallen.

        Sie beziehen ihren Selbstwert dann aus sich selbst.
        Zu erkennen, man ist stark, man ist OK, durchbricht die in der Kindheit erlernten Muster, anderen bis zur Selbstaufgabe helfen zu müssen.

      • Lise sagt:

        Aber ist es nicht so, dass Coabhängige auch ihren Selbstwert in dieser Partnerschaft aufpäppeln? Und dass Partner von Narzissen ihn auch i seinem Verhalten stärken und decken?
        Das Nichtablösenkönnen von einer toxischen Beziehung hat auch etwas Suchtartiges: nämlich was einem selber fehlt sucht man an Stellen, wo es nicht zu finden ist. Das ist ein Erkältung von Sucht und ich meine auch in einer Partnerschaft, die einem schadet und die man trotzdem nicht verlassen kann. Wie bei ner Sucht wird das Schön geredet, so lange es geht. Und wie eine Sucht zerstört es.

        • … natürlich! Durch die Idealisierung des Narzissten wird dieser in seinem Verhalten verstärkt. Psychologisch werden aber die Begrifflichkeiten getrennt: Sucht ist das starke Verlangen nach einer Substanz, während ein krankhaftes, sich ständig wiederholendes Verhalten auch als abnorme Gewohnheiten oder Störung der Impulskontrolle bezeichnet wird. Die subjektive Abhängigkeit zu einem anderen Menschen oder die freiwillige Unterwerfung wird eher als ein neurotisches Verhalten bezeichnet.

  4. Aya sagt:

    Ich lese den Blog hier sehr gerne, da das meiste hier mich auch ein wenig zum nachdenken anregt. Die Kommentare sind allerdings sehr einseitig, was jetzt nicht schlimm ist, da viele von ihren Erfahrungen mit Narzissten berichten, was auch ganz spannend ist. Doch unter den Leuten, die sich das durchlesen, gibt es bestimmt auch jede Menge Narzissten, zu denen ich auch gehöre. Womöglich sogar der schlimmsten Sorte: Narzisstische Persönlichkeitsstörung, verdeckt, mit Co-Narzissten in einer Partnerschaft und sehr parasitärem Verhalten.

    Nun kann ich ja die Wut und Frustration vieler Leute, die hier kommentieren schon verstehen. Sie haben Ihr Leben, Ihre Energie und Ihre Hingabe Ihrer Beziehung gewidmet und wurden immer wieder am Straßenrand in Regen stehen gelassen. Doch Sie vergessen, dass auch wir Menschen mit Gefühlen sind, die bloß mit ihren traumatischen Erfahrungen aus der Kindheit nicht umgehen können. Wir sind nicht von alleine so geworden, die Gesellschaft hat uns geformt. Hilfe? Therapie? Ein anderes Leben kennen wir nicht und werden es auch nie kennen. Die Leere in unserem Inneren kann keine liebevolle Umarmung und kein warmherziges Wort vertreiben. NPS hat eine sehr hohe Selbstmordrate und das nicht ohne Grund. Gerne würde ich Ihnen mehr über mich erzählen, doch das hier ist auch so schon ein sehr langer Kommentar.

    • Flora sagt:

      Es gibt ja nicht nur die Narzisstische Störung, manche flottieren frei durch die Cluster B Struktur. Kann auch sein du hast einen bunten Cocktail.
      Reflektion ist so gar nicht die Sache des Narzissten. Dass du bewusst parasitär lebst spricht eher für Psychopathie. Der Narzisst macht das nicht bewusst, es steht ihm zu, sozusagen von Gottes Gnaden. Für Narzissmus sprich allerdings, dass andere Schuld sind und die Opferrolle.
      Geh doch mal zu einem Fachmann. Wie gesagt gibt bunte Cocktails in Cluster B, alle toxisch und kein Beziehungsmaterial.

    • Klam sagt:

      An Aya
      Die Gesellschaft hat euch nicht geformt.
      Ihr versucht mit allen unfairen und abstoßenden Mitteln eure Ziele durchzusetzen ,um grösst möglichen Nutzen darauf zu ziehen.
      Wenn ihr einem noch “ grandioserendem“ Narzisstem in die Finger Berater, dann habt ihr bestimmt keine lobenden Worte für ihn.Eher Abgrundtiefen Hass, über die Verhaltensweisen euch gegenüber. Ihr könnt schon unterscheiden zwischen Gut und Böse, ihr wollt bloße nicht, sonst müsste ihr eure Fehler eingestehen und das tut weh und muss mit Macht verhindert werden.
      Mal über sich selbst nachdenken und nicht die Kindheit vorschieben. Das ist Selbstbetrug.

      • Klam sagt:

        Noch ein Nachsatz an Aya.
        Frag mal in die Runde, wieviel von den hier gepeinigten Menschen schon mal an Suizid gedacht haben, aber weil sie Verantwortungsbewusstsein haben und ihre Lieben nicht verletzen wollen, davon Abstand genommen haben. Etwas was euch fehlt.
        Solange der Narzisst Futter hat, solange lebt er sehr glücklich.

    • Aya sagt:

      Vielleicht kam das etwas falsch rüber, mit meinem Kommentar wollte ich nicht dem Finger auf jemanden zeigen. Nicht alles ist immer „schwarz“ und „weiß“ und ich habe bloß versucht an die Menschlichkeit zu appellieren. Vielleicht habe grade ich nicht das Recht so ein Wort überhaupt zu schreiben und so offen zu reden spricht gegen meine Natur. Mir war schlecht nach dem ersten Kommentar… Und mir wird auch schlecht nach diesem hier sein.

      Beim Narzissmus gibt es keine Gewinner. Es hat lange gedauert, bis auch mir das endlich klar wurde. Opfer leiden ihr Leben lang, das streite ich auch gar nicht ab. Aber wir drehen uns auch nur ständig im Kreis, da das Gefühl der „Großartigkeit“ einfach zu kurz ist, aber man trotzdem wie besessen davon ist. Man entscheidet sich ganz bewusst dafür alles zu tun, um sein Ziel zu erreichen, egal was es kostet. Weil es einfach Dinge gibt, die ich nicht verstehe, da habt ihr vollkommen recht. Freunde sind schnell ausgetauscht und Familie vergessen. Es gibt sicher welche, die sind Glücklich mit so einem Leben, aber irgendwann begreift man, dass es nicht das ist, was man sich wünscht, oder so.

      Keine Ahnung was ich hier genau sagen will… Vielleicht musste ich bloß einiges loswerden, aber ich will noch ein wenig auf einige Aussagen eingehen:

      – Ob es sich bei mir um einen bunten Cocktail handelt ist schwer zu sagen. Ich war schon bei vielen Leuten, mit vielen verschiedenen Ansätzen, doch die Frage ob ich mich für einen Narzissten halte, beantworte ich mit ja.

      – Tatsächlich bin ich schon einmal auf einen extremen Narzissten gestoßen. Der war der Meinung, dass Frauen nicht das Recht haben ihren Mund so weit aufzureißen. Das hat letztendlich dazu geführt, dass ganz schön die Fetzen geflogen sind zwischen uns. Nach unzähligen Streitereien gingen wir uns nur noch aus dem Weg.

      – Suizid ist auch für mich kein unbekanntes Thema. Verantwortungsbewusstsein und Angst die Liebsten zu verletzen ist mir eher fremd, deswegen kann ich zu Ihrer Aussage leider nicht mehr hinzuzufügen.

      Ich hoffe ich konnte Ihnen allen einen kleinen Eindruck vermitteln. Es gibt viele Portale wie diese und ich fühle mich hier ein wenig unerwünscht. Aber vielleicht finde ich irgendwann eine Seite, wo ich auch meinen Standpunkt klar machen kann.

      • Lise sagt:

        So eine Seite gibt es nicht. Egal welche Meinung man äußert, es wird immer Gegenmeinungen geben.
        Das kann einen sehr bereichern.
        Dort wo kein Widerspruch kommt, wird der Horizont immer enger, einige geschlossene Foren driften nach einiger Zeit immer mehr von echtem Austausch ab.

        Die Alternative wäre, andere Menschen nicht zu benutzen, sie zu Objekten seiner Maßnahmen zu machen, sondern die eigenen Mechanismen, die ja zur früheren Schmerz Reduzierung erforderlich waren, zu hinterfragen und Stück für Stück anzuerkennen als das was sie eben sind, und in Kleinstschritten und härter Arbeit zu ändern.

        Dann muss man nicht mehr mit dem Hintern einreißen, was man mit den Händen aufbaut.
        Gegen die Gefahr von Bindungen kann man was tun, man muss nicht immer sagen, Freundschaft und Familie vergessen ich halt schnell, warum sich damit abfinden, wenn man doch endlich mal anerkannt werden will, als der Mensch, der man ist. So geht es halt nicht, wenn man Kritik überall vermutet, wo sie gar nicht ist.

        Applaus für Arschl…verhalten wird es von von Arschl…ern Traumatisierten hier allerdings nicht geben, Austausch dass die Fetzen fliegen eventuell schon, muss ja nichts Schlimmes dabei sein, sofern man den anderen tatsächlich kennen lernen will und nicht wieder nur sich selbst darstellen möchte

  5. Celine sagt:

    @an Lise:
    mich stören Ihre Rechtschreibfehler überhaupt nicht.
    Dass Sie das Herz auf dem rechten Fleck und einen gesunden Menschenverstand haben, haben Sie mit Ihrem Post bewiesen.
    Nur darauf kommt es an.

  6. Alex sagt:

    Ob Narzissten und „brauchen“ sollte uns am Ende egal sein, denn wir brauchen die def. nicht.
    Fragt Euch mal, was hat Euer/Eure N jemals für Euch groß getan?
    Von daher würde ich mir über das Thema auch keine Gedanken mehr machen; seid froh, dass Ihr euer Exemplar los seid und sorgt dafür, dass nie wieder Kontakt zustande kommen kann.
    Die Chance, dass wieder was kommt, egal wann, ist groß. Hab ich durch und ich hätte schon beim ersten Mal direct LMAA sagen müssen

  7. Arrabiata sagt:

    Herr Grüttefien hat mal wieder den Nagel auf den Kopp getroffen. Jeden Satz kann ich nur unterstreichen. Ich weiß das alles, trotzdem liebe ich diesen Mann noch und wir sehen uns auch manchmal. Da er ja aufgrund seiner ach so depressiven Verfassung ,zu nichts in der Lage ist` inklusive zu mir zu fahren, in den letzten Monaten halt nur bei ihm. Wir wohnen 15 km voneinander entfernt, er hat ein Auto – ich nicht. Bitte ich ihn, mich mal von Bahnhof abzuholen oder abends zur -von ihm vorgeschriebenen Zeit- wieder zu begleiten kommt nur „wenn dir das zu viel ist, dann lass es“ Als ich beim letzten Telefonat fragte, ob er abends Zeit hätte, teilte er nach einigem Herumgedruckste mit, dass er sich mit einem Kumpel in einer 50 km entfernten Großstadt treffen wird. Mit der Diskrepanz seiner Aussagen konfrontiert, kam die Antwort: „Mit ihm kann ich wenigstens über alles reden“ (!?) Statt ihn in den Wind zu schießen, bin ich tief verletzt und beklage mich nun hier über ihn.. Aber die Leser hier verstehen mich sicher. Während ich hoffe den ,Absprung` zu schaffen, vermisse ich ihn gleichzeitig – blöde Sitation 🙁

    • Lise sagt:

      Er ist dir gegenüber doch klar und deutlich…

    • Celine sagt:

      Ich würde an dem Mann unbedingt festhalten. Lieber ein halber Mann als gar keinen.
      Den schönen Altweibersommer ohne eine Gefährten stelle ich mir ganz gräßlich vor.

      • Silv sagt:

        @ Celine: Ach…da bist du wieder: ‚Celine‘ und ihr Hang zu provozieren durch narz gefärbte Aussagen

        • Lise sagt:

          wieso narzisstische? ironisch ist doch nicht narzisstisch…und wieso ist das immer ein Schimpfwort?
          wenn einer richtig bringt gebrochen hat, wird er doch auch nicht als Mensch mitgebrochenem Bein beschimpft, Narzissen aber doch? Wenn mäßige nicht um sich haben will, warum dann nicht Abstand suchen anstatt einen normalen Krankheitsbegriff als Schimpfwort zu benutzen? egal ob der Beschimpft sie hat oder nicht. Es nervt mich. Ich mag auch keine Narzissen, deshalb beschimpfe ich trotzdem nicht jeden der was sagt, was mir nicht passt, mit einer willkürlichen Diagnose

          • Celine sagt:

            Wenn Leute über andere urteilen, sprechen Sie fast immer über sich selbst.
            Projektion nennt man das.

            Abgesehen davon, bin ich ein sehr toleranter Mensch, der nach der Devise lebt: leben und leben lassen.
            Wenn eine Frau ein Leben führt mit einem halben Mann, ist das völlig ok. Irgend eine Befriedigung muss ihr das ja geben, sonst wäre sie nicht in dieser Situation. Vielleicht hat der Mann ausserordentliche Qualitäten, auf die sie einfach nicht verzichten mag.
            Wir wissen es nicht.

          • Lise sagt:

            Celine, das stimmt.

            Sorry für meine Fehler im Text, es ist ja teilweise unverständlich. Ich muss besser kontrollieren und die Rechtschreibkorrektur abschalten

    • Katharina sagt:

      Arrabiata, Du sprichst mir aus der Seele.
      Auch ich liebe einen Narzissten. Ich weiß nicht, wie oft ich schon den Kontakt abbrechen wollte, doch immer wieder hat er mich „um den Finger gewickelt“.

  8. Moorkönigin sagt:

    Auf die Frage, warum er nach all dem Terror durch sie, nochmal zu seiner Geliebten gegangen ist, sagte er: er wollte sie durch Sex erniedrigen.
    Ich finde das abstoßend häßlich.

    • Sybille sagt:

      Was war das denn für ein Terror? Meist wird doch auch eher die Geliebte
      terrorisiert und belogen? Ist jedenfalls meine Erfahrung als Ex-Geliebte eines Narzissten!?!

      • Moorkönigin sagt:

        Sie hat gedroht, unseren Kindern etwas anzutun, und eine Bombe, also ein Explosionsgeschoss zu zünden, wenn er nicht sofort ihre 2500 Euro zurück zahlen würde.

      • Lise sagt:

        Beide werden belogen, und der Narziss denkt, es steht ihm zu, ist doch nichts dabei.:( Schließlich können die sich ja dagegen wehren, wenn nicht, sind sie einverstanden und sollen nicht Jammern und sich beklagen.

        • Moorkönigin sagt:

          Ich weiß nicht, was er ihr versprochen hat, wie er sie abhängig gemacht hat. Er hat so viele Versionen von der Geschichte, oder von den Geschichten. Sie lügt mittlerweile auch, bietet ihm Sex zum Stressabbau an. Es ging wohl um seine Lügen und eine Abtreibung. Er meint, sie habe ihm das Geld geschenkt…

          • Lise sagt:

            Moorkönigin, ahso, du hast also seine verschiedenen Versionen. Und irgendwie über 3 Ecken die Infos einer schwer verletzten Conarzisstin (mit ner Abtreibung und größerem Geldverlust) . Du glaubst ernsthaft, dass jemand so viel Geld verschenkt?
            Alles klar.

            Warum tust du dir so etwas furchtbares an? Das sind doch doch untragbare Verhältnisse, lauter kranke Leute und du mitrendrin

          • Lise sagt:

            Moorkönigin, hat sie denn das mit der Bombe zu dir gesagt? Oder sagte sie sowas in der Art: wenn sie nicht endlich ihr Geld zurück bekommt, lässt sie die Bombe platzen, so wie man das sagt, wenn es viel Nachteiliges aufzudecken gibt? Zu dir persönlich? Sie ist schwer verletzt und fängt an, sich zu wehren, also raus aus der Kampfarena! Er hat ihr doch auch von dir Lügen erzählt!

          • Moorkönigin sagt:

            Liebe Lise, ich bin draußen. Die Kampfarena ist leer, seit 1,5 Jahren. Er klebt an mir, wie hier auf der Seite beschrieben. Ich werde langsam inert. Ich war eher die Muddi, die Co- Narzistin. Die Geliebte erscheint mir als NPSlerin. Er hat mit ihr seine Meisterin gefunden und scheut sie nun, sagt er jedenfalls.
            Mein Vertrauen in Menschen ist grundlegend erschüttert nach diesen schäbigen verlogenen Dramen.
            Doch, es wird schon wieder. Ich habe „innen“ und „außen“ gründlich gesäubert und pflege wohltuende Beziehungen. Auf narzisstische „Typen“ reagiere ich mittlerweile allergisch.
            Sie wollte tatsächlich einen selbstgebauten Sprengsatz zünden.

          • Lise sagt:

            Dann viel Kraft zum Durchhalten, Moorkönigin! Dass sie dir das androht, ist furchtbar, wer weiß, was sie von dir alles berichtet bekam.
            Ich hoffe, du kannst wirklich viel echten Abstand, Schutz und Frieden finden.

  9. Marion sagt:

    An alle hier,

    ich kann es selbst kaum fassen, ich habe 30 Jahre Ehe mit einem Narzissten hinter mir. Seit 3,5 Jahre wird ein fürchterlicher Rosenkrieg geführt. Die Trennung ist das schlimmste was mir je wiederfahren ist. Ich konnte es nicht begreifen, wie ein Mensch sich derart mies verhalten kann. Wie hier schon erwähnt, er hat Macht durch Geld. Ich werde als Betrügerin und Lügnerin hingestellt. Nachdem ich Ende Juni einen Zusammenbruch hatte, bin ich dabei die Geschichte bzw. meine Vergangenheit aufzuarbeiten. Natürlich mit Hilfe, werde demnächst eine ambulante Therapie in einer Tagesklinik machen und eine REHA steht auch an. Wir müssen stark sein und dürfen keine Schwäche zeigen, denn dann haben die Narzissten gewonnen.

  10. Aloha sagt:

    Ich beobachte bei einigen Menschen – die evt. narzisstische Tendenzen haben – dass sie schon gerne was Stabiles wollen in einer Beziehung. Und sowas wie eine „Mama“, die sie versorgt. Und nebenbei wollen sie spielen. Fremdgehen, Abenteuer erleben, sich wie auch immer ausleben, um dann aber wieder zu Mama zurückzukehren und sich und anderen das „ordentliche“ Leben vorzugaukeln. Möglich ist das moralisch alles, weil sie ja (wie es am Ende des Berichtes steht…) weil sie keine wirkliche Bindung aufbauen können zu ihrem/n Partner(n).

    Ich war selbst mal die heimliche Geliebte eines verheirateten… Narzissten, wie ich sicher sagen kann. Er ist menschlich zu ziemlich allem fähig. Kann einen eiskalt ignorieren und am nächsten Tag wieder schmeicheln und anhänglich sein. Aber er betrügt!

  11. Katja sagt:

    Manche Narzissten scheinen aber so überhaupt nicht unnahbar und unemotional,
    es wird eine dramatische Gefühlstiefe zur Schau gestellt, um Aufmerksamkeit und Unterstützung zu bekommen. Dabei dreht es sich natürlich ausschließlich um die Befindlichkeit des Narzissten (und nicht um die des Anderen). Andere müssen ihre Bedürfnisse nach hinten anstellen.
    Die „Ich-armes-Opfer“-Show…
    Wehe, man ist so kaltherzig, einen Bedürftigen so erbarmungslos im Stich zu lassen, „du Egoist, du!!! Was bist du nur für ein Freund, dass du nicht siehst, wie sehr ich dich brauche?!“ (Zitat des NARZISSTEN!)
    Und sowas in regelmäßigen kurzen Abständen, bis man sich wie ein Dauerbetreuer fühlt…

    • Stefan sagt:

      Ja, das kenne ich auch. Austeilen und Leute demütigen können sie. Aber wehe, sie geraten mal selbst in den Fokus der Kritik anderer – dann geben sie die verfolgte Unschuld. Das geht bis zum Zittern und brüchiger Stimme, sie scheinen den Tränen nah.

      Das wird sicher auch genau so empfunden – ich denke nicht, dass Narzissten solche Ausbrüche kalkuliert einsetzen. Aber im Endeffekt scharen sie somit ihre Entourage um sich, die dann tröstend eingreift und den Kritiker empört ausgrenzt. Alles genau so erlebt bei unserem Hausnarzissten.

      Ich denke immer öfter: Das eigentliche Problem sind nicht die Narzissten, sondern die anderen, die sich von ihnen vor den Karren spannen lassen.

      • Birgit Di Fabrizio sagt:

        Gut beobachtet !!!
        Mir geht es auch so seit ungefähr 3 Jahren.
        Genau so !!!

      • Lise sagt:

        Ja, ohne die, die sich vor den Karren spannen lassen, wären Narzissen auf sich allein gestellt.

        Aber nur um irgendwohin zu gehören, lassen sich manche Unsägliches antun und fördern es noch, ohne das zu wissen. Streiten es sogar ab, welche Rolle sie spielen, anstatt mal was für die Gesundung ihres Gemütszustands zu tun. Nach ner Weile lassen sie sich zu Dingen bringen, die sie ohne den Narzissten nie getan hätten, setzen sich selber ins Unrecht, das ist echt ein Problem. Sie denken bis dahin, sie sind so übermenschlich gut, dass sie das aushalten können, tja bis alles platzt, sie haben irgendwann verlernt, sich in Sicherheit zu bringen und machen sich zum Werkzeug und schützen den Narzissten noch vor den Konsequenzen sei es.
        Lebens.
        Ich finde das zum K…. denn der Narzisst hat freie Bahn und verachtet seine Hörigen dafür

  12. Markus sagt:

    Hallo, Sie schreiben in Ihrem Artikel, dass der Narzisst Faktoren wie Macht, Manipulation, Verführung, Unterdrückung und Zwang nutzt, um andere Menschen an sich zu binden.

    Eine Frage an Sie, nutzt der Narzisst auch Fremdgehen, Sex mit Anderen, z.b. heimlich in internetportalen ein Profil haben und mit leuten Daten, sich als Single dort ausgeben und den Leuten schreiben, er sucht hauptsächlich Sex und wenn es passt, dann auch Beziehung – und der Partner wird somit heimtückisch betrogen, ja sogar ausgetauscht, wenn ein besserer für Beziehung gefunden wurde.
    Wenn es der Partner mitbekommt oder auffliegt, was der Narzisst da treibt, dann lässt er den Partner trotzdem im Schmerz allein zurück und erfindet nur Lügen, zb. dass er keinen Sex und Beziehung sucht, etc und geht weiter fremd und hat sex mit anderen…..

    Nutzt der Nazisst dieses Fremdgehen auch, um den Partner an sich zu binden, abhängig zu machen ?

    • Silvia sagt:

      Oh ja. Das würde mich auch interessieren. Ich hab genau das erlebt.

    • Jorget sagt:

      Hallo, das würde mich auch interessieren. Mein Freund wirft mir vor, ich sei eine Narzisstin und habe ihn emotional missbraucht. Aber so wie es scheint, er ist ein erfolgloser Narzisst, der seit 15 Jahren auf meinen Kosten lebt und mir Schlösser aus Luft malt. Seit 1,5 Jahren habe ich bemerkt dass er mir fremdgeht. Ich habe ihm ertappt, dass er Porno schaut, auf Chatportalen ist, ständig lügt. Er ist 45 Jahre alt und ich dachte zuerst, dass es Midlife crisis ist. Aber nachdem ich den Geldhahn zugedreht habe, hat er mich verlassen. Er sagt, ich wäre krankhaft eifersuchtig und dass ich ihn mit dem Geld und den Kindern an sich gebunden habe. Ein Mann geht nach Instinkten und seine innere Stimme zieht ihn woanders hin.
      Wer ist von uns beiden ein Narzisst?

      • Stefan sagt:

        Ich habe schon oft erlebt, dass Narzissten anderen Leuten Dinge vorwerfen, die eigentlich eher auf sie zutreffen. „Du asoziales Wesen“, „Du verhältst Dich wie eine Diva“, „Du lügst und verleumdest ständig!“.

        Ich habe mir da mit der Zeit folgende Erklärung zurechtgelegt: Da Narzissten ja letztlich keinen Zugang zum Innenleben Anderer haben, müssen sie auch bei Beschimpfungen auf „Argumente“ zurückgreifen, die andere ihnen schon mal vorgeworfen haben. Sie kippen einfach ihren inneren Mülleimer aus.

        Vielleicht kommt es aber auch daher, dass sie unbewusst spüren, was mit ihnen los ist und daher versuchen, andere mit genau den Behauptungen zu kränken, die sie selbst am stärksten verletzt haben, weil sie sie an ihren wunden Punkt erinnern.

        Narzissten wollen ja so zuschlagen, dass sich der andere möglichst nicht mehr erholt, also greifen sie zum aus ihrer Sicht stärksten Kaliber: Dingen, an denen sie unbewusst selbst heftig zu kauen haben.

        Eigentlich ist das ganz witzig, wenn man es einmal durchschaut hat. Ich habe aus solchen Situationen gelernt, wie einsam solche Leute eigentlich sind. Das geht so weit, dass man sich manchmal bis in die Wortwahl hinein Dinge anhören muss, die ihnen am Vortag selbst entgegengehalten wurden.

      • Lise sagt:

        Narzisstische Kollision? Ist ja nichts Schlimmes, wenn es so wäre. Aber sei froh, wenn du da raus bist und das für dich in Zukunft besser machen kannst

    • Hallo Markus,

      Narzissten nutzen Internetportal, um ihren Bedürfnis nach Bewunderung nachzukommen und weitere Verehrer zu finden. Weiter Informationen hierzu in dem Beitrag: http://umgang-mit-narzissten.de/narzissten-auf-online-partnerboersen/
      Findet er dann einen Partner, der scheinbar mehr zu bieten hat, dann kann er den anderen auch recht schnell ohne Reue verlassen. Ein Narzisst ist ja ständig auf der Suche, ob er nicht noch einen besseren Partner findet – selbst wenn er mit dem bisherigen durchaus zufrieden ist. Außerdem kann er durch das Fremdgehen oder Flirten den Partner eifersüchtig machen, was ihm gleichfalls eine Bestätigung für dessen ungebrochene Liebe ist.

      • Goldmund sagt:

        Das überrascht mich keineswegs. Habe eine ähnliche Erfahrung gemacht. Ich sei ihr Traummann, blabla. Trotzdem wollte sie ihren Ehemann, denn sie mit mir betrogen hatte, nicht verlassen. Plötzlich tauchte ein anderer Mann auf. Sie warf sich ihm an den Hals und hat mich, den angeblichen „Traummann“, eiskalt abserviert. Anfänglich versuchte sie allerdings, den Kontakt mit mir auf Sparflamme aufrecht zu erhalten. Sie wollte mich „warm“ behalten, falls es mit der neuen Eroberung nicht klappen sollte. Ihren Ehemann hat sie somit binnen einem Jahr mit 2 Männern betrogen. Dass sie sowohl mich als auch ihr Ehemann betrogen hat, scheint sie nicht zu kümmern. Ihren Ehemann hatte sie nach ihren Aussagen mit mir betrogen, weil er nicht alle ihre Bedürfnisse erfüllte und mich, weil ich sie angeblich nicht wie eine Prinzessin [sic!] behandelt habe. Schuld für ihr Fremdgehen sind also ihr Ehemann und ich, aber nicht sie. Da ist keine Spur von einem schlechten Gewissen. Eine (ehrliche) Entschuldigung oder gar (aufrichtige) Reue kann da nicht erwartet werden.

    • Melanie sagt:

      Hallo Markus ,
      aus eigener sehr schmerzhafter Erfahrung kann ich sagen, er nutzte das Fremdgehen, um seine Demütigungen und Kränkungen (im Verborgenen) mir gegenüber mit voller Inbrunst auszukosten! Ich war ein perfektes Opfer – ich habe geliebt, blind vertraut und bis zum Burnout gearbeitet….

      Da das Faß dadurch übergelaufen ist und ich – nach langjähriger Ehe – erfahren musste, dass er ein mehrjähriges Doppelleben – auf meine Kosten – gelebt hat, versucht er nun
      das „arme“ Opfer zu spielen!

      Ich bin sehr froh (bei allem Schmerz und knallhartem Verarbeitungsprozess) nun endlich zu wissen, dass ich viele Jahre mit einem bösartigen Narzissten verheiratet war und viele seiner Macken, Verhaltensweisen, Launen nicht verstanden habe und mich immer wieder gefragt habe, warum demütigt er mich, warum stellt er mich vor Freunden blos, warum hat er schlechte Laune, wir hatten doch keinen Streit? Seit Febr. d.J. habe ich nun über diese Plattform die Antworten bekommen und dafür bin ich sehr dankbar😀

      Mir stehen noch einige Auseinandersetzungen bevor, aber nach dem Motto „Der Weg ist das Ziel“ werde ich diese Schritte alle gehen, denn meinen Optimismus und den Glauben an mich habe ich nicht verloren🤗

      Schöne sonnige Grüße
      Melanie

      • Maritt sagt:

        Ich hab Gleiches erlebt. Langjährige Ehe mit Kind, langjähriger Betrug hinter meinem Rücken mit Prostituierten. Allerdings dann auf die Besserungsschwüre „jetzt wird alles gut“ hereingefallen. Rückfälle seinerseits vermutet, wollte sie aber nicht sehen. Jetzt Trennung meinerseits vor einem Jahr und er belagert mich weiter. Appelliert an unsere vielen Gemeinsamkeiten, die wir durchaus haben, nach dem Motto „könnte doch alles so schön sein..“. Mein Problem: Ich fühle auch noch heute keinen Schmerz über den Verrat, den Betrug, die Demütigung. In der Beziehung habe ich das wohl „Weggeschlossen“. Leider führt das dazu, dass ich emotional den Absprung nicht schaffe. D.h. ich weiß inzwischen theoretisch alles über meinen Co-Narzissmus, die Ursachen hierfür in meiner Kindheit, den jahrelangen emotionalen Missbrauch durch meinen Mann, der auch bei meiner Tochter stattfand ..und dennoch, dennoch stehe ich irgendwie neben allem und schaffe es nicht, es emotional an mich heranzulassen. Ich wünsche mir praktisch den Zusammenbruch um endlich aus der Lethargie zu erwachen und den Trennungskampf, den das wird ein Kampf, aufnehmen zu können. Insofern bewundere ich deine Klarsicht, Melanie. Weiter so!

      • Goldmund sagt:

        So ähnlich hab ich das auch erlebt. Sie betrog mich und fragte mich, wie es mir gehe. Ich bin überzeugt, dass sie mich das nur gefragt hat, weil sie mich leiden sehen wollte. Hätte ich geantwortet, mir ginge es schlecht, hätte sie sich noch grossartiger gefühlt und wäre bestimmt noch stolz darauf gewesen, mich betrügt zu haben.

    • Lise sagt:

      komischerweise gibt es Conarzissten, die sich dadurch binden lassen.
      Meine Schwester hat einen Mann, der genau so wie du schreibst in Datinportalen unterwegs ist. Meine Frage, warum sie ihn nicht verlässt, beantwortete sie mit dem Satz: „weil er innerhalb einer Woche eine andere hätte“
      wörtlich. Was für eine Begründung!
      Wohl sowas wie Stockholm Syndrom (es ist nicht das Einzige was er abzieht, er hat ihre Existenz ruiniert) Aber je schlimmer, um so mehr glaubt man, investiert zu haben (Zeit, Geld, Gedanken, Gefühle, Gesundheit…) und will irgendwan den Lohn, der allerdings nie kommt.

      In meiner Familie gab es also mindestens 2 Conarzissten. Ich holte mir irgendwann professionelle Hilfe, sie lehnt es ab in der Kindheit zu kramen, sie geht lieber ein wie eine Primel.

    • Thomas sagt:

      Hallo Markus, kommt deine Freundin aus Ötigheim?

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