Was ärgert Narzissten?

Betroffene, die unter dem arroganten und egoistischen Verhalten eines Narzissten leiden, verspüren zuweilen den Drang, es dem Narzissten einmal heimzuzahlen, und fragen sich daher, was einen Narzissten ärgert: Womit kann man ihn treffen, wo sind seine sensiblen Punkte und was kränkt einen Narzissten? Betroffene glauben, mithilfe eines gelungenen Gegenschlags ihr angeschlagenes Selbstwertgefühl wieder aufrichten und ihre Selbstachtung zurückgewinnen zu können.

Bild: © Tommaso Altamura – 123rf.com

Narzissten ärgern sich, wenn es nicht so läuft, wie sie es sich vorstellen. Wenn andere oder sie selbst ihren hohen Ansprüchen nicht gerecht werden, können Narzissten sehr ungeduldig, gereizt, aufbrausend oder wütend werden. Sie können einen regelrecht Tobsuchtsanfall bekommen, wenn sich die Dinge nicht so verhalten oder entwickeln, wie es ihren überzogenen Erwartungen entspricht. Erst recht können sich Narzissten ärgern, wenn sie für ihr Verhalten oder ihre Leistungen kritisiert werden und nicht die Bewunderung erfahren, die sie verdient zu haben glauben.

Sicherlich ärgert sich jeder, wenn seine Erwartungen enttäuscht werden, er seine gesteckten Ziele nicht erreicht oder er von anderen hängen gelassen, benachteiligt oder kritisiert wird. Im Gegensatz zu einer normalen Reaktion auf Kränkungen agiert der Narzisst jedoch bereits bei Kleinigkeiten äußerst unbeherrscht und verliert sofort die Fassung, wenn etwas nicht genau so läuft, wie er es angewiesen oder sich vorgestellt hat. Sein Perfektionszwang macht den Narzissten zu einem Nörgler und Unruhestifter ersten Ranges, der niemals mit irgendetwas zufrieden ist und dem man es nie recht machen kann.

Ereignisse, die einen Narzissten ärgern:

  • Der Partner verhält sich nicht entsprechend seiner Vorstellung.
  • Im Beruf bleiben der Erfolg und die erhoffte Anerkennung aus.
  • Der Narzisst erfährt keine Aufmerksamkeit und wird nicht hinreichend von anderen bewundert.
  • Die eigenen Kinder entwickeln sich nicht nach seinen Vorgaben und seinem Idealbild.
  • Der Narzisst wird von seinem Partner verlassen.
  • Dinge verhalten oder entwickeln sich nicht so, wie sie es seiner Meinung nach sollten.
  • Der Narzisst wird von Treffen und Veranstaltungen, die ihm wichtig sind, ausgeschlossen.
  • Der Narzisst ist neidisch auf die Fähigkeiten und Verdienste anderer.
  • Der Narzisst bekommt keine bevorzugte Behandlung.
  • Der Narzisst fühlt sich aufgrund fehlender Loyalität verraten.
  • Der Narzisst wird kritisiert, bloßgestellt, missachtet oder ausgelacht und verspottet.
  • Seine Mitmenschen missachten ihn, wenden sich von ihm ab und lassen ihn allein.
  • Seine Leistungsfähigkeit nimmt ab und er kann seine ehrgeizigen Ziele nicht mehr erreichen oder sich als makellos präsentieren.

In seinem Streben nach Einzigartigkeit und Überlegenheit kann sich der Narzisst keine Fehler, Missgeschicke oder Misserfolge leisten. Selbst tolerierbare Mängel, verzeihliche Fehler, entschuldbare Unachtsamkeiten und gewöhnliche Alltagskritik reizen den Narzissten bis aufs Blut, weil sein Selbstbild nach seinem Empfinden unmittelbar angegriffen wird und er Angst bekommt, seine großartige Fassade könnte zusammenbrechen. Der Kontakt mit der eigenen Minderwertigkeit, die bereits bei kleinsten Auslösern zutage tritt, sorgt für eine völlig unverhältnismäßige Reaktion des Narzissten.

TIPP: Wenn Sie also einen Narzissten ärgern wollen, müssen Sie unbemerkt dafür sorgen, dass sich reichlich Fehler und Hindernisse in seinen Alltag einschleichen, über die er sich stundenlang aufregen kann. Allerdings müssen Sie sich darauf einstellen, dass der Narzisst Ihnen die Schuld an den unerwünschten Umständen geben wird, selbst wenn die Missstände eigentlich nicht auf Sie zurückzuführen sind. Oder Sie überschütten den Narzissten mit scharfer Kritik, die sein Selbstbild erheblich angreift – allerdings müssen Sie dann damit rechnen, dass er sich für Ihre Respektlosigkeit an Ihnen rächen wird. Wenn Sie einen Narzissten offensiv ärgern, müssen Sie davon ausgehen, dass der Einschlag auch Sie treffen wird.

Was ärgert Narzissten?: Unzulänglichkeiten

Der Narzisst fühlt sich nur dann wohl, wenn alles perfekt läuft. Läuft es mal nicht ganz so perfekt, muss der Narzisst die Mängel sofort beanstanden, indem er anderen die Schuld zuschiebt und diese zur Korrektur ermahnt. Narzissten ärgern sich und leiden innerlich, wenn sich ihre vermeintliche Makellosigkeit als Wunschdenken herausstellt, ihre Illusion von einem perfekten Leben zu platzen droht und nur der leiseste Verdacht entstehen könnte, dass sie doch nicht so grandios sind, wie sie nach außen vorzugeben versuchen.

Besonders gekränkt fühlen sich Narzissten, wenn sich ihre Mitmenschen von ihnen abwenden, weil sie ihr arrogantes und egoistisches Verhalten nicht länger ertragen können. Da es Narzissten in der Regel egal ist, ob ihr Umfeld unter ihnen leidet, holt sie ihre selbstgefällige Einstellung früher oder später ein und trifft sie dann wie ein Bumerang. Ein Narzisst denkt nicht über die Konsequenzen seines selbstverliebten Verhaltens nach, leidet aber sehr unter einem Verlust, den sein narzisstisches Getue mit sich bringt.

Tipp: Missachten Sie den Narzissten, gehen Sie nicht auf ihn ein oder nur äußerst kühl und reserviert. Treffen Sie sich mit anderen Menschen und amüsieren Sie sich bestens oder halten Sie einfach nur mehr Distanz zu dem Narzissten – Sie werden ihn damit auf die Palme bringen. Er wird sich ein derart abweisendes oder autonomes Verhalten Ihrerseits nicht gefallen lassen und Ihnen wahrscheinlich solange hinterherlaufen, bis Sie ihm eine vernünftige Erklärung für Ihr Verhalten gegeben und sich entschuldigt haben, um ihm anschließend wieder Ihre Zuwendung zu schenken.

Verlassen oder abgelehnt  zu werden und einsam zu sein ärgert einen Narzissten ganz besonders – er fühlt sich dann hochgradig missverstanden und gekränkt. Die Tatsache, von seinen Mitmenschen nicht mehr erwünscht zu sein, kann eine narzisstische Kränkung bei dem Narzissten auslösen, die seinen Ärger bis zur narzisstischen Wut steigern kann, die nur noch darauf zielt, den anderen zu schaden. Der Narzisst wird nicht damit fertig, keine Bewunderer mehr um sich zu haben, um darüber das Gefühl von Einmaligkeit zu bekommen, sondern er spürt nur noch eine tiefe innere Leere in sich.

Misserfolg ärgert und kränkt einen Narzissten

Auch Erfolglosigkeit lastet schwer auf den Schultern eines Narzissten. Wenn sich seine Größenfantasien von unbegrenztem Erfolg, Reichtum, Macht, Schönheit und idealer Liebe auf Dauer nicht realisieren lassen, ärgert dies einen Narzissten ungemein. Dabei können Narzissten durchaus nach normalen Maßstäben erfolgreich sein – das genügt ihnen aber nicht. Dann kann das Missverhältnis zwischen den eigenen Ansprüchen und den grandiosen Fantasien immer größer werden und sie werden fortlaufend desillusioniert.

Tipp: Halten Sie dem Narzissten immer wieder die hervorragenden Leistungen und Erfolge anderer vor und betonen Sie, wie begeistert Sie von deren Verdiensten sind – nicht ohne dabei zu erwähnen, dass Sie sich freuen würden, wenn es dem Narzissten eines Tages ebenfalls gelingen würde, derart erfolgreich zu sein. Auf diese Weise schüren Sie nicht nur den Neid des Narzissten, sondern auch noch seine Minderwertigkeitsgefühle – leider aber auch seine Wut.

Sie müssen damit rechnen, dass er entsprechend zurückschlagen wird, wenn Sie den Narzissten angreifen und ärgern. Er wird eine Demütigung nicht auf sich sitzen lassen, weil er das mit seinem Selbstbild nicht vereinbaren kann. Er muss letztlich immer als Sieger aus einer Auseinandersetzung hervorgehen und wird daher zu gezielten Gegenmaßnahmen greifen. Wenn Sie mit einer unangenehmen Retourkutsche leben können und schon ahnen, was möglicherweise auf Sie zukommt, wenn Sie den Narzissten ärgern, können Sie sich vielleicht dagegen wappnen und sich daher das Vergnügen leisten.

Am Ende bleibt aber die Frage, ob es die Mühe überhaupt wert ist, sich mit einem Narzissten anzulegen, oder ob man seine Kraft nicht besser in andere Projekte steckt – wie z. B. in eine Trennung. Wenn man einen Narzissten ärgert, wird man deswegen sein Verhalten nicht grundlegend ändern. Dauernde Revancheakte werden die Beziehung belasten und ein gutes Miteinander noch mehr erschweren, zudem erlangt man über die Bestrafung eines anderen auch kein gesundes Selbstwertgefühl – bestenfalls einen kurzen Moment der Genugtuung. Viel wahrscheinlicher ist aber, dass man wenig später von den aggressiven Gegenreaktionen des Narzissten gekränkt wird und das kurzweilige Triumphgefühl verfliegt.


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Veröffentlicht in Blog, Tipps zum Umgang
55 Kommentare zu “Was ärgert Narzissten?
  1. Bärle sagt:

    Wie unsere Mutter gestrickt ist, habe ich schon zeitig spitz gekriegt, konnte es aber nicht einordnen, vor allem konnte ich (schwarzes Schaf und Sündenbock) nichts dagegen tun, solange ich von ihr abhängig war.
    Geholfen hat mir all die Jahre „ich bin dagegen“ und „Dienst nach Vorschrift“. Den Luxus Einer eigenen Meinung Habe ich mir auch geleistet (innerlich), aber meine Meinung hat niemanden interessiert.
    Immer wenn ich genügend Zeit hatte, habe ich mir einen Baustein meiner Geschichte vorgenommen, um ihn mit seinen Konsequenzen besser einzuordnen. So wurde mir während der Lektüre des Buches „Fremdunterbringung und ihre Folgen“ bewusst, warum mich der elterliche Besitz kalt läßt, und warum ich in Bayern daheim bin und aufblühe, wenn ich nur in diese Nähe komme. 😎
    So war mir klar, wie ich ihr Schaden machen kann – und vor allem meinen größten Wunsch, mir Wohnort und Haus SELBER auszusuchen. Eines Tages, als sie den Weg geebnet hat, habe ich Haus und Bauplätze verkauft, und so ist ihr Traum vonder tadellos funktionierenden Großfamilie auf ihren 20.000 m2 kläglich in die Binsen gegangen -, und wir leben deutlich entspannter.

  2. Wildkraut sagt:

    Ganz ehrlich, Herr Grüttefien, bin ich entäuscht von dem Thema…warum sollte ich mir die Frage stellen, was den Narzissten ärgert? Wo es doch um Abstand nehmen lernen und Distanz halten können geht? Mir geht es nicht um Genugtuung, geschweige denn um Rache…mir geht es um meinen Seelenfrieden und meine innere Ruhe. Die finde ich nicht, wenn ich das Feuer immer wieder anfache und danach suche, was ihn wohl ärgern könnte…dann spiele ich dieses perfide Spiel mit und befinde mich wieder in der unendlich Schleife der Wiederholungen…
    Ich habe meinen inneren Frieden wieder und möchte ihn behalten – daher halte ich – inzwischen ohne Anstrengung- Distanz! So soll es bleiben! Ich möchte nichts mehr mit diesen Menschen zu tun haben, auch nicht die Verbindung in der Frage nach dem, was sie ärgert. Das wünsche ich auch anderen Betroffenen!

    • Randi Dohrin sagt:

      Liebe Wildkraut,

      ja, das Thema wäre im Grunde überflüssig, dennoch gibt es gewiss reichlich Betroffene, die sich „rächen“ möchten, um sich (endlich) besser zu fühlen. Und von daher finde ich den Artikel von Herrn Grüttefien wieder einmal fantastisch. Er beleuchtet eben von ALLEN Seiten. Mein Dank dafür. Ansonsten, liebe Wildkraut, gibt es nach meinen langjährigen – besser fast lebenslangen – Erfahrungen eigentlich nur eine einzige RACHE für ein subjektives wohler Fühlen: Zwei Hacken und eine Staubwolke. Herzliche Grüße und gelingendes Durchhalten des inneren und wenn möglich, äußeren Abstandes.

      • Vogel sagt:

        Sich „Rächen“ bringt garnix. Man begibt sich auf das gleiche Niveau, vond em man eigentluich weg will.
        Viele Opfer, dazu habe ich mich auch gezählt, verstehen nicht, dass Rache nicht nötig ist. Der Narzisst sorgt durch sein Handeln schon selbst dafür, dass er aus seinem Kreis nicht raus kommt. Die einzige „Rache“ die man ausüben sollte, ist komplette Missachtung und Ignoranz ihm gegenüber. Alles Andere bringt nix

  3. Arianna de Lucia sagt:

    Ich schließe mich den Kommentaren an. Diese Menschen sind gefährlich, sie sind zu allem fähig. Anstatt sie zu ärgern, sollte man sie aus dem eigenen Leben ausklammern und ihnen keinerlei Zufuhr mehr geben.

    Ich bin meiner N. Mutter vor Jahren zufällig einmal begegnet, wir haben nur kurz gesprochen. (Wenn man es „sprechen“ nennen kann, sie redete fast die ganze Zeit, ich kam kaum zu Wort und sie redete nur an mir vorbei.)
    Aber wie sie mich von oben bis unten ansah! Als könne sie es nicht fassen! Ich sah gut und gesund aus, ausgeglichen, zufrieden, mit einem netten Mann an meiner Seite. Zum Abschied sagte ich ihr, „Vielen Dank, es geht uns gut.“ Darauf antwortete sie spitz: „Das sieht man.“
    Ich glaube, sie ist vor Wut und Neid fast geplatzt. Sie lebte immer in der Illusion, dass ich ohne sie nicht leben könne, und wäre nie darauf gekommen, dass sie mich systematisch zerstörte. Es ging erst aufwärts, als ich Abstand von ihr gewann.
    Dabei hatte ich diese Begegnung überhaupt nicht geplant, wir waren auf der Beerdigung einer gemeinsamen Bekannten. Moral: nichts ärgert diese Menschen mehr, als mitzubekommen, dass es ihren ehemaligen Opfern gut geht.

    So viel auch zum Thema „Mutterliebe“. Meine Mutter liebte die Vorstellung, dass ich klein und hilflos und vor ihr abhängig war. Mich selbst garantiert nicht. Eine liebende Mutter macht ihr Kind nicht kaputt und beneidet es, wenn es glücklich ist.

    • Lilli sagt:

      Ja, was gesunden Abstand festigt, ist,
      selbständig ein gutes Leben zu führen.
      Dann ist ein zufälliges oder unvermeidliches Aufeinandertreffen,
      im wörtlichen Sinn
      unverfänglich.

      • … und da kann schon mal eine Genugtuung sein, eine/n der Narzisstin/en in der Verwandtschaft zu ärgern.
        Das ist ja auch eine Distanzierungsmethode.
        Was mir immer wieder schwer fällt, ist, zu erkennen, dass nichts zu ändern ist, an der überlegenen egozentrischen Weltsicht, die man nach der jeweiligen Charmeoffensive bedienen dürfte. –
        Abstand und das Erreichen inneren Abstands, mit allen ‚Umgang mit Narzissten’Anregungen hier,
        ist die Lösung im wörtlichen Sinne.

  4. Sonnenblume sagt:

    Man muss professionell den Mund halten lernen. DAs ist eine wahre Kunst, finde ich. Vor allem, wenn diese attraktive Kunst einen die innere Freiheit spüren lässt.

    Etwas, was schwierig und ungerecht ist zwischen zwei Menschen in einer Beziehung, für sich alleine zu klären und damit klarzukommen, als sich mit den eigenen wertvollen Gefühlen, bei denen es um existentielle Grundbedürfnisse handelt, an der falschen Adresse zu verirren und sie dort zum Ausdruck zu bringen, wo sie definitiv nicht verstanden werden können und auch nicht angemessen behandelt werden, höchstens zu einer kurzfristigen Entlastung führen, aber nicht zum Ziel, ist nicht einfach, weil etwas Grundlegendes in einer Beziehung nicht gemeinsam geklärt werden kann und offen bleibt. Was hier ja auch schon mehrfach geschrieben wurde.

    Der innere Heilungsweg hat zum Glück noch viele weitere Lösungswege, denen wir folgen können oder danach suchen, um für das einzustehen, was langfristig gut tut und für inneren Frieden sorgt…

    • Ruth sagt:

      Hallo Sonnenblume,
      …professionell den Mund halten lernen?
      Das beunruhigt mich zutiefst.
      Ich würde sagen: professionell gute Kommunikation suchen und lernen.
      Wenn der Partner die Notwendigkeit nicht sieht, hat er Pech.
      ‚talk about it‘ ist der einzige Weg.
      Alles andere macht krank auf die Dauer.
      alles gute,Ruth

      • Lilli sagt:

        Hallo Sonnenblume,
        hallo Ruth,

        ich nenne das
        mich abgrenzen und abwenden,
        andere/s als den Narzissten in den Sinn kommen lassen.

      • Sonnenblume sagt:

        Hallo Ruth,

        … ja, Kommunikation suchen und lernen. Sehe ich auch so.

        Aber gerade deswegen braucht es die Fähigkeit, bei einem Menschen, der gar nicht beziehungsfähig ist und auch nicht wirklich auf einen eingehen und verstehen kann, die Fähigkeit, so wie ich es nannte „professionell“ die Klappe zu halten. Eben nicht wieder und wieder über Worte zu versuchen, verstanden und beantwortet zu werden, wo es dies gar nicht geben kann. Und so ist das für mich gemeint. Schön wäre es ja gerade, man könnte den Kommunkationsweg gehen, was aber eine Einbahnstrasse bzw. Sackgasse bedeutet, wenn man es wieder und wieder versucht mit noch mehr Worten, noch mehr Erklärungen, mit noch mehr von Darlegungen, die eben nicht ankommen und die ganze Lage verschlimmbessern, wenn überhaupt…..

        Was aber nicht heißt, dass der innere Dialog eben gut gelingt und man bei sich bleiben kann. Das meinte ich mit professionell.

        Es ist nicht verdrängen, oder verschweigen, oder gar unter den Teppich kehren. Sondern das eigene schützen, in dem ich eben den Mund halte (ab dem Moment, wo klar ist, dass Reden einfach 0,0 weiterhilft) Und zu mir stehe. Und für mich bin. NOch nicht mal gegen den anderen sein muss. Anerkenne, dass hier kein Weg mit Worten zu gehen ist.

        Das finde ich gesund, wie ich es verstehe.

        Dir auch alles Gute,
        Sonnenblume

        Grüße,
        Sonnenblume

    • Anka sagt:

      Für mich ist das unverständlich, Sonnenblume. Wie meinst du das genau?

      Was hat eine „professionelle Strategie“ in einer persönlichen Beziehung zu suchen?

      Wovon läßt diese „attraktive Kunst“ einen denn „innere Freiheit spüren“?
      Freiheit von Beziehung?
      Ist/steht man denn da überhaupt (noch)
      „in Beziehung“, wenn man professionell den Mund hält und für sich alleine klärt …?

      Mir wurde von Klein auf „der Mund verboten“.
      Ich mußte tatsächlich sehr mühsam lernen, die innere Stimme nicht innen zu lassen. Und auch, bei einem „Schuß vor den Bug“ mich eben nicht davon „einschüchtern zu lassen“…
      Mag man vielleicht heute kaum glauben.

      Regelrecht „professionell“ Angeschwiegen zu werden, habe ich auch zur Genüge erfahren.

      Beziehung bedeutet für mich Mit-ein-ander und eben nicht „für sich allein“ = separat.

      Anka 🙋

      • Sonnenblume sagt:

        Hallo Anka,

        in der Antwort oben an Ruth habe ich etwas beschrieben was ich unter „professionell die Klappe halten“ meine.

        Das mit der inneren Freiheit meine ich in Bezug darauf, auf mein Recht und meinen Wunsch verstanden zu werden, nicht immer und immer wieder zu pochen aus der Erkenntnis heraus (die natürlich eine Erfahrungsgeschichte voraussetzt), dass es diese von diesem Menschen aufgrund der Persönlichkeitsstörung (Narzissmus, aber das gibt es auch bei Autismus etc.), dass es sie in einem bestimmten Zusammenhang nicht geben kann. Weil es diese Störung nicht zulässt. Also versuche ich es nicht immer und immer wieder „dem Blinden meine Bilder zu zeigen, die er nicht sehen kann“. Das finde ich professionell. Es ist aus der realistischen Einschätzung gewachsen und der Einsicht, dass Worte nicht weiterhelfen.

        Das bedeutet nicht, dass ich ein Befürworter von „den Mund halten“ bin. Sondern eben nur dann, wenn es so ist, wie ich es versucht habe, zu beschreiben.

        Für mich ist Kommunikation der KÖnigsweg. ABer der Dialog. Nicht die MOnologe zu zweit oder gar SChlagabtausch, der höchstens Grenzen markieren kann, aber zu keinem Verständnis führt oder gar beiträgt, wie ich es sehe.

        Wenn jemand professionell schweigen kann, dann entsteht Raum und Weite und Freiheit und es ist Liebe zu spüren. Ohne Worte. Eben in aller Stille. So lange, bis man wieder etwas sagen kann und Worte hat.

        Wenn es sich anders anfühlt. Wie z.B. bedrohlich oder beängstigend oder nach Liebesentzug ist es kein professionelles SChweigen. Sondern auch so eine Art Verteidigung und destruktiv.

        Ich kann Dir ganz zustimmen. Beziehung bedeutet für mich auch Miteinander. Und das in Liebe.

        Ich hoffe, ich konnte noch ein wenig dazu beitragen, mich etwas besser auszudrücken.

        Bin für weitere Fragen gerne offen.

        Alles Gute,
        Sonnenblume

        • Ruth sagt:

          Hallo Sonnenblume,
          Die narzisstische Persönlichkeitsstörung mit Autismus in einem Atemzug zu nennen,
          ist nicht legitim,finde ich.
          Dadurch wird die Sache verharmlost und in eine Ecke geschoben.
          In die Ecke ‚Behindererung + nicht selbst verschuldet‘.
          Das geht am Sachverhalt vorbei.
          Es ist definitiv keine Behinderung!

          Ich vermute da Vermeidungsverhalten, wenn ich das so sagen darf.
          Die Rechnung geht nicht auf…
          Du rechnest dich selbst nicht dazu, als gleichwertigen Posten.

          Viel Kraft wünscht dir,Ruth

          • Lilli sagt:

            Autismus habe ich genannt, ich habe eine autistische Person im näheren Umfeld.
            Ich lege Autismus nicht deckungsgleich über Narzissmus.
            Beides sind unfreiwillige Persönlichkeitszüge.

          • sonnenblume sagt:

            Hallo Ruth,

            vermutlich konnte das, was ich versucht habe, zu beschreiben nur zweidimensional ankommen.

            Ich glaube wir müssten ausgiebig über die Begrifflichkeiten und was wir damit verbinden, reden. Das sprengt aber diesen Rahmen.

            Interessant, wie Du meine Lage bewertest.

            Danke für Deine Reaktion.

            Alles Gute für dich,

            Sonnenblume

          • Lilli sagt:

            … Autismus, den ich am 18.8. im Vergleich nannte, ist eine Behinderung, doch die Angehörigen, die damit konfrontiert sind und nicht die Familie verlassen sondern sich die Mühe damit geben, leben eingeschränkt als seine gesetzlichen Betreuer mit seinen sozialen Unfähigkeiten,
            die als Rücksichtslösigkeit oder Gleichgültigkeit rüberkommen und immer wieder deprimierende Schwierigkeiten verursachen.
            Sehr anstrengend, soziale Isolierung mit sich bringend, aufgefangen nur bzw. immerhin in den Selbsthilfegruppen.-
            Narzissmus hingegen ist eine Persönlichkeitsstörung,
            wenn man sie nicht kennt,
            hält man den/die Narzissten/-in einfach für hinterhältige Egoisten.
            Je nach Schweregrad muss man früher oder später aus Selbstschutz in Distanz gehen, sofern er /sie nicht aus unbefriedigten narzisstischen Bedürfnissen schon weg ist.
            Wenn man mit ihnen zu tun hat, ist wichtig, Strategien für den Umgang mit ihnen zu kennen.
            Zu wissen, was sie ärgert,
            sie bzw. sich selbst auch dadurch abgrenzen zu können, hilfreich.
            Dämonisierung als böse
            sehe ich als Kehrseite von emotionaler Abhängigkeit.-
            Autisten brauchen andauernde soziale Eingliederungshilfen, privat und beruflich.-
            Narzissten brauchen im Gegenteil viel oder völligen Abstand, bis zu Gerichtsverfahren,
            um zu erleben, was nicht geht.

          • Ruth sagt:

            Hallo Sonnenblume,
            deine Lage bewerten wollte ich auf keinen Fall,
            das möchte ich betonen.
            Mir stellten sich die Nackenhaare auf bei:
            ‚Man muss lernen professionell den Mund zu halten.‘
            Wenn du sagst ‚man‘ dann meinst du auch mich…
            da fühle ich mich also angesprochen.-
            Schade ,dass wir nur online kommunizieren können,ich hätte gerne eine echte
            Selbsthilfegruppe mit euch!
            Gruss,Ruth

          • sonnenblume sagt:

            Liebe Ruth,

            …. ja, ein Forum ist eben nur ein Forum. Und manche Worte sind nicht so gut oder zutreffend formuliert. So wie bei meinem Beitrag das „man“ dann eben auch so angekommen ist. Oder das Wort mit professionell…..

            Kann ich verstehen….

            Aber immerhin regt all das doch auch zum Nachdenken und Weiterdenken an.

            Viele Grüße an dich,
            Sonnenblume

        • Anka sagt:

          Hallo Sonnenblume und einen schönen guten Morgen 😊

          Im Artikel geht es ja eigentlich ganz speziell darum, wie einem Narzissten(!) „sein egoistisches und arrogantes Verhalten heimgezahlt werden“ könnte, wenn denn dieser (Rache-)Wunsch auftaucht oder die Einbildung, „angeschlagenes Selbstwertgefühl“ mit einem Gegenschlag wieder(?) aufrichten zu können.

          Du schreibst ja dann doch eher über eine andere Situation, über ein „gerade stattfindendes“ Gespräch.

          So wie du dieses „Mund halten“ und…
          für den jeweiligen Moment (!) einzusetzen scheinst, kann ich deine Zeilen auch nachvollziehen.

          Allerdings halte ich es durchaus für notwendig, dann zu einem (etwas) späteren Zeitpunkt, irgendwie doch zu einer gemeinsamen (!) Klärung zu kommen.
          Vorausgesetzt natürlich, es handelt sich nicht um „Belangloses“.

          Erstaunlich fand ich allerdings das „Etikett beziehungsunfähig“
          und die damit zusammenhängende Annahme, daß diese Menschen „nicht wirklich eingehen und verstehen
          könn(t)en (!)“

          Ich persönlich halte das für Irrtum.
          Diese kreisen allerdings ausschließlich um ihre Vorstellung, wie „Beziehung“ „schön“ für sie ist und wie sie „dazu kommen“.
          Und ich finde es sogar bemerkenswert, wie sie die (tieferen) Bedürfnisse sehr wohl „verstehen“ und durchaus darauf „eingehen“.
          Zur Erreichung ihrer Vorstellung fehlt ihnen „Fähigkeit“ keinesfalls.

          Vermeintliche Krankheiten und/oder Diagnosen können sehr verführerisch sein.
          Einen sogenannten Krankheitsgewinn kann nicht nur ein „Kranker“ für sich generieren.

          Mir erschien da einiges bisher ein bisschen sehr „blumig-wattig-schwelgend“…
          Ich kann nur hoffen, daß ich mich irre.

          Alles gute für dich, Sonnenblume!

          Anka 🙋

          • Sonnenblume sagt:

            Hallo Anka,

            … Danke für Deine Reaktion. Ich lerne vieles auf diesem Weg. So auch durch Deinen Beitrag.

            Alles Gute auch für dich!

            Grüsse,
            Sonneblume

          • Anka sagt:

            Ja, Sonnenblume.
            Auch ich lerne.

            „Die Menschheit steht im Moment insgesamt vor großen Herausforderungen, um unser Überleben zu sichern“,
            wie E.Tolle es in „JETZT“ benennt..

            Immer wieder in voller Aufmerksamkeit „ruhig zu bleiben“ und lediglich beobachten was „läuft“ ist die Akzeptanz, die Auflösung/Wandlung möglich macht…

            Eine Garantie, daẞ das Gegenüber „aufwacht“ gibt es allerdings nicht.

            In „JETZT“
            und auch im
            „KURS IN W…“ ist das sehr treffend beschrieben und wird darauf hingewiesen:

            „Licht (=Bewußtsein)
            ist zu schmerzhaft für die, die im Dunkel bleiben wollen“.

            Ich nenne es gerne „weiter schlafen und träumen“.
            Da „hilft“ (einem selbst) nur die Wanderung auf dem Weg fortzusetzen ohne …

            Ich spreche aber jetzt ausschließlich von meiner Erfahrung und den Schlußfolgerungen bzgl. „narz. Träumer“!

            Liebe Grüße
            Anka 🙋

          • Sonnenblume sagt:

            Liebe Anka,

            Danke nochmal für Deine Reaktion.

            Ja, wenn Licht auf manche Wahrheit fällt, ist das nicht so einfach. Aber die Wahrheit macht frei.

            Lieber eine schmerzliche Wahrheit, als eine bequeme Lebenslüge. Schreibt sich so einfach, muss aber mit dem Leben buchstabiert werden.

            Dabei entsteht ein neuer Text und die Geschichte geht anders weiter.

            Das bleibt und ist spannend.

            Ich glaube, es gibt noch viel zu entdecken.

            Einen guten, behüteten Weiterweg wünscht Dir

            Sonnenblume (im Spätsommer)

          • Anka sagt:

            Liebe Sonnenblume, ich danke dir von ganzem Herzen!

            Behütet …
            Und da sind sie geflossen, die Tränen.

            Ja es ist Spätsommer. Für mich ebenso.
            Auch (oder vielleicht gerade) diese „Jahreszeit“ bietet uns so viel Möglichkeiten und Schönes.

            Ein jeder von uns sät, düngt und gießt in seinem Lebensgarten.
            Manchmal auch unwissentlich „giftige Pflanzen“…

            Zur „Erntezeit“ sind wir (hoffentlich) ein bisschen „klüger“ geworden.
            In jedem Fall können wir wählen, was wir tatsächlich „ernten“, was als Düngung verbleiben darf.
            Manches ist besser im Feuer oder „Müll“ zu
            ent-sorgen.
            Auch unserer „Nachfolge“ wegen…

            Ja, sei auch du behütet und fühl dich ganz herzlich umarmt!
            Liebe Grüße 🙋

          • Sonnenblume sagt:

            Liebe Anka,

            …. ja, der Spätsommer hat es in sich. Vor allem ja wirklich „in sich“.

            Und wie Du schreibst, wird manches erst bei der „Ernte“ sichtbar und wir hoffentlich ein bisschen klüger oder noch besser „weiser“….

            Es ist für mich so ein schönes und gutes Bild, in dieser „Erntezeit“ im ganz eigenen „Herzensgarten“ eben genau das zu tun bzw. geschehen zu lassen, was Du beschrieben hast.

            Jahrelang fuhr ich im Oktober oder November zur Olivenernte nach Italien, weil das für mich sowas wie eine Verarbeitung (oder Therapie) war. Denn der Olivenbaum wurde mir wirklich zum Sinnbild.

            Ein Olivenbaum wächst auf kargem, trockenem Boden. Seine Wurzeln gehen tief. Er wächst unter schwierigen Bedingungen, auch auf steinigem Boden.

            Der Ölbaum ist ein langsam wachsender, langlebiger Baum. Er bringt erst im Alter von ca. 50 Jahren seine Früchte. Darin zeigt sich auch eine menschliche Weisheit. Es gibt Dinge, die werden erst im Alter reif.

            Der Olivenbaum ist eine immergrüne Pflanze. Er verliert zu keiner Jahreszeit sein Laub, sondern mehrere Jahre alte Blätter werden jahreszeitenunabhängig abgeworfen. So ist der Olivenbaum ein starkes immergrünes Hoffnungsbild für mich. Es stärkt mich, Widerstandskraft zu entwickeln in den Stürmen meines Lebens, bei Wind und Wetter, Trockenheit und Dürre.

            Der Ölbaum ist ein Lebenskünstler – ein Überlebenskünstler. UND was ich auch so enorm stark finde. Die Früchte schmecken nicht einfach. Du kannst sie nicht vom Baum pflücken und essen. Viel zu bitter! Nein, sie müssen geerntet werden und dann gepresst werden, um das geniale Öl zu bekommen, was auch flüssiges Gold genannt wird. Oder wenn man Oliven dann eben über Wochen wässern etc. muss… um sie anschliessend noch einzulegen.

            All das sind für mich passende Vergleiche auf meinem persönlichen Weg, der auch sehr bitter war…

            Dies alles berührt und bewegt mich weiterhin.

            Deine Worte haben mir gutgetan und Resonanz erzeugt. Auch Deiner Tränen wegen, die Du fliessen lassen konntest. Das Wort „behütet“ bewirkte das…

            Der große Gärtner sieht jede dieser Tränen, glaube ich. Und er sammelt sie in seinen Krug (die Worte stammen nicht von mir, ich fand sie in der Bibel)

            …. nochmals Danke an Dich und alle anderen, durch die ich Impulse erhalten habe, die mich weiterbringen und zum Nachdenken und zur Auseinandersetzung anregen und ermutigen oder auch dann und wann irritieren oder Widerstand erzeugen. Alles gehört dazu.

            Spätsommerliche Grüsse,

            auf diese Art, die Sonnenblume

          • Anka sagt:

            Eine wunderschöne „Huldigung“ für einen wunderbaren Baum und seine Früchte …,
            liebe Sonnenblume 😊

            Und doch ist er der Willkür des Menschen absolut „ausgeliefert“

            Wir sind das zum Glück nicht unbedingt und immer…

            Ja wirklich, möge uns alle Weisheit leiten bei unseren Entscheidungen

            🤗😚😊🙋

          • Sonnenblume sagt:

            Liebe Anka,

            …. ja, jedes Sinnbild hat halt auch einen Haken ;-)(wie macht man eigentlich die Smilies hier her?)

            Ich erinnere mich jedoch an die vielerlei Olivenhainbauern, die ihre Bäume hegen und pflegen und in ihrer Kultur verehren…. Und eben die vielen Plätze, wo die viele jahrhundertealten Prachtexemplare stehen. Erstaunlich ist auch, dass der Olivenbaum aus dem abgesägten Stamm unmittelbar daneben vielfach neu austreibt….

            Aber jetzt genug mit diesem Bild. Will das Thema ja auch wirklich nicht überstrapazieren.

            (Wenn ich es könnte, kämen nun auch einige lachende Gesichter her…)

            Ciao

          • Anka sagt:

            Ja, auch da stimmen wir überein 😁

            Es gibt sehr viele „einfache Menschen“,
            die mit Hingabe und Liebe einfache und notwendige Arbeiten verrichten, ohne Klagen, für geringen Lohn…

            Diese (!) seien hier einmal ausdrücklich gewürdigt!
            (Das mußte noch ‚raus 🙊)

            „Bella“ 😉 Ciao 🤗

        • sonnenblume sagt:

          Liebe Ruth,

          …. ja, ein Forum ist eben nur ein Forum. Und manche Worte sind nicht so gut oder zutreffend formuliert. So wie bei meinem Beitrag das „man“ dann eben auch so angekommen ist. Oder das Wort mit professionell…..

          Kann ich verstehen….

          Aber immerhin regt all das doch auch zum Nachdenken und Weiterdenken an.

          Viele Grüße an dich,
          Sonnenblume

  5. Lilli sagt:

    … dieser Beitrag von mir ist weiter unten gemeint und auch erschienen.
    Hier oben bitte löschen.)

  6. Birgit sagt:

    Schwierig. Wenn der Narzisst strafrechtlich relevante Dinge anwedend, mussman sich ausmeiner Sicht wehren dürfen. Ich habe Klage erhoben… das Gerichtsverfahren steht noch aus…

    • Waltraud sagt:

      Hallo Birgit,
      in meinem Fall hat der Narzisst immer andere angestiftet, mir zu schaden. Er selber hat dann wieder wie üblich behauptet, entweder nichts damit zu tun zu haben, gedroht oder die Dinge einfach verdreht. Jedenfalls immer zu seinen Gunsten. Seinem Steuerberater hab ich aus v.g. deshalb mit Strafanzeige gedroht, wenn er nicht umgehend die Dinge richtig stellt bei der Finanzbehörde. Er schreckt vor nichts zurück. Aber immer schön so, das man ihm möglichst nichts kann.
      Ich hoffe, Dein Narzisst bekommt dann hoffentlich die Quittung für sein Handeln. Viel Erfolg für einen Ausgang zu Deinen Gunsten.

  7. Anka sagt:

    Die Frage, ob es die Mühe überhaupt wert ist, finde ich gut.
    Allerdings gehört sie für mich persönlich an den Anfang.
    Es mag ja durchaus ein derartiges Bedürfnis hochkommen, aber letztlich verschärft es ja die ohnehin schon unschöne Situation, wenn es sich um eine „nahe Beziehung“ handelt.

    Ein derartig aufkommender Wunsch könnte vielleicht sinnvoller genutzt werden. Ihn als „Achtungszeichen“ sehen und tatsächlich eher in die Mühe investieren, das Weiterbestehen der „Beziehung“ grundsätzlich in Frage zu stellen, ist da sinnvoller.

    In weniger engen Kontakten kann es vielleicht gar nicht schaden, sich ruhig auch einmal in „Hörweite“ ausgesprochen anerkennend über andere Leute zu äußern. Ihm oder Ihr darf das ruhig einmal „zu Ohren kommen“, daß das so ist…
    Bestenfalls springen sie direkt an und zeigen offen in der Runde ihre Mißgunst.

    Ansonsten
    „ärgern sich(!)“
    solche Menschen schon oft genug über Belanglosigkeiten selber und lassen diesen Ärger am Nächststehenden direkt oder im persönlichen Umfeld im Anschluß zur Genüge aus.

  8. Werner P sagt:

    Ich bin immer wieder verblüfft, wie klar und realitätsbezogen Herr Grüttefien die Verhaltensweisen von solchen Menschen beschreibt. Das zeigt mir, dass er nicht nur ein Theoretiker ist, sondern sehr viel Erfahrung hat auf dem Gebiet und sicherlich sehr oft auch unter Narzissten leiden musste.
    Ich bin aber auch erschrocken, weil ich gerade in diesem Artikel sehr viele Verhaltensweisen bei mir feststelle. Auch ich bin ein Perfektionist. Vermutlich angetrieben von der Angst, etwas falsch zu machen und dafür „Liebesentzug“ zu erhalten, wie das meine Mutter immer tat.
    Narzissten bringen Narzissten hervor, so wie Maiglöckchen Maiglöckchen hervorbringen und Ahornbäume neue Ahornbäume… Muss unbedingt daran arbeiten, mir selber gemachte Fehler zu verzeihen, mal locker zu lassen und „Leistung und Liebe“ zu ent-koppeln.

    • Anka sagt:

      Narzissten bringen Narzissten hervor
      oder aber auch
      Komplementär-Narzissten.

      Das eine ist leider nicht besser als das andere…
      Und Perfektionismus oder ein gewisses Perfektionsstreben findet sich leider auch bei Beiden durch die frühen Prägungen und Konditionierungen.

      Aber Mann/Frau kann glücklicherweise daran „arbeiten“ 👍

    • Lilli sagt:

      Hallo,

      ich versuche es immer wieder kurz und prägnant
      mit Vernunft.
      Das macht ihn auch wütend, doch nicht so massiv wie eine Provokation meinerseits.
      Kürzlich hatten wir in einem Verein als Team Verbesserungen bewerkstelligt.
      Da er gemeinsame Erfolge gern als seine alleinigen ausgeben würde,
      sagte ich rechtzeitig:
      ich hoffe dass du dich über deinen Anteil freust,
      ich freu mich jedenfalls über meinen Anteil am Gelingen.
      Da nickte er sogar,
      wenn auch vielleicht nur, weil ich sowas eben sage.
      Ich halte Abstand,
      mit Menschlichkeit,
      aus Selbstschutz,
      Narzissmusstörung ist eine unfreiwillige Einschränkung,
      wie z.B. Autismus,
      keine vorsätzliche Lebensweise.
      Ich bewundere auch,
      wie differenziert und verständlich Sven Grüttefien diese Persönlichkeitsstörung in vielen Aspekten aufzeigt.

      Allen einen schönen Abend !

  9. Lina sagt:

    Man muss genauso auftreten, genauso SEINE Schwächen hervorzerren, man muss sich bewusst sein, dass man im Krieg ist, und da ist ja bekanntlich alles erlaubt, aber das gilt auch für mich. Täuschen, lügen, irritieren, sich ständig widersprechen und anders reden als verhalten. Das ganze Programm. Ich habe mich weder in der Scheidung vom Narzissten kleinkriegen lassen, noch von meiner malignen Schwester. Da jeder Kontakt mit mir für sie eine potentielle Kränkung bedeutet, und zwar absolut schonungslos, ist sie aus meinem Leben inzwischen verschwunden.

  10. Randi Dohrin sagt:

    Wenn man diese „Klientel“ durchschaut hat, trotz der zuhauf unterschiedlichen Varianten, ist die beste Revanche für einen selbst und zugleich wirksame Kränkung für arrogante, dreiste und selbstverliebte Narzissten, sich in absoluter Gänze von denen zurückzuziehen. Muss ein Kontakt, zum Beispiel wegen gemeinsamer Kinder, bestehen bleiben, gibt es nur das EINE: Einen größtmöglichen inneren Abstand herzustellen, auch wenn man „denen“ mal so richtig die Meinung sagen möchte. Narzissten sind „gestörte“ Menschen, bei denen sowieso alles anders „ankommt“. Denen die Meinung zu sagen, heißt, sich mit dieser Sorte Mensch auf eine Stufe zu stellen, wenngleich ich schon dafür bin, dass Grenzen gesetzt werden sollten, aber „Rache?“, das ist völlig vergebene Müh‘.

    • Nina L sagt:

      Ich bin auch dieser Meinung.
      Mein ehemaliger Lebensgefährte hatte auch viele narzisstische Wesenszüge und mir viele Jahre das Leben schwer gemacht. Auch als ich wusste, was mit ihm los ist, hat es noch gedauert bis ich mich lösen konnte.
      Es hat aber keine dahingehenden Erklärungen von meiner Seite gegeben, er hätte es ohnehin nicht begriffen.
      Heute, fünf Jahre später, bin ich wieder ein glücklicher Mensch.

      • Antje sagt:

        Das ermutigt mich, ich war jahrelang ungluecklich und bin vor kurzem aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen. Seinen Anteil am Scheitern der Beziehung will der Ex nicht sehen. Da ich in den letzten Jahren aufgrund seiner ewigen Unzufriedenheit und der nonstop vorgetragenen Vorwuerfe oft „ausgerastet“ bin, sagt er jetzt, dass ich ausziehen musste, weil ich mich nicht beherrschen konnte/kann. Wir haben eine gemeinsame Tochter und ich werde Nerven wie Drahtseile brauchen, da wir aufgrund unseres gemeinsamen Kindes weiter Kontakt haben werden.

    • Thomas Hagenunger sagt:

      Narzissten die Meinung zu sagen bedeutet Energieverschwendung sowie narzisstische Zufuhr für den Narzissten/in in Premium-Qualität!

      • Lilli sagt:

        Stimmt,
        also besser die meiste Energie für die eigene Vitalität und den Umgang mit Normalos einsetzen.

      • Randi Dohrin sagt:

        Ich sehe das wie Sie, lieber Thomas Hagenunger! Ich halte es, nach persönlichen Erfahrungen, für eine absolute Energieverschwendung, sich an Narzissten – gleich in welcher Form – rächen zu wollen. Das wäre Wasser auf deren Mühle, Aufmerksamkeit erlangt zu haben, die diese Klientel – bekannterweise – zum „Überleben“ benötigt, ähnlich Verdurstenden, die nach Wasser lechzen. Von daher ist das Austrocknen lassen, die weitaus bessere Revanche, auch wenn verbale „Rachegedanken“ (verständlicherweise) in einem hochkommen (können).

  11. W. sagt:

    Während meiner damals noch bestehenden Beziehung, habe ich vor gut 3 Jahren meinen EX so sehr verletzt und gekränkt das es letztendlich das Aus bedeutete.

    Was ich getan habe?
    Ich hatte ihn gebeten etwas Rücksicht auf mich zunehmen .Durch seine „Forderungen“an misch wurde ich krank.
    Ich wollte mit ihm reden um unserem gemeinsamen Leben eine neue Chance zu geben.
    Zu diesem Zeitpunkt wusste ich nicht mal was Narzissmus überhaupt ist.
    War mein Leben bis dahin von „vorauseilender Gehorsamkeit“ geprägt so wurde ich ab diesem Tag mit Verachtung gestraft, Schweigen war an der Tagesordnung, Demütigungen jetzt sogar im Beisein von Anderen.
    Das alles weil ich nicht mehr bedingungslos alles machte was er verlangte.

    Ja allein die Tatsache das er nicht mehr das Sagen hatte und über mich bestimmen konnte lösten in ihm eine unglaubliche Wut aus.
    Weil ich nicht mehr nach seinen Vorstellungen funktionierte lief „sein Leben“ aus dem Ruder.
    Als ich 1 1/2 Jahre später(jetzt aufgeklärt)ging gab er mir die Botschaft mit auf den Weg: „ich bin wie ein Terrier, wenn der sich in seine Beute fest gebissen hat, lässt er nicht los bis sie erledigt ist“

    Natürlich hat er Monate lang versucht mich zurück zu holen, auch mit Selbstmorddrohungen ohne Ende.
    Weil das nicht funktioniert hat wurde seine Wut und sein Hass auf mich immer größer.
    Verleumdungen sind heute noch (20 Monate nach der Trennung) an der Tagesordnung.
    Durch das Hinauszögern von Notarterminen, unvollständigen Angaben bei Gericht und der Ankündigung sich beim Scheidungstermin „krank schreiben „zulassen zeigt er mir auch heute noch wer das Sagen hat.

    Wer die Wut eines Narzissten provurziert sollte sich vorher in Sicherheit bringen.

    • Thomas Hagenunger sagt:

      Kenne ich, vor Gericht wird nicht nur gelogen das sich die Balken biegen, es werden sogar instrumentalisierte Kinder als Mitkläger in den Gerichtssaal gezehrt. Bei einem zweiten Termin, bei dem zum Sachverhalt Zeugen von mir befragt wurden, ist die Ex, ohne ihre eigene Kanzlei zu informieren, nichtmal erschienen. Als Quittung musste sie meiner Anwältin 4000€ bezahlen. Welch eine Genugtuung für mich!

  12. Sandra sagt:

    Was sie „ärgert“?
    Wenn man Sie aus seinem Leben streicht, sie komplett ignoriert, auf nix mehr reagiert und nie wieder Kontakt haben wird. Nie wieder!!!
    Das ist übrigens auch das Einzig sinnvolle, was man als Opfer narzisstischen Missbrauchs DRINGEND machen sollte. Alles weitere führt nur zu unnötig langezogenem weiteren Leid und bringt Nix!

  13. mapril sagt:

    Auch wenn viele Gedanken Spaß machen, eine NPS zu ärgern, möchte ich davon abraten. Letztendlich machen wir unser Spielchen mit einem zutiefst verletzten und psychisch unreifen Menschen, der dann seine Wut wohlmöglich noch an Unbeteiligte auslässt.

    Mir reicht es, meinem Scheff kühl, distanziert und sachlich zu begegnen und mich hinterher kringelig zu lachen, wenn er sich bei anderen über mich beschwert.
    Oder wenn ich seine Arbeitsaufträge möglichst wortgenau weitergebe im Sinne von: Mein Scheff wünscht dies und das. Dann kommt fix eine Korrektur an einen großen Verteiler. Ziel erreicht.

  14. Angelika Lohmann sagt:

    Hallo
    Aufgrund meiner Beziehung zu einem waschechten Narzissten bis vor 2 Jahren lese ich weiterhin sehr gerne die Artikel von Herrn Grüttefien. Das hat mir damals unglaublich geholfen, ich bedanke mich an dieser Stelle nochmal ausdrücklich für die Hilfe!!
    Dieser Artikel allerdings kommt mir gefährlich vor. Wenn ich mir vorstelle, dass ich „meinen“ Narzissten damals so provoziert hätte, wird mir ganz anders. Ich hätte damit riskiert, eine solch unglaubliche Wut heraufzubeschwören, dass er mich nicht nur verbal total fertig gemacht, sondern mich womöglich geschlagen oder, wie beim letzten großen Showdown angekündigt „mir den Hals umgedreht“ hätte. Ich hatte damals wirklich Angst um mein Leben. Deshalb denke ich nicht, dass solche Provokationen in allen Fällen ratsam sind. Wenn man auf den falschen trifft, kann einen das teuer zu stehen kommen, nicht nur mental sondern auch körperlich! Rachegelüste hatte ich auch, und wie oft habe ich mir vorgestellt, ihm alles heimzuzahlen! Aber wenn man es mit einem wirklich gefährlichen und gewaltbereiten Menschen zu tun hatte, sollte man es lassen.

    • Ja, Sie haben Recht – man sollte sich der Gefahr stets bewusst sein und seine Möglichkeiten abwägen. Wenn man verdeckt vorgeht oder wenn man rhetorisch geschickt ist und ein dickes Fell besitzt, kann es manchmal gelingen. Auch mit dem vorsichtigen Spiegeln kann man einem Narzissten, wenn er situativ noch zu Selbstkritik fähig ist, auf sein arrogantes Getue aufmerksam machen, ohne dabei seine Wut zu provozieren.

  15. Peter sagt:

    Danke für den Artikel. Ich persönlich sehe den Gedanken aus dem letzten Absatz im Vordergrund. Die kleine oder große Rache am Menschen mit NPS ist ein kurzfristiges Vergnügen und letztlich meist ein Bumerang. Besser man fokussiert seine Energie auf die echten Beziehungsangebote auf diesem Planeten und pflegt, falls das geht, mit dem NPS-Menschen die Strategien „No Contact“ oder „Gray Rock“.

    Selbst mystische Hoffnungen, so etwas in der Art von „Karma“ könne diese Rache vollziehen, so dass man sich dann an der Schadenfreude ergötzen könne, sind meines Erachtens nicht hilfreich, weil sie dazu verleiten, dem NPS-Menschen hinterher zu forschen, um herauszufinden, ob denn „Karma“ diesen Menschen nun endlich, endlich erwischt habe: Selbst das bindet eigene Ressourcen und schadet letzlich nur.

  16. Andrea sagt:

    Nein, die Mühe ist es definitiv nicht Wert zumal es immer wieder auf einem selber zurückfallen wird. . .

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