Der Narzisst hat nach der Trennung gleich einen neuen Partner

Vielfach sind Betroffene nach der Trennung von einem Narzissten über die Tatsache schockiert, dass dieser kurz nach der Beendigung der Beziehung bereits einen neuen Partner an seiner Seite hat. Fassungslos erleben Betroffene, wie das Glück im Leben des Narzissten anscheinend erneut Einzug gehalten hat, während sie selbst völlig ausgebrannt und niedergeschlagen ihr Leben nach dem erlebten Missbrauch erst wieder ordnen müssen.

Bild: © Volodymyr – stock.adobe.com

Für Betroffene, die eine Trennung von einem Narzissten zu verkraften haben, ist es äußerst schmerzhaft, wenn sie bereits nach kurzer Zeit beobachten müssen, wie der Narzisst schon wieder vergnügt mit einem neuen Partner an seiner Seite durch die Straßen schlendert. Während der Betroffene allein ist und den Missbrauch noch längst nicht überwunden hat, muss er mit ansehen, wie sein narzisstischer Ex-Partner schon wieder höchst glücklich zu sein scheint.

Für die meisten Betroffenen ist eine solche Situation kaum auszuhalten. Nicht, dass sie sich den Narzissten zurückwünschen und selbst gern an der Stelle des neuen Partners wären – sie können gut auf den Narzissten verzichten. Aber sie können nicht verstehen, wie sie so einfach nach der Trennung ausgewechselt werden können – so als wäre vorher nie etwas gewesen. Fassungslos müssen sie zur Kenntnis nehmen, dass der Narzisst die Trennung offenbar ziemlich schnell überwunden hat und es ihn nicht im Geringsten zu stören scheint, dass seine letzte Beziehung gescheitert ist.

Besonders gekränkt fühlen sich Betroffene, wenn sie feststellen müssen, wie glücklich der Narzisst nach der Trennung mit seinem neuen Partner zu sein scheint. Sie glauben zu beobachten, dass er den neuen Partner sehr viel höflicher behandelt, ihm sehr viel tiefer in die Augen schaut und sehr viel mehr Zeit mit diesem verbringt, als er es je mit ihnen getan hat. Sie reden sich ein, niemals von dem Narzissten derart angehimmelt worden zu sein und ganz offenbar nicht denselben Wert für ihn gehabt zu haben wie nun seine neueste Eroberung.

Fassungslosigkeit macht sich nach der Trennung breit

Folglich kreisen unentwegt dieselben Fragen im Kopf von Betroffenen herum: „Wie ist es möglich, dass er sich so schnell wieder verlieben kann?“ – „Hat er mich überhaupt je geliebt?“ – „Ist er nun glücklicher mit seinem Partner als vorher mit mir?“ –  „Wieso hat er so ein Glück und ich sitze hier allein?“ – „Wie kann es sein, dass der Narzisst schon wieder einen Dummen gefunden hat, der bereit ist, sich auf ihn einzulassen?“ – Betroffene werden von zermürbenden Gedanken verfolgt und können sich von der Vorstellung nicht trennen, dem Narzissten ganz offenbar nichts bedeutet zu haben.

Zu dem Schmerz über den Missbrauch, den sie an der Seite des Narzissten ertragen mussten, gesellt sich nun nach der Trennung auch noch der Schmerz, ohne Zögern, ohne Rücksicht und ohne Bedauern eiskalt ausgetauscht worden zu sein. Fühlte sich der Betroffene in der Beziehung mit dem Narzissten ohnehin ständig klein und wehrlos, so erhöht sich das Gefühl der Minderwertigkeit nun noch durch den raschen Partnerwechsel. Betroffenen ist es unter diesen Umständen unmöglich, die Trennung und den Missbrauch zu verarbeiten und den Narzissten endlich zu vergessen.

Um sich angesichts dieser verletzenden Tatsache wieder einigermaßen beruhigen zu können, beginnen Betroffene häufig, die Frischverliebten intensiv zu beobachten, in der Hoffnung, Hinweise zu finden, die darauf hindeuten könnten, dass der Narzisst den neuen Partner doch nicht so sehr liebt, wie er ihn geliebt hat, dass der neue Partner keinesfalls besser ist als er und dass die Beziehung genauso scheitern wird. Betroffene wollen sich davon überzeugen, dass das scheinbare Glück, dass dem Narzissten widerfahren ist, nicht von Dauer sein wird.

Vergleich mit dem neuen Partner

Sodann wird der neue Partner unters Mikroskop gelegt und alles, was er zu bieten hat, einem ganzheitlichen Persönlichkeits-Check unterzogen: die körperliche Attraktivität, der Kleidungsstil, die Herkunft, die Bildung, das Einkommen und der Beruf. Alles wird unter die Lupe genommen und je weniger gefunden wird, desto tiefer wird gegraben, bis Betroffene irgendwann den entscheidenden Makel gefunden zu haben glauben, an dem die Beziehung zweifellos scheitern wird.

Stellen sie fest, dass der neue Partner keineswegs besser ist als sie, dass der Narzisst ihn auch nur missbrauchen wird und er noch sein blaues Wunder mit dem Narzissten erleben wird, steigt in ihnen häufig Mitleid auf und sie glauben, den naiven Partner warnen zu müssen, indem sie ihm die Wahrheit über den Narzissten berichten. Sie wollen verhindern, dass der Narzisst aus einem treuen und gutgläubigen Wesen ein weiteres armes Opfer macht – tun dies aber oftmals eher, weil sie dem Narzissten sein Glück nicht gönnen, als aus dem Motiv heraus, dem neuen Opfer helfen zu wollen.

Entdecken Betroffene hingegen keinerlei Makel an dem neuen Partner und müssen sie zu der Erkenntnis gelangen, dass der Narzisst ganz offensichtlich einen Volltreffer gelandet hat und sie mit der Attraktivität des neuen Partners nicht mal annäherungsweise mithalten können, dann steigt in ihnen eine ungeheure Wut auf: Sie können nicht verstehen, wie so ein Scheusal wie der Narzisst so ein unglaubliches Glück haben kann, wo er doch in ihren Augen im Grunde nichts weniger als die Hölle verdient hat. Diese Ungerechtigkeit ist für Betroffene nicht zu ertragen.

Rachegedanken kommen auf

Besonders brisant wird es, wenn Betroffene dem Narzissten nach der Trennung wiederbegegnen, dieser schwärmerisch von seiner neuen Liebe berichtet und ihnen freudestrahlend mitteilt, wie schön nun alles ist – meist verbunden mit negativen Vergleichen zur Vergangenheit und späten Vorwürfen: „Diesen Schritt hätte ich schon lange machen müssen – ich weiß gar nicht, warum ich mir das noch so lange angetan habe!“ Solche Aussagen versetzen den Betroffenen entweder tagelang in einen Schockzustand oder lassen ihn zu einem Vergeltungsschlag ausholen.

Der Betroffene sinnt dann auf Rache. Seine Wut darüber, dass dem Narzissten statt einer deftigen Strafe auch noch alles Glück dieser Erde zufließt, lässt ihn schier wahnsinnig werden. Während er von dem Narzissten ausgenutzt und ausgebeutet wurde und nun leer, verzweifelt und ausgelaugt ist, kommt der Narzisst ohne ein Schuldbekenntnis und ohne eine Abrechnung davon. Während er kaum noch weiß, wie er jemals wieder glücklich werden soll, singt der Narzisst schon wieder fröhlich Liebeshymnen.

Sicherlich macht eine schnelle neue Beziehung des Narzissten dem Betroffenen die emotionale Loslösung und die Verarbeitung der schmerzhaften Vergangenheit nicht leichter. Es wird aber auch dadurch nicht besser, dass der Betroffene nun die neue Beziehung des Narzissten bekämpft oder sich an dem Narzissten zu rächen versucht in der Hoffnung, darüber sein angeschlagenes Selbstwertgefühl wieder aufrichten zu können. Es hilft nur, zu akzeptieren, dass der Narzisst aus der letzten Beziehung offenbar nichts gelernt hat und folglich immer wieder dieselben Fehler machen wird.

Sein vermeintliches Glück wird sich früher oder später in sein Unglück verwandeln – auch ohne dass Betroffene dabei nachhelfen müssen. Ein Narzisst sucht nicht nach dauerhaftem Glück, sondern jagt ständig kurzfristigen Glücksmomenten hinterher, weshalb er langfristig immer wieder scheitern wird. Diese Tatsache sollte Betroffenen letztlich Trost genug sein und ihnen die Kraft geben, sich zukünftig auf sich selbst zu konzentrieren, die Vergangenheit loszulassen und wieder nach vorne zu schauen.


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Veröffentlicht in Blog, Trennung von einem Narzissten
26 Kommentare zu “Der Narzisst hat nach der Trennung gleich einen neuen Partner
  1. Amy sagt:

    Das kann einem mit sogenannten „Freunden“ genauso passieren. Eine Bekannte von mir kündigte mir einmal die Freundschaft, weil ich sie angeblich „behandelt hätte wie einen königlichen Narren“. Sie zog danach mit unserem gemeinsamen Freundeskreis über mich her, ich wurde einfach ausgeschlossen. Niemanden interessierte meine Sicht der Dinge. Sie war die Heldin der Stunde und ich die Schuldige.
    Die Dame fand auch sehr bald einen Partner und war angeblich sehr glücklich mit ihm, schlug eine neue Karrierelaufbahn ein, fand neue Freunde etc. Während ich verzweifelt und vereinsamt, abgewertet und weggeworfen wie ein alter Lappen an Selbstmord dachte.
    Mich zu entwerten und wegzuwerfen baute ihr Selbstwertgefühl auf und ohne einmal zurückzublicken, ging sie jubelnd in ein anderes Leben. Ich weiß nicht, was aus ihr geworden ist. Nur, dass ich es bis heute unglaublich grausam finde, einem Menschen zuerst Freundschaft vorzugaukeln, ihn wegen einer Lappalie zu entsorgen und sich darauf noch ein neues Leben aufzubauen. Damals wusste ich noch nichts von Persönlichkeitsstörungen. Heute weiß ich es besser. Aber ich bin nach wie vor vorsichtig, wenn ich neue Freundschaften aufbaue. Oberflächlich gesehen sind die meisten Leute nett; man weiß nicht, wie jemand wirklich ist, bevor eine Krise entsteht.

  2. Michael sagt:

    Meine Ex, mittlerweile 40, war seit ihrem 14 Lebensjahr nicht einen Tag Single. Es wurde immer umgehend ausgetauscht, ohne einen Tag Pause; teilweise sogar parallel angebandelt. Die längste Beziehung waren 6 Jahre, aber selbst da hatte sie parallel Andere und der Ehemann wusste nix davon. Alleine letztes Jahr, standen 6 verschiedene Autos vor ihrer Wohnung und, wie es scheint, ist der Aktuelle nach 2 Monaten bereits bei Ihr eingezogen.
    Gut für mich, denn dann hab ich Ruhe 🙂 Also das hoffe ich jedenfalls, denn bei den Exemplaren weiß man nie, ob sie nicht nach 2-3 Jahren wieder bei Einem auf der Matte stehen und betteln, was das doch Alles für ein großer Fehler war…blablabla!

    @Waldhaus
    Die Kinder „aufklären“ wird nix bringen, denn, solltest du das tun, wirst schnelkl Du zur Schuldigen erklärt. Du hättest was machen müssen als Du noch in der Beziehung warst und den Missbrauch bemerkt hast.

    • Sue sagt:

      Hallo Michael
      Wie lange bist du schon getrennt?
      Meine Angst ist dass wir zu solchen Menschen so eine Bindung hat, diese einen das ganze Leben verfolgt.
      Ein Zeichen für mich ist das man sich selbst nach Jahren der Trennung immer noch mit dem Thema beschäftigt.
      Ich habe das Gefühl das betroffene Menschen auf ewig leiden.
      Sind wir wirklich so sensibel oder ist es die Verletzung unserer Gefühle?

      • Martin sagt:

        Liebe Sue, ich denke, man wird diese Erfahrung, bzw. den Menschen nie komplett aus seinem Leben verdrängen können. Wer einmal narzisstisch missbraucht wurde, dem hängt das ein lebenlang nach. Man kann aber dfafür siorgen, dass es zu keinem Thema mehr wird. Das ist schwer, aber möglich.
        Auch ich habe gelitten. Wie ein Hund. Aber irgendwann frgt man sich selbt, was man da macht. Klar, auch ich bekomme ab und an Stories von meiner Ex mit, aber es juckt mich nicht mehr wirklich und ich denke nicht drüber nach. Ja, der Missbruch war hart, aber ich bin da stärker und auch vorsichtiger heraus vorgegangen. Aber ich leider nicht mehr. Ab und an kommen erinnerungen hoch, die ich dann sofort wegstoße, eben weil sie nix bringen. Das muss man aber lernen und das ist nicht kleicht. Wenn man aber erstmal an diesem Punkt ist, wird das Leben wieder Besser, glaub mir 🙂
        Man darf nur nicht in selbstmitleid ertrinken und muss erkennen, was passiert ist. Kein Blick zurück. Keine Rachegefühle. LErne draus, schau nach vorne und lebe das Leben, wozu der/die N nie in der Lage ist. DAS ist die indirekt größte Rache, die man so Personen machen kann.

      • Michael sagt:

        Sue, mittlerweile etwas über 2 Jahre. Aber auch davor gab es einige Ehrenrunden, weil ich so naiv war zu glauben, man könnte was auf ihr Gejammer geben. Manchmal ist die Lehrzeit eben keine Angenehme.
        Ich denke, es ist, wie Martin gesagt hat. Die besonders harten Exemplare verfolgen uns unser ganzes Leben und bestimmte Lebenssituationen werden uns immer wieder daran erinnern. aber da muss man durch und darf das nicht mehr an sich ranlassen. Das Leiden ist etwas, dass man selbst zulässt. Warum? Man sollte froh und dankbar sein, dass diese Menschen nicht mehr das eigene Leben manipulieren können.
        Man sollte sich nicht mehr damit beschäftigen; bringt nix und erfordert nur unnötige Energie. Ausserdem sind diese Personen es nicht wert. Und das wichtigste, es bringt einen selbst nicht weiter, wenn man ständig dran denkt. Ist vorbei, sollen die ihr verlogenes Leben weiterleben

  3. Lilli_01 sagt:

    Hallo Waldhaus, ich halte es für keine gute Idee die Kinder aufzuklären ganz gleich wie alt sie sind. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass viele Menschen weder Narzissmus noch dessen Vielschichtigkeit kennen und diesen auch nicht unbedingt im einzelnen kennen lernen möchten.vielleicht genügt ein Hinweis auf eine Persönlichkeitsstörung und das vorsichtige Ausloten ob hier Interesse besteht.Mein 34- jähriger Sohn weiss, dass ich sehr informiert bin über das thema. Literatur könnte er jederzeit lesen.Er ist intelligent und belesen, aber seine Vater möchte er im.Zusammenhang mit dem Thema nicht sehen.Er weiss zwar was da im Argen liegt, da es in der nachfolenden Familie ähnliche Verläufe gab. Aufschreiben könnte helfen, aber nur einem selbst.ich kann nur raten sehr sensibel an das Thema zu gehen bis gar nicht. Ist doch klar dass Kinder ihre Eltern ganz anders sehen möchten.lg

    • Sonnenblume sagt:

      Liebe Lilli_01,
      .
      … ja, da kann ich Dir auch zustimmen, sehr sensibel mit dem Thema umzugehen. Aber pauschal abraten, würde ich nicht. „Die Kinder“ gibt es nicht. Auch da gibt es individuell unterschiedliche Wege.

      Aber – alles zu seiner Zeit. Wenn die Zeit dafür gekommen ist und die Offenheit bzw. auch Bereitschaft und Interesse besteht (frei, nicht manipuliert).

      Und da finde ich es nach wie vor einen guten Weg, die Geschichte schriftlich zu haben. Für sich selbst und zum Teilen für sensible Auseinandersetzungswege, wenn sie denn zustandekommen. Aber nur dann.

      Liebe Grüße,
      Sonnenblume

  4. Thomas sagt:

    Kurz danach? Mein Vorgänger wurde nach 2 Monaten umserer Bekanntschaft ausgetauscht und ich (am Telefon) mit meinem Nachfolger ebenso. Auch parallel. Die Ex war noch nicht ein Tag im ihrem Leben Single!

    • Selda sagt:

      Mein Narzisst ist momentan total wie ein Chamäleon – weil er nun in der NEXT seine Heiratspartnerin für die Ewigkeit (anderer Kulturkreis) gefunden hat. Leider hat er sie mehrmals mit betrogen, da er mir sagte – sie hätte ihn verlassen, was frei erfunden war. Sie denkt an den Jackpot der studierte Software-Ingenieur und ich schweige, weiss aber dass er ihr permanent ins Gesicht lügt. Die No-Contact Regel halte ich auf allen Kanälen obwohl er laufend anonym anruft. Das ist auch kein Loslassen…dennoch habe ich keine Lust auf On-Off und Geliebte spielen.

    • Sue sagt:

      Hallo Thomas,
      Ich bin aktuell genau in dieser Situation.
      Nach unserer Trennung, er mich regelmäßig kontaktiert über Wochen. Vor 5 Wochen kam seinerseits die große Reue, seines Fehlers. Er erzählte mir bis ins kleinste Detail von seiner neuen bzw. Schon wieder beendeten Beziehung. Wir waren wieder zusammen. Er plante detaillierte Zukunftspläne. Bis er ohne Rücksicht das ganze wieder innerhalb 3 Stunden das neue mit uns beendete mit dem Schein Argument er hätte so ein schlechtes Gewissen, da er die Initiative des neu Anfang initiierte.
      Er hat mich wochenlang missbraucht, ganz bewusst über seine jetzige Beziehung bis in Detail negativ gesprochen hat so glaubwürdig, lieblos,ja richtig frustrierend.
      Er mir seine große Liebe zu mir noch glaubwürdiger geschildert hat.
      Bis sich innerhalb von 24 Stunden raus kristallisierte nach einem
      Gespräch mit seiner jetzigen Beziehung, dass er seine Beziehung nie beendet hat.
      Sie ist zwar etwas sprachlos ob seiner Illoyalität scheint es aber zu akzeptieren.
      Ich bin so schmerzlich enttäuscht am meisten von mir selbst, ich finde keine Antwort auf warum und wieso.
      Was hat Dir dabei geholfen?

      • Thomas sagt:

        Hallo Sue, geholfen hat mir ein bisschen Gespräche mit Freunden bei denen 2010 und 2011 von der Ex angeordnete Auszeiten über Wochen verleben musste.

        Ansonsten hat die Ex nach meinem übergangslosen Austausch mich noch 3 Jahre in Lügenprozessen vor Gericht bekämpft sowie die gemeinsame Tochter instrumentalisiert und entfremdet.

        Zeitweise ist die Ex mit meinem Nachfolger händchenhaltend an meinem Ladengeschäft glücklich vorbeigeschlendert.

        • Sue sagt:

          Hallo Thomas danke für deine Antwort
          Leider kann ich mich Freunden so nicht anvertrauen. Weil es für Außenstehende schon ansatzweise unerklärlich bzw nicht vorstellbar.
          Suche nach Gesprächspartner ist sehr schwierig entweder bin ich hier ein Einzelfall oder dieses Thema ist tabu.
          Da ich 17 Jahre mit ihm zusammen war ist es für unsere bekannten so oder so unvorstellbar.
          Hast du Kontakte zu einer vertraulichen Person?

          • Ruth sagt:

            Hallo Sue,
            du bist sicher kein Einzelfall, im Gegenteil.
            Menschen,die so etwas nicht am eigenen Leib erlebt und erlitten haben,
            können das nicht nachvollziehen.
            Dafür gibt es z.B. dieses Forum.
            mach’s gut ,Ruth

          • Thomas sagt:

            In Malsch bei Karlsruhe gibt es eine Heilpraktikerin die sich mit dem Thema auskennt, weil selbst erlebt: Lucia Völlinger.

  5. Waltraud sagt:

    Hallo Waldhaus,
    das war auch mein Problem, das der Vater die Kinder von Anbeginn in seinem Sinne manipuliert hat und mir erst spät ein Licht über seine NPS aufging. Mir ist irgendwann die Hutschnur dermaßen gerissen, das ich meinem Sohn schriftlich mit Beweismaterial Einblick in die schädigenden Vorgehensweisen seines Vaters gegeben hab und einige Zeit später auf diese Seite hier verwiesen hab. Danach hab ich das Thema ruhen lassen. Bei der Tochter hab ich zwar auf die Manipulationen und einiges an Ungereimtheiten beim Vater hingewiesen, hab es aber unter sinnlos verbucht. Ich konzentrier mich auf mein Leben. Grenz mich ab und lass Überschreitungen nicht mehr zu. Wir haben alle gelitten Ausser der Narzisst. Solche Menschen haben Narrenfreiheit und ohne Hintergrundwissen hat man schlechte Karten.
    Ich wünsch Dir die richtige Entscheidung.

  6. Waldhaus sagt:

    Genauso ist es mir ergangen. Ich bin jedoch die Nachfolgerin von einer langfristigen Beziehung. Ich hätte mir gewünscht, einen Hinweis von meiner Vorgängerin bekommen zu haben. Ich hatte es nicht verstanden, dass mein jetziger Mann damals nach nur 3 Monaten die Beziehung mit mir eingegangen war. Mit seiner vorherigen Partnerin war er 10 Jahre zusammen (nicht verheiratet). Mich hat er dann nach nur 3 Monaten der Beziehung geheiratet und ich war im 7. Himmel. Heute weiß ich natürlich wieso.
    Nun ist mein 1. Mann, mit dem ich 2 Kinder habe, auch Narzisst. Meine Kinder leiden bis heute (beide weit über 30 Jahre alt) darunter, dass der Vater sie verstoßen hat und in der Kindheit misshandelt hat (ich konnte nichts dagegen tun). Da ich erst vor Kurzem den Narzissmus überhaupt kennen gelernt habe, frage ich mich natürlich, ob ich meinen Kindern einen Hinweis geben soll. Vielleicht glauben sie dann aber, ich wolle den Vater nur schlecht machen. Da er einen Hirnschlag hatte, kann er sich heute nicht mehr wehren und die Kinder ihn nicht mehr befragen. Oder muss ich sie weiter leiden lassen in dem Glauben, der Vater hatte sie geliebt und ich bin die Böse? Was ihnen ja auch immer eingeredet wurde.

    • sonnenblume sagt:

      Hallo Waldhaus,

      einen guten Weg fände ich, die eigene Geschichte, die eigenen Gefühle und Gedanken als Lebensgeschichte aufzuschreiben. Alles in persönlicher Rede. Wie Du es erlebt hast in Ich-Erzählung.

      Ich fände das auch eine gute Möglichkeit, diese Geschichte den Kindern anzubieten oder auch zu schenken – je nach dem. Wie sie es aufnehmen und was sie daraus für Schlüsse ziehen liegt nicht in Deinen Händen.

      Mehr als zu Dir und Deinem Erleben zu stehen und es offen zu kommunizieren kann man nicht.

      Der Vorteil von einer geschriebenen Lebensgeschichte ist, dass der/LeserIn sich Zeit lassen kann, das auf sich wirken zu lassen, nicht sofort darauf reagieren muss.

      Als Motivation dafür, würde ich diese Geschichte „für mich“ schreiben und nicht in erster Linie „für die“ Kinder….

      Ein weiterer Vorteil beim Schreiben ist auch, dass man selber auch nochmal genauer hinschaut, hinterfragt und verarbeitet.

      Das ist auch ein Gewinn. Vielleicht sogar der Hauptgewinn.

      Vielleicht findest Du diese Anregung hilfreich. In jedem Fall wünsche ich Dir und Deinen Kindern das Beste, viele Grüße von

      Sonnenblume

    • Anka sagt:

      Habe ich das richtig verstanden, Waldhaus ?

      Kinder wurden MISSHANDELT
      und du meinst heute noch, daß du Nichts hättest tun können ?

      Was für bedauernswerte Kinder !

      Und du überlegst ernsthaft, ihnen einen Hinweis auf
      „Persönlichkeitsstörung“ ihres Vaters zu geben ?

      Ich bin gerade fassungslos…

      • Lilli sagt:

        Ohne ärztliche Diagnose würde ich gegenüber meiner Kinder
        nicht von einer Persönlichkeitsstörung sprechen, sondern von einzelnen Schwierigkeiten, konkreten Dingen.
        Unsere bereits erwachsenen Kinder
        wollen von den Persönlichkeits- und Paarproblemen ihrer Eltern nichts wissen.
        Sie halten guten Abstand zu uns,
        auch zu mir, wollen nicht Partei ergreifen,
        und ich unterstütze das als das Beste.

      • Anka sagt:

        Lilli

        die „Handhabung“ eurer Kinder finde ich sehr vernünftig.
        Da sind sie ja sehr achtungsvoll.

        Sie wahren Abstand zu Dingen und (Sach-)Verhalten die nicht in ihrer Würde und Verantwortung liegen und sie ja auch schlichtweg „nichts angehen“.

        Nur damit ist es ihnen ja auch möglich, jeden von euch Beiden so anzunehmen, wie ihr nun einmal seid.
        Und nur so können sie sich ja auch selbst wirklich vollständig akzeptieren.
        Sie sind „aus euch Beiden gemacht“…

        Kinder „wissen“ das ja auch „intuitiv“.
        Wäre doch schade, eine Hälfte von sich „runtermachen“ zu müssen.

        Ich finde, Elternteile können durchaus in ihren Kindern großen „Schaden anrichten“, wenn Paarangelegenheiten mit Elternangelegenheiten verwechselt oder vermischt werden.

        • Lilli sagt:

          Danke Anka,
          das hast Du schön geschrieben.
          Die Kinder erlebten ja, dass ihr Vater im Mittelpunkt stehen will,dass er unfair und unehrlich sein kann und zu bevorzugen versucht.
          Wie er zu mir ist, gehört auf die Paarebene,
          und wenn ich mich als ‚besser‘ darstelle,
          sagen sie, ihr seid beide beteiligt, und ich soll mich selber mit ihrem Vater auseinandersetzen.
          Das tu ich,
          wobei er ein nicht ganz so krasser Fall ist, als andere Narzissten hier.
          Wenn die Kinder weniger zu ihm kommen, wirkt das gut auf ihn.

    • Waltraud sagt:

      Eigentlich finde ich wenn man den Kindern eine Erklärung anbieten kann durch eigene Erkenntnis, das es nicht an ihnen gelegen hat, sondern in der Persönlichkeit des Narzissten begründet ist, das er sich ihnen gegenüber so verhalten hat, eher hilfreich. Alle könnten sich solange keinen Reim bzw. keine Erklärung dafür finden. Und um endlich alles aufzuarbeiten braucht es für alle das Hintergrundwissen.

      • Anka sagt:

        Ich finde es aber schon bemerkenswert und den Aussagen hier durchaus widersprechend, wenn sich Mittdreißiger trotz angeblicher Mißhandlung sicher sind, ihr Vater hätte sie geliebt und die Mutter wäre die Böse gewesen…
        Zu so einer Einstellung der „Kinder“ kommt es nur, weil ihnen das angeblich „immer eingeredet wurde“?

        In familiären Systemen können sehr abgründig verdrehte Verhalten auftreten/sein.

        Und nach meiner persönlichen Erfahrung gibt es eben auch den/die „PfeilespitzerIn“,
        „AufwieglerIn“…

        Kinder dienen dann „nur“ als Spucknapf der Aggression des Einen, die aber ganz geschickt durch den/die Andere geschürt wird.

        Über Solches könnte ich ein paar Begebenheiten berichten…
        Mein Halbbruder hat derartige „Dresche“ eingesteckt. Und sein Vater hat ihn geliebt, tatsächlich!

        • Waltraud sagt:

          Wir wissen doch alle, das Narzissten sich immer zu ihrem Vorteil aeussern und in Szene setzen und was kommt da besser zu behaupten dieser würde seine Kinder lieben ganz entgegen seiner Handlungen. Und Kinder die ihren Vater in ihrer Kindheit schmerzlich vermisst haben, weil alles andere wichtiger war, wollen nur zu gerne glauben, wenn ein solcher Mensch entgegen der Erfahrung von Liebe zu ihnen spricht. Auch mir gegenüber wurde das eingesetzt, um möglichst wieder über mich verfügen zu können. Narzissten nutzen, was sich ihnen bietet. Aber niemals aus Liebe zu anderen, sondern ausschließlichem Nutzendenken! Und er kann die Realität wunderbar zu seinen Gunsten verdrehen.

        • Anka sagt:

          Waltraud,

          das stimmt natürlich in vielen Fällen.
          Leider gibt’s eben aber auch Andere…

          Und du schreibst ja hier auch aus deinen, mittlerweile reflektierten Erfahrungen heraus. Da ist auch verständlich und für mich nachvollziehbar, wie du versucht hast, dich deinen Kindern verständlich zu machen. Ich halte es im Übrigen auch für vollkommen legitim, erwachsene Kinder durchaus einmal mit „Beweisen“ zu konfrontieren, wie un-glaublich(!) schäbig „Jemand“ gegen dich vorgegangen ist.

          Daß es sich dabei um die „Machenschaften“ ihres Vaters handelte, tut ja deinen Recht keinen Abbruch, für dich einzustehen.

          Übrigens glaube ich ja, daß der „verlogene Mist“ insofern immer wieder einmal zum „Dampfen kommt“, weil ER eben nicht so ein souveräner Held ist.
          Ich denke, du „fehlst“ ihm als Puzzleteil duraus in seinem
          „Möchte-gern-vorzeige-Familien-Bild“…
          In dem Fall ist das nur „dummerweise“ sowas wie eine „Schwäche“, die Kinder dazu verführt,
          „zur Stange“
          zu halten und damit auch ablenkt, sich an die eigenen, vielleicht tatsächlich schmerzlichen, „Verzichte“ in der Kinderzeit zu erinnern.

          Früher war der Vater nicht anwesend. Und jetzt fehlt ihnen vielleicht auch wieder Eine(r), z.B. auf Festen…

          Ist schon manchmal alles richtig „vertrackt“.

          Aber das Wichtigste ist, daß du für dich in „Würde und Wert“ gekommen bist, finde ich.

          Alles Gute dir und viel Kraft weiterhin.
          Anka 🙋

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